| Buchstabe Le | ||
Leben >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensangst >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensauffassung >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensbedingung >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensbergung >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensburg >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebenserfahrung >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensform >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebenshaltung >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensmittel >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensraum >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensstandard >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebensträger >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebenswerte >> Weiterleiten zu LEB | ||
Lebenszeit >> Weiterleiten zu LEB | ||
Leib ist der sinnlich lebende Körper, Naturstoff der Erkenntnis (siehe auch Naturempfindung). In die Philosophie ist er im sogenannten Leib-Seele-Problem eingegangen als Frage, wie sich Leib und Seele zueinander verhalten. |
| |
Leiden ist Sinnlichsein, in welchem die Leidenschaft zu sich kommt, die Selbstwerdung der Wirklichkeit, das Gewirke im Bewirkten, passive Aktivität. Im Leiden ist Objektives subjektiv, Veräußertes im Bewährungsprozess des Subjekts. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, objektive Subjektivität zu behaupten, wie es das reaktionäre Denken ausmacht (siehe hierzu auch Heidegger, der Leiden als Ereignis begriffen haben will). In den neueren Sprachgewohnheiten steht Leiden eher einseitig nur für schmerzhafte Zustände. Dies macht den Sprachgebrauch in mancher Hinsicht unsinnig. Besser bewahrt ist die Wortbedeutung in der deutschen Grammatik, z.B. das Passiv als die Leidensform. Positive Bedeutungen tragen sich auch umgangssprachlich fort, z.B. wenn man etwas oder jemanden leiden mag, d.h.: seine Äußerungen als Wirkung in sich selbst genießt. Leiden ist die Erkenntnis der Wahrnehmung, worin das Wahrgehabte zu sich kommt, Gewissheit wird. Darin besteht der Sinn, den sie für ihren Gegenstand hat. In ihm trifft sie auf die Tätigkeit, welche mit dem Leiden Leben ist, Selbsterzeugung und Selbstgenuss des Menschseins. Somit ist Leiden auch wie Arbeiten ein geschichtlicher Prozess, der gebrochen und unterbrochen werden kann, der sich selbst zur Form bringt, wenn er keine Gegenständlichkeit erreicht, damit auch formbestimmend wird, wenn eine darin gesetzte Abstraktion sich fortbestimmt (siehe abstrakt menschlicher Sinn). Darin wird Leiden zur Selbstentfremdung der Erkenntnis, zu einer Form gegen sich, zu einem entäußertes Leiden, welches sich selbst reflektiert, Reflexion seines Widerspruchs, nur darin lebendig sein zu können, dass es sich selbst trägt, sich selbst wahrnimmt, um anderes wahrzuhaben und in der Selbstwahrnehmung Fremdes als eigene Welt zu gestalten. Solches Leiden ist für sich Ästhetik, in welcher der Sinn des Leidens aufgehoben und Form für sich ist, Formverwandlung der Wahrnehmung. In der bürgerlichen Kultur wird Ästhetik selbst bestimmt und darin tätig, dass sie zum Inhalt zwischenmenschlicher Beziehungen wird (z.B. als ästhetischer Wille). Die qualtative Wende von Leiden und seiner Form zur kultivierten Ästhetik vollzieht sich dort, wo sich Leiden von seiner Wirkung trennt, wo man etwas nicht mehr leiden kann, wo man es nicht mehr sehen, hören oder riechen kann, wo die Sinne also verwirkt sind, für das, was sie umgibt, ihre Umstände nicht mehr ertragen. Die Strebungen des ästhetischen Willens gehen daher gegen diese sinnliche Wirklichkeit und gegen Leiden selbst. Als wirkliche Lebensbedingung wird das Verhältnis, worin sich dieses Streben forttreibt , zu einem Verhältnis der Selbstaufhebung in einem Anderssein der Selbstwahrnehmung, z.B. in der Volksseele. | s.a. | |
Leidenschaft ist die Einheit von Leiden und Tätigkeit, die unmittelbare Kraft einer Tätigkeit, die aus Leiden gewonnen ist. |
| |
Leistungsgesellschaft ist ein Begriff, der behauptet, dass ein gesellschaftlicher Zusammenhang durch Leistung bestehen würde. Auch wenn er kritisch verwendet wird, beschreibt er ein Unding: Wie soll Leistung Zusammenhang stiften? Doch nur dadurch, dass jeder etwas leistet, ohne zu sein. Damit hängt nichts zusammen außer einer Abstraktion, eine Vorstelllung, eine Ideologie von Gesellschaft. |
s.a. | |
Leitkultur ist als Kulturbestimmung gegen Multikultur eingeführt und will den Führungsanspruch einer nationalen Kultur gegenüber anderen Kulturen in derselben Nation vertreten und grenzt sich von diesen ab, indem sie diese als gesellschaftsbildend ablehnt (siehe z.B. Antisemitismus) und sich über sie erhebt. Eigentlich ist dies die Grundlage einer Führungskultur, Grundlage des Nationalismus. | s.a. Siehe hierzu Patriotismus, Leitkultur, Wertediskussion und so weiter ... | |
s.a.
| ||
Im Unterschied zum Informieren und der Gewöhnung ist Lernen das Auffassen und in sich Nachvollziehen von Gegebenheiten, Verstehen, wie und warum sie sind, und was ihre Vernunft ist. Von daher ist Lernen eine Tätigkeit der Sinne, des Verstandes und der Vernunft: Es verlangt aber einen Abstand zur Einsicht in die unmittelbaren Wirklichkeit des Gegebenen. Indem ich Einsicht erwerbe, lerne ich, es zu verstehen. Ich lerne, zu reflektieren, was meine Sinne in der Wahrnehmung erkennen, was sie zu unterscheiden vermögen. Als Fortgang des Verstehens und Begreifens ist Lernen ein Bildungsprozess des Verstandes und der Aufmerksamkeit als Entwicklung einer Beziehung zu einem Gegenstand und des Verhältnisses, das dadurch im Wissen und Bewusstsein durch die Bestätigung des Verstandenen gewonnen wird. Für positivistische Denkansätze ist Lernen reduziert auf Einüben von Verhalten und Gedächtnisleistungen unter bestimmten Reizen und Stimulationen, also eher eine Aneignung von Gewohnheiten, die durch Anreizung erzeugt werden, also dem Produzenten der Reize unterworfen sind. Darin ist das Subjekt des Lernprozesses aus einem fremden Zweck bestimmt, das vermittelst "Lebenserfahrung" und eben auch durch Reizkontrolle wirksam wird und wodurch das gegebene Leben immer als notwendige Lebensform erscheint. Von daher bilden sich die Sinne nach dem aus, wofür sie tätig sein müssen. Dies hat natürlich nichts zu tun mit Verstand und Verstehen, gegenständlicher Beziehung und Aufmerksamkeit, sondern reflektiert sich ausschließlich in dem Verhältnis von Anreiz und Reizkontrolle und wird metodisch in der Didaktik der Pädagogik umgesetzt. In der Naturwissenschaft wird Lernen als neuronaler Prozess der Körperentwicklung verstanden, die Einnübung der Sinnesorgane, ihrer Bahnungen und neuronalen Verknüpfungen. Hier wird die Ausbildung neuronaler Strukturen beobachtet, die eine Stetigkeit der Verarbeitung von Sinneseindrücken befördern, die sich in jungen Lebensjahren noch ganz in der Anpasssung an die Umwelt entwickeln, und mit dem Alter rigider gegen sie werden würde. Begründet wird dies gerne durch die Entwicklung und den Aufbau neuronaler Verknüpfungen, der Entstehung von bestimmten Synapsen nach Maßgabe des Verknüpfungsbedarfs und des hierbei aktivierten Zellstoffwechsels. Hieraus ergeben sich neuronale "Baumstrukturen" der Verknüfungslogik, die gelernt wurden und die Lernerfahrungen wiedergeben. Die darin gewöhnlichen Verknüpfungen wurden damit quasi naturalisiert und Gewohnheit zur Natur des Gedächtnisses, die nur schwer zu durchbrechen wäre. Es gibt für solche "Erkenntnisse" vor allem die Anschaulichkeiten der Miskroskope und Tests unter der Bedingung von Laborstress, nicht aber Untersuchungen, welche in der Freiheit von Entwicklungsprozessen vor allem in der Überwindung von Krisen und in ihrem Entwicklungsverlauf, also als Langzeitanalyse von Bewältigung durch Selbsterneuerung (siehe Kritik) gemacht worden wären. Von daher sind die Untersuchungsbedingungen selbst schon nur konservativ. Sie konservieren, was die bisherige Geschichte anschaulich ergeben hat, nicht aber, was wirkliche Geschichte im Lernprozess ausmacht. Diese Seite der Auffassung von Lernen als natürlicher Gewöhnungsprozess, wenn sie selbständigt für sich begriffen wird, tendiert dazu, Lernen als einen bloßen Prozess der Sinnesorgane und Neuronen zu begreifen, welcher unabhängig von Wissen und Bewusstsein verlaufe, nichts mit Verstehen und Reflexion des Gegebenen zu tun habe, sondern umgekehrt ihm unterworfen sei und sogar die Prozesse der Willenbildung im Menschen erklären würde (siehe hierzu Freerk Huisken: Kritik der Bremer Hirnforschung). Der Verstand selbst wäre damit ein bloßer Akt der zu einer Natur abstrahierten Geistestätigkeit. Der Streit um eine naturwissenschaftliche Begründung von Geistestätigkeit bzw. deren Neudefinition als bloß hirnelektrisches Ereignis hat die Deterministen auf der wisseneschaftlichen Bühne gestärkt. Kritik wäre demnach - wenn überhaupt möglich - dann lediglich ein Akt der Irritation des Ablaufes, an und für sich zwecklos, kritisches Lernen quasi unvernünftig. Am Begriff des Lernens haben sich schon immer die gegensätzlichsten Denkmethoden gerieben (siehe hierzu auch Skinner). Durch Lernen können Menschen sowohl den Verhältnissen unterworfen werden, wie sie darin auch verstehen können, was diese ausmacht. Das ist ein Widerspruch im Begreifen selbst. Einerseits muss dieses frei von den Mächten und Wirkungen des Gegeben sein, zum anderen macht alleine die Beziehung hierauf den praktischen Sinn, der sich dabei entwickelt. Je nach der Beziehung des Lernenden zum Gegebenen (oder zum Lehrenden), je nach den Empfindungen im Lernprozess, kann sich darin diese Beziehung geltend machen; z.B. als Gedanken, die dazwischen treten oder Zweifel, die Denken nötig machen oder Impulse, Erregungen und Gefühle, welche Verstand und Vernunft irritieren. Von da her enthält Lernen alle Lebensprobleme, die Menschen in der Kultur und mit ihr haben. Es geschieht nicht voraussetzungslos und verlangt doch die Unbestimmtheit einer sinnlichen Beziehung, die Freiheit von Zweckhaftigkeit und Nützlichkeit. Wo der Nutzen eines Nachvollzugs sich schnell einstellt (z.B. Computerspiele), muss von einem Lernprozess nicht die Rede sein. Es ist dann der Erwerb einer neuen Gewohnheit, unmittelbares Aufnehmen von notwendigen Handlungen für bestimmte Ziele. Die Probleme mit dem Lernen, entstehen in der Distanz zum Gegebenen, die in dem Maße zunimmt, wie es keinen Sinn macht, sich hiervon zu distanzieren. Je unmittelbarer ihre Bestimmung, je näher es an der Wahrnehmung ist, desto gleichgültiger wird die Vernunft und desto seltener werden sich in der Lernbeziehung Zweifel am Gegebenen einstellen. Sie können nur aus menschlichen Beziehungen kommen und stehen von vornherein im Gegensatz zum Glanz der Welt. Lernen, das sich diesem Glanz unterwirft und in didaktischen Methoden nachäfft, wird Lernende zum Moment des Gegebenen bilden und ihre Selbstunterwerfung als gewohntes Selbstgefühl antrainieren. Hierfür gibt eine ganze Sparte der Psychologie, die Lernen als allgemeines Problem versteht, das am Menschen, und nicht in seiner Beziehung zum Gegebenen liegt: Die Lerntheorie. Sie ist ein Resultat der Aufklärung, die sich besonders bei Pädagogen und Psychologen zumindest für die Handhabung ihres Jobs nützlich macht. Aber eigentlich kann Lernen nur die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Stoff auf der Basis von Wissen sein. Allerdings setzt dies auch voraus, dass es Wissen gibt, das in die Gewissheiten des Lernenden eingehen kann. Dies ist ein Wissensproblem und kein Lernproblem. Im Lernprozess greifen alle Kulturprobleme ineinander und stellen ihre Nervosität offen heraus. Es ist das Dilemma der Pädagogik, sich hierin ohne eigenen gesellschaftspolitischen Standpunkt zu verhalten. | s.a.
Siehe auch Freerk Huisken: Kritik der Bremer Hirnforschung | |
s.a. | ||