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Tobinsteuer

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Tod

"Der Tod scheint als ein harter Sieg der Gattung über das bestimmte Individuum und ihrer Einheit zu widersprechen; aber das bestimmte Individuum ist nur ein bestimmtes Gattungswesen, als solches sterblich." (MEW EB I, S. 539).

Der Tod ist ein verschwindendes Moment des Lebens, schon mit ihm geboren und zugleich die Kraft seiner Fortbestimmung als Abschluss eines bestimmten Lebens, das Überleben seiner Bestimmtheit: Geschichte. Ohne Tod kann Leben nicht sein. Er erscheint allerdings als Kränkung des Individuums, das sich in seinem Gattungswesen sowohl als körperlich existierender Mensch verliert, wie es sich darin zugleich aufhebt, das heißt: Geistig fortbesteht, indem es aus dem Leben scheidet. Das bekräftigt seinen Geist um den Verlust des Körpers. Wieweit es sich darin wirklich aufgehoben haben kann, das macht sein wirkliches Gattungsleben aus, die Individualität seiner Gattung, wie sie darin verwirklicht und wie darin ihre Wirklichkeit bewahrheitet ist - also nicht seine Privatheit und nicht irgendeine Übermenschlichkeit. Der Tod ist unmittelbar gesellschaftlich, ist die Endlichkeit des Einzelnen, der seiner Allgemeinheit im Tod vertrauen muss und nur darin fortlebt.

In der Abstraktion vom Leben aber ist der Tod das Ende aller Geschichte, in welchem sie verselbständigt erscheint als Aufhäufung vergangenen Lebens. In dieser Form ist der Tod nichts anderes, als die Begründung einer Lebensmacht, einer Herrschaft des Toten über das Lebendige (z.B. tote Arbeit als Kapital), Zweck einer Herrschaft des Gewordenen zur Bestimmung des Werdens. Darin erscheint das Tote lebensnotwendig, zur Gesundung aller Nöte heilsam, dem Heil der Menschen verpflichtet.

Aber Sterben ist keine Krankheit, wiewohl diese es oft begleitet. Aber nicht die Krankheit führt allgemein zum Tod, sondern der Lebensverlauf, in welchem die Schwäche des Alters die Kraft des Lebens verlöschen, die Sinne schwinden lässt, und ihre Naturempfindung in die Gewissheit eines gewesenen Lebens überführt, das zur Verwesung kommt.

Dass das Lebende das Tote in sich selbst auch erzeugt, zeigt sich an den urtümlichsten und einfachsten Verhältnissen des Stoffwechsels und der Assimilation. Die Fähigkeit, Stoffe für sich adäquat aufzunehmen und zu verdauen und die Schlacke abzusondern, macht den ersten Sinn in der Natur für die Natur aus. Indem Maße, wie lebende Zellen die Asche der Sauererstoffverbrennung nicht ausscheiden können, altern sie und nähern sich ihrem Tod. Dass dies notwendig so ist, begründet sich schon in der Masse der Stoffwechselprozesse. Nur gesellschaftlich wirksame Erkenntnisse können sich als Entwicklung der Produktivität hiergegen stellen - wenn auch nicht unendlich.

Das Entschwinden eines Lebens ist schon begründet in seiner Geburt. Dies beides, Geburt und Tod macht Sterben aus. Alleine der Idealist kann im Sterben eine Krankheit, also eine Unangemessenheit gegen die allgemein verwirklichte Idee erkennen. So z.B. Hegel: "Seine Unangemessenheit zur Allgemeinheit ist seine ursprüngliche Krankheit und der angeborene Keim des Todes. Das Aufheben dieser Unangemessenheit ist selbst das Vollstrecken dieses Schicksals." (Hegel, Enzyklopädie § 375). Und als dieses "Schicksal" wird es sogleich zur Ontologie, zur Seinsbestimmung, die als Sein für sich begriffen wird, nicht als Tätigkeit und nicht als Leiden, Ereignis ohne Menschlichkeit, geschichtslos und unwirklich. Demnach wäre Tod weder erkennbar, noch wirklich daseiend, vom Dasein enteignet, schlichtes Abtauchen eines Lebens ins Ungewisse, Rückführung der Seele in ihre Unwirklichkeit, in ihren See, ins Reich der Ahnen, in die Genealogie. Das Leben selbst wäre im Grunde unwirklich, ohne Grund und Sinn, nur durch Geburt gegeben, ein Glück der Gegebenheiten, der Vorfahren oder der Gotteskindschaft.

Der Existenzialismus hingegen, wie er von Heidegger eingeführt wurde, gründet dagegen auf dem Sein, das sich wesentlich im Tod erfährt als Existenz gegen ihn aber doch nur durch ihn gegenwärtig, als "Sein zum Tode" (Heidegger). Hiernach ist menschliche Geschichte ausschließlich durch das bestimmt, was sie herausragen lässt (ek-sistieren) aus dem Meer des Nichts, nicht selbst wirklich und geschichtlich seiend. In der Selbstvergegenwärtigung des Lebens durch den Tod wird dieses auch von ihm abgeleitet, ist eine im Tod, also zum Untergang bestimmte Wesenheit und kann von daher nur ein individuell herausragendes, ein einzelnes Wesen in der Allgemeinheit des Seienden haben. Von daher ist der Existenzialismus eine Geisteshaltung, welche von jeglicher gesellschaftlichen Bestimmung des Lebens gerade durch die Entgegensetzung zum Tode abstrahieren kann - auch wenn er darin nicht immer konsequent ist (vergl. Sartre). Auf diese Weise sei die Selbstverantwortlichkeit des Lebens hervorgehoben, sagt man dort.

Aber der Tod erweist dem Leben schon dadurch Respekt, dass er es als Geschichte bewahrheitet, dass er es über das Erleben erhebt und einzig seine Wahrheit als bestimmtes Gattungswesen fortleben lässt. Wo das Individuum sein Gattungswesen nicht kennt, stirbt es schon in seinem Leben, ist es der lebende Tod der Selbstanmaßung seiner unendlichen Selbstbestimmung, die nur als Vorstellung überhaupt sich auf das Leben bezieht. In der bloßen Selbstwahrnehmung des Lebensendes wird der Tod zu einer beständigen Lebensgefahr, in welcher er absolut wird und von daher auch Leben verabsolutiert. Das Leben eines Individuums wird darin zu einer Totalität, die sich gegen alles ausschließt, was lebend ist und wovon es sich daher auch ausgeschlossen fühlt und in seiner Lebensangst schon den Tod bestätigt und betätigt.

Natürlich ist das Leben eines Individuums immer ein ganzes Leben; aber eben auch ein Leben in der Geschichte des Lebens. Leben ist in der Vorstellung des Todes ist nur eine Theorie über das Leben, das den Tod erleidet, weil es sich aus ihm begründet. Es hat den Tod als Theorie über sich selbst, wodurch es nicht praktisch werden kann und wodurch schon das Leben selbst als Unmöglichkeit des Lebens gelitten ist. Jede Theorie, die vom Leben abstrahiert, die also nicht vom wirklichen Lebens ausgeht, wie es ist, dient letztlich der Vorstellung von einem Tod, den sie zu vermeiden sucht, bevor ihr Leben überhaupt begonnen hat. Im Antlitz des Todes erscheint das Leben schön und gut, ist aber nichts anderes, wie das abgeschottete, sich selbst zur Vorstellung gereichende, das in sich gute Leben. Der gute Mensch sucht das Leben, indem er ein Leben lang alles tut, um sich gegen den Tod zu stellen, die Mächte der Vernichtung dort zu sehen, wo es Nichtigkeiten des Lebens gibt, Scheinwelten, deren Gebilde durch jedes wirklliche Leben schon beendet sind. Es ist ein Aufbäumen, das seine Leblosigkeit nicht begreifen will und sich in seiner Nichtigkeit einteilt, abgrenzt und für sich absolut nimmt, alles, was es im Tod nur ist. Der Tod macht für die Abgetrenntheit immer Sinn, da er selbst nur theoretisch ist und selbst zur Substanz der Endlichkeit gegen eine vorgestellte Unendlichkeit des Lebens wird. Darin wird das Leben zu einer Vorstellung der Ewigkeit, dem der Tod Einhalt zu gebieten hat. Im katholischen Beerdigungsritus wird das ewige Leben im Tod als das schlechthin Separate dargestellt: "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub". Der Trost wird aus dem wirklichen Leben genommen und in die Verherrlichung des Ewigen gebracht - ein Prinzip, dessen sich jedes reaktionäre Denken bedient.

Natürlich ist der Tod das Ende jeder Selbstverwirklichung des einzelnen Menschen, so wie er in seinem Leben war: als gesellschaftlicher Mensch und einzelner zugleich. In der Abgetrenntheit von seinem wirklichen Leben, allgemein und für sich ist der Tod nichts. Als Nichts ist er in allem bloß verschwundenes Sein, unendlich leer, undenkbar, unnötig, unfassbar, unwirklich, unsinnig usw.. Allgemein ist das Leben alles, was es bewirkt hat und in seiner Geschichte wahr gemacht hatte. Es steht im Tod nicht vor einem Gericht (Schopenhauer), sondern vor seiner eigenen geistigen und sinnlichen Kraft, die als Dasein seines Wesens verbleibt und nicht verwesen kann.

Der Puls des Lebens schlägt von selbst; sein Niedergang ist nicht der Tod. Wo sich Leben nicht im Tod aufhebt, erscheint der Tod als Lebensmacht mitten im Leben. In dieser Form ist er der wichtigste Gegenstand der Erkenntnis, die wissen will, was ist, was lebendes Sein ausmacht. Was immer sie vom Leben kennt, erkennt sie in jener tödliche Macht, die sich darin auftut: Die Herrschaft des Vergangenen über das Gegenwärtige, des Toten über das Leben. "Das Leben mag sterben, aber der Tod darf nicht leben" (Marx).

Ganz im Gegensatz zu Marx, der den Tod als Kränkung des Individuums begreift, fasst sich für Heidegger im Tod die Erkenntnis der Zeit, die Endlichkeit von allem Sein zusammen. Und diese ist durch den Tod für ihn das Wesentliche des Seins - auch dies ganz im Gegensatz zu Marx, der die Zeit als Erscheinungsweise des Seins begreift. Am Tod unterscheiden sich die Geister wie im Leben: Die subjektive Philosophie, die Phänomenologie Heideggers, war nicht ohne Grund sehr förderlich für den Nationalsozialismus, der den Tod als Drohung des Staates gegen das Individuum als Zucht- und Züchtigungsmittel für ein national bestimmtes Leben zu nutzen verstand, das Lebenswert bestimmte und "lebensunwertes Leben" vernichtete. Und nicht ohne Grund fällt es dem Marxismus schwer, den lebenden Tod in Zeiten nachzuweisen, die nur noch von Überlebensinteressen beherrscht sind.

Die Grundlage der marxistischen Theorie ist die Erkenntnis der Geschichte als Prozeß der Lebenserzeugung und Lebensentfaltung in der Aus-einander-Setzung des Menschen mit seiner Natur, im Arbeitsprozess. Dass die tote Arbeit als Kapital die lebende beherrscht, ist das Diktum des Klassenklampf: "Alle bisherige Geschichte war eine Geschichte von Klassenkämpfen." (Marx) Die Entfaltung der lebendigen Arbeit als gesellschtliche Tätigkeit und Wirklichkeit steht erst noch an. Wenn sie nicht gelingt, so wird der Tod die menschliche Entfaltung, den Entwicklungsprozess seiner Sinne, Bedürfnisse und Begabungen überwältigen; es wird ein Fortgang der Menschheit in die Barbarei sein.

s.a.

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zitatup1j1 Tod

Todesstrafe

s.a.

=> Strafe

=> Verbrechen

webup1 Todesstrafe (Marx-Forum)
statist2up23a1a1a Todesstrafe weltweit

Todesverachtung

s.a.

=> Todesverherrlichung

Todesverherrlichung

Todesverherrlichung ist die Ideologie einer schlechten Negation aus den Bedürfnissen der Zerstörung, die Selbstbehauptung des Zerstörten.

s.a.

=> Todesverachtung

Total

Total meint meist vollständig, im subjektiven wie auch im systematischen Sinn (z.B. total verliebt sein). Total ist in sich absolut und ausschließlich, nicht unbedingt totalitär (siehe auch Totalität), aber doch schon jenseits aller abhängigen Bezogenheit. Total lässt nichts mehr relativ sein und kennt von daher keine Teile, keine Vermittlung oder Mitteilung.

s.a.

=> Totalität

Totalisierung

Totalisierung meint die Verabsolutierung einer realtiven Bezogenheit zu einem geschlossenen Ganzen. Sie beruht auf einer Verwechslung oder Auswechslung eines Teils mit einem Ganzen - z.B. aus psychologischen Schutz- oder Geborgenheitsbedürfnissen. Es ist die Grundlage einer Fremdidentifikation durch Vertrautes, also der Selbsttäuschung durch Selbstgeborgenheit (siehe Lebensbergung), Antrieb des reaktionären Bewusstseins. Im autoritären Charakter wird Totatilsierung genutzt, um eine Identität aus der Aneignung fremder Lebensäußerungen zu gewinnen.

 s.a.

Ganzes

System

Totalität

Totalität

Die Totalität ist ein in sich geschlossenes Ganzes, das in seinen Teilen systematisch bezogen ist. Im dialektischen Begriff ist dessen Wahrheit nur in diesem Ganzen vollständig und nur in dieser Vollständigkeit auf anderes Ganzes bezogen.

Total ist ein selbständiges und also veräußerlichtes Ganzes, das in sich abgeschlossene Wirklichkeit ausmacht, z.B. als System (für systematischen Zusammenhang siehe Begriff) oder als Abstraktion (siehe auch Realabstrakion und Gedankenabstraktion). Es ist daher selbst als Form bestimmt (siehe Formbestimmung) und kann nichts unmittelbar Lebendiges sein. Dieses wäre im Bezug zu anderen tätig und also geschichtlich. Eine totale Geschichte kann es nicht geben. In der Form von Fiktionen wie "Endlösung" oder 1000jähriges Reich kommt der Zwangscharakter (siehe auch autoritärer Charakter) der Totalisierung zum Ausdruck

Totalitär ist die Erzwingung einer Ganzheit, die sich nicht aus sich heraus ergeben würde (siehe Totalisierung). Totalitäres Verhalten unterstellt daher die Macht eines in sich gebrochenenen Ganzen, die aus bloßer Gewalt entspringt und sich meist aus einer Heilserwartung begründet.

Nicht immer ist eine totalitäre Aussage unmittelbar erkennbar. Auch von Theoretikern, welche sich ausdrücklich gegen totalitäres Denken stellen, wird es gerade im Bezug hierauf fortbestimmt. So ist z.B. Adornos Spruch, dass es "kein richtiges Leben im falschen" geben könne, ungemein total und entzieht sich der Analyse der Wirklichkeit, in welcher die Relationen der Widersprüchlichkeit des Ganzen, hier also des "Falschen", des Kapitalismus, zur lebendigen Auflösung treiben, die aber durch derlei Sprüche behindert wird, weil diese nur zur Flucht auffordern können.

s.a.

Totalisierung

Ganzes

System

Tote Arbeit

Tote Arbeit ist die Substanz des Kapitals, das geronnene Dasein abstrakt menschlicher Arbeit. Im Kapital sind von seiner Entstehung her zwar Produkte aufsummiert als Geldwerte, werden aber auch notwendig vom Kapital als Material der Arbeit verbraucht (teils als Löhne, teils als Stoff der Produktion, teils als Maschinerie, teils als Selbsterhaltungskosten des Kapitals im Management und durch seine Manager). Was Kapital als realisierten Mehrwert erst ausmacht, nachdem es diese Herkunft (als Kapitalanteile C und V) abgestreift hat, ist das Dasein des Mehrwerts als Verfügungsmacht und Wirtschaftspotenz des Kapitalmanagements. Nur hierin fällt die wertmäßige Repräsentatnz als Geldbesitz zuammen mit der politischen als Allgemeinheit eines entäußerten Willens. Diese Identität drückt der Begriff von toter Arbeit aus: In ihr gibt es nichts Lebendes, sondern alleine fremde Macht, die eine wirklich fremde Kraft hat. So erscheint sie auch als Notwendigkeit des Allgemeinen, das keinen Sinn hat, aber alles bestimmt, was Sinn macht. Diese Allgemeinheit ist zugleich Grundlage für den bürgerlichen Staat und die bürgerliche Kultur, an der sich alle Geschichte im Kapitalismus bestimmt. Die Frage nach der Überwindung dieser allgemein scheinenden Notwendigkeit muss daher die Grundlage für jede politische Fragestellung sein oder werden. Das meint die Unterschrift von Marxens Hauptwerk: "Zur Kritik der politischen Ökonomie".

s.a.

=> Kapital