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Teil III: Die Ästhetik der Selbsttäuschung
Abschnitt 3:
Der Kulturstaat

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0. Einleitung in den Kulturstaat

Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse einer Gesellschaft zusammenbrechen, bleibt nur noch ihre Kultur als Lebenszusammenhang. Diese wird nun zum Zentrum aller politischen Aufmerksamkeit, die allerdings weiterhin eine Aufmerksamkeit der politischen Ökonomie bleibt. politische Ökonomie und politische Ästhetik münden auf diese Weise in einen Fokus, welcher mit dem Begriff des Volkskultur aufgerufen wird, welcher den politischen Begriff des Volks mit dem kulturellen Volksbegriff gleichsetzt.

Das Volk wird zu einem Kulturbegriff, indem es seine wirkliche Bedeutung als ethnische Kennzeichnung eines Kulturzusammenhangs abstreift und für einen gesitteten Allgemeinwillen steht, der als Wille zur allgemeinen Sittlichkeit werden soll, zur sittlichen Institution. Hierdurch wird deren Güte konkret und praktisch, ihre Ethik zum seelischen Beweggrund, alles Seelische dem Volk als Allgeimeinwillen unterworfen und staatlich übereignet. So bieder hierdurch das Leben der Menschen wird, so geistig erscheint es aus der Natürlichkeit des Lebens schlechthin begründet. Der kultivierte Begriff des Volkes will die Naturmythologie einer Sittlichkeit, wie sie allgemein gewollt wird, dogmatisieren. Jetzt geht es um das praktische Verhältnis dieses Prozesses, der Bildung einer Gesinnung.

Die Wirklichkeit im Leben der Bevölkerung ist als einfache Lebenspraxis vollständig abgetrennt vom der Sittlichkeit des Willens. Es ist für eine Kultur, die sich zu einer Ästhetik des sittlichen Willens verselbständigt hat, lediglich äußeres Lebensmoment, also Stoff für diesen. Von daher bildet er sich heraus zu einer praktischen Förmlichkeit, zur Gesinnung, die vom Standpunkt einer "Volkskultivation" auf die Menschen übertragen werden muss, die zu einem Prinzip ihrer Lebensführung wird - nicht, weil es finstere Agenten so wollen, sondern weil die für sich selbst empfindungslos gewordenen Menschen dies zu ihrer quasireligiösen Selbstverklärung nötig haben, um darin Gesellschaft zu bilden. So wird solche gesellschaftliche Notwendigkeit selbst zu einem Mittel der Vergesellschaftung abstrakt menschlicher Sinnlichkeit.

Durch sie verläuft die konkrete Selbstfindung der einzelnen Menschen der sich darin als Moment einer besonderen Art, einer Rasse finden muss. Darin wird die Kultur zu einer artigen Allgemeinhheit, auf welche alle Menschen zurückkommen müssen, um in Gesellschaft zu sein. In den Ritualen dieser Gesellschaft füllen sich alle Seelen mit der Masse des sittlichen Willens und werden zur Massenpsyche. Darin steckt das Ganze des beseelten Volkes als übermenschliche Erwartung, als Heilserwartung, deren Sehnsucht jetzt auch gesellschaftliche Wirkung erfährt, also Wirklichkeit wird. Im Übermenschen regeneriert sich zwar kein wirklicher Mensch, aber die Seele wird als Gleichschaltung der Masse darin wirklich und also für jeden einzelnen zur wirklichen Existenzgrundlage - und damit zur Macht gegen jedes Leben.

Gesinnung

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