Siehe

Zum Thema siehe auch  => Krise  => Kapital



Das Kapital steht in dem Widerspruch, sich wertm��ig nur entwickeln zu k�nnen, wo es den Menschen G�ter und Verm�gen (z.B. Arbeitskr�fte) entzieht, die wiederum aber nur dadurch Wert haben, dass sie von den Menschen gekauft oder betrieben werden. Seine Entwicklung h�ngt also davon ab, wieweit der Kreislauf der Reproduktion der Menschen, wie er sich im variablen Kapital darstellt, sich zum Mehrwert verh�lt, der durch den Wertz�berschuss beim Verkauf der Produkte nicht im durchschnittlichen Reproduktionskreislauf eingeht, und somit als eine Kapital�berschuss, als potentielle Ware, als reine Geldware fortbestehen kann. Der Mehrwert ist relativ hierzu und wenn der relative Mehrwert sich zum Wertdefizit treibt, so entwickelt das Kapital einen politischen Machtapparat, der unterwertige Produkte aufwerten muss, der entweder ihre Lager mit Fremdmittel aufkauft (Subventionen, Staatsverbrauch) oder Lieferanten von Arbeit und Arbeitsmittel erpresst. Der Widerspruch bewegt sich zwischen dem Zwang, die Preise f�r die Produkte und ihre Erstehungskosten zu senken oder dem Zwang die Potenzen der Arbeit durch technologische Fortschritte und andere "Rationalisierungsma�nahmen" (oft mit einhergehender Arbeitsplatzvernichtung) zu steigern. Der hochentwickelte krisengeplagte Kapitalismus offenbart einen unentwegten Preisdruck auf die variablen Produktionskosten (Material und Arbeitskr�fte), dem nicht mehr alleine durch �konomische Entwicklungen, sondern zunehmend nur noch durch politischen Machtzuwachs, also durch politische Gewalt auf die Preisbildung entsprochen werden kann (z.B. durch Kapitalfussionierung mit monopolistischer Tendenz oder durch sozialen Druck auf die Arbeitskr�fte unter Androhung verminderter Sozialleistung oder durch diplomatische oder milit�rische Besetzung der Rohstofflieferanten).

Natürlich will das Kapital die Menschen nicht abschaffen - es braucht sie und nutzt ihre Fähigkeiten und ihre Bedürfnisse. Aber es schafft ihre Menschlichkeit ab. Es versetzt die Menschen in eine unendliche Vereinzelung, die ihre Not vergrößert, die sie immer abhängiger macht vom gesellschaftlichen Faustpfand ihrer Subsistenz: Geld. Es zerstört ihre Lebenszusammenhänge und Produktionsstätten, um das Leben mit Geld und vollkommener Geldabhängigkeit durchzusetzen. Die Verwertungskrisen des Kapitals werden nicht dadurch immer enger, dass immer weniger Geld zur Produktion von Wert zirkulieren würde - im Gegenteil: Die Anhäufung von Produktivwerten (konstantes Kapital) treibt das Kapital erst in seine Krise, die daraus besteht, dass bei gleichbleibenden oder gering wachsenden Löhnen (variables Kapital) zu wenig Geld zirkuliert, um die Warenwerte durch Kauf zu verwirklichen, die eine durch Wertwachstum bestimmte Produktion nötig hat: Mit wachsender Masse des konstanten Kapitals wird die Masse des variablen Kapitals relativ schwindend und vermindert hierdurch die Profite. Es ist dies der tendenzielle Fall seiner Profitrate, der die Krise des Kapitals ausmacht und sich als völlig absurde Verelendung gerade der hochentwickelten Länder herausstellt (Verarmung, Jobhunting, Sozialabbau, Konsumpervertierung) auswirkt. Durch die Hochwertigkeit der Mittel des Wertwachstums führt die Unterwertigkeit der Subsistenzmittel zu einer allgemeinen Entwertung der Lebensmittel und damit zum Wertproblem des Kapitalismus überhaupt: Er entwertet seine Produkte, die seine hochwertigen Produktionsmittel hervorbringen und die zugleich ihren Wert nur durch den Wert der Produkte erheischen können. Wo dies nicht mehr gelingt, muss das Kapital den Druck zur Wertsteigerung auf die Kosten der Quellen des Wehrwerts weitergeben. Der wird an die Lieferanten der Produktionsmaterialien (Energie, Rohstoffe) schließlich auch zu einem machtpolitischen Fakt, das zu Preisdiktaten und Krieg gegen die Länder lockt, die keine Absatzmärkte für das Kapital darstellen. Oft ist eine reine Besatzungspolitik im Sinne eines Preisdiktats, manchmal ermöglicht auch die Zerstörung und der international finanzierte Wiederaufbau eines Landes die Neuentwicklung von Absatz und neuen Absatzmärkten. Das Kapital ist ein schrankenloser Moloch; es erzeugt Reichtum nur für wenige und treibt zugleich alle Lebensverhältnisse zur Barbarei. Die Menschen werden nicht unbedingt nur unmittelbar im Arbeitsprozess, sondern insgesamt ausgebeutet; ihr Leben wird ärmer, ihre Kultur zerstört.