| Buchstabe Men | ||
Eine Menge ist ein bestimmtes Gemenge, das sich im Unterschied zur Masse nicht aus einer Aufsammlung mit bestimmter Dichte, sondern aus dem Zusammentreten von Einzelnen, getrennten Ganzheiten ergibt, deren Dichte ohne Bedeutung ist. Eine Durchschnittsbildung macht aus einer Menge eine Masse, indem sie der so geschnittenen Menge eine Substanz als Wertmaß verleiht, sie hierauf verdichtet. |
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Ursprünglich, d.h. in der Epoche der Naturunterworfenheit und der beginnenden Erhebung des Menschen aus der Natur war die Wortbedeutung für Mensch gleich Mann (mhd "man": Mensch; Krieger, Mann). Urbedeutung "Mensch" ist erhalten in "jemand", "niemand", "man". Auch Frauen waren damit in den alten Sprachen gemeint (vergl. engl. "woman"). Ausgangsbedeutung war hierbei möglicherweise indogermanisch men = denken, geistig erregt sein - oder: men = hervorragen, aufrecht gehendes Wesen (lat. mons, Berg) oder beides in einem. Im Denken vor der Aufklärung war der Mensch als ein von Gott abhängigs Wesen begriffen (das germanische "mannus" bedeutete Stammvater und wurde auch nur im Sinne eines göttlichen Lebenshintergrundes verwendet). Das Selbstbewusstsein des Menschen als ein eigenständiges Wesen war zwar in der Philosophie schon immer in der Hinterfragung des Geistes angelegt, aber als lebende Evidenz erst durch Descartes erwiesen ("Ich denke, also bin ich"). Erts die Aufklärung wandte sich von der göttlichen Vernunft ab und einer natürlichen Vernunft zu (s.a. Kant), allerdings nicht unbedingt entschlossen, ihr ein metaphysisches Geisteswesen (z.B. als Idee ihrer Entwicklung) als Prinzip einer "höheren Natur" (s.a. Hegel) abzusprechen. Erst Karl Marx durchbrach mit seiner Kritik der theoretischen Philosophie überhaupt jede ahistorische Ontologie des Menschseins (Philosophie sei ihrem Wesen nach immer Theologie, wenn sie sich nicht als Interpretation des Menschseins aufgibt). Für ihn wurde der Mensch zum höchsten Wesen für den Menschen. Der Mensch erkennt sich nur im Menschen und bestätigt sich in dieser Erkenntnis als sich selbst erkennender Mensch. Stofflich ist er ein natürliches Wesen, das am Wesen der Natur teilnimmt In der Bürgerlichen Gesellschaft ist der Mensch wesentlich abstrakt verwirklicht, weil die ihm eigentümlichen Verhältnisse (Eigentum) als Besitzverhältnisse, als Verhältnisse des Privateigentums, sein Reichtum in der Form von Waren existieren. In seiner Ökonomie, Kultur und seinem Staatswesen ist aber schon wirklich, was noch keinen wahren Zusammenhang hat, wirklich als abstrakt menschliche Arbeit, abstrakt menschlicher Sinn und abstrakt menschliche Gesellschaft. Zu seiner konkreten Wirklichkeit findet er darüber, dass er seinen Traum | s.a.
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Ein Menschenbild ist die Vorstellung, die sich manche Menschen vom Menschen machen, solange sie sich nicht als Mensch erkennen können, solange sie sich also von menschlicher Wirklichkeit getrennt ansehen. Es ist die Fixation eines Menschseins, wie es sein sollte, wie es imaginiert wird. Von da her ist es religiös und im Widerspruch zu jeder Erkenntnis. Von reaktionären Politikern wird gerne ein Menschenbild als Plakat ihrer Politik bemüht, mit dem sie sich positiv unterlegen, also das Bild des Menschen vorstellt, der zu ihrer Politik verpflichtet. Oft werden Philosophen hierfür benutzt (besonders Hegel, Kant und Marx), die im Sinne einer Sebstverständigungsproblematik menschliche Selbsterkenntnis nachzeichnen. Vor allem nützt ein Menschenbild jeder Theorie zur Ideologisierung ihres Begründungszusammenhangs, um ihm eine Richtung zu verleihen, die sich aus keiner Analyse erschließen ließe. In dieser Funktion ist es Grundlage und Maßstab für die Gesinnung. | s.a. | |
Eine Gesellschaft betreibt nicht nur die Reproduktion und Produktion des menschlichen Lebens - sie ist auch das Dasein des Menschen als sich erkennendes und sich auf sich beziehendes Wesen. Nur was Menschen durch einander von ihrem Menschsein erkennen, kann Grund für ihr wirkliches gesellschaftliches Leben sein: Lebensinhalt. Es ist die menschliche Identität, die Wahrheit des Menschseins, welche das gesellschaftliche Leben ausfüllt. Sie ist Menschenliebe, die oft allgemein nur in metaphysischer Zwecksetzung formuliert wird (z.B. als Nächsenliebe), weil ihre konkrete Erkenntnis konkrete Liebe in gesellschaftlicher Form vorraussetzt. Und das ist in der bürgerlichen Gesellschaft wohl die schwierigste Erkenntnis. Die Aussage, dass der Mensch sich nur im Menschen erkennen kann (Marx) ist aber die einzig mögliche menschliche Erkenntnis und zugleich unmittelbare Kritik jeder Mystifikation, besonders der Religion. Menschenliebe besteht in dieser Gesellschaft somit zunächst nur als Rückschluss auf den Menschen als Erkenntnis des Menschen in ihr, als seine Seinsbehauptung, in welche Form sein Leben auch geraten sei (siehe Entfremdung). Nur weil und solange sich Menschen als Menschen erkennen können, kann ihre Gesellschaft als menschliche Gesellschaft bestehen. Es ist dies der wesentliche Unterschied zur Barbarei. Menschenliebe ist also die einzige Gewissheit gegen die Barbarei und ihre wesentliche Kritik. Auch die Religionen enthalten Menschenliebe, wenn auch in dritter Form, in der Gestalt eines Übermenschen. Dieser ist sowohl Reflexion des gesellschaftlichen Menschen, als auch Affirmation abstrakter Gesellschaftlichkeit. Wo Menschenliebe kein konkretes Leben hat, weil sie vollständig isoliert ist, bleibt oft nur Religion als Brücke zur Menschheit. Religionskritik ist aber gerade deshalb unbedingt nötig, da nur sie das Leiden der Isolation erkennt. Die Abwendung von solcher Notwendigkeit ist der Zynismus der Moderne, die Bewertung der eigenen Kultur gegen andere Kulturen, welche einen Kampf der Kulturen unterstellt. In solchem Kampf, welcher immer zugleich auch als Legitimation von Kriegen hergenommen wird, ginge aber immer das unter, was ihn beenden könnte: Die Erkenntnis anderer Menschen als Menschen, als menschliche Bereicherung, als Sinn und Auseinandersetzung menschlicher Geschichte. Jeder Zynismus, auch wenn er als Kynismus daher kommt (siehe Sloterdijk), ist der Eintritt in die Barbarei unendlicher Kulturkämpfe. Die zynische Vernunft war schließlich das Markenzeichen des größten Verbrechens der Menschheit (siehe Nationalsozialismus). Sie begründet sich aus der Unmöglichkeit der Liebe (siehe Nietzsche). Damit wird gerne und leicht hantiert und Zynismus ist nicht selten schick. Jedoch endet solche Lust an der eigenen Abgründigkeit, dies wohlige Grauen der Selbstgenügsamkeit, immer in der Grausamkeit einer unerwarteten und brutalen Gewalt, denn es verkörpert der Abgrund zwischen Religionskritik und Zynismus die Überlebensfrage des menschlichen Geistes, der alleine der Niedertracht der Barbarei Einhalt gebieten kann. Dem entgegen steht das ausformulierte Programm der Kapitalmanager mit dem Zukunftskonzept des Tittytainment, dem leibhaftigen Konsumzynismus, die Konsumtion, die Entleibung des menschlichen Lebens durch ein absolut funktionales Kapital. |
s.a. | |
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Die Idee zur Gestaltung einer menschlichen Gesellschaft zu einem Menschenpark ist im Grunde eine aristrokatische Vorstellung von einer Gesellschaft, die durch eine Kulturelite angeleitet, besorgt und versorgt sein soll. Peter Sloterdijk, ein eifriger Schüler der kritischen Theorie, Heidegger, Nietzsches und des indischen Gurus Baghwan und Anstifter des "Philosophischen Quartetts", begründet diese als Notwendigkeit einer Gesellschaft, die niemals human sein könne, ohne humane Ziele vorgelegt zu bekommen. Der Mensch selbst habe einen sozialen "Geburtsfehler", der es ihm verunmögliche, seine Beziehungen zum Wohl aller zu regeln. Von daher müsse eine gesellschaftliche Grundstruktur wie ein Park angelegt sein, in welchem die Menschen sozial gepflegt und "eingeschient" werden müssten und sich nur hierdurch wirklich menschlich entfalten könnten. |
s.a.
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Menschenwürde ist der Wert des Menschseins, worin auch die Achtung vor dem Menschsein gemeint sein kann. Im Begriff Würde (Wortstamm von Wert) ist dies allerdings leicht misszuverstehen, da sie sich auf Bewertungen bezieht, die sich aus der abendländischen Kultur ergeben und sich einen allgemeinen Anspruch geben. Menschen können nicht über den Wert des Menschseins (siehe Ethik) anderer Menschen befinden, aber sie können sich achten oder verachten. Im Begriff Menschwürde kann durchaus auch Verachtung mitgeteilt werden, wenn damit gutes Menschsein bewertet und also auch das Böse geschaffen wird.. |
s.a. | |
In Wahrheit ist alles eins. Alles ist in seiner Vielfältigkeit darin wahr, dass es in einem ganzen Zusammenhang steht, letztlich eine Welt ist. Ob es eine Aussage ist, die mit dem übereinstimmen muss, was sie besagt, eine Empfindung die sich über ihren Gegenstand klar ist oder ein Widerspruch, der als solcher auch aufgefasst wird, all dies ist dann wahr, wenn die Identifizierung des Unterschieds allem entspricht, was ist: dem materiellen, geistigen, sachlichen und menschlichen Organismus, der Organik des Lebens. Menschliche Identität kann nur sein, wo die Menschen ihr Leben und ihre Welt als das Ihre identifizieren, auch wenn sie sich selbst nicht damit identifizieren können. In der Unterscheidung von Eigenem und Fremdem, in der Kritik, wird Identität dadurch gewonnen, dass sich Menschen auch zu dem menschlich verhalten, was nicht das Ihre ist, es als Fremdes und doch als ihren Gegenstand erkennen. Erst wenn der Mensch sich menschlich zu seinem Gegenstand verhält, kann er sich auch zu sich als Mensch verhalten. Ohne Gegenstand steht das Leben sich selbst entgegen, trennt sich von sich und wird unglücklich. In der Trennung von sich selbst besteht der Schmerz des Widerspruchs mit sich, der Identitätsschmerz. Darin erfährt der Mensch seine Beziehung zur Welt negativ, d.h. in der Negation seiner Beziehung auf andere. Er hat darin selbst eine unglückliche Beziehung, erfährt sich nurmehr leidend am Zustand seiner Welt, untätig. Wo ihm die Tat verwehrt ist, kann er sich nur wehren, wenn er sein Leiden tätig fasst, leidenschaftlich. |
s.a. | |
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s.a. |
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