 | Teil II: Die persönliche Zwischenmenschlichkeit Abschnitt 1: Die Zwischenmenschen |  | 
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|  |  |  |  | 1 | 1. Die gewöhnliche Kulturpersönlichkeit zwischen den Menschen |  |  |  |
Indem die Menschen zu Persönlichkeiten ihrer Kultur geworden sind, hat alles einen Sinn bekommen, den sie selbst nicht wirklich äußern müssen, weil sie ihn schon dadurch haben, dass sie als Persönlichkeiten ihre Lebens persönlich sind, also alles persönlich nehmen können, was durch sie geschieht. Sie äußern sich als personifizierte Sinne, die für sich keinen Sinn haben, die aber durch sinnlichen Umgang mit Menschen Sinn bekommen, die durch die Sinnbildungen von Menschen persönlichen Sinn haben, bevor sie ihn überhaupt entwickeln müssen. Sie gewinnen und vermehren ihre Sinne alleine durch Sinneseindrücke, indem sie sich als selbst als Umstand ihrer Sinne für andere behaupten - sei es autoritär oder esotherisch oder durch ihre Flexibilität. Je nach Art ihres Einsatzes bestimmen sie sinnliche Verhältnisse durch den Sinn, den sie darin für sich finden, ohne dass sie selbst einen anderen Sinn haben müssen, als den Sinn für ein angemessenes Verhalten darin. Sie begegnen sich als Teilhaber von Sinneswelten, in welchen es vor allem darum geht, das Leben, wie es gegeben erscheint, auch sinnvoll zu gestalten - aus dem, was gegeben ist, den Raum zu bilden, in welchem es gewöhnlich wird und also auch die Gegebenheiten ihres Lebens in diesem Sinn zu ihren Lebensgewohnheiten werden zu lassen. Darin gleichen sich die Menschen als kultivierte Persönlichkeiten an und kultivieren damit ihre Person zu einer kulturellen Personifikation allgemeiner Sinnesweltlichkeit, zu einer weltlichen Kulturpersönlichkeit. Alles hat darin Sinn, weil und sofern es keinen Sinn für sich hat.
Immerhin verlieren die privaten Persönlichkeiten darin ihre kulturelle Passivität, ihre Selbstwahrnehmungs- und Erlebensform. So werden ihre unmittelbaren Lebenszusammenhänge jetzt selbst zu kulturellen Zusammenhängen, ihre Selbstgefühle zu zwischenmenschlichen Gefühlen, die aneinander nicht mehr unbedingt das Erleben von Kultur suchen, sondern zunehmend tatsächlich ihre zwischenmenschliche Wirklichkeit erfahren. Darin erkennen sie ihre Selbstgefühle zugleich als wirkliche Gefühle zwischen den Menschen, die sich darin finden, die darin ihre Gemeinschaft dadurch haben, dass sie ihr Selbstgefühl im anderen fühlen, also dadurch, dass sie sich wirklich im anderen Menschen fühlen. Das schließt zwar wirkliches Gefühl für andere Menschen aus, erbringt aber als ein Gefühl dazwischen eine hohe Gemeinschaft an Selbstgefühligkeit.
Diese verschafft über die Menschen hinweg eine Identität, an welcher sie teilhaben, ohne darin unbedingt mit sich identisch, also für sich wahr sein zu müssen. Es ist eine mühevolle Identität, die von den vielfältigen Ereignissen in zwischenmenschlichen Verhältnissen abhängig ist und jederzeit, d.h. ohne einen sinnfälligen Grund abbrechen kann und immer wieder mit einigem Aufwand erneuert werden muss. Daher hat sie etwas Bedrohliches, das viele Konflikte auf einer Ebene mit sich bringt, auf der sie unauflösbar sind, weil sie hier nur grundlos erscheinen können. Doch die Mühe einer zwischenmenschlichen Identität lohnt sich, solange darin der Frieden gefunden wird, der die persönliche Identitätslosigkeit aufhebt.
Doch dahinter lauert immer auch ein Monster: Die auf diese Weise vergemeinschaftete Selbstwahrnehmung hat den großen Mangel, dass sie für sich nicht wirklich sein kann. Sie lässt sich zwar genießen in trautem Beisammensein, in höheren Kunstgenüssen oder in romantischer oder liturgischer Erbauung, aber sobald diese irgenwo und irgendwie abbricht, herrscht Unpersönlichkeit, schlimmer noch: Das Antipersönliche, das Böse. Ohne eine Form der Vergemeinschaftung von Selbsgefühl wäre eine zwischenmenschliche Identität nichts, eigentlich unnötig, gäbe es nicht zugleich Identitätslosigkeit als das wirklich Andere, von dem sie sich abstößt und abhält und unterscheidet: Das Fremdgefühl, das all dem gilt, was nicht im Selbstgefühl vergemeinschaftet ist, das Monster des Unerkennbaren, das nicht Fassbare, weil nicht Identische. Gegen dieses werden nun die zwischenmenschlichen Gefühle tragend für menschliche Beziehungen. Gerade das macht ihre Qualität aus: Das sie Gründende ist die Fremde, in welche die Selbstgefühle in den privaten Persönlichkeiten geraten sind und von daher bestehen sie aus der Abstoßung von allem, was sie zumindest für ihre Erkenntnis ausgegrenzt haben wollen. Das Private wird geborgen gegen das Fremde und auf diese Weise wird das vergemeinschaftete Selbstgefühl zu einer quasi zwischenmenschlichen Persönlichkeit, an welcher sich die Menschen treffen, zu einer kultivierten Persönlichkeit als Kulturpersönlichkeit. Zwischenmenschliche Beziehungen mögen immer unmittelbar erscheinen, haben sie aber keinen wirklichen Gegenstand des Lebensalltags uznd verlieren darin ihre Zwischenmenschlichkeit, so werden sie schnell um eine solche Kulturpersönlichkeit kreisen, an welcher alle Menschenliebe sich als Liebe der Kultivation bricht.
Auch in ihrer persönlichen Liebe verwirklicht sich immer mehr auch allgemeine Liebe, Menschenliebe als bestimmte kulturelle Beziehung, ob die Menschen das wissen oder nicht und ob sie das verspüren oder nicht. Sogar die pure Selbstliebe wird zu einer Form von Menschliebe, insofern sie sich in zwischenmenschlicher Interaktion begründet und bestätigt, sich selbst äußerlich wird. So mächtig wie auch verzweifelt sie sein mag, sie erfährt dies eben auch nur noch in der Wirklichkeit mit anderen, und sei es auch nur in einem Gefühl der Ausgeschlossenheit, in einem Hass auf sie. Man sieht: Die menschliche Beziehung zeigt sich auch in iher privatesten Form immer wieder als gesellschaftliche Beziehung, weil dies leetztlicch auch ihre Wahrheit ist. Wie immer ihre Form ist, so ist diese Beziehung eben auch in ihrer Kultur.
Innerhalb der Verhältnisse dieser Kultur erkennen die Menschen ein kulturelles Subjekt als Kulturpersönlichkeit an, an welchem gemessen sie ihre Beziehungen auch einrichten, sei dieses persönlicher Natur oder irgendwie allgemeiner,.z.B. politische Gruppe, Verein usw. Ohne dieses halten zwischenmenschliche Beziehungen nicht lange, weil sie sich ohne solche Relativierung nur verabsolutieren können. Weil sich die Menschen eben nur als Persönlichkeiten ihrer Selbstwahrnehmung im zwischenmenschlichen Erleben aufeinander beziehen können, also vermittels ihrer Empfindungen und Gefühle in den Erlebnissen, die sie als einzelne private Personen miteinander haben, aufeinander bezogen sind, bedarf es einer persönlichen Qualität der Kultur, die allgemein anerkannt ist, eine leibhaftig persönliche Sinnesform als eine nicht sinnliche Gestalt, als etwas gänzlich unsinnliches oder sogar unsinniges, ihnen sinnlich gänzlich Äußerliches. Sie teilen darin ihr Leben mit, wie sie es für sich haben und vermitteln es in dieser äußeren Gestalt so, wie es sich auf andere beziehen lässt - eben so, wie eine Kulturposition in eine andere greift, eine Empfindung ihr Gefühl in anderer findet. Und indem sie Leben nach Maßgabe ihrer Beziehungsmöglichkeiten darin teilen und mitteilen, bestätigt sich ihnen darin auch ihr Lebensgefühl als dessen äußere Gestalt, als Resultat ihrer Lebensgestaltung, worin sich ihre Seele ausdrückt und ihre Persönlichkeit einreiht. Von daher erscheint ihnen jetzt ihr Leben einzig durch das zwischenmenschliche Erleben von Menschen beseelt, ihre Gefühlswelt als Erlebenswelt von und für Menschen und ihr wirkliches Verhältnis als Verhältnis ihrer Gefühle vermittelst der Natur ihrer Seelen in denen und durch welche sie sich lieben. Diese Liebe erscheint daher natürlich und ursprünglich, was auch immer sie sein lässt und aus welcher Anwesenheit und Dichte von Wahrnehmungen sie entstanden sein mag. Sie selbst ist nun eine wechselseitige Beseelung, vermittelt Seele, wo sonst nichts wäre und wärmt auch in der kühlen Höhenluft der kulturellen Abstraktion, verschafft Identität, wo Menschen ineinander verfallen und erhebt sie zugleich über alle Welt in einer Glückseligkeit, die von ihrer Ausschließlichkeit zehrt. Der Absturz mag früher oder später ziemlich grob werden, aber in der wechselseitigen Selbstverliebtheit kultivierter Persönlichkeiten zählt nur der Augenblick, lässt sich hier doch kein wirklicher Zusammenhang finden und empfinden. So wird die Zwischenmenschlichkeit zur Liebeswelt der Seelen und es totalisiert sich darin die Seele als Verhältnis für sich. In dieser Form gilt sie als der Sinn zwischenmenschlicher Liebe überhaupt.
Das bestimmt vor allem die Liebesbeziehungen der Menschen zu Beziehungen der Selbstgefühligkeit ihrer Seelen. Für solche zwischenmenschliche Beziehungen ist daher maßgeblich, wie sich Selbstwahrnehmungen als seelische Selbtverständlichkeiten mitteilen und austauschen lassen und wie sich hierdurch zwischenmenschliche Persönlichkeiten als Persönlichkeiten der Liebe ergeben. Das verlangt zunächst das ausschließliche Sein ihrer Seele, die ihre Gefühle in ihrer Einzigartigkeit finden und erleben. Jede mehrseitige Existenz solcher Gefühlswelt würde sie unmittelbar aufheben, weil sie ihre Kritik wäre. Das einzigartige Gefühl ist die Verdichtung der Seele im Gefühl selbst, die Ausschließlichkeit des Gefühls gegen alles, was hiergegen fremd wird, das absolute Vertrauen in die Verdichtung, welche die Seele antreibt, betreibt und beabsichtigt. Das persönliche Fühlen, Erleben und Empfinden fällt in das zusammen, was es für die Seele ist: Bereicherung durch die Beziehung von Persönlichkeiten, die darin ihre Selbstgefühle und Selbstwerte aufs höchste Maß ihres Selbsterlebeens bringen, auf ihre Glückseligkeit.
Diese ist immer wieder äußerst gefährdet, weil sie sich tatsächlich nur im Glücksfall ereignet, dann nämlich, wo sich kulturelles Erleben seelisch vereinigen lässt. Und das geschieht nicht mehr unmittelbar aus den Trieben und Gefühlen, welche die persönliche Wahrnehmung so an sich hat, sondern aus dem Miteinander von seelischem Erleben, dem seelischen Erlebnis, welches die Persönlichkeiten der Kultur in ihren Selbstwahrnehmungen so zusammenführt, wie es sich in den Ereignissen der Kultur je nach den Charaktereigenschaften der Personen einrichten lässt.
Die Formverwandlung von Selbstwahrnehmungen zur Mitteilung von Gefühlen ist aber zunächst ein Salto Mortale der Selbstbezogenheit. Diese bildet sich nicht aus Gefühlen, sondern verursacht und bewegt sie, macht selbst wahr, was der Selbstwahrnehmung nötig ist zu fühlen, macht aus Geistern Gesichter und aus Abstraktion das Glück einer Begegnung. Selbst die einfache Anwesenheit von Menschen gehört dazu, um so mehr, wie sie der Selbstwahrnehmung förderlich sind. Dicht wird dabei alles, auch wenn es weit gestreut ist, weil gerade mit der Weite des Raums die Ausschließlichkeit der Selbstwahrnehmung sich verstärkt. Starke Gefühle blenden die Empfindung, aber sie fördern das Selbsterleben. Es sind ja nicht einfache Heftigkeiten von bestimmten Regungen, sondern Erlebensgrößen von Beziehungen, die sich Form geben.
Das Bilden solcher Stärke verlangt in der zwischenmenschlichen Beziehung, mit Gefühlen wie mit nützlichen Dingen umzugehen, sie also wie objektive Gegebenheiten zu behandeln, sie zu vermitteln, als sei man dies nicht selbst. Da werden dann Stimmungen erzeugt, Selbsterleben stimuliert und Rolle und Status kultiviert, nur damit sich die Selbstwahrnehmung in die Gefühlsweilt eingewöhnen kann. Ohne Kultur geht hier gar nichts mehr, weil sich Persönlichkeiten zwar anfühlen lassen, aber nichts für's Gefühl sind. Hierfür sind sie lediglich Bannerträger, Mitstreiter oder Fürsorger. Das höchste, wozu solche Persönlichkeiten es hierbei bringen können, ist, dafür nützlich zu sein, füreinander einzustehen und einander zu helfen, sich als Mittel ihres Lebens mit all ihrem Sinn, mit Haut und Haar zu gebrauchen. Die Welt der Zwischenmenschlichkeit verliert die Selbstwahrnehmung in dem Maß, wie solcher Gebrauch gelingt. Sie scheint daher weitaus konkreter und menschlicher. Aber sie ist lediglich die praktische Auflösung einer isolierten Selbstbeziehung in eine vergemeinschaftete, in welcher allerdings die Sinne nicht mehr Ereignisse bilden und Absichten hiernach verfolgen, sondern sich selbst wechselseitig nutzen, wie sie füreinander erlebt werden können. Es ist die unmittelbar scheinende und doch weit vermittelte Beziehungswelt der privaten Persönlichkeiten der Zwischenmenschlichkeit, wie sie einander in ihrer Liebe erleben.
In zwischenmenschlichen Beziehungen entwickelt sich das zwischenmenschliche Leben zu Lebensräumen der Erlebensweisen, der Gewohnheiten und Geborgenheiten und dem darin Verborgenen, dem unheimlichen, dem eingeschlossenen Sinn, der sich als Unbewusstes zu Tage bringt, indem er die Lebensgestaltung zur Pflicht werden lässt und die Sinne von ihrem Leben entrückt. Diese werden schließlich nur noch in der Lebensform eines ausgeschlossenen Sinns erfahren, worin jener Sinn nur noch verrückt erscheinen wird.
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11 | 1.1 Die zwischenmenschliche Beziehung in der ausschließlichen Form ihrer Kulturpersönlichkeiten |  |  |  |
In zwischenmenschlichen Beziehungen sind Menschen - wie gesagt - sich selbst Gegenstand und Mittel ihres Lebens in einem. Sie haben darin zwar unmittelbare Beziehungen von Mensch zu Mensch, so, wie sich der eine im anderen findet und empfindet Und sie beziehen sich durch die Gefühle, die hierbei entstehen. Es sind aber keine wirklichen Selbstgefühle mehr, sondern Gefühle der vergemeinschafteten Wahrnehmung zu einer Kulturpersönlichkeit, Liebesgefühle, die zum Träger dieser Beziehungen werden. Es sind Gefühle für einander, die so sind, wie sich die Kenntnis voneinander entwickelt, ohne dass Erkenntnis dazwischen tritt. Es fühlt sich ein Mensch eben so an, wie man ihn kennt, ohne zu erkennen, was er wirklich ist. Es ist eine Gefühlswelt der Selbstgefühligkeiten, die sich von jeder Wirklichkeit getrennt hat und sich nur an den Erlebnissen reflektiert, die man miteinander hat. Von daher sind die Gefühle zugleich Empfindungen, Gefühle die man durch einander hat.
Aber zwischenmenschliche Beziehungen sind deshalb nicht wirklungslos; sie wirken vor allem in den Menschen, in ihren Vorstellungen und Erwartungen von einander und ihrem Glück oder Unglück miteinander, kurz: in ihrer seelischen Identität, die sie durch ihre kulturelle Identität finden. Das erschien in der Selbstwahrnehmung noch als eine rein innere Identität, erweist sich jetzt aber auch wirklich als die äußere Identität einer Kultur, die sie ist und in welcher die gegensätzlichsten Persönlichkeiten sich darin gerade dadurch finden, dass sie sich auch wirklich in ihren Gefühlen zueinander entgegensetzen, um sich darin zu verbinden. Die Persönlichkeiten der Selbstwahrnehmung werden hierin zu einer Welt, in der sie aneinander ihr Leben vermittelt fühlen; aber es ist nicht ihr Leben, sondern das Leben des Zwischenmenschlichen, der Persönlichkeit der bürgerlichen Kultur.
Diese wird dadurch ungeheuer mächtig. Was darin persönlich gilt, wird zur Bedingung eigener Persönlichkeit. Kultur wird zum sozialen Subjekt jeglicher Beziehung und besonders zum Subjekt aller Liebesbeziehungen. Die Menschen können sich hierin als unmitelbare Gesellschaft wie ein Zusammensein voraussetzungsloser Individuen wahrnehmen, die allerdings zwischen dem, was sie wahrhaben und dem, was sie wahrnehmen nicht mehr unterscheiden, und die von daher ihre Empfindungen wie Gefühle haben, die nichts auffassen, wie es ist, sondern dem Gefühl unterworfen sind, wie es im Selbstgefühl beabsichtigt ist, wie es also für das zwischenmenschliche Dasein der Selbstgefühle sein muss. Ihre Wahrnehmungen bestehen daher aus Selbstwahrnehmungen, die sie durch einander, also jeder durch den anderen nun im wirklichen Erleben so hat, wie dieses für solche Verhältnisse sein muss.
Die Sinne der Menschen stehen daher nicht mehr für sich, sondern im Dienst dieser Verhältnisse, die Selbstgefühle hängen ausdrücklich von ihrem Gelingen ab, also davon, sich in dem Geltung zu verschaffen, was das Selbstgefühl darin erwarten kann und was es von anderem Selbstgefühl für sich hat, was es durch dessen Tätigkeit und Absicht erleben kann. Die einzelnen Persönlichkeiten müssen erkennen, dass ihre Selbstgefühle sich im Kreis bewegen, dass ihr einzelnen Selbstgefühle äußerst mangelhaft sind, wenn sie sich nicht durch einander darin ergänzen, dass sie füreinander da sind. Die Einzigartigkeit der Persönlichkeit wird hierdurch im Privaten sehr relativ und verliert notwendig den Schein ihrer ausschließlichen Selbstbestimmung.
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1.2. Die Kulturpersönlichkeit der Zwischenmenschen
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Kulturpersönlichkeiten entstehen aus der Relativität der einzigartigen Privatpersonen. Sie müssen sich früher oder später in ihrer Wechselwirkung erkennen, müssen die "inneren Gesetze" erfassen, in welche sie durch ihre zwischenmenschliche Kultur gestellt sind. Was der eine darin tut, muss der andere lassen, damit er tun kann, was der andere zu lassen hat. Das Wechselwirken der Persönlichkeiten erweist sich somit als Erweiterung und Beschränkung des Welterlebens und muss zwangsläufig in ihrer Relation befolgt werden.
Schon die klassischen Kulturprodukte zeugen von dieser Notwendigkeit. Die tragischen Persönlichkeiten der Antike gelten auch in der modernen Literatur als Urformen des Zwischenmenschlichen. Freud hatte dies z.B. an seiner Fassung des Ödipuskomplexes verdeutlicht. Für den Bildungsbürger handelt sich dabei um Parallelfigurationen, wodurch reale Konflikte mythologiert und als quasi ontologische Verpflichtung den Menschen auferlegt sind. Aber darum handelt es sich hier überhaupt nicht. Es sind wikliche Beziehungsprobleme, wie sie in den Verhältnissen von kultivierten Persönlichkeiten tatsächlich schon seit der Antike zu erkennen sind, auch wenn dort noch kein Geld die zwischenmenschlichen Beziehungen die Verhätnisse begründete - es waren dennoch fremde Lebensgrundlagen, denn das Reich der antiken Gottheiten reflektierte ausschließlich die Beziehungen der Aristrokraten und Kriegsherrschaften.
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1.3 Der kultivierte Zwischenmensch
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Wirkliche Kultur hat mit der Kultivierung zwischenmenschlicher Persönlichkeit an und für sich wenig gemein. Sie erweist sich nicht in menschlichen Figurationen des Persönlichen als Kultur, sondern an der Güte der Güter, welche menschliche Produkte ausmachen und wordurch die Menschen ihre Lebensäußerungen gegenständlich finden und empfinden. Wo Kultur zu einer zwischenmenschlichen Persönlichkeit wird, zerrinnt dies alles in einer Vorstellungswelt, die nur dadurch Wirklichkeit hat, dass sie zwischen den Menschen als Grundlage ihres zwischenmenschlichen Bezugs vorkommt.
Einen kultivierten Menschen kann es nicht geben, ohne dass hierin der Mensch wesentlich verkommt, sein gesellschaftliches Wesen als sein persönliches Wesen vorkehrt und seine gesellschaftliche Persönlichkeit leugnen muss. Aber die bürgerliche Kultur als politische Form einer Reduktion der Kultur auf einzelne Persönlichkeiten macht aus jedem Kulturgut eine Personifikation einer übermenschlich scheinenden Gesellschaft. Es ist die sogenannte Hochkultur, in welcher diese Reduktion allgemein und öffentlich betrieben und bewahrt wird. Von daher wird die Kultur zur zivilisatorischen Gewalt über die Menschen, die sich über ihrem Leben errichtet wie eine Lebensnotwendigkeit der Zivilisation überhaupt. Doch diese hat weder mit Menschen, noch mit Kultur zu schaffen, ist sie doch nur das theoretische Konstrukt, womit die Herrschaft des Menschen über seine Natur gefasst wird. Zivilisation ist die ideologisierte Naturmacht, die implizite Behauptung, dass der Mensch von Natur her wild wäre, wäre er nicht zivilisiert.
Die Hochkultur besteht aus einer gigantischen Vorstellungswelt des kultuivierten Menschen, der als Grundlage menschlicher Zivilisation darin einbegriffen sein soll. Das macht ihren politischen Zweck aus: Indem sie die kultivierte Persönlichkeit darstellt, behauptet sie die bürgerliche Kultur als menschliche Kultur schlechthin, die Persönlichkeit als Kulturmensch. Natürlich "bedenkt" solche Kultur auch alle Niederungen dieses Soseins, aber in der Form der Personifikation von Wahrnehmungen werden Lebenswelten zu bloßen Umständen von persönlicher Vermittlung des Menschseins. Das wirkliche Leben der Menschen wird auf diese Weise in ganz sublimer Weise bedrängt: Einerseits in seiner Mühe, seinem Leiden, seinen Schmerz anerkannt und doch abgewiesen als bloßes Beispiel einer ausschließlichen Kultur. Hierbei werden aauch die Menschen zu Beispielen ihrer Kultur, die Kultur selbst zum notwendigen Spiel einer Absurdität: Einer Kultur, welche als Zivilisation über die Menschen herrscht; einer Kultur, die an und für sich ohne die Menschen und nur durch ihr notwendiges Dasein selbst bestimmt ist.
Hiergegen müssen die Menschen ihren Lebensraum bewahren, sich schützen vor der öffentlichen Kulturmacht. Der Schutzraum aber enthält auch in der Entgegnung immer noch diese Macht, wenn auch negativ, also als bloßes Anderssein einer Kultur, welche zwar für die Menschen nichts sein kann, welche aber zugleich ihnen den Raum gewährt, als Mensch zu sein.
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113 | 1.3.1 Das kultivierte Leben als Lebensgewohnheit |  |  |  |
Kultur ist eine mit Sinn geschaffene Lebensgestaltung. Das kultivierte Leben aber ist die Gewöhnung an Lebensgestalten, die unmittelbar für die Menschen keinen Sinn haben. Solche Lebensgestaltung werden zu Lebensräumen, worin das Gewohnte herrscht, zu Wohnungen herrschender Gegebenheiten.
Gewohnheit setzt voraus, dass eine Unabänderlichkeit als Umstand festgestellt war, als eine Notwendigkeit der Sache, das zu sein, wie sie für sich ist, ohne für den Menschen zu sein. Gewohnheit setzt eine Sachlichkeit voraus, die bewahrt und festgehalten sein muss, wie sie gegeben ist, um existieren zu können, und die so existiert, wie sie für gewöhnlich auch als Gegebenheit erscheint. Aber so genommen wäre die Gewohnheit nur die zirkelschlüssige Selbstbestätigung der Ideologie vom Sachzwang, Gewaltigkeit der Sachlichkeit.
Tatsächlich beruht sie auf einer Beziehung, die aus kontinuierlicher Anwesenheit von Menschen und Sachen besteht, also aus der Wesenlosigkeit einer Beziehung, die durch Anwesenheit unnötig ist, bzw. nichts anderes ist, als das Gewohnte. Umgekehrt hat die Nicht-Anwesenheit des Gewohnten eine gewisse Magie dadurch, dass das Abwesende sich alleine durch sein Nichtsein bemerkbar macht. Man kann es unter Umständen dann sogar hören, riechen, schmecken usw. weil es eigentlich da, aber nicht wirklich da ist (siehe Dasein). Die Gewohnheit macht in diesem Sinne eine nicht vorhandene Beziehung hörig. Von daher erzeugt die Gewohnheit eine sinnliche Abtrennung der Wahrnehmung von ihrer Beziehung auf andere und mcht im Bezug selbst dann auch Angst hiervor. Die meisten Angstzustände haben ihre sinnliche Basis in dieser Abstraktion, in der Abtrennung von Gewohntem als etwas, was ohne Beziehung wahrgehabt wird, gegen den Sinn der Wahrnehmung, welcher dies wahrnimmt. So wird z.B. in der Platzangst durchaus die Beengung der gewohnten Lebensräume empfunden, die ansonsten genussvoll wahrgehabt wurden, solange die Beziehungslosigkeit des Gewohnten nicht wahr werden musste (und die Erfolge der VerhaltenstherapeutInnen auf diesem Gebiet gründen eben auch darauf, dass ihr Verhalten hierbei selbst schon so ungewohnt gewöhnlich ist, dass sie tatsächlich helfen können).
Aber die Gewohnheit ist auch eine Lebensform, wo Geld selbst die Grundlage des Lebens ist (siehe Geldbesitz), wo also keine Wirklichkeit der Lebenserzeugung mehr zu bestehen scheint. Dann wird die Gewohnheit zu einem Element der bürgerlichen Kultur, ja, zu ihrem Elixier, worin sich ihre zirkulären Erkenntnisse als sich selbst begründende Wahrnehmungsformen, als das Verhältnis von Selbstwahrnehmungen bewegen. Die Menschen gelten sich darin als das, was sie füreinander als Umstand ihres Lebens sind, als das eben, was jeder vom anderen hat. In der Gewohnheit eigenen sich die Menschen ihre Umstände an, machen sie sich zu Eigen und zu Eigenschaften ihre Verhaltens. In der Wahrnehmung stellt sich dies dar als Gefühl des Schönen und Guten (siehe schön und gut), als die Ästhetik des Alltags (siehe auch Kitsch).
In der Gewohnheit bewegen sich die Sinne, wie sie wohnen. Was ihnen in alltäglicher Routine geläufig ist, das läuft in ihnen, findet seinen Weg ohne Aufmerksamkeit, Beachtung und Achtung. Und ist erst mal die Achtung verloren, so auch die Selbstachtung. Gewohnheit ist die Routine einer Ökonomie der Gegebenheit. Das Ungewöhnliche tut sich hierin nur als Zwischenfall oder Zufall hervor und erfordert eigens Kraft, die notwendig begründet sein müsste, um aufgewendet zu werden. Es ist im Allgemeinen einfacher, der Gewohnheit zu folgen, als sie in ihrer Begebenheit, ihrem Werden und Gewordensein, zu verstehen, in ihrer Geschichte zu erkennen (siehe Brauch).
Allerdings kann dies auch sinnvoll sein. Nicht jedes Fakt ist immer wieder von Neuem zu begreifen, wenn es keine Notwendigkeit mehr hat. Es kann sich als Selbstverständlichkeit des Alltags zutragen, weil es nicht mehr verstanden werden muss und keiner Aufmerksamkheit und keines sonderlichen Gedächtnisses bedarf. Von dieser Seite erscheint Gewohnheit geradezu als die Ökonomie der Selbstverständlichkeit. Aber diese hat eigentlicch nicchts mit Gewohnheit zu tun. Jede Arbeit, jede Handreichung, lässt sich zwar leichter vollziehen, wenn man an sie gewöhnt ist, aber sie setzt eben den Verstand voraus und ist dessen Tätigkeit. Der Algorithmus einer Maschine, das Prinzip der Automation, muss nicht beständig verstanden sein, damit sie funktiert. Er muss nur - wie jede Selbstverständlichkeit - begriffen sein, wenn sie nicht funktioniert. All dies muss als Wissen gegenwärtig sein, nicht nur als Verstand eines Ablaufs.
Geht allerdings Wissen zugrunde, so ist auch die Selbstverständlichkeit des Gewöhnlichen zerstört. Es zeigt sich darin, wie weit das Gewöhnliche schon sich selbst nicht verstanden hatte, eben keine wirkliche Selbstverständlichkeit war. Die Achtlosigkeit ist in eine Falle geraten. Alle Aufmerksamkeit wird sich nun für das scheinbar bisher Gewöhnliche entfachen, ungewöhnliche Mittel und Fähigkeiten sind plötzlich gefragt. Selbstverständliche Gewöhnungen sind eben doch auch relativ und durch ihre Vergänglichkeit, durch ihre Zeit bestimmt.
Gewöhnen kann man sich auch nur an das, was einem im Grunde fremd ist, was man nicht empfindet, weil es grundlose Lebensbedingungung ist, und dem man wie aus der Fremde beiwohnt, und mit dem man gerade deshalb wie selbstverständlich auskommt, weil man nichts wirklich damit zu tun hat, weil man es eben besitzt. Es ist dann eine gänzlich äußerliche Selbstwahrnehmung, die über die Fremde hinwegtäuscht, weil für sie das eigentlich Nötige das schlechthin zu Ertragenende, das gewöhnliche Leiden ist. So erschreckt nichts mehr, an das man gewohnt ist; wenn es sich an die gewohnte Erscheinungsweise hält. Es kann sein, was will, wenn es so erscheint, wie es gewohnt ist; die größten Verbrecher sind die gewöhnlichsten Menschen.
Gewohnheit ist sowohl die Leugnung und Verleugnung von Fremdheit, wie auch die Ignoranz gegen sie, abgetötete Neugier, die sich in ihrem Sinn getäuscht hat. Der Grund hierfür ist das Ertragen von Gegebenheiten, die keinen Sinn haben, keine Liebe und keine Gegenwart, keine Neugier machen und keine Arbeit, die für sie nötig ist, Lebensräume ohne Sinn für das Leben, aber doch Gefühle, die sich aus der Lebensform begründen: objektive Gefühle. Darin ist das Sinnlose als Bedingung der Wahrnehmung bewahrt, weil der darin verschwundene Sinn seine Gefangenschaft nicht erkennt, solchen Raum nicht durchbricht. Es ist nicht die Liebe, die sich in der Gewohnheit verliert, wodurch sie zu einem objektiven Gefühl wurde. Es ist der Lebensraum, der zu ihrem Mittel geworden war, worin sie sich entäußert hat. Mag es ausgänglich eine Frage der Lebensökonomie gewesen sein, sich den Raum seiner Liebe zu schaffen, der Raum wird zu einem verhängnisvollen Mittel jeder Zwischenmenschlichkeit, weil er ihre Vermittlung ausmisst, ihr Maß, ihre Ausdehnung und Grenze bestimmt. Er erfordert unendlich viele Ereignisse, um Leben zu bewegen - und er begrenzt das Zwischenmenschliche auf sein nötiges Minimum, auf die Erträglichkeit von Neuem im Gewohnten; er überfordert und ist Anmaßung (siehe hierzu auch Familie). Gewohnheit ist nicht nur ein Produkt der Überforderung von Menschen durch Gegebenheiten, sondern auch ihre ausdrückliche und gewollte Affirmation als objektives Gefühl, das hinter allem Erleben entsteht, indem es gewöhlich wird. Von daher ist die Gewohnheit nicht einfach konservativ, sondern auch oft die Grundlage für reaktionäre Urteile und Verhaltensweisen. Das Neue ängstigt mehr, als das Gewöhnliche, weil dieses doch immerhin im Augenschein bewährt ist und jenes Aufmerksamkeit erfordert - und das reicht hin, wo der Schein auch schon alles ist, was sich bewähren kann, wo also schon alles als Unerkennbar anerkannt ist. Gewohnheit ist die tote Erkenntnis.
Gewohnheit ist die zur Angewöhnung gewordene Eigenschaft fremder Sinne, das Fremde als Umstand, als Wohnung einer Sinnlichkeit, die keinen wirklichen Sinn hat. Die "Macht der Gewohnheit" besteht in der Möglichkeit, die sie bietet, Leben zu können ohne erkennen zu müssen, also in einer doppelten Verneinung der Erkenntnis zum Sein: etwas ohne Notwendigkeit zu können ohne es zu sein. Die Gewohnheit erhebt sich über den Schmerz der Erkenntnis des Bürgers, und ist in dieser Negation seine allseitige Beziehung, also sein allgemeines menschlich sein und wirklich als Mensch sein zu müssen. Im Besitz seiner Lebensumstände hat der Bürger seine Gewohnheiten darin versachlicht; zwischen Mein und Dein liegt ein Lebensabgrund, der ihm unüberwindlich erscheint. Für seine Gewohnheiten ist sein Besitz so konstitutiv, dass er ihm wie seine Lebensgewohnheit überhaupt vorkommt, wie etwas, das für sein Leben höchste Notwendigkeit hat. In ihrem Besitz sind sich die Bürger gleich; es ist lediglich die Besonderung ihres Lebensraumes, den sie darauf gründen, dass sie auch die besonderen Gewohnheiten darin haben. Als dieser gewöhnliche Mensch unterscheidet er sich von anderen Menschen nicht durch sein Leben und seine Erkenntnis, sondern durch seine Meinung. Was er von sich hält und wofür er ist, das bedeutet ihm seine Meinung. Das Dafür under Dagegen sein unterstellt eben die Bestimmung von Gegebenheiten, an die er gewohnt ist oder nicht und an die er sich gewöhnen will oder nicht. In der Meinung wird die Lebenswelt eben vor allem als Gegebenheit bestätigt, mal so oder mal anders: Es sind lediglich Positionen des Gegebenen. Von daher ist für die bürgerliche Politik die Wählermeinung auch konstitutiv (siehe bürgerliche Demokratie).
Auch hinter der Behauptung, dass etwas menschlich sei, verbirgt sich meist die Menschlichkeit als Gewohnheit, und kann daher geradezu hervorragend für die Legimitation von Unmenschlichkeit genommen werden (siehe z.B. den Psychiater Dörner, der mit der Feststellung, dass Irren menschlich sei und auch der Arzt, der den Irren behandelt dieser Menschlichkeit unterliegt, eben auch Elektroschock geben können muss, "wenn eben nichts anderes hilft"). Somit hat in der Gewohnheit nichts Lebendes mehr Fortbestand: Weder der Zweifel über die eigene Tätigkeit, noch die Erkenntnis der Not. Alles bleibt beim Alten, weil das Alte zur Gewohnheit geworden ist. Gewohnheit ist tote Wahrnehmung, die von den Sinnen lebt, die ihr unterworfen sind. Sie ist ihre Gestalt ohne Leben, gewohnter Lebensraum mit gewohntem Lebensgefühl, Gefühl für sich ohne Sinn durch sich. Alle Bewegung, sofern sie substantiell ist, hat darin keine Sinn. Jede Auseinandersetzunmg, jeder Streit verhallt in der Notdurft des Immergleichen und erfüllt dessen Hässlichket: Die Herabsetzung jedweden Sinnes unter die Bewahrung der Lähmung seiner eigenen Form. Die Selbstlähmung wird als Schmach der eigenen Gewissheit erfahren, welche ausgeplündertes Leben als selbstverständlicher Umstand, welche also zur eigenen Gegebenheit als Ergebenheit geworden ist. Hiergegen errichtet sich die Schönheit des Andersseins als gesellschaftliche Notwendigkeit der Selbstverleugnung, die politische Ästhetik , welche sich notwendig als ästhetischer Wille entfaltet (siehe Kritik der politischen Ästhetik).
In Lebensräumen, worin Gewohnheiten den Zusammenhang der Menschen ausmachen, hatten sich Eigensinnigkeiten entwickelt, die in keiner wirklichen Beziehung mehr zu einander stehen. Solcher Raum ist ein Heim, das den wirklichen Zusammenhang der Menschen darin verheimlicht. Jeder Mensch ist unter dieser Bedingung ein verheimlichter Mensch, dessen Gegenwärtigkeit keinen wirklichen Sinn mehr hat außer dem, was er für andere sein muss. Hierbei entsteht die Nichtigkeit als Sinn für sich, als Erleben dessen, was nicht ist. Das unkenntliche Leiden erzeugt Wirklichkeit. Die Form, in welcher es für sich erschien, war der verrückte, der gewähnte und der entrückte Sinn.
Gegen alles Mißtrauen, das in solcher Lebenswelt entsteht, hilt das Vertraute, das duch dauerhafte Anwesenheit gewöhnlich gewordene. Daher wird durch dieses der Zustand der Selbstwahrnehmung überwunden, welche soviele Gefahren erbracht hat. Wahrnehmung ist durch ihre Gewohnheiten selbst objektiv und wird auch hierdurch zu einer objektiven Form gebracht.
Gewohnheit ist an sich eine senhr naturwüchsige Angelegenheit, ist doch z.B. jeder Lernprozess damit verbunden, dass Fähigkeiten durch Einübungen erworben werden, indem sich Menschen an bestimmte Bewegungsabläufe oder geistige Inhalte gewöhnen. Durch Gewohnheit wird das Leben zudem leichter und oft effektiver, ist doch jeder Automatismus ein Algorithmus der Gewöhnung, der Neues auf der Basis übernommener Gewqohnheiten erst möglich macht. Wo sich Menschen mit ihrer Umwelt widerspruchsfrei befassen können, da werden sie sich auch immer an deren Gepfolgenheiten anpassen und auch fremde Geohnheiten als eigene übernehmen.
Die Gewohnheiten der Wahrnehmung aber sind ihre eigenen Geschöpfe, ihre Figurationen, die Bilder, worin sich Menschen gewöhnlich verständigen, Sprache, Ordnung, Stil usw.. Indem sich hierdurch Wahrnehmung wirklich zu sich selbst verhält, nicht als einfache Selbstwahrnehmung und nicht als zwischenmenschliche, Beziehung, worin sich Lebensräume gebildet und gestaltet hatten, sondern als Selbstwahrnehmung des eigenen Lebensraums, wird sie selbst zur Grundlage ihrer öffentlichen wie auch eigenen Wirklichkeit. Was darin gelernt und erworben wird, das ist lediglich die Reduktion der Wahrnehmung auf eine öffentliche Selbstwahrnehmung. Die Gewöhnung an die eigenen Lebensumstände, worin sich die Selbstwahrnehmung optimiert, befördert zugleich die Macht der gegebenheiten, werden zu dem, was Menschen stillschweigend wahrhaben, ohne es wahrzunehmen. Daher ist die Gewöhnung die Form, worin die Oberflächen der Kultur sich gegenseitig ergänzen, worin die Teile der Kultur nun wirklich wahrgehabt werden.
In der Gewöhnung entsteht der Inhalt, der bestimmt, was zu finden und zu fühlen ist. Und was wirklich hierbei wahrgenommen wird, das wird hierdurch nun auch wirklich interpretiert. Was wirkliche Empfindung und wirkliches Gefühl war, was also das Leiden der Wahrnehmung überhaupt ausmacht und was sich wie ihre eigene Lebensäußerung verstehen lässt, ist somit zugleich ihre eigene Lebensbedingung. Jede Wahrnehmung ist drin bedingt, dass sie nur Wahrheit nimmt, die sie wirklich wahr hat. Wahnrehmung wird dadurch Bedingungslos, dass sie ihre Bedingtheiot in sich trägt und als ihre Selbstverständlichkeit durchsetzt. Das Leiden, das darin zur Selbstverständlichkeit geworden war, wird zu einer selbstverständlichen Wahrnehmung, die allerdings für sich öde und nichtig wäre, würde sie nicht durch die Erzeugung von Erleben in seiner Negativität, dem Erleben fremder Menschen tätig werden. Sie wird hierdurch zu einem Selbsterleben der besonderen Art: Zum Erleben der Selbstverständlichkeit, worin es sich zur wirklichen Eigenheit der Wahrnehmung totalisiert. Sie wird hierdurch nurmehr im Unterschied zum Anderssein, zum Fremden schlechthin bestimmt. Und sie wird auf diese Weise zur Gewohnheit, welche diesem Selbsterleben zu einer mächtigen Grundlage wird. Erleben betimmt sich jetzt als die Außerordentllichkeit des Eigentlichen, das sich selbst genug ist. Von daher wird es zu einer Gewohnheit, die alle Wahrheit in der Wahrnehmung selbst hat und diese daher auch gegen alles Fremde bestimmt, das nurmehr unwahr sein kann. Die Gewohnheit bestimmt damit die Wahrnehmung selbst zur Existenzform, als die Stetigkeit, die sie zu ihrer Grundlage nötig hat.
Das stetige Dasein besteht sowohl aus Wiederholung, als auch aus Veränderung. Unter der Bestimmung des Habens trennt sich Wiederholung von der Geschichte ab und wird zur Gewohnheit. Schon Hegel hat dies so verstanden, seine Ableitung aber nur ideell aus der "Leiblichkeit der Seele" gewonnen und damit jeder Kritik entzogen (was ja überhaupt seine letztendliche Bemühung ist). Immerhin lässt sich bei ihm Besitz konstatieren, wenn auch als notwendige Bedingung einer notwendigen "Abhärtung" gegen die "unmittelbare Empfindung".
"Daß die Seele sich so zum abstrakten allgemeinen Sein macht und das Besondere der Gefühle (auch des Bewusstseins) zu einer nur seienden Bestimmung an ihr reduziert, ist die Gewohnheit." (Hegel, Enzyklopädie § 410)
Wenn man davon absieht, dass Hegel das "abstrakt allgemeine Sein" affirmativ verstanden haben will, so spricht er doch von einer Reduktion, worin das Besondere aufgehoben wird - allerdings müsste man gegen Hegel sagen: untergeht, veschwindet. Weil auch bei ihm Gewohnheit ein Moment der Sittlichkeit ist, diese aber als Notwendigkeit des objektiven Geistes aller Kritik enthoben ist, so enthält sie für ihn auch die "vernünftige Befreiuung" des Geistes von der "Unmittelbarkeit der Begierden und Triebe" (ebd.), die ihn zur Geschicklichkeit im Umgang mit der Sache bringt.
Gewohnheit wird somit zur Grundlage des Geschicks, worin der "objektive Geist" seine Gestalt bekommen soll, und so ist die Gewohnheit die Bestimmung, wodurch das Rechte zu seiner Sittlichkeit gelangt.
Das ist ein doppelter Trugschluss bei Hegel: Gewohnheit resultiert aus dem öffentlichen Recht (und nicht umgekehrt), und Sittlichkeit beruht auf der Notwendigkeit des geschicks (und nicht umgekehrt Geschick als Negation der Sittlichkeit). Zwar enthält jedes Lernen Gewöhnung, aber das Geschick selbst entsteht nur im Konflikt, in der Lösung von Widernissen, also in der Veränderung. So muss die konservative Intelligenz des Altvaters der modernen Dialektik auch hier auf die Füße gestellt werden: Gewohnheit kommt allleine aus der Formbestimmung der bürgerlichen Kultur, aus den seinsnotwendigen Routinen ihrer Lebensräume, die nur dadurch befreiend wirken, dass man sich in der Gewöhnung ihnen unterwirft.
Wo Wohnen gewöhnlich wird, da bekommen die Umstände eine eigene Kultur; darin herrschen dann die Gewohnheiten des Umgangs, die Art und Weise der Beziehung aufeinander. Die Selbstwahrnehmung wird zur Wahrnehmung dessen, was sie durch die Gewöhnung zum Ausdruck bringt. Sie ist von sich selbst beeindruckt als eine über die Zeit der Gewöhnung verlaufende Allgemeinheit, die ihren Lebensraum ausfüllt, ihm die Unendlichkeit seiner Umstände als Dichte ihrer Anwesenheit vermittelt. Als solche sind sie in der Tat, in der alltäglichen Tätigkeit zu einer Tätigkeit des Wahrnehmens, Denkens und Fühlens verdichtet, so dass alles dem äußerlich bleibt, was ihm eingedenk ist, mit ihm zusammenhängt und also als verbleibendes Gedächtnis für die Wirklichkeit zunichte wird.
Wirtschaftlich genommen können Gewohnheiten natürlich praktisch sein, Handlungsabläufe zu Routinen von höherem Nutzen und geringerem Ausfwand machen (siehe Automation). Aber In dem Maße, wie sie die Wahrnehmung ausfüllen, erzeugen und bewahren sie nur die immer dichter werdende Anwesenheit immer sinnloser werdenden Umstände und betreiben von da her ihre alltägliche Sinnentleerung und Sinnlosigkeit im Selbstgefühl der Menschen. Darin werden sie ebenso leer, wie sie ihre Umstände durch bloße Anwesenheiten füllen, diese idealisieren und schließlich verherrlichen. Und weil sie - hiervon leer geworden - ihre Nichtigkeit in solcher Welt auch fühlen (siehe Lebensburg), entsteht darin eine tiefe Lebensangst , die sie an ihre Umstände um so mehr bindet. In den Gewohnheiten des Alltags geht diese zwar im Eifer der Selbstwahrnehmung unter, die erfüllt ist von ihrem Kontinuum, dem Einerlei der Welt, aber in ihrer Wendung nach außen und gegen andere wird sie um so machtgieriger und - wo es gelingt - auch mächtiger. Durch Abgrenzung nach außen wird das Nichts im Innern erträglich und bald werden sich alle Steigerungsformen von Fremdenfeindlichkeit in unbegreifbatren Dimensionen auftürmen, die nichts anderes betreiben, als die innere Leere zu überwinden.
Nur in einzelnen Momenten der Selbstwahrnehmung lässt sich ihre Sinnentleerung verspüren. Ihre Nichtigkeit hat vor allem alle Eigenheiten beängstigt und darin aufgehoben, dass Eigenes nur Form haben kann: Sicherheit, Anstand, Ordnung, Sitte. Die Moral wird allmächtig und "die Macht der Gewohnheit" wird real, weil sie darin ihre einzige Lebensform hat.
Wo sich ein Kontinuum von Anwesenheiten zu einem Umstand aufmassiert, wo eine Masse von unbestimmter Bedingtheit im eigenen Lebensraum anwesend ist, da ist Eigenes ohne Gegenwart, ungegenwärtig, nichts - aber das Nichts ist auch von der Angst der Vernichtung befreit. Die Gewohnheit ist der Fortschritt einer Gleichgültigkeit gegen jede Bestimmtheit. In der Gewohnheit ist jede Vernichtungsangst aufgelöst, weil ihre Vernichtungslogik sich nur innerhalb ihrer Gegebenheiten unbestimmt vollzieht. Es der Lebensraum durch schlichte Anwesenheit besetzt und so wird unterschiedsloser Besitz durch die Dichte der Ereignisse darin der Wahrnehmung zu eigen gemacht, als Notwendigkeit, ihn so zu genießen, zu ertragen und zu bewahren, wie er ist. Die Gewohnheit ist das Resultat einer Seinsbestimmung des Raums im Verlauf unendlicher Zeit, nicht des Raums an sich, sondern des Lebensraumes, wie er umständehalber bestimmt ist und wie dies durch das Wohnen selbst grundlos geworden ist, die Gewohnheit zur Erscheinung von Grundlosigkeit wird. Alle Ereignisse erscheinen nurmehr für sich relativ zur Gewohnheit an sie, also wie gewöhnlich oder ungewöhnlich sie sind.
Die Gewohnheit ist der allgemeinste Grund des Fortbestands von unbegründeter Realität, die Aufhebung jedweden Anlasses zur Veränderung. Ereignisse können erst mal für kurze Zeit erschrecken, aufwühlen, nach Änderung verlangen usw. Hat man sich aber an sie gewöhnt, weil sie als Umstand unaufhebbar erscheinen, so werden sie nicht nur ertragen, man vermisst sie sogar, wenn sie nicht mehr sein sollten, man vermisst das Potential der Gleichgültigkeit und verweigert sich notwendiger Aufmerksamkeit.
Die äußerste Form der Gewohnheit ist die reine Ordnung, das Immergleiche, das sich als Wesensbehauptung (siehe Archetypus) oder auch als Algorithmus formulieren lässt. So lassen sich alle Routinen in der Arbeit wie im sonstigen Leben (bis hin zum Inhalt der Kühlschränke) als Gewohnheiten erfassen und von Automaten übernehmen.
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12 | 1.3.2 Das zwischenmenschliche Erleben des gewöhnlichen Lebens |  |  |  | Das Selbstgefühl lebt nun wirklich auf als ein Erleben in zwischenmenschlicher Bezogenheit, in den zwischenmenschlichen Erlebnissen. Was noch unmittelbarer Event des Selbsterlebens war, wird nun zum Selbstgefühl für sich, zum Selbstgefühl des gewohnten, gewohnter Liebe, gewohnter Abneigung, gewohnter Strenge usw. Darin ist auch das Selbstgefühl nicht mehr unmittelbar, sondern muss sich beständig aus der Vermittlung ermitteln, in der es steht. Es erfährt seine Wahrheit nicht mehr aus der Wahrnehmung, sondern aus deren wirklichem Verhältnis selbst, aus den Geschichten, welche die zwischenmenschlichen Beziehungen bilden. Das macht eine Geschichte, die aus konkreten Erlebnissen heraus sich zu ergeben scheint, die aber zugleich nichts anderes entwickelt als den abstrakten Sinn, der sich darin vergegenwärtigt aus der Not heraus, in welcher jede Erkenntnis darin ist. Solche Not wendet sich in der Nichterkenntnis, im Ausschluss von dem, was dem Selbstgefühl gefährlich würde. Es eint sich im Erleben zwischenmenschlicher Kulturereignisse das Leben der einzelnen in der Gemeinschaft von Lebensereignisse, die als solche die Menschen ergreifen. Sie macht die Ergriffenheit ihrer Regungen und Erregungen zu Lebensereignissen, in welchen zwar ihr Leben keine Geschichte bekommt, aber jedes Erlebnis zum Moment abstrakter Sinneszusammenhänge wird. Es entsteht zwischenmenschliche Kultur der Lebensereignisse, der sich jede wirkliche Geschichte unterordnet, die also jede individuelle Geschichte in sich und ihren Ereignissen aufhebt.
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121 | 1.3.3 Die Gegebenheit des Lebens und die Lebensangst |  |  |
 | Das Selbstgefühl der Menschen in zwischenmenschlichen Beziehungen verwirklicht sich daher auch nicht als solches. Im Gegenteil: Nur durch selne Unterwerfung an die Erlebnisse in der zwischenmenschlichen Lebenswelt kann es sich füllen und erfüllen. Es wird selbst zu einer Art Ereignis, das sich aus zwischenmenschlicher Nähe und Dichte speist. Es verlangt vielerlei Beiträge hierfür, die den Einfällen der Menschen zur Herstellung von Kulturereignissen entspringen, die aber selbst nicht Zufälle sind, sondern einer Absicht folgen, diese Verhältnisse durch Ausdehnung des Lebensraumes von Menschen zu erweitern. Das Leben wird zur Bühne dieser Ereignisse und das Posium lebt nur solange, wie das Parkett gefüllt ist.
Es ist die erste Form, worin das Bedürfnis nach Gewöhnung und Vermengung entsteht, die Form, worin das Gefühl für eine Menschenmasse keimt, die letztlich die Gewähr für das Potanzial vieler Selbstgefühle ist. Doch innerhalb wirklicher zwischenmenschlicher Verhältnisse kann sie sich noch nicht ausbilden.
Das Erleben einer Kultur voller Lebensereignisse erweitert zwar den Lebensraum, nicht aber das Leben. Im Gegenteil es beengt dieses, erzeugt sich darin doch auch nur Leben wie es sein soll und nicht, wie es ist. Alles ist hier nur eine Begebenheit, was im Leben wirklich ist, also Wirkung hat, aber für sich nicht leben kann, keine Geschichte bildet, keine eigene Bewegung zulässt, lediglich zu einer Welt voller Erregungen gerät. Und als diese ist es zugleich Gegebenheit, die zur Bedingung menschlicher Verhältnisse geworden ist.
Dem Leben wird seine Wirklichkeit durch Lebensereignisse genommen, die als Gegebenheit für Lebensverhältnisse Bedingung ist. Wer an solcher Lebensdarstellung mitwirken kann, kommt auf die Bühne, wer gerne dabei ist, aufs Parkett. Jene, die in einem solchen Lebensraum noch wirklich leben, stürzen in den Keller, wenn sie sich nicht als Bühnenarbeiter nützlich machen können.
Die Lebensenge, in die sie gestürzt sind, ihre Lebensangst, trennt sie von denen, die mit den Gegebenheiten des Lebens zurecht kommen, weil sie die nicht so ernst nehmen, die Lebensbühne als Grundlage ihres Lebensgefühls akzeptieren und nutzen. Doch die Lebensangst ist die ausschließliche Wirklichkeit einer öffentlich erregenden Kultur, ihr Abriss und ihre Abgerissenheit. Oft verbleibt sie lediglich als deren Nachlass, als Geschichte, die keine Geschichte hat, als Isolation ohne Grund, oder als freudlose Geburt eines Kindes von abgerissenen Freuden. Von daher öffnet und löst sich diese Angst erst in der Bildung eines Raumes für sich, der die Zwischenmenschen vor der eigenen Kultur schützt, der sich der Gleichgültigkeit der zwischenmenschlichen Kultur dem Leben der Menschen entgegensetzt und eigenen Schutzraum begründet, der eigene Geschichte verspricht: Eine Lebensburg.
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 | Weiter mit Teil II.1.2. Die Lebensburg |  |  |
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