| Buchstabe I | ||
Das ICH ist ein Konstrukt, welches in der Philosophie und Psychologie zur Kennzeichnung der Ganzheit einer Persönlichkeit in ihrer individuellen Ausprägung und Identität verwendet wird. Die Gleichung dieser Konstruktion meint, dass sie durch sich selbst, ICH=ICH ist. Dies gibt es aber nur ideell als Notwendigkeit der Identifikation in der Selbstunterscheidung einer unmöglich gemachten Identität, nicht wirklich als Identitätsbehauptung einer Unmöglichkeit. Damit wurde diese Unentschiedenheit des Individuums mit dem Konstrukt selbst zu einem Begriff, der sie aller Reflexion aus ihrem Sein enthebt. Das ICH als Reflexion ist schon dem Wort nach ein Unding. Ich kann nicht ICH sein; das wäre genauso, als könnte ich Knie sein, oder Fuß oder ... Selbst wenn ich ein Arsch bin, weiß ich, dass es so ganz auch nicht wahr sein kann. Ich mag beseelt sein oder eine Seele haben, das ist aber immer schon Reflexion von etwas an mir - das ist nicht ICH als Ganzes. Und selbst wenn ich Scheiße baue, bin ich nicht Scheiße muss es nicht leugnen, um zu sein, ich muss mich nur fragen, WAS ich gemacht habe, nicht ob ICH was gemacht habe. "Ich denke (fühle, rede, schreibe usw.), also bin ich". Die Aufklärung hat bei aller Trennung von Geist und Körper, die sie dem Denken zugemutet hat, immerhin die Selbstevidenz des Menschen als Anspruch gegen Gott gegründet. Selbstevidenz ist die Grundlage meiner Selbstgewissheit und auch meines Selbstzweifels. Wenn ich bezweifle, was ich gemacht habe oder ob ich es war, der das gemacht hat, muss ich den Zweifel verfolgen, um mit mir identisch zu werden. Nicht mein ICH steht im Zweifel, sondern ich bezweifle etwas, weil ich es nicht erkennen kann. Es hat für mich (noch) keinen Sinn und steht daher für mich im Zwiespalt. Das Ich gilt bei Hegel als Subjekt des Bewusstseins, das im Gegenstand seines Denkens sein Objekt erkennt, der sich schon vor ihm unterschieden hat (Enzyklopädie III, S. 202). Als solches ist es, weil es sich darin von seinem Geist unterscheidet, weil es sich in seinem Gegenstand anschaut. Der objektive Geist hat sein Subjekt erst nötig, um zu werden und ist daher für Hegel objektiv durch das Subjekt bestimmt. Vielleicht auch als Theoretiker des Ichs? Ohne ihn wäre es eine reine Tautologie: Ohne mich kann ich nicht sein. Ich müsste mich selbst als Gegenstand haben, also mich selbst als nichts ansehen, um Ich zu sein. Als Begriff der Psychologie gilt das Ich für das Moment individueller Identität, als Ort des Willens; - in der Psychoanalyse für das Selbsterhaltungsinteresse des Individuums (Selbst) im Bezug der Psyche zur Realität. Die Ich-Psychologie fasst darin die Leistungen zur Selbstinterpretation zusammen, um die Selbstbehauptung in einer ihr entgegengesetzten Welt zu stützen. Freud versteht das Ich als wesentliche Struktur der Persönlichkeit, welche die "inneren Strebungen" der Seele mit den realen Gegebenheiten in Einklang bringen muss. Später spricht er auch von Ich-Trieben, die sich nicht mehr aus der Vernunft des realitätsgerechten Verhaltens, sondern aus der Ablösung von den Sexualtrieben (siehe Geschlechtstrieb) selbst als Libidoübertragung unmittelbar narzisstisch begründen (GW VIII, S.234) Die in diesem Verständnis vom Menschen, in dem hierin vollzogenen Erkenntnisinteresse, aufscheinende Trennung von subjektivem Streben und objektiven Bedingungen macht ein Erkenntnisproblem der Aufklärung in ihrem Verständnis von menschlicher Natur aus, die sich selbst als Vermittlung verstehen will: Ich bin durch die Vernunft, die mich nicht sein lassen kann, wie ich bin, weil etwas in mir ist, das außer sich ist. Die Vernunft als Selbstbeschränkung allein lässt mich demnach Ich sein: Ein Widersinn in sich. Das Ich ist eine nominalistische Gedankenkonstruktion, die an alles hingesagt werden kann, was mich sein lässt, ausmacht, objektiv hat. Es ist das vom Menschen veräußerlichte seiner Selbst - als Individuum für sich gedacht: Der entfremdete Mensch in seiner Einzelheit als Kategorie; die Monade als theoretischer Mensch. Daher ist es richtiger, anstelle eines solchen Begriffes die Selbstbezogenheit des Gedächtnisses zu setzen, das der Ort und der Stoff menschlicher Identität ist und den Prozess der Seele zum Selbst durchläuft. | s.a.
| |
Die Ich-AG ist ein "Unwort", eine Wortschöpfung der Hartz-Kommission zur offiziellen Erfassung der Selbstausbeutung als Mittel der Krisenbewältigung auf dem Arbeitsmarkt durch selbständige Entwicklung von Beschäftigungspotential (neue Märkte, neue Kundschaft). An dem Begriff ist alles faul, was faul sein kann: weder gibt es dieses Ich, was sich vermarkten könnte (es bleibt alleine der Fleiß und die Dienstbeflissenheit), noch gibt es das Aktienkapital, das ihm angedient würde (es handelt sich lediglich um ein Staatsdarlehen). Es gibt also eine finanzielle Starthilfe des Staats aus dem Sozialtopf, dem alles abgeht, was Kapital ist und der alternativ zur gewöhnlichen sozialen Hilfe mit dem Wink vergeben wird, dass man sich fortan selbst um das zu kümmern hat, worum man sich gar nicht mehr kümmern kann: das Arbeitsarrangements und seine Zukunft und angemutete Teilhabe an einem Gewinn. Der einzige Gewinn jedoch ist der Selbstverlust. Es handelt sich hier lediglich um eine Möglichkeit, die Verlängerung des Arbeitstags wiederum "von hinten" einzuführen. Durch die Ich-AGs wird eine Konkurrenzlage erzeugt, die den immer weniger werdenen Lohnarbeitern die Löhne in einem Maße drückt, wie es die Arbeitslosen alleine als Nichtarbeiter nicht gekonnt hätten, da die nicht als Konkurrenten auf dem Markt der Angebote auftreten. Die absolute Selbstausbeutung wird also das soziale Mittel des Kapitalismus gegen den Fortschritt, den die Geschichte gebracht hatte: Die Reduktion der Arbeit, die sich als Verelendung durch Überarbeitung gestaltet (s.a. Negativverwertung). |
s.a. | |
Ideal >> Weiterleitung zu ID | ||
Idealisierung >> Weiterleitung zu ID | ||
Idealismus >> Weiterleitung zu ID | ||
Idee >> Weiterleitung zu ID | ||
Identität >> Weiterleitung zu ID | ||
Identitätsangst >> Weiterleitung zu ID | ||
Identitätsfindung >> Weiterleitung zu ID | ||
Ideologie >> Weiterleitung zu ID | ||
Ideologiekritik >> Weiterleitung zu ID | ||
Ideologischer Begriff >> Weiterleitung zu ID | ||
Idol >> Weiterleitung zu ID | ||
Mit Imperialismus wird das Herrschaftsstreben von reichen Nationen über arme Nationen bezeichnet (lat. imperare = herrschen). In dieser Bedeutung kam der Begriff zu den Großmachtbestrebungen Napoléon Bonapartes auf. Besonders mit dem Nachlassen des Kolonialismus, welcher ein militärischer Imperialismus war, wurden nationale Machtstrebungen auf unmittelbar ökonomischer Grundlage verdeckt, besonders in imperialistischer Preispolitik (siehe Devisenmarkt). Das Preisdiktat der reichen Länder brachte die armen in große Bedrängnis und zwangen sie zu einer Monokultivierung ihrer Produktion. Dies hält noch weitgehend bis heute an, verlagert sich aber zunehmend auf eine Verschuldungspolitik, in welcher "Abzahlungsregelungen" nicht mehr national, sondern international (Weltbank) "geregelt" werden. Inzwischen wird Imperialismus weitgehend von einem Finanzmarkt vollzogen, der nicht mehr national auftreten muss. Von daher ist es nicht mehr besonders sinnig, überhaupt von Imperialismus zu reden. Das Kapital tritt inzwischen vor allem als internationale Spekulation auf den Aktienmärkten auf. Von daher irrte Lenin mit der Feststellung, dass der Imperialismus "das höchste Stadium des Kapitalismus" sei, in welchem die Staaten unmittelbar als Staatsmonopole autreten würden und darin unbegrenzt mächtig wären. Er kannte noch nicht die Globalisierung, die politische Auflösung der Kulturen und der Nationalstaaten durch fiktives Kapital. |
s.a. Das Imperium schlägt zurück | |
In jedem Individuum steckt das Ganze der Gesellschaft. Individualisierung ist die Umkehrung hiervon: der Aufhebungsprozess von Individualität durch gesellschaftliche Formbestimmung des Individuums, zum Beispiel über die Heraussonderung von Individuen aus ihrer Gesellschaft durch gesellschaftliche Kategorien, die das Individuum bewerten (z.B. Psychische Krankheit), ohne sich auf es gesellschaftlich zu beziehen. Sie bedeutet die Isolation eines Teils aus dem gesellschaftlichen Ganzen. Oft findet er auch als Privatisierung statt, in welcher gesellschaftliche Funktionen durch Verwertunginteressen ersetzt werden. | ||
In jedem Individuum steckt das "Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse" (Marx), das Ganze der Gesellschaft. In der Beziehung der Individuen drückt sich Gesellschaft aus: Die Möglichkeiten, Mengen und Inhalte ihres Bezugs ist die Gesellschaft wie auch ihre Individualität. Die Darstellung des Individuums in der Gesellschaft ist die Darstellung der Gesellschaft im Individuum. Auch wenn ihre Beziehung abstrakt ist, wenn die Teile im Ganzen nicht aufgehen und das Ganze die Teile nicht bezieht, so ist doch dem Inhalt nach kein Unterschied zwischen beiden. Diese Identität ist nicht unbedingt wahrnehmbar, aber sie wird immer wahrgehabt, wenn sie an unterschiedlichem Ort auftritt: sei es als Bedürfnis oder Arbeit, als Kultur oder Natur, Familie oder Staat. Wo Gesellschaften ineinandergreifen, (z.B. als Dienstleistungsgesellschaft, die vom Import fremder Arbeit lebt), da sind auch die Individuen durcheinander ergriffen von dem Zusammenhang, in dem sie sind und den sie wahrhaben. Die gesellschaftliche Bestimmung ist zugleich individuelle Bestimmung und die Bestimmtheit der Individuen stelt sich auch als bestimmte Gesellschaft dar. Jedes Individuum ist dem Inhalt nach daher auch im bestimmten Verhältnis zur gesellschaftlichen Veränderung fähig, wie auch jede Gesellschaftänderung jedes Individuum ergreift. Die Emanzipation des Individuums kann daher nicht von der Emanzipation der Gesellschaft getrennt werden. | s.a. | |
|
| ||
Inflation (lateinisch: "Sich-Aufblasen", "Aufschwellen") ist eine Geldentwertung, die sich darstellt als eine überschüssige Geldmenge. Geld muss als Realwert und als Zahlungsmittel die reale Warenzirkulation darstellen, ihr also entsprechen. Da es hierbei Maß der Werte ist, ist es wesentlich wertabhängig. In ihm müssen sich daher auch alle Wertschwankungen ausdrücken, was dann nicht mehr möglich ist, wenn zu wenig Waren auf dem Markt sind. Das Geld wird hiergegen wertloser, als es seiner vorhandenen Menge entspricht. Inflation entsteht daher in Wirtschaftsphasen, in denen Produktion und Konsumtion nicht mehr hinreicht, um dem Geldmarkt zu entsprechen - meist Ausruck einer Krise, in der Produktion und Konsumtion zurückgeht. Die Produkte werden hierduch relativ überteuert, ohne dass ihr Wert dies abdecken kann, ohne dass also die zirkulierende Geldmenge hierfür adäquat sein kann, weil die Wertrealisation nicht in dem Maß gelingt, wie es der Masse der angewandten Geldwerte (siehe auch Wertmasse) entsprechen müsste. | s.a. | |
|
Information ist das Wissen um den Gebrauch das Gewöhnlichen, mit dem man Umgang hat oder sucht. Man muss informiert sein über das, womit man zu tun hat, muss nicht unbedingt wissen, "was die Welt zusammenhält" oder dergleichen. Information muss zur Verfügung gestellt werden, wo Menschen etwas auch gebrauchen können sollen und ist von daher unmittelbar auf den Gebrauchswert der Sachen bezogen. Und der ist eben die Bedingung, dass der Markt funktioniert und Wert gebildet und verwertet werden kann. Dies kann sehr weit gehen, z.B. auch bis zu einem Informationswert der Bibel, die doch alles andere als eine Information darstellt. Aber auch sie enthält Vorschläge, wodurch der Umgang unter herrschenden Lebensbedingungen erleichtert wird (z.B. zum Maß aller Egozentrik: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst"). Auch wird Musik nicht unbedingt zur Vermeidung unbegreifbarer Leeregefühle komponiert. Aber sie ist hierfür brauchbar und viele musikalischen Effekte und Reize werden auch nur hierdurch verkauft. Auch das wird duch binäre Daten ins Haus getragen, die der Informatik zurechnet werden. Informationen muss man haben, um die herrschenden Gewohnheiten und auch Denkgewohnheiten zu übernehmen oder nachzuvollziehen, die keine Gewissheit haben, aber ein gewisses Erleben, Wissen und Fühlen in einer ungewissen Welt ermöglichen. Information ist von daher auch der Sammelbegriff des Möglichkeitsdenkens, der Gedankentätgkeit des Pragmatismus, wie Denken im Liberalismus und Neoliberalismus allgemein verstanden wird. Das auf seinen Informationsgehalt reduzierte Wissen ist der Stoff eines Wissenschaftspluralismus, bei welchem wissenschaftliche Erkenntnis ausgeschlossen, wissenschaftliche Erkenntnisidentität unmöglich und von daher unendlich ist. Der "wissenschaftliche Beweis" reduziert sich auf das Quantum der Information (Stichprobe, Items, Facts oder Dates), welche nach subjektivem Ermessen einer Hypothese im Zahlenwert einer Statistik vermessen ist und mit ihr signifikant gilt. Gerade bei der endlosen Vielfalt der Anschauungen und Denkansätze dieser Geisteshaltungen, bei denen Wahrheit und Gewissheit als Wissenschaftsanspruch ausdrücklich ausgeschlossen worden war, ist Information die einzige Möglichkeit, unendlich gewordenen Verstand aufzufassen. Was in den bürgerlichen Wisssenschaften geläufig ist oder diskutiert wird, kann man nur durch Information kennen, um sich mit ihren Anwendungen auseinandersetzen zu können. Mit Wissen selbst hat dies nichts zu tun. Information mag Voraussetzung und Folge des Wissens sein, aber Wissen gibt es nur durch Gewissheit, welche sinnlich und geistig erwiesen und möglichst auch bewiesen ist. Von daher kann Information nicht selbst systemüberwindend sein, wenn auch hierzu Information nötig sein kann. Im Unterschied zu Wissen ist die Information ein Mittel der Anwendung, der optimalen Nutzungsfähigkeit von Gegebenheiten. Sie ist auch ein Mittel der Anwendungsbereitschft, also die Verfügbarkeit des für eine bestimmte Anwendung zur Verfügung gestellte Wissens, welches adäquates Handeln überhaupt erst möglich macht: wesentlich Nachricht. Eine Information ist nur an ihrer Brauchbarkeit für Vermittlung von Bezügen innerhalb gegebener Beziehungen bemessen, also an ihrer Tauglichkeit für Handhabungen unter Bedingungen, die keinen Zweck für sich wirklich haben. Man muss z.B. über Hintergründe informiert sein, um im Vordergrund adäquat zu entscheiden, was durch Information an Wissen möglich ist. In einem Text des Wertkritikers Ernst Lohoff ("Der Wert des Wissens") wird Information zu einem Wissensgut umgedeutet, das nicht Ware und von daher wesentlich marktunabhängig, also unmittelbar gesellschaftliches Allgemeingut sei, das besonders durch dessen immatrielle Vervielfältigung an sich nicht kapitalisierbar wäre. Von daher sei das Geld, das dafür ausgegeben wird, dem auch nicht adäquat. Es geht in diesem Aufsatz nicht um ein Nachdenken über komplexere Verwertungszusammenhänge, wie sie in der Werbeindustrie z.B. gang und gebe sind, sondern darum, dass der Verkauf von Information, die mit Wissen gleichgesetzt wird, eine neue Qualität des Marktes darstelle, weil damit eine unmittelbare Produktion von "Universalgütern" veräußert würde, die an und für sich keinen Wert haben könne: "Wenn die Privatproduzenten von Universalgütern nicht zur Wertschöpfung beitragen, dann kann die Expansion dieses Reichtumssektors auch nicht zur Erweiterung der gesamtgesellschaftlichen Verwertungsbasis führen. Im Gegenteil, die an Microsoft und Co fließende Informationsrente stellt, gesamtgesellschaftlich betrachtet, einen Abzug von der Wertmasse dar. Wenn der Übergang zum Informationskapitalismus primär die Produktion privatisierter Universalgüter beinhaltet, dann handelt es sich bei der Vorstellung eines selbsttragenden informationskapitalistischen Akkumulationsschubs um eine Fata Morgana.". Nun, dann wäre also auch alles, was bleibenden Besitz als rein politischen Besitz darstellt, z.B. Grundbesitz, Arbeitskraft, Wohnungsbesitz, Besitz von Verkehrmitteln und Telefonleitungen und Funkfrequenzen eine "Fata Morgana", weil sich darin kein "Akkumulationsschub" darstellt (hatte eigentlich auch niemand behauptet). Aber was soll jetzt neu sein? Ganz einfach: Das gehört allen und wird von allen besessen, weil sie natürlich auch danach besessen sind. Die Formbestimmung des Kapitalismus, die Entgegensetzung von Eigentum und seiner politischen Form, dem Besitz, ist damit zumindest ideell ins Allgemeine hin aufgelöst und die existenzielle Raelisation des eigentumslosen Einzelwesen wird wieder mal mit "Kommunismus" asoziert - eine weitere Träumerei im Schlaraffenland des Kleinbürgertums, wie sie ja in der Wertkritik schon mit dem dortigen Arbeitsbegriff überhaupt angelegt ist. Es fehlt hier einfach das Begreifen des fiktiven Kapitals, das unsere Welt inzwischen beherrscht und eine Art Feudalkapitalismus entwickelt hat. Das hat überhaupt nichts mit Information zu tun. Nicht diese wird hier verwertet, sondern Kulturgüter aller Art. Diese werden durch die Elitebildungen der politischen Kultur zu Mitteln der Auspressung von Menschen zur Verwertung ihrer Arbeitskraft und ihrer Bedürfnisse. Informiertheit ist eine Eigenschaft, die Menschen vor allem haben müssen, die mit den bestehenden Verhältnissen umgehen können müssen. Von daher ist dies eine der wichtigesten Charaktereigenschaft der flexiblen Persönlichkeit. Es ist selbst Ausdruck von Flexibilität, folgt es doch vor allem den Anliegen des Marktes, den rechten Gebrauch der Sachen vorzustellen (siehe auch Werbung). Von daher ist zum Beispiel das Internet entstanden als einer der wichtigsten Werbeträger. Dabei ist alles gut, was Information beischafft, sei sie nun unmittelbare Werbung oder nicht. Projekte wie z.B. Wikipedia werden von vielen gößeren und kleineren Unternehmen selbst als Werbemittel unter eigenem Logo eingesetzt. Immerhin kann man durch die freiwillige Arbeit von anonymen Autoren eine hohe Komprimiertheit von Informationen und Denkgewohnheiten dort in der Form vorfinden, wie sich ihre Eintragung unter "Wikipedianern" durchgesetzt hat. Dies wird von Wikipedianern auch positiv wahrgenommen, so dass sie sich dazu getrieben sehen, wirklich kritische und nicht konforme Artikel mit großem Aufwand in sogenannten "Edit-Wars" zu zensieren, worin der Oberhand behält, der am besten "revertieren" oder löschen kann (so wurden z.B. über 300 Verlinkungen, welche Wikipedia-Anwender dort zur Kulturkritik.net angebracht hatten, binnen 14 Tagen vollständig gelöscht, weil auf der Kulturkritik.net die These vertreten und naturwissenschaftlich unterlegt worden war, dass die USA den Flugzeugeinsturz auf das WTC zur Sprengung desselben und zur Veranlassung der "Antiterror-Kriegspolitik" hergenommen hatte). Information ist formiertes Wissen, Wissensform. In reiner Form ist sie formbestimmtes Wissen, also ein Wissen, das sich formalisieren lässt und durch den Zweck der Formalisierung bestimmt ist. Als dieses ist sie jenseits aller Gewissheit des Wissensinhalts und dessen Beweises zu einer Form fixiert, die für den Gebrauch nützlich ist, meist auch getrennt von seiner Quelle. Es dient der nützlichen Handhabung von Gegebenheiten, ist im Grunde immer pragmatisch (z.B. als Nachricht, Gebrauchsanleitung, Absprache). Information hat von daher keinen anderen, als einen rein praktischen Grund der Funktionalität. Für sich ist sie ohne Sinn und jenseits aller Begrifflichkeit. Von daher wird Information selbst willkürlich angewendet und ist den aktuellen Mächten der Vermittlung unterstellt. Information kann von daher auch jederzeit gegen Wissen gerichtet werden, z.B. im Zweck, Wissen zu "neutralisieren". Hierfür dient z.B. Desinformation oder Überinformation (eine Verfüllung von Wissensinhalten mit Ungewissheiten und Begriffsvermüllung, von dessen Argumentation von der Nachvollziehbarkeit entfernt). Politisch wird information daher gerne als Desinformation angewandt, um Wissensinhalte zu verschlammen, d.h. durch extrene Vereinfachung zu neutralisieren oder sogar in ihr Gegenteil zu verkehren. Information ist insgesamt Wissenstransport für bestimmte Anwendungszwecke, also nicht Wissen überhaupt. Der in der Politik oder Produktion notwendige Wissenbedarf wird durch Infomration nicht inhaltlich bestimmt, sondern nur in Bezug auf Nutzen und Zweck an Ort und Stelle. Information ist also wesentlich Agenturtechnik, wie sie in den öffentlichen Medien und den Institutionen des Marktes (z.B. Immobiliern, Werbung, Internet) zu manchmal auch nicht unmittelbar eindeutigen Anwedungszwecken geboten werden. Von da her ist Information eine der wichtigsten Leistungen in einer Dienstleistungsgesellschaft. Da sie sich unmittelbar allerdiungs vorwiegend aus der Abstraktion der gesellschaftlichen Zusammenhänge begründet, hat sie keine subjektive, somit auch keine gesellschaftliche Substanz und kann für sich keine Transzendenz zu einer anderen Gesellscchaft enthalten - wenn auch die Übermittlung transzendenter Inhalte durchaus nützlich hierfür sein kann. |
s.a.
Ulrich Sigor (1998): | |
Der Begriff einer Informationsgesellschaft entspringt dem Neoliberalismus und behauptet einen gesellschaftlichen Zusammenhang durch Information, durch welchen eine Gesellschaft sich aus reinem Informations- und Wissensaustausch - sich materiell also im "freien Spiel der Kräfte" durch Informiertheit - entwickeln würde und sich jeder bestimmten praktischen Notwendigkeit entziehen, sich also auch frei hiervon entschließen und entfalten könne. Es ist dies ein Begriff, der sich gegen die Notwendigkeit seiner Bedingtheit, gegen die Bestimmtheit des Indormiertsein-Müssen getrennt hat und somit als Begriff einer neoliberalen Ideologie fungiert. Er will besagen, dass darin sich bereits die Überwindung der Notwendigkeiten der bisherigen Gesellschaftsform vollziehen würde, dass eine Informationsgesellschaft nicht mehr auf Arbeit gründen würde, die praktische Freiheit von notwendiger Arbeit beinhalte, weil sie die Gesellschaftsform moderner Technologie sei. Hierin wird bloß informelles Wissen als Produktionsfaktor verstanden, der sich über informelle Verbindungen (z.B. Agenturen oder Genossenschaften) bewirtschaften ließe und der zunehmend zum ausschließlichen Faktor gesellschaftlicher Produktivität werde. Von daher wird diese Entwicklung von einigen intellektuellen Gruppierungen auch schon als systemtranszendierende gesellschaftliche Keimform einer Wesensveränderung der Gesellschaft verstanden (siehe z.B. Wertkritik). Informationsgesellschaft soll demnach auch eine neue Kultur entwickeln, in welcher das gesellschaftliche Zusammenwirken selbst auf informellen Beziehungen (z.B. Internet) gründen würde. Ein solcher Begriff ist - wie der einer Leistungsgesellschaft - ein Widersinn in sich: Gesellschaft ist Information, weil Information Gesellschaft macht. Worüber informiert sie dann? Natürlich über sich, über ihre Rezepturen und Haltungen und Werte. Und wozu? Um in aufgeklärter Gesellschaft zu sein, um Aufklärung im Wissen auch gesellschaftlich zu saktionieren und zu vollstrecken. Der gesellschaftliche Gehalt von Information ist damit geradezu in sein Gegenteil verkehrt, zum Mittel eines Selbstzwecks der Aufklärung an sich. Zwar ist Information und ihre Agentur eine wichtige Technik der Bezugsvermittlung in einer Dienstleistungsgesellschaft. Aber sie kann kein gesellschaftliches Wesen sein, weil dies hieße, dass sich aus Information Gesellschaft begründen und entfalten könnte, die im informellen Bezug von Hier und Dort und Jetzt und Nachher sich erschöpfen könne. Informelle Vermittlung wäre damit eine Produktivkraft, welche einen wirklichen Zusammenhang z.B. als gesellschaftliche Agentur stifte und entwickle. Eine Agenturgesellschaft, also eine Gesellschaft, die nur aus Agenturleistungen begründet wäre, kann es aber nicht geben. Worüber sollte die informieren, was wirklich anders wäre, als das, was Information wirtschaftlich längst ausmacht: Nützlichkeit in einer Welt abstrakt geteilter Arbeit und ebensolchen Konsumverhältnissen? Ist nicht ein Großteil der Information, nämlich alles, was nicht Wissen ist, nicht zu einem immer größer werdenden Teil sogar überflüssig - z.B. als Spam, Müll oder Prothese denaturierter, weil isolierter Armseligkeit (Computerspiele, Sex am Bildschirm)? So wäre eine "Informationsgesellschaft" als Gesellschaft voller Informations- und Unterhaltungsautomaten eher als Gesellschaftsform des Tittytainments anzusehen, als dass darin eine gesellschaftliche Fortentwicklung zu erkennen wäre. Und auch wenn es um Sachen geht, die Information verlangen, und die Menschen dadurch wirklich weiterkommen: Gibt es einen Zusammenhang von Menschen, die alle Rezepte, Technologien usw. kennen und davon leben könnten, ohne die auch herzustellen? Das beste Wurstrezept macht noch keine Wurst. Und Information über die notwenigen Bestandteile und Zusammenhänge ist längst noch kein Wissen, keine Erfahrung, keine Fähigkeit, also keine wirkliche Arbeit. Information hat keinen eigenen Stoff zur Erzeugung von Gütern des Lebensstandards und kann - wie auch Wissen selbst - nur ein Moment des Bewusstseins sein. Dies unterstellt immer Sein und kann es daher auch nicht begründen. Der Begriff ist also lediglich eine Vorstelllung von gesellschaftlichem Zusammenhang: Eine Ideologie, welche Informiertheit an sich verherrlicht und zur Lebensgrundlage machen will. Die Menschen darin würden sehr hungrig sein und auf die "Almosen" der Dritten Welt sehr angewiesen bleiben. | s.a. Siehe hierzu auch: | |
Inhalt ist das, was bestimmend ist für eine Form. Er kann zwar viele Formen haben, nicht aber eine Form, die dem Inhalt nicht entspricht. In der Form hat ein Inhalt eine Gestalt, die ihm qualitativ und quantitativ entspricht (siehe Qualität und Quantität), die aber auch gleichgültig gegen ihn sein kann, wo sie sich auf vielerlei Inhalte bezieht. Sie ist das, worein er sich füllt und wodurch er als Form sein kann - qualitativ, indem er sich in der Form entspricht, darin seinen Ausdruck und sein Gefäß hat, quantitativ, insofern er - um in dieser Form zu sein - diese auch als Quantum von sich nötig hat. Alles andere wäre keine Form, sondern inadäquat. Inhalt kann aber auch durch eine Form bestimmt sein, also dadurch bestimmt sein, was er für eine Form sein muss. Dann spricht man von einer Formbestimmung (z.B. wird eine Ware, die nur zum Gelderwerb produziert wird, durch diesen formbestimmt). Im Unterschied zur Substanz, die ein stoffliches Substrat ist, hat alles Inhalt, was sich als Form äußert und mitteilt und vermittelt - nicht nur Stoff, sondern auch Geist und Sinn. Aber ein Inhalt kann nur soweit Form haben, soweit er selbst ein Ganzes ist, sich als dieses verhält und sich nicht selbst widerspricht. Im Widerspruch veräußert sich sein Ganzes zu einer Form, die sich auf den Inhalt widersprüchlich bezieht, von ihm bestimmt, aber zugleich hiergegen gleichgültig ist, weil sie für sich ein Ganzes vieler Eigenschaften, eine ganze Gestalt sein muss. Ein in sich widersprüchlicher Inhalt stellt sich also auch in seiner Form als widersprüchliche Bezogenheit dar, worin diese zwar bestimmt, aber gleichgültig gegen ihre Bestimmtheit ist. So ist zum Beispiel der Inhalt einer Gesellschaft ihre bestimmte Kultur, welche Menschen im Laufe ihres Zusammenwirkens gebildet haben. Diese ist der Inhalt ihres Reichtums als gegenständliches Sein ihrer Bedürfnisse und ihrer Arbeit, Dasein ihres Lebens als geschichtlicher Akt und Prozess, als ihr Lebensorganismus, durch welchen sie sich als Teilhaber menschlicher Naturmacht auf einander beziehen. Das bedeutet, dass alle Formen ihrer Kultur sich aus diesem Inhalt ergeben müssten. Doch dies erfüllt sich nicht, wenn die Form zu ihrem Inhalt noch widersprüchlich, also als Einheit ihrer Gegensätze bestimmt wird. Solange ihre widersprüchliche Beziehung über den Warentausch wesentliche gesellschaftliche Form ist, ist ihre Kultur hiervon bestimmt, erfährt sie eine Formbestimmung durch die Widersprüche der Wertform, die damit gegeben ist. Diese Bestimmung kann nur die Substanz quantifizieren, welche die abstrakte Einheit der inhaltlichen Gegensätze ausmacht. Von daher entfaltet die Wertform die abstrakt menschliche Arbeit als gesellschaftliches Verhältnis, worin der Reichtum einer Warern produzierenden Gesellschaft existiert. Der Mangel einer Geschichte (siehe auch historischer Materialismus) stellt sich in ihrer widersprüchlichen Beziehung dar, in der Einheit von Entgegensetzungen, soweit diese sich noch nicht aufgehoben haben. Die Formbestimmung als solche lässt sich daher nicht aufheben, ohne dass die gesellschaftlichen Widersprüche ihrem Inhalt nach auch wirklich aufgehoben werden. Man kann daher z.B. nicht die Wertform als solche zur Aufhebung zwingen, ohne die Beziehung von Bedürfnissen und Arbeit, welche diese Form dem gesellschaftlichen Inhalt nach ist, auch wirklich menschlich zu gestalten. |
s.a. | |
|
| ||
Intellektuell ist die Befassung mit dem Intelligiblen, die Aufarbeitung der Beziehung in Vorstellungsinhalten als Gedanken zur Existenz, zum Sein, oder dem Sinn oder dem Dasein. Der Intellekt betreibt an und für sich das Denken, welches Verstand und Vernunft einbezieht und einen Gegenstand hat, sich also auch praktisch auf seine Welt bezieht und sich zu ihr verhält. Auf sich selbst bezogen, also ausschließlich für sich, verschwindet der Intellekt im Intelligiblen und stellt sich von dort gegenstandslos zu allem, was ihn umgibt, oft mit dem Anspruch, Maß hierfür zu sein, Werte durch Bewertung zu erzeugen und Urteile zu fällen, ohne sich selbst darin einzuschließen und zu entschließen, also Urteile über andere. Als Träger von Werturteilen wird der Intellektuelle zum Moralisten, der eine Ethik aus seinem Verstand für die Welt bestimmen möchte. |
s.a. | |
Intelligenz ist ein sehr unterschiedlich verwendeter Begriff, der für alles gelten kann, was sich auf Tätigkeiten und Funktionen einer Vorstellungswelt, auf alles, was intelligibel, vorstellbar ist, bezieht. Vom sprachlichen kommt der Begriff aus dem lateinischen "intellectus" und bedeutet Verstand (hier noch gleichbedeutend mit Vernunft), für Spinonza dient er als Grundlage der Ethik, für die Psychologie betrifft er menschliche Fähigkeiten im Nachvollzug, Bedienen und Entwickeln von komplexen Systemen u.dgl. mehr. In jedem Fall bezeichnet er menschliche Fähigkeiten für Vorstellungswelten und Verstandeskraft. Intelligenz ist die Fähigkeit der Interpretation und Aneignung von Intelligiblen, der Erschließung von Vorstellungswelten, funktionellen und geistigen Zusammenhängen. Diese muss keine sinnlichen Bedingungen erfüllen, kann sogar ohne jeden Bezug zur Sinneswelt hochentwickelt sein, auch, weil sie sich dann durch Sinneseindrücke nicht stören lassen muss. Was sich von selbst ergibt, also jede Selbstverständlichkeit, benötigt keine Intelligenz und ist daher auch oft unintelligent. Intelligenz ist also die Fähigkeit zur geistigen Durchdringung eines Gegenstands. Eine funktionale Intelligenz ist im Grunde ein Widersinn; sie müsste technische Intelligenz heißen. Sie erarbeitet Mittel und Methoden der Automation, welche den Menschen dazu befähigt, zu seiner Reproduktion weniger Arbeitszeit aufwenden zu müssen. Von dieser Seite ist Intelligenz ein Produktionsfaktor, indem sie die Produktivität der Arbeit erhöht. Da sich in der Vervielfältigung von Produkten der Intelligenz (z.B. Computerprogramme) diese schnell verwerten lässt, ist sie sowohl bevorzugtes Objekt des Wertwachstums, wie zugleich dessen Untergang. Der Wert ist seinem Quantum nach aufgewendete Arbeitszeit, und von daher ist diese für ein intelligent erzeugtes Produkt sehr schnell durch Vervielfältigung amortisiert, selbst wenn sie groß war. Der Wert von Intelligenz verschwindet durch die verfielfältigte Reduktion von Arbeitszeit, also der Arbeitsersparnis, die sie erbringt. Sie ist im Prinzip wertlos und macht auch die Produkte tendenziell wertlos, weil sie ihren Nutzen unendlich vermehrt und ihren Wert unendlich reduziert. Ein Automat ist in kurzer Zeit ohne Wert, weil er viel Arbeitszeitersparnis bringt. So stellt intelligenz eine der Grundlagen für die Transformation einer Verwertungsgesellschaft in eine menschliche Gesellschaft dar. Als Beziehung kann Intelligenz nicht introvertieren, weil sie auf der Durchdringung des Gegenständlichen gründet. Da sie unter den Bedingungen von Widersinnigkeiten tiefe Zweifel verspürt, neigen intelligente Menschen zu einem Gefühl der Identitätslosigkeit, wenn sie ihren Zweifel nicht als Schmerz empfinden. Je schwieriger der Schmerz zu leben und zu überwinden ist, desto mehr verlieren die Menschen an Intelligenz. Aber dumm werden sie deshalb nicht.
|
s.a. | |
Die Vorstellungswelt ist die Welt des Intelligiblen, des geistig vorgestellten im doppelten Sinn des Wortes, im Davorgestellten und Hervorgestellten. Oft mein intelligibel auch das Wahnhafte, die in sich abgeschlossene und eingeschlossen Vorstellung, aber auch das Kreative, das zur Verwirklichung treibende. Die wesentliche Eigenschaft des Intelektuellen ist die Beziehung von intelligiblen Inhalten, in seinem Selbstverständnis oft auch als Anspruch gegen die Wirklichkeit, als Intelligenz für sich.
|
s.a. | |
Interesse ist eine geistige Beziehung auf einen Gegenstand, die nicht unbedingt einem Bedürfnis entspringen muss. Ein Interesse verfolgt keinen unmittelbaren Zweck, kein notwendiges Verlangen und auch keinen Nutzen. Es ist eher eine intelligible Beziehung, die inhaltlich nicht bestimmt, aber auch nicht gleichgültig ist. Allerdings kann Interesse einer Ideologie folgen, die sich aus vielerlei Zwecken begründet und damit auch eine abstrakte Beziehung eingehen. |
s.a. | |
|
| ||
|
||
|
||
|
" Interpretation kommt von Bedeuten und macht die Deutung aus, das Suchen und Finden von Inhalten, die unabhängig von ihrer Form, also auch gleichgültig gegen sie begriffen werden. Man interpretiert, solange man keinen Begriff von einer Sache hat. Dies begreift Marx als das wesentliche Problem des Materialismus, wenn er sich nicht selbst praktisch, und d.h. geschichtlich versteht (siehe historischer Materialismus): "Der Hauptmangel alles bisherigen Materialismus - den Feuerbachschen mit eingerechnet - ist, daß der Gegenstand, die Wirklichkeit, Sinnlichkeit, nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung gefaßt wird; nicht aber als menschliche sinnliche Tätigkeit, Praxis, nicht subjektiv." (MEW 3, Seite 533 ff.) Theorie kommt durch Begriffsbildung dann über die Interpretation hinaus, wenn sie ihren Gedanken als Begriff einer Analyse praktisch wirksam erkennt, also wirklich erweisen und beweisen kann - nicht, weil sie praktisch eine Wirkung hat (das hat auch Religion), sondern weil sie praktisch einen Begriff der Wirklichkeit hat und Gedanke und Wirklichkeit darin auch praktisch einig sind. "Nicht nur im Denken, sondern mit allen Sinnen wird daher der Mensch in der gegenständlichen Welt bejaht." (MEW EB I, S. 241f.) Eine Theorie der Praxis ist für sich genauso unsinnig, wie die Praxis einer Theorie. Für sich ist solche Theorie nur Interpretation, vielleicht vorgestellter Gedanke, vielleicht Fantasie, jedenfalls ohne Wahrheit. Im Leben der Menschen selbst muss der Gedanke seine Wahrheit in dessen Wirklichkeit finden. Gedanke und Wirklichkeit müssen einander nötig haben, um wahr zu werden, das praktische Bedürfnis mit dem theoretischen Bedürfnis eins sein. In dieser Einheit erst ist Täuschung unmöglich und Interpretation überwunden. Darin erfüllt sich die 2. Feuerbachthese von Karl Marx: "Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme, ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, d. h. die Wirklichkeit und Macht, die Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit eines Denkens, das sich von der Praxis isoliert, ist eine rein scholastische Frage." (MEW 3, Seite 533 ff.) |
| |
|
Er repräsentiert im Wesentlichen ein psychologisches Verhältnis zum Gegenstand der Erkenntnis. Er fühlt ein, bewahrt aber zugleich die Trennung von ihm, bleibt praktisches Begreifen für sich, das sich in dieser Trennung selbst konkret versteht und daher praktisch ein wesentlich theoretisches Verhältnis durchzusetzen sucht (siehe auch praktisches Bewusstsein, theoretisches Bewusstsein). Marx hat dieses Verhältnis zur gegenständlichen Welt als das inhärente Verhältnis der bürgerlichen Theorie schlechthin zur Grundlage seiner Philosophiekritik gemacht in der Feuerbachthese: "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt aber darauf an, sie zu verändern." |
| |
Bewegungen des Kapitals zur optimalen Nutzung von vorhandenen Ressourcen an Arbeitskraft und Rohstoffen, meist im Zusammenhang mit Aktienkapital (Finanzkapital). Die Bewegung dieser Investitionsströme nehmen in ihrer Flüchtigkeit zu, wo die organischen Risiken (z.B. Verfall der Kulturen und Infrastruklturen) zunehmen. Die Wirkungsstelle des investierten Geldes, eine Produktionsstätte, wird von der Bewegungszeit wirtschaftlich hochgradig irritiert (bezüglich Arbeitsplatzsicherheit, Rentabilität für die Bevölkerung). Oft ist der Verbleib einer Investition schon unter einer Verweildauer von einer Woche. Von dem zirkulierenden Finanzkapital werden nur etwa 5 bis 10 Prozent überhaupt in eine Güterproduktion gegeben. |
| |
Irrsinn ist der Sinn, an welchem der Irre leidet, den er also nicht hat, der ihn aber bestimmt. Irrsinn ist tätig, irre sein leidend. Im Irrsinn werden die Verhältnisse erzeugt, an denen irre Menschen leiden, die ihre Sinne irre machen. Irrsin ist der aktive Sinn, der sich im Sinn irrt, der also nicht erkennt, was ist. Er ist der Sinn einer Verkenntnis, ein Unsinn, der sich darin verwirklicht, dass er irre macht; in zwischenmenschlichen Verhältnissen sind das dann die anderen Menschen, die davon abhängig sind. Der Irrsinn unterscheidet sich von einem verrückten Sinn dadurch, dass er keinerlei Sinn hat, dass er sich selbst irrt. Der verrückte Sinn ist entstellt, aber nicht irre, also auch nicht in die Irre gegangen. Er verstellt die Wahrnehmung durch Verdrängungen und Unbewusstheiten. Aber der Irrsin überwältigt sie. Er ist von daher übersinnlich. Von daher ist auch das Leiden daran unterschiedlich: Verrückt kann man schon durch Kleinigkeiten werden, wo Sinne anders sind, als sie scheinen; es ist das Leiden an den Erscheinungen (siehe Schein). Der Irre leidet an der blanken Gewalt eines Übersinnes, der sein Leben beherrscht und der sein Gedächtnis mehr oder weniger als von der Wahrnehmung vollständig abgespaltener Sinn, also auch nur von Zeit zu Zeit bestimmt (in der Psychiatrie entspricht dies den Beobachtungen, die in der Diagnostik als Unterschied von Neurose und Psychose festgemacht werden). Der Irre kann in verrückten Verhältnissen sich ohne weiteres zurechtfinden, ihr bester Interpret und Analytiker sein, weil er unter ihnen nicht leidet, keine Empfindung dafür haben muss. | s.a. siehe hierzu auch den Themenabend | |
|
| ||
|
s.a. | ||
Islamofaschismus ist ein ideologischer Kampfbegriff westlicher Journalisten (z.B. "Die Zeit" vom 23.3.04), der den Dschihad mit Faschismus gleichsetzen will, den Gottestaat mit dem Kulturstaat. Diese Gleichsetzung macht nicht nur die USA, sondern auch die Deutschen als originäre Autoren der schlimmsten Sorte von Faschismus zu Wächtern der Selbstgerechtigkeit. Das lenkt vor allem davon ab, dass der "Islamo-Faschismus" eine - wenn auch furchtbare und verquere und verselbständigte - Reaktion auf die westlichen (und israelischen) Okkupationsinteressen ist. Und es ist bei alledem noch nicht mal heraus, zu welchen Anteilen er überhaupt eine Westinszenierung ist (vergl. die Theorien und Teilbeweise zum 11.9., die darauf schließen lassen, dass der Terror zumindest "gelegen kam"). Bemerkenswert ist dabei die Art und Weise, wie kleine Lügen zu einer großen zusammengebaut werden, die Gleichsetzung des terrorostischen Attentats (!) mit einer staatlichen Vernichtungssystematik und darin die Gleichsetzung der Fratzen erkennen zu wollen: "Das Ziel ist nicht die Freiheit, sondern die Unterwerfung, nicht die Erlösung, sondern die Vernichtung - sei's im Gulag, im KZ oder in der spanische Eisenbahn (!). Den Europäern fällt es schwer, in den Spiegel des Islamo-Faschismus zu blicken und darin die Fratze der eigenen Geschichte auszumachen." (aus der "Zeit" vom 23.3.04) Wie weit muss das Gedächtnis und die Empfindung ausgeschaltet sein, dass solche Gleichsetzungen möglich sind? Die Hauptsache, es gibt wieder ein paar politische Vokabeln um seine Wut zur Selbstgenügsamkeit zu wenden und darin mit dem fürchterlichen Verhältnis zwischen dem Westen und Nahost (siehe Gottesstaat) fertig zu sein. Also gleich mal ein gezieltes Attentat auf den Hamas-Führer direkt vom Himmel herab, wo das Gute her ist - weil, "man muss sich schließlich auch mal wieder wehren können" .... |
s.a. | |
Isolation wird als Folter angewendet oder als therapeutisches Mittel (z.B. als Bedingung der Selbsterweckung in der "Urschreitherapie" nach Janov). In der Drogentherapie und Psychiatrie wird sie zur Züchtigung eingesetzt. Für die Erleuchtung sei sie notwendige Bedingung, wolle mensch ins Reich der Esoterik eintreten. Marquis de Sade begreift die totale Isolation als das größte Lebensglück, da es so ganz und vollständig in Todesnähe sei. Mit der Todesnähe mag er Recht haben. Isolation ist die Abtrennung von Zugehörigem, Entfremdung des Seienden von seiner wesentlichen Identität, erzwungene Einsamkeit. Isolation ist ein Dasein in der Abstraktion von allem Wesentlichen, verwesendes Sein. Sie ist die Aussonderung eines Teils aus einem Ganzen, das in der Abtrennung hiervon in Wahrheit nur negativ ganz sein kann, also negierte Ganzheit ist: Schmerz. Dies ist kein "Leben im Falschen" sein (siehe Adorno's Negative Dialektik). Sie ist Leben im Widerspruch mit sich selbst, Leben in Selbstverlust. Allgemein und theoretisch ist das Prinzip der Isolation der Utilitarismus, die Beziehung in einer Nützlichkeit, welche daraus besteht, Eigenschaften von ihrem Wesen abzusondern und als solche zu verbrauchen. Sie ist das bewusste Verhältnis des Warentauschs, worin die bürgerliche Gesellschaft allgemein ist. Die abstrakte Teilung der Arbeit wird in der Isolation der Arbeitsprodukte bewahrt. In der Beziehung auf seinen Ursprung ist das Isolierte Träger einer fremden Substanz, in der es negativ vollzieht, was außer ihm bestimmt ist. Isolation ist das Leben der Fremdbestimmung. | s.a. | |
Israel (s.a. Palästina) | ||