{\rtf1\mac\ansicpg10000\uc1 \deff4\deflang1031\deflangfe1031{\upr{\fonttbl{\f0\fnil\fcharset256\fprq2{\*\panose 02020603050405020304}Times New Roman{\*\falt Times New Roman};}{\f1\fnil\fcharset256\fprq2{\*\panose 020b0604020202020204}Arial;} {\f4\fnil\fcharset256\fprq2{\*\panose 02000500000000000000}Times;}}{\*\ud{\fonttbl{\f0\fnil\fcharset256\fprq2{\*\panose 02020603050405020304}Times New Roman{\*\falt Times New Roman};}{\f1\fnil\fcharset256\fprq2{\*\panose 020b0604020202020204}Arial;} {\f4\fnil\fcharset256\fprq2{\*\panose 02000500000000000000}Times;}}}}{\colortbl;\red0\green0\blue0;\red0\green0\blue255;\red0\green255\blue255;\red0\green255\blue0;\red255\green0\blue255;\red255\green0\blue0;\red255\green255\blue0; \red255\green255\blue255;\red0\green0\blue128;\red0\green128\blue128;\red0\green128\blue0;\red128\green0\blue128;\red128\green0\blue0;\red128\green128\blue0;\red128\green128\blue128;\red192\green192\blue192;}{\stylesheet{\widctlpar\adjustright \f4\cgrid \snext0 Normal;}{\s1\keepn\widctlpar\outlinelevel0\adjustright \f1\fs36\cf1\cgrid \sbasedon0 \snext0 heading 1;}{\s2\keepn\widctlpar\outlinelevel1\adjustright \b\f1\cf1\cgrid \sbasedon0 \snext0 heading 2;}{\s3\keepn\widctlpar\outlinelevel2\adjustright \b\f1\cgrid \sbasedon0 \snext0 heading 3;}{\s4\keepn\widctlpar\outlinelevel3\adjustright \b\f1\fs26\cf1\cgrid \sbasedon0 \snext0 heading 4;}{\*\cs10 \additive Default Paragraph Font;}{\s15\widctlpar\adjustright \i\f1\cf1\cgrid \sbasedon0 \snext15 Body Text;}{\*\cs16 \additive \ul\cf2 \sbasedon10 Hyperlink;}{\s17\widctlpar\adjustright \f1\fs26\cf1\cgrid \sbasedon0 \snext17 Body Text 2;}{\s18\widctlpar\adjustright \f1\cf1\cgrid \sbasedon0 \snext18 Body Text 3;}{\s19\li567\widctlpar\adjustright \f1\cgrid \sbasedon0 \snext19 Body Text Indent 2;}{\s20\sb100\sa100\widctlpar\adjustright \f4\fs20\cf1\cgrid \sbasedon0 \snext20 Standard (Web);}{\s21\li567\widctlpar\adjustright \f1\fs26\cf1\cgrid \sbasedon0 \snext21 Body Text Indent 3;}}{\info {\title Herr \'9fber Leben und Tod}{\author Wolfram Pfreundschuh}{\operator Wolfram Pfreundschuh}{\creatim\yr2004\mo6\dy5\hr18\min33}{\revtim\yr2004\mo7\dy4\hr13\min43}{\version359}{\edmins0}{\nofpages35}{\nofwords21262}{\nofchars121197} {\nofcharsws148838}{\vern103}}\paperw11907\paperh16840\margl851\margr851\margt1418\margb720 \deftab708\widowctrl\ftnbj\aenddoc\hyphhotz425\hyphcaps0\formshade\viewkind1\viewscale100\pgbrdrhead\pgbrdrfoot \fet0\sectd \linex0\colsx709\endnhere\sectdefaultcl {\*\pnseclvl1\pnucrm\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxta .}}{\*\pnseclvl2\pnucltr\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxta .}}{\*\pnseclvl3\pndec\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxta .}}{\*\pnseclvl4 \pnlcltr\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxta )}}{\*\pnseclvl5\pndec\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}{\*\pnseclvl6\pnlcltr\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}{\*\pnseclvl7\pnlcrm\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (} {\pntxta )}}{\*\pnseclvl8\pnlcltr\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}{\*\pnseclvl9\pnlcrm\pnstart1\pnindent720\pnhang{\pntxtb (}{\pntxta )}}\pard\plain \s1\sa120\keepn\widctlpar\outlinelevel0\adjustright \f1\fs36\cf1\cgrid {\cf0 Der Herr \u252\'9fber Leben und Tod \par }\pard\plain \s2\sa120\keepn\widctlpar\outlinelevel1\adjustright \b\f1\cf1\cgrid {\cf0 Hellingers Vers\u246\'9ahnungskult als Kultur-Chauvinismus \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1 \par \par }\pard \sa120\widctlpar\outlinelevel0\adjustright {\f1 Seelische Wahrnehmungen werden besonders im esoterischen Schrifttum wie sakrale Kundgebungen einer h\u246\'9aheren Welt angesehen. Und mehr noch: Sie werden zunehmend auch als brauchbar zur L\u246\'9a sung unserer Probleme mit der wirklichen Welt entdeckt. Was an ihr schlecht ist, das zieht runter, macht m\u252\'9frbe und depressiv, wenn man hierf\u252\'9fr nichts Gutes mehr finden kann, kein Verh\u228\'8a ltnis oder eine kritische Beziehung dazu. Wer das dort nicht mehr sucht und versucht, der muss sein Gl\u252\'9fck aus sich selbst sch\u246\'9apfen, aus der \u220\'86berwindung aller Negativit\u228\'8a t, aus der Erzeugung positiver Erfahrung und Wirklichkeit. Und dazu braucht es hin und wieder den Kick aus dem \u220\'86bersinnlichen. Mit entschlossenem Zuspruch und durch die Unterst\u252\'9f tzung jener esoterischen Schwingungen und Energien entstehen innere Kr\u228\'8afte, die zumindest f\u252\'9fr die eigene Lethargie heilsam sind. Man muss hierf\u252\'9fr nur heraustreten aus den wirklichen Lebensverh\u228\'8a ltnissen und hinein in ein vertieftes Selbsterleben. \par }\pard \sa120\widctlpar\adjustright {\f1 In den Lebensberatungsschriften von dort werden unendlich viele Wege zu diesem ganz anderen Gl\u252\'9fck beschrieben wie eine Verhei\u223\'a7ung \u252\'9fbersinnlicher Kr\u228\'8afte. Die w\u252\'9f rden sich auftun, wenn dem Gebot des \ldblquote positven Denkens\rdblquote gefolgt wird: \ldblquote Glaube daran, dass Wunder m\u246\'9aglich sind.\rdblquote \ldblquote Lebe so, als ob du tun k\u246\'9anntest, was du willst.\rdblquote \ldblquote Arbeite, als ob Geld keine Rolle spielen w\u252\'9frde.\rdblquote (John Cray, \ldblquote Wunder werden wahr\rdblquote , Goldmann 2003, S. 43ff.). Die \ldblquote Als-Ob\rdblquote -Lebenswelt soll anregen und stimulieren, Gutes wecken und B\u246\'9a ses fernhalten, Seele best\u228\'8arken, wo Wirklichkeit nur st\u246\'9art. Nur das Leben selbst ist noch nicht so, als ob es genausogut anders sein k\u246\'9annte. Scheinwelten gedeihen zwar an allen m\u246\'9a glichen Orten und in den irrsten Dimensionen, aber eine richtig gute und positive Als-Ob-Gesellschaft gibt es immer noch nicht. Dazu fehlt noch etwas. \par \par }\pard\plain \s3\sa120\keepn\widctlpar\outlinelevel2\adjustright \b\f1\cgrid {Die \ldblquote Ordnung\rdblquote als \ldblquote Wahrheit\rdblquote \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1 Und das bietet Bert Hellinger: Den gesellschaftlichen Frieden im "Gl\u252\'9fck der Menschen" durch die Vers\u246\'9ahnung mit ihrer \ldblquote Lebensordnung\rdblquote (so Guntha rd Weber: "Zweierlei Gl\u252\'9fck", S. 152 ff). Unser Hauptproblem n\u228\'8amlich sei, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen verraten, uns ihnen entfremdet haben durch }{\f1\cf1 "geheime Lebenspl\u228\'8ane" und "falsche Erwartungen\rdblquote }{\f1 . Wir m\u252\'9fssen auf das zur\u252\'9fckkommen, was unser wahres Sein ausmacht. Die Geschichte des Lebens selbst legt die Ordnung vor, die uns positiv sein l\u228\'8asst, wenn wir sie erf\u252\'9f llen - nicht nur die einzelne Lebensgeschichte und nicht nur die eigene, sondern die allgemeine, die kosmische, die Lebensordnung schlechthin . Unser Leben ist laut Hellinger nichts anderes als unser Geschick und Schicksal in dieser Ordnung. Und nur durch die Einsicht in ihr Kontinuum und die Bejahung ihrer \u252\'9f bermenschlichen Bestimmtheit sind wir mit uns wie mit allen Menschen in Demut vers\u246\'9ahnt. Unserem kosmischen Wesen entfremdet k\u246\'9annen wir uns nur vergessen, unser Leben nur vegetieren, unsere \ldblquote wahren Beziehungen\rdblquote nur verleugnen, unsere Liebe nur verkennen, uns den Verwerfungen unserer Lieblosigkeiten nur beugen. Diese \ldblquote Seinsvergessenheit\rdblquote (Heidegger) k\u246\'9anne aber durch die \ldblquote Einf\u252\'9fhlung\rdblquote und Nachempfindung ihrer \ldblquote tiefen Wahrheit\rdblquote \u252\'9fberwunden werden. Unsere gest\u246\'9arten Seelenkr\u228\'8afte sollten in dieser \ldblquote Wahrheit\rdblquote ihren Geist wecken und den h\u246\'9a heren Sinn unseres Lebens finden, unsere Bestimmung und unsere Aufgaben. Und das sind viel wichtigere Aufgaben als jene, die wir durch unser praktisches Leben haben: Es geht um das Wesen der Ordnung des Lebens schlechthin. Und das eben ist \ldblquote die Liebe\rdblquote . \par Nat\u252\'9frlich kann die so gebotene Ordnung nichts anderes sein, als was sie immer war: Das Konglomerat einer altbackenen Ursprungsmythologie der Gattung und Begattung, der Geschlechter und Generationen. Wer die Liebe zur Ordnung k\u252\'9f rt, meint eben auch immer die Urtypologie der Natur und ihre Geschlechtlichkeit, die \ldblquote Ordnung\rdblquote der M\u228\'8anner und Frauen, wie sie sorgen und dienen, der Eltern und Kinder, wie sie sein d\u252\'9frfen und sein m\u252\'9f ssen, der Liebespflicht und Liebesschuld. Alles, was der katholische Missionar Hellinger einst den afrikanischen Kindern und Erwachsenen anerziehen wollte, kehrt beim Psychologen Hellinger wieder. Gottes Gebote sind n\u228\'8a mlich eigentlich Menschenwille. Und dieser kann auch allgemein und psychologisch verstanden, vermittelt und genutzt werden als ein Wille, der in der \ldblquote menschlichen Natur\rdblquote sei, als Psyche eines M enschen und Ursprung und Sinn des Lebens - so wie sie leibt und lebt und wie er wirkt und treibt. \par Dazu bedarf es nicht mehr der Exegese und nicht der Diskussion und Interpretation von Zwecken, Bedeutungen oder Interessen. Hellingers altert\u252\'9fmliche Ordnungsvorstellungen, die keinen Menschen mehr besch\u228\'8aftigen w\u252\'9f rden, wenn er davon nur h\u246\'9art, soll nicht mehr wie dereinst als Sittlichkeit gefordert, nicht als Brauchtum gelehrt, als Gedanken erl\u228\'8autert oder als Wissen hinterfragt werden. Man muss sie erfahren, ersp\u252\'9f ren, erahnen. Theorien und Ableitungen st\u246\'9aren da blo\u223\'a7. Darin n\u228\'8amlich best\u228\'8atigt man lediglich seine Kopfgeburten und vergisst, auf die Wahrheit zu lauschen, die \u252\'9fber unserem Leben steht, gr\u246\'9a\u223\'a7 er ist als dieses einzelne beschr\u228\'8ankte Dasein, das wir leben m\u252\'9fssen und doch immer noch nur so schlecht leben k\u246\'9annen. Wir k\u246\'9annen aber von ihr durchdrungen werden, ihre Tiefe ahnen, um schlie\u223\'a7 lich davon als ganzer Mensch erf\u252\'9fllt zu sein. Diese Wahrheit l\u228\'8asst sich nicht einfach formulieren, denn sie hat kein Sein au\u223\'a7er uns, und doch ist sie gr\u246\'9a\u223\'a7 er als wir alle. Und sie hat auch keinen anderen Grund als uns selbst, und doch zieht sie sich durch Jahrhunderte unserer Ahnenreihe. Sie ist gewaltig, ist au\u223\'a7er uns in uns zugleich, und doch so verborgen, dass wir sie nicht einfach erkennen k \u246\'9annen. Aber sie macht die Geschichte unseres ganzen Lebens aus, bestimmt uns wie eine Naturgewalt und l\u228\'8asst uns nur ahnen, woher wir kommen und wohin wir gehen, da k\u246\'9a nnen wir machen, was wir wollen. Ohne sie sind wir nichts und durch sie sind wir alles. Das ist vielleicht zuviel auf einmal. Aber \ldblquote die Wahrheit\rdblquote ist zugleich auch ganz einfach und durch uns l\u228\'8a sst sie sich daher auch leicht vermitteln. Wir erkennen sie daran, dass sie wirkt, dass wir uns damit besser f\u252\'9fhlen, dass wir \ldblquote eigentlich\rdblquote nach ihr verlangen, weil wir sp\u252\'9f ren, dass sie gut tut. Und das kann auch manchmal weh tun. Aber das ist dasselbe. F\u252\'9fr eine solch gr\u252\'9fndliche Heilserfahrung reicht aber nat\u252\'9frlich nicht die eigene Empfindung und Intuition alleine. Der kann man nicht so einfach traue n. Hierf\u252\'9fr braucht es einen F\u252\'9fhrer: \ldblquote Ein guter F\u252\'9fhrer sieht, was die Leute wollen, und das befiehlt er.\rdblquote (Hellinger zit. nach Gunthard Weber 1999: "Zweierlei Gl\u252\'9fck", S. 212). \par So sprachen ja bisher nur Politiker oder Glaubensmenschen. Aber Hellinger glaubt nichts, er \ldblquote wei\u223\'a7\rdblquote es, weil es funktioniert. Jede Anthroposophie \ldblquote funktioniert\rdblquote , wer w\u252\'9f rde das bestreiten. Auch die Praktiken der Sekten funktionieren, die Erbauungsgef\u252\'9fhle katholischer Liturgie, die Bu\u223\'a7gebete nach der Beichte, die Rituale des Islams, die R einheitsgebote des Judentums und auch die Erweckungsveranstaltungen amerikanischer Prediger. Hellinger ist kein freidenkender Anthroposoph, kein Prediger und kein Zeremonienmeister}{\f1\cf1 . Er will ein Psychologe und Lehrer sein}{\f1 , der sich nicht als gl\u228\'8aubiger Eremit, sondern als Praktiker des Heilens und Erhebens gibt, und zugleich sein besonderes \ldblquote Wissen\rdblquote als Heil f\u252\'9f r alle Lebensungewissheiten auf dieser Welt versteht. Er will uns eigentlich nur auf das Wesentliche in unserem Leben hinweisen. \par Hierf\u252\'9fr versammelt er alle Techniken, welche in der Psychologie, der Esoterik, der Anthroposophie und der indianischen Mystik vorzufinden sind. Er hat damit solange experimentiert, bis er sie alle auf einmal beherrschte und damit zu hantieren verstand. Und so meint er auch, mi t allem hantieren zu k\u246\'9annen, was lebenspraktische Bedeutung hat: Seelische Gebrechen und Spannungen, unl\u246\'9asbare Konflikte mit sich oder anderen, Mi\u223\'a7 erfolge in Ehe, Beruf und Alltag, Krieg und Frieden ... Aber auch mit so allgemeinen Haltungen wie Rassismus, Antisemitismus, Widerstandsk\u228\'8ampfer und schlie\u223\'a7lich mit Hitler h\u246\'9achstpers\u246\'9anlich, dem Hitler n\u228\'8a mlich, der in uns allen sei. \par In einer Zeit, wo Effekte alles sind, geht es oft auch zu wie auf einem Jahrmarkt: Man f\u252\'9fhlt, was gut tut, wenn es in besonderer Weise pr\u228\'8asentiert wird. Je n\u228\'8aher es an das Selbstgef\u252\'9f hl der Menschen herankommt, desto glaubhafter auch die Wirkung. Sie werden ja tats\u228\'8achlich ver\u228\'8andert, wenn etwas mit ihnen geschieht, wenn der Ballast der konkreten Vielfalt wegger\u228\'8aumt und Allgemeines versp\u252\'9fr t wird. Endlich wieder ein Gef\u252\'9fhl der Klarheit, einer N\u228\'8ahe, ja, der Vertrautheit mit der gro\u223\'a7en Welt des Naturganzen und ihrer allg\u252\'9fltigen, wenn auch abstrakten Wesenhaftigkeiten. Die darin versp\u252\'9frte \ldblquote Ordnung\rdblquote beruhigt tats\u228\'8achlich, denn sie sortiert, ohne dass es uns st\u246\'9aren muss. Und im Gef\u252\'9fhl einer archetypischen Selbsterfahrung verstr\u246\'9amt sich ein \ldblquote Wissen\rdblquote um die Geborgenheit im All, eine Selbstgewissheit, die keinen weiteren Boden oder irgendeinen Grund haben muss. Und wer solche Erfahrung teilt, der findet auch den, mit dem er sie teilen kann: Es ist ein neues Gef\u252\'9fhl von \ldblquote tief empfundener Menschlichkeit\rdblquote , in welchem er sich mit denen verbinden kann, die Gleiches f\u252\'9fhlen. \par }{\f1\cf1 Das ist eine neue G\u252\'9fte f\u252\'9fr die Beziehung auf andere wie auf sich selbst. Man erkennt ihre Bedeutung daran, dass man schlechter dran ist ohne sie, so schlecht eben, wie die gew\u246\'9a hnlichen Menschen. Das ist zwar eine Erkenntnis, aber eine sehr abstrakte, die nur den einen Sinn hat, dass man ein anderer Mensch darin geworden ist, irgendwie ein besserer, denn man f\u252\'9fhlt sich besser. Aber so w\u228\'8a re es nur eine negative Erkenntnis, blo\u223\'a7e Selbstbest\u228\'8atigung, die sich irgendwann mal leer liefe. Sie muss daher auch noch positiv gef\u252\'9fllt werden. Die "tiefen Wahrheiten" m\u252\'9fssen best\u228\'8atigt, das Schlechte fassbar sein. Und also muss die Erfahrung dieser h\u246\'9aheren Ordnung, welche in unserer Lebensgeschichte stecken soll, eine konkrete Erfahrung dessen sein, was wir brauchen, um konkret leben zu k\u246\'9a nnen, etwas, das verletzt war, ohne dass wir hiervon wissen konnten. Wo die Sehnsucht ist, da ist denn auch Liebe. Das wei\u223\'a7 jeder Psychologe, der damit hantiert. Und Hellinger wei\u223\'a7 von seiner \ldblquote Odnung der Liebe\rdblquote , dass sie auch schon immer war, auch wenn keine Liebe war. Das aber liegt daran, dass wir ihr noch nie gerecht geworden sind. Wir haben sie selbst noch nicht in uns aufgenommen und erf\u252\'9fllt, haben sie einfach nicht gew\u252\'9f rdigt. Wir haben in unserem Leben nicht wirklich liebend gelebt und deshalb die W\u252\'9frde der Liebe auch nie erfahren. Wir m\u252\'9fssen lernen, sie zu w\u252\'9frdigen.}{\f1 \par }{\f1\cf1 Das klingt kompliziert. Aber keine Angst: Die W\u252\'9frdigung solcher Liebe ist einfach. Sie kann aus unserer psycho-kosmischen Geschichte gewonnen werden: Aus den Sensationen einer \u252\'9f bersinnlichen Erinnerung. So zeigt sie sich als besonderer Effekt auch in gegenw\u228\'8artiger Erfahrung, wenn wir ihre Vergangenheit erinnern oder zumindest etwas erinnern, was ihre Vergangenheit gewesen sein k\u246\'9a nnte. Wo eine Beziehung verwirrt oder im Widerspruch oder sogar schon g\u228\'8anzlich aufgel\u246\'9ast ist oder vielleicht auch noch nicht mal vorhanden war, da "heilt" sie wie von selbst, wenn sie die besondere Wertsch\u228\'8a tzung ihrer eigentlichen Bedeutung und Wirkung aus ihrer Vergangenheit erf\u228\'8ahrt. Eingebettet in einer h\u246\'9aheren Ordnung muss sie nur nachvollzogen und geehrt werden, um wieder einen Sinn zu haben. Es reicht hierf\u252\'9f r, sich in irgendeiner Art und Weise darin wiederzuerkennen. Und wo dies Wirkung zeigt, wo also Gef\u252\'9fhle dadurch entstehen, dass etwas im Leben durch die Belehrungen und Kommentare Hellingers getroffen ist, wo es Zusammenh\u228\'8ange zu geben scheint, die man nicht erwartet hat und eigentlich nicht begreifen kann, da ist dann auch die Ordnung selbst das Heil ihrer Rekonstruktion: Immerhin hat mensch Gef\u252\'9fhle und f\u252\'9fhlt sich auch an sich erinnnert, - und zwar in ganz gro \u223\'a7en Zusammenh\u228\'8angen der ganz urspr\u252\'9fnglichen \ldblquote Liebe\rdblquote . Dies schlie\u223\'a7lich erkl\u228\'8art umgekehrt auch, was gefehlt hat: Das Gef\u252\'9fhl f\u252\'9f r unser Vergehen gegen diese, unsere Schuld, unsere Unordnung. Alle Verst\u246\'9a\u223\'a7e gegen eben diese Ordnung bedr\u252\'9fcken uns n\u228\'8amlich, machen uns krank. Und wir tragen dies als Gef\u252\'9f hl der Schwere in uns fort, leiden daran, ohne es zu wissen und k\u228\'8ampfen gegen diese "Wahrheit" an, statt sie in uns aufzunehmen und uns darin zu erleichtern.}{\f1 \par Als Lebensberatung ist Psychologie l\u228\'8angst zur Kanzel des \ldblquote gesunden Menschenverstands\rdblquote geworden. Hier wird sie esoterisch fortgesponnen: Wir m\u252\'9fssen unsere pers\u246\'9a nlichen Verstrickungen mit dem Kosmos unserer Vergangenheit erkennen, aus der eigenen Geschichte und der Geschichte der Vorfahren unsere umfassende Lebensschuld gegen diese Liebesordnung begreifen, und diese vor allem \u252\'9fberwinden durch W\u252\'9f rdigung der Menschen, die sie verk\u246\'9arpern. F\u252\'9fr Hellinger sind wir alle n\u228\'8amlich ein Naturprodukt der Liebe und m\u252\'9fssen also die Pers\u246\'9anlichkeiten unserer Naturgeschichte anerkennen, wollen wir uns sel bst auch anerkennen: Unsere Ahnen und Eltern. Daran k\u246\'9annen wir nicht vorbei, daran k\u246\'9annen wir nichts \u228\'8andern; es ist unser nat\u252\'9frliches \ldblquote Schicksal\rdblquote . Aber dabei geht es nicht etwa um Gene und andere Naturstoffe. Wir leben durch das Schicksal unserer Natur in einem Kosmos der Liebe, und die ist nichts anderes, als die Welt unserer Familie und unserer pers\u246\'9a nlichen Beziehungen. Durch die Tatsache, dass wir alle Eltern haben, ist die Br\u252\'9fcke unserer einzelnen Gegenwart zu einer Allgemeinheit errichtet, die alles durchstr\u246\'9amt. Es ist unsere kleine, private Welt zugleich die ganz gro\u223\'a7 e Welt der Liebe, eigentlich unmittelbar das ganz Gro\u223\'a7e und Allgemeine. Und dies ist das Material f\u252\'9fr Hellingers Wirken.. \par Durch die so behauptete Ursprungsnatur unserer Beziehungen werden deren Inhalte aus jeder gesellschaftlichen Wirklichkeit genommen: Nicht unser Verh\u228\'8a ltnis zu unserer Geschichte und Gegenwart unserer Lebensbedingungen und Lebenswirklichkeiten, zu denen auch unsere Familie geh\u246\'9art, sondern das Geschick unserer naturbedingte n Ahnenwelt und das unserer Eltern wirken in uns als eine Art Naturmystik fort. Wenn wir uns schlecht f\u252\'9f hlen, ist auch sogleich klar, was mit uns ist. Wenn wir dieses Geschick nicht achten, leben wir gegen uns selbst. Unsere Missachtung macht uns krank. Ganz gleich, was uns widerfahren ist, unser Leben k\u246\'9annen wir nur bejahen, wenn wir die Pers\u246 \'9anlichkeiten unseres \ldblquote Schicksals\rdblquote achten, wenn wir ihnen \ldblquote Ehre erweisen\rdblquote . Erst dann k\u246\'9annen wir auch mit uns selbst \ldblquote positiv umgehen\rdblquote . \par Jeder wirkliche Konflikt, jede Verletzung und Bedr\u228\'8angnis ist also letzlich nur eine Nichtigkeit gegen\u252\'9fber dem, was da in der Tiefe steckt, was da so wesentlich missachtet ist. Aber Achtung kann es relativ einfach bekommen, n\u228\'8a mlich durch Rituale, die oft schon in Haltung und Wortlauf vorge geben sind wie in einem Gottesdienst. Da verneigen sich dann die erwachsenen Kinder vor ihren imaginierten Eltern, auch wenn sie von ihnen missbraucht und geschunden worden waren (vergl. hierzu \ldblquote Gehirn-W\u228\'8asche\rdblquote von Elisabeth Reuter, 2004) und da werden sie \ldblquote verabschiedet\rdblquote , weil sie nicht richtig betrauert worden sind usw.. \ldblquote Wenn man den Eltern Ehre erweist, kommt etwas tief in der Seele in Ordnung.\rdblquote (Hellinger in \ldblquote Ordnungen der Liebe\rdblquote ). So vers\u246\'9ahnt man sich dann also mit dem urgeschichtlichen Liebeskosmos der eigenen Familie, dem Astralraum unserer kleinen privaten Welt, ohne dass konkret auch nur irgendetwas davon begriffen werden m \u252\'9fsste: Man bekennt eine Schuld, die eine Dimension hat, die niemand wirklich kennt, zu der er sich aber bekennen soll. \par Da geht es dann zu wie in einem Beichtstuhl. Durch die Formulierung des eigenen Mangels wird die Gottesf\u252\'9f rchtigkeit, die Achtung seiner Gebote und das Achtungsgebot ja erst vollkommen, die Ausdehnung dieses unabsehbaren Kosmos erst wirklich erzeugt. Es ist der alte Trick mit der Schulderzeugung: Wo Anspruch gesetzt ist, wird das Unerf\u252\'9f llte entdeckt und wo Unvollkommenheiten entdeckt werden, da ist dann Anspruch auch zu erf\u252\'9fllen. Und was anspricht ist dann eben das, was hieraus hergestellt werden soll. Was wir unter bestimmten Umst\u228\'8anden bem\u228\'8angeln k\u246\'9a nnen, das erzeugt die \ldblquote eigentlichen\rdblquote Lebenswelten. Indem wir uns f\u252\'9fr unsere mangelhafte Beziehung auf diesen Liebeskosmos entschuldigen, erzeugen wir das, was wir ersehnen, und befreien uns zugleich von der Last unserer Ge schichte. Wir bekommen ein Problem gemacht und erfahren zugleich die L\u246\'9asung des Problems. Das l\u228\'8asst alle Probleme vergessen. Und das funktioniert auch fast immer: Die Wirklichkeiten des Lebens, die Auseinandersetzungen, K\u228\'8a mpfe und Streitigkeiten darin, werden hierdurch zu Pseudowirklichkeiten, zu blo\u223\'a7en Verstellungen unseres wahren Lebensverm\u246\'9agens. Sie selbst haben ja in ihrer Erfolglosigkeit l\u228\'8angst gezeigt, dass sie \ldblquote nichts bringen \rdblquote und dass sie deshalb wohl auch nur Entstellungen unseres wahren Lebens sind. \par Diese Entstellungen werden in einer Aufstellung der \ldblquote naturhaften Liebesbeziehung\rdblquote erkennbar: In der Familienaufstellung. Hierzu nutzt Hellinger eine Technik der Gestaltpsychologie, eine Art Familienskulptur, bei der mit Hilfe von wirklichen Menschen oder auch durch irgendwelche Gegenst\u228\'8a nde die Beziehungen einer Familie oder auch der ganzen Ahnenreihe dargestellt werden sollen, und zwar so, wie sie von dem aufstellenden Familienmitglied in dieser Situation empfunden werden. Es w\u228\'8ahlt die Personen als Stell vertreter seiner Familienpers\u246\'9anlichkeiten oder manchmal auch nur Gegenst\u228\'8ande aus und bestimmt ihre Position und Blickrichtung. Sind es Personenaufstellungen, so ist deren Selbstbeschreibung der Ausgangspunkt der \ldblquote Familienanalyse \rdblquote , die ihre Bedeutung nicht durch ihre Inhalte, sondern besonders durch den Flair einer esoterischen Wahrnehmung bekommt: \par }\pard\plain \s19\li567\sa120\widctlpar\adjustright \f1\cgrid {\ldblquote Es wird ... von Bert Hellinger und seinen Anh\u228\'8angern angenommen, es baue sich durch diese Platzierungen ein \u187\'c8energetisches Kraftfeld\u171\'c7 auf, das es den Stellvertretern erm\u246\'9agliche, exakt die Gef\u252\'9fhle und Einstellungen jener Personen wahrzunehmen, f\u252\'9fr die sie aufgestellt wurden. Durch diese Wahrnehmungen k\u246\'9a nnten die Dynamik und die bestimmenden Beziehungsstrukturen bzw. deren Irritationen und \u187\'c8Verstrickungen,\u171\'c7 innerhalb eines Familiensystems herausgefunden werden. Konkret bedeutet das, dass der Therapeut im Anschluss an die Aufstellung durch den Klienten die Stellvertreter der einzelnen Familienmitglieder befr\u228\'8a gt, wie es ihnen an dem ihnen zugewiesenen Platz ergehe bzw. was sie dort wahrn\u228\'8ahmen. Die Befragten beschreiben nun sowohl k\u246\'9arperliche als auch seelische Empfindungen oder sie nehmen aus der Sicht ihrer \u187\'c8Rolle\u171\'c7 zu ihren Eindr\u252\'9fcken Stellung. Ihre Antworten sollten jedoch keineswegs ausf\u252\'9fhrlich und detailliert sein, v ielmehr nur als knappe Hinweise erfolgen. Der Therapeut erhalte nun - so wird behauptet - aus eben diesen Angaben der Stellvertreter Informationen \u252\'9f ber Ereignisse in der Vergangenheit der zur Rede stehenden Familiengeschichte des Klienten. Zugleich k\u246\'9anne er aus diesen Angaben die erforderliche Ver\u228\'8a nderung in der Platzierung der Familienmitglieder zueinander herleiten. Entsprechend weist er ihnen andere Pl\u228\'8atze oder Blickrichtungen zu und erkundigt sich anschlie\u223\'a7end bei ihnen, ob sich dadurch Ver\u228\'8anderungen in ihrem Empfinden oder in ihren Eindr\u252\'9fcken ergeben h\u228\'8atten.\rdblquote (J\u246\'9arg Schlee \ldblquote Hinters Licht gef\u252\'9fhrt\rdblquote in Goldner S. 24). \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1 Nun geht es darum, wieviel \ldblquote Verborgenes ans Licht dr\u228\'8angt\rdblquote (Hellinger), und was da dr\u228\'8angt, das \ldblquote erkennt\rdblquote der Therapeut oder die Therapeutin \endash eben \ldblquote als F\u252\'9fhrer, der sieht, was die Menschen wollen\rdblquote . Durch eine r\u252\'9fcksichtslose Offenlegung alles \ldblquote Verborgenen\rdblquote zeigt sich, was in der Aufstellung der konkreten Beziehungen der speziellen oder allgemeinen Liebesordnung einer Familie nicht entspricht. Er oder sie verschiebt die Positionen, bis das Bild der Beziehungen \ldblquote stimmt\rdblquote , bis also ein \ldblquote L\u246\'9asungsbild\rdblquote da ist. Und daran wird deutlich, was eben nicht stimmt, was also verborgen, noch nicht ordentlich \ldblquote erledigt\rdblquote , noch nicht \ldblquote verabschiedet\rdblquote ist. Da es bei ein er Ordnung nur um Strukturen gehen kann, ist auch lediglich das Fakt von Bedeutung: Da der Seitensprung eines Elternteils, dort ein uneheliches Kind, eine ungl\u252\'9fckliche Scheidung, eine fr\u252\'9fh verstorbene Schwester, eine nicht hinreichend gew \u252\'9frdigte Oma und schlie\u223\'a7lich das eigene \ldblquote Schicksal\rdblquote in all diesem. Was f\u252\'9fr klassische systemische TherapeutInnen vielleicht eine Vergegenw\u228\'8artigung von \ldblquote Beziehungsproblemen\rdblquote zur Er\u246 \'9affnung einer Nachempfindung und Bearbeitung w\u228\'8are, ist f\u252\'9fr Hellinger der Einsprung in seinen Zirkus mit der \ldblquote tiefen Empfindung\rdblquote , die in Minutenschnelle ihre Resultate und Erfolge vorweisen kann. \par Eine Situation, in der Psychologie angewandt wird, ist immer hoch komplex, - nicht durch die Vielseitigkeit des Geschehens, sondern durch die Zweiseitigkeit des Verh\u228\'8altnisses: Auf der einen Seite steht ein Mensch, der mit seinen M\u246\'9a glichkeiten und Mitteln, mit seiner Art und Weise, mit seinem Leben klar zu kommen, immer nur wieder an die selbe Stelle zur\u252\'9fckf\u228\'8allt, von der er sich in seinen Schwierigkeiten nur im Kreis dreht. Er ben\u246\'9a tigt dringend jemanden, der es anders sieht und anders auffassen kann. Wo keine Freunde helfen k\u246\'9annen, muss jemand \ldblquote vom Fach\rdblquote einspringen. Auf der anderen Seite steht dann eben meist eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut, die oder der Erfahrung damit hat, wie sich Menschen mit sich selbst und mit anderen verheddern k\u246\'9a nnen, wie sie sich im Weg stehen, was ihnen dabei fehlt, was sie eigentlich wollen und suchen, soweit dies alles eben allgemein und also auch objektiv zu begreifen ist. Da besteht ein Wissen, das zwangsl\u228\'8a ufig eine andere Sichtweise der Probleme vermittelt, das aus zirkul\u228\'8arer Selbsterfahrung vielleicht oder tats\u228\'8achlich oder scheinbar herausf\u252\'9fhrt. Es beherrscht die Situation nicht unbedingt durch Gewalt oder Pastora lmacht, sondern alleine schon duirch die Verbl\u252\'9fffung, dass sich ein Problem tats\u228\'8achlich auch vollkommen anders sehen oder verstehen l\u228\'8asst. So gibt es viel Verbl\u252\'9fffendes, aber der einzelne Therapeut ist der Monopolist f\u252 \'9fr seine Sichtweise, seine besondere Art der Verbl\u252\'9fffung. In seiner theoretischen Einstellung fassen sich die ersten neuen Erkenntnisse des Klienten zusammen, machen ihn gl\u228\'8aubig oder misstrauisch. Je mehr auf diese Weise irgendwie zutrifft, was sich da begegnet, desto st\u228\'8arker wird die therapeutische Bindung. Der Klient w\u228\'8a re ohne diese meist sehr allein, weil er in einen Prozess eingetreten ist, der nicht unbedingt mitteilbar und teilbar ist. \par Ein Psychologe muss mit seiner Erfahrung hantieren. Er kann nicht so tun, als w\u252\'9frde er das alles zum ersten Mal erleben und als w\u228\'8are er so v\u246\'9allig unbedarft. Aus seiner Erfahrung wei\u223\'a7 er, was bei ihm wie \ldblquote wirkt \rdblquote , was ankommt und worin er sich \ldblquote r\u252\'9fberbringt\rdblquote mit seiner Vorstellung und Lenbenspraxis. Er kann mit etwas Intuition schnell auch ein Gesp\u252\'9fhr daf\u252\'9fr haben, was bei seinen \ldblquote Klienten\rdblquote , wie sie ihm erscheinen, besonders \ldblquote typisch\rdblquote ist, was ihre Schwierigkeiten ganz allgemein eigentlich sein m\u252\'9fssen; z.B. was Einzelkinder f\u252\'9fr Probleme haben oder was diese oder jene Elterngeschichte f\u252\'9f r ein Kind bedeutet haben muss, auch, was Trennung oder Tod bedeuten kann. Vervollkommnet man dies mit dem Gesp\u252\'9fr und der Doktrin einer Zigeunerin, so l\u228\'8asst sich da immer Wirkung machen, und sei es auch nur ungl\u228\'8aubiges Erstaunen \u252\'9fber das \ldblquote Wunder der Erkenntnis\rdblquote . Schon dies alleine gen\u252\'9fgt, um der Verhei\u223\'a7ung einer Theorie oder eines Glaubens T\u252\'9fr und tor zu \u246\'9a ffnen. Und das kann man sogar erlernen. Hellinger setzt nicht Kenntnisse \u252\'9fber Lebenszusammenh\u228\'8ange um oder stellt Fragen, die er zusammen mit dem Betroffenen verfolgen k\u246\'9a nnte; er gibt Antworten, die keine Frage kennen und auch nicht dulden. Im Grunde wird der Hellinger\lquote sche Trick dabei bewundert, durch den er die Leute verbl\u252\'9ffft: Einen \ldblquote Treffer\rdblquote landet er bei seinen Interpretationen irgendwie immer. Was er erahnt, kommt irgendwann an. Es ist halt was \ldblquote dran\rdblquote . Gleichg\u252\'9fltig, in welchen Zusammenh\u228\'8a ngen, unter welchen Bedingungen und mit welchen Absichten dies alles geschehen sein mag, allein die Tatsache als solche ist Stoff genug f\u252\'9fr eine Aufstellung, Verstellung und Richtigstellung. Und die Gef\u252\'9f hle, welche die stellvertetenden Personen dabei ohne Kenntnis der Zusammenh\u228\'8ange haben, er\u246\'9affnen die \ldblquote Erinnerungen\rdblquote des Betroffenen. \par Das kann viel sein. Aber die Aufstellung erm\u246\'9aglicht auf jeden Fall dem Therapeuten oder der Therapeutin, Schlu\u223\'a7folgerungen im Zusammenhang mit einer konkreten \ldblquote Lebensordnung\rdblquote , die Verstrickung von Lebensschuld und Lebensschicksal im privaten Lebensraum eines Menschen zu ziehen. Das ist dann eben Lebensberatung der Luxusklasse, gro\u223\'a7 ausgelegt, unter gro\u223\'a7er Teilnehmerzahl und Anteilnahme und doch pers\u246\'9a nlich - und das wissen die Leute zu sch\u228\'8atzen. \par Ist das Urteil gesprochen, so erledigt sich die Erl\u246\'9asung dann fast genauso schnell wie die Aufstellung. Sie ist wirklich kinderleicht und auch echte Kinderarbeit. Die Kinder m\u252\'9fssen ihren Eltern Ehre erweisen, dem\u252\'9f tig anerkennen, dass sie von diesen erzeugt seien. Was da als L\u246\'9asungsbild gestrickt wurde, wird so zum Muster dieser seltsamen Verneigungsrituale, die nur eine Frace sind, aber f\u252\'9fr die Selbstwahrnehmung doch Verh\u228\'8a ltnisse setzt, die aus ihrer Bezeugung entstehen. Eine Verbeugung hebt das Selbstgef\u252\'9fhl, eine Achtung Gottes die Reputation vor sich selbst. Und so besteht die \ldblquote W\u252\'9frdigung\rdblquote der Eltern eben auch als dem\u252\'9f tige Anerkennung nicht nur ihrer Liebe, sondern vor allem der Selbstliebe. Da vermischt sich dann einiges, und das tr\u228\'8agt dann wohl zum \ldblquote Erfolg\rdblquote der Verneigung bei. Der endet nicht unbedingt bei den Eltern, sondern durchl\u228 \'8auft - manchmal \u252\'9fber Jahrhunderte hinweg - die ganze Ahnenreihe durch Verneigungen in genau verordneten Ritualen so lange, bis der \ldblquote Erfolg\rdblquote auch vom Betroffenen best\u228\'8a tigt wird. Das muss sogleich und an Ort und Stelle der \ldblquote L\u246\'9asungsbilder\rdblquote ablaufen, sich also auch als L\u246\'9asung \ldblquote f\u252\'9fhlen\rdblquote und best\u228\'8a tigen lassen. Es klingt alles einfach und intensiv zugleich, und doch so harmlos, als ginge es nur um ein nettes, vielleicht auch etwas abstruses Gesellschaftsspiel mit der \ldblquote Ahnung von den Ahnen\rdblquote . Was sich dabei bildet, wird zu einer Art Lebenshintergrund der verbesserten Selbstachtung. Hierf\u252\'9fr allerdings ist die Existenz von Zuschauern nicht unwichtig. Nur vor einem Publiku m oder zumindest in einer Gruppe kommen die Rituale Hellingers vollst\u228\'8andig zur Wirkung. \par \par }{\b\f1 Die Gruppenseele \par }{\f1 Es geschieht in einer solchen Gruppe unter der Hand etwas ganz anderes, als was die Beziehung eines Theapeuten zu einem Klienten w\u228\'8are, etwas, das aller sonstigen Erfahrung entgegengesetzt ist: Der einzelne Mensch steht hier mit seiner g\u228 \'8anzlichen und ausschlie\u223\'a7lichen Privatheit im Mittelpunkt eines Gruppengeschehens und zugleich scheint er hier auch im Mittelpunkt einer gro\u223\'a7en Welterfahrung zu sein. Sein Leben wird neu erfasst. Ein allgemeines Gef\u252\'9fhl f\u252\'9f r sich und sein Leid entsteht in der Anwesenheit vieler Menschen, die in einem besonderen \ldblquote Wissen\rdblquote vom Kosmos der Liebe und ihrer Ordnung vereint sind. Er selbst wird zu einem Menschen, dessen Privatheit in einem kosmischen Erlebnis seiner Familienaufstellung best\u228\'8atigt und beeinflusst wird, so dass er sich in einem allen gemeinsamen Schicksal verwoben f\u252\'9f hlt, nicht als wirklicher und gesellschaftlicher Mensch, sondern als Tiefenerfahrung des Menschseins in seiner Seele, als besondere Wahrheit, die doch so allgemein ist, dass viele sie verstehen k\u246\'9a nnen. Der Sinn seiner bisherigen Erfahrungen wird hier nicht geleugnet oder verdr\u228\'8angt, sondern in ihrer \ldblquote eigentlichen Tiefe\rdblquote erkannt und dann durch Rituale aufgehoben , die allgemein anerkannt sind. Andere verstehen ihn nicht nur so, wie sie ihn verstehen, sie erf\u252\'9f hlen darin auch das kosmische, die Gestaltungen sensitiver Wesenhaftigkeiten und die Gewaltigkeit der Zeremonie. Er wird zu einem allgemeinen Menschen, der mit allen anderen \endash zumindest im Verlauf der Aufstellung \endash verbunden scheint und sich auch so empfindet. Er befindet sich in einer Sph\u228\'8are von personaler Allgemeinheit, um seine Lebensausdeutung zu empfangen und ihre Folgerungen von vollzuiehen. Mit der W\u252\'9frdigung seiner Ahnen w\u252\'9f rdigt er sich selbst und ist mit dieser W\u252\'9frde zugleich unter vielen Menschen. Nur um dieses geht es hierbei. Er bekommt so etwas, wie eine allgemeine \endash wenn auch vielleicht etwas abstrakte \endash Selbstachtung, mit der er sicherer durch sein Leben kommt, solange es nicht zu konkret wird. \par In diesen Aufstellungsveranstaltungen treten nicht nur Menschen auf, die unter den vielen Menschen ihre ganz eigene Geschichte er\u246\'9affnen und preisgeben uind zu einem Allgemeinwissen bringen wollen, sondern auch der Meister. Nat\u252\'9f rlich hat der schon mit vielen Menschen hantiert und kennt die Formen von Verspannungen und Aufgeregtheiten. Jetzt bem\u252\'9fht er diese Kenntnis als Kr\u228\'8afte seiner tiefen Sensibilit\u228\'8at, die ihn \ldblquote erkennen\rdblquote l\u228\'8a sst, was in den Urspr\u252\'9fngen eines Menschen geschehen, was verwoben, ungel\u246\'9ast, verleugnet oder anderes ist. Und mehr noch: Seine Erkenntnis selbst wird zu einer Art Erleuchtung. Er steht inmitten des pers\u246\'9a nlichen Dramas und des in dieser Atmosph\u228\'8are entstandenen \ldblquote Wissenden Feldes\rdblquote . Pseudowissenschaftliche Theorien von \ldblquote morphogenetischen Feldern\rdblquote (Rupert Sheldrake) wurden bem\u252\'9f ht, um der so vorbereiteten \ldblquote Empf\u228\'8angnis\rdblquote h\u246\'9ahere Weihen zu verleihen. Das \ldblquote wissende Feld\rdblquote n\u228\'8amlich entl\u228\'8asst unter dieser Bedingung seine Weisheit in eben dieses gerade geschaff ene, schier \u252\'9fbermenschliche Gef\u252\'9fhl. Dem m\u252\'9fsse man sich nur \u246\'9affnen, um sie f\u252\'9fr sich g\u252\'9fltig machen zu k\u246\'9annen und an ihr zu partizipieren. \par }{\f1\cf1 Und wer sich dem \u246\'9affnet, der bekommt nun das Problem gemacht, das er dann auch "l\u246\'9asen" darf: Die "wissenden Felder" geben "Schwingungen" ab und machen "Energien" frei, in denen unerh\u246\'9a rtes aus dem "Familiengewissen" offenbart wird, denn wem dann "fremde Gef\u252\'9fhle" kommen, der beweist ein Problem seiner Gro\u223\'a7elterngeneration, so die Hellinegrsche Theorie, die keine ist, sondern weit mehr: tiefe Intuition. Seine gef\u252\'9f hlte Entfremdung, die der Situation ja durchaus gerecht sein kann, hat damit eine Urgeschichte, die er bisher als sein Schicksal unbewusst leben musste. Jetzt wird sie konkret, weil die Situation konkret ist. Gef\u252\'9fhle, die zwischen ihrer Herkunft und ihrer Gegenwart, dem darin Wiederscheinenden und dem Unmittelbaren nicht unterscheidbar sind, k\u246\'9a nnen weit gehen, sich versetzen und abstrahieren bis zur Unendlichkeit, bis zu einer unendlichen Einheit von allem, weitest vermittelte Unmittelbarkeit ohne jede wirkliche Vermittlung und Mitteilung \endash au\u223\'a7er dem eben, was da gef\u252\'9f hlt wird. Hellinger nennt diese Abwesenheit der Lebenszusammenh\u228\'8ange dann Tiefe, und gibt den iIsolierten Empfindungen ein Allgemeinwesen. Wie auch immer. Nat\u252\'9frlich hat das alles so irgendwie auch seine \ldblquote Wahrheit\rdblquote f\u252 \'9fr den Betroffenen, wenn auch mehr oder weniger gewiss. Wer kein wirkliches Problem mit seinen zwischenmenschlichen Beziehungen hat, wer diese also selbst rein seelisch erlebt, wird sich dem auch gerne \u252\'9f berlassen, sich erinnern und verbinden, sich nochmal erleben und erleiden, Gef\u252\'9fhl f\u252\'9fr etwas finden, was gar nicht ist, Verzeihung, wo keine Schuld ... \par Auf jeden Fall hat er oder sie viel mit sich zu tun. Und je \ldblquote tiefer\rdblquote es erscheint, desto abstrakter ist es und je abstrakter es ist, desto \ldblquote wahrer\rdblquote kann es auch wiederum erscheinen. Es ist der ganz gew\u246\'9a hnliche Kreislauf einer Wahrnehmung, die nichts mehr wirklich wahrhat, Tagtr\u228\'8aume, die alles und nichts sein k\u246\'9annen. Erst die intuitiv vermittelte Theorie des Hellingerschen Weltschemas erzeugt jetzt den Zusammenhang und zugleich die \ldblquote Erfahrung\rdblquote desselben. Was da erinnert wird, hat komplexe Bedeutung, was da so einfach schien, ist pl\u246\'9atzlich sehr verwoben, nicht mehr wirklich, aber wesentlich. Die Theorie wirkt als Gesambild, als Verdichtung und daher \u252 \'9fberhaupt nicht theoretisch. Aber in diesem Bild werden jetzt erst die "Verstrickungen" erkannt wie ein bisher verborgenes, geheimes Geschehen, das andere Menschen nicht erkennen k\u246\'9annen, die ohne Hellinger bleib en. Das macht den Reiz der Sache gro\u223\'a7. Da geschen dann auch wirkliche \ldblquote Wunder\rdblquote , das werden Namen von Angeh\u246\'9arigen ausgesprochen, die der Betreffende \ldblquote noch nie geh\u246\'9art\rdblquote hatte, Erinnerungen wach, die er oder sie \ldblquote noch nie gesehen\rdblquote hatte. Der gew\u246\'9ahnlich Sterbende wei\u223\'a7 nichts von latendem Ged\u228\'8achtnis und ihm wird etwas \ldblquote Verborgenes\rdblquote offenbar, das nach Achtung und Beachtung und oft auch nach "S\u252\'9fhne" verlangt. Die W\u252\'9frdigung macht ihn unsterblich und damit ist dann auch das Geheimnis gel\u252\'9fftet und \ldblquote g\u252\'9fltig\rdblquote geworden f\u252\'9f r das ganze weitere Leben. Au\u223\'a7enstehende k\u246\'9annen das gar nicht verstehen, weil sie nichts von dieser \ldblquote Tiefe\rdblquote wissen, diese tiefe \ldblquote Wahrheit\rdblquote des Selbsterlebens und des Selbstgef\u252\'9f hls. Die hat eben nicht jeder. Und jeder andere ist deshalb auch nicht so wahr. Wahr wird damit aber auch nicht nur diese \u220\'86berhebung des Selbstgef\u252\'9f hls, sondern auch seine Unterwerfung, die Einverleibung von Demut und Bescheidenheit zum Zweck und als Mittel der seelischen \u220\'86berhebung. Der Mensch erscheint sich nun innerlich und wissend , bescheiden und unbetreffbar, eben wesentlich menschlich, wirklich lebende Seele. Bei Hellinger kann man eben viel lernen! Und wer w\u252\'9frde eine so tiefe Identit\u228\'8at je wieder aufgeben wollen? \par Erstaunlich allerdings, wie einfach und objektiv die "Wahrheiten" der intuitiven Bilder in einer solchen Aufstellung sind und wie wenig hierbei die konkrete Erinnerung der eigenen Betroffenheit z\u228\'8a hlt. Sie basieren lediglich auf sehr wesenlos und trivial erfassten Ereignissen, die in solcher Form "tats\u228\'8achlich" auch immer erinnerlich werden, wenn davon die Rede ist, und die viele Emotionen wecken, weil l\u228\'8angst Vergessenes in so gro \u223\'a7em Rahmen wieder empfunden wird. Da leben sie alle wieder oder kommen vielleicht auch erst jetzt einmal zum Leben: Die zu fr\u252\'9fh verstorbene Geschwister, die Totgeburten, die fr\u252\'9fh verstorbene Eltern oder Geschwister oder Gro\u223 \'a7eltern, das schwere Unrecht vergangener Beziehungen, ein unrechtm\u228\'8a\u223\'a7iges Erbe, sexueller Missbrauch, Geburtssch\u228\'8aden, Selbstmord, Behinderungen, Psychiatrie- oder Gef\u228\'8angnisaufenthalte, finanzielle Pleiten, Homosexualit \u228\'8at, uneheliche Geburten, Eltern unterschiedlicher Nationalit\u228\'8aten und, und, und ... eben alles, was in jedem Familientratsch so anzutreffen ist, wird im Kreise der Gl\u228\'8aubigen wieder lebendig, manchmal wirklich folgenschwe r, manchmal halt nur so. Neu ist, dass dieser Tratsch pl\u246\'9atzlich hohe Bedeutung bekommt, besonders dadurch, dass nicht bestimmter dar\u252\'9fber gesprochen werden darf. Aus ihm \ldblquote lichtet\rdblquote sich ein hintergr\u252\'9f ndiges Wesen: Es geht um den Ernst und Sinn des ganzen Lebens und zugleich um die Aufl\u246\'9a sung des situativen Empfindens durch die Einfachheit isolierter Fakten. Das folgt einer doppelten Botschaft, welche diese Situation umstellt: Alles sei zu tun, um einen abstrakten Sinn zu finden und zugleich seien alle konkreten eigenen Erfahrungen nur "St\u246\'9arungen" einer tiefen Empfindung wesenhafter Ereignisse im Familienleben. Zu viel Information schadet, lenkt ab davon, Gewissheit verdirbt das Gef\u252\'9fhl. Eine Entfremdung von dieser ist ausdr\u252\'9f cklich gewollt. \par }\pard\plain \s18\sa120\widctlpar\adjustright \f1\cf1\cgrid {J\u246\'9arg Schlee beschreibt in seinem Aufsatz "Hinters Licht gef\u252\'9f hrt" (in Goldner: "Der Wille zum Schicksal", S. 23) Schritt um Schritt die systematisch erzeugte Selbstentfremdung eines Menschen im Gruppenerleben (S. 31 ff). Der Anspruch entwickelt in seiner doppelten Botschaft eine Abl\u246\'9a sung seiner Probleme von seinen wirklichen Empfindungen. Er ger\u228\'8at in einen Zustand der Beflissenheit und Leere, der Wirkung unwirklicher Bedeutungshaftigkeit und er ist f\u252\'9fr sich gesitig isoliert \endash so etwa wie durch die Wahrnehmungsdeprivationen vor Jan ovs "Urschreitherapie", die Hellinger ja auch in seiner Entwicklung betrieben hatte, oder wie durch die Hyperventilationen vor den Meditationen bei Bhagwan und Co. Zugleich wird die Situation auf minimale Gewissheit gedrosselt. Es besteht ein Redeverbot, nachdem der Casus Knacksus gefunden ist, damit die Undurchsichtigkeit der Situation Druck erzeugt und die Bereitschaft erh\u246\'9aht, Deutungen zu akzeptieren und den Einfluss des Therapeuten zu verst\u228\'8a rken. Und indem der sich nur als re-agierender ausgibt, verst\u228\'8arkt er die Wirkungen seines Agierens durch Umstellungen oder Behauptungen um ein Vielfaches. Ursache und Wirkung sind damit verkehrt, das urspr\u252\'9f ngliche Problem konturlos und Hellingers Denken hat freie Fahrt. Seine Interpretationen und Vorstellungen wirken dann tats\u228\'8a chlich auch "entlastend", denn sie heben die Spannung der doppelten Selbstbestimmung in dieser abstrakt gewordenen Situation wieder auf. Die Informationsreduktion wird nun endlich durch eine F\u252\'9flle von "Eingebungen" umgekehrt. Im "Vollzug" der Auf stellung verl\u228\'8auft der abstrakte Anspruch dann als Erinnerungs- und Gef\u252\'9fhlsproduktion in dem Sinne fort, der als einziger noch erkennbar ist: Die Vorurteile und Tendenzen der Hellingerschen Theorie. \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\cf1 Dem aufstellenden Familienmitglied kommen jetzt die Gef\u252\'9fhle f\u252\'9f r seine Aufstellungen "wie von selbst". Es erlebt dies wie eine Eingebung, manchmal wie eine Gotteserfahrung und manchmal wie eine Erweckung unter der klugen Anleitung eines Erfahrenen: Durch dessen "Sensibilisierung" entwickeln sich aus der Aufstellun g seiner Familienbeziehungen Lebensbilder einer quasi "objektiven Erkenntnis", die immer dem, was Hellinger oder seine TherapeutInnen \u252\'9fber "Familienschicksale" so denken, ziemlich genau entspricht. Wie eine eigene Erkenntnis er\u246\'9a ffnet sich ihm so die Hellingersche Familiengenealogie als seine Familiengeschichte, seine pers\u246\'9anlichen Verstickungen mit dem Allgemeinen, sein "Schicksal". Den Vorgang beschreibt Elisabeth Reuter in ihrem Buch \ldblquote Gehirn-W\u228\'8asche \rdblquote aus eigener Erfahrung:}{\f1 \par }\pard \li567\sa120\widctlpar\adjustright {\f1 \ldblquote War ich in einem Aufstellungsversuch zun\u228\'8achst ohne Widerstand, erlebte ich \u252\'9fberrascht, dass ich auf den Standorten meiner toten Vorfahren tats\u228\'8achlich genau das erz\u228\'8a hlte und jene Bilder best\u228\'8atigte, die der Therapeut von meinen Eltern, Gro\u223\'a7eltern und Tanten besa\u223\'a7. Es war wie eine Art Rausch, als w\u252\'9frde ich dabei von etwas nicht Erkl\u228\'8arbarem gelenkt und ich erz\u228\'8a hlte Ereignisse, die ich gar nicht wissen konnte. Wie war dies m\u246\'9aglich? Gab es vielleicht tats\u228\'8achlich die "R\u252\'9fckmeldung" einer h\u246\'9aheren, mir unzug\u228\'8anglichen und nicht bewussten "Familien-Wa hrheit", die sich in meinen Beschreibungen pl\u246\'9atzlich zu erkennen gab? \par }\pard\plain \s19\li567\sa120\widctlpar\adjustright \f1\cgrid {Ich sah damals nicht, dass ich durch die umfassende, ekstatische Allmachtsstimmung meines Therapeuten dazu gebracht wurde, getreu seine Erwartungen zu erf\u252\'9f llen und mich gehorsam, in dieser Sitzung nun ohne Auflehnung, seinen Manipulationen zu unterwerfen. Dieser Rausch in den Sitzungen entstand durch meine \u252\'9fberw\u228\'8altigende Hoffnung und Abh\u228\'8angigkeit und dem allm\u228\'8a chtigen Heilsversprechen des Therapeuten. Ich sah damals nicht, dass ich keinesfalls die authentischen Gef\u252\'9fhle und Gedanken meiner Eltern, Gro\u223\'a7 eltern und Tanten wiedergab, sondern in allem den Therapeuten mit seinem suggestiven Erwartungsdruck spiegelte und wieder einmal das erz\u228\'8ahlte, was er h\u246\'9aren wollte.\rdblquote (Elisabeth Reuter in \ldblquote Gehirn-W\u228\'8asche\rdblquote , Antipsychiatrie-Verlag Berlin, 2004) \par }\pard\plain \s18\sa120\widctlpar\adjustright \f1\cf1\cgrid {Dieser "Rausch der Sitzung" \u252\'9fbertr\u228\'8agt Wahrnehmungen des Therapeuten wie Selbstwahrnehmungen, indem dieser als das einzige Subjekt einer ausschlie\u223\'a7 lichen und alles andere ausschlie\u223\'a7enden Situation bedingungslos wahrgenommen werden muss, aber nicht als wirklich bestimmend, sondern rein intuitiv interpretierend. Aber nur dieses Subjekt tritt wirklich agierend und sehend auf. Es formuliert eine v\u246\'9allig abged\u228\'8a mmte Botschaft in seinen Interpretationen, die von dieser nicht mehr unterscheidbar sind. Es raunt: Du hast dein Leben aus der Hand gegeben, denn deine Liebe war nicht in Ordnung. Das aufstellende Familienmitglied ist v\u246\'9a llig passiv und blind und tats\u228\'8achlich voller Unordnung und unf\u228\'8ahig, zu bezweifeln, ob Liebe \u252\'9fberhaupt in einer Ordnung sein kann. Und wie ein Blinder lauscht es auf alle Regungen, Gef\u252\'9f hle und Hintersinnnigkeiten, die eine solche Situation hergibt. Auch wenn der Therapeut es nicht ausspricht, vielleicht selbst nicht mal genaus wei\u223\'a7: In Gestus, Stimmung, Vorwissen, Gef\u252\'9fhlen und anderen "kognitiven Schemen" \u252\'9fbertr \u228\'8agt sich als Ereignis eigener Eingebung, was in seiner Gegenwart und durch seine kargen \u196\'80u\u223\'a7erungen fast nicht wahrnehmbar ist, wie durch einen Fokus \u252\'9fbersensibilisierter Wahrnehmung verst\u228\'8arkt. Dem aufstellenden Menschen wird alles durch das Tunnel der Selbstwahrnehmung wie ein objektives Gef\u252\'9fhl \u252\'9fbertragen, das in ihm wirkt und das sich schlie\u223\'a7 lich aus "seiner" Aufstellung wie seine eigene Erkenntnis aus ihm hervortreibt, wie eine Macht seiner pers\u246\'9anlichen Geschichte, die in ihm noch wirkt und die er nur noch best\u228\'8atigen kann, weil er sie ja irgendwie auch tats\u228\'8a chlich erfahren hat. \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\cf1 Die anwesende Gruppe ist dabei von hoher Bedeutung: Sie bietet den Schatten einer Allgemeinheit von Menschen, welche zugleich hier und jetzt eine einzige Menschheit ist. Unwidersprochen vollzieht sich so die Verallgemeinerung der innersten Abstraktion, der Lebensbilder, die ihre W\u252\'9frdigung erfahren und damit erl\u246\'9aschen sollen. Die Idividualit\u228\'8a t der eigenen Geschichte war in dieser Gruppe zur \u214\'85ffentlichkeit geworden, das Verborgene einer isolierten Individualit\u228\'8at hervorgehoben und geborgen, die eigenen Widerst\u228\'8ande und Kontrollbed\u252\'9frfnisse \u246\'9a ffentlich gebrochen, die Verstockung und Verdr\u228\'8angung allgemein entwertet. In dieser scheinbaren Individualit\u228\'8at ist ein Individuum zum Teil einer Gruppe geworden. \par Eine wirkliche Gruppe aber gab es nicht; sie bestand ledigleich aus einer Ansammlung anwesender Menschen, sozusagen als Masse von Menschen, die f\u252\'9fr sich v\u246\'9allig unbestimmt, aber in gleichem Zweck beisammen sind. Das ist als Verst\u228\'8a rker der Rauschwirkung einer solchen Sitzung von enormer sinnlicher Wirkung: Die Masse erf\u252\'9fllt durch ihre Wortlosigkeit eine menschliche Gegenwart, welche quasi die seelische Allgemeinheit, um die es hierbei geht, best\u228\'8a tigt und wie eine grundlose Evidenz geltend macht. So unbestimmt sie zusammengetreten war, so unbestimmt geht sie auch wieder auseinander. Was das Menschenarrangement war, das vergeht sogleich, wenn sie auseinandergeht, was aber hierdurch im Er leben wirksam war, das verbleibt als innere Wirkung wie eine pers\u246\'9anliche Wahrheit im betroffenen Menschen. Gerade weil hier nichts wirklich kommuniziert wurde, wird das Ge\u228\'8au\u223\'a7erte in einem Menschen m\u228\'8achtig. Diese nebul\u246 \'9ase, irgendwie illusorische Menschenansammlung, die sich nur \u252\'9fber Hellinger geeint wissen konnte, wird nun zum Tr\u228\'8a ger einer individuellen Erfahrung die eine allgemeine Unterlegung bekommen hat. Im ehemaligen Gruppenteilnehmer, d. h. im Teilnehmer einer Massen- oder Gruppenaufstellung, besteht n un eine hoch individualisierte Erfahrung wie die "Tiefenerfahrung" eines Menschen unter vielen Menschen fort. Ohne sie w\u228\'8a re nichts anderes geschehen, als was in Einzeltherapien geschehen kann. Aber durch sie ist ein menschlicher Schimmer in all das vorgedrungen, was so unbestimmt als Empfindung einer Erinnerung gelitten wurde. Was diese "Gruppe" tats\u228\'8achlich tr\u228 \'8agt, ist die Zeugenschaft einer "Wahrheit", die dem seelischen Geschehen dieser besonderen Erfahrung eine Allgemeinheit gibt, die unwidersprochen fort bestehen wird, weil ihr andernorts nicht mehr zu widersprechen ist. Es wird einem damit gut gehen, weil es einem damit gut gehen muss. Wer daran dennoch zerbricht, ist nun v\u246\'9allig verlassen, verlorener denn je (vergleiche E. Reuter in \ldblquote Gehirn-W\u228\'8asche\rdblquote ). Der gute Geist hat sein Bestes gegeben, und wem das nicht hilft, der ist von allen Geistern verlassen und muss sich eben selbst ausmisten oder entsorgen.}{\f1 \par Die \ldblquote Erfahrung\rdblquote ist gemacht, ihre Verallgemeinerung bleibt \ldblquote sitzen\rdblquote , denn solche \ldblquote Tiefe\rdblquote kehrt nie wieder. Sie hat ihre Raffinesse aus einer Art von Gegenw\u228\'8artigkeit, die vollst\u228\'8a ndige Unwirklichkeit mit Wirkung hatte: Intimste pers\u246\'9anliche Erfahrung hat die Kraft einer Masse bekommen; die individuelle und vielleicht sehr beschr\u228\'8ankte Wahrheit ist in einem Mensche n zu einer allgemeinen Wesenserfahrung geworden, die durch Unbestimmtheit, Schweigsamkeit und Raum in einer Tiefe best\u228\'8a tigt ist, die alle Sinne berherrscht, weil sie keinen bestimmten Sinn hat. Aus ihr spricht die Hellingersche Auffassung von Geschlecht und Schuld, von W\u252\'9frde und Demut, Alterweisheit und Jugends\u252\'9f nde, Mannesachtung und Weibespflicht und so weiter und so fort. Ein schauriges Weltbild feiert so wieder Urst\u228\'8and, das ansonsten obsolet w\u228\'8are. Aber es war soeben menschenm\u246\'9aglich. Die Gruppe ist geeint durch die angeschnittene Ebene einer esoterisch-psychologischen Vermittlung, die distanzierte \ldblquote Betroffenheit\rdblquote eines jeden durch die \ldblquote Kraft der Eingebung\rdblquote und durch das Vorwissen, mit dem \u252\'9fberhaupt ihre B \u252\'9fhne betreten wird. So erscheint dieses \ldblquote Wissen\rdblquote nicht mehr direkt und nicht deutlich als die Gesinnung, die sie ist, sondern vielmehr als Gef\u252\'9fhl einer umfassenden Selbsteinsicht: Wie sonst k\u246\'9a nnte man dies alles sp\u252\'9fren, f\u252\'9fhlen, erfassen, wenn es nicht wahr w\u228\'8are? Wie sonst kann es unter so vielen Menschen geschehen, wenn es nicht alle auch so empfinden w\u252\'9f rden? Eine Gruppe ist eben auch eine kleine Gesellschaft und tr\u228\'8agt so auch zur Best\u228\'8atigung einer \ldblquote Wahrheit\rdblquote bei, auch wenn es keine ist. Das funktioniert weitaus besser als jedes m\u252\'9fhsam ausgef\u252\'9f hrte Gedankenwerk an Abstraktionen. Wo, wenn nicht hier, gibt es eine solche \ldblquote Einheit von Wissen und Gef\u252\'9fhl\rdblquote ? Was man f\u252\'9fhlt, dass kann doch nicht abstrakt sein, oder? Aber es ist die Grundlage einer Scheinidentit\u228 \'8at, die ihre Individualit\u228\'8at als Gruppenidentit\u228\'8at forttr\u228\'8agt und fortbestimmt, ohne dass irgendeine Gruppe existieren m\u252\'9fsste oder dass sie \u252\'9fberhaupt wirklich gegenw\u228\'8artig geworden w\u228\'8a re. Es ist wie die Grundlegung einer Gemeinschaftsseele ohne wirkliche Gemeinschaft. Sie wirkt fort als Bed\u252\'9frfnis nach einer bestimmten Selbstwahrnehmung, die dem einzelnen Menschen darin gegeben worden war. Der Odem Hellingers belebt in der Masse ver\u246\'9adeter zwischenmenschlichen Beziehungen eine G\u252\'9f tlichkeit, in welcher man sich immerhin leicht einig sein kann, wenn man sie in einer seiner Gruppen erfahren hat. \par Die Gruppe ist ein ganz wichtiges Medium f\u252\'9fr ihn, weil die simpelsten Erkenntnisse, die hier vielleicht entstehen, nur durch die Gegenwart von Masse Gr\u246\'9a\u223\'a7e gewinnen k\u246\'9annen. Nur durch sie l\u228\'8asst sich die beschr\u228 \'8ankte Besonderheit eigener Erkenntnisse aufl\u246\'9asen und zu unwirksamen Allgemeinheiten paralysieren. Die einstigen Gruppenmitglieder teilen sich jetzt besondere Lebenserfahrungen, die das \ldblquote wissende Feld\rdblquote allgemein erbracht und somit zu einer allgemeinen Lebenserfahrung gemacht hatte. Die darin erf\u252\'9fhlten Lebenszusammenh\u228\'8a nge und Schicksalserfahrungen geben zusammen mit den Kommentierungen und Schuldigkeiten, die hierbei virulent geworden sind, neue Lebensaufgaben, die nicht nur dem einzelnen geh\u246\'9aren, sondern allen Beteiligten mitgegeben si nd. Wie bei jeder esoterischen Erfahrung oder Verliebtheit, wird die besondere Sensibilisierung zu einer besonderen Welt, die zugleich eine allgemeine Welt geworden ist, eine Welt, in der alle Welt enthalten zu sein scheint. Es ist die Macht der Verallgem einerung, welche die Wirkungen, die Erinnerungen haben k\u246\'9a nnen, aufhebt. Zugleich hebt sie sowohl den einzelnen Menschen aus seiner Geschichte heraus und nimmt ihn auch wirklich heraus, indem sie ihm deren Besonderheit und Einzigartigkeit nimmt. Es ist der A kt einer konstruktiven Vernichtung von einem bestimmten Erkenntnisverm\u246\'9agen: Durch die Emporhebung der einzelnen Wahrnehmung wird ein allgemeines Selbstgef\u252\'9f hl erzeugt, welchem zugleich die Wirkung der eigenen Geschichte genommen ist. Diese ist gew\u252\'9frdigt, die Bilder sind getilgt, die Geschichte vergessen, das Ged\u228\'8achtnis verallgemeinert. Gedankenlosigkeit ist programmiert. \par Die Beteilgten sagen hinterher, es habe ihnen etwas gebracht. Nat\u252\'9frlich hat es das. Wo sonst ist Allgemeinerfahrung so hautnah. Der Einzelne ist hernach auch nicht mehr so ganz wirklich einzeln, f\u252\'9fhlt sich irgendwie allemal \ldblquote unter Menschen\rdblquote , deren Allgemeinwesen ihm ja jetzt auch n\u228\'8aher gekommen ist. Die Ungewissheiten im allt\u228\'8aglichen Umgang sind dann auch geringer, man wird sicherer und kann auch sicherer auftreten. Scheinbar ist nun doch mehr Identit\u228\'8at entstanden, zumindest ein Mehr an Identit\u228\'8at, und sei es auch nur die Identit\u228\'8at einer Abstraktion. Aber mit dieser kann man leichter umgehen und hat \u252\'9fberhaupt \ldblquote Umgang\rdblquote . Eingeb\u252\'9frgert in den abstrakten Menschen wird die Bedr\u228\'8angung der gro\u223\'a7 en Unterschiedenheiten und Entscheidungen geringer. Die Masse wirkt in einem fort, ohne je wirklich gewesen zu sein. Sie ist aber eine wirkliche Gleichsetzung eigener Erfahrung gewesen und bestimmt auch die Anglei chung aller weiteren Erfahrung hieran. Der in die Abstraktion eingeb\u252\'9frgerte Mensch f\u252\'9f hlt sich immer gleich unter Gleichen, ist eingereiht, ohne eine Reihe zu erkennen und er braucht auch keine wirkliche Gewissheit mehr, weil er sein Gewissen aus dem allgem ein Abstrakten bekommen hat. Er hat die wesenhafte Natur allgemeiner, von aller Wirklichkeit abgetrennten Menschlichkeit erfahren und somit nat\u252\'9frliche Menschlichkeit erlebt \endash eben so, wie sie ihm erschienen ist. Diese Erscheinung des Menschlichen als Allgemeinwesen macht letztlich die Wirkung der Familienaufstellung aus, die sich ebenso auch auf alle anderen Lebensbereiche beziehen l\u228\'8a sst. Wer sie erfahren hat, der lebt fortan in einer Psychokratie der Menschlichkeit, in welcher bestimmt ist, was f\u252\'9fr alle gut sein muss, was \ldblquote Tiefe\rdblquote ist, was nicht, was Empfindung, Gef\u252\'9fhl, Erkenntnis, was also \u252 \'9fberhaupt wahr sein darf. \par Die erfahrene Abstraktion von jeder Wirklichkeit bef\u246\'9ardert die Wirkm\u228\'8achtigkeit des eigenen Ichs, st\u228\'8arkt ihm den R\u252\'9fcken und hinterlegt sich ihm a ls Menschlichkeit, die keinen Boden und also keinen wirklichen Sinn mehr haben muss und auch l\u228\'8angst nicht mehr hatte. Das bringt viel f\u252\'9fr die Egozentrik der allt\u228\'8aglichen Wahrnehmung und auch f\u252\'9f r die Welt einer unwirklich gewordenen Sinnlichkeit. Wenn solche Wahrnehmung nicht mehr von der wirklichen Welt gest\u246\'9art wrd, erbringt diese immerhin die abstrakte Selbstbest\u228\'8a tigung einer allgemeinen, einer kosmischen Lebensgewissheit, die ansonsten nirgendwo zu haben ist, eine Art Weltseele die in jedes Volk und jeden Menschen passt. Und diese bietet dann auch das aparte Gef\u252\'9f hl einer weltumspannenden Verbundenheit und Vers\u246\'9ahnlichkeit, die sich \u252\'9fber alle Lebensbr\u252\'9fche und \u252\'9fber jeden Widerstreit erhaben wei\u223\'a7, so sie daran nicht verr\u252\'9fckt wird. \par }{\f1\cf1 Doch genau das stand zur \u246\'9affentlichen Diskussion, nachdem z.B. im SPIEGEL die l\u228\'8acherliche Gestik des Hellinger-Dogmatismus ("Danke, lieber Papi!") publiziert und von Selbstt\u246\'9a tungen geredet wurde, die zu berichten waren (z.B. in Focus 13/1999, S. 222f). Der Gehorsam, der in solcher Dogmatik verlangt war, stie\u223\'a7 auf Einw\u228\'8ande und Grenzen, auch und gerade innerhalb der liberalen Psychologie und \u214\'85 ffentlichkeit (vergl. z.B. Udo Schuster: \ldblquote Familienaufstellung nach Bert Hellinger, http://www.religio.de/therapie/hellinger/helli.html). \par Das zun\u228\'8achst apodiktisch vorgef\u252\'9f hrte Schicksal der Lebensschuld, wie sie in Familienbeziehungen leicht anzutreffen ist, war aber auch schon dadurch seltener geworden, dass solche Familien seltener wurden. Der archetypische Dogmatismus Hellingers passte nicht mehr s o ganz in die esoterische und psychologische und \u246\'9affentliche Welt. Er stand sogar im Widerspruch hierzu: Solange ich in einer Schuld stehe, kann ich mich nicht frei verhalten. Im R\u252\'9f ckbezug auf die Ordnung kann sich nichts Neues bilden - und dass es von selbst entstehen w\u252\'9frde, war bei all den negativen Erfahrungsberichten nicht mehr so ganz glaubhaft. Die kosmische Selbstbest\u228\'8a tigung verlangte ja geradezu nach Freiheit, wenn sie eine h\u246\'9ahere Sensibilit\u228\'8at entwickeln wollte. Diese sollte daher jetzt weniger als Ordnung, daf\u252\'9fr mehr als F\u228\'8ahigkeit "der Liebe" zur Vers\u246\'9a hnung hervorgekehrt werden. Das passt besser in den Zeitgeist und auch besser in das Selbstverst\u228\'8andnis der psychologischen und seelsorgerischen Szene. Es wird zu zeigen sein, ob Hellinger sich dadurch, wie von seinem Institut behauptet, auch wirklich ge\u228\'8andert hat.}{\f1 \par }\pard\plain \s3\sa120\keepn\widctlpar\outlinelevel2\adjustright \b\f1\cgrid { \par Das Prinzip Vers\u246\'9ahnung \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\cf1 Ohne dass der alte Kontext kritisiert worden w\u228\'8are, wurde mit dem allgemeinen und allumfasssenden Vers\u246\'9ahnungsgedanken nun die G\u252\'9fte seines Weltbilds betont, das auf \ldblquote der Liebe\rdblquote gr\u252\'9fndet. Darin seien alle Menschen Glieder einer \ldblquote h\u246\'9aheren Ursache\rdblquote . Diese ist jetzt allerdings weniger als rein famili\u228\'8are Lebensr\u228\'8a umlichkeit der Schicksale, sondern als Menschheitsbegriff \u252\'9fberhaupt und g\u228\'8anzlich allgemein zu verstehen. Sie verbinde die Menschen auch, wenn sie sich zu trennen versuchen und \u252\'9fberwindet das B\u246\'9a se, weil sie das Gute darin sieht. Es wird nicht mehr zur Ordnung gerufen, sondern eine \ldblquote eigentliche\rdblquote Ordnung als allgemeines Lebensprinzip entdeckt. Im assoziativ psychologischen "Denken" spielt es auch keine gro\u223\'a7 e Rolle, ob zur Anerkenntnis einer Ordnung verpflichtet oder ob die Notwendigkeit von Vers\u246\'9ahnung durch ein h\u246\'9aheres Wesen \ldblquote entdeckt\rdblquote wird. Schlie\u223\'a7lich ist somit ja auch Vers\u246\'9a hnung als Prinzip wirksam, also implizit als Ordnung einer Vers\u246\'9ahnlichkeit verlangt. Und um Prinzipien ging es ja von Anfang an. Der Anlass jener ber\u252\'9f hmten Hellinger-Revision, war lediglich die Notwendigkeit einer scheinbaren Liberalisierung, die eine Umformulierung des dogmatischen Ordnungsprinzip zu einer "Lebensweisheit" der Liebe, einer theologischen Philosophie erforderte. Schlie\u223\'a7 lich verlangte inzwischen auch die zunehmende Vereinzelung der Menschen weniger nach Schuldbekenntnissen gegen\u252\'9fber nicht vorhandenen Liebesbeziehungen, sondern eher nach Lebenshilfe, Rat und Selbstverst\u228\'8andigung, um solche Beziehungen \u252 \'9fberhaupt herzustellen, sie "in der Tiefe des Menschseins" zu "entdecken". Daf\u252\'9fr stand ein gro\u223\'a7er Markt offen. \par }\pard\plain \s18\sa120\widctlpar\adjustright \f1\cf1\cgrid {Hellinger war trotz seiner theologischen Dogmatik, die er f\u252\'9fr andere geltend machte, f\u252\'9f r sich immer ein Opportunist, das zeigt sein ganzer Lebensweg. So war es ihm jetzt auch kein Problem, seine Lehre von den innerne Gem\u228\'8auern und Schicksalen der Familie ein St\u252\'9f ck weit abzuwenden und sich mit der Welt der Konkurrenzen und Abstumpfungen zu befassen, in welcher die Menschen vor allem an den Tr\u252\'9fmmern ihrer Beziehungen litten, an dem permanenten Streit um Wertsch\u228\'8a tzung, Achtung und Verachtung, der in ihnen vieles zerr\u252\'9fttete, was sie alleine zur\u252\'9fcklie\u223\'a7, sie in Selbstzweifeln vereinsamte. Die Familienaufstellung war ja bisher eher als eine Lebensvertiefung durch Bejahung des eigenen \ldblquote Schicksals\rdblquote gemeint. Jetzt wurde sie \endash ohne dass sie ihren \ldblquote Schicksalsfundus\rdblquote aufgeben sollte - zu einem Hilfeangebot der Lebensberatung, die sich auch mit Sozialarbei t und Gemeindearbeit vertrug. So wandelte sie sich also zur Aufstellung von allen m\u246\'9a glichen Lebensproblemen und Positionen (z.B. in Organisationen, Betrieben, allgemeinen Lebensfragen), bei denen die Technik des Aufstellens nur noch zur Veranschaulichung und Symbolisierung von Konflikten diente, f\u252\'9f r welche das "wissende Feld" als das genommen wurde, was es vielleicht wirklich ist: ein kognitives Schema der Assoziation von Gef\u252\'9fhlen. \par Das Konzept erschien ver\u228\'8andert, ohne dass es seine Grundlagen \u252\'9fberwunden h\u228\'8atte. Aber es war jetzt allgemein anwendbar, sehr allgemein. Der "Kosmos der Liebe" war nun unmittelbar Weltanschauung, Sichtweise f\u252\'9f r Konflikte und Probleme, die selbst nur durch ihre praktische Wirkung im Probleml\u246\'9asen vermittelt sein sollte, besonders als eine Leitlinie des F\u252\'9fhlens und Findens und des F\u252\'9f hrens und Helfens, wie sie ganz dringend in der sozialen Arbeit, der Gemeindearbeit der Kirchen und in Betrieben und Organisationenm gebraucht wurde. Es ist deshalb auch kein Wunder, dass jetzt besonders di e Leute aus den Sozialberufen, den Personalabteilungen von Unternehmen oder auch frustrierte IndividualpsychologInnen in die Hellinger\lquote sche Aufstellungs-Shows einstr\u246\'9amten und sich auch f\u252\'9fr ihren Job \ldblquote Erkenntnisse \rdblquote holten. Sie standen vor allem davor, dass ihre \ldblquote Klienten\rdblquote sich in den \ldblquote anonymen Konfliktfeldern\rdblquote des Lebens nicht mehr wirklich zurechtfanden und andererseits auch nicht mal Ans\u228\'8a tze einer Problemvermittlung fanden, da ihnen die Konflkte sprachlich nicht mehr zug\u228\'8anglich waren. Das \ldblquote Aufstellun\rdblquote wurd e zu einer Art Kommunikationshilfe. Aufstellen konnte man nun alles, ob es nun wirkliche Konflikte waren oder ganz abstrakte Positionen (z.B. in Glaubensfragen). Nicht nur in der Familie oder Liebesbeziehung, sondern auch in der Arbeit, in der Wohngemeins chaft, bei Finanz- und Wirtschaftsfragen, bei der Einsch\u228\'8atzung politischer oder weltanschaulicher Probleme, bei Glaubens- und Gesundheitsfragen, ja selbst bei der Herstellung und Verarbeitung von Kulturereignissen (z.B. zur Herstellung von Drehb \u252\'9fchern) fehlte es am Verm\u246\'9agen, eine Interpretation oder Haltung oder Lebenspraxis zu entwickeln. \par So werden z.B. in \ldblquote Organisationsaufstellungen\rdblquote Formulierungen gefunden, die \u252\'9fberhaupt \endash wenn auch meist v\u246\'9allig beliebig \endash einen \ldblquote Zugang\rdblquote zu einem Konflikt, einer Beziehun g, einer Frage oder einem wirklichen Problem verschaffen (vergl. z.B. Frank Gerbert: \ldblquote Wundersame Hilfe in allen Lebenslagen\rdblquote in Goldner, \ldblquote Wille zum Schicksal\rdblquote , S. 158ff). In der Aufstellung kann so eine pers\u246 \'9anlich wirkende Problemdarstellung erzeugt werden, mit der die Beteiligten sich ihren Probleme dadurch n\u228\'8ahern, dass sie diese wie Pers\u246\'9anlichkeiten \ldblquote f\u252\'9fhlen\rdblquote , dass also sachliche oder menschliche Beziehungen ihnen pers\u246\'9anlich wahrnehmbar gemacht werden. F\u252\'9fr manche ist dies vielleicht auch ein Weg, \u252\'9fberhaupt eine Beziehung hierzu zu bekommen, wenn ihnen alle anderen Refexions- und Darstellungsm\u246\'9aglichkeiten vergangen sind. Aber diese Beziehung verbleibt notwendig \u228\'8au\u223\'a7erst abstrakt und symbolhaft und willk\u252\'9f rlich. Dass diese so genommen wird, erzeugt eine Pseudokonkretion, in welcher alles aufgel\u246\'9ast ist, was wahrzunehmen war. Und bei einer so begonnen Bew\u228\'8altigung von Problemen wird dann auf derselben Ebene auch ihre L\u246\'9a sung versucht: In dieser Gef\u252\'9fhlsform werden die Problemdarsteller dann auch als Pers\u246\'9anlichkeiten der Sache verschoben, ber\u252\'9fhrt, umarmt und also mit der vers\u246\'9ahnten Repr\u228\'8asentanz der Probleme zugleich diese selbst vers \u246\'9ahnt und abgelegt und fortan ertr\u228\'8aglich gemacht. Probleme erscheinen also dadurch erledigt, dass sie in ihrer Repr\u228\'8asentanz schon versp\u252\'9frt und geliebt werden. \par Das ist eine insgesamt absurde Kommunikation, die Scheinwelten und Widersinnigkeiten erzeugt und fortreibt. Und das hat nat\u252\'9frlich Konsequenzen: Es werden dabei Verarbeitungsweisen \u252\'9fbermittelt, die sich alleine aus der symbiotischen Erfa hrung mit anderen Menschen ergeben und in einer vermeintlichen Bezogenheit \ldblquote gef\u252\'9fhlt\rdblquote wird, die keine Welt der Probleme mehr hat. Unter der Hand wird den Problemen damit die Empfindung und Empfindbarkeit genommen; sie werden zu einem Zeichen, zu einem k\u246\'9arperlichen Synonym und auch synonym gel\u246\'9a st. Damit verbleibt ihre Wirklichkeit jenseits der Menschen, die sie haben, und die eigene Empfingung hierf\u252\'9fr und damit die M\u246\'9aglichkeit zu einem eigenen Verh\u228\'8altnis zu seinen Problemen zu kommen, - und das ist wohl eigen tlich das Hauptproblem, das wirkliche Problem - ist zerst\u246\'9art. Der Gruppenakt wird zum Wirklichkeitsersatz. Gel\u246\'9a st erscheint eine Wirkung, weil sie aufgeht in einer Beziehung zwischen Menschen und diese Beziehung wirkt in einem Menschen fort als Best\u228\'8atigung und Bet\u228\'8atigung seiner Unwirklichkeit. Wie in den Tratschkr\u228\'8anzchen wird hier die unm \u246\'9aglich gewordene Reflektion ausschlie\u223\'a7lich zu einer Selbstbest\u228\'8atigung gewendet, in der ein Mensch lieber von sich \u252\'9fberzeugt ist, als dass er seine Problembeziehung zu einer wirklichen L\u246\'9a sung treibt. Der Wirklichkeitsersatz hat au\u223\'a7erdem die T\u252\'9fcke, dass die Probleme unver\u228\'8andert fortbestehen und bei jedem Wiedererscheinen an anderer Stelle diese \u220\'86berw\u228\'8a ltigungsweise erneut verlangen. Zu solcher Wirklichkeitsprothese sind solche Menschen fortan also immer wieder getrieben und sie werden sich darin in dem Ma\u223\'a7e best\u228\'8arken wollen, wie sie ihre Probleme darin ersticken m\u252\'9f ssen: Ein unendlicher Kreis in die Abstraktion von jeder wirklichen Selbstwahrnehmung. \par Als Resultat solcher Gruppenerfahrung scheinen die Teilnehmer aber jetzt immerhin eine Richtung zu kennen, wodurch sie damit umgehen k\u246\'9annen, eine "Leitlinie", die ihnen gewiesen wurde. Die w\u228\'8are eine sehr formale Anweisung, w\u252\'9f rde sie nicht einen umfassenden Erkenntnisanspruch verk\u246\'9arpern - nur eben mal ohne Auseinandersetzung mit anderen Weltanschauungen. Sie wollte praktisch sein, aber doch h\u246\'9a chst theoretische Legitamation vorgaukeln. Sie wolle nicht mehr nur Psychologie sein, sondern Philosophie, nicht mehr nur die "Bewegungen der See le", sondern die "Bewegungen des Geistes" behandeln. Was sich dahinter als Behandlungsanspruch verbirgt, ist total: Nicht mehr nur konkrete Lebensgeschichten sollen von Hellinger bedacht werden. Ihm geht es jetzt um die Beeinflussung des Menschen als Ganz es, als liebendes und erkennendes, als entscheidendes und politisches Wesen, das nicht nur in der Geschichte seiner Gef\u252\'9fhle vorgestellt ist, sondern als ganzes Leben auf dieser Welt. \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\cf1 Das eben war auch das Problem der Seelsorge. Wie sollte sie sich in diese Welt noch einbringen, wenn Religion nicht mehr geglaubt wurde und klassiche Psychologie nicht mehr gefragt war, weil sie keine \ldblquote Identit\u228\'8atserz\u228\'8ahlung\rdblquote mehr zustande brachte (Keupp in \ldblquote Niemand kann seinem Schicksal entgehen ...\rdblquote , Alibri-Verlag, S. 34f.)? Hellingers Institut formulierte daher die Anpassung der Hellingerschen Liebeslehre an den Psychomarkt nicht mehr nur als praktisches Angebot f\u252\'9fr die Selbstabkl\u228 \'8arung, sondern als Fortschritt der Hellingerschen Erkenntnis, seine Entwicklung zum Philosophen, der sich als Hilfe f\u252\'9fr alle Menschen aufbereiten l\u228\'8asst:}{\f1 \par }\pard \li567\sa120\widctlpar\adjustright {\f1\fs26\cf1 \ldblquote Mit den Erkenntnissen der Jahre seit 2001 \u252\'9f berschreitet Bert Hellinger die Grenzen des klassischen Familien-Stellens. Er nimmt uns mit auf seinen Erkenntnisweg, auf dem sich das neue Famlien-Stellen weiter von der Therapie im uspr\u252\'9fnglichen Sinne entfernt und sich endg\u252\'9f ltig als angewandte Philosophie erweist. ... Der Blick auf die }{\i\f1\fs26\cf1 Bewegungen der Seele}{\f1\fs26\cf1 macht Kr\u228\'8afte erkennbar, die \u252\'9fber das aufgestellte System hinaus wirken und sich der unmittelbaren Einfluss nahme entziehen. In dieser }{\i\f1\fs26\cf1 systemischen}{\f1\fs26\cf1 Sicht zeigen sich Grenzen, die - f\u252\'9f r manchen "Helfer" mehr als unerwartet - zu einer Haltung der Demut auffordern. Diese ist frei ist von Unterwerfung, macht frei zum Schauen auf eine wirkende Seele, die gr\u246\'9a\u223\'a7er ist, als wir selbst. Damit wird Helfen nicht unm\u246\'9a glich, vielmehr scheint eine andere Art des Helfens auf. Es f\u252\'9fhrt vom intentionalen Handeln zum "Geschehen lassen" - ohne sich Verstrickungen und deren Ursachen ohnm\u228\'8achtig auszuliefern - und ohne den Blick auf da s Ganze zu verlieren. In dieser Zur\u252\'9fcknahme gelangt Hellinger heute zur Bewegung des Geistes. Der volle Blick auf das Leben, den er verlangt, ertr\u228\'8agt auch den Konflikt, ja stimmt ihm als Urkraft der Entwicklung zu, l\u246\'9a st die Unterscheidung zwischen Gut und B\u246\'9a se auf. Helfer, die die Konsequenzen dieser Haltung ernstnehmen, werden sofort entlastet. Sie urteilen nicht mehr, sie begleiten den Klienten nunmehr, anstatt ihn zu therapieren. Die Zustimmung zu dem, "was ist", l\u246\'9ast den Widersstreit von Selbst \u252\'9fbersch\u228\'8atzung und Ohnmacht auf, den jeder Helfer kennt. Das moralische Urteil des Therapeuten als Ausgangspunkt aller Irrt\u252\'9fmer vergeht. Mit dem Blick auf das Gro\u223\'a7 e Ganze, wird Familienstellen endlich zur angewandten Philosophie. Zu einer Philosophie, die allerdings auf ein anderes }{\f1\cf1 Handeln abzielt, bei dem sich Helfer auf eine neue Weise fragen: "Was m\u252\'9fssen wir lassen, wenn wir helfen?\rdblquote (Einf\u252\'9fhrung in \ldblquote }{\f1 Helfen und Helfen lassen\rdblquote Hellinger-Vortrag vom 9.-11. Februar 2004 }{\f1\cf1 in Garmisch-Partenkirchen}{\f1 auf }{\field\flddirty{\*\fldinst {\f1 HYPERLINK http:/ /www.hellinger.com/deutsch/virtuelles_institut/bewegungen_des_geistes/familienstellen_als_angewandte_philosophie.shtml }{\f1\fs20 {\*\datafield 00d0c9ea79f9bace118c8200aa004ba90b02000000170000007d00000068007400740070003a002f002f007700770077002e00680065006c006c0069006e006700650072002e0063006f006d002f0064006500750074007300630068002f007600690072007400750065006c006c00650073005f0069006e00730074006900 7400750074002f006200650077006500670075006e00670065006e005f006400650073005f0067006500690073007400650073002f00660061006d0069006c00690065006e007300740065006c006c0065006e005f0061006c0073005f0061006e0067006500770061006e006400740065005f007000680069006c006f0073 006f0070006800690065002e007300680074006d006c000000e0c9ea79f9bace118c8200aa004ba90bfa00000068007400740070003a002f002f007700770077002e00680065006c006c0069006e006700650072002e0063006f006d002f0064006500750074007300630068002f007600690072007400750065006c006c00 650073005f0069006e007300740069007400750074002f006200650077006500670075006e00670065006e005f006400650073005f0067006500690073007400650073002f00660061006d0069006c00690065006e007300740065006c006c0065006e005f0061006c0073005f0061006e0067006500770061006e00640074 0065005f007000680069006c006f0073006f0070006800690065002e007300680074006d006c0000000000000000000000000000000000000000000000000000}}}{\fldrslt {\cs16\f1\ul\cf2 http://www.hellinger.com/deutsch/virtuelles_institut/bewegungen_des_geistes/familienstellen_als_angewandte_philosophie.shtml}}}{\f1 ) \par }\pard \sa120\widctlpar\adjustright {\f1 Der Kern von Hellingers \ldblquote neuer Philosophie\rdblquote war alt: Allgemein sei die Vers\u246\'9ahnung des Menschen mit seiner inneren Natur die einzige Gew\u228\'8ahr, dass er sein \ldblquote Schicksal \rdblquote zu ertragen und tragen versteht. Neu ist lediglich, dass die Verschuldung gegen\u252\'9fber der Liebesordnung in den Hintergrund gestellt und stattdessen eine Seele vorgestellt wurde, die gr\u246\'9a\u223\'a7er sei, als wir je sein k\u246\'9a nnen, Geist, eigentlich Weltgeist. So war nun Hellingers Liebesverst\u228\'8andnis selbst zur \ldblquote Philsosophie\rdblquote erkl\u228\'8art worden. Die alte \ldblquote Odnung\rdblquote war einfac h zu katholisch, in evangelischen und heidnischen Kreisen nicht so ganz reibungslos brauchbar. Und doch gab es viel zu \ldblquote ordnen\rdblquote . Die Welt treibt die Menschen auseinander und gegeneinander und Eintracht gibt es fast nur noch im Sportverein. So wurde aus de m Pfaffen der Seele, aus diesem Psychonaut der Ordnung des Blutes, jetzt ein Weltverbesserer, ein Heilslehrer, der sich angeblich mit Geist besch\u228\'8a ftigen und sich deshalb als Philosoph verstehen will, einer, der sich nicht nur mitteilen, sondern der auch wi rken will, ohne mit Wirklichem zu tun zu haben. So wurde ihm der Geist auch sogleich zu dem, was der nie sein kann: Zu einem Prinzip. Als Prinzip der Vers\u246\'9a hnung. war er jetzt nicht mehr nur auf die Vergangenheit bezogen, sondern als so etwas wie ein \ldblquote geistiges\rdblquote Ereignis (Heidegger) in die Gegenwart gebracht zur Erkundung ihres eigentlichen Seins und Werdens, der \ldblquote Tiefe \rdblquote des darin verborgenen menschlichen Verlangens nach \ldblquote Wahrheit\rdblquote . Es war ein \u228\'8ahnlicher Schritt wie jene Heidegger\lquote sche \ldblquote Kehre\rdblquote nach der Nazizeit. \par Als Prinzip findet Vers\u246\'9ahnung nat\u252\'9frlich vielfache Anwengungsm\u246\'9aglichkeit. Praktisch ist sie ja eigentlich ein Prinzip der Diplomatie. Aber Diplomaten haben nicht \ldblquote die Tiefe\rdblquote , von der Hellinger wei\u223\'a7 . Also wird bei ihm dieses Prinzip zu einem psycho-politischen Programm gegen Zwiespalt, Krieg, Kritik und Zerw\u252\'9frfnis. Die Probleme der Welt bestehen f\u252\'9f r Hellinger eben nicht aus wirklichen Auseinandersetzungen, sondern aus Seelen, die sich niederrichten, wenn sie sich auseinandersetzen und sich dann nimmermehr aufrichten k\u246\'9annen, wenn sie nicht die Wesensgemeinschaft \u252\'9f ber sich erschauen. Er stellt sich gegen den Streit schlechthin und zeigt sich da als aufgerichteten Menschen, dem es an mehr gelegen ist, denn am Streiten: An dem Problem von Krieg und Frieden, Rassenhass und Rassenvers\u246\'9a hnung, eigentlich an der ganzen Menschheit. \par Ein so von allem Streit herausgesetzter Mensch k\u246\'9annte ein Vermittler sein, der den Streit aufbr\u246\'9aselt, wirkliche Verbindungen sieht, Argwohn und Misstrauen erhellt und vielleicht unn\u246\'9atig ma cht. Aber bei Hellinger geht es um nichts von alledem. Ihm geht es um die Hervorholung der tiefen Seele in alledem, die sich dem Allgemeinmenschlichen unterwerfen und sich darin geborgen sehen soll. Und das verlangt eine Selbstbescheidung, die praktisch e ine Selbstbeschneidung ist, in der jeder die Ohnmacht und Abh\u228\'8angigkeit seines Seelchens zu versp\u252\'9fren hat. Es verlangt einen seelischen \u220\'86bermenschen, der \u252\'9f ber jeder Auseinandersetzung steht und ihr die Einheit gebietet. Ein solcher entsteht dadurch, dass er eine Friedenssehnsucht formuliert und sogleich befriedigt; er besteht dadurch, dass er wirkliche Konflikte als unn\u246\'9atig verwerfen kann. Vers\u246 \'9ahnung wird bei Hellinger also zu einem Befriedungswerkzeug f\u252\'9fr gesellschaftliche Auseinandersetzungen jedweder Art, in denen er sich selbst als Alternative des Menschseins setzt: Als \ldblquote aufrichtiger Mensch\rdblquote , als errigiertes Mitgef\u252\'9fhl der Menschenliebe, der die Menschen kennt. \par Dies kann nicht mehr so platt und moralisch sein; Gut und B\u246\'9ase steht nicht mehr als Bewertung und Urteil an. Es ist die Spannung dazwischen, die moralische Diskrepanz, die \u252\'9fberw\u228\'8a ltigt werden muss. Um das eine zu erreichen, muss das andere darin aufgehoben werden. Das klingt fast schon dialektisch. Aber es geht nicht um die wirkliche Einheit der Gegens\u228\'8a tze, sondern um einen Zynismus gegen jeden wirklichen Gegner: Man muss erst zulassen, was man bek\u228\'8ampft, es erst \u246\'9affnen, bevor man es aufhebt und darin einbricht, es erst best\u228\'8a tigt, um es dann zu vernichten. Und genau dies soll das Motto des \ldblquote neuen Hellinger\rdblquote sein: \ldblquote Es ist gut, dass du so b\u246\'9ase bist\rdblquote (Hellinger in \ldblquote Die Entr\u252\'9fstung\rdblquote , Vortrag vom 11.5.2003). \par }{\f1\cf1 Hellinger entnimmt seine Weisheit jetzt den Allerweltserfahrungen selbst. Seine \ldblquote Liebe\rdblquote wird t\u228\'8atig, wirklich universal als \ldblquote Menschenliebe\rdblquote und n\u252\'9ftzlich als Prinzip der \ldblquote Vers\u246 \'9ahnung und des Ausgleichs\rdblquote . Die Wirklichkeit erscheint nun als Sandkastenspiel der Betroffenheiten, die von nichts Wirklichem betroffen sein sollen, und die daher auch leicht zu bew\u228\'8altigen sind. Die Menschen streiten sich n\u228\'8a mlich nur noch um des Streites willen und brauchen demzufolge einen Erl\u246\'9aser, der sie von ihren Dummheiten befreit. Ihre Dummheit ist ihre Entr\u252\'9fstung: \ldblquote Denn Entr\u252\'9fstete sind in der Regel nicht eher befriedigt, bis sie}{ \f1\fs26\cf1 die T\u228\'8ater vernichtet und gedem\u252\'9ftigt haben, selbst wenn es die Leiden der Opfer verschlimmert.\rdblquote (aaO) Das ist eine ungeheuerliche Allgemeinaussage gegen jedes kritische Verhalten. Sie verkehrt alle Verh\u228\'8a ltnisse in ihr Gegenteil: Nicht was emp\u246\'9arend ist, sondern die Emp\u246\'9arung ist das \u220\'86bel. Nicht die Hochr\u252\'9fstung der Macht, ihr wirkliches Vernichtungspotential gegen die Ohnm\u228\'8achtigen darf entr\u252\'9fsten, die Entr\u252 \'9fstung selbst sei der Ursprung der Vernichtung! Das ist schlichte Brutalit\u228\'8at gegen alles, was sich noch regt und wehrt. Und damit}{\f1\cf1 schwingt sich Hellinger auf zu einem Ritter der Sanftmut gegen das Monster einer Moral, mit der er Entr \u252\'9fstung gleichgesetzt sehen will: \ldblquote Die Entr\u252\'9fstung ist in erster Linie moralisch. Das hei\u223\'a7t, es geht hier nicht um Hilfe f\u252\'9fr jemanden, sondern um die Durchsetzung eines Anspruchs, als des sen Vollstrecker sich der Entr\u252\'9fstete darstellt und f\u252\'9fhlt. Daher kennt er im Gegensatz zu jemandem, der liebt, kein Mitleid und kein Ma\u223\'a7.\rdblquote (aaO) \par }\pard\plain \s18\sa120\widctlpar\adjustright \f1\cf1\cgrid {Hellinger ist ein unglaublicher L\u252\'9fgner. Seine ganzen Weisheiten sind insgesamt eine Paralyse mit System: Er l\u252\'9fgt mit seiner ganzen Lebenshaltung und das zeigt sich auch in solchen S\u228\'8atzen, die best\u228\'8andig im Widerspruch zu anderen S\u228\'8atzen stehen \endash je nachdem, wie es f\u252\'9fr das angeschnittene Thema beliebt. Hier h\u228\'8a lt er mangelndes Mitleid seinen Gegnern vor, f\u252\'9fr sich h\u228\'8alt er Mitleid f\u252\'9fr falsch, weil seine Philosophie "keinerlei Bedauern" kennt, weil es f\u252\'9f r sie nichts Schlimmes gibt, weil sie eben von den Notwendigkeiten des Schicksals wei\u223\'a7. Hier ist er gegen Moral, weil sie Anspr\u252\'9fche setzt, dort h\u228\'8alt er sie f\u252\'9fr n\u246\'9atig, weil e s "Gesetze der Liebe" geben muss. Er gibt vor, sich um Frieden durch substanzielle Beziehungen zu bem\u252\'9f hen und baut sich seine Gegner auf, wenn sich Menschen durch Protest gegen Gewalt und Barbarei zum Frieden bekennen. Er gibt vor, gegen Gewalt und Herrschaft zu sein, aber wer sich gegen Naziherrschaft und Krieg entr\u252\'9f stet, der wolle einen Anspruch durchsetzen, und sei damit genau wie sein Gegner! Hellinger ist vollkommen willk\u252\'9frlich und daher vor allem gegen Kritik und Protest und gegen Demonstranten. \ldblquote }{\fs26 Sie gehen auf die Stra\u223\'a7 e manchmal und werfen Steine und werden genau wie die, die sie verdammen.\rdblquote (Hellinger in \ldblquote Helfen und Lieben\rdblquote auf }{\field\flddirty{\*\fldinst {\fs26 HYPERLINK http://www.hellinger.com/deutsch/virtuelles_institut/bert_hellinger/beitraege_zur_homepage/helfen_und_liebe.shtml) }{\fs20 {\*\datafield 00d0c9ea79f9bace118c8200aa004ba90b02000000170000007300000068007400740070003a002f002f007700770077002e00680065006c006c0069006e006700650072002e0063006f006d002f0064006500750074007300630068002f007600690072007400750065006c006c00650073005f0069006e00730074006900 7400750074002f0062006500720074005f00680065006c006c0069006e006700650072002f006200650069007400720061006500670065005f007a00750072005f0068006f006d00650070006100670065002f00680065006c00660065006e005f0075006e0064005f006c0069006500620065002e007300680074006d006c 0029000000e0c9ea79f9bace118c8200aa004ba90be600000068007400740070003a002f002f007700770077002e00680065006c006c0069006e006700650072002e0063006f006d002f0064006500750074007300630068002f007600690072007400750065006c006c00650073005f0069006e0073007400690074007500 74002f0062006500720074005f00680065006c006c0069006e006700650072002f006200650069007400720061006500670065005f007a00750072005f0068006f006d00650070006100670065002f00680065006c00660065006e005f0075006e0064005f006c0069006500620065002e007300680074006d006c00290000 0000000000000000000000000000000000000000000000}}}{\fldrslt {\cs16\ul\cf2 http://www.hellinger.com/deutsch/virtuelles_institut/bert_hellinger/beitraege_zur_homepage/helfen_und_liebe.shtml)}}}{\fs26 . }{ Damit versetzt er jede Kritik und vor allem auch seine Kritiker in die Position eines Vollstreckers und Vernichters, der \ldblquote kein Mitleid kennt\rdblquote . Das ist gewaltig: Die sich ohnm\u228\'8a chtig gebende Gewalt des sich antimoralisch gebenden \ldblquote Philosophen\rdblquote , dem es zugleich angeblich doch nur um die Hilfe f\u252\'9fr die Armen und Schwachen gehen soll. Jeder Entr\u252\'9fstung wird so jeder wirkliche Grund abgesprochen und sie selbst zum Anspruch auf Rache und gleich auch zum Vollstrecker. Die Sanftmut des scheinbar Unbetroffenen will an die Macht, ins Management der Vers\u246\'9ahnung, denn letztlich liegt darin die Gew\u228\'8ahr f\u252\'9fr eine allm\u228\'8a chtige Psychologie, die alles \u252\'9fber die \ldblquote Liebe\rdblquote wissen und allen Menschen \ldblquote helfen\rdblquote will. Hellinger selbst wird zur Brutalit\u228\'8at einer Vers\u246\'9ahnungsmacht, die in gleicher Weise \ldblquote ohne Mitleid\rdblquote agieren will, wie er es von seinen Gegnern behauptet. \par Und die muss sich nat\u252\'9frlich dahin wenden, wo es Ans\u228\'8atze gibt, die Menschen dahin bringen, von dem wegzusehen, was sie bewegt. Wir sind wieder dort, wo Hellinger herkam, in der Familie. Doch der Eingriff in ihre Intimit\u228\'8a t hat nun einen noch viel gewaltigeren Zweck. An dieser Stelle der vollkommenen Verletzlichkeit der Erfahrung und des Ged\u228\'8achtnisses wird ein Exempel f\u252\'9fr die Totalit\u228\'8at der Vers\u246\'9ahnung statuiert: \ldblquote Vers\u246\'9a hnung beginnt in der eigenen Seele. Wem sie da gelungen ist, der kann dann von dort aus auch auf andere, auf gr\u246\'9a\u223\'a7ere Zusammenh\u228\'8ange Einfluss nehmen. In der eigenen Seele beginnt die Vers\u246\'9a hnung bei den Eltern. Das scheint merkw\u252\'9frdig. Aber wir k\u246\'9annen beobachten, dass viele versuchen, sich von ihren Eltern abgrenzen, als k\u246\'9annten sie das. Denn dann m\u252\'9fssen sie nicht anerkennen, dass wir alles Wesentliche von ihnen haben, ohne dass wir selbst etwas dazu tun konnten.\rdblquote (Hellinger im Interview mit Hans-Joachim Reinecke am 31. Oktober 2001). \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\cf1 Die Grundlage eigener Identit\u228\'8at, die Selbstunterscheidung in der Bildung des Kritikverm\u246\'9agens, wird so zum wichtigsten Gegner dieser Helfer-Psychologie. Und die will auch }{\f1 daran ansetzen, dass sie hinter das B\u246\'9ase steigt, das Gute aus dem B\u246\'9asen selbst hervortun. Es liegt in der }{\f1\cf1 \ldblquote Tiefe des Menschseins\rdblquote . Die eigentliche Hilfe besteht eben darin, dieses zu entdecken und die Experten m\u252\'9fssen jetzt lernen, die \ldblquote Tiefe\rdblquote des Guten hervor zu bringen. Ein neues Berufsbild war somit geschaffen: Der professionelle Gutmensch, der gro \u223\'a7e Bruder, der das Leben kennt und wei\u223\'a7, wie allzu menschlich das unvers\u246\'9ahnte Menschsein ist - und wie es nagt und darbt. \par Aber die \ldblquote Tiefe des Menschseins\rdblquote macht auch Probleme. Mit Wissen und Verst\u228\'8andnis ist da nichts zu machen, schon gar nichts mit einem Bewusstsein von Gr\u252\'9f nden und Ursachen. Da geht nur die Intuition im Heilen und Helfen, nat\u252\'9frlich immer wieder und immer noch die Intuition f\u252\'9fr die verborgenen Ordnungen: }{\f1 \ldblquote Es gibt eine Tiefe, in der alles zusammenflie\u223\'a7t. Sie liegt au \u223\'a7erhalb der Zeit. ... In der Tiefe sind Zukunft und Vergangenheit identisch. ... Manchmal gibt es Situationen, in denen man mit der Tiefe in Verbindung kommt. Dann erkennt man z.B. Ordnungen, verborgene Ordnungen, und kann in der Seele an Gr\u246 \'9a\u223\'a7eres r\u252\'9fhren.\rdblquote (Hellinger/ten H\u246\'9avel 1996, zit. nach Goldner S. 268). \par Es bleibt alles beim alten: Die Gr\u246\'9a\u223\'a7e der Ordnung liegt in der Tiefe, im Einfachen, al so dort, wo jenseits dieser Welt und Wirklichkeit alles auf eines reduziert ist, auf das abstrakte Menschsein, das praktisch nur durch eine besondere Art von Intuition f\u252\'9fr das Gute zu erfassen ist. Darin schlie\u223\'a7 e der Mensch Friede mit seinen Urgr\u252\'9fnden und darin liege auch der Zugang zu den Urspr\u252\'9fngen seines Ungl\u252\'9fcks. Ein solcher Friede sei nicht nur das Gl\u252\'9f ck des Einzelnen, sondern auch das einer ganzen Gesellschaft, ja, der ganzen Menschheit. Vers\u246\'9ahnung sei das urmenschliche Interesse schlechthin, die Vers\u246\'9ahnung mit den eigenen Urgr\u252\'9f nden die Notwendigkeit jedweder Volksgemeinschaft. Die Krisen und St\u246\'9arungen seien schlichte Unvers\u246\'9ahntheit. Hierf\u252\'9fr sei Demut n\u246\'9atig und der Glaube an die bestehende Welt: \par \ldblquote Ich stimme der Welt zu, wie sie ist. Ich bin ganz zufrieden damit. Ich denke, dass in der Welt Kr\u228\'8afte am Werk sind, die lassen sich nicht steuern.\rdblquote (Hellinger, aaO. S. 267) Und also muss der wirklichen Welt lediglich ihre Unvers\u246\'9ahnlichkeit genommen und an die Tiefe Wahrheit erinnert werden. Daf\u252\'9fr soll es kein Drumrum mehr geben. \par Hellingers Vers\u246\'9ahnungspsychologie hat einen doppelten Ansatz in welchem sie sich bewegt und ausf\u252\'9fhrt: Zum einen gr\u252\'9fndet sie auf einer Wesenslogik urt\u252\'9fmlichler \ldblquote Wahrheiten\rdblquote , auf einer dogmatischen Archetypie der Menschenliebe; zum anderen ist sie reine Ph\u228\'8a nomenologie der Erfahrung, beschreibendes Selbsterleben. Durch die Gleichsetzung von beidem wird sie total. Wie in einer Religion wird hierzu Liebe als Prinzip der Erkenntnis genommen, nicht selbst erkennend, sondern als Logik, gegen die man nicht ungestraft versto\u223\'a7en kann \endash eben als \ldblquote Ordnung\rdblquote . Durch sie sollen alle Gegens\u228\'8atze erkl\u228\'8art sein und sich zugleich darin auch aufl\u246\'9asen. Denn jeder Versto\u223\'a7 gegen solche Ordnung l \u228\'8asst sich umkehren durch Befolgung, durch Folgsamkeit im gro\u223\'a7en Geist, im guten Geist, im absolut geistlosen Geist. Darin keimt das \ldblquote wahre Gl\u252\'9fck\rdblquote , denn das Gute verpflichtet zur Schuld, zum Eingest\u228\'8a ndnis des Versagens am gro\u223\'a7en Gebot der Menschenliebe. Dieses ist Erbpflicht und Erblast, Notwendigkeit der Lebensbew\u228\'8altigung, dass Entw\u252\'9frdigung durch W\u252\'9frdigung aufgehoben werde. In der pers\u246\'9anlichen W\u252\'9f rdigung w\u252\'9frden sich die Menschen vereinen, menschlich angleichen und also sei sie die allgemeine L\u246\'9asung aller Unachtsamkeiten und Missachtungen. \par Dies ist durch und durch Theologie. Aber wie in einer Psychologie wird hierzu Erfahrung genommen als Assoziation zur \ldblquote Erkenntnis\rdblquote dieser Wesenslogik, als Gef\u252\'9fhl f\u252\'9fr das, was hierzu \ldblquote stimmt\rdblquote und was f \u252\'9fr sie nicht stimmig sein soll. Hellingers Theorie will beides als eins, will weder Theorie noch Erfahrung, weder Theologie noch blo\u223\'a7es Gef\u252\'9fhl sein, sondern gef\u252\'9fhlte Verpflichtung f\u252\'9fr das Gro\u223\'a7 e, was darin erfahrbar sein soll. Sie ist daher weder Philosophie, noch Religion, noch Psychologie und doch alles zusammen: Eine absolute Erfahrungslehre, die sich beliebig und allseitig vermittelt und sich zugleich in allem unmittelbar einzeln zu best \u228\'8atigen versteht. Jeder Aufsteller ist Priester, Lebensberater und Interpret in einem. In der Vers\u246\'9ahnung unterhalb aller wirklichen Erfahrung steckt die Vers\u246\'9ahnlichke it des abstrakten Allgemeinmenschen, der schlechthin gute Mensch, der sowohl Gott wie Mensch ist und die Logik als Grundlage seiner Gesinnung ebenso mitteilt, wie die Seele als Grundlage v\u246\'9a lkischer Geschichte und Erfahrung. In der Gleichschaltung jeder Individualit\u228\'8at mit solcher \ldblquote tiefen Menschlichkeit\rdblquote wird die Aufhebung ihrer Wirklichkeit und auch jede individuelle wie gesellschaftliche Wirkung betrieben. Gerade durch die Nutzung seiner Individualit\u228\'8at und Einzigartigkeit wird das Individuum aufgehoben und ebenso wird unter der Gleichschaltung gesellschaftlicher Wirklichkeit in der Masse einer \ldblquote tiefen Menschlichkeit\rdblquote der gute Mensch zum Stoff der Vers\u246\'9ahnungsgewalt. \par Darin ordne er sein Leben und diene dem Gl\u252\'9fck der Menschen, so wird behauptet. Aber das Prinzip seiner Deutungen ist t\u246\'9adlich f\u252\'9fr jeden eigenen Gedanken, denn es ist das Prinzip des \ldblquote Schicksals\rdblquote . Prinzipiell wird damit ein Leben gebahnt, das nur nachvollziehen kann, was durch die Deutung hiervon bedeutend geworden ist. Und dem betroffenen Menschen wird jede Identit\u228\'8a t abgesprochen, wenn er es anders sieht, es kritisiert oder gar wirkliche Ver\u228\'8anderung verlangt. Nur die Vers\u246\'9ahnung macht frei, gleich, was geschieht und was jedes Geschehen wirklich begr\u252\'9fndet. Vers\u246\'9a hnung macht alles einfach, und sie ist einfach, besteht sie doch nur aus einer vermeintlichen Wertsch\u228\'8atzung des Gegeners. Darin eben bilde sich die Kraft der Seele! Und was ist hiergegen schon die blo\u223\'a7e Wirklichkeit. \par Hellinger bewertet Leben, das ihm nichts wert ist, w\u252\'9frdigt Politiker als Menschen, die unmenschliche Politik machen, gibt den T\u228\'8atern das menschliche Recht, das er den Opfern nimmt und er f\u228\'8allt Entscheidungen \u252\'9f ber Liebe und Familie, die er gar nicht f\u228\'8allen kann, wenn er als seelisches Ganzes nimmt, was nur Teil einer Wirklichkeit ist, die hiervon gel\u246\'9a st erscheinen soll. Scheidungen werden mit ihm entschieden, wie es seiner Vorstellung entspricht, Vers\u246\'9ahnungen geschaffen, damit seine Ordnung funktioniert. Das Leben selbst wird zum Lebensmittel seiner Heilsbotschaft und er t\u246\'9atet ab, was ihm Unheil bedeutet. \par An dem ber\u252\'9fhmt gewordenen Beispiel jener \u196\'80rztin in Leipzig, die sich nach einer Aufstellung bei ihm das Leben nahm, ist nicht nur von Bedeutung, dass dies geschehen ist, sondern auch, warum es geschehen musste. Hellinger selbst wusste es, als er bei ihrem Abgang sagte: \ldblquote Das kann den Tod bedeuten!\rdblquote Das ist ungeheuerlich! Er wei\u223\'a7 es und spricht es aus, um selbst als absolutes Wissen profiliert zu sein, als Herr \u252\'9f ber Leben und Tod. Und der muss nicht dar\u252\'9fber nachdenken, was seine finale Psychologie da wirklich betreibt, wenn sie Kinder und Mutter trennt (Hellinger hatte der Frau bei der Frage um den Verbleib der Kinder nach ihrer Scheidung gesagt, sie w \u228\'8are zur Liebe ihrer Kinder nicht f\u228\'8ahig und solle sie daher ihrem Mann \u252\'9fberlassen). Es ist ihm sogar n\u246\'9atig, sich als Terminator zu verstehen, sich selbst als Henker einer \u252\'9f bermenschlichen Wahrheit aufzuspielen, der nichts daf\u252\'9fr kann, was er tut, weil er nichts tut, was anders m\u246\'9aglich w\u228\'8are. Er vollstreckt ja nur, was nicht zu \u228\'8andern ist, ja, was nach seiner Auffassung sogar logisch und n\u246 \'9atig ist. Denn auch der Tod geh\u246\'9art zum \ldblquote Schicksal\rdblquote . Und Hellinger ist der Vollstrecker dessen, was ihm hierf\u252\'9fr als n\u246\'9atig d\u252\'9fnkt. \par Wer sich dagegen wehrt, wer hier emp\u246\'9art ist oder entr\u252\'9fstet, wer dies kritisiert, der ist ihm nicht mal mehr ein Gegner, der verst\u246\'9a\u223\'a7t einfach nur gegen seine Natur und zugleich auch gegen alle Natur. Denn er \ldblquote }{ \f1\fs26\cf1 \u252\'9fberhebt sich in seinen Gedanken \u252\'9fber die m\u228\'8achtige Urkraft, von der alles abh\u228\'8angt, und versucht es besser zu machen als sie. Dahinter wirkt auch die Vorstellung, dass jemand ein schlimmes Schicksal haben kann. Niemand kann ein schlimmes Schicksal haben. Jeder hat sein }{\f1\cf1 besonderes Schicksal, und das ist f\u252\'9fr ihn richtig.\rdblquote (Hellinger in \ldblquote Helfen und Lieben\rdblquote auf }{\field\flddirty{\*\fldinst {\f1\cf1 HYPERLINK http://www.hellinger.com/deutsch/virtuelles_institut/bert_hellinger/beitraege_zur_homepage/helfen_und_liebe.shtml) }{\f1\fs20\cf1 {\*\datafield 00d0c9ea79f9bace118c8200aa004ba90b02000000170000007300000068007400740070003a002f002f007700770077002e00680065006c006c0069006e006700650072002e0063006f006d002f0064006500750074007300630068002f007600690072007400750065006c006c00650073005f0069006e00730074006900 7400750074002f0062006500720074005f00680065006c006c0069006e006700650072002f006200650069007400720061006500670065005f007a00750072005f0068006f006d00650070006100670065002f00680065006c00660065006e005f0075006e0064005f006c0069006500620065002e007300680074006d006c 0029000000e0c9ea79f9bace118c8200aa004ba90be600000068007400740070003a002f002f007700770077002e00680065006c006c0069006e006700650072002e0063006f006d002f0064006500750074007300630068002f007600690072007400750065006c006c00650073005f0069006e0073007400690074007500 74002f0062006500720074005f00680065006c006c0069006e006700650072002f006200650069007400720061006500670065005f007a00750072005f0068006f006d00650070006100670065002f00680065006c00660065006e005f0075006e0064005f006c0069006500620065002e007300680074006d006c00290000 000000000000000000000000000000000000000000000000}}}{\fldrslt {\cs16\f1\ul\cf2 http://www.hellinger.com/deutsch/virtuelles_institut/bert_hellinger/beitraege_zur_homepage/helfen_und_liebe.shtml)}}}{\f1\cf1 . \par }{\f1 \par }\pard\plain \s3\sa120\keepn\widctlpar\outlinelevel2\adjustright \b\f1\cgrid {Die Psychologie der Entwirklichung als Agitation f\u252\'9fr eine Psychokratie \par }\pard\plain \s17\sa120\widctlpar\adjustright \f1\fs26\cf1\cgrid {Vers\u246\'9ahnung mache nicht nur frei, sondern auch kr\u228\'8aftig, meint Hellinger. Die \ldblquote Kraft durch Vers\u246\'9ahnung\rdblquote sei eine \ldblquote innere Kraft\rdblquote . Es geht ja nicht mehr so ganz schlicht um \ldblquote Kraft durch Freude\rdblquote , welche in Gemeinschaft einst gefunden wurde. Es geht um Vers\u246\'9ahnung, die keinen Streit mehr vor Augen hat, also lediglich um ein Gef\u252\'9fhl der Vers\u246\'9a hnlichkeit, das jeder einzelne Mensch mit sich rumtragen kann. Wer vers\u246\'9ahnt sein will ohne sich wirklich auszus\u246\'9ahnen, der muss seinen Schmerz tilgen, gleich, woher er r\u252\'9fhrt. Und Vers\u246\'9ahnung verlangt auch Opfer \endash im doppelten Sinn. Nicht nur der Sinn des Schmerzes, sondern auch seine Geschichte und Wirklichkeit m\u252\'9fssen dran glauben. Das \ldblquote tiefe Menschsein\rdblquote ist eben auch eine tiefe Glaubenssache. Und die verlangt eine \ldblquote tiefe \rdblquote W\u252\'9frdigung. Die W\u252\'9frde wird zu einer nun auch politisch brauchbaren Kategorie: Wer sich mit seinem Feind w\u252\'9frdig vers\u246\'9ahnen kann, hat ihn auch \u252\'9fberwunden. Indem er ihn w\u252\'9frdigt, stellt er sich \u252 \'9fber ihn \endash und \u252\'9fber seine Wirklichkeit. Hellinger f\u252\'9fhrt seine ganz gro\u223\'a7en Themen immer gerne ganz klein ein. Am liebsten durch Beispiele. Die n\u228\'8amlich versteht jeder und darin klingen die k\u252\'9fhnsten Anw\u252 \'9frfe und Missachtungen wie Beobachtungen, so en passant. \par }\pard\plain \li567\sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\fs26\cf1 \ldblquote Ein Rabbiner hat in einer Gruppe gesagt: "Es wird keinen Frieden geben f\u252\'9fr die Juden, bevor nicht auch der Letzte von ihnen f\u252\'9f r Hitler das Totengebet gesprochen hat." Danach ist die Gruppe betroffen auseinander gegangen. Am n\u228\'8achsten Morgen kam einer in die Gruppe herein, v\u246\'9allig ver\u228\'8andert. Seine Fami lie war im Holocaust umgekommen. Offensichtlich war es ihm in der Nacht gelungen, dieses Totengebet zu sprechen. Jetzt schaut euch mal die an, die gegen die NS-Verbrecher Stellung beziehen und sagen: "Nie mehr! Das darf nie mehr passieren." Wie viel Kraft haben sie? Sie gehen auf die Stra\u223\'a7e manchmal und werfen Steine und werden genau wie die, die sie verdammen.\rdblquote (Hellinger in \ldblquote Helfen und Lieben\rdblquote auf }{\field\flddirty{\*\fldinst {\f1\fs26\cf1 HYPERLINK http://www.hellinger.com/deutsch/virtuelles_institut/bert_hellinger/beitraege_zur_homepage/helfen_und_liebe.shtml) }{\f1\fs20\cf1 {\*\datafield 00d0c9ea79f9bace118c8200aa004ba90b02000000170000007300000068007400740070003a002f002f007700770077002e00680065006c006c0069006e006700650072002e0063006f006d002f0064006500750074007300630068002f007600690072007400750065006c006c00650073005f0069006e00730074006900 7400750074002f0062006500720074005f00680065006c006c0069006e006700650072002f006200650069007400720061006500670065005f007a00750072005f0068006f006d00650070006100670065002f00680065006c00660065006e005f0075006e0064005f006c0069006500620065002e007300680074006d006c 0029000000e0c9ea79f9bace118c8200aa004ba90be600000068007400740070003a002f002f007700770077002e00680065006c006c0069006e006700650072002e0063006f006d002f0064006500750074007300630068002f007600690072007400750065006c006c00650073005f0069006e0073007400690074007500 74002f0062006500720074005f00680065006c006c0069006e006700650072002f006200650069007400720061006500670065005f007a00750072005f0068006f006d00650070006100670065002f00680065006c00660065006e005f0075006e0064005f006c0069006500620065002e007300680074006d006c00290000 0000000000000000000000000000000000000000000000}}}{\fldrslt {\cs16\f1\ul\cf2 http://www.hellinger.com/deutsch/virtuelles_institut/bert_hellinger/beitraege_zur_homepage/helfen_und_liebe.shtml)}}}{\f1\fs26\cf1 . \par }\pard \sa120\widctlpar\adjustright {\f1\fs26\cf1 Es steckt eine ungeheuerliche Raffinesse in der vers\u246\'9ahnlichen W\u252\'9frdigung: Sie wird eingef\u252\'9fhrt als Notwendigkeit von Humanit\u228\'8a t, wie eine philosophische Erfordernis: Wer seinen Gegner nicht als Mensch \ldblquote w\u252\'9frdigt\rdblquote , sei unmenschlich wie er. Er solle sich daher als menschenw\u252\'9frdig zeigen, indem er sich vor ihm verneigt oder f\u252\'9f r ihn betet. Dies sei die Bezeugung auch eigener \ldblquote W\u252\'9frde\rdblquote . Und das gibt Kraft, n\u228\'8amlich das Gef\u252\'9fhl einer Macht \u252\'9fber ihn. Das macht jedes Verhalten unn\u246\'9atig und ersetzt jedes Verh\u228\'8a ltnis durch Selbstgef\u252\'9fhl, das nat\u252\'9frlich st\u228\'8arker ist als die Kraftlosigkeit von Demonstranten, die Steine werfen. Jedes Verhalten, so beliebig es auch beizitiert wird, ist hiergegen als Ohnmacht erkl\u228\'8a rt, die nicht etwa eine wirkliche Machtfrage hervorgerufen hat, sondern die schlicht dumm sei. Was Hellinger dabei betreibt und beabsichtigt, soll verborgen bleiben, was er wahrmachen will, das bleibt hinter seiner \u252\'9fberg\u252\'9f tigen Menschenliebe versteckt. Oder w\u252\'9frde jemand aussprechen wollen, dass ein Holocaust f\u252\'9fr Hellinger wieder m\u246\'9aglich werden soll, wenn er dumm findet, dass formuliert wird: \ldblquote Das darf nie wieder passieren\rdblquote ? W \u252\'9frde jemand sagen k\u246\'9annen, er sei Antisemit, nur weil er die Juden f\u252\'9fr ihr Seelenheil zu einem Gebet f\u252\'9fr Hitler auffordert? \par }{\f1\cf1 Nein, er ist da v\u246\'9allig drau\u223\'a7en \endash aber eben doch v\u246\'9allig drin. Nat\u252\'9frlich ist er Antisemit in seiner Haltung zum wirklichen Judentum, indem er f\u252\'9fr dieses die Selbsterl\u246\'9a sung aus der Geschichte der Unmenschlichkeit fordert und als Gebetslosung ausspricht und per Allgemeindekret des Menschseins ihm eine Vers\u246\'9ahnung mit Hitler abverlangt. Und nat\u252\'9f rlich ist er ein Nazi, wenn er die geschichtliche Person Hitler mit der menschlichen Pers\u246\'9a nlichkeit schlechthin gleichsetzt. Aber im Grunde geht es ihm darum nicht wirklich. Ihm geht es darum, dass dies alles nicht mehr wirklich sein soll. Ihm geht es ja nicht um die offene Selbstdarstellung und die Diskussion seiner Ziele. Ihm geht es aber tats\u228\'8achlich darum, dass wieder mal \ldblquote aufger\u228\'8aumt\rdblquote wird. Und deshalb geht es ihm auch zumindest implizit, also auch ohne ausdr\u252\'9f ckliches Wissen und Bewusstsein, um die Voraussetzung, dass dies alles wieder einmal m\u246\'9aglich sein kann. Denn was er betreibt ist vor allem die Zerst\u246\'9arung von Kritik \u252\'9fberhaupt.}{\f1\fs26\cf1 \par }{\f1\cf1 Hellinger ist von altem Schrot und Korn, aber die Praxis als Missionar und Pfarrer und Psychologe hat ihn gelehrt, dies in Sanftm\u252\'9ftigkeit zu h\u252\'9fllen, durch weltliche Werte zu hinterlegen und vor allem durch esoterische Praxis zu \u252\'9fbermitteln. Bei Hellinger wird zur Gesinnung erzogen, indem W\u252\'9frde vergeben wird und es wird Wirklichkeit zerst\u246\'9art, um \u252\'9fber sie gestellt zu sein und allgemein zu sein im Selbstgef\u252\'9f hl des Gerechten. Es ist dies die allgemein f\u252\'9fhlige Gesinnung einer ungeheuerlichen Selbstgerechtigkeit. Indem W\u252\'9frde gef\u252\'9fhlt wird, stellt sie auch das Gef\u252\'9fhl als eigene W\u252\'9f rde gegen die Welt, nicht nur als einzelnes, sondern auch als allgemeines. Das allgemeine Selbstgef\u252\'9fhl der W\u252\'9frde ist die allgemeine Selbsterm\u228\'8a chtigung eigener Wertigkeiten, Chauvinismus gegen alles, was anders ist. Darin ist jedes geschichtliche und gegenw\u228\'8artige Verh\u228\'8a ltnis von Menschen herabgesetzt zu einem rein psychischen Ereignis, das zugleich philosophisch entwertet ist, wenn es nicht als solches empfunden wird, wenn es also noch unvers\u246\'9a hnlich kritisiert wird. Die Gleichschaltung der "Bewegungen der Seele" mit den "Bewegungen des Geistes" (Hellinger) soll den Verallgemeinerungsprozess unterlegen, der das Seelische zur allgemeinmenschlichen W\u252\'9f rde bringt, zur Allgemeinseele der Menschheit, die Geist sei. Darin ist der Unterschied von dem, was f\u252\'9fr die Psychologie als Individualwesen galt, und dem, was f\u252\'9fr die Philosophie als menschliche Identit\u228\'8a t galt, aufgehoben. Das Individuum sei unmittelbar auch Allgemeinwesen. Das klingt gut, weil sich darin jeder Mensch als Allgemeinmensch best\u228\'8atigt f\u252\'9f hlen kann. Es bewirkt aber genau das Gegenteil, weil umgekehrt jeder Mensch zu einem Seelchen einer ganz gro\u223\'a7en Seele wird, die wesentlich bedeutender ist als er selbst. Er wird zum Teil eines imaginierten Gemeinwesens, Moment einer Volksseele. \par Die Gleichschaltung von Psychologie mit der Philosophie, zeigt ihre wichtigste Frucht: Die \u220\'86berhebung psychophilosophischer Gesinnung \u252\'9fber jede Wirklichkeit. Damit wird jeder so "erleuchtete" Mensch f\u252\'9f r sich zu einem kleinen Gott, zu einem g\u246\'9attlichen Individuum, das Allgemeinmensch ist, zu einem Gottmenschen des Seelischen, zu einem Psychokraten, der als Anwalt der Allgemeinseele fungiert. Das ist Selbstger echtigkeit pur, absolute Selbstgerechtigkeit. Sie bet\u228\'8atigt und best\u228\'8atigt sich an allem, was nicht gut ist, um sich herauszukehren als G\u252\'9fte des Allgemeinen. Damit betreibt und verwirklicht sie ausschlie\u223\'a7lich ihr Selbstverst \u228\'8andnis an den Problemen und Konflikten der Wirklichkeit und lebt ihre unwirklichen Selbstgef\u252\'9fhle als Macht gegen das B\u246\'9ase. So werden diese weiterhin immer dadurch m\u228\'8a chtiger, dass sie alle unliebsamen Wirklichkeiten aufgreifen und zerst\u246\'9aren und die liebsamen belassen, wie sie sind. Das ist die Logik darin. Und was immer ihm hierf\u252\'9f r als Mittel gereicht, das wird der Selbstgerechte auch verwenden, auch wenn er damit sein ganzes Wirklichkeitsverm\u246\'9agen, das Verm\u246\'9agen wirklicher Empfindung opfert. Das Resultat ist ein Selbsterleben als kleiner gro\u223\'a7 er Mensch, als Gottmensch.}{\f1\fs26\cf1 \par Gottmensch ist man vor allem dadurch, dass man sich an den ganz gro\u223\'a7en Unmenschlichkeiten best\u228\'8atigt. Und genau dies treibt Hellinger konsequent weiter, indem er \u246\'9affentlich und demonstrativ Adolf Hitler in seinem Ma\u223\'a7 behandelt: \par }\pard\plain \s19\li567\sa120\widctlpar\adjustright \f1\cgrid {"Hitler. Manche betrachten dich als einen Unmenschen, als ob es je jemanden gegeben h\u228\'8a tte, den man so nennen darf. (...) Wenn ich dich achte, achte ich auch mich. Wenn ich dich verabscheue, verabscheue ich auch mich. Darf ich dich dann lieben? Muss ich dich vielleicht lieben, weil ich sonst auch mich nicht lieben darf? Wenn ich bekenne, dass du ein Mensch warst, wie ich es bin, dann schaue ich auf etwas, das \u252\'9fber uns beide in gleicher Weise verf\u252\'9f gt, auf etwas, das sowohl deine wie meine Ursache ist - und unser Ende. Wie d\u252\'9frfte ich mich von dieser Ursache ausschlie\u223\'a7en, indem ich dich ausschlie\u223\'a7e? Wie d\u252\'9frfte ich diese Ursache anklagen und mich so \u252\'9f ber sie erheben, indem ich dich anklage? Doch ich darf auch kein Mitleid mit dir haben. Du stehst und f\u228\'8allst der gle ichen Ursache wie ich. Ich verehre sie in dir wie in mir und unterwerfe mich ihr in allem, was sie in dir bewirkt hat und was sie sowohl in mir und als auch in jedem anderen Menschen bewirkt". (Bert Hellinger 2004 in "Gottesgedanken" S. 247). \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\cf1 Man k\u246\'9annte meinen, da ist der Autor durchgeknallt. Man soll sich nur lieben k\u246\'9annen, wenn man Hitler liebt? Wer Hitler verachtet, der w\u252\'9f rde sich verachten? Wer dessen Taten unmenschlich findet, ist selbst ein Unmensch? Will er, dass wir alle Hitler lieben und achten m\u252\'9fssen, dass wir Nazis werden sollen? \par }\pard\plain \s18\sa120\widctlpar\adjustright \f1\cf1\cgrid {Nein. Hellinger will Hitler, diese geschichtliche Figur des B\u246\'9asen, nur wieder zum "Menschen" machen. Das ist er ja doch auch. So wie Martin Bohrmann jr. in einem Interview mit der S\u252 \'9fddeutschen Zeitung (Nr. 139 vom 19./20.6.04) seinen Vater nicht nur als brutalen Schreibtischmassenm\u246\'9a rder, sondern als Menschen verstehen will, so will er Hitler auch verstehen. Nur: Hitler ist nicht wirklich sein Vater und die geschichtliche Pers\u246\'9anlichkeit ist nicht unmittelbar eine menschlic he in dem Sinn, dass wir sie als diese empfinden und achten k\u246\'9annten oder k\u246\'9annen sollten. Was hierf\u252\'9fr von Bedeutung w\u228\'8are, h\u228\'8a tte mit dem Hitler der Geschichte wenig zu tun, z.B. dass er mit neun Jahren seinen Vater und wenig sp\u228\'8ater seine Mutter verloren hatte. Muss ein Mensch deshalb zum Avantgardisten des Rassismus, Krieges und Massenmordes werden? \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\cf1 Hellinger kommt schlicht und brutal an sein gro\u223\'a7es Ziel: Er will alle Geschichte zu einer Geschichte der Seele verkehren und damit alle Wirklichkeit zu einer seel ischen. Damit wird auch alles zum Gegenstand seiner Behandlungen, er zum Behandler der Welt. Alle m\u252\'9fssen dann an ihn glauben, an die absolute G\u252\'9fte seiner Weltsicht, die sich mit Hitler messen kann, nicht etwa als den B\u246\'9a sen, den man einfach gut sein l\u228\'8asst. Nein: Es geht um unser aller Menschsein, um "das Tiefste" in uns, um den Hitler in uns. Der ist es, den wir \u252\'9fberwinden m\u252\'9f ssen. Erst wenn wir uns so verstehen, dann sind wir vollkommen in Hellingers Weltbild verscharrt. Ihm geht es jetzt um die Vorf\u252\'9fhrung einer wahren seelische Gr\u246\'9a\u223\'a7e, durch welche er sich der vollst\u228\'8angigen, der finalen G\u252 \'9fte seiner Weltanschauung eingedenk machen will. Seelische Gr\u246\'9a\u223\'a7e n\u228\'8amlich erweist sich erst in der Identifizierung des total B\u246\'9asen mit dem Menschen, durch die Identifizierung des b\u246\'9asen Menschen schlechthin. \par Und das ist nicht ungeschickt, auch wenn er hiermit von seinen Verehrern Probleme gemacht bekommen hat. Das kapiert eben nicht mehr jeder sofort, denn es ist durchaus auch doppelb\u246\'9adig. Aber Hellinger ist nicht alt geworden, dumm oder einf\u228\'8a ltig. Das Verm\u246\'9agen, die wirklichen Konsequenzen von einem solchen Akt zu kennen, muss man ihm nicht absprechen. Und ein \u252\'9fberzeugter Nazi, der eine offene Vers\u246\'9ahnung mit Hitler n\u246\'9atig h\u228\'8atte, ist er nat\u252\'9f rlich nicht. Da ginge er anders vor. Aber er betreibt die Einf\u252\'9fhrung Hitlers durch die Hintert\u252\'9fr der seelischen Ordnung: Durch das Gute. Der gute \u220\'86bermensch wei\u223\'a7 auch den b\u246\'9asen \u220\'86bermenschen zu sch\u228\'8a tzen. Das f\u228\'8allt ihm gar nicht schwer, denn es dient letzlich nur ihm und seiner Sache, dem allgemein seelisch \u220\'86bermenschlichen. Darin ist sich Hellinger tats\u228\'8a chlich auch mit Hitler auch einig, wenn auch in ganz anderer Form. Suchte Hitler die \u252\'9fbermenschliche Seele als Volksseele im faschistischen Staat zu verankern, so geht es Hellinger um die Allgemein seele als soziales Prinzip des Zusammenlebens, als Psychokratie. Nur hierf\u252\'9fr braucht er Hitler: als Schrecken und Abgrenzung zugleich, als das B\u246\'9ase, das gut f\u252\'9fr das Gute ist. \par Aber umgekehrt beginnt der so auch wieder zu wirken, ohne dass er wirklich existieren m\u252\'9fsste. Das B\u246\'9ase besteht hierduch als Hintergrund und Legitimation dessen, was Hellinger f\u252\'9fr gut h\u228\'8a lt. Es bekommt wieder einen einfachen Namen und es ist in allem, was auch gut sein kann: In uns allen. Der \ldblquote Hitler in uns\rdblquote ist bedrohlich und doch gebannt, objektiv und doch Subjekt, subjektiv und doch gegenst\u228\'8a ndlich, wirklich und doch Mensch. Er ist das Ego des B\u246\'9asen, das im Ego des Guten ist und eben doch nicht sein und wirken kann, solange die Wirkm\u228\'8achtigkeit des abstrakt Menschlichen, das Hellinergsche Lebenselixier, dies \u252\'9f bersteht. Hitler ist eben das "B\u246\'9ase in uns" und zugleich erfahren wir jetzt auch die aufgehobene Bedrohung, den "Hellinger in uns". Man h\u246\'9are in sich und man h\u246\'9art den Hellinger nun wirklich in sich, den wahren \u220\'86 bermenschen, der das B\u246\'9ase erkennt, die Stimme Gottes: Er setzt sich als das Andere von Hitler an dessen Stelle, denn beide haben sie ja gleiche Ursache, welche \u252\'9fber sie beide verf\u252\'9f gt. "Wenn ich bekenne, dass du ein Mensch warst, wie ich es bin, dann schaue ich auf etwas, das \u252\'9fber uns beide in gleicher Weise verf\u252\'9fgt, auf etwas, das sowohl deine wie meine Ursache ist - und unser Ende." Das ist wirklich gro\u223\'a7 artig. Hitler existiert als Hellinger, der sich \u252\'9fber Hitler zu stellen wei\u223\'a7 und mit ihm zusammen einer noch gr\u246\'9a\u223\'a7eren Ursache unterworfen ist. Hellinger ist der Gr\u246\'9a\u223\'a7te in h\u246\'9a chster Unterwerfung, als Mensch wie Hitler und im Gebet vollkommen \u252\'9fber ihm. Und dass \u252\'9fber sie beide zugleich von einer \u252\'9fbermenschlichen Ursache verf\u252\'9fgt wird, das macht macht ihr beider ganzes Schicksal, ihre Vorsehung gro \u223\'a7: Hellingers wie Hitlers G\u252\'9fte im vorbestimmten Lebenswandel ihrer Ursprungssehnsucht und Ursprungstheorie. \par Und tats\u228\'8achlich war ja auch Hitler selbst mal die gr\u246\'9a\u223\'a7tm\u246\'9agliche G\u252\'9fte, die Heilserwartung f\u252\'9fr die Verrwirrungen im Volk, die er zu einer Volksseele und einem Volksk\u246\'9arper der Erl\u246\'9a sung durch eine Endl\u246\'9asung zuf\u252\'9fhrte. Hitlers Basis ist dasselbe Verst\u228\'8andnis von "Seele", eine konsequent propagierte und verwirklichte esoterische Volkspsychologie. Die Bilder gleichen sich tats\u228\'8achlich, wenn auch unge wollt. Der Sinn von Hellingers Worte bekommt so seine theoretische und praktische Wahrheit, die beider Ursprung formuliert: "Wie d\u252\'9frfte ich mich von dieser Ursache ausschlie\u223\'a7en, indem ich dich ausschlie\u223\'a7e? Wie d\u252\'9f rfte ich diese Ursache anklagen und mich so \u252\'9fber sie erheben, indem ich dich anklage?" Nein, von der Ursache ist Hellinger wirklich nicht auszuschlie\u223\'a7en: es ist ihre gro\u223\'a7e geistige Verwandtschaft \u252\'9fber Heidegger. Tats\u228 \'8achlich f\u252\'9fhlt Hellinger auch \u228\'8ahnlich entr\u252\'9fckt wie Hitler, und wohnt deshalb wohl auch gerne in dessen Urlaubs-Reichskanzlei auf dem Obersalzberg. Das auszusprechen und zu zeigen ist tats\u228\'8a chlich Hellingers Dummheit. Aber die ist keine Alterskrankheit, sondern steckt l\u228\'8angst in seiner Psychologie selbst schon drin, denn die go\u223\'a7e Seele war immer schon darin nichts anderes als eine "tiefe Wahrheit", der die Wirkung gleichg\u252 \'9fltig ist. \par Hellinger folgt konsequent den Geboten seiner bisherigen Psychologie bis zu ihrem klaren Ende. Die Abstraktion von aller Wirklichkeit war daran schon immer angelegt, und also auch die Vollendung des abstrakten Menschen als sch\u246\'9a ner guter Mensch, als die Abstraktion, welche von faschistoider Kultur und Kunst so richtig gut entfaltet wurde. Seine Psychologie ist tats\u228\'8achlich nicht weit entfernt von der Nazi-Psychologie C.G. Jung\rquote s, mit dem "kollektiven Unbewussten" und den "Archetypen", dem zur Tiefe hin abgetrennt Wesentlichen und der weltlich scheinenden Oberfl\u228\'8achlichkeit. Und sie ist auch dem rechten Existenzialismus Heideggers sehr verwandt, mit dem Begriff der Wahrhe it des Seins und der \ldblquote Seinsvergessenheit\rdblquote der Menschen, dem sich \ldblquote lichtenden\rdblquote \ldblquote Verborgenen\rdblquote und der Bergung von Seinswahrheiten. Sie war aber auch von vorne herein weit verselbst\u228\'8a ndigter und mit radikaleren Psychotheorien der Dekonstruktion vermengt. Sie entwickelte sich zu einem furchtbaren Gebr\u228\'8au aus Psychoanalyse (das "kollektive Unbewusste"), Gestaltpsychologie (Vervollst\u228\'8a ndigung der negativen Gestalt zur guten Gestalt), systemischer Theorie (Regeltheorie der Ausgrenzungsprozesse), der Transaktionsanalyse ("Ich bin OK, du bist OK") in Einheit mit seinem christlichen Vers\u246\'9a hnungsbegriff ("Wir alle sind Kinder der Liebe"). Hellinger ist aber ein durch und durch christlicher Seelsorger mit durch und durch weltlicher Wirkm\u228\'8achtigkeit, der Praktiker eines in di ese Welt vernarrten Weltgeistes, der mit psychologischer Theologie und theologischer Philosphie an ihren Problemen hantiert und alle Denkm\u246\'9aglichkeiten dazu nutzt, sie esoterisch zu vereinen in einer Anmutung des Menschlichen \endash wenn auch von den Denkgewohnheiten der Welt schon ziemlich abgehoben, bzw. "instinktlos", wie das nun abtr\u252\'9fnnig werdende Freunde formulieren (z.B. Priv.-Doz. Dr.phil. Arist v.Schlippe in einem "offenen Brief" vom 2.5.04). \par Aber die von ihm genutzten psychologischen Denkrichtungen stehen auch zueinander im Widerspruch: Das introspektive Denken der Psycholanalyse wird von der systemischen Therorie ausdr\u252\'9f cklich kritisiert, das Regeldenken der Systemische Theorie von der Gestaltpsychologie und die Gestaltsystematik der Gestalttheorie durch die Transaktionsanalyse. Hellingers Vermantschung des gegensinnigen Denkens zeigt eben auch nur, wie flach der Heidegger-Sch\u252\'9fler Philosophie und Psychologie rezipiert hat und wohin seine Psychosophie kommt: Weil sie nicht einmal die Widerspr\u252 \'9fche der genannten Ans\u228\'8atze begreifen will, kann sie sich nur \u252\'9f ber alle Psychologie erheben. Und das tut sie in Folge auch durch die Ausblendung der Wirklichkeit, die darin noch reflektiert war. Nur das versetzt ihn in die Lage, solchen Schwachsinn zu konstatieren. \par Der Schwachsinn ist konsequent: Er ist nicht nur die \u220\'86berhebung \u252\'9fber alle Denkrichtungen, sondern er betreibt ganz praktisch die \u220\'86berhebung der seelischen Wahrnehmung \u252\'9f ber alle Wirklichkeit. Esoterische Psychologie ist letztlich pragmatische Psychologie, die eigene Wesen erzeugt, die alles, was anf\u252\'9f hlig ist, in beliebige Deutungschemata bringt. Das Schema macht aus Begriffen und ihren Beziehungen Namen, wie sie angef\u252\'9fhlt werden k\u246\'9annen, Bezeichnungen, die ihre Bezogenheit absch\u252\'9ftteln und sich zu Gef\u252\'9fhlen verdicht en, zu einem Raunen tiefer Imagination, die vor allem Nebel in den Dunstkreis aller gegenw\u228\'8artigen Probleme einweht. Alle Widerspr\u252\'9fche der Psychologie im Disput \u252\'9fber \ldblquote das Seelische\rdblquote verschwinden in solcher Esoterik. Darin wird f\u252\'9fr das Gef\u252\'9fhl alles abstrahiert, damit als Feinsinn erscheine, was keine Beziehung zu seinen Wirkungen mehr hat. Gef\u252\'9fhl und Wirkung werden darin verkehrt, dass Gef\u252\'9f hle die Wirkung bekommen, dass Wirkliches empfindungslos wird. \par Das macht, was Hellinger da mit Hitler eben auch treibt. Es ist nichts anderes, vielleicht sogar die Konsequenz eines alten Mannes, dem das Drumrum-Gerede nicht mehr passt. Schlie\u223\'a7lich hat sich in Hellinger l\u228\'8a ngst schon alles so verkehrt, wie es sich f\u252\'9fr seine Klienten auch schon immer verkehren sollte: Der abstrakte Begriff seiner "Menschlichkeit" ist f\u252\'9fr ihn bieliebig und gleichg\u252\'9fltig f\u252\'9f r jeden Zusammenhang anwendbar, einfach nach dem Motto: "Wie du mir, so ich dir, wenn wir unser Menschsein tief empfinden". Wir alle st\u252\'9fnden in derselbsen Ur-Sache des Menschseins. Und also beherrscht dies alles Geschehen auf der Welt. \par Deren Opfer, Krisen und Kriege sind gleichg\u252\'9fltig gegen eine so gro\u223\'a7e, eine so "tiefe Wahrheit". Wir alle seien ebensogut Hitler wie Hitler auch Mensch war. Und seine Opfer m\u252\'9fssen sich vor ihm vernei gen, wie er sich vor uns verneigen soll \endash im Geiste versteht sich, er ist ja "leider" schon tot. Da es Hellinger viel bringt, sein Selbstgef\u252\'9fhl in solcher Pose aufzur\u252\'9fsten, behauptet er, es sei f\u252\'9f r alle gut. Alle Gegnerschaften sind ihm eben nur Borniertheiten eines noch nicht ausgereiften Menschseins. So sei es mit den Juden und mit der "Wei\u223\'a7en Rose" und alle die Toten, die sich l\u228\'8angst nicht mehr verneigen k\u246\'9a nnen, weil sie durch Hitler zu Tode gekommen sind. Aber schlie\u223\'a7lich h\u228\'8atten sie mit Hitler und seinen Schergen gemein, dass sie gegen ihn gewesen seien wie er gegen sie. Alle h\u228\'8atten sie gegen die "Lebensursache" versto\u223\'a7 en. Und die ist nun mal Hellingers Sache. \par Es steckt eine unglaubliche Verachtung des wirklichen Lebensprozesses darin, was Hellinger zu einem Massenph\u228\'8anomen werden lie\u223\'a7: Die Psychologie der Erl\u246\'9asung als Endl\u246\'9a sung der Liebe. In ihrem Heil ist alles eins. Das ist eine vollendete Psychologie als die Psychologie der Vollendung, die nur eines zustande bringt: Die vollkommen abgesicherte Selbstli ebe, der allgemein anerkannte Narzissmus einer Psychotechnik, die vor nichts halt macht. So flach sie auch in Wirklichkeit ist, so tief muss sie sich st\u228\'8andig behaupten. Die Pf\u252\'9f tze des "gesunden Menschenverstands" gibt sich als Ozean eines tief empfunden Menschseins. Diese "Tiefe" ist blo\u223\'a7e Ignoranz gegen alle Existenz, die totale Ideologie der Psyche, die allem \u252\'9fberhoben ist. Der psychische \u220\'86bermensch \u252\'9fbersteht alles und steht \u252\'9fber allem, weil er sich selbst und seine Sprache verkehrt. "Wie gut, dass du b\u246\'9ase bist!" (Hellinger). Das kann nur sagen, wer sich seiner Bosheit und damit jeglicher Bosheit schon m\u228\'8achtig wei\u223 \'a7. Und die Bosheit dieser Macht steht gegen alles. Wenn auch das B\u246\'9ase gut ist, dann ist alles gut, was der macht, der davon spricht. Das ist die Vollendung der Psychologie \u252\'9fberhaupt, Konstruktivismus und Dekonstruktivismus in einem, Erh \u246\'9ahung und Zerst\u246\'9arung ohne Sinn und Zweck. Es ist der Chauvinismus der Selbstverliebtheit gegen jede Kultur. \par Man sollte dar\u252\'9fber einfach nur Lachen. Aber das Lachen \u252\'9fber solche Anma\u223\'a7ung erstirbt fr\u252\'9fher oder sp\u228\'8ater in der Erkenntnis, dass diese Erkenntnis selbst keinen wirklichen Sinn mehr haben kann. L\u228\'8a ngst feiert sich der Zynismus der Lebensl\u252\'9fgen von Menschlichkeit, so dass deren Hellingersche Ausf\u252\'9fhrung auch massenhaft gebraucht und trainiert wird. Weil ein derartig zynisches Selbstgef\u252\'9fhl hochgradige Karriere in den Sph\u228 \'8aren der geldwerten Beziehungen reicher L\u228\'8ander und Schichten macht, l\u228\'8asst sich damit auch alles verdienen: Geld, Selbstwert und Macht, vor allem aber die Handhabung von Ohnmacht.}{\f1 \par }{\f1\fs26\cf1 \par }\pard\plain \s3\sa120\keepn\widctlpar\outlinelevel2\adjustright \b\f1\cgrid {Kulturchauvinismus als massenpsychologisches Lebensprinzip einer \ldblquote Vorsehung\rdblquote \par }\pard\plain \sa120\widctlpar\adjustright \f4\cgrid {\f1\cf1 Hellinger ist kein Faschist, der einen m\u228\'8achtigen Staat n\u246\'9atig h\u228\'8atte. Der Staat ist vielerorts unn\u246\'9atig geworden. Er behauptet, das Gl\u252\'9fck zu kennen, das die Menschen brauchen, und will auch zeigen, wie leicht dies zu haben ist: Durch W\u252\'9frde und Achtung, Demut und Bescheidenheit. Als ob das Gl\u252\'9fck in der Bescheidenheit l\u228\'8a ge oder aus Demut beschaffen sei. Das wird heute niemand mehr sagen, der gl\u252\'9fcklich ist. Diese Botschaft ist alt und will schon immer das Unbehagen der Menschen betreffen und zur Friedhofsruhe dr\u228\'8angen, die in ihren Lebensumst\u228\'8a nden kein Gl\u252\'9fck finden k\u246\'9annen und denen "Unbescheidenheit", Kritik und Widerstand vielleicht n\u246\'9atiger w\u228\'8aren. Hellingers Botschaft ist nicht nur das plumpe Gebot der Christenmenschen, sich bescheiden in Demut zu \u252\'9f ben, sondern das raffinierte Gebot der h\u246\'9aheren Weihe, das Versprechen eines eng\u252\'9fltigen Ausgleichs, einer bisher unbekannten Gerechtigkeit durch die G\u252\'9fte einer in sich \ldblquote ausgeglichenen Menschheit\rdblquote . Das ist dann der Zustand einer Endl\u246\'9asung, in der kein Streit mehr sein kann. Und hierf\u252\'9fr soll Hellingers Psychologie eine Philosophie bieten, die jeden Streit schon im Vorhinein ausl\u246\'9ascht: Als Vers\u246\'9a hnungsgebot und als Drohung zugleich: Wer gegen das Naturrecht des "Menschseins" verst\u246\'9a\u223\'a7t, der wird daran zugrunde gehen! Zugrunde geht man dann allerdings an den Lebensverh\u228\'8a ltnissen, in denen niemand mehr sein darf, der keine Bescheidenheit und Demut \u252\'9fbt.}{\f1 \par Es war schon immer das Interesse der M\u228\'8achtigen, dass Streit umgangen oder ausgeschlossen wird. Es sind ja ihre Verh\u228\'8a ltnisse, die da funktionieren und funktionieren sollen. Nur hie und da sind die Menschen noch nicht so gut daran angeglichen. Ihre Disfunktionalit\u228\'8at ist das Problem }{\f1\cf1 und soll m\u246\'9aglichst als ihr Problem behandelt werden}{\f1 . Hellinger ist ein instinktiver Machtmensch, der sich m\u228\'8achtig und entsprechend fl\u252\'9fchtig durch die Psychologie durchgelesen und sie durchprobiert hat, ohne dass er jemals an ihr Kernproblem formuliert h\u228\