Buchstabe Kul Im Kontext

Kult

Kult ist eine Stätte oder ein Verhalten oder ein Ereignis, durch welches kulturelles Selbstverständnis versammelt und geboten wird. Darin werden sinnliche Beziehungen hersgestellt oder veranstaltet, die ohne dies nicht sind, weil sie keine wirkliche Sinnlichkeit enthalten, also vorwiegend übersinnlich sind. Kulthandlungen sind daher auch oft Weihungen oder Einweisungen in höhere Geistigkeit, die vom gegenständlichen Lebens abgesondert sind. Man spricht heute auch von Kult wie von einer besonders konzentrierten Form von Mode - von etwas, das man in einer bestimmten Kulturszene notwendig braucht, um dabei zu sein.

Der Kult ist immer eine verselbständigte Kultur, die sich aus dem gegenständlichen Leben und dem Alltagsleben herausgesetzt hat oder herausgesetzt wird als etwas Ganzes, was hierin nicht enthalten ist (siehe z.B. auch Heil). In Krisenzeiten wird er daher auch oft zu einer Alternative zu diesem, zu einem Flucht- und Sammelpunkt für Menschen, die sich aus einer Gesellschaft ausgeschlossen finden oder empfinden. Auf diese Weise wird er auch leicht zum Massenphänomen einer Versinnlichung in einer sinnentleerten Kultur, die verdichtete Körperlichkeit ihrer Sinnlichkeit, woran sich eine Menschenmasse zusammfindet und sie als Fetisch ihrer Beziehung nimmt. Der Kult ist die Masse des abstrakt menschlichen Sinns in der Form eines Rituals (siehe auch Liturgie) oder einer Gestalt, welche diesen abstrakten Sinn durch eine konkrete Bezogenheit in der Masse durchbricht, welche der Abstraktion ein eigenes Sein verleiht, einen konkreten Schein ohne wirklichen Sinn. Die Menschen haben über solche Massensymbole eine Beziehung, die sie von Sinnen sein lässt, die ihre Sinne verrückt und sie schließlich entrückt zu einer entwirklichten Sinnlichkeit voller Magie.

s.a.

=> Fan-Kult

=> Liturgie

Kultur

Kultur ist der existierende Lebenszusammenhang von Geist, Gestaltungskraft, Erfindungsreichtum, Liebe und Sinn, den die Menschen entwickelt und ihren Produkten gegeben haben und geben und als solchen auch pflegen (Pflege ist der eigentliche Wortsinn von Kultur), sich darin verhalten und miteinander umgehen. Sie ist geschichtliche Gegenwart ihrer Arbeit und ihrer Bedürfnisse, welche darin verwirklicht sind und sie ist geschichtliches Resultat aller bisherigen Produktion von Gegenständen für menschliche Bedürfnisse in einem bestimmten Lebensraum zu einer bestimmten Zeit, wie es als Kulturgut über die Vernutzung der Produkte hinaus als Inhalt des menschlichen Reichtums besteht. Sie ist das materielle und geistige Sein ihres Stoffwechsels, ihrer Natur als Mensch, menschliche Natur als Naturmacht, als gesellschaftliches Befinden natürlicher Menschlichkeit, als Art und Weise einer begeisterten Naturempfindung in der gesellschaftlich verwirklichten Natur der Menschen. Kultur ist der unmittelbare Lebenszusammenhang von Menschen, auf den sich ihre Bedürfnisse und Tätigkeiten beziehen und in welchem sie miteinander verkehren und sich als Menschen erkennen, anerkennen und erzeugen. Sie ist Resultat und Bedingung menschlicher Lebensäußerung, Inhalt ihres Reichtums, Tätigkeit und Leiden, Dasein menschlicher Leidenschaft

Kultivation ist die Vermenschlichung eines Stoffes der Natur (z.B. Land, das zum Acker wird, Stein, der zum Haus wird, eine Farbe oder ein Ton die zu einem Gefühl oder einer Stimmung oder zu einem Kunstwerk werden usw.). Kultur ist menschliche Lebensäußerung und hat ihre Gegenständlichkeit in den Produkten der Menschen. Sie ist identisch mit dem Verhältnis der Menschen zu sich selbst wie der Menschen zueinander; - sie verhalten sich in der Kultur zu sich wie zu anderen, zu anderen wie zu sich. In ihr sind Tätigkeit und Verlangen, Arbeit und Bedürfnis, Werden und Gewordensein eins, - aufgehoben und bewahrt in einem. Gleichgültig, wie sie sich zuträgt, ob mit stofflichem Körper als Sache des alltäglichen Gebrauchs oder als Ereignis (z.B. als Theater, Musik usw.), sie ist immer gegenständliches Produkt von und für Menschen, ist ihr Lebensinhalt als ihre Sache, in welcher Kultur als wirklicher menschlicher Lebenszusammenhang, als Sinn und Genuß, Selbstgewissheit des Menschseins ausgedrückt und formuliert ist.

Für das gesellschaftliche Leben der Menschen ist Kultur konstitutiv und hiervon ununterschieden, Inhalt ihrer Bedürfnisse und Arbeit, ihr Reichtum als Produkt und Grundlage ihres Lebens und ihrer Geschichte. Kultur ist immer zugleich Kulturgeschichte einer bestimmten Gesellschaft und ihrer Form. Sie macht in diesem ganzen Prozess die Substanz des gesellschaftlichen Stoffwechsels aus, wie er durch die Wirtschaft vermittelst menschlicher Arbeit und der Entwicklung der Produktivkräfte schließlich besorgt wird. Dort wird in den Produkten des Arbeitsprozesses gegenständlich, was Kultur im Sinn hat. Die objektive Beziehung dieser Lebensgrundlagen aufeinander stellt sich in ihrer gesellschaftlichen Lebenswelt wirtschaftlich im Reichtum der menschlichen Produkte dar, sowohl sachlich wie auch menschlich, als sachliches Verhältnis, wie auch als menschliches Verhältnis. Kultur drückt die Verhältnisse organisch und subjektiv aus, wie sie auch objektiv gesellschaftlich sind.

Kulturelle Wirklichkeiten sind zum einen unmittelbar. Darin ist das Leben der Menschen gegenwärtig als Seinsweise und Erscheinung der Lebensproduktion, die in den Lebensmitteln und Ereignissen menschliche Gegenständlichkeit hat. Der Reichtum an den Gütern des Lebens müsste so auch die Reichhaltigkeit an menschlichen Beziehungen enthalten, wie auch die Beschränktheit aller bisherigen Produktion gegenüber den Möglichkeiten der künftigen, welche in der Gegenwart besteht und nach Entfaltung drängt.

Doch in der Wirklichkeit erscheint dies alles umgekehrt: In dem Maße, wie der Reichtum zunimmt, verarmt die Beziehung der Menschen. Wo ihre Maschinen immer mehr Freiheit von Naturkraft und Aufwand ermöglichen, nehmen ihre Lebensaufwände zu statt ab; wo sich ihre Kultur und Kommunikation entwickelt, haben sie sich immer weniger zu sagen und zu bedeuten. Es scheint, als ob der Reichtum der Menschen eine gewaltige Kraft (siehe fremde Kraft) gegen sie enthält.

Dies hat komplexe Gründe, die hier nur gestreift werden können: Ökonomisch drückt sich in der bürgerlichen Gesellschaft Reichtum gesellschaftlich als Wert, und dies konkret in Geld aus, über das die einzelnen Menschen ihre Lebensmittel und -möglichkeiten erstehen und aufeinander beziehen. Geld ist aber nicht wirklich Reichtum. Es reduziert die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen ganz allgemein auf ihr Dasein als Besitzer von Dingen, mit denen sie zwar ihre Lebensmittel erstehen und haben (siehe Ware), durch die sie aber ihr Leben nicht wirklich aufeinander beziehen. Zwar ist die Bedingung, dass sie Dinge tauschen, dass diese auch für irgendeinen Menschen nützlich sein müssen; aber ansonsten bleibt ihre Beziehung gleichgültig hierzu. Ihre Gegenstände sind für sie gesellschaftliche Existenzmittel, also Mittel, deren eigentlicher Zweck ihnen als Existenz wie eine Lebensbestimmung gesetzt, ihnen völlig äußerlich, fremd ist. Ihre eigene Lebenstätigkeit unterwirft sich dem Gebot eines Verhältnisses, in welchem sie leben, ist lebendig und doch durch Sachzwänge bestimmt, die nicht weniger wirkmächtig zu sein scheinen, als es die Naturmächte in älteren Gesellschaftsformen waren.

Der Gegensatz von Erscheinung und Wesen des menschlichen Reichtums ist nicht ohne weiteres zu begreifen Systemup. Aber er ist grundlegend für alle Verhältnisse der Menschen, sowohl in der Wirtschaft selbst, wie auch in der Kultur, wie auch zwischen Kultur und Wirtschaft. Die Lebensverhältnisse der Menschen selbst haben in der bürgerlichen Gesellschaft ein widersprüchliches Dasein, sind Träger ihrer eigenen Abstraktion von sich, Träger fremder Absichten (siehe Entfremdung).

Zunächst zur Seite der Wirtschaft: Hier existiert die gegenständliche Welt vorwiegend aus Dingen, die nur als Gebrauchswerte für einzelne Menschen sind, als Nützlichkeiten des alltäglichen Bedarfs, Lebensmittel. Als gesellschaftliche Dinge haben sie nur allgemeine und abstrakte Existenz auf dem Markt. Dort sind sie Tauschmittel, bestehen also allgemein nur in einem abstrakten Nutzen als Dinge im Tausch für den Tausch, als das, wie sie bewertet werden und was sie schließlich wert sind sowohl als Produkte menschlicher Arbeit als auch als Dinge des Bedarfs, als dies Zweierlei in einem, als Ware. In dieser ökonomischen Dopplung der Dinge als Mittel des einzelnen Bedürfnisses und als Mittel des Tausches im gesellschaftlichen Verhältnis der Dinge steckt der Widerspruch der bürgerlichen Gesellschaft, die ihn nur in selbständiger Vermittlung, in den Mitteln des Marktes auflösen kann: Im Geld, im Kapital, in allen Mitteln, worin sich Werte beziehen lassen. Denn das Prinzip, das sie zusammenhält, ist der Wert in allen seinen Erscheinungsformen. Er taucht wie eine gesellschaftliche Regel auf, sobald eine Ware zum Tausch bereitsteht, und er verschwindet, sobald sie dem Bedürfnis der Menschen zukommt. Im Wert geht Gesellschaft auf, wie sie darin auch untergeht. Es geht hier mit dem Teufel zu: "So ist denn alles was entsteht, nur wert dass es zugrunde geht" (Goethe, Mephisto in Faust I). Gesellschaft kommt nicht über eine Beziehung der Menschen als Beziehung über ihre Gegenstände zustande, sondern als reines Wertverhältnis, in welchem die Menschen durch ihre Sachen nach Maßgabe ihres Werts bezogen werden. Das ist das Resultat des Allgemeinnutzen von Geld, wenn es die ausschließliche Beziehung der Menschen ausmacht, "gesellschaftliches Faustpfand" (Marx) ist.

Kultur reflektiert sich an diesem Sachverhältnis als menschliche Beziehung, die im Nutzen nicht aufgeht, aber auf ihm gründet. Hierdurch ist Kultur äußerlich zwar auch durch Nützlichkeit bestimmt, aber für sich kann sie nicht nützlich sein. Kultur besteht daher zwar auch auf dem Markt, aber sie ist zugleich eine davon abgetrennte Sphäre von menschlichen Beziehungen, die sich zwischen Menschen ergibt, sofern ihnen der Nutzen der Tauschmittel gleichgültig ist, sofern die Menschen also genügend Geld haben, sich in einer selbständigen Sphäre der Zwischenmenschlichkeit aufeinander wirklich beziehen zu können.

Mittelbar reflektieren sich in der Kultur also auch Lebensvorstellungen, die zwar auf den sachlichen Gegebenheiten ihrer Lebensweise gründen, diese aber abstrakt idealisieren, z.B. in den Gebräuchen, Sitten, Religionen, die nicht mehr in der wirklichen Lebensproduktion aufgehen, wiewohl sie da her rühren. Das geistige Band dieser Reflexionen ist als Hochkultur vom konkreten kulturellen Gehalt der menschlichen Beziehungen zu unterscheiden. Es ist eine abstrakt gesellschaftliche Verbundenheit, worin Menschen eine Identität finden, die sich nicht wirklich bestätigt, sondern wie ein unwirklicher Überbau auf Geist und Seele der Menschen wirkt. Dies macht den politischen Gehalt der Kultur aus, ihren abstrakt menschlichen Sinn, der sie gerade in dem zusammenführt, wo sie sich in Wirklichkeit entgegensetzen, in Verhältnissen des Geldbesitzes.

In einer Waren produzierenden Gesellschaft wird nicht sonderlich zwischen Kultur und Ökonomie unterschieden. Nutzen und Kultur erscheinen sich hier sowohl in den Wissenschaften, im Alltagsverstand (siehe praktisches Bewusstsein), als auch im Gebrauch selbst identisch. Der Wert bestimmt als Wertwachstum die bürgerliche Selbstverwirklichung und somit auch die Kultur als Form des Besitzstandes an Waren. So geraten gegensinnige Besitzstände auch zu gegensinnigen Kulturen, vor allem zu anderen Kulturen. Der Gegensatz liegt zunächst in der Art des Besitzes: Im Besitz an Produktionsquellen (Arbeitskraft, Bodenschätze, Tierbestand usw.) im Unterschied zum Besitz von Produktionsmittel (Maschinen, Technik, Waffen - siehe Kapital). Der unterschiedliche Nutzen dieser Besitzstände für die gesellschaftliche Entwicklung bestimmt aber immer noch den unterschiedlichen Anteil am Mehrprodukt: Die Besitzer der Produktionsquellen bleiben hierbei praktisch besitzlos, weil sie als Reproduzenten ihrer Existenz, die Besitzer der Produktionsmittel aber als Träger der gesellschaftlichen Kooperation fungieren. Aus dem Besitz ergeben sich Gegensätze in der Verteilung des gesellschaftlichen Mehrprodukts und der ökonomischen Formbestimmung der Lebenserzeugung von besitzlosen und besitzenden Menschen zu Klassen, die sich im Widerspruch zueinander entwickeln: einerseits zu Menschen, die in dieser Gesellschaft alleine ihre Reproduktion erreichen können und damit auskommen müssen, was sie unter gegebenen Arbeitsbedingungen als Anbieter ihrer Arbeitskraft vorfinden (siehe auch Arbeit, Arbeitstag, Arbeitslosigkeit), und andererseits zu Menschen, die über das Mehrprodukt und damit und darüber hinaus über die wirtschaftlichen Potenzen der gesellschaftlichen Entwicklung (Kapital) verfügen können, also auch über Lebensform und Existenz der Besitzlosen, besonders über ihre Lebenszeitanteile an der Produktion des Mehrprodukts.

Der Klassengegensatz ist aber nicht nur als ein ökonomischer Gegensatz von ökonomisch bestimmten Klassen wirklich, sondern auch als Gegensatz von Notwendigkeiten im ganzen gesellschaftlichen Verhältnis: Lebensnotwendigkeit nutzbringender Verhältnisse einerseits und den Kulturverhältnissen zwischenmenschlicher Beziehungen anderseits. Diese entfalten sich vor allem in der Freizeit und setzen für ihre Entfaltung voraus, dass sie im Lebenszeitverhältnis zur Arbeitszeit deutliche Anteile haben. Außerhalb der Arbeit sind die Menschen für sich in ihren zwischenmenschlichen Beziehung und in der Arbeit außer sich als Mensch, weil sie dort nicht ihre Geschichte verwirklichen, sondern nur die Geschichte ihrer Existenznotwendigkeiten, ihrer Sachzwänge.

Solange die Arbeitslöhne nur zur Reproduktion der Menschen, zur Ernährung und Erholung in der Freizeit ausreichten, entwickelte sich die Freizeitkultur nur auf der Seite der Geld- und Kapitalbesitzer, welche daher das Mehrprodukt alleine als Technologie und Industrie akkumulierten, um zunehmend bestimmender und damit mächtiger in der Produktion und Realisation des Mehrwerts zu werden. Die Epoche dieses Verhältnisses war das das Merkantilsystem bis hin zum Industriezeitalter. Kultur war ebenso Sache der Kapitaleigner, der Bourgoisie, wie die Bestimmung über die Entwicklung der Produktion. Mit der Vervollkommnung der Technologieentwicklung und der Reduktion ihrer Wertanteile auf relativ flüchtige Existenzzeiten der Maschinerie, wurde Kapitalakkumulation in Form von Maschinen und Fabriken obsolet.

Das Ende der ursprünglichen Kapitalakkumulation war eigentlich schon im ausgehenden 19. Jahrhundert erreicht. Die Schaffung eines Sozialstaates erbrachte eine neue Art der Kapitalnutzung als Sozialkapital, als Sozialfürsorge für die Arbeitskräfte, welche sie als "Wettbewerber" im gesellschaftlichen Ganzen anerkannte und nutzte. Hierzu gehörte auch ein gewisser Spielraum in der Beteiligung am Lebensstandard der Bourgoisie und ihrer Kultur.

Das Kapital konnte erst jetzt wirklich eine Massenproduktion entwickeln, wie sie der Industrie entspricht (siehe Fordismus) und die auf die totale Entwicklung der Technologie setzte. Hierfür war nötig, dass auch die Arbeitskräfte ein größeres Maß an Freizeit zuerkannt wurde, so dass sie in die Konsumtion von Freizeit- und Genussmittel einbezogen werden konnten. Das Mehrprodukt wurde zu bestimmten Anteilen tatsächlich sozialisiert, um auch in seinem Verzehr selbst Mehrwert zu realisieren, der nicht mehr in die Produktion zurückging, sondern in die Werte und Bewertung des Grundeigentums, einer rein politischen Wertrealisation. Diese verlangte weltweite Wert- und Bewertungsverhältnisse von Boden und Rohstoffe, welche die Industriearbeit beförderte und teilweise auch befriedete und kultivierte: Imperialismus.

Jetzt gelang es dem Kapital, nicht nur durch den Besitz an Maschinerie sich zu akkumulieren, sondern auch durch deren Veräußerung als Potenzen der industriellen Produktion weltweit Wert zu verwerten und durch den Export von Industrie zugleich die "Dritte Welt" vom Weltmarkt der Produkte abhängig zu machen. Das Wertwachstum vollzog sich nun großenteils im weltweiten Kapitalmarkt, bei dem der Devisenmarkt sich dem industriellen Arbeitsmarkt überstellte. Die Dritte Welt, schon durch Kolonialismus ihrer selbständigen Reproduktion entrissen, war so nun auch wirklich abhängig geworden von den Nützlichkeiten, welche die reichen Länder in ihre Kulturen einbrachten und musste sich "auf Pump" (genannt: Wirtschaftshilfe) in ihrem Sinn entwickeln. Die Weltbank vermittelte dies als Verhältnis von Gläubiger und Schuldner und stellte dies auf dem Devisenmarkt als zunehmende Spreizung von Reichtum und Armut dar. Es war die reale Wirtschaftsbais des bürgerlichen Wohlfahrtstaates.

Da zum Kapitalismus nicht nur die private Aneignung des Mehrprodukts durch Fremdnutzung von gesellschaftlicher Arbeitszeit gehört, sondern auch das Problem, die Produkte so abzusetzen, dass sie ihren Mehrwert auch realisieren, entwickelten die reicheren Gesellschaften sich zu Konsumgesellschaften mit hohem Technologie- und Genußmittelbedarf. Weltweite Marktausdehnung (Globalisierung) entwickelte diese über internationale Kapital-, Devisen-, Lohn- und Preisverhältnisse wie selbsttätig zu mehr oder weniger befriedeten Freizeitkulturen, in denen die Menschen am Verzehr des Mehrprodukts und zu bestimmten Anteilen auch am Kapitalmanagement beteiligt sind (siehe Dienstleistungsgesellschaft). Sie durften sich als Kulturgesellschaften verstehen, weil Kultur unter solchen Bedingungen eben hauptsächlich in der Freizeit entwickelt wird. Auf der anderen Seite entwickelte sich das Arbeitsverhältnis zu einem internationalen Produktionsverhältnis vorwiegend multinationaler Konzerne, die Arbeitskräfte und Rohstoffe "vor Ort" weltweit billig erstehen konnten und deren Infrastrukturen, Kulturen und Naturbedingungen de facto zerstörten, und in diesen Gesellschaften vor allem Existenz- und Überlebensfragen erzeugten. Diese Konzerne sind weitaus mächtiger, als es Staaten zu sein vermögen: Sie bedürfen keiner politischen Gesetzgebung und keiner Achtung und Menschenwürde; sie bestimmen die Ökonomie, nach der sich die Volkswirtschaften zu richten haben. Diese selbst werden zum Moment der Globalisierung und müssen sich - um noch zu funktionieren - den sozialen und kulturellen Anforderungen innerhalb ihrer Staatsgemeinschaft entziehen, um sich den Wirtschaftserfordernissen zu beugen. Somit sind die Nationalstaaten in eine Doppelfunktion geraten, in der die Staatsmänner zugleich wie Betriebswirte auftreten müssen.

Die Globalisierung ist vor allem die weltweite Produktion von Armut und Reichtum in einer gegensinnigen Entwicklung von Völker und Nationen zwischen Kultur und Existenz. Die Existenzfrage verläuft in einer brutalen Steigerung der Ausbeutung von Armut auf der einen Seite und wird zu einer bodenlosen Gier nach Kapital als Lebenssicherheit auf der anderen - einer Sucht des Kapitalreichtums auf der Basis gesellschaftlicher Identitätslosigkeit. Dieser Reichtum hat kein reales Vermögen zur Grundlage, sondern ein spekulatives, das sich im Verhältnis von 100 zu 1 auf sachliche Wirklichkeit, auf den realen Gütertransfer bezieht. Das verlangt die idelle Stabilisierung des Kapitals als Weltmacht die sich als Kulturmacht verstehen und darstellen muss, um sich einen hohen Kosumanteil zur Lebens- und Systemerhaltung zu sichern und sich in den Sicherungssystemen zu bestärken. Die Kulturgesellschaften wurden daher zu einem Verbund von Kulturstaaten. Hierin ist zwar Konsum, aber nicht mehr Wohlstand allgemein notwendig, weil dieser für sich keiner Entwicklungsnotwendigkeit auf dem Weltmarkt mehr entspricht. Weil es nur noch geringfügige reale Kapitalakkumulation gibt, muss das Kapital in die Menschen selbst hineingetrieben werden. Aktienkapital und Grundrente werden zum wichtigsten Wertakkumulator, welcher zum Verteilungskampf um ein fiktives Mehrprodukt eingesetzt wird (Anteilswettbewerb an Lebenschancen), um die Menschen an das goldene Kalb zu binden. Mit der Globalisierung ist der Wohlfahrtsstaat nicht nur hinfällig: Sozialdarminismus wird in der Kulturgesellschaft zum Mittel der sozialen Sortierung. Der Neoliberalismus als Ideologie drückt dies sowohl gegenüber der wirtschaftichen Funktion des Staates aus, wie auch gegenüber jeglichem Kulturzusammenhang.

Es verhalten sich die Klassengegensätze nicht mehr innerhalb der Ökonomie als Streit um das Mehrprodukt und die Bestimmung der ökonomischen Entwicklung in einer Gesellschaft: Sie verhalten sich als Kampf der Kultur der reichen Gesellschaften gegen die Ökonomie der armen (siehe Kulturkampf). Von Kulturkampf sprechen dabei vor allem die Kulturgesellschaften weil sie sich in ihrer wirtschaftlichen Abschottung gesellschaftlich auch nur noch als hochwertige Kulturgesellschaft (siehe Huntington) verstehen und sich vor der Not der existenzialen Gesellschaften, vor der Armut fürchten müssen. Mit der Globalisierung hat das Kapital den "freien Markt" zur Kulisse eines weltweiten Machtverhältnisses werden lassen, zu einem militärischen Verhältnis der reichen Kulturen gegen die armen Völker. Der "Kulturkampf", der sich inzwischen als "Kampf gegen den Terrorismus" formuliert, lässt sich so auch eingängig als reine Selbstverteidigungsmaßnahme verbrämen. Vor allem die USA hat längst begriffen, dass sich nur in der Entwicklung der Waffentechnologie und ihres Einsatzes Kapitalismus noch weiterentwickeln kann. Europa wird dem zwangsläufig folgen müssen, wenn sich die Menschen hier nicht eines anderen besinnen.

Die Kulturgesellschaft ist weit über den Mangel an Lebensmittel erhaben und weiß nicht mehr wirklich, womit sie es bei den armen Ländern zu tun hat. Sie meint sich vor allem als produktive Gesellschaft zu kennen, wiewohl sie vorwiegend auf Technologie und Maschinenexport beruht, also auf der Nutzung und Veräußerung von Produktions- und Kriegsmittel. Für sich ist sie im Allgemeinen das Verhältnis von Menschen, die sich bei ihrer Reproduktion behilflich sind: Dienstleistungen betreibende Gesellschaft (siehe Dienstleistungsgesellschaft). Darin besteht für diese eine hohe Ebene von Interessensgleichheit und so kann sich hier die bürgerliche Kultur in vollen Zügen und völlig losgelöst von den Notwendigkeiten des Lebens ausbreiten - solange die Lebensquellen sprießen, der Kapitalreichtum auf dem Kapitalmarkt wächst und die Abhängigkeit der Armen vom Nutzen ihrer Lebensmittel stabil bleibt oder sich sogar noch verstärkt. Wenn nicht, wenn die Profitrate nurmehr zur Krise gereicht, dann muss sich eine solche Gesellschaft auch zu einem hohen Potenzial an Gewalt rüsten: Nach innen, weil mit der Krise auch die Reproduktionsräume der Kultur obsolet sind (siehe Sozialstaat), nach außen, weil nur durch Waffengewalt eine Verbesserung der eigenen Lage, also eine Preissenkung der Rohstoffe aus den verarmten Völkern und auch die Preisstabilität selbst gehalten werden kann.

Aber auch wo Geld Reichtum bedeutet, bringt es der Kultur Armut. Indem sie sich im Geldbesitz von den Notwendigkeiten der Sachwelt ablöst, wird die kulturelle Substanz der Menschen, ihre wirkliche Sinnlichkeit, ihrer Herkunft aus dem praktischen und also gegenständlichen Leben der Menschen entwendet und in ein Dasein zwischen den Menschen verwiesen (siehe Zwischenmenschlichkeit), die Menschen selbst zu ihrem Mittel, füreinander zum Kulturgut (siehe Kulturbegriff). Das vom Nutzen Abgetrennte - seinem praktischen Sein enthoben - wird zur Erscheinung an den Menschen, wird zu einer Wahrnehmung, die für sich nur aus Selbstwahrnehmung besteht: Ereignis des Wahrnehmens, das seinen Sinn aus sich selbst schöpft, wiewohl es ihn nur darin hat, dass es anderes als Gegenstand hierzu gibt. Diese Reaktion auf die gesellschaftliche Zerstückelung des Menschen erschließt dem Privatsubjekt, dem bürgerlichen Individuum, zwar den untergegangenen gesellschaftlichen Menschen im Kulturkonsum, aber die Selbstwahrnehmung ist eine Beziehung im Gefühl, die vom Aufwand der Sache und von ihrem Nutzen für das eigene Leben nur dann erfährt, wenn sie nicht mehr da ist. Was die Wahrnehmung wahrhat, das empfindet sie nicht. Sie erfährt Wirklichkeit als Lebensschicksal, als Geschick höherer Ordnung (siehe hierzu Esoterik). Das Dasein einer Kulturgesellschaft ist voller Erbauung und Suggestion, aber auch voller Lebensangst und einem Grauen vor der Wirklichkeit dieser Welt, von deren Barbarei nurmehr zu ahnen und zu fühlen ist. Die Kulturgesellschaft entbehrt der Erkenntnis ihrer eigenen Voraussetzung und Bedingung, eben jener Welt, die sie nur als stoffliches Lebensverhältnis wahrhat. Zwar mag der Verstand noch hiervon wissen, aber die alltägliche Erkenntnis, die praktischen Lebensbezeugung schließt dies in sich aus, weil in einer Kulturgesellschaft die Wahrnehmung sich am Schönen und Guten (siehe schön und gut) ausrichtet:zum Schönen (siehe Ästhetik) das Gute findet und sich gut fühlt, wenn sie schön scheint. Sie weiß, was ihr gut tut, aber nicht, was sie alles darin wahr hat. Ihre wirklich sinnliche Lebensbasis, die Gewissheit, gerät selbst in Zweifel und wo keine wirklichen und selbstgewissen Beziehungen der Menschen sind, da ist ihre Wahrheit zwiespältig, die Erkenntnis menschlicher Bezogenheit selbst ein Problem, Wahrnehmung reiner Sinn für sich, der in den Gefühlen haust und sich darin ausbreitet. Eine solche Kultur muss sich ihre Lebensidentitäten auf ihre Art verschaffen. Sie wird zu einer Art Identitätseinrichtung, zu einer Bühne für die Belange der Zwischenmenschlichkeit, auf der vollzogen wird, was für die Menschen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen notwendige Verbundenheit erzeugen muss. Empfindung, welche unmittelbarer Sinn menschlicher Gegenwart ist, wird zugleich zur Identitätsstiftung bestimmt, zu einem Gefühl für sich selbst, das seine Entleibung wendet und sich in einem Trieb nach seelischer Identität kultiviert, zum Lebensraum begeisterter Körperlichkeit (siehe auch Körperfetischismus), in welchem die Vermittlung der geistigen und sinnlichen Gespaltenheit der Menschen als Bewegung ihrer Doppelsinnigkeit in kultivierten Lebensräumen ihre notwendige Entwicklung macht (siehe Logik der Kultur).

Die kulturellen Identitätsprobleme und die wirtschaftliche Krise des Kapitals decken sich auf einer hinterhältigen Ebene: Kultur wird zum Austragungsort wirtschaftlicher Kämpfe, die sich nicht mehr wirtschaftlich vollziehen. Das weiß vor allem das Kapital zu nutzen, das in dem absurden Widerspruch steht, nicht hinreichend Arbeit und Löhne zur Wertrealisation bieten zu können, seine Krisen aber durch die Verlängerung der Arbeitszeit und Lohnkürzung zu lösen sucht. Das Kapital löst seine eigene Auflösung, die Selbstverleugnung seiner anachronistischen Interessen, in einem kulturellen Scheingefecht auf, das einen knallharten Boden in der Wirklichkeit hat: Solange der Kampf um die Länge des durchschnittlich notwendigen Arbeitstags nicht geführt werden kann weil die Menschen um ihre Arbeitsplätze, ihre Mindestlöhne und um ihre Teilnahme am Gesellschaftsprozess überhaupt nur fürchten müssen, wird sich nichts am Klassenverhältnis der Menschen ändern: Klassenkampf wird im Kulturkampf lediglich verworfen, die gesellschaftliche Sortierung zur Drohkulisse einer von ihrer Wirklichkeit enthobenen Abstraktion (siehe Fremdenhass, Rassismus). Kulturkampf wendet sich gegen jeden geschichtlichen Fortschritt (siehe Reaktion), weil er immer auf die Restauration desssen zielt, worin er entstanden ist und worin er auch fortbesteht. Er ist die Affirmation der Kapitalmacht auf der absurdesten, weil vollständig identitätslosen Ebene, ist immer Betrug und zugleich Selbstzerfleischung der Ausgebeuteten in einem politischen Vernichtungsverhältnis, das die Grundlegung faschistoider Gesellschaftsstrukturen mit sich bringt (siehe Faschismus). Die Kritik der politischen Kultur steht hiergegen. Sie erfordert ein Bewusstsein über den Zusammenhang von Ökonomie und Kultur und die eindeutige Parteinahme für das ausgebeute Leben auf dem ganzen Erdkreis.

s.a.

=> Kulturbegriff

=> Kulturkritik

=> Kulturalismus

=> Logik der Kultur

siehe auch:

Zur Geschichte der Kulturkritik

Wolfarm Pfreundschuh:
"Die kulturelle Macht der Staatsgewalt"

Von der Kritik der politischen Kultur zur Kritik der politischen Ökonomie:
Werturteil, Wert, Wertsubstanz, Wertgröße, Wertwachstum

siehe hierzu auch:

"Zum Verhältnis von ökonomischen und kulturellen Werten und zur Entstehung des Faschismus überhaupt"
"Thesen zum Verhältnis von ökonomischen und kulturellen Werten"

Themenabend:
Ökonomie und Kultur: Zum Verhältnis ökonomischer und kultureller Werte

siehe hierzu auch Themenabend:
Kultur und Identität, Psyche und Bewusstsein

zitatup1c3a1b1 entfremdete Arbeit
zitatup1c3a1a1a entfremdetem Produkt
zitatup1c3d1 Freiheit und Notwendigkeit in der Arbeit
zitatup5a1 Arbeit und Eigentum
zitatup5n1a1 Arbeit und Gegenständlichkeit
zitatup5m1a1 Arbeit und Geschichte
zitatup5e2a1a Arbeitslohn
zitatup5e1a1a1 Arbeitstag
zitatup5f1 Arbeitsteilung Mann und Frau
Erlautup1p1 Kultur und Ökonomie
Erlautup1a6a1 zur Kulturentwicklung
Erlautup1a Arbeit
Erlautup1a1a Bedürfnis
Erlautup1b1a Bedürfnis und Reichtum
Erlautup1c1a Besitz
Erlautup1d1a Bürgerliche Gesellschaft
Erlautup1e1a Entfremdung und Reichtum
Erlautup1k1a Geldbesitz
quelleup5a27b1 bürgerliche Kulturgesellschaft
quelleup5a9a2b1a Huntington's "Kampf der Kulturen"
webup1a1a1a Begriff im Netz (Net-Lexikon)
kulturmacht Die Kultur der Macht

Kulturalismus

Kulturalismus ist die Vortäuschung einer kulturellen Notwendigkeit, durch welche eine politische Absicht geleugnet werden soll. Mit diesem Begriff wird bedeutet, dass eine kulturelle Bewertung notwendig sei, die ein Ereignis, einen Menschen oder eine Sache betrifft, um für ein bestimmtes Verhalten einen Grund zu schaffen, der nicht im eigenen Bezug hierzu, sondern kulturell objektiv sein soll. Hierdurch wird ein Kulturwert behauptet und daran das Objekt der Bewertung bemessen. Es wird damit auf ein Attribut eines kulturellen Wesens reduziert, dessen Kulturwert zugleich auch an ihm überhaupt nur begründet und vollzogen wird (vergleiche hierzu auch den Vorgang des Psychologisierens). Hierdurch ensteht die Fiktion von einer Kultur, die es an und für sich nicht wirklich gibt, die aber als Wirklichkeit an sogenannten Kulturereignissen festgemacht wird - eben dadurch, das diese als Kulturbedrohung behauptet werden. Hierdurch wird Kultur negativ und abstrakt begründet und die damit umschriebenen Verhältnisse und Sinnlichkeiten zu einem idealisierten Kulturverhältnis "kulturalisiert".

Kulturalisierung hat von daher zwar mit Ideologiebildung den Prozess einer geistigen Wertbildung gemein, unterscheidet sich hiervon aber wesentlich in ihrem Grund. Während eine Ideologie ihren Wert als Moment der Wirklichkeit aufgreift und gegen deren Grundlagen, ihrer seinsgemäßen Notwendigkeit verselbständigt, begründet Kulturalisierung einen Selbstwert, den sich eine bestimmte Wahrnehmung der Wirklichkeit darin verschafft, dass sie abwertetet, was ihr identitätsfremd erscheint. Durch Herabsetzung von Eigenarten einer Lebensweise und Weltanschauung, die mit einer fremden Kultur verbunden werden, entsteht eine Selbstveredelung der eigenen Kultur, die Selbstverständlichkeiten auslöst, die ohne dies nicht möglich - und oft auch nicht denkbar - gewesen wären (siehe z.B. Antisemimitismus). Es handelt sich hierbei also nicht nur um Verfremdung und Verfälschung einer anderen Kultur, sondern wesentlich um kulturelle Selbstentfremdung überhaupt, die auch die eigene verändert.

In diesem Verfahren der Kulturalisierung wird implizit oder explizit die eigene Kultur als selbstverständliches Maß oder als schlichte Realität gewertet und in diesem Bezug selbst veräußert, damit zu einem äußeren Subjekt gemacht, welches auf das Anderssein eines Gegenübers bezogen wird. Dieses wird der eigenen Kultur unterordnet und an dieser bemessen. So wie ein Psychologismus reale Beziehungen psychologisiert und damit dem wirklichen Verhalt entrückt, verfälscht ihn der Kulturalismus zu einer reinen Kultureigenschaft, die einen Sinn nur für den eigenen Kulturwert haben soll. Damit ist jeder Sinn allerdings substanzieller Unsinn, reines Dasein (siehe hierzu Anwesenheit).

Indem solche Bewertung sich nicht aus wirklichen Beziehungen von Menschen ergeben kann, erthält sie ihren Wert nur aus der Selbstbezogenheit der eigenen Kultur und ist daher immer andersartiger Kultur überordnet. Als Formalisierung der fremden Art gegen die Eigenart für sich wird das so erzeugte Fremde zu einem äußerlichen Moment des Eigenen und durch dieses subsumiert. Von daher ist Kulturalisation eine Form von Rassismus, der im Unterschied zu diesem nicht natürliche Erscheinungen wie Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht usw. sondern ausschließlich kulturelle Phänomene, wie z.B. Religion, psychische Merkmale, Gebräuche usw. als Mittel der Diskrimination einsetzt. Besonders im Antisemitismus und Antiislamismus sind Kulturalismustendenzen mächtig geworden - im erstren Fall z.B. als Propagandamittel des Nationalsozialismus, im letztren als das des globalisierten Kapitalismus (siehe hierzu z.B. den "Kampf der Kulturen").

s.a.

=> Rassismus

=> Kulturwert

siehe auch:

Die Kulturalisierung einer “Weltordnung“ zur militärischen Kontrolle der Armut

audioup1a Kulturalisierung zur militärischen Kontrolle
audioup1a Rassismus und Antiislamismus

Kulturarbeit

Kulturarbeit ist die Arbeit in der Kultur, Arbeit nicht um des Nutzens willen, sondern für den Sinn, den Menschen, Sachen und Ereignisse durch diese Arbeit erzeugen. Auch wenn diese nützlich sein können und von daher als Gebrauchsgüter in die Warenzirkulation eintreten, so macht ihre Gebrauchseigenschaft dennoch nicht ihre Kultur aus - sie ist hierfür nicht wesentlich, also nur Umstand oder Beiwerk, wiewohl sie dem vorausgesetzt ist. Ein Ding das wesentlich Kulturgut, z.B. schön sein soll und hierfür erzeugt wird, wird sich im Tausch wertmäßig nicht ökonomisch richtig darstellen lassen. So kann eine Bibel als Gebrauchsgut überall mit üblichem Marktpreis zu haben sein. Sobald aber ihre besondere Bearbeitung, ihre geistige Form oder ihre Schönheit zu ihrer wesentlichen Bestimmung wird, stellt sie zu ihrem ökonomischen Wert auch einen Kulturwert dar und kann durch den Markt nicht vollständig bewertet werden (dergl. alle Kunstgegenstände, Bildungsangebote, Ereignisse, Betreuungen, Beziehungen usw.). Zwar gibt es auch für Produkte der Kulturarbeit einen Markt, wenn massenhaftes Interesse für die Besondheiten von Allgemeingut entwickelt wird (z.B. Tourismus, Musealmarkt, Kult- und Reliquiengeschäfte, Kunsthandel, Prostitution usw.). Es verwirklicht sich jedoch darin überwiegend nicht der ökonomische Wert als Quantum abstrakt menschlicher Arbeit, sondern die Verdingung von Kulturwerten zu Feudalwerten (siehe Feudalkapitalismus), die sie als Kulturbesitz bekommen. So zerstört dieser Markt seiner Tendenz nach die Kultur, die er nutzt, weil er sie in der Masse vernutzt, ohne auf sie kulturell zurückzukommen (im Unterschied zum einfachen Lebensmittel, zum Mittel der Reproduktion).

Umgekehrt war es die Religion und die Kunst, welche die Kulturgüter als Schmuck zur "Marktreife" gebracht hatten. Nirgendwo ist Geld besser gesichert, als durch Kulturgüter. Geld war bis zum Beginn der Globalisierung durch Gold gesichert (siehe Bretton Wood), nicht nur weil für dessen Bergung und Herstellung ein hohes Arbeitsquantum aufgewendet werden musste und es von daher zur Darstellung ökonomischer Werte besonders tauglich war (hierzu hätte seinerzeit auch Salz oder Seide genügt), sondern weil es zugleich das wichtigste Marerial für Schmuck darstellt. Kapital hatte hierin seinen einzig wirklich bleibenden Schatz - alles andere, wie z.B. Maschinen, Know-How usw. vergeht im Wertmaßstab selbst). Nicht zufällig hat sich Kultur zuerst als religiöser Brauch und als Mittel hierfür, später als Brauch schlechthin herausgestellt - nicht, um die Verkehrsformen zu regeln, sondern um ihre Sinnlichkeit für sich auszudrücken, die Lebensform abstrakt menschlicher Zusammenhänge zu äußern, weil und solange sie den Menschen äußerlich sind.

Kulturarbeit ist wesentlich die Arbeit am sinnlichen und geistigen Lebenszusammenhang der Menschen, wie er für sich und jenseits der Gebrauchsgüter ist, Produkt kultureller Subjektivität, Erzeugungsakt eine Kultursubjekts. Sie ist letztlich die Arbeit, die unmittelbar subjektiv ist und in der Abtrennung vom objektiven Lebenszusammenhang sich in selber Getrenntheit reflektiert, sich als Leben erkennen und verwirklichen muss, das an seiner Gegenstandslosigkeit leidet. Sie ist Erkenntnistätigkeit in allen Formen und Gestaltungen zwischenmenschlicher Verhältnisse: Geschlechtsarbeit, Beziehungsarbeit, Gestaltungsarbeit, Veranstaltungsarbeit, Medienarbeit usw.. Darin geht es nicht um die Form von Kommuniklation, Beziehung, Gestaltung usw. sondern um ihren Sinn. Jede Frau, jeder Mann, jedes Kind ist davon betroffen, steht in gleicher Weise vor den Gewalten, die sie in der Begütigung der Wahrnehmung wahrhaben und Objekte von dem sind, was an ihnen damit wahrgemacht wird.

In der Kulturarbeit wird menschliche Bezogenheit herausgestellt und darin gegen die Isolation gearbeitet, welche allgemeines Kulturinteresse der Hochkultur ist, die sich als Absicht darin durchsetzt, dass Kulturangebote ihre Konsumenten (Kulturkonsum) beieindrucken (Eindruck) und sich Kraft ihrer Täuschung durch die Allgemeinheit öffentlicher Wahrnehmung menschlichem Lebensausdruck entgegenstellen, ihn nutzen und als seelisches Allgemeingut verwerten. Diese Verwertung von Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung ist zugleich ihre Entleibung, die sich als Körperkult ausbreitet und sich in vielfältiger Gestalt von ästhetischem Willen als allgemeine gesellschaftliche Existenz abstrakt menschlicher Sinnlichkeit über den Menschen hält und erhält und erweitert..

Da solche Kulturbeziehung vorwiegende menschliche Beziehung in reichen Nationen ist, wird sie nur dort wirklich allgemein. Aber dort kann sich die Öffentlichkeit und jeder einzelne Mensch ihrem Eindruck und ihrem Kult nicht entziehen. Die Formen dieser Beziehungen erweisen sich in dieser Arbeit bestimmt durch die Existenzform der Menschen in einer Dienstleistungsgesellschaft, welche auf den Verhältnissen des Geldes (das ist das Kapitalverhältnis für sich) gründet.

Konkreter besteht Kulturarbeit als Beziehungsarbeit gegen die Beeindruckung der Liebe, in der Verarbeitung von menschlichen Beziehnungen (z.B. durch Literatur, bildhafte Gestaltung, Musik usw.), in der Herstellung von Ereignissen für zwischenmenschliche Erfahrung (Ereignisproduktion) und Bearbeitung seelischer und sozialer Not in zwischenmenschlichen Verhältnissen. Diese Arbeit ist die Erkenntnisleistung, welche Zusammenhänge zwischen den Menschen verwirklicht, hervorbringt, verändert, verdichtet oder bestätigt, wie sie sich sowohl in ihren Empfindungen, wie auch in ihren Gefühlen bewegen. Sie vollzieht in zwischenmenschlichen Beziehungen menschliche Erkenntnis, die sich auch wiederum in ihrer Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung zurück vermittelt. Sie ist die Heraussetzung und Erneuerung menschlicher Erkenntnis in der bürgerlichen Kultur, die den Menschen in seiner Gesamtheit erkennbar erhält und menschliche Erkenntnisse entwickelt, welche bürgerliche Kultur bekämpft und darin aufhebt, dass sie zur Erkenntnis des weltweiten Kapitalismus als Barbarei fder Menschheit wird. Solche Erkenntnis bliebe gebrochen, wenn sie in den Wahrnehmungen, die Menschen von einander und unter sich in dieser Kultur, also in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen haben (siehe Logik der Kultur), nicht umsetzen zu einem Bewusstsein der Notwendigkeit, alle Beziehungen der Menschen auf dieser Welt zu dem Reichtum zu bringen, der in fremder Hand in der Form von Geld und Kapital gegeben ist. Dies verlangt den Kampf gegen die Kulturverhältnisse innerhalb des Kapitals der reichen Nationen wie die Herstellung weltweiter Verbindung im Kampf gegen das Kapital überhaupt. Dieser kann natürlich auch nur geführt werden, wenn der Sinn und Inhalt der Gesellschaften als gegenständliche Beziehung der Menschen zum Tragen kommt. Hierbei müssen also auch die Verhältnisse hergestellt werden, die schon jetzt für die Menschen gegeben sind, wenn sie sich auf ihr wesentliches Leben besinnen und dessen fremdbestimmte Form abstreifen (siehe Sozialismus).

s.a.

=> Kultur

=> Proletariat

=> Kulturgut

siehe hierzu auch:
"Thesen zum Verhältnis von ökonomischen und kulturellen Werten"

Kulturbegriff

Kultur, das ist der Sinn und Geist, den Menschen ihren Produkten und ihren Lebensverhältnissen geben, ihre durch sie selbst geschaffene individuelle und gesellschaftliche Natur und Lebensäußerung, Substanz des menschlichen Reichtums, die jede Kultur ausmacht, Sinn, wie er von und für Menschen geäußert ist und diese begeistert und worin sie sich als Mensch erkennen, erzeugen und anerkennen. Kultur hat nichts mit biologischen Eigenschaften der Menschen (Rasse usw.) zu tun, auch nicht als Position zur Natur, als Negation von Naturempfindungen. Sie ist die menschliche Beziehung zu menschlichen Gegenständen, Element der Erkenntnis, - und diese ist lebendige Gewissheit der Menschen, in der sie eins sind mit sich und ihrem Gegenstand, unmittelbare wie mittelbare Wahrheit ihres Lebens, Lebensidentität, Lebensäußerung und Lebensgenuss in einem: Sinnlichkeit als Leidenschaft, Selbsterzeugung des Menschen, menschliche Subjektivität schlechthin, nicht unmittelbar individuell, nicht unmittelbar gesellschaftlich, beides in einem als Leben des menschlichen Subjekts. Als solches ist Kultur nichts abgeschlossenes Ganzes für sich und hat daher auch keinen Begriff, sondern lediglich Worte, die dies beschreiben als Momente des Lebens im Zusammenhang der vielen.

Aber Kultur ist auch ein Lebensmittel und enthält somit eine Vermittlung, die nicht unmittelbar konkret ist und als Veräußerung von Lebenswerten eine eigene abstrakte Substanz hat als Vernunft der Lebensverhältnisse (z.B. Sitte) und Verhaltensweisen (z.B. Brauch), die hierfür dienlich sind. Darin ist sich Leiden und Tätigkeit menschlicher Lebensäußerung und Selbsterkenntnis mittelbar einig und doch nicht konkret als Ausdruck menschlicher Sinnlichkeit, als gesellschaftlicher Sinn der Menschen.

In der bürgerlichen Kultur erscheint dieser Sinn abgetrennt von den gesellschaftlichen Lebensprozessen - nicht als ihr Erzeugnis, als Produkt ihres gesellschaftlichen Zusammenwirkens und Zusammentragens, sondern in einer selbständigen Leidensform als Verhältnis, das die Menschen nur unmittelbar und ausschließlich für sich und unter sich finden und haben (siehe zwischenmenschliche Verhältnisse) und worin sie sich als das wahrnehmen, als was sie sich darin wahrhaben und dies in Sitte, Ästhetik und Brauchtum bestätigen und bestärken ohne darin als tätiger Mensch bestätigt und bestärkt zu sein. Reichtum und Vielfalt der Erkenntnis, welche die Menschen in der bürgerlichen Kultur haben, besteht daher nicht in der Erkenntnis und dem Selbstgenuss des Menschseins, sondern aus einer ungeheuren Aufsammlung von Wahrnehmungen, die von ihrer Wirklichkeit real abstrahieren, lediglich in ihrem abstrakt menschlichen Sinn zusammengehalten sind (siehe hierzu Logik der Kultur).

Jede Wahrnehmung ist zunächst eine Form der Erkenntnis, eine Empfindung, in welcher zugleich gefühlt wird, was ihren Gegenstand ausmacht, wie er geschaffen und beschaffen, was er für den Menschen, was seine menschliche Substanz ist. Diese wird im Gefühl so wahrgehabt, wie sie für den Menschen ist, was dem Menschen für sein Leben gegenständlich wirklich und wirksam ist, was in ihm wirkt und sich in seinem Leben so gegenständlich bewahrheitet, wie er sich zugleich durch die Empfindung in seinem Gegenstand bewahrheitet. So wird in der Empfindung gegenständliches Leben als das wahrgenommen, was es für das Befinden des Menschen ist und in den Gefühlen der Menschen vergegenständlicht sich dieses zugleich wie eine innere Wahrheit des menschlichen Lebens schlechthin als das, was Menschen vom Leben unter bestimmten Lebensbedingungen wahrhaben. Was sie von ihren Sinnesäußerungen gegenständlich empfinden ist zugleich ein Sinn, der ihr Leben selbst auch in ihnen ausfüllt. Doch das Leben, das als eigenes empfunden wird, und das, was die Menschen ausfüllt, ist nicht identisch: Der gegenständlich empfundene Sinn ist nicht unmittelbar der gefühlte. Die Vermittlung von beiden ist Gegenstand und Mensch in einem, Subjekt und Objekt, wovon weder das eine noch das andere unterscheidbar sind. Objektive Bestimmungen sind in der bürgerlichen Gesellschaft unmittelbar subjektiv, weil die Verhältnisse darin auf einer objektiv subjektiven Sache, auf einer widersprüchlichen Allgemeinheit beruhen: Geld. In der Form von Kapital bestimmt sich dieses Verhältnis als Verhalten der Geldverwertung, als Entfaltung der Selbstbezogenheit des Geldes durch das, was sie Menschen hierfür an Lebensprozessen einbringen. Dieses Verhältnis macht in der Reinform vorwiegend Dienstleistungsgesellschaften aus, soweit sie sich durch Exportwirtschaft erhalten und entfalten können.

In dieser Beziehung ist es gleichgültig, was Menschen wirklich sind, soweit sie sich als gegenseitige Objekte ihres Subjektseins genügen können. Doch dies Identische von Subjekt und Objekt ist eine doppelte Bestimmung, worin sie sich weder als Objekt noch als Subjekt erkennen können: Sie erscheinen sich darin als Träger wie Erzeuger ihres Schicksals, als für sich selbst geschaffene Konstruktion (siehe Konstruktivismus) und müssen sich daher auch als Selbsterzeugnis ertragen. Dies macht die Fremdbestimmung (siehe Entfremdung) ihres Erkenntnisvermögens, macht die Unerkennbarkeit ihrer menschlichen Beziehungen in ihren sachlichen Verhältnissen aus: Ihre zur Sache gewordene Menschlichkeit erscheint unmittelbar als die Vernunft ihrer Sachlichkeit. Was sie von ihren Beziehungen wahrnehmen ist nicht das, was sie darin wahrhaben. Ihre eigene praktische und sinnliche Existenz ist ihnen darin entzweit in Empfindungen, die keine Gefühle haben und Gefühle, die sie nur für sich empfinden können. Es ist die Lebensform des Geldbesitzes, der subjektive Kern des Geldverhältnisses, dass ihnen ihre eigene Sinnlichkeit nur vermittelt begegnet. Ihre Wahrnehmung vermittelt sich in ihrer Selbstwahrnehmung, in der sie ihre Gefühle haben, in der ihre abstrakte Sinnlichkeit auf sie als Selbstgefühl zurückkommt. So erleben sie ihre Wahrnehmung als einen Sinn für sich, den sie nur außer sich als das gewinnen können, was sie darin wahrhaben: Selbstgefühl durch andere, durch zwischenmenschliche Beziehungen, in denen sie empfinden, was sie dort für sich finden und sich in dem fühlen, was sie dort von sich erkennen können, sich als Mensch unter Menschen vermittelt, sich selbst als Mittel ihres Verhältnisses, als Mensch, der zugleich Mitteil des Menschseins ist, als Teil menschlicher Anwesenheit schlechthin, in der sich zwar Menschen mitteilen, aber nicht wirklich konkret sind. Unter Menschen sind sie Teil einer Menge, die sich in Masse bewegt, und finden für sich, was sich von ihnen darin in Bewegung hält. Sie sehen ausdrücklich von sich ab, wenn sie unter Menschen sind und tragen doch durch ihre eigene Anwesenheit ihren Anteil am Menschsein. So ist ihre abstrakt bezogene Sinnlichkeit, der abstrakt menschliche Sinn ihrer Wahrnehmung zugleich auch konkret als sinnliches Dasein ihres Menschseins. Dies macht ihre Form und ist die Substanz der Formbestimmung ihrer Beziehung, die Realabstraktion von Sinn: Körper. Und seine Ausdehnung als Raum macht den Umfang der körperlichen Anwesenheiten aus. Die Begriffssubstanz der bürgerlichen Kultur ist der abstrakt menschliche Sinn, wie er sich in seinem Lebensraum ergibt. Seine Größe ist die Ausdehnung menschlicher Anwesenheit darin, menschliche Dichte, menschliche Nähe ohne Sinn, reine Masse, Menschenmasse als Massenmensch. Die Menschen relativieren sich darin als Menschen, reduzieren sich auf das Menschsein in ihrem bloßen körperlichen Sein, wie es ihnen in der Wahrnehmung einer bestimmten Masse als gesellschaftlicher Mensch erscheint, der in ihr seine bloße, aber allgemeine Anwesenheit hat. Ihre Selbstwahrnehmung, sofern sie sich als darin bestimmte Form der Erkenntnis bewahrt, wird davon beherrscht, ihr körperliches Sein zum Träger ihres gesellschaftlichen Seins (siehe Körperfetischismus). Hiervon sind alle Momente der bürgerlichen Kultur bestimmt und hierin entfaltet sich die Logik der Kultur bis hin zu allen ihren selbständigen seelischen Ausprägungen.

s.a.

=> Kultur

Von der Kritik der politischen Kultur zur Kritik der politischen Ökonomie:
Werturteil, Wert, Wertsubstanz, Wertgröße, Wertwachstum

siehe hierzu auch:

"Zum Verhältnis von ökonomischen und kulturellen Werten und zur Entstehung des Faschismus überhaupt"
"Thesen zum Verhältnis von ökonomischen und kulturellen Werten"

Themenabend:
Ökonomie und Kultur: Zum Verhältnis ökonomischer und kultureller Werte

siehe hierzu auch Themenabend:
Kultur und Identität, Psyche und Bewusstsein

zitatup1c3a1b1 entfremdete Arbeit
zitatup1c3a1a1a entfremdetem Produkt
zitatup1c3d1 Freiheit und Notwendigkeit in der Arbeit
zitatup5a1 Arbeit und Eigentum
zitatup5n1a1 Arbeit und Gegenständlichkeit
zitatup5m1a1 Arbeit und Geschichte
zitatup5e2a1a Arbeitslohn
zitatup5e1a1a1 Arbeitstag
zitatup5f1 Arbeitsteilung Mann und Frau
Erlautup1p1 Kultur und Ökonomie
Erlautup1a6a1 zur Kulturentwicklung
Erlautup1a Arbeit
Erlautup1a1a Bedürfnis
Erlautup1b1a Bedürfnis und Reichtum
Erlautup1c1a Besitz
Erlautup1d1a Bürgerliche Gesellschaft
Erlautup1e1a Entfremdung und Reichtum
Erlautup1k1a Geldbesitz
quelleup5a27b1 bürgerliche Kulturgesellschaft
quelleup5a9a2b1a Huntington's "Kampf der Kulturen"
webup1a1a1a Begriff im Netz (Net-Lexikon)


 

Kulturbesitz

Kulturbesitz ist die Rechtsform einer privatisierten Kultur, die politische Aneignungsform von Kulturgütern. Sie beruht auf der Verfügung über Kultur, worin die Produkte von Kulturarbeit nicht auf die gesellschaftliche Kultur zurückkommen können, indem sie z.B. durch Geld angeeignet werden. Was im Warenbesitz noch die Nützlichkeit der Dinge war und ihren Gebrauchswert ausmachte, ist im Kulturbesitz die überzeitliche Gegenständlichkeit von