Buchstabe Q Im Kontext

Qualität

 

s.a.

=> Begriffssubstanz

Systemup51a Qualität der Gefühle

 

Quantität

Quantität sei Menge, sagt man, die Menge einer Qualität. Und damit geht der Streit schon los. Eine Menge ist keine Größe, kein Maß, aber auch keine Masse. Menge ist lediglich eine Anzahl, die Zahl einer Ansammung, ein Vieles von Einem. Die Masse ist das Vereinte von demselben und hat als solches nur Dichte. Das Maß ist die Größe von etwas, gemessen durch etwas anderem. Das sind die unterschiedlichsten Beziehungen von Etwas, das quantitativ verstanden werden kann. Was soll dies alles, was Quantum ist, mit Qualität, mit etwas Bestimmtem zu tun haben?

Es ist eher eine ontologische Fixation, welche hierzu Zusammenhänge gültig machen will. Hierzu werden Begriffe der Beschreibung in die Dimnension des Seins gehoben, ein Lieblingsspiel von Heidegger und seinen Schülern und als solches Grundlage phänomenologischer Logik:

"Heideggers Interpretation von Aristoteles: Kategorien, Kap. 6: Über die Quantität ('poson',) (GA19:116). Die Quantität ist teils diskret ('diorismenon') teils kontinuierlich ('syneches) oder indiskret. Nach Metaphysik V, 13 heißt 'quantitativ', was in Bestandteile zerlegbar ist. Was quantitativ zählbar ist, ist Menge. Was meßbar ist, ist Größe. Menge zerfällt potentiell in Größe und umgekehrt. Es gibt eine Quantität von Teilen, die eine Lage 'ek thesin' zueinander haben und aus Teilen, die keine Lage haben. Zahl und Rede sind diskret. Linie, Fläche und Körper sowie 'chronos' und 'topos' kontinuierlich. Das Diskrete besteht aus Teilen, die nicht gesetzt sind, das continuum aus Teilen, die gesetzt sind. Deshalb ist die Weise ihrer Vernetzung oder Einheit verschieden." (Aus "Beiträge zu einer digitalen Ontologie" von Rafael Capurro)

"Dabei ist zu beachten, daß für Aristoteles die primäre Bestimmung der Zahl, sofern sie auf die 'monás' als die 'arché' zurückgeht, einen noch viel ursprünglicheren Zusammenhang mit der Konstitution des Seienden selbst hat, sofern zur Seinsbestimmung jedes Seienden ebenso gehört, daß es ‘ist’, wie daß es ‘eines’ ist." (Martin Heidegger: Platon: Sophistes. Frankfurt a.M. 1992, Gesamtausgabe (GA) Bd.19:117)

Dies hatte auch schon Hegel so von Aristoteles aufgenommen und damit überhaupt seine Wesenslogik in eine allgemeine Logik versetzt. Und gerade dies macht das Problem in der Beziehung von Quantität und Qualität, die Behauptung einer logischen Aufhebung des einen Seins in ein anderes durch einen qualitativen Sprung. Erst Karl Marx hat dies auf die Verselbständigung einer Form bezogen und damit in einen rein geschichtlichen Zusammenhang in der Beziehung von Form und Inhalt gestellt. Die Quantität ist eine geschichtliche Form von bestimmten Qualitäten, ihre Erscheinungsweise in dem, worin sie ein Wesen haben, durch das sie nicht wirklich sind. Der Widerspruch von Erscheinung und Wesen macht hiernach den Gegensatz von Qualiät und Quantität zu einem Widerspruch einer ganz bestimmten Gesellschaft:

"Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine 'ungeheure Warensammlung'" (MEW 23, S. 49)

Dies ist das blanke Gegenteil einer Ontologie. Es ist der Anfang des "Kapitals" von Karl Marx.

 s.a.

=> Begriffsgröße