| Buchstabe B | ||
Das Bankwesen begründet sich aus dem Kreditwesenn und dem Aktienhandel, insgesamt aus dem Handelskapital. | s.a. | |
Barbarei ist der Zustand einer Gruppe oder Gesellschaft, in welchem sich ihre Kultur im Prozess einer Zerstörung verselbständigt hat. Darin haben die sie konstituierenden Bestimmungen sich in ihr Gegenteil verkehrt, sind zur Bestimmung einer Selbstvernichtung geworden. Die Umkehrung verläuft durch die Abstraktion ihrer Kräfte (siehe Krise), die ihren Grund verloren haben und sich nun substanziell selbst aufbrauchen, von der Nichtung schließlich zur Gewalt, zur Vernichtung übergehen, um hieraus Substanz für sich zu erzwingen. Barbarei setzt voraus, dass es Bestimmungen gibt, welche die konkreten Beziehungen in solchen Gruppen zerstören und diese als Verhältnis der Geschichtsauflösung forttreiben, zur Abstraktion ihrer Geschichte selbst werden lassen, zu einer ewigen Wiederkehr ihrer Momente im Zirkelschluss unendlich sich fortbestimmender Krisen, zur "Farce der Geschichte", zur Selbstaufgabe ihres Fortschreitens durch Verneinung und Ausschluss ihrer Widersprüche und Konflikte. Der Zustand der Barbarei entsteht durch die abstrakte Begründung von Gewalt als Notwendigkeit eines Ganzen, das sich selbst als Heil bestimmt, um heil zu werden. Von dem her ist es die Selbstrettung einer abstrakten Allgemeinheit, welche Barbarei verursacht. Darin wird beschworen, was gemieden werden soll und gemieden, was beschworen wird (siehe z.B. den sogennanten "Kampf der Kulturen"). Bezogen auf einen ganzen Prozess, also logisch genommen, folgt dies einem Prinzip, das den Niedergang der Zusammenhänge als Fortschritt der Macht begeht (siehe Vernichtungslogik), die über die Begriffssubstanz ihrer Logik hinausgreift, weil sich deren Dasein erschöpft hat. So verwirklicht sich alleine das Nichtigsein und Nichtigsetzen der Zusammenhänge des Ganzen, das wechselseitige Sein durch das Nichtsein des anderen, die absolute Abstraktion gegen das Leben selbst. Barbarei ist die verselbständigte Zusammenhanglosigkeit als mächtiger und wechselseitiger Vernichtungsakt - solange, bis nichts mehr von dem ist, was das Verhältnis begründet hat. In der Barbarei ist die Wechselseitigkeit der Vernichtung sowohl impliziert wie aufgelöst. Sie ist das finale Prinzip der Realabstraktion, das seine Realität schon aufgehoben hat, Verwertung, die keinen Wert mehr zu erzeugen vermag und von daher ihre eigene Substanz durch Aufzehrung verwertet. Gesellschaften münden dann in Barbarei, wenn ihre Form dem darin praktizierten und verwirklichten Leben überkommen ist, wenn sie dem Leben als leere Macht überkommt, das sich darin nicht mehr erkennen kann. Dann wird die Form zum Prinzip von dem, was nicht ist und Nichts ist, absolute und leere Abstraktion, welche nur die Verwahrlosung des Seins bewirken kann. In diesem Sinne ist auch die Prognose von Karl Marx zu verstehen, dass der Kapitalismus zur Barbarei führt, wenn er nicht in Sozialismus übergeht. Keine Prognose hat über eine so lange Zeit hinweg sich bewahrheitet, wie diese. Am Anfang der bürgerlichen Gesellschaft war die Industrie und das darin entwickelte Kapital noch förderlich zur Entwicklung einer Gesellschaft, die sich aus ihrer Naturbefangenheit weitgehend emanzipieren konnte. Jetzt ist es umgekehrt: Wo das Kapital herrscht, treibt es die Gesellschaft nur noch zu ökonomischer, kultureller uind politischer Verwahrlosung. Die bürgerliche Philosophie rüstet sich seit dem 19. Jahrhundert (besonders durch Schopenhauer und Nietzsche) auf einen finalen Kampf der Menschheit, um der Macht gegen die Ohnmacht die Gewalt des Fortschritts zuzusprechen (siehe Sloterdijk). Sie hat sich damit in ihrer Selbstentfremdundung verfangen, denn dieser Fortschritt ist - wie die ökonomischen Schriften von Marx eindringlich belegen und seit 150 Jahren bewahrheiten - das Prinzip der Barbarei. Seit der Zeit, wo die Umkehr der Geschichte zum Faschismus kenntlich wurde, hat die Menschheit ein Ausmaß an Grauen und Grausamkeit hervorgebracht, die bis dahin undenkbar war. Die Herrschaft des Todes im Faschismus hatte die tödlichen Figurationen der Wirklichkeit absolut gemacht und ihre Reflexion sich unterworfen (siehe hierzu Freud und Adorno). Das war ein wesentlicher Grund für die Lähmung der Linken. Zugleich hat die Etablierung eines sozialistischen Staatswesens nicht die innere Kraft eigener Bildung gefunden, weil die Weltmärkte und die politischen und militärischen Gewalten es nicht zuließen - auch und gerade in der Zeit des westlichen Faschismus. Heute gibt es keinen Grund mehr, warum die Menschen der Todesmacht der derzeitigen Geschichte, dem Kapital, nicht entgegentreten können - außer dem Kapital selbst. | ||
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“Die Bildung der fünf Sinne ist eine Arbeit der ganzen bisherigen Weltgeschichte.“ (MEW EB I, S. 54If). Bildung kann eigentlich nur auf die Ausbildung der menschlichen Sinne in ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang bezogen sein, vor allem in der Bildung von Fähigkeiten, die in einer bestimmten Gesellschaft ein wirtschaftliches und kulturelles Dasein haben oder haben sollen. In den mit ihrer gesellschaftlichen Geschichte entwickelten Menschen haben diese die selben entwickelten Sinne, wie sie in der Sinnbildung ihrer Gesellschaft als ihre Kultur sich ergeben hat - allerdings auch mit den darin vermittelten Widersprüchen ihrer Lebensformen, also der Form ihres gesellschaftlichen Daseins zu den Inhalten dieses Seins. Von daher stellt sich in den Individuen einer Gesellschaft dieselbe Beziehung dar, wie sie außer ihnen auch gesellschaftlich existiert. Von daher hat marx das Indiduum als das "Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse" bezeichnet. Hiernach ist es unsinnig, das Individuum als solches schon im Gegensatz zur Gesellschaft, in der es lebt, zu begreifen - umgekehrt auch die Gesellschaft, als unabhängige macht gegen dieses. Dass eine Gesellschaft selbständig gegen die Individuen werden kann, setzt voraus, dass der gesellschaftliche Zusammenhang aus den Erzeugnissen der Individuen heraus eine Abstraktion entwickelt hat, die sich gegen sie bestimmt, weil sie eine Entäußerung ihres Lebens darstellt. Es ist dies dann eine der kulturellen Entwicklung der Menschen entgegenstehende Gesellschaftsform, eine anachronistische Gesellschaft. Zur Bildung würde demnach auch zumindest das Verlangen zu rechnen sein, diesen Widerspruch zu begreifen und daran interessiert zu sein, solchen Anachronismus aufzuheben. Aber Bildung ist inzwischen vor allem zu einem Maßstab des Bildungsbürgertums für die Beurteilung des Zustands der geistigen Entwicklung eines Individuums geworden, inwieweit es den Stand der Anpassung an ihre humanistischen Werte erreicht hat. Von daher verlangt dieses Bildungsverständnis auch eine Erziehung zum gebildeten Menschen, der in jene Welt gezogen werden muss, um an der Hochkutur teilzunehmen und zu ihrem Träger zu werden. |
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Für einen Bildungsbürger ist Bildung vor allem der Maßstab für die Beurteilung des Zustands der Entwicklung eines Individuums, inwieweit es den Stand der Anpassung an ihre humanistischen Werte oder Ideale erreicht hat. Dieses Maß ist in seiner Urteilsbildung vor allem dadurch gnadenlos, dass solches Bürgertum sich als Inhaber des menschlichen Geistes überhaupt begreift, ohne dies anders erweisen zu müssen, als durch Zitierung des gegebenen "Humanwissens", das es durch Wissens- und Literaturkonsum erworben hat. Adorno hat in seinem Text "Theorie der Halbbildung" diesen Umgang mit Wissen als Geistesform von Halbwissen herausstellen wollen, in welchem er die "Allgegenwart des entfremdeten Geistes" sah. Doch dies ist bloße Psychologie des Wissens und geht an der Begründung solcher Konsumbeflissenheit in der Wissensrezeption vorbei. Auch sehr gut gebildete Menschen taugen zum Bildungsbürger, weil sie schlicht und einfach an solchen Kulturidealen interessiert sind und keine Kritik hieran haben. Durch die Identifikation und Gleichschaltung von Wissenskonsum und Halbbildung zu einem "entfremdeten Geist", also durch die Ausgrenzung und Herabsetzung von unentwickeltem Wissen wird gerade die Abschottung des Bildungsbürgertums betrieben und eine Idealisierung von Wissen zum "wahren Wissen" schlechthin erreicht, das zwar nicht bewiesen sein und also auch nicht gewiss sein muss, aber durch kulturelle Beleumundung eine höhere Stufe der bewerteten Wahrheit erreicht. Von daher ist es kein Wunder, dass Adorno besonders im Bildungsbürgertum gut ankommt und Anwendung findet. Denn dort wird dann eben statt halben Sachen die "Wahrheit" selbst konsumiert. Und Adorno schreibt man nur noch in Großbuchstaben. Man könnte von daher auch darüber nachdenken, ob Adorno nicht gerade durch solche Abweisung oder eher Belehrung des Bildungsbürgertums zum Bildungsbürger erster Ordnung avanciert ist. |
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Bodenschätze machen die stofflichem Quellen aus, welche die Natur für die menschliche Arbeit bietet. Vom Standpunkt des Produktionsprozesses sind diese Schätze die Quellen der Natur, neben der Arbeitskraft die natürlichen Ressourcen für die Produktion. Im Unterschied zu dieser aber müssen Bodenschätze nicht reproduziert werden, werden also unmittelbar und final der Natur entnommen und mit dem Arbeitsprodukt verbraucht. Solche Ausbeutung der Natur ist besonders dadurch maßlos, dass der kapitalistische Produktionsprozess aus inneren Gründen des Verwertungszwanges dem Wertwachstum folgen muss und ihm alle Quellen aus seiner Logik heraus gleichgültig sind. Da Bodenschätze im Unterschied zur Arbeitskraft keinen Reproduktionswert haben, kann ihr Wert, soweit er nicht ihren Bergungswert, also den Wert der zur Bergung nötigen Arbeit ausdrückt, nicht als eine eigenständige Größe in den Verwertungsprozess eingehen; er bliebe bloßer Rechenfaktor der im Konsum vernutzten Naturmaterialien. Erst aus dem Maßanteil, was Bodenschätze dem Mehrprodukt vermitteln, wird ihr Wert manifest, also in der Potenz optimierter Vernutzung von Natur, welche die Mehrwertrealisation des Mehrprodukts bestimmt. Da die Rohstoffe mit vorgeschossenem Kapital finanziert werden, wird dieses beim Verkauf der Produkte lediglich zurückgeführt. Aber der Wert der Bodenschätze oder der Pachtgewinn an der Nutzung von Boden begründet sich nicht hierin, sondern aus dem Kapital, das in der Vernutzung gewonnen werden kann, also aus dem Anteil des Mehrwerts, der die Rendite des Grundes, die Grundrente bildet. Sie ist vollständig unabhängig von der realen Produktion des Mehrprodukts, aber vollständig abhängig von der Realisation des Mehrwerts. In dem Maß, wie sich Mehrwert und Mehrprodukt in gegensätzlichen Kapitalkreisläufen, im produktiven und im zirkulierenden Kapitalkreislauf, bewegen und akkumulieren, wird der Wert der Grundrente auch durch Kulturunterschiede bei kapitalmäßig getrennten Lebensräumen (Nationen), also aus unterschiedlichem Lebensstandard im Wertverhältnis der Finanz- und Devisenmärkte, beeinflusst. Mit fortgeschrittenem Kapitalismus, in welchem die Grundrente zu einer selbständigen und internationalen politischen Größe geworden ist (siehe Globalisierung), geht dieser Wert kaum mehr in einen geschlossenen Reproduktions- und Konsumtionskreislauf ein. Er bestimmt sich daher fast nur noch auf dem Devisenmarkt der erdölproduzierenden Ländern. Dieser wird durch die Abhängigkeit der armen Länder mittels Monokultivierung und auch durch vielfältigen unmitelbar politischen Druck beeinflusst. Deshalb geht es den reichen Ländern in diesen Ländern nicht mehr nur um die Werte der Devisen und der Rohstoffquellen, sondern vor allem um Einfluss auf die Region, in der sie vorkommen, also um die Bestimmung ihrer Besitz- und Lebensverhältnisse durch Preisdiktat, Ausbeutung ihrer Infrastrukturen und Entwertung durch Kulturzerstörung. Von daher werden die Kulturen dieser Länder unmittelbar vom Kapital der reichen Länder beherrscht. Der Kampf hiergegen wird daher nicht mehr als Klassenkampf zwichen Kapital und Arbeit, sondern als eine Art Kulturkampf und als "Kampf gegen den Terrorismus" geführt (siehe Kampf der Kulturen). Öl und Gas sind im Brennpunkt dieser Rohstoffe, weil sich durch sie das Wichtigste, die Energie zum Unterhalt billiger Produktions- und Verkehrsmittel, im gegebenen Interesse als Gebrauchswert entwickeln lässt. Aber auch andere Bodenschätze werden noch hinzukommen, besonders das Wasser. Wer darüber verfügt, kann die Werte schöpfen, die sich in keiner Produktion so schnell erschöpfen. Es sind nicht nur die Scheiche, die vor Geldreichtum nicht wissen wollen, was sie damit zu tuin hätten. Es sind alle Kapitallhändler, die auf dem Finanzmarkt pokern, weil sie wissen, dass ihr Geld niemals so wichtig ist, wie Kapitalanteile für sie sein können. Zu den Bodenschätzen im Sinne von Ressourcen muss auch die Luft und der Luftraum gezählt werden, welche zunehmend auch durch ihre Eigenschaft, elektromagnetische Wellen zu übertragen von wertmäßiger Bedeutung ist. Der Irrsinnspreis für die Vergabe von Lizensen (z.B. für UMTS) zeigt das Kalkül der Grundrente am deutlichsten: Nur wer da mit kann, dem gehört die Entwicklung. | s.a.
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s.a. | ||
Dadurch, dass sich Vernunft aus der Güte des Menschseins begründet, ist das Unvernünftige auch das Ungute, das Schlechte zugleich auch das Böse. Aufklärung begründet sich letztlich nur hieraus: Sie will das Böse verhindern, indem sie das Gute als menschlichen Imperativ setzt. Es ist die Grundlage der westlichen Ethik, die das Böse nicht zu integrieren vermag, sondern als die Hölle auf Erden von sich weist. Dem Gutmenschen als überzeugtem Auflklärer ist nichts selbstverständlicher, als dass das Unvernünftige schlecht ist und das Schlechte im Verstoß gegen den Imperativ der Vernunft naturgemäß amoralisch ist und schon deshalb bekämpft und sanktioniert werden muss. Das Gute bewegt sich im Zirkelschluss seiner Selbstdefinition und bleibt somit nur in der Kenntnis von sich, also ohne wesentliche Erkenntnis von dem, was anders ist. Aber gerade was die Menschen nicht kennen, könnte äusserst interessant für sie sein und ihre Neugier und ihren Forscherdrang beflügeln. Dies macht schließlich Entwicklung und Geschichte aus. Aber wo das Böse ausgeschlossen sein und bleiben muss, ist jede Ungewissheit bedrohlich und so begründet sich das Gute nur in der Vergangenheit, im Heil des Erreichten. Vom Standpunkt einer heilen Welt, in der die Berrschung des Ungewissen vor allem anderen steht, kommt es ihnen ungewöhnlich, nicht heimisch, unheimlich vor. Dort, wo sie ihre Gewissheit verloren haben (z.B. in einer Krise), wird das Ungewisse zur Macht gegen sie und also zum allgemeinen abstrakten Gegner, zum Bösen schlechthin. In fast jedem Streit um des Schönen und Guten willen, wird die Entgegensetzung von Gut und Böse fortgetrieben, oft aus stringenter Ableitung aus dem Guten, bis hin zu einer Konstatierung des Abscheulichen, des Monsters, der Lebensbedrohung durch das Anderssein des Anderen. Was Liebe war, wird zu Hass, um ihrer Beschränkung eine Grenze zu verleihen, um Wesensunterschiede festzustellen, die zuvor bedeutungslos waren. Es geht hier eigentlich um die Erkenntnis eines mittelbaren Wesens, was hinter derm Streit steckt, also um die Erkenntnis eines Begriffs, in welchem sich Menschen, die sich wirklich geliebt haben, im Streit entzweien. Er könnte dann für jeden fruchbar sein, wenn sich der Streit als notwendig erklären lässt. Bleibt es bei der Selbstgerechtigkeit von Gut und Böse, so bleibt es auch dabei, wer gut und wer böse zu sein hat: Der Streit ist unendlich. Das Böse ist daher auch keine Projektion, sondern die notwendige Einfältigkeit eines Kampfes um die rechte Moral, die zu klären hat, was immer unerklärbarer wird. Das Verhältnis verliert mit der Moral seine Liebe und Kultur: Die Zerrüttung selbst wird das Unheil, das keine Parteien haben kann; das Heil erscheint als Notwendigkeit für jeden - sei es durch Trennung, Entfernung aus dem Streit oder durch die Ausschaltung des Gegners in sich oder durch sich. Er muss hierbei allerdings notwendig seine eigene Realität aufgeben, seiner eigenen Wirklichkeit und Wirkung entkommen, um für sein Seelenheil weiter zu leben. Nur in seinem Seelenbunker bleibt ihm das Böse wirklich äußerlich und ermöglicht die räumliche Entfernung und die Entfremdung hin zur Selbstentfremdung. Was zwischenmenschlich geschieht, wird in der Politik gerne benutzt, um gänzlich andere Interessen (z.B. Machtinteressen, Besitzansprüche) zu realisieren. Hier jedoch geht es nicht um Liebe und schon gar nicht um Kultur, sondern um Krisenmanagement. Das Böse wird hergenommen zur Verbrämung von Machtinteressen, zur Vorbereitung eines Angriffs in einem Kulturkampf, hinter dem diese Interessen durchgesetzt werden sollen. Was im Volk zwischenmenschlich geschieht wird also zum Legitimationsmuster politischer Interessen und wird daher auch von Populisten und ihrer Presse (siehe Propaganda) besonders an "den einfachen Menschen" und dessen Lebenspraxis getragen, um höchst komplexe "Lösungen" für ihre Machtpolitik zu erzielen. Es zeigt sich besonders dort die scheinbare Interessensgleichheit des praktischen Bewusstseins mit der politischen Praxis der Kulturpolitik (siehe auch Kulturstaat) als besonders fatal. Der Moralismus, der im Begriff des Bösen steckt, ist immer vernichtend, weil er die Achtung vor dem Gegner aufhebt. Er kann also nur in der Missachtung der Auseinandersetzung mit ihm sich umsetzen und setzt ihn als Verurteilten, als Schuldiggesprochenen vor das eigene Gericht, wie immer er das auch begründen mag (z.B. auch durch das Menschenrecht). Die politische Verwendung dieses Begriffs zeugt immer von absolutem Vernichtungsinteresse. Dies weiß auch dessen Objekt und wird sich auf eine Vernichtungsschlacht mit all ihren Folgen einstellen (siehe auch Terrorismus). |
s.a. | |
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