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Mieten zeigen ihre unmittelbare Bestimmung durch das Kapital schon alleine in ihrem Gefälle, das zum weitaus größten Teil nicht abhängig ist von ihren Erstehungskosten, sondern vom "Wert des Bodens", also abhängig von gesellschaftlicher Geschichte und gesellschaftlichen Beziehungen: Von der Verkehrsbezogenheit (Stadt/Land und Verkehrsanbindung an Geschäfts- und Arbeitsbedingungen) und von der Grundrente: Der Boden ist so viel wert, wie er einem Menschen bringt. Der/Die Hausbesitzer/in muss hierfür nicht mal viel getan oder gezahlt haben, wenn er/sie z.B. Grundstücke geerbt hat, die einst einen geringeren Verkehrswert hatten: Er kann zusehen, wie mit der Verkehrsdichte der Wert seines Objekts steigt - oder er kann durch besonderes Wissen damit spekulieren und entsprechende Objekte einkaufen. Mieten zeigen somit besonders drastisch, was Kapitalwert ist: Die Verfügung über gesellschaftliche Mittel zur privaten Prosperität. Nur aus diesem Grunde können auch hohe Miete bezahlt werden; sie befördern den Wohlstand des Wohlständigen über das Vermögen seines Wohnorts und durch die Effizienz seiner Freizeit als Mittel der Regeneration. Als Selektionsmittel von armen und reicheren Mietern ist sie der wichtigste Faktor im Teufelskreis der Verarmung: Der Zugang zu besseren Bedingungen wird für Arme schnell abgeschnitten und ihre Isolation von der wohlständigen Gesellschaft vertieft, und dies schon nach kurzer Arbeitslosigkeit (siehe Randgruppen). Andere Auswahlkriterien für einen Wohnplatz wären denkbar durch staatliche Vergrößerung des Wohnungsangebots oder durch Zeitbegrenzung des Wohnens in besonderen kulturgenehmen Gegenden. |
s.a. | |
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Minderwertigkeitsgefühle entstehen als Mangelgefühle am allgemeinen Selbstwert, welchen Menschen sich in der bürgerlichen Kultur vermöge ihrer Selbstgefühle erwerben. Sie sind die gängige Form einer Scham, die als Gefühl der Unangemessenheit gegen allgemeine Wertigkeiten besteht, solange diese das Selbstgefühl bestimmen. Solche Gefühle emanzipieren sich durch das Erwachen aus der Unangemessenheit von Selbstbezogenheit überhaupt, wodurch wirkliche Lebensäußerung erst möglich wird und also auch Selbstachtung entstehen kann, die in Minderwertigkeitskomplexen schlicht negiert ist. Darin ist aber immerhin Selbstbezogenheit gegen sich selbst mächtig und in der Scham selbstkritisch, wenn auch ohne Sinn für ihre Beziehungen. Wo sich Minderwertigkeitsgefühle allein aus ästhetischen Verhältnissen begründen, da reflektieren sie Körper ohne Geschichte, reines Sosein von Körper, das anders sein muss. So werden sie immanent mit Mode gekontert. |
s.a. | |
Mitgefühl ist eine Beziehung im Gefühl auf andere, die objektiv von einem Leid betroffen sind, das sich für andere nachvollziehen lässt, als eine Art von identischem Gefühl für daselbe Glück, denselben Schmerz oder dieselbe Freude. Wo ein Mitgefühl als Vermittlung eines objektiven Gefühls besteht, dient es meist der Täuschung, oft auch aus Mitleid. Etymologisch bedeutet Mitgefühl in den verschiedenen Sprachen nicht ganz dasselbe (aus: Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins): "Alle aus dem Lateinischen hervorgegangenen Sprachen bilden das Wort Mitgefühl aus der Vorsilbe com- und dem Wort, das ursprünglich 'Leiden' bedeutete: passio. Andere Sprachen, so das Tschechische, das Polnische und das Schwedische, drücken diesen Begriff durch ein Substantiv aus, das aus der Vorsilbe Mit- und dem Wort 'Gefühl' besteht (tschechisch sou-cit, polnisch wspol-uczucie, schwedisch medkänsla). In den aus dem Lateinischen hervorgegangenen Sprachen bedeutet das Wort compassio: wir können nicht herzlos den Leiden eines anderen zuschauen, oder: wir nehmen Anteil am Leid des anderen. Aus einem anderen Wort mit ungefähr derselben Bedeutung (französisch pitié, englisch pity, italienisch pietà usw.) schwingt sogar unterschwellig so etwas wie Nachsicht dem Leidenden gegenüber mit: »Avoir de la pitié pour une femme« heißt, daß wir besser dran sind als diese Frau, uns zu ihr hinabneigen, uns herablassen. Aus diesem Grund erweckt das Wort Mitleid Mißtrauen: es bezeichnet ein schlechtes Gefühl, das als zweitrangig empfunden wird und nicht viel mit Liebe zu tun hat. Jemanden aus Mitleid zu lieben heißt, ihn nicht wirklich zu lieben. In den Sprachen, die das Wort nicht aus der Wurzel Leiden, sondern aus dem Substantiv 'Gefühl' bilden, wird es ungefähr in demselben Sinn gebraucht; man kann aber nicht behaupten, es bezeichne ein zweitrangiges, schlechtes Gefühl. Die geheime Macht seiner Etymologie läßt das Wort in einem anderen Licht erscheinen, gibt ihm eine umfassendere Bedeutung: Mit-Gefühl haben bedeutet, das Unglück des anderen mitzuerleben, genausogut aber jedes andere Gefühl mitempfinden zu können: Freude, Angst, Glück und Schmerz. Dieses Mitgefühl (im Sinne von soucit, wspoluczucie, medkänsla) bezeichnet also den höchsten Grad der gefühlsmäißigen Vorstellungskraft, die Kunst der Gefühlstelepathie; in der Hierarchie der Gefühle ist es das höchste aller Gefühle."
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s.a. | |
Mitleid ist ein Mitgefühl, das nicht als Gefühl besteht, sondern im Leiden selbst. Es bezieht sich somit nicht subjektiv auf andere Menschen, sondern objektiv, als eine Teilhabe an einer Lebenslage, Situation usw. in die jeder Mensch geraten kann und daher auch allgemein menschliches Mitleid erfährt. Wo die Teilhabe an der Lebenslage aber nur Gefühl ist, das sich als Mitleid gibt, wird es zur Täuschung über eine Beziehung, die aus Selbstüberhebung besteht: Mitleid mit der Armut eines Menschen, die dem eigenen Leben völlig fremd ist. Man kann annehmen, dass es dann im Mitleid darum geht, diese Fremdheit zu ignorieren, weil sie Schuldgefühle macht. |
s.a. | |
Jedes Mittel ist ein Mit-Teil und also auch eine Mitteilung von etwas, das es nicht selbst ist. Es ist von sich in doppelter Weise getrennt: Als Teil eines Ganzen ist es ausschließlich bestimmt durch einen Zweck, der nicht Grund für sich, nicht Ganzes sein kann. Es ist nicht wirklich Teil und nicht wirklich Zweck, bloße Vermittlung hiervon, Mitteilung. Mittel sind die Träger eines Zwecks, die Substanz, worin er sich zu seiner Wirkung materialisiert und von daher reines Objekt, d.h. Objekt ohne Beziehung ist. Das Mittel wird hiernach gleichgültig gegen sein eigenes Sein und seine Eigenschaften einzig in ihrer Zweckbestimmung versammelt. Durch deren Vermittlung erscheint ihre Objktivität für sich bestimmt, also als Ganzes von Eigenschaften, die dem Mittel nicht zu eigen sind. Durch die Bestimmung des Mittels für sich selbst, wird es auch gleichgültig gegen seinen Zweck, solange es ihn erfüllt, für ihn nützlich bleibt. Es ist die erste Bestimmung einer Beziehung der Nützlichkeit (s.a. Utilitarismus), dass sie Objekte zu einer für sich bestimmten Objektivität macht. Als diese sieht sie auch die rein positive Wissenschaft (siehe Positivismus), die sich keine Rechenschaft mehr darüber gibt, was sie warum erforschen will. Sofern sich gegensinnige Zwecke in ein und demselben Mittel beziehen, bestimmt sich das Mittel selbst widersinnig und vermittelt nur der Form nach das, was sich darin bezieht. Es ist rein formelle Materie, die einer Vermittlung folgt, die sich nicht wirklich beziehen kann. Sie benötigt daher eine Formbestimmung zur eigenen Bestimmung, die sich in einem Verhältnis vermittelt. |
s.a. | |
Mode ist Zeitgeist und Lifestyle in einem, das aktuell Moderne an Kleidung, Einrichtung, Architektur usw., was dem Selbstgefühl und der Selbstdarstellung als gängigiges Design zur Verfügung steht, die Art und Weise des Ausdrucks, mit dem man auf andere Menschen am ehesten Eindruck machen und sich darin erleben kann. Sie drückt damit die objektive Selbstwahrnehmung als allgemein kulturelles Medium der Selbstverwirklichung aus, wie es im Zweck von zwischenmenschlichen Beziehungen nötig erscheint, sofern sie dem Selbsterleben dienlich sein müssen. In der Mode verdichten sich Signale, die zeitgemäße Reize in der durchschnittlichen Menge der zwischenmenschlichen Beziehungen vermitteln. Darin wird die Masse der Selbstwahrnehmungen zum Zeitgeist, der mit bestimmten Selbstwahrnehmungen aufkommt und sich auch mit der Änderung dieser Masse wieder verändert. Mode ist also der zur Masse aufgehobene Zeitgeist, in welchem die einzelne wie die allgemeine Erscheinung der Selbstbezogenheit eins wird und sich zur Hochkultur erhebt, wie sie darin auch wieder als Masse untergeht. Sie stellt hierin eine Selbstbereinigung dar, die zugleich als Selbstveredelung zum Ausdruck kommt. Mode ist darin subjektiv die Reflexion des Eindrucks als Ausdruck für sich, als ausdrücklicher Eindruck, den sie machen soll. Sie ist die Form der Wahrnehmung als Verhältnis zu sich, als Zeitgeist, wie er für sich sein muss, gleich, warum er geworden. Um für sich selbst zu sein, was sie bleiben können, beziehen sich die Menschen über Mode auf sich selbst wie ein Brauchtum für sich, selbständiger Brauch, der keine Kultur hat, aber dadurch Kultur wird, dass er Eindruck machen kann. Dies liegt an der Gestalt, worin er sich geistig wahr macht, an der Ästhetik, die der Geist in ihr äußert und bewahrt als Form für sich, als selbständiger Anreiz des Lebens für die Ästhetik der Wahrnehmung. Sie ist der Gebrauch des Zeitgeistes, sein Nutzen durch seine Ästhetik als sein Brauch. Von da her wird Mode zur Sitte. Was die Menschen voneinander wahrnehmen, das müsen sie füreinander wahrmachen, um einander wahrhaben zu können. Die Mode produziert für das Sosein der bürgerlichen Kultur, ist das erste Moment ihrer wirklichen Oberfläche (siehe Logik der Kultur Teil 3). Sie betreibt die Gleichsetzung und Entsprechung einer Kleidung, einer Melodie, eines Verhaltens, einer Gewohnheit oder einer Sitte zum Zeitgeist. Die Mode selbst begründet sich aber nicht hierauf, sondern aus der Wirkung dieser Entsprechung, will also entsprechend dem Zeitgeist wirken, seine Signale umsetzten und sich damit betonen. In der Mode formuliert sich das Bedürfnis, darin wahrgenommen und anerkannt zu sein, was immer auch davon für sich wahr sei. In ihr wird zum Ausdruck gebracht, was für sich selbst behauptet wird und was auch dies als Eindruck bewirken soll. Mode will Eindruck machen, ohne darin an Ausdruck zu verlieren. Sie nutzt Selbstgefühle von anderen, um darin für sich selbst bestätigt und vergegenwärtigt zu sein. Von da her ist Mode gesellschaftlicher Ausdruck einer Selbstbehauptung. Darin stellt sich Ästhetik willentlich und voller Absicht dar. Sie ist die Ursprungsform eines ästhetischen Willens. |
s.a. | |
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Das Mögliche erscheint frei vom Notwendigen als reines Mittel, als Potential einer Entscheidungsfreiheit. Ein mögliches Handeln erscheint daher auch als unmittelbar geschichtliches Handeln, das auf Unabhängkeit beruht, weil keine Bedingung hierfür besteht, also keine Zwangsläufigkeit zu einer bestimmten Aufhebung von Bestimmungen verlangt ist. Als solches beruht Möglichkeit auf dem Dasein von Reichtum, der Entwicklung durch die Entscheidung eines Subjekts ermöglicht. Allerdings ist dies im Grunde nicht abtrennbar von den vorgegebenen Bedingungen und ist daher oft scheinhaft, entspricht dann also der Illussion einer Ideologie, welche sich durch Gedankenabstraktion der Notwedigkeit eines Handelns entzieht, von dieser also vermittels einer Idee absieht (siehe Abstraktion). Besonders der Pragmatismus sieht unendlich viele Entscheidungungen und Denkmöglichkeit als Grundlage eines Handels, das nur durch Erfolg und im Nachhinein seinen Nutzen erfährt. Solches Möglichkeitsdenken ist also im Prinzip ein Nützlichkeitsdenken, also eine FDorm des Utilitarismnus, welcher für sich blind dem notwendigigen Schein nützlicher Beziehungen (siehe Warenverhältnisse) aufsitzt. Um eine wirkliche Möglichkeit für ein subjektives Handeln zu ergreifen, setzt dies die Erkenntnis der notwendigen Beziehungen voraus und enthält daher auch ein notwendiges Wissen ihrer Aufhebung und ist damit das Zusammenkommen eines Gedankens mit seiner Wirklichkeit, ein Fenster der Wirklichkeit, sie auch wirklich zu verändern, indem sie ihren wirklichen Reichtum hierfür verwendet (siehe z.B. Revolution). |
s.a. | |
Möglichkeitsdenken bewegt sich zwischen Möglichkeiten des Denkens, die es für sich nicht wesentlich unterscheidet und sich deshalb auch nicht entscheiden muss. Möglich ist im Grunde alles, da alles als bloßes und abstraktes Mittel angesehen wird, das alleine durch seinen Nutzen dem Denken Gegenstand ist (siehe Pragmatismus) und höchstens der Information hierüber bedarf, um darin erfasst zu sein. Das Möglichkeitsdenken nimmt vom Möglichen, was es brauchen kann, ohne es als Teil eines Gegenstands anzusehen. Es hat auf diese Weise an etwas Teil, das ihm als Ganzes wesenlos gilt und gleichgültig ist und von ihm daher auch zur Unwesentlichkeit bestimmt ist. Der Gegenstand dieses Denkens ist darin negiert und zugleich unterworfen, also negatives Subjekt - ohne als Objekt erkannt zu sein. Solches Denken muss daher auch über die Gegenständlichkeit, über Objektivität, hinwegtäuschen, die es wahrnimmt, muss gegenständliche Wahrheit leugnen. Das Denken, was in sich, also in seinem Inhalt ohne Beziehung auf seinen Gegenstand ist, auf diesen nur bestimmungslos - also der reinen Form nach - bezogen ist, begründet sich praktisch darin, Möglichkeiten zu nutzen, die nicht wirklich in Beziehung stehen, wohl aber bestimmte Wirkung haben. Im Prinzip ist das Möglichkeitsdenken der Pragmatismus. Es ist das Denken des Liberalismus, der aus den Möglichkeiten des Nutzens seine ideellen Freiheitsprinzipien schöpft, und hierdurch zugleich die sachliche Bindung, die existenzielle Abhängigkeit der Menschen von ihrem Besitz verabsolutiert. Die Wirklichkeit solcher Beziehung gibt es nur durch Geld. Letztlich ist daher das Möglichkeitsdenken die Denkform des Geldbesitzes. |
s.a. | |
Der Monismus ist eine Denkweise, eine Methode des Denkens, die von der Einheit des in einem Begriff umschriebenen Seins ausgeht, auf welche alle Vielheit der Wirklichkeit zurückzuführen sei. Die allgemeine Grundlegung eines monistischen Denkens ist die Positivität dieses Begriffs, dessen Wesen ausschließlich für sich ist. Indem er in ein reines Fürsichsein gegenüber alle anderen Begriffen gestellt wird, ist ihm der Zwiespalt, seine Entgegensetzung und sein Übergehen in anderes (siehe Dialektik) genommen. Dies ist sowohl der Kern des positiven Empirismus (siehe Positivismus), als auch des Idealismus. Alle monistischen Theorien, also jene, welche "in irgendeiner Form die Einheit der Welt als grundlegende Bestimmung der Wirklichkeit" ansehen, sehen im Fürsichsein, im Eigensein des Einen implizit das Anderssein als nicht integriert. Somit ist es vom Standpunkt des Einzelnen ausgeschlossen, also nicht schön oder gut - bestenfalls objektiv. Als Grundlage des bewertenden Denkens (siehe Moral) ist es schlecht, wenn das eine nicht tut, was dem anderen recht ist. Durch einen Begriff, welcher die Position des reinen Einsseins als Monothese formuliert, ist das Andere implizit immer schon das schlechte Anderssein, auch wenn es nicht bewertet wird, sondern vielleicht nur als nicht objektiv, also subjektiv klassifiziert wird. In jedem Fall ist es für das dialektische Denken nicht anderes als eine schlechte Negation. Das positiven Denken ist davon genauso erfüllt, wie das sophistische, ethische, esoterische und das rassistische. Im Unterschied hierzu beschreibt Dialektik eine Bewegung des Werdens, des auseinander Hervorgehens und des ineinander Übergehens, welchem der Unmöglichkeit des Fürssichseins und Beisichbleibens des Lebensprozesses geschuldet ist. Hier besteht in jedem Begriff selbst schon der Keim des Andersseins, die latente Entzweiung und Zweiheit, welche sich in der Antithese zur Welt bringt. Von da her enthalten die begrifflichen Methoden immer schon auch Weltverständnis, mit dem sie umgehen. |
s.a. | |
Maria Montessori (1870 - 1952) hatte das im Italien des frühen 20.Jhdts institutionalisierte Lernen als Indoktrinierungs- und Beherrschungsmittel angegriffen und eine Pädagogik entwickelt, die sich am Erkenntnisprozess der Kinder orientiert und deren Erkenntnisinteresse in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen gestellt. Auch heute noch gibt es viele Schulen, die sich an Ihrer pädagogische Auffassung orientieren und - wo diese sich in den vermittelnden LehrerInnen auseinandergesetzt hat - zum Teil tatsächlich in der Lage sind, Erfahrungen in der Transzendenz des reinen Lernens zum Erkennen des Lehrstoffs zu bringen. | s.a. | |
Moral wird allgemein als notwendiger Imperativ für menschliches Zusammenleben ganommen, als Statut einer menschlichen Vernunft im Sinne des kategorischen Imperativs von Kant. Doch für diese Vernunft reichen die Gesetze der bürgerlichen Gesellschaft hin. Moral meint eher etwas Übergesetzliches, das sein Urteil aus einer Ethik entnimmt, welche Lebenswerte formuliert. Und Moral unterscheidet sich zugleich von solcher Ethik dadurch, dass sie diese Werte nicht reflektiert, sondern schlicht behauptet, meist im Interesse einer einzelnen Anwendung, die sich allgemein gibt. Von daher ist Moral ein theoretisches Verhältnis zu sich selbst, das allgemeine Gültigkeit beansprucht, ohne das Allgemeine wesentlich zu formulieren, der theoretische Verstand als Ur-Teil einer impliziten Selbstbewertung, die sich an anderem negativ expliziert, also in der Ablehnung wahr macht. Moral begründet sich an Abstraktionen einer rein theoretischen Position zu sich selbst, in welcher jedes Anderssein schlicht ausgeschlossen wird. Sie ist eine ausschließliche Selbstbegründung, die alles nichtig setzt, was außer ihr ist, was aber für alles auch Geltung haben soll. Sie füllt eine Leerstelle in der eigenen Position durch eine Ausgrenzung von anderem aus und begeht damit den Widerspruch, durch anderes für sich zu sein und doch gegen alles andere gleichgültig zu bleiben, weil es schon für sich gut sei. So reduziert sich Moral letztlich auf das, was sich für alle geziemen soll, was also Sitte sei, die aber zugleich lediglich als einzelnes Interesse oder aus einer Ansammlung (und nicht im Zusammenhang) von Einzelinteressen fungiert. Moral ist das Gebot einer Sitte, das zu tun oder zu lassen, was ihr geboten erscheint, weil es ihre Güte ausmacht, die als die gute Form des menschlichens Lebens zu verstehen ist. Allgemein ist sie demnach kulturell begründet, auch wenn sie selbst ohne Kultur ist, sich eher geisteswissenschaftlich oder ideologisch erklären lässt. Vom ideologischen her ist Moral deren Wesensbehauptung, also die Behauptung eines idealen Lebens, welches die Menschen durch gesittetes Leben erreichen könnten. Die Geisteswissenschaften haben meist ein solches Anliegen zu ihrer Grundlage. Auch in der Politik wird Moral zur Behauptung einer übergeschichtlichen und außerpolitischen Notwendigkeit dann eingesetzt, wenn eine politisch gebotene Selbstbeherrschung mit der Begründung von Sittlichkeit abverlangt wird (siehe hierzu auch politischer Nominalismus). Im Allgemeinen wird Moral durch Ethik begründet, also durch die idell konstatierte Notwendigkeit menschlicher Lebensgrundlagen. Als solche macht Ideologie die Begründundung jeder selbständigen, also von den Lebensbedingungen der Menschen abstrahierten Rechtsform aus (z.B. absolute Freiheit und Gleichheit als Gebot des bürgerlichen Rechts, das sich vor allem dehalb nicht gebieten lässt, weil es hierfür keine Sitte gibt). Von daher entspricht die Moral immer auch einem Denken, das lediglich kategorial - also jenseits des Wirklichen - verbleibt, keine wirkliche Substanz hat. Ansonsten wäre das, was Moral beschließt, in offener Auseinandersetzung und in fortwährender Beweisnot. Dieses durch sie zu verhindern, macht sie und ihre Imperative praktisch (siehe kategorischer Imperativ). Moral bedarf daher vor allem einer substanzlosen Begrifflichkeit. Und man kann umgekehrt auch feststellen, dass substanzloses Denken wie von selbst moralisch wird. Es muss ja immer eine Güte unterstellen, die es außer ihm nicht gibt. Da Moral sich den Notwendigkeiten der Kultur verpflichtet, wie sie erscheinen, ist sie vom Theoretischen her besonders das Betätigungsfeld der Phänomenologie. Moral ist ein Gebot, nach welchem sich Menschen auf der Grundlage eines geistigen Wertmaßes, das sich aus einer gesellschaftlichen Bewertung als Maß der Güte, als Sittlichkeit des Guten, ergeben hat, und wonach man sich richten soll, um darin inbegriffen zu sein. Im Unterschied zur Sittlichkeit selbst besteht sie nicht aus Gewohnheit, sondern aus einem Wert, nach welchem ein Verhalten beurteilt und als das begriffen wird, was es für die Verhältnisse erbringt, um deren Fortbestand es ihr geht. Dieser Wert kann eine Vorstellung vom Leben oder eine Idee sein, der zu folgen in dem Kreis, wo die Moral gültig, integraler Bestandteil seines sozialen Verhältnisses ist und die als ethisch verstanden sein will, dem Erfolg des Ganzen als Welt für sich, ihrem Heil verpflichtet ist. Hinter jeder Moral steckt daher die Vorstellung von einer heilen Welt. Ganz allgemein dient die Moral dazu, die Absichten der einzelnen Mitglieder solcher Verhältnisse deren Zweck entsprechend zu befördern oder zum Wohl des Ganzen zu beschränken. Von daher richtet sie sich am allgemeinen Zweck dieses Verhältnisses aus, um ihn fortzuentwickeln und richtet die Beteiligten danach, was dem dient. Darin erscheint also alles gut, was die Ganzheit des Verhältnisses möglichst konfliktfrei und in der Verfolgung des Zwecks vernünftig gestaltet und es zugleich in der äußeren Beziehung zu anderen Verhältnissen tragfähig hält. Moral hat ihre Begründung also in der Vernunft eines Ganzen von Gegebenheiten der Verhältnisse, in ihrer Systematik, und vollzieht deren Logik als Forderung an die darin einbegriffenen Menschen. |
s.a. | |
Die multikulurelle Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in welcher die Menschen sich in ihrer Produktion und Reproduktion noch nicht in gemeinsamer Kultur befinden. Dies liegt meist an den existentiellen Bestimmungen der bürgerlichen Ökonomie, welche ihrer Produktion hinzutretende Menschen nicht in Kultur und Stoffwechsel einbeziehen will, weil sie als eigene Klasse mit eigner Kultur eine leicht zu verfügende Fremdwelt bleiben. Entfremdung von beiden Seiten ist unmittelbar Kapitalgewinn, weil sich die Klassenkämpfe und der Kampf um den die Länge des Arbeitstags in deutsche und ausländische Arbeiter aufsplittern und somit Konkurrenz unter den Arbeitern als nicht konkurrierbare Kulturen festgehalten und verstärkt wird. | ||
Die digitale Kommunikations- und Unterhaltungstechnik hat es möglich gemacht, dass sich Menschen damit inzwischen durch mehrere Medien gleichzeitig öffentlich äußern können, in Sprache, Text, Bild und Ton - z.B. mit Internet-Auftritten oder DVDs, wo Text, Tonmaterial und Filme gleichermaßen verbreitet werden können. Der multidiale Hausmensch braucht hierfür zwar noch einiges an Ausstattung und Geld und vor allem Zeit, aber der Lohn davon ist, dass er sich eine Öffentlichkeit für sich selbst herstellen kann, wenn auch oft nur vermeintlich, da er schwer kontrollieren kann, was "ankommt". Denoch kann er sich in seinem privaten Wohn- und Lebensraum als öffentliches Subjekt fühlen und je nach Fähigkeit eine gewisse Prominenz nur durch seine Selbstdarstellung erfahren, so sie halbwegs originell und visionär ist. Natürlich kann er damit zugleich sich Blamagen einhandeln, wenn ihm die Selbstdarstellung nicht gelingt oder wenn es Überschneidungen zwischen seinen Veröffentlichungen und seinem wirklichen Leben gibt (z.B. kann sich das Verhältnis zu Freunden und Kollegen ändern). Vor allem aber wird durch Multimedia die Unterhaltung zu einem geschlossenen virtuellen System werden, in welchem Selbstunterhaltung und unterhalten zusammenfließen, sich zu einer zirkulären Unterhaltung entwickeln und sich darin Reize und Reizabfuhr gegenseitig hochtreiben und Scheinwelten errichten, in welchen der Bezug zur eigenen Wirklichkeit nach und nach schwindet, weil die Pseudoverwirklichung übermächtig wird. Schon der passiven Internetnutzung war ein Suchtcharakter zugesprochen worden. Um so mehr kann dies mit der Nutzung von Multimedia und der weitergehenden Ausbreitung durch Pocketcomputer und Handys der Fall sein. Am Heimcomputer kann so eine Kommamdo-Zentrale einer völlig abstrakten Selbstentäußerung entstehen, die alle wirklichen Probleme und Krisen dadurch überwindet, dass sie sich ihnen virtuell überstellt und sich hierdurch unberührbar macht, empfindungslos (siehe Empfindung). Das wirkliche Durchsetzungsvermögen wird verkehrt in eine virtuelle Durchsetzungskraft, die zu einem automatischen Unterhaltungszyklus wird, der sich nicht mehr "abschalten" lässt und sich auch z.B. in die extensive Nutzung von Computerspielen fortträgt. Entsprechende Entwirklichungsprozesse der Selbstwahrnehmung fallen dann mit dem zusammen, was sich die Kapitalmanager durch das Tittytainment erhoffen: Ein Volk der Süchtigen, die tun, was man ihnen sagt, wenn man es in ihren Suchtkreislauf einzubauen und so zu übermitteln versteht (siehe hierzu auch die flexible Persönlichkeit), dass sich ihre Lebensängste darin kanalisieren und einem unendlichen Konsumbedarf zuführen lassen. |
s.a. | |
s.a. | ||
Mut ist die Bejahung des Lebens im Wissen um seine Gefahr, daher überhaupt Bewusstsein als Selbstbewusstsein der Tat. Es setzt die Notwendigkeit der Tat lebend um, um dem Leben die Freiheit zu geben, dem Tod zu widerstreben. Eine notwendige Tat ist keine Tat aus der Nötigung des Faktischen, sondern aus dem Wissen von dessen beschränktem Sosein: Fakt ist, dass nichts ist, ohne die menschliche Natur der Gesellschaft und die gesellschaftliche Natur des Menschen. Von da her und selbst im Überschwang ist Mut die Liebe der gesellschaftlichen Natur des Menschen, die ihren Tod kennt und nur leben kann, wenn sie ihn achtet, ihn als Schmerz der Erkenntnis, als Erkenntnis der Endlichkeit zu leben versteht. Wenn der Mut seine Wahrheit verliert, wird er zur Selbstzerstörung führen, zur Todesverachtung. Sie ist die absolute Lüge, die gegen das Leben ausgesprochen werden kann, weil sie Leben tötet, um sich zu beweisen. Mut ist nur gut, solange er wahr ist. Aus der Gebrochenheit des Lebens ist er tötlich, nicht weil er Leben tötet, sondern weil er totem Leben Macht gibt. Die Macht der Todesverachtung macht aus dem Selbstmörder einen Helden, aus dem Menschen eine Schande und das Leben zur Grausamkeit. Es ist das Prinzip des Faschismus, der seine Helden als Krieger des Grauens nutzt, um seinem totem Leben den Schein übermenschlicher Liebe zu verleihen (siehe hierzu auch Nietzsche). | ||
"Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis." (Karl Marx, 8 These über Feuerbach) Mystifikation ist eine Verschleierung, Verdunklung eines Zusammenhangs, Dämonisierung, indem etwas mit Geheimnis (Mysterium) umgarnt oder in quasi religiöse Bedeutungen (Mysterien) gebracht wird. Von daher ist Mystifikation eine Entstellung einfacher Wahrheit hin zu einer Mythenbildung, zur Mythologisierung - oft mit eigener, sublimer Wesensbehauptung (siehe Sophistik). Ganz allgemein ist sie eine Täuschung, welche sich aus Lebensbedingungen ergibt, die als Bedingung der Wahrnehmung geduldet werden (siehe Wahrheit) und damit ihre Erkenntnis abgewendet wird. Als Formverwandlung der Erkenntnis erwirkt Mystifikation ein Verhältnis der Menschen zu sich, das ihrer Lebenslage entspricht, das sich also an ihre Umstände gewöhnt. Mystifikationen haben nur Bestand, wo sie Vorteile bieten (siehe Nutzen), da sie für sich Unsinn sind. | s.a. | |
»Unser Wahlspruch muß also sein: Reform des Bewußtseins nicht durch Dogmen, sondern durch Analysierung des mystischen, sich selbst unklaren Bewußtseins, trete es nun religiös oder politisch auf. Es wird sich dann zeigen, daß die Welt längst den Traum von einer Sache besitzt, von der sie nur das Bewußtsein besitzen muß, um sie wirklich zu besitzen. Es wird sich zeigen, daß es sich nicht um einen großen Gedankenstrich zwischen Vergangenheit und Zukunft handelt, sondern um die Vollziehung der Gedanken der Vergangenheit. Es wird sich endlich zeigen, daß die Menschheit keine neue Arbeit beginnt, sondern mit Bewußtsein ihre alte Arbeit zustande bringt.« (MEB I, S. 346). Mythologiesierung betreibt die Dämonisierung von Zusammenhängen, die in ihrer Abstraktion zu einem Ausdruck fremder Mächte fixiert werden sollen. Indem sie Gewissheit verfremden, verhindern sie vor allem die Bildung von Bewusstsein. | s.a.
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