Buchstabe K Im Kontext

Kulturkampf

Mit Kulturkampf ist ein Kampf innerhalb einer Kultur oder zwischen verschiedenen Kulturen gemeint, der als politischer Kampf geführt wird, oft auf der Grundlage ökonomischer Auseinandersetzungen eines Ausbeutungsverhältnisses oder auch direkt zu ihrer Verschleierung (siehe Kampf der Kulturen). Am bekanntesten wurde der Begriff durch Bismarcks Abweisung kirchlicher Einflüsse auf den Beamtenapparat und die Einrichtungen des Staates, die eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Papst Pius IX in den 1870ger Jahren nach sich zog. Die Folge war die weitgehende Abschottung der staatlichen Bildungs- und Fürsorgeeinrichtungen gegen die Interessen der Kirche, die Einführung der zivilen Trauung und die Aufhebung der staatlichen Bezuschussung der Kirchenfinanzierung (Brotkorbgesetzt), letztlich die Voraussetzung zur Entwicklung eines Sozialstaates.

Kulturkämpfe gab es aber schon im Mittelalter, besonders als Missionierungskämpfe (Kreuzzüge). War dort der Kampf noch durch Glaubenskrieg um die Herrschaft des rechten Glaubens unmittelbar auch ein Kampf um weltliche Herrschaft, so ist es heute eher umgekehrt: Weltliche Interessen um politische Einflussbereiche werden durch die Behauptung von Kulturbedrohung durch andere Lebensweisen mystifiziert. Im Kulturkampf erscheinen ökonomische Interessen als seelische Gewalten der bürgerlichen Kultur. Darin suchen die Mächtigen die Legitimation ihrer Gewaltanwendung (gegen das Böse), die Ohnmächtigen die Legitimation der Rückbeziehung (Abweisung von Fremdheit, in welcher ihnen ihre Selbstentfremdung erscheint). Die weltweite Beziehung der ökonomischen Ausbeutung, die kein personales oder nationales Verhältnis mehr kennt (siehe transnationale Konzerne), treibt den internationalen Klassenkampf in abstrakte Absichten (z.B. der Aktienmärkte), deren Verwirklichung vor allem als Kulturunterschiede von Reichtum und Armut erkennbar sind, wie sie im Verhältnis der Grundrente erzeugt werden. So erscheint er auch als Kampf der Kulturen und entfaltet sich darin als Ideologie des Kapitals von der besseren Kultur und als Ideologie des Elends im religiösen Erlösungsfanatismus. Weil und solange der ökonomischen Macht keine eigene Ökonomie und deren bestimmtes Interesse entgegestellt wird oder werden kann, verharrt die Politik in der Verschleierung der ökonomischen Gegensätze zu Kulturgegensätzen und dient insofern von allen Seiten direkt (z.B. als Militäreinsatz gegen "das Böse") oder indirekt (z.B. als Terrorismus) der globalen Macht des Kapitals zur Selbstrechtfertigung aggressiver Politik um die Verwertung von Bodenschätzen (siehe auch Ressourcen).

In diesem Kampf ist Kulturkampf eine (neuere) Form des Klassenkampfes zwischen Ländern, die in ihrem wirtschaftlichen Verhalten gegensinnig bestimmt sind: In einem Kulturverhältnis, in welchem die Kulturen sich als um ihren jeweiligen Wert kämpfenden Kapitalwirtschaften verhalten müssen, hat dieses Verhältnis einen Klassencharakter, der dem von Kapital und Arbeit analog ist (siehe Klassenkampf) im Kampf der Länder, welche Technologie exportieren gegen Länder, die Naturprodukte exportieren. Erstre bestehen in sich als wechselseitiges Machtverhältnis, als Dienstverhältnis der Selbsterzeugung jenseits produktiver Notwendigkeiten (siehe Dienstleistungsgesellschaft), letztre als Überlebensverhältnis durch Selbstausbeutung (siehe z.B. Peru).

Es entstehen in diesem Gegensatz unter der Behauptung der besonderen Rechtfertigung einer Kultur gegen die andere nurmehr reaktionäre Entwicklung (Krieg, Rassismus, Terror, Faschismus), sofern die Menschen nicht ihre Lebensproduktion aus eigener Kraft durchdringen und in dieser bewusste Beziehungen eingehen.

s.a.

=> Kampf der Kulturen

Infoup6a1b zu Pfreundschuh: "Gibt es einen Kampf der Kulturen?"
Infoup6a1a1
Der Kampf der Kulturen findet nicht statt

Wolfram Pfreundschuh: "Der sogenannte Kampf der Kulturen - eine ungeheuerliche Inszenierung"

inszenierung Radio Lora München "Der sogenannte Kampf der Kulturen - eine ungeheuerliche Inszenierung"
quelleup5a9a2c1a Huntington's "Kampf der Kulturen"
webup1a1a1a3 Begriff im Netz (Net-Lexikon)

Kulturkonsum

Konsum jenseits sachlicher Nützlichkeiten und Gewohnheiten ist Kulturkonsum, also Einverleibung von Kultur, von Geist und Sinn. Dies hat die Entleibung von Kultur zur Folge, ihre Entsinnlichung bis zur Sinnlosigkeit. Kultur wird so als Umstand benutzt und zu einer Nützlichkeit des reinen Ereignisses bestimmt, in welchem Geist und Sinn nur als Bestätigigung des Erlebens dienen und nicht auf den Menschen zurückkommen, sondern in Erregungen verschwindet, denen nichts zu eigen ist.

Dies unterstellt, dass zwischenmenschliche Beziehungen und Ereignisse für diesen Konsum produziert (Kulturarbeit) werden (siehe Ereignisproduktion). In diesen Produkten können sich Menschen etwas nehmen und vernutzen, was sie nicht sein müssen, da sie sonst sich in ihrer Selbstwahrnehmung selbst verbrauchen müssten. Kulturkonsum zielt also gerade auf das nicht sein müssen, auf die Entäußerung von Selbstwahrnehmung, auf die Selbstdarstellung, die keinen anderen Sinn hat, als die Vorstellung, das Sein Wollen und Sollen: Die Bühne des Lebens.

In der Welt der zwischenmenschlichen Verhältnissen, wie sie in der bürgerlichen Kultur verwirklicht sind, haben sie sich so wahr, wie sie sich wahrnehmen. Wie sie sich wahrnehmen, verbrauchen sie, was sie voneinander wahrhaben, was sie füreiander sind und voneinander erkennen können. So wird ihre geistige und sinnliche Lebensäußerung vergegenständlicht zu einem seelischen Ereignis, welches ausschließlich Inhalt der Wahrnehmung in zunehmender Äußerlichkeit ist. Durch den Konsum dieser Kultur aber wird diese Wahrnehmung wieder zum Erlebnis, allerdings vom Leben vollständig verselbständigt und abgetrennt von dem, was die Menschen wahrhaben. Kultur wird so also zu etwas, was keinen Sinn hat, also damit zu nichts. Kulturkonsum ist das Verhältnis, worin die Wahrnehmung im Prozess der Nichtigkeit ihrer Erkenntnisse besteht und ihre Gegenstände in ihrem menschlichen, d.h. geistigen und sinnlichen Gehalt vernichtet (siehe auch Seele, Depression). Eine Form, worin dies als Lebensverhältnis abgewendet, also gewendet erscheint, ist die Ästhetik, der Kult und die Volksgemeinschaft, also alle Verhältnisse des ästhetischen Willens.

s.a.

=> Konsum

=> Tittytainment

siehe hierzu auch den Themenanbend zu

Die "flexible Persönlichkeit" - Merkmale des modernen Erfolgsmenschen

Kulturkritik

Kulturkritik im weitesten Sinne ist die Kritik an einer Kultur, die sich nicht im Einklang mit dem menschlichen Leben befindet, sich von ihm wesentlich unterscheidet. Sie hat von daher die Lebensweise der Menschen selbst und den Sinn ihrer Lebensgestaltungen zum Gegenstand.

Kulturkritik ist von daher die Kritik der Entfremdung menschlicher Kultur von ihrem gesellschaftlichen Sinn. Dieser besteht aus der menschlichen Lebensgestaltung, wie sie sich im Laufe der Geschichte durch die Arbeit der Menschen aus der Natur heraus zu menschlichen Lebensverhältnissen (Zivilisation) entwickelt hat. Kulturkritik bezieht sich allgemein auf die Phänomene der Zivilisation, welche sich gegen menschliches Leben richten.

Ein zentrales Problem in der Geschichte der Kulturkritik war die Bestimmung dessen, was unter einem menschlichen Leben zu verstehen ist. Kulturkritik impliziert immer ein bestimmtes Lebensverständnis und hat von daher auch ein Menschenbild. Das erschwert eine allgemeingültige Fassung dessen, was Kulturkritik meint. Denn solche Fragestellung durchzieht die ganze Philosophiegeschichte. Aber als Kritik von Lebensgestaltungen wird dies verfänglich, weil sich darin philosophische Positionen zwangsläufig als politische Anforderungen an diese Gestaltung einbringen, als Seinsbestimmung für das, was Sinn haben, für Menschen wesentlich sein soll und was nicht. Erst mit der postmodernen Kulturkritik wurde dies als kulturpolitisches Problem erarbeitet, indem die Sinnfrage selbst abgewiesen wurde.

Zwischen ihrem philosophischen und ihrem geschichtlichen Gehalt geriet Kulturkritik in die Widersprüchlichkeit einer Zeitkritik, die zugleich wesentlich übergeschichtlich sein wollte. Dies wurde von Heidegger in einer sowohl theoretischen als auch praktischen Ontologie aufgelöst, die ein philosophisches wie auch zugleich geschichtliches Unheil enthielt. In seiner Fundamentalontologie wurde das philosophierte Wesen zur Geschichtsbestimmung, indem es als Seinsgewalt begriffen wurde. Philosophische Begründung von "Seinsnotwendigkeit" geriet auf diese Weise zur Bestimmung von Lebensgrundlagen, welche sich als absolute Zeitkritik (z.B. als Kritik der Modernen in ihrer "Seinsvergessenheit") totalisierte.

Besonders im Nationalsozialismus wurde auf diese Weise Kulturkritik als Kritik der Modernen überhaupt zum Werkzeug einer Wesensbehauptung, die zur Errichtung eines völkischen Staates Verwendung fand. Dieser sollte als "deutsches Wesen" in einer deutschen Kulturnation verankert sein und sich deshalb aus einer völkischen Kultur ableiten. Von daher bekamen die geschichtlich auszumachenden Kulturmerkmale eine neue Bedeutung als Reinheitsmerkmale der "eigentlichen", der unverfälschten Kultur: Aus germanischen und arischen Sitten und Gebräuchen sollte sich die deutsche Art und ihre politische Gliederung (z.B. als Volk, Gau, Stamm und Sippe) bestimmen. Auch Kultzeichen (Runen) wurden durch solche Kulturalisation zu politischen Symbolen. Die aus einer solchen Variante von Kuturkritik abgeleitete kulturelle Identität sollte einen völkischen Staat als Körperschaft zur Förderung der reinen Art begründen, die sich auch gegen die Bevölkerung dieser Nation durchzusetzen verstand. In der politischen Identifikation mit ihrer Kulturgeschichte wird Kulturkritik immer zum Machtmittel einer Elite, die ihren Willen über die geschichtliche Wirklichkeit einer Gesellschaft erhebt.

Als Anwendung der Philosophie ist Kulturkritik zwangsläufig Wesensphilosophie. Von daher widersprechen sich die Kulturkritiker auch selbst schon fundamental in der Auffassung von Kultur - besonders ob sie eine nur ästhetisch begreifbare Lebensäußerung sei oder ein unmittelbar gesellschaftliches Verhältnis, wesentlich aus menschlicher Subjektivität oder wesentlich aus der Objektivität seiner Verhältnisse zu begreifen wäre. In der Philosophie ist der Übergang von Philosophie zu Kulturkritik nicht eindeutig abgrenzbar. Was in der Philosophie noch Kategorien des Seins oder der Wahrnehmung als Ästhetik sind, wird in der Kulturkritik zu einer wirklich gesellschaftlich bezogenen, also politischen Lebenshaltung, die eine letztlich praktische Beziehung zu menschlichen Lebensverhältnissen hat. Eher als durch Philosophie kann man daher die Kulturkritik an solchen Bezügen differenzieren, die sie im Lauf der Geschichte entwickelt hatte. Diese lassen sich grob in zwei Arten unterscheiden, in denen Kulturkritik ihren Gegenstand entweder in den Menschen oder aber andererseits in ihren Lebensverhältnissen begreift, sich in die Interessen subjektiver Intentionen einbindet, welche Anstoß zu Kulturveränderungen sein will, oder in jene der Tradition, welche auf den Erhalt und Bestärkung der geschichtlich erworbenen Objektivität menschlicher Kultur abzielt.

Subjektive Kulturkritik stellt sich den Menschen als Kultursubjekt vor und behandelt kulturelle Entwicklungen unabhängig von anderen zeitgeschichtlichen Bedingungen als Resultat geistiger und sittlicher Strömungen, die sich aus der Bildung eines geschichtlich wirksamen Willens erklären. Sie ist meist konservativ und betont, dass Kultur quasi ontologisch zum Menschsein gehört, weil sie menschliche Zivilisation selbst ausmache. Von daher sei menschliche Geschichte selbst wesentlich als kulturelles Resultat darzustellen, das sich besonders in den überlieferten Geistesformen vermittelt (Kunst, Religion, Philosophie). Sie misstraut den Zeiterscheinungen als bloße Mode gegen tiefer sitzende Gewohnheiten, Sitte und Brauchtum und neigt dazu im Traditionellen das Wesentliche, in der Gegenwart das bloß Scheinende (z.B. als "Seinsvergessenheit") wahrzunehmen.

Objektive Kulturkritik begreift Kultur als menschliche Lebensform, die sich aus den gesellschaftlichen Verhälnissen der Menschen unter den Bedingungen ihrer Geschichtlichen Gegebenheiten ergibt. Sie kritisiert die Bindungen der Menschen an soziale Zwänge, die unzeitgemäß sind und denen sie ihr Vermögen zu eigener Lebensgestaltung unterordnen. Ihr Ziel liegt in der Aufhebung mächtiger Gewohnheiten und in der Überwindung selbstentfremdender Verhältnisse (vergl. hierzu auch Verdinglichung).

Tatsächlich lässt sich Kultur selbst nicht wirklich wesentlich kritisieren - sie beruht auf dem geschichtlich entwickelten Meinen und dessen Veränderlichkeit durch anderes Meinen, Denken und Fühlen. Sie ist immer unmittelbar praktisch, sowohl in Kunst und Gedanken und Bedürfnissen, als auch in den Sitten und Gewohnheiten der Menschen. Gerade die Gleichsetzung von Kulturkritik und Geisteshaltung hatte zu den verheerenden Positionen eines Gesinnungsstaats im Nationalsozialismus geführt. Auch fortschrittliche Kulturkritik kam in ihrer Philosophie eher auf theologische Positionen, die Kulturprobleme in Vorstellungen von einer Wahrheit der Kultur auflösen wollten, die "nicht von dieser Welt ist" (Adorno).

Neuere Ansätze beziehen sich daher eher auf die politische Realität von Kultur. Auch hierbei gibt es erhebliche Differenzen, die sich um die Begriffssubstanz der Kultur bewegen. Postmoderne Kulturkritik lehnt solche Substanz überhaupt ab und vollzieht Kulturkritik als Dekonstruktion. Da sie auf jede Begründung von Kulturkritik verzichtete, war sie zwar in ihrem politischen Bezug (besonders in der Kritik von Machtstrukturen und deren pastoralen Selbstlegitimationen) wirkungsvoll, blieb in kulturellen Auseinandersetzungen aber relativ beliebig. Durch Verweigerung einer grundlegenden Begrifflichkeit lieferte sie dem Konstrukteur der Zeitgeschichte letzlich nur das Material für seine Selbstbegründung: Die Beliebigkeit seines Handeln. Die Geschichte (wenn sie denn überhaupt als solche begriffen wurde) war lediglich eine Frage des freien Willens, dessen Verwirklichung unendlich kritisierbar blieb, dem aber keinerlei gesellschaftliche Zielsetzung mehr nachzuweisen war, weil der Begriff hierfür nicht mehr Gegenstand dieser Kritik war. Der Neoliberalismus führte seine Wirtschaftstheorie als Kulturtheorie weltweit vor, indem er begriffliche Abstraktionen (z.B. Freiheit) lediglich als Kulturanschauung betrieb. Damit war deren Sinn und Zweck war aus Kritik genommen. Die Konservativen hatten wieder Raum gewonnen. Neokonservative legitimierten ihr Treiben durch Rekursion auf Althergebrachtes: Kultur wurde (wieder) auf den geistigen Inhalt einer Zivilisation reduziert, besonders auf die darin vorherrschende Religion (vergl. z.B. Samuel Huntington) oder auf das bloße Kulturereignis, den Event. Aber auch Bemühungen um eine "Kritik der politischen Kultur" liegen vor. Darin wird davon ausgegangen, dass Kultur überhaupt nur in der Verwendung für politische Zwecke (z.B. zur Kulturalisation von gesellschaftlichen Beziehungen) kritisierbar ist, sie also als Substanz politischer Vermittlung begriffen wird. Diese Kritik reflektiert den politischen Gehalt der Selbstwahrnehmung in seiner Begründung durch die Weltwahrnehmung gesellschaftlicher Verhältnissse bis in die zwischenmenschlichen Beziehungen hinein (z.B. als Grundlage für Ressentiments, Populismus und Selbstergebenheit).

Auf dieser Site wird daher politische Kultur kritisiert, also nicht die Lebensweisen und -gestaltungen selbst, sondern lediglich die politische Bestimmung, in der sie besteht, die kulturelle Formbestimmung (siehe auch Ästhetik). Auch diese besteht nur in den genannten Positionen zur Zeitgeschichte.

Subjektive Kulturkritik: Kultur gilt für Konservative als das Reservoir des bewährten Lebens, als Besitzstand der eigenen Geschichte und als Darstellungsform eines seins-wirksam gewordenen menschlichen Willens, der sich in der Kultur verobjektiviert habe. Subjektive Kulturkritik beruht vor allem auf der konservativen Auffassung, dass Kultur eine Bewährung menschlichen Schaffens darstelle, welche durch modische Einflüsse gefährdet sei. Sie begründet daher ein Sicherungs- und Stabilisierungsinteresse der „Seinsnotwendigkeit“ von Kultur und wendet sich gegen kulturelle Moderne, Anarchie und Barbarei, welche als Zivilisationsbedrohung aufgefasst wird (vergleiche hierzu auch Oswald Spenglers Theorie vom Untergang des Abendlandes). Solche Kulturkritik wendet sich unmittelbar subjektiv gegen das Fremde der Entfremdung, verfolgt damit implizit oder ausdrücklich eine Ursprungssehnsucht des Eigentlichen oder des Heilen oder des Willens oder der Leidenschaften. Ihr Kern ist eine Naturphilosophie menschlicher Subjektivität, welche eine quasi übergeschichtliche Kultur zur Sicherung menschlicher Zivilisation nötig habe.

Oft ist das, was in der Philosophie durchaus emanzipatorische Aussagen im Bezug auf andere Geisteshaltungen ermöglicht, in der Kulturkritik konservativ. So mag z.B. der Schopenhauersche Subjektivismus in seiner Philosophie manchen als Überwindung der Aufklärung erscheinen. In seiner praktischen Beziehung auf Menschen ist sie elitär und oft verächtlich und vom Interesse an der Willkür seines Urteils bestimmt, welche subjektive Maßstäbe zum Weltenmaß machen wollte. Auch die Kritik Nietzsches an den Formalismen der Denkfigurationen seiner Zeit fasziniert als Gedanke zu künstlerischem und intellektuellem Selbstverstehen. Aber mit seiner zynischen Haltung zur gesellschaftlichen Zivilisation hielt Friedrich Nietzsche die Menschen grundsätzlich für unfähig, eine freie und schöpferische Gesellschaft zu bilden und verstand seine Kulturkritik als Anstachelung, als objektive Notwendigkeit eines Stachels, welchen eine geistige Elite zu setzen habe, um die Menschenherde anzutreiben und zu bändigen. Das Gesellschaftsverständis von Nietzsche beruhte nicht auf einem Leben im freien Zusammenwirken der Menschen, auf freier Objektivation ihrer sinnlichen Verhältnisse zu einer menschlichen Kultur, sondern auf einem Verständnis von Kulturbildung durch übermenschliche Fähigkeiten überhaupt, aus deren Durchsatz durch Übermenschen sich die entsprechende Gesellschaftsform erst ergeben würde. Kulturentwicklung ergibt sich hiernach aus dem Genius einer höheren Klasse, die sich immer notwendig über eine andere Kulturklassen, den Herdenmenschen, zu stellen hätte. In der Bildung des Übermenschlichen (das verstanden wird als das über das menschliche Sein hinauswachsende Menschsein einer Avantgarde) ergebe sich so die Abwechslung der Kulturklassen als Wechsel der Elite, ihrem Verfall in die Dekadenz, die einer neuen Elite zur Macht gereicht. Durch den Aufstieg und Fall der jeweils herrschenden Kulturklasse (z. B. Wissenschaftler, Künstler, Politiker), die durch ihre Macht nach ihrem Höhepunkt zwangsläufig dekadent und immer wieder durch kräftigere Kulturprotagonisten abgelöst werden müssten, könne sich überhaupt nur eine gesellschaftliche Entwicklung als Kulturgeschichte ergeben. Kultur ist demnach verstanden das Werk von Übermenschen, die als Elite ihrer Zeit sie vorangebracht haben, und hat immer eine Art Avantgarde, eine Führerschaft nötig, um den menschlichen Adel voranzubringen. Diese Führerschaft ergebe sich aus der Reife ernsthafter Menschen im Kampf um die Kultur.

Dieser Kampf sei schon als Weltenprinzip angelegt, als Verwirklichungsprozess von Vorstellungen, die sich über den Willen vermitteln, hatte schon Schopenhauer behauptet. Die Menschen würden im Grunde nur um ihre Selbstbeherrschung kämpfen, um die Vorherrschaft der Kultur, welche die Natur, die Triebe des Herdenwesens der Menschen, gänzlich zu kontrollieren vermöge. Kulturkritik sei daher immer die Bekämpfung von Kulturvorstellungen, die durch Willensmacht zum Sieg gelange, um menschliche Natur zu beherrschen. Es war dies zunächst auch eine Grundhaltung in den Kulturvorstellungen der Psychoanalyse Sigmund Freuds. Menschliche Emanzipation war damit in dem Widerspruch begriffen, dass sie nur auf Naturbeherrschung durch Kultur beruhen könne, also eine Art zivilisatorisch notwendige Selbstbeherrschung der Mensche sei.

Die Gegensätze in der konservativen Kulturkritik hatten sich vor allem als politische Gegensätze in ihrer Zeitgeschichte offenbart, nicht als Gegensätze der zugrunde liegenden Philosophien. In der psychoanalytischen Theorie zeigte sich dies geradezu in tragischer Weise, als Freud 1930 mit seinem "Unbehagen in der Kultur" seine bis dahin zum großen Teil emanzipatorische Gedankenwelt den Zeitwahrnehmungen opferte. Er beugte sie dadurch, dass er einen Todestrieb einführte und einen Kulturpessimismus entwarf, in welcher eine "befremdliche Kulturfeindlichkeit" der Menschen schon durch ihre Lebensantriebe erklärt sein sollte. Der Todestrieb ließe sich schon ontologisch und damit überhistorisch in den Bestrebungen der Menschen darstellen und nur hierdurch wären die selbstvernichtenden Tendenzen in der Menschheitsgeschichte wie in den individuellen Lebensgeschichten der Menschen erklärlich. Dies zeigt: Ontologisierung ist zwar immer auch philosophisch formulierbar, ihr Sinn jedoch ist unmittelbar praktisch und politisch, sobald er kulturkritische Bezüge eingeht.

Von objektiver Seite richtet sich Kulturkritik im Wesentlichen gegen die Ästhetik der Herrschaftssicherung, welche bis in die Lebenspraxis der bürgerlichen Kultur vordringt. Sie verarbeitet Kultur als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung über objektive Gegebenheiten, welche einerseits dem Existenzinteresse des Bürgertums (dem Warenbesitz und Warentausch) dienlich ist und anderseits auch unmittelbar den ökonomischen Notwendigkeiten der Kapitalverwertung folgt.

Eine klassische Variante marxistischer Kulturkritik begründete sich aus der Theorie eines kulturellen Überbaus des Bürgertums, der sich als Scheinwelt über die ökonomischen Verhältnisse zur Täuschung über ihre wahren Zwecke errichtet habe, diese als verkehrte Geisteshaltung im Dienst einer herrschenden Klasse widerspiegele. Dieser vor allem in der Arbeiterbewegung vertretene Ansatz unterstellte eine Dichotomie von Ökonomie und Kultur, die durch einen Klassenstandpunkt, quasi im Bildungsprozess eines Klassenbewusstseins auf die ökonomische Wahrheit der Kultur als jenseitige Wahrheit der Kultur zu reduzieren wäre. Auf einer allgemeineren Ebene beziehen andere marxistische Strömungen Kulturkritik auf den von Karl Marx ausgefüllten Begriff des Warenfetischismus, wonach die Verhältnisse der Menschen im Verhältnis ihrer Sachen bestimmt sind. Indem sie sich dem Kult der Warengesellschaft ergeben, sehen sie sich selbst als Objekt ihres Warenbesitzes an und unterwerfen ihr Selbstbewusstsein dem Kult der Wertvermittlung und Werterzeugung, dem Geld und Kapital. Doch Kultur und Bewusstsein sind nicht dasselbe. Die Gleichsetzung des "notwendigen Scheins", welchen die Warenverhältnisse in ihrer Wertform erzeugen, mit der Falschheit einer Kultur führt geradewegs ins Jenseits, in eine Kultur der Wahrheit, die von der Geschichte der wirklichen Verhältnisse abgetrennt wird. Die wirklichen kulturellen Auseinandersetzungen werden daher von solcher Sichtweise disqualifiziert - ganz im Widerspruch zum Verständnis von Karl Marx selbst.

Theodor W. Adorno sprach von einer Kulturindustrie, die in der Lage sei, das Bewusstsein der Menschen so zu "verdinglichen", dass sie in der Abspeisung mit sinnentleerten Produkten zur Affirmation des Bestehenden vermittelst des "Verblendungszusammenhangs" ihrer Kulturerfahrungen gebracht würden. Seine "Ästhetik" wollte die hiergegen sensible Empfindung ansprechen und ihre Verwundung vermittelst kritischer Theorie und Kunst aufzeigen; seine "Negative Dialektik" wollte das Denken zu einen grundsätzlichen Zweifel gegen jede Totalität, gegen die totalitären Gedankenformationen der bürgerlichen Kultur und des etablierten Geistes befördern (Adorno: "Das Ganze ist das Unwahre"). Dies war die Grundlage der Kritischen Theorie, welche sich unter anderem in der Studentenbewegung in aktiver Kulturkritik umsetzte (z.B. Antiautoritarismus, Kunst als "politische Aktion", Hochschulkritik). Von dieser Praxis jedoch distanzierte sich Adorno (besonders in der Auseinandersetzung mit Krahl) und verblieb als Theoretiker der Ästhetik zugleich theoretischer Ästhet. Seine ästhetische Kulturkritik erwies sich letztlich als klassische Kulturempfindung, die erkenntnistheoretisch unterlegt worden war. Als solche stellte sie sich gegen jede Unterhaltungskultur, z. B. auch gegen Jazz überhaupt, und verwarf die Probleme der Postmodernen durch Rückgriff auf die „wahre“ Kunst, die zugleich Vorgriff sein sollte, denn es gäbe "kein richtiges Leben im falschen". Sein kulturkritischer Ansatz war demnach eine dialektische Kulturtheologie.

Neuere Ansätze: Vor allem die Frauenbewegung stellte kulturelle Konflikte auf eine neue Ebene: Die zwischenmenschlichen Beziehungen als subjektive wie objektive Unterwerfungskonflikte. Das Patriarchat wurde dafür als Kulturbegriff genommen, der in Entsprechung zum Kapital verwendet wurde: Verdingungsmacht. Was sich aus Geschlechtsrollen als Kulturkonflikte ergab, wurde allerdings mehr oder weniger direkt mit der leibhaftigen Geschlechtlichkeit der Menschen gleichgesetzt. Kulturkritik als Phänomen der Geschlechtlichkeit selbst wäre dann selbst wieder Wesensphilosophie. Es verbleibt demnach die Kulturkritik einer bestimmten Zwischenmenschlichkeit, die sich zugleich subjektiv wie objektiv in einer kritischen Begrifflichkeit erklären muss.

Postmoderne Ansätze der Kulturkritik entwickelten vor allem Jacques Derrida und Michel Foucault. Eigentlich nur auf Sprache bezogen entwickelte Derrida ein Verfahren der Herausstellung des implizit Verneinten, das als Dekonstruktion bezeichnet wurde. Nicht der Sinn oder Zweck eines Textes, einer Handlung, Architektur oder Kunst oder anderes war Gegenstand solcher Kritik, sondern das, was damit implizit nicht gesagt wurde bzw. nicht gemeint sein wollte. Es war ein Vorgehen der Kritik, die dem der Psychoanalyse ähnelte: Das Unbewusste sollte in seine Gegenwärtigkeit gebracht werden, um damit eine neue Gegenwärtigkeit zu bilden, welche als Kritk der alten praktisch wirksam ist. Auch Foucault verstand von daher Kulturkritik als Kritik der Selbstbegründung von Herrschaftsstrukturen, die weit über deren Ideologie hinausging und vor allem deren institutionelle Formationen und Anwendungen (z.B. in der Pharmakologie, Psychiatrie, Biotechnik) treffen sollte. Kulturkritik sollte sich als bloße Sensibilisierung der Selbstvergegenwärtigung forttragen, indem sie die Gewalten herrschender Kulturinstitutionen bloßstellt. Dies erbrachte zwar ein kritisches Lebensverständnis, aber keine wirklichen Entgegnungen zu den Herrschaftsformen. Diese begründeten sich nicht in ihrer Artikulation, sondern nach wie vor in ihrem Sinn und Zweck, welcher z.B. auch für ihre "Opfer" (z.B. den Insassen in psychiatrischen Anstalten) und Nutznießer (z.B. die Markterfolge der Genfoodproduzenten) mehr Bedeutung hatte, als deren Gestaltung überhaupt darzustellen vermag. Die damit erhoffte Wirkung kann man heute als gescheitert ansehen - nicht weil sie intellektuel falsch wäre, sondern weil sie am Umfang der Kulturproblematik vorbei ging.

Der hier vorgestellte Ansatz der Kulturkritik hat sich einerseits aus der Analyse des deutschen Faschismus und andererseits als Kritik an der globalen Politik mit Kultur entwickelt. Er begreift die Kulturalisation der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung als Grundlage politischer Vermittlung, deren Wirkung darin subjektiv wie obbjektiv zugleich ist und die Menschen hierdurch in ihrem Erkenntnisvermögen zu entkernen sucht. Politische Wahrnehmungen werden auf diese Weise als Selbstwahrnehmung installiert, indem die negativen und bedrohlichen Gefühle in der Weltwahrnehmung unmittelbar als Selbstgefühle der Kultivation gewendet erscheinen, in welchen sie sich aufheben. Kulturkritik bezieht sich von daher auf politische Ästhetik. Er hat im Unterschied zu Adorno keine identitätsphilosophische sondern eine wirkliche Substanz. Z.B. wird Samuel Huntingtons Buch vom „Kampf der Kulturen“) eine Gefahr für die menschliche Zivilisation („Clash of Civilizations“) durch den Machtkampf um die Vorherschaft einer Kultur begründet. Es handelt sich bei diesem Buch um eine Auftragsarbeit für einen amerikanischen Thinktank, bei dem sich auch die US-Regierung bedient. Der wissenschaftliche Gehalt des Buches wird vielfach bestreitet und lässt sich auf eine sehr simple, aber massiv aufgetragene Schlussfolgerung reduzieren: Kulturen seien durch Religionen bestimmt; die zivilisierteste Religion sei das Christentum, die NATO sei die einzige für das Christentum relevante Verteidigungsmacht; der Kampf der Kulturen um die weltpolitische Vorschaft sei zwangsläufig und müsse in den nationalpolitischen Machtkonzepte enthalten sein. Dieses Werk ist inzwischen die Standardargumentation der Neocon für ihre „Weltordnungskriege“ („Achse des Bösen“). Hinter solcher Politik stecken ökonomische Interessen, die sich als Kulturnotwendigkeit darzustellen und durchzusetzen versuchen, um dem zunehmenden Terrorismus eine rein religiöse, also kulturelle Begründungen zuzuweisen (siehe hierzu "Die politische Kultur des Terrors"). Dem entspricht zugleich die Ökonomisierung der Kulturen und der Staaten, wie sie durch die Globalisierung des Kapitals zum Zweck der Optimierung von Verwertungslagen betrieben wird. Die weltweiten Krisen der Kapitalverwertung verlangen nach weiterer Funktionalisierung von Arbeit und Konsum zu deren Lösung. Die Kapitalmanager sehen diese in einer Kultur des "Tittytainments", worin die Menschen als stumpfe Konsumenten und Freizeitjobber - im Prinzip als Süchtige und Arbeitstiere - angesehen werden.

Kulturkritik wird mit der Kritik solcher Entwicklungen unmittelbar auch zu einer Kritik der politischen Ökonomie, wie sie sich in den Wahrnehmungen und Selbstwahrnehmungen der Menschen niederschlägt. Von daher werden die bisherigen Grundlagen linker Kulturkritik vertieft und von ihrem zum Teil konservativen Gehalt befreit. Diese Kulturkritik versteht sich als "Kritik der politischen Ästhetik" und arbeitet den globalen Kapitalismus als Identitätsverlust des menschlichen Lebens heraus, wie er sich sowohl individuell, als auch gesellschaftlich in der Kultur der Zwischenmenschlichkeit herausstellt. Sie begreift die Menschen in einem Widerspruch ihres Erkenntnisvermögens, welcher sich in der politischen Vermittlung von dem vollzieht, was ihre Selbstwahrnehmungen in der Entfremdung von dem, was sie wahr haben, entfalten.

Kulturkritik erbringt in diesem Sinne eine Unterscheidung von menschlicher und politischen Existenz von Kultur, nicht als Abweisung von Kultur, sondern als das Auffassen ihrer politischen Substanz, also dem, was sie in einer Gesellschaft selbständig und mächtig macht (siehe Kritik der politischen Kultur). Indem die politische Kultur kritisiert wird, wird ihre Formbestimmtheit von ihrem menschlichen Gehalt unterschieden. In der Kulturkritik wird also Kultur vermenschlicht, indem ihre Entfremdung vom Menschen objektiv aufgegriffen und als Notwendigkeit einer dem Menschen fremden Objektivität vorgestellt wird. Dies kann durch praktische Erkenntnis von Lebenszusammenhängen in der herrschenden Kultur geschehen, deren Erschließung angegangen wird, oder auch in Form von Kunst- und Ideologiekritik, der Kritik von Lebenswerten, die sich hierauf beziehen. Meist wird beides in einem nötig sein.

Kulturkritik bezieht sich nicht einfach auf eine kulturelle Ideologie, sondern als Kritik der politischen Ästhetik auch auf deren Realität (siehe Realabstraktion). Als solche befasst sie sich mit der Ästhetik der wahrgehabten Gegebenheiten, mit der Welt der Gefühle. Hier ist sie die Kritik an deren Privatform, am Raub ihrer Schönheit (siehe Einverleibung), der Vorherrschaft der Selbstgefühle. Sie richtet sich daher besonders gegen die Privatformen gesellschaftlicher Wahrnehmung, gegen die Beherrschung menschlicher Geschichte, gegen reaktionäres Bewusstsein und die Mythologisierung menschenfeindlicher Lebensverhältnisse zu einer Überhöhung, zur Denaturierung und Deformation menschlicher Liebe als Selbstverliebtheit des personifizierten Menschen (siehe hierzu die Privatperson), als Selbstbehauptung menschlicher Natur (siehe hierzu auch Rassismus).

Kulturkritik positioniert sich von daher im politischen Streit sowohl ideologiekritisch - z. B. gegen linksideologisch begründete Egozentrik (Sensibilismus), gegen den Liberalismus der Austauschbarkeit (Flexibilität) und gegen alle Formen rechter Kulturkritik (Nationalismus, Rassismus) - als auch gesellschaftskritisch. Gesellschaftskritisch verhält sie sich zu den wirklichen kulturellen Problemen der Menschen. Ihre Ideologiekritik bezieht sich aber vornehmlich auf theoretische Positionen, welche in subjektiver Form objektiv auf die Menschen reflektieren und somit einen Begriff von politischer "Menschlichkeit" etablieren, die als Ethik des absoluten Seins einer absoluten Ethik dienlich ist, bzw. als Moral des Übermenschlichen zur Gesinnung von menschlicher Subjektivität gemacht wird. Alle ideologischen Kulturbegriffe sind Ausdruck eines politischen Nominalismus der Naturverherrlichung und derer Esoterik, die als Maß der menschlichen Natur und des Menschseins gilt. Notwendig wird dieses Maß rassistisch, sobald es politisch gedacht und angewendet wird.

Linke Kulturkritik setzt also an der Kritik der Politik mit Kultur an und gründet auf der inneren Entwicklung von Kultur, welche durch politische Kultur reaktionär wird. Linke Kulturkritik weiß den Menschen objektiv als sich vergegenständlichendes Wesen, das nur an seinem Gegenstand gebrochen werden kann, wenn es politisch in seiner Entfaltung bedrängt und daher formbestimmt wird. Der Begriff menschlicher Entfaltung ist der Reichtum an menschlicher Lebensäußerung.

s.a.

=> Kultur

=> Kulturkampf

=> Ideologiekritik

siehe auch: