| Buchstabe Pr | ||
Der Pragmatismus (griechisch: Pragma = Nutzen) entspringt einem Möglichkeitsdenken und ist dessen unendlich bestimmte Form, also dessen Prinzip. Er ist im Grunde nur Ausdruck eines mehr oder weniger erfolgreichen Utilitarismus, der eine hohe Entfaltung nützlicher Beziehungen (siehe Warenverhältnisse) voraussetzt. Der Pragmastismus trachtet danach, die Nutzbarkeiten zu erkunden und die Entwicklung entsprechender Lebensverhältnisse (siehe hierzu auch Kapitalismus) zu befördern, indem er ihren Erfolg im Nachhinein eines Handlens in der Ausbeute des Nutzens bemisst. Damit ist er eine Denkform des Geldbesitzes und leistet den Verhältnissen Vorschub, die dessen gesellschaftlicher Macht Folge leisten. Im Pragmatismus werden deren Gründe aller Erkenntnis entzogen. Letztlich vollzieht er im Denken, was der notwendigen Schein der Verhältnisse dem praktischen Bewuisstsein aufgibt: Das praktische Bedürfnis als ausschließliche Beziehung auf die Existenz zu begreifen und den gesellschaftlichen Reichtum hiernach zu bemessen. |
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Das praktische Bedürfnis ist ein Bedürfnis, das sich auf eine Beziehung der Nützlichkeit reduziert. Sein gesellschaftlicher Gehalt, sein Gewordensein aus gesellschaftlichen Zusammenhängen wird darin ausgeschlossen, dass es sich nur auf die Form der Sache als nützliches Ding (Gebrauchswert) und nur auf die Form der Menschen als Gegenstand der Gefühle bezieht. Das praktische Bedürfnis ist somit unmittelbar und allgemein ein Bedürfnis, das sich nicht in Verlangen und Tätigkeit äußert, sondern in der Notwendigkeit, seinen Gegenstand haben zu müssen. Es ist der Sinn des Habens, den es lebt. Das Prinzip, in welchem das praktische Bedürfnis steht, ist das Prinzip des Egoismus. "Das praktische Bedürfnis, der Egoismus ist das Prinzip der bürgerlichen Gesellschaft." (MEW 1, S. 374) |
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Praktisches Bewusstsein ist greifbares Wissen, das keinen Begriff hat, Wissen von Gegebenheiten und Begebenheiten, wie sie unmittelbar sind, gleichgültig ob ihr Sein nun wesentlich ist oder bloßer Schein. Bleibt es in der reinen Wahrnehmung, so verharrt das praktische Bewusstsein in einer Sprache, die nur benennt und nichts weiß (siehe Nominalismus). An und für sich ist Sprache praktisches Bewusstsein, das nur in der Dichtung oder Begriffsbildung oder Umschreibung theoretisch werden kann. Darin weiß es bereits wesentliches, was zwar sprachliche Begriffe verwendet, worüber aber nur durch Nachdenken auch der Sinn hinter dem Wort erschlossen wird. Wo das Wesentliche im Erscheinenden nur mittelbar auftritt, findet der Gedanke des Ganzen seine Allgemeinheit in der Substanz des Mittels (siehe auch theoretisches Bewusstsein). Das praktische Bewusstsein ist die überwiegende Erkenntnisstufe der bürgerlichen Wissenschaften. Ist das praktische Bewusstsein ausschließlich in Diensten des praktischen Bedürfnisses, so wird es zum Faktenglauben, zum Kult der Befriedigungsmitten (siehe auch Warenfetischismus). | s.a. siehe hierzu auch "Probleme des Marxismus" | |
"Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme, ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, d. h. die Wirklichkeit und Macht, die Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit eines Denkens, das sich von der Praxis isoliert, ist eine rein scholastische Frage." (Marx, 2. These über Feuerbach, MEW 3, S. 533)) Das Leben ist unmittelbar praktisch und hierdurch unmittelbar menschliche Geschichte. Sie gründet auf der Lebenspraxis der Menschen, im Wesentlichen auf Arbeit und Lebensgenuss durch deren Erzeugnisse, dem Reichtum des menschlichen Lebens. Ist seine Vermittlung nicht konkret praktisch, so ist vom Menschen abstrahiert, ist Leben ihm entfremdet. Dies macht die Notwendigkeit, einen Begriff hiervon zu entwickeln (Theorie), um sich ein Bewusstsein hierzu zu schaffen und zu einem Entschluss gegen die Mächte der Entfremdung (fremde Kraft) zu kommen. | s.a. | |
Die Preisbildung ist der Kampf um die Wertbestimmung von Waren. Er drückt bei den Verkäufern den Wert auf das durchschnittliche Niveau der Herstellungskosten und Profite bei gegebenem Lebensstandard (siehe auch Klassenkampf). Die Verkäufer ihrer Arbeitskraft können hierbei keine Profite machen, weil sie keinen Besitz an Produktionsmittel haben. Sie verkaufen also ihre Arbeitskraft lediglich nach ihren Herstellungskosten, also nach dem, was sie durchschnittlich zur Reproduktion ihres Lebens (besonders Miete, Kleidung, Lebensmittel, Ausbildung, Erziehung, Verkehrsmittel) brauchen. Die Wertbedingungen hierfür sind ebenso vorgegeben wie die Mehrwertrate. So drücken die Kosten der Reproduktion auch Wertverhältnisse aus, die sich nicht aus dem Produktionskreislauf, sondern aus anderen Privatformen gesellschaftlichen Eigentums sich ergeben (besonders in der Miete der Wert von Grund und Boden). Die Wertbestimmung der durchschnittlichen Profite ergibt sich bei gegebenen Produktionskosten (Rohstoffe, Produktionsmittel und Verwaltung) aus der Konkurrenz der Geldanbieter (Kapitaleigner), die einen bestimmten Zinssatz (Preis des Geldes) bildet. Allgemein stellt sich im Preis das Wertverhältnis von Lebensmittel und Arbeitskraft bei gegebener Mehrwertrate dar, das insgesamt durch das Verhältnis von drei Wertquellen bestimmt ist: Arbeit, Boden und Kapital. Dies zeigt sich auch lokal, besonders nach Mietspiegel oder Bodenschätze unterschieden. Wo die Profitrate hoch, sind es auch die Mieten (Verkehrwert von Grund und Boden). Bei relativ unterschiedlichen Löhnen pro Wertbezug der Arbeit teilen sich die Einkommenlagen daher in verschiedene Gesellschaftsschichten auf, von denen die untersten sich nicht überall erhalten können. So unterscheiden sich auch die Bevölkerungen nach der Verwertungslage von Regionen inzwischen international. Internationale Wirtschaftunionen und transnationale Konzerne versuchen diese Unterschiede durch Preispolitik, also durch optimale Ausnutzung unterschiedlicher Lebenshaltungskosten und -ansprüche zu verwerten (z.B. durch Monokultivierung von abhängigen Nationen oder Kulturregionen). Kultur wird dabei unmittelbar zu einem Verwertungsfaktor bei der Preisbildung. Dies drückt sich in der Einseitigkeit der gesellschaftlichen Zusammenhänge aus: Die nationalen Einkommensquellen werden schwergewichtig zu reinen Öllieferanten, Bauern, Montierexperten, Software-Schmieden, Waffen- und Kriegsexperten, Maschinenexporteure usw. Deutschland hat sich auf Maschinenexport konzentriert und kann sich daher bei hoher Automation in hoher Wertlage verhalten, also fast so, als ob wenig Arbeit und viel Service seinen Zusammenhang ausmacht. Darin begründet sich vor allem der Charakter einer Dienstleitungsgesellschaft. Der Preisindex zeigt den Lebensstandard einer Gesellschaft an. | ||
Im Prinzip wird eine Regel der Vernunft formuliert, welche einen Zusammenhang in der Funktion des Ganzen ermöglicht. Ein Prinzip ist eine Logik, die einer Substanz folgt, die keinen Inhalt hat (z.B. als Ideologie, Realabstraktion) und daher eine unendliche Bestimmung ist, worin sich ihre Form konstituiert (siehe Abstraktion). Das Prinzip ist die formelle Fortbestimmung eines allgemeinen abstrakten Grunds, der als Trieb eines Begriffes oder als eine Idee (z.B. als Vorstellung des Sittlichen oder Moralischen) wirksam ist. Prinzipiell ist etwas allgemein logisch gefasst, als Erklärung oder als Forderung, je nach dem, ob es begriffen ist oder befolgt sein soll. Durch die Erkenntnis des Zusammenhangs von Forderung und Begriff wird ein Prinzip als notwendig oder unnötig erkannt. Prinzipien, welche als absolute Gebote verstanden sein sollen, sind Imperative (siehe hierzu auch den Kategorischen Imperativ). |
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Privat ist die Form, worin sich Gesellschaft hinter dem Rücken ihrer Öffentlichkeit verwirklicht, eigentlich nichts Eigenes sein kann, was es in Wirklichkeit sein soll. Es ist die unwirkliche Gesellschaftlichkeit. Dem Besitzer von Waren mag dies als sein Glück erscheinen, dem Besitzer von bloßem Arbeitsvermögen wird dies zu seinem "Schicksal". In jeder Beziehung ist die Privatheit darin bestimmt, dass gesellschaftlich lediglich der allgemeine Wert mächtig wird: Geld und Kapital. Privat erscheint die Zwangsläufigkeit der Verwertung gesellschaftlich wirksamer Werte als Ohnmächtigkeit einer Existenz, die nie wesentlich anders werden kann, als sie gesellschaftlich (also nach fremdem Bedarf) gestellt ist. Die Privatheit ist die Fremdbestimmung einer Gesellschaft, in welcher Eigentum nur als Besitz gegen die Gesellschaftlichkeit des Einzelnen existiert: Besessenes Eigentum (siehe Privateigentum). Formal ist der Kapitalismus überhaupt der Widerspruch von gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung, der sich als Gegensatz von Besitzlosigkeit und Besitz, von Armut und Reichtum an Besitz in der Logik des Kapitals entfaltet. Wirklicher Privatbesitz ist daher der Besitz der allgemein gesellschaftlichen Mittel: Geld und Kapital (z.B. auch Wertpapiere). Alle wirklichen Lebensmittel fallen in die Notwendigkeit der Reproduktion, auch wenn diese auf hohem Niveau (Lebensstandard) verläuft. | s.a.
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Privateigentum bedeutet wörtlich übersetzt geraubtes Eigentum (privare = Raub). Es ist eine radikale Formulierung für Besitz, ein Begriff, der besetztes Eigentum bedeutet. Privat ist dieses Eigentum deshalb, weil es im Widerspruch zu seiner gesellschaftlichen Entstehung bessen wird. Der Grundwiderspruch des Kapitalismus ist der zwischen der gesellschaftlichen Produktion und der privaten Aneignung der Produkte, wie er sich zwischen Lohnarbeit und Kapital verhält. | s.a.
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Die Privatperson ist die Persönlichkeit des Privateigentums (s.a. Besitz). Sie macht die Rechtsform der Selbstbehauptung aus, welche alle Absichten der Seele zur Erscheinung des Willens machen (siehe ästhetischer Wille). | s.a. | |
Produktion ist die notwendige Arbeit, welche zur Erzeugung von Sachen, Dingen oder Gütern gesellschaftlich aufgewendet wird, um das gesellschaftliche Leben der Menschen zu gewähren, zu sichern und zu entwickeln - sei er für ihre Bedürfnisse und Entwicklungsgrundlagen oder für die Bedingungen der Arbeit (z.B. Produktionsmittel) selbst. In die Produktion eingeschlossen ist die Reproduktion, die Erneuerung ihrer Ressourcen (z.B. der Arbeitskräfte, der Naturstoffe, der Energie, Arbeitsmittel usw.). Eine Produktion, die ihre Ressourcen nicht reproduzieren kann, ist Raubbau, Plünderung, Aufzehrung. Produktion ist die gesellschaftliche Reproduktion, Selbsterneuerung und Entwicklung. "Daß jede Nation verrecken würde, die, ich will nicht sagen für ein Jahr, sondern für ein paar Wochen die Arbeit einstellte, weiß jedes Kind. Ebenso weiß es, daß die den verschiedenen Bedürfnismassen entsprechende Massen von Produkten verschiedene und quantitativ bestimmte Massen der gesellschaftlichen Gesamtarbeit erheischen. Daß diese Notwendigkeit der Verteilung der gesellschaftlichen Arbeit in bestimmten Proportionen durchaus nicht durch die bestimmte Form der gesellschaftlichen Produktion aufgehoben, sondern nur ihre Erscheinungsweise ändern kann, ist self-evident. ... Der Witz der bürgerlichen Gesellschaft besteht ja eben darin, daß a priori keine bewußtse Regelung der Produktion stattfindet. Das Vernünftige und Naturnotwendige setzt sich als blindwirkender Durchschnitt durch." (Briefe über das Kapital, Dietz-Verlag 1954, Marx an Kugelmann, S. 185). Eine Gesellschaft, in der nichts produziert wird kann weder als Gesellschaft noch als Ansammlung von Individuen bestehen, da sie ihre grundlegenden Lebensbedingungen nicht nur missachtet, sondern auch verliert. Alleine die täglichen Routinen einer Kommune (z.B. Müllabfuhr, Gesundheitsfürsorge, Altenbetreuung, Sozialfürsorge, Straßenbau, Energieversorgung, Deichbau, sozialer Wohnungsbau usw.) können ohne eine Form der Produktion nicht erhalten oder verbessert werden. Produktion ist aber nicht nur Erhalt, sondern auch und vor allem Entwicklung. Sie ist die Grundlage der Geschichte als Bildungsgeschichte der Menschen, Entwicklung ihres Lebens und Lebensstandards, ihrer Entfaltung, wie ihrer Entfaltungsmöglichkeiten (s.a. Produktionsmittel). Produktion dient also nicht nur der Befriedigung vorhandener Bedürfnisse, sondern auch ihrer Entwicklung und Ausdehnung, der Verwirklichung neuer Bedürfnisse, neuer Produktionsmittel und der gesellschaftlichen Entfaltung. In der Produktion des gesellschaftlichen Mehrprodukts vollzieht sich die Produktion der menschlichen Geschichte. Jedes Bedürfnis, das durch die Produkte der Produktion befriedigt wird, entwickelt sich selbst zu einem anderen Bedürfnis und stellt sich somit auch in einen Bedürfniszusammenhang auf einer höheren Entwicklungsstufe, welche sich wiederum als eine entwickeltere Produktionsstufe verwirklicht, solange und soweit sich die Entwicklung der Produktion auch als Entwicklung der menschlichen Bedürfnisse und umgekehrt die Entwicklung der menschlichen Bedürfnisse als Entwicklung der Produktion darstellen. Dieses aber wäre alleine der organische Inhalt der Produktion und ihrer Geschichte. In der bürgerlichen Gesellschaft erscheint die Produktion als Privatsache, vor allem als Privatsache der Kapitalbesitzer, die vor allem ihr Geld vermehren wollen, und daher die Geldvermehrung zum Prinzip der Produktion machen. Solange die Geldvermehrung an die Entwicklung des gesellschaftlichen Mehrprodukts gebunden ist, solange also die produzierte Gütermenge der zirkulierenden Geldmenge entspricht, können sich die "Privatsachen" Geldvermehrung und Entwicklung der Bedürfnisse entsprechen, wenn auch in gegensinniger Besitzform (Arbeitskraft und Kapitalbesitz) mit unterschiedlichen Machtanteilen an der gesellschaftlichen Entwicklung, da die Vermehrung von Geld, dem gesellschaftlichen Faustpfand der Waren, immer auch die Vermehrung gesellschaftlicher Macht involviert. Kapital wird eben nicht, wie der Arbeitslohn, nur zur Reproduktion des Produktionsprozesses verwendet, sondern auch in erweiterter Technik akkumuliert. Dies ist das Resultat des kapitalistischen PÜroduktionsprozesses in der einfachen Akkumulation des Kapitals Der kapitalistische Produktionsprozess darf aber nicht mit dem Produktionsprozess des Kapitals als solches verwechselt werden. Dieses entwickelt sich erst nach der Entstehung eines eigenen Zirkulationsprozesses des Kapitals aus seiner produktiven Zirkulation. Kapital wird darin zur reinen Spekulationsmasse der Geldvermehrung jenseits des wirklichen Mehrprodukts. Hier wird Kapital aus Surplusprofiten in reine Rechtstitel (z.B. Grund und Boden) "angelegt" (siehe Grundrente) und somit eine gesellschaftliche Entwicklung jenseits wirklicher menschlicher Bedürfnisse, ihrer Befriedigungs- und ihrer Produktionsmittel bestimmt. Die Preise für Grundeigentum und damit auch die Preise für Bodenschätze sind rein politische Preise und bestimmen zunehmend die Entwicklung des Kapitals als solches. Dieses entwickelt sich durch die Klasse der Grundeigentümer und der Nationalpolitiker und hat mit dem Doppelcharakter der menschlicher Produkte, wie er in Form von Waren besteht, nichts mehr gemein. Das Verhältnis von Geld, das durch vorhandene oder in der Entstehung begriffene Güter in Warenform (siehe Wertform) gedeckt ist und Geld als ungedeckte Spekulationsmasse, ist inzwischen auf einem Niveau von 1 zu 100. In diesem Verhältnis verläuft daher auch die Entwicklung der Güterproduktion zur Befriedigung der Bedürfnisse zur Entwicklung der reinen Kapitalmacht. Die gesellschaftliche Produktion kann sich so auch nur zu einem Prozent überhaupt auf wirkliche menschliche Bedürfnisse beziehen. Der Rest dient der Produktuion eines Mehrwerts, der in einer gesellschaftslosen Masse in den Produktions- und Zirkulationsstätten des Kapitals verschwindet und bestenfalls noch in der Produktion von Technologie (Produktionsmittel) und dem Vermittlungsbedarf innerhalb des Dienstleistungsbetriebs hier und da erscheint (Technologie, Auf- und Abbau von Technologie nach Maßgabe der Kapitalbewegung, Kommunikation, Werbung, Mediengeschäfte, Grundbesitz, Hausbesitz, Waffenbesitz, Vermittlungspotential im Agenturkapital). Hinzu kommt, dass dieses eine Prozent bedürfnisrelevanter Güter nicht mal nur unmittelbare Bedürfnisse des Lebens befriedigt, sondern auch die vermittelten Bedürfnisse, die im Reflex auf eine Gesellschaft entstehen, die keinen menschlichen Sinn mehr vermittelt, die also reine Kulturprothesen zum Gegenstand haben (zwischenmenschliche Surrogate, Kultveranstaltungen, Kulturersatz wie z.B. unnötige Automobile etc.). |
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Ein Produktionsverhältnis ist das Verhalten von Menschen zum Zweck der Herstellung eines Produkts oder vieler Produkte. Es verlangt ihre Beziehung aufeinander unter diesem Zweck und die Gesamtheit ihrer Verhältnisse sind darin eingebunden. Natürlich gibt es auch andere Verhältnisse (z.B. innerhalb des Kapitals, der Kultur, des Staates), die nicht vom Zweck der Arbeit bestimmt sind. Der Zusammenhang dieser Verhältnisse zum Produktionsverhältnis ist nicht zweckhaft, sondern aus den inneren Notwendigkeiten einer ganzen Gesellschaft bestimmt. Daher kommen hierein auch andere Substanzen, die weder der Arbeit noch der Produktionsmittel entspringen, noch allgemeine Abstraktion (wie. z.B. Geld, Kapital, Rendite) sind (siehe z.B. Kultur, Kunst, Gemeinwesen). Dies zu verkennen macht vor allem das Problem mit dem Begriff der "Diktatur des Proletariats" und der klassischen Frontbildung der Arbeiterbewegung aus. | s.a. | |
"Die sozialen Verhältnisse sind eng verknüpft mit den Produktivkräften. Mit der Erwerbung neuer Produktivkräfte verändern die Menschen ihre Produktionsweise, und mit der Veränderung der Produktionsweise, der Art, ihren Lebensunterhalt zu gewinnen, verändern sie alle ihre gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Handmühle ergibt eine Gesellschaft mit Feudalherren, die Dampfmühle eine Gesellschaft mit industriellen Kapitalisten." (K. Marx, Elend der Philosophie, MEW 4, 130) |
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Profit ist der Mehrwert, wie er sich durch die Anwendung des gesamten Kapitals nach Verkauf der Produkte des gesamten Produktionsprozesses realisiert. Der Profit steht in keiner Beziehung zur Produktion oder zur Länge des Arbeitstages außer der, die das Mehrprodukt ihm im Mehrwert vermittelt. Aber der Profit setzt die Realisation des Mehrwerts im Preis der Arbeitskräfte, Rohstoffe, Maschinen und Produkte voraus und steht damit in Beziehung zum gesamten Kapitalvorschuss, den ein Kapitalumschlag hat. Er macht zusammen mit dem Zins den Unternehmensgewinn aus. „Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschossenen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird." (MEW 25, S, 46) Er kann im Widerspruch zum Mehrwert stehen, wenn ein Mehrprodukt erzeugt wird, das sich wertmäßig nicht adäquat darstellen kann, weil es nicht zu den anderen Wertanteilen des realisierten Kapitals (c und v) im entsprechenden Verhältnis abgesetzt werden kann, weil es also nicht in den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionprozess als lineares Verhältnis eingeht. Der Profit wäre ein einfaches Oberflächenphänomen des Kapitals, würde er sich nicht in der Profitrate zur gesamten Kapitalreproduktion anders verhalten als die Mehrwertrate sich zum Kapitalvorschuss verhält. Es kann der Profit aber auch als Surplusprofit aus der Überbewertung von Gütern oder Grund und Boden oder Verkehrswerten sich als politische Größe (z.B. im Grundbesitz) etablieren. Das derzeitige Verhältnis von realen Gütern zur Produktion und Reproduktion zu dem in Spekulation und Besitz heckenden Kapital ist derzeit 1 zu 100. Es hängt wesentlich von der Entwicklung der Profitrate ab, in wie weit sich solche Verhältnisse halten. Die kapitalistischen Krisen verkörpern die Wirklichkeit von Entwertungsprozessen, die sich aus einem Missverhältnis von Kapitalproduktion und Kapitalzirkulation ergeben (siehe Profitrate). |
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Die Profitrate ist das Verhältnis, worin sich der Mehrwert bezogen auf die Masse des Werts des zur Produktion angewendeten Kapitals, dem Gesamtkapital der Produktionsmittel (konstantes Kapital) und der Arbeitskräfte (variables Kapital) darstellt. Die Profirate unterscheidet sich von der Mehrwertrate vor allem in der Beziehung, welche der Wert nach seiner Realisation im Produkt gegenüber dem Wert hat, der in der Produktion bewegt wird. Die Profitrate bezieht sich daher auf das Gesamtkapital (c + v + m) nach Ablauf der gesamten Wertmetamorphose der Waren. Die Mehrwertrate ist das Verhältnis der sich bewegenden Werte von Mehrwert zum Wert der angewendeten Arbeitskraft (m / v), also von Mehrarbeit zur lebensnotwendigen Arbeit. Aus der unterschiedlichen Entwicklung von Mehrwertrate und Profitrate ergibt sich bei Marx die Bewegungsform des Widerspruchs des Kapitals selbst, der sich als Krise des Kapitals, als Wertkrise des Wertverhältnisses in seiner Realisation auf dem Markt herausstellt. Soweit das Konstante Kapital, die Produktionsmittel und Technologie, sich mit der Marktentwicklung erweitern, stellen Mehrwertrate und Profitrate analoge Kapitalverhältnisse dar und die Produktionsmittel gehen analog im Wert der Produkte auf. "Die Profitrate verhält sich zur Mehrwertrate, wie das variable Kapital zum Gesamtkapital" (MEW 25, S.60) Es liegt in der Natur der kapitalistischen Produktion, dass immer größere Wertmasse in die Produktionsmittel eingeht und immer geringere in die Löhne für die Arbeitskräfte (das variable Kapital). Von daher setzt sich die Entwicklung der Mehrwertrate der Entwicklung der Profitrate entgegen und bedrängt die Wertrealistion: Der Mehrwert pro angewandte Arbeitskraft sinkt, wenn Das Verhältnis von Profitrate und Mehrwertrate verläuft umgekehrt wie das Verhältnis von Mehrwert zum Gesamtkapital. Je größer das konstante Kapital (Maschinen) desto geringer wird das variable Kapital (Löhne pro Arbeitsszeit) und daher kann es nicht gleichförmig in die Produkte eingehen: Die angewandte Wertmasse erzeugt immer geringere Produktwerte. Entweder kann dann das konstante Kapital seinen Wert nicht realisieren und es entstünde Kapitalentwertung, oder der Mehrwert muss relativ zur Wertmasse der Produkte sinken, um den Wert des produzierenden Kapitals zu bewahren. Würde man dem organischen Verhältnis von Technik und Mehrprodukt folgen, so muss man den Kapitalismus aufheben, um seinen Reichtum zu bewahren und weiter zu entwickeln. Hält man am Verhältnis von Mehrwert (Wertform des Mehrprodukts) und konstantem Kapital (Wertform von Technik und Maschinerie) fest, so folgt daraus, dass der wesentliche Unterschied des Kapitalverhältnisses im widersprüchlichen Verhältnissen von variablem Kapital und Gesamtkapital sich fortbestimmt. Da dieses Verhältnis der Profitrate der Mehrwertrate folgen muss, Profit aber die Senkung von variablen Kapitalanteilen verlangt, also die Mehrwertrate bestimmen müsste, gerät das Gesamtkapital regelmäßig in eine Krise. Es verlangt bei zunehmender Masse der Produktionsmittel einen Produktabsatz (siehe Konsum), der sich nicht realisieren lässt, solange der Produktpreis zugleich gezwungen ist, zunehmendes Wertwachstum zu erzielen. Es kann sich im Preis der Produkte kein Wert darstellen, der sich durch das variable Kapital dann decken lässt, um die Lohntüten so zu füllen, dass die Produkte auch gekauft würden. Man kann das auch vom Standpunkt der Profitrate formulieren: Das Kapital müsste, um seine Profirate zu erhalten, immer mehr Masse des konstanten Kapitals in Gang setzen, um die Löhne zu erwirtschaften, die das variable Kapital für den Produktabsatz zur Verfügung stellen muss. Das aber kann es nicht, weil die Masse des konstanten Kapitals sich nur verwerten kann, wenn es das variable Kapital auf dem untersten möglichen Niveau der Lebenshaltung zu halten vermag. Es muss also mit immer größerer Wertanwendung mit immer geringerem variablen Kapital immer billigere Produkte produzieren. Das geht nicht auf und Krisen müssen dann das Kapital entwerten, um neue Produktionszyklen wieder anzuregen. Die Spirale wird immer enger, je umfangreicher die gesamte Wertmasse ist, die inder Produktion angewandt wird. Die Notwendigkeit der Beschränkung des Wertwachstums aus dem allgemeinen Verhältnis der Profitrate steht im Widerspruch zum Verhältnis der Mehrwertrate, weil es die Einzelkapitale nicht ertragen, dass sich die Mehrwertrate an die Profitrate anpasst, dass also die Produktion des Mehrwerts nach Maßgabe des Lohnniveaus gedrosselt wird. So kann der produzierte Wert nicht realisiert werden, weil und obwohl die Produktivität der Arbeit zunimmt. Die Logik des Kapitals verlangt somit selbst nach Lohnerhöhung und Senkung des Wertwachstums, was im Widerspruch zu den Profitinteressen der Einzelkapitale steht. Das Kapital steht zunehmend im Widerspruch zu den gesellschaftlichen Potenzen, die es entwickelt hat. So tritt bei wachsender Produktivkraft des Kapitals das Paradox auf, dass es dem organisch Gebotenen (z.B. Verkürzung des Arbeitstags) nicht folgen kann, weil es überschüssiges Kapital vernichten muss, um das Wertverhältnis zu stabilisieren, indem es die Mehrwertrate, also das Maß der Ausbeutung verstärkt. Wiewohl also sowohl die Reproduktionskosten (z.B. Löhne) wie auch Masse und Wert der Produktionsmittel wachsen, vermehrt sich die Masse der Produktionsmittel relativ zum Gesamtkapital wie sich die Reproduktionskosten hierzu relativ senken. "Die verhältnismäßige Abnahme des variablen und Zunahme des konstanten Kapitals, obgleich beide Teile absolut wachsen, ist ... nur ein anderer Ausdruck für die vermehrte Produktivität der Arbeit.“ (MEW 25, 226). Daher muss dem Kapitalüberschuss "nachgearbeitet" werden, um ihn durch Verbilligung der Arbeit mit Mehrwert zu füllen (siehe Negativverwertung). Es ist der letztliche Grund der Massenentlassung von Arbeitskräften, die auf eine Krise immer folgen muss. "Der krankhafte Überfluss des Kapitals bezieht sich immer wesentlich auf den Überfluss von Kapital, für das der Fall der Profitrate nicht durch seine Masse aufgewogen wird ... Dieser Überfluss des Kapitals erwächst aus denselben Umständen, die eine relative Überbevölkerung (Arbeitslosigkeit) hervorrufen, und ist daher eine diese letztere ergänzende Erscheinung, obgleich beide auf entgegengesetzten Polen stehen, unbeschäftigtes Kapital auf der einen und unbeschäftigte Arbeiterbevölkerung auf der anderen Seite.“ (MEW 25, 261). Der Kapitalismus vollzieht seine objektiven Widersprüche gegen die Menschen. Doch diese sind darin die wirklich lebenden Kräfte, auch wenn sie zu bloßen Momenten der Bewegung des Kapitals herabgesetzt sind. Wo das Leben sich als Ganzes begreift und vollzieht, da muss es sich auch als Ganzes verhalten. Die Menschen finden ihr ganzes Leben nicht als Ganzes vor, aber indem sie das bewirken, was sie dem Begriff nach können, nämlich gesellschaftliches Leben als gesellschaftliche Form der Arbeit und ihres Reichtums zu vollziehen, heben sie - als Prozess und Geschichte begriffen - den Kapitalismus auf. Indem sie sich der Verlängerung des Arbeitstags verweigern und seine Verkürzung erzwingen, stellen sie sich auf die Höhe ihrer Zeit, die längst über den Kapitalismus hinaus ist. Wahrscheinlich reicht zur Lebenserzeugung inzwischen ein Arbeitstag von vielleicht 2 Stunden pro Arbeitskraft (oder 1 Woche im Monat oder 10 Jahre im Leben). | s.a. Themenabend:
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Wörtlich: Für das Wachstum, den Schritt nach vorn. Meint Fortschritt. Das Progressive ist das Weiterführende, Fortschrittliche, Emanzipatorische im Unterschied zur Reaktion. |
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Die bisherigen kleinen Mittelstände, die kleinen Industriellen, Kaufleute und Rentiers, die Handwerker und Bauern, alle diese Klassen fallen ins Proletariat hinab, teils dadurch, daß ihr kleines Kapital für den Betrieb der großen Industrie nicht ausreicht und der Konkurrenz mit den größeren Kapitalisten erliegt, teils dadurch, daß ihre Geschicklichkeit von neuen Produktionsweisen entwertet wird. So rekrutiert sich das Proletariat aus allen Klassen der Bevölkerung. Proletarier sind im ursprünglichen lateinischen Wortsinn die ärmsten Bürger (siehe Armut), welche im Römischen Reich aufgrund ihrer Besitzlosigkeit nicht mehr zu den Steuerforderungen des Staates herangezogen werden konnten. Im Industriezeitalter waren die Proleten die Menschen, die durch ihre Besitzlosigkeit in die Notwendigkeit zum Verkauf ihrer Arbeitskraft gestellt waren und so den gesellschaftlichen Reichtum in dem Sinn herstellen mussten, wie er dem Trieb des Kapitals inne ist. Es waren die Reichtum schaffenden Menschen im industriellen Kapitalismus, die im Zustand von Besitzlosigkeit zugleich die Quelle des Kapitals waren. Das Proletariat war darin, was auch heute noch der Großteil einer Bevölkerung ist: "die Klasse der modernen Arbeiter, die nur solange leben, als sie | ||