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	<title>kulturkritik - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Untitled_text_6&amp;diff=11366</id>
		<title>Untitled text 6</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Ware ist Tauschwert, aber sie hat einen Preis. [[(Karl Marx, MEW 42, 121)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Wert]] der [[gesellschaftlich]] [[produzierten]] Produkte stellt sich einerseits in den [[Preisen]], dem [[Tauschwert]] der [[verkauften]] [[Waren]] dar, die im [[Warentausch]] in als verfügbare Geldmenge[[zirkulieren]], andrerseits als [[Wert]] der hierfür aufgewendeten [[Arbeit]], die als [[Gebrauchswerte]] der Produkte den stofflichen Inhalt ihres [[Werst]] darstellen. Die [[Preise]] entwickeln ihren Maßstab - den [[Maßstab der Preise]] - in den [[Verhältnissen]] des [[Zahlungsmittels]] [[Geld]] zwischen [[Angebot und Nachfrage]]. Die [[Preise]] sind daher ein Maßstab aus der [[Zirkulation]] der [[Zahlungsmittel]] zwischen dem [[Wert]] und den bezahlten [[Preisen]] der [[Waren]], der seine Bewährung für den [[Geldbesitzer]] als mögliches [[Wertmaß]] seines [[Kaufmittels]] verwirklicht hat (siehe [[Wertrealisation]]) - soweit hierbei der [[Geldwert]] nicht [[inflationiert]]. Was im Geldumlauf durch die [[Verkäufe]] werthaltig für die [[Einkäufe]] geblieben ist gilt demnach als Maßstab, der sich aus der Preissumme der gehandelten Waren in der Geldzirkulation ermittelt. Im Nachhinein der [[Preisbildung]] und ihrer [[Wertrealisierung]] gelten die erfolgreichen, die im [[Verkauf]] realisierten [[Preise]] in ihrem [[Durchschnitt]] als Maßstab ihrer Werthaltigkeit für die [[Angebote]], die ihre [[Nachfrage]] bestätigt haben, ohne dass hierbei ein Wertmaß aus der [[Produktion]] dazwischen kommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in der Preissumme vergangener Kaufakte das Verlangen nach [[Käufer]] für den [[Verkäufer]] ganz [[allgemein]] durch die Bewährung ihrer gesellschaftlichen Gültigkeit dargestellt hat (siehe auch [[Geltung]]), [[verwirklicht]] sich allerdings nur durch deren [[Eigenschaften]] aus ihrer Entstehung als [[Gebrauchswert]] der einzelnen Produkte aus [[nützlicher Arbeit]], also in der Relation zur Summe der [[durchschnittlich]] realisierten [[Preise]]. Im allgemeinen [[Dasein]] der [[Waren]] als Wertträger einer [[Relation]] zu den [[allgemein]] gehandelten [[Preise]] stellte sich auf diese Weise über die [[Zirkulation]] der [[Waren]] der [[Geldwert]] der gesellschaftlich gehandelten Gebrauchsgüter als [[Relation]] von [[Preisen]] - als ihr gesellschaftlich gültiger [[Tauschwert]] - dar, der im [[Durchschnitt]] der Preise im Nachhinein ihrer Entstehung das Ausmaß ihrer [[Nachfragen]] mit ihrer [[Wertgröße]], mit ihrem in vergangener Warenzirkulation realisierten [[Wert]] vereinen, obwohl [[Wert]] und [[Preis]] gänzlich entgegengesetzten Bildungsprozessen zwischen Markt und Arbeit entspringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Dilemma]] des [[Geldes]] äußert sich in seinem zwiespältigen [[Charakter]] (siehe [[Doppelcharakter]]), wodurch es einerseits als [[Maß der Werte]] anderseits als [[Maßstab der Preise]] funktioniert - einerseits [[Zahlungsmittel]], andererseits [[Kaufmittel]] ist. Die [[Waren]] werden vor allem - also im [[Allgemeinen]] - ihrer [[Form]] nach als [[Werte]] (siehe [[Wertform]]) der [[bürgerlichen Gesellschaft]] entsprechend produziert, um [[verkauft]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um [[gekauft]] zu werden müssen allerdings alle [[Waren]] [[nützliche]] [[Dinge]] sein, die schon in ihrem [[einzelnen]] [[Dasein]] einen [[Gebrauchswert]] haben. In ihrem gesellschaftlichen [[Verhalten]] von [[nützlichen Arbeiten]] haben alle [[Waren]] einen [[Tauschwert]] schon bevor sie einen [[Preis]] haben können. Die [[Preise]] sind den Waren äußerlich, weil sie ihre [[Produktion]] als [[gesellschaftlich]] bestimmte [[Werte]] voraussetzen. Aber erst im [[Warentausch]] auf den Märkten der Welt wird in der [[Zirkulation]] der produzierten Waren, ihr quantitatives Dasein zwischen [[Angebot und Nachfrage]] selbst zum Kriterium ihrer gesellschaftlichen [[Wertrealisierung]], die [[Preisbildung]] zum Dilemma der Realisation des Verhältnisses im Dasein der Werte - im [[allgemeinen]] durch die [[Durchschnitt]] der Vergleichbarkeit ihrer darin veräußerten Aufwendungen. Im [[Warentausch]]könnn die [[Waren]] zwar [[Preise]] haben, die sowohl unter ihrem [[Wert]] wie auch darüber liegen. Aber letztlich ergibt sich der Preis als reelle [[Wertgröße]] des [[Geldes,]] als verwirklichter [[Geldwert]] (siehe [[Wertrealisation) erst aus der Preissumme der im Tausch gehandelten Waren, worin sich ihr Verhältnis dergesellschaftlichbenötigten menschlichenArbeitszeitim Einzelnen erweist, - nicht weil und wie sie gebraucht werden, sondern weil sich darin dergesellschaftlichnotwendige menschliche (nicht technische) Aufwand ihrerProduktionProduktion so darstellt, wie er sichdurchschnittlichrealisierten lässt und wie er sich im Verhältnis derTauschwertealsPreiseeinerWarerealisieren kann. Und nur darin erfährt derTauschwertdie reelle Größe der darin verwirklichtenWertbildungdesGeldesalsZahlungsmittel, seineWertgrößealsMaß der Werte, - ganz im Gegensatz zu seiner Funktion alsKaufmittel, die sich aus der realisierten Preissumme alsMaßstab der Preiseergibt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geld]] ist als [[Kaufmittel]] (G - W) das [[Wertmaß]], ein allgemeiner Wertträger für jede einzelne [[Ware]], die menschliche Arbeit erzeugt hat und von daher ein [[Maß der Werte]] durch die Produktion von [[Gebrauchswerten]], wo sie gekauft werden. Und es trägt zugleich als das [[Zahlungsmittel]] (W - G) für eine jede einzelne [[Ware]] den [[Geldwert]] aller Waren im Anteil der Preissumme, die es für die [[Angebote]] der [[Waren]] auf dem Markt als [[Maßstab der Preise]] formuliert. In den Preisen auf dem Markt stellt Geld den Gesamtwert der zirkulierenden [[Waren]] aus ihrer wertgerechten Preissumme anteilmäßig dar. Jeder [[Geldbesitzer]] hat damit eine gesellschaftliche Funktion zur Hand, in der sich der Gesamtwert aller produzierten und noch nicht verkauften Waren reflektiert. Geld als [[Kaufmittel]] fungiert als [[Maß der Werte]], weil sich die [[Tauschwerte]] der [[Ware]] durch ihre Entnehme aus der Warenzirkulation, aus dem [[Verkauf]] begründen, aus ihrer [[Wertrealisation]] beim Einkauf von Produkten. Hierbei drückt ihr [[Tauschwert]] in seinen Preisen einen [[Wert]] aus, wie er sich auf dem Markt auch als Teil eines Gesamtwerts realisieren lässt, für den die Waren ja auch [[produziert]] worden waren. Was beim [[Einkauf]] mit dem Geld als [[Kaufmittel]] (G - W) zwar schon [[Tauschwert]] ist, kann aber erst in seinem [[Preis]] zu einem wirklichen Maß für das Verhältnis der [[Tauschwerte]] als realisiefbare [[Preise]] werden. Der [[Tauschwert]] verwirklicht sich also insgesamt erst durch das Geld als [[Zahlungsmittel]] (G - W), durch das es der Maßstab der Preise ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Wert]]des [[Geldes]] als [[Zahlungsmittel]] stellt vergangenen [[Nutzen]] einer [[Arbeit]] dar, der seinen verstofflichten [[Wert]] zu [[vergegenwärtigen]] haben müsste (siehe [[Wertrealisation]]), um seinen [[Geldwert]] als [[Kaufmittel]] zu bewahrheiten (siehe z.B. das [[Verhältnis]] der [[Tauschwerte]] zu ihrem [[Wert]], in denen das [[Maß der Werte]] vergangener [[Arbeit]] nur über den [[Maßstab ihrer Preise]] gegenwärtiger Relationen der [[Tauschwerte]] von [[Gebrauchswerten]] verwirklicht werden kann).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Waren werden zwar produziert, um verkauft zu werden und sind von daher zumindest ideell schon [[Tauschwert]] bevor sie einen [[Preis]] haben können. Die Preise sind aber dem Wert der Waren äußerlich, weil sie ihre [[Produktion]] als Werte getrennt vom wirklichen Marktverhältnis voraussetzen (siehe hierzu [[Teilung der Arbeit]]). Aber auf dem Markt erst wird in der [[Zirkulation]] der produzierten Waren ihr quantitatives Dasein zwischen [[Angebot und Nachfrage]] selbst zum Kriterium ihrer Realisation als Werte, ihrer [[Wertrealisation]] als Verhältnis ihrer Werte im [[allgemeinen]] [[Durchschnitt]] des [[Warentauschs]]. Die Waren können dabei [[Preise]] haben, die sowohl unter ihrem [[Wert]] wie auch darüber liegen. Aber letztlich ergibt sich der Preis als reelle [[Wertgröße]] erst aus der Preissumme der im Tausch gehandelten Waren, worin sich ihr [[durchschnittliches]] Verhältnis der nötigen [[Arbeitszeit]] erweist, - nicht weil und wie sie gebraucht werden, sondern weil sich darin der gesellschaftliche [[Aufwand]] ihrer Produktion so darstellt, wie er sich [[durchschnittlich]] realisierten lässt und wie er sich im Verhältnis der Tauschwerte realisieren kann. Und nur darin erfährt der Tauschwert seine reelle Größe im Geld als [[Kaufmittel]], seine Wertgröße als [[Maß der Werte]], - ganz im Gegensatz zu seiner äußerlichen Funktion als [[Zahlungsmittel]], die sich in derselben Preissumme als [[Maßstab der Preise]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geld]] stellt als allgemeine [[Wertform]] den [[Wert]] dar, den die Waren auf dem Markt in einem rein quantitativen Verhalten ihrer Summe zugleich relativ zu einander in ihren [[Tauschwert]]en haben. Diese bewegen sich durch ihre einzelnen [[Preise]] um den [[Durchschnitt]] einer verausgabten Menge an [[Arbeit]], die in den Produkten steckt, und konkurrieren um die adäquate Wertdarstellung, indem sie sich auf das Niveau hin bewegen, das der Realisierung der durchschnittlichen Verausgabung von Arbeit für ihre Herstellung entspricht. und wodurch sie deren gesellschaftliche [[Beziehung]] auf dem Warenmarkt und [[getrennt]] von ihrem Entstehungsprozess zwischen allen [[Einkäufen]] und allen [[Verkäufen]] vermitteln (siehe [[Teilung der Arbeit]]). Als Preissumme stellt [[Geld]] den [[Wert]] der Tauschakte [[abstrakt allgemein]] dar (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]) und als [[Beziehung]] zu anderer Ware durch ihren [[Tauschwert]] als eine relative [[Wertgröße]]. Da also im [[Geld]] die Wertdarstellung [[abstrakt]] von ihren einzelnen Tauschbeziehungen besteht und zugleich diese in den Preisen nur relativ aneinander Maß nehmen, ist Geld als allgemeines [[Wertmaß]] zugleich ein Maßstab der Preise. Doch als Maß der Werte kann es nicht in ein und demselben Tauschakt zugleich als Maßstab der Preise fungieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil nämlich die Waren ihr Wertsein im Tausch, ihren Tauschwert in Geldform relativ zueinander als Preise im [[Kaufmittel]] Geld darstellen, beruhen die [[Preise]] der Waren bei ihrem [[Verkauf]] von dieser Seite her relativ zu ihrer Wertdarstellung aus ihrer Preissumme und von daher auf der Funktion des Geldes als [[Maß der Werte]]. Zum andern stellt Geld den Preis einer [[Ware]] als deren [[Wertgröße]] dar, die sich beim [[Einkauf]] allgemein aus dem Quantum des Bedarfs an ihr realisiert und sich aus der Preissumme der vorhandenen Waren absolut bestimmt. Anteilig zu dieser Summe, also anteilig zur Möglichkeit, sie zu erwerben, bestimmen sich die Preise also dadurch, wieweit ihr Wert realisierbar ist, was er also anteilig im [[Zahlungsmittel]] Geld an der gesamten verfügbaren Geldmenge darstellt. Hier resultiert der Preis aus der Funktion des Geldes als Maßstab der Preise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Markt ist der Ort des [[Tauschs]] von [[Waren]], die als Arbeitsprodukte und als Material der [[Arbeit]] durch ihren Austausch ihre Beziehung zu menschlichen Bedürfnissen durch den [[Abkauf]] ihres [[Gebrauchswerts]] realisieren, darin ihren [[Wert]] erfahren und im [[Maß ihrer Werte]] bemessen werden. [[Geld]] dient hierbei als [[Kaufmittel]] der [[Nachfrage]], das zugleich im [[Allgemeinen]] als [[Zahlungsmittel]] der [[Angebote]] hergenommen wird (siehe [[Angebot und Nachfrage]]). Während jedoch die Nachfrage die Angebote im Einzelnen auch verursachen, begründen sich die Angebote aus der allgemeinen Produktivität der Arbeit und ihrer gesellschaftlich realisierbaren Aufwendungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Markt ist von daher nichts wirklich so, wie es erscheint. So bunt die [[Waren]] dort die Menschen locken, so reich die Vielfalt der [[Angebote]] dort auf die Bedürfnisse des einzelnen Käufers treffen, so allgemein und abstrakt ist zugleich das Maß der Beziehung von [[Angebot und Nachfrage]], aus welcher sich der [[Preis]] der Waren ergibt. Weil [[Geld]] allgemein von ihrer Entstehung absieht und auf dem Markt nur deren Austauschbarkeit vergleicht und die Werte der Waren ins Verhältnis setzt, erscheint es als deren allgemeines Wertmaß. Das ist allerdings nicht durch die Beziehung der Menschen zu den Waren begründet, sondern aus der[[Teilung ihrer Arbeit]], der [[Isolation]] ihrer Lebenserzeugung. Auf dem Markt ergibt es sich aus den reinen Relationen der Mengen von Waren, den Relationen in den Tauschverhältnissen, als ihr [[Tauschwert]] im Gemenge ihrer relativen [[Wertformen]]. Der Tauschwert verselbständigt sich in diesen [[Verhältnissen]] zu einem Maß als Gesamtwert der bloßen Masse einer Warensammlung, als absoluter [[Wert]], in welchem der [[Reichtum]] der Gesellschaft als bloßes Quantum für sich, als [[Geld]] erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Selbständigkeit wird diese Masse zum allgemeinen Subjekt der Verhältnisse und bemisst nicht nur die [[Werte]] aneinander, wie es der Zweck eines konkreten [[Kaufmittel]] wäre, wie man es sich vorstellen kann, wenn man von seiner allgemeinen Funktion als [[Zahlungsmittel]] absieht. Geld ist nicht nur ein wechselseitiges und daher relatives [[Maß der Werte]]. Es relativiert die einzelnen Beziehungen von [[Kauf]] und [[Verkauf]] in der [[Preisbildung]] an der Wertmasse des Warentauschs, wirkt also als der [[Maßstab der Preise]], worin die [[Tauschwerte]] sich an ihrer gesamten Wertmasse messen. Geld ist von daher nicht nur ein [[Zahlungsmittel]], sondern zugleich ein allgemeines Wertmaß, worin sich die Preise relativieren, auch wenn das durch ihre Preisschilder wie ihr eigenes Maß erscheint, wofür Geld ein bloßes [[Zahlungsmittel]] sein soll. Aber Geld hat zugleich als allgemeines [[Maß der Werte]] die Funktion eines [[Kaufmittels]], wodurch es nicht nur als [[Maßstab der Preise]], sondern als Wertmaß durch ihr Dasein als Arbeitsprodukte fungiert und hat von da her seine Macht als die gesellschaftliche Existenzform der Produkte, in welcher alle menschlichen Beziehungen zu ihren Sachen als [[Wert]] durch sich und zugleich auch für sie maßstäblich werden. Von daher sind ihre menschlichen Beziehungen, wie sie im Geld versachlicht sind, zugleich als dessen Macht wirksam, die nur durch ihre Aufsummierung auf dem Markt entsteht, an der sich ihre Arbeit und ihre Bedürfnisse relativieren. Durch die Art und Weise ihrer Quantifizierung als eigenständiges gesellschaftliches Mittel, das zugleich allgemeines Maß, also Mittel und Zweck in einem ist, erwerben die Produkte eine Sachgewalt, die sich nicht aus der Arbeit und den Bedürfnissen, sondern lediglich aus dem Marktverhältnis ergibt und den Menschen als fremde Macht ihrer eigenen Arbeit, als ihre [[Entfremdung]] von ihrer gesellschaftlichen Tätigkeit, als [[abstrakt menschliche Arbeit]] entgegen steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als dieser Maßstab bezieht [[Geld]] die Waren beim [[Verkauf]] auf ihr allgemeines Vorhandensein als Wertprodukte in einer Warensammlung, deren gesellschaftliche Notwendigkeit sich im Preis realisieren und bestätigen muss. Dies erscheint z.B. in einem Verhältnis von [[Angebot und Nachfrage]]. Von da her lässt sich der Preis von bürgerlichen Ökonomen auch als Resultat der Nachfrage behaupten. Weil sie vom realen Vermögen abstrahieren, nämlich dem Vermögen an [[Privateigentum]] und seinem Wertsein, beziehen sie die [[Preisbildung]] auf die [[Bedürfnisse]] der Menschen selbst, so, als ob diese das Wertsein der Waren unmittelbar über die Menge ihrer Verfügbarkeit bestimmen würden. Es sieht daher die bürgerliche Ökonomie in dieser [[Grenznutzentheorie]] die Bedürfnisse der Menschen als wahre Grundlage der [[Wirtschaft]] schlechthin an, und behauptet demzufolge Ihren Wert als eine Art Naturtatsache, weil sie den Wert an der Masse der Bedürfnisse nach einem Gegenstand bemisst. Aber Geld kann nur zum Maßstab der Preise so weit werden, wie es auch [[Maß der Werte]] ist, wie es also auf einem gesellschaftlichen Vermögen, auf einem allgemeinen [[Reichtum]] gründet, der als [[Ware]] [[Form]] des [[Privateigentums]] ist und nur von daher seinen [[Wert]] im Austausch der Waren erfahren hat. Von seiner Grundlage her, von seiner Entstehung her ist Geld eben das Wertmaß der abstrakt menschlichen Beziehung des Warenmarktes und repräsentiert nur in dieser [[Abstraktion]] die Bedürfnisse und die Preise der ihnen entsprechenden Waren. Die bürgerliche Ökonomie hat diese Beziehung auf den Kopf gestellt. Sie ist also umgekehrt: Weil Geld als bestimmte Menge einer Warensammlung Wertmaß ist, wird es zum Maßstab der Preise.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Untitled text 3</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der konkrete Inhalt der sinnlichen Gewissheit läßt sie unmittelbar als die reichste Erkenntnis, ja als eine Erkenntnis von unendlichem Reichtum erscheinen, für welchen ebensowohl, wenn wir im Raume und in der Zeit, als worin er sich ausbreitet, hinaus-, als wenn wir uns ein St�ck aus dieser Fälle nehmen und durch Teilung in dasselbe hineingehen, keine Grenze zu finden ist. Sie erscheint außerdem als die wahrhafteste; denn sie hat von dem Gegenstande noch nichts weggelassen, sondern ihn in seiner ganzen Vollständigkeit vor sich. Diese Gewissheit aber gibt in der Tat sich selbst für die abstrakteste und ärmste Wahrheit aus. Sie sagt von dem, was sie weiß, nur dies aus: es ist. ((Hegel, Ph�nomenologie des Geistes)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissheit ist die zweifelsfreie [[Erkenntnis]], also eindeutiges Erkennen (siehe hiergegen [[Deutung]]), wenn sie nicht nur die [[Anwesenheit]] des Gegenstands, sondern auch seinen bestimmten Gehalt vor sich wei�. Doch dies Anwesende ist nicht selbst unbedingt [[inhaltlich]]; es ist auch die [[Wahrheit]] gegenst�ndlicher Vermittlung im Nachhinein der [[Erkenntnis]], die sich z.B. auch aus einem [[Traum]] begreifen lässt, ohne dass sie [[Wirklichkeit]] werden muss (dies also g�nzlich umgekehrt als bei [[Hegel]]), weil sie [[Geschichte]] hat. Allerdings kann sie auch darauf gr�nden, dass ihr Gegenstand eindeutig und unmittelbar sinnlich ist (z.B. ein hei�er Ofen, an dem man sich gewiss verbrennt), oder dass ein Gedanke zu einer Gewissheit sinnlicher Zusammenhänge gelangt, worin er sich bewahrheitet (s.a. [[Beweis]]). In beidem ist die Gewissheit eine Tatsache, also Wissen einer Tat, die unmittelbare sinnliche [[Gegenw�rtigkeit]] von [[Stoff]] ist (siehe auch [[Sein]]). Gewissheit ist durch die [[Empfindung]] eines Gegenstands, die sich als [[Gef�hl]] für ihn best�tigt, und ihn als [[Wissen]] zweifelsfrei im Ged�chtnis bewahren kann, weil und sofern kein Zwiespalt zwischen [[Empfindung]] und [[Gef�hl]] besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissheit ist die sinnliche Beziehung des [[Lebens]] als [[Selbsterkenntnis]] (siehe auch [[Erkenntnis]]), auf sich als [[Wissen]] über sich. Sie bildet sich in der [[Empfindung]], wenn diese sich in den [[Gefühlen]] der Menschen bewahrheitet. In dieser Einheit bewährt sich der Inhalt der Wahrnehmung, identifiziert sich ihr [[Sinn]] mit seiner [[Wirklichkeit]], wird zu einer Einheit von [[Erkenntnis]] und [[Tätigkeit]], unmittelbare [[Wahrheit]]. Sie ist die [[Identität]] lebendigen [[Seins]] in dem zum [[Bewusstsein]] gewordenen [[Wissen]]. In der Gewissheit sind alle [[Zweifel]] aufgelöst und es hebt sich darin die [[Wahrnehmung]] in ihrer [[Wahrheit]] auf, wird ein [[Gedächtnis]], welches sein [[Gewissen]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Ungewissheit herrscht, wird sich die [[Wahrnehmung]] auf das zurückziehen, was sie beeindruckt, was also dadurch gewiss wird, dass es Druck auf die Wahrnehmung aus�bt. Solche Gewissheit ist abstrakt, weil sie keinen Sinn vermittelt. Sie ist zwar als [[Eindruck]] wahr, nicht aber als Wahrnehmung, welche [[empfindet]] und [[f�hlt]], was [[wahr]] für einen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Dies allerdings kann h�chst kompliziert sein, gerade weil in der Wahrnehmung der ganze Mensch einbegriffen ist, nicht irgendeine Kognition oder Logik oder Position für sich. Die Wahrnehmung selbst ist das urspr�nglichste Moment der [[Wahrheit]], das ein Mensch für sich haben kann. Und das ist nicht nur selbst sinnlich, sondern kann auch die Sinne antreiben, wenn die Wahrnehmung nicht zur [[Erkenntnis]] dessen gelangt, worin sie einbegriffen ist.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissheit kann nur [[praktisch]] sein, denn eine Seinsgewissheit als solche, also in Absehung (siehe [[Abstraktion]]) von dem, was [[wirklich]] ist, kann keinen [[Sinn]] haben. In der Abstraktion kann nur eines wahr sein: Dass etwas lebendig ist, das nicht wirklich lebt, etwas, das tot erscheint, nicht [[wirklich]] lebend ist, aber in [[Wirklichkeit]] als etwas anderes lebt (siehe [[Schein]]). Es muss ein ungewisser Inhalt in einer gegebenen Form sein, eine [[Formbestimmung]], in welcher sich die [[Macht]] der [[Gegebenheiten]] gegen ihren wirklichen Sinn durchsetzt. Sie muss in der Lage sein, sich [[Eindruck]] zu verschaffen, wo sie nur [[anwesend]] ist. Von daher ist die beeindruckte Wahrnehmung nurmehr reizend und ungewiss. Aber das Ungewisse wird hierdurch zugleich unwahrnehmbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gewiss ein [[Reiz]], eine [[Empfindung]] oder ein [[Eindruck]] erscheinen kann, so fraglich auch ist dessen [[Wahrheit]], ob sein [[Sinn]] vielleicht nicht eine [[T�uschung]] sei - dies umso mehr, als Eindr�cke auch [[Reize]] oder [[Stimmungen]] sind, die unmittelbar wesenlos sind, im Sein schon verwesen, weil sie schon im Augenblick vergehen, worin sie wirken. Selbst die einfache Gewissheit, ob sie von au�en oder innen kommen, macht ein ganz elementares Erkenntnisproblem aus (z.B. im [[Wahnsinn]]), das seine Ungewissheit nur im [[Wissen]] seiner [[Geschichte]] auflösen kann, indem es diese begreift (siehe [[Begriff]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer zum Beispiel [[Stimmen hört]], die kein sprechendes Subjekt erkennen lassen, zweifelt an seinem Wahrheitsverm�gen. Indes ist die Wahrheit der Stimmen in der Tat eine andere, als die [[existente]] Gewissheit der Umwelt, wenn auch die Gewissheit des H�rens unbestreitbar ist. Wer Stimmen w�hnt, weil er keinen Sprechenden sieht oder fühlt, der wird zun�chst überprüfen, ob das [[Objekt]] seiner [[Empfindung]] vielleicht wirklich sich verborgen verhält oder er muss erkennen, dass er etwas empfindet, das nicht unmittelbar [[gegenst�ndlich]] ist. Die Wahrheit des [[Wahns]] hat eben nicht dieselbe [[Welt]], die allem zukommt; es ist tats�chlich eine hiervon abgetrennte Welt, welche zun�chst in sich geschlossen erscheint, solange ihre Wirkung nicht erschlossen ist. In dieser Ausschlie�lichkeit ist sie eine grundlos scheindende Wahrnehmung, ein unendlich scheinendes [[Leiden]], das gegensinnige Gewissheiten bewirkt. Die F�higkeit, an der Gewissheit der Welten zu [[zweifeln]], ermöglicht immerhin, wenn auch �u�erst schmerzhaft, eine �beraus sinnvolle Bewegung der entzweiten [[Identit�t]], die eine vielleicht ebenso bedeutende Leistung ist, wie die Begr�ndung einer ganzen Philosophie. Von daher ist die Ungewissheit eine Bedingung, sich als wahrnehmender Mensch der Wahrheit zu n�hern, besonders, wenn diese in [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] weitgehend aufgebraucht wird. Darin entsteht Gewissheit oft erst in der [[Erkenntnis]] der Gr�nde eines Ungewissen, eines [[unheimlichen]] Grundes, einer abstrakten Lebensbedingung. Auf der Basis realer Abstraktionen ist die Erkenntnis g�nzlich umgekehrt als auf der Basis unmittelbarer Wahrnehmung: Es verlangt [[Denken]], welche die Erfahrung hintergeht, wenn und weil das Erfahrene [[hintersinnig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmungen m�ssen hierbei nicht erkannt sein; sie werden sich dem [[Denken]] erschließen, wenn es nottut. Im Wissen ist alleine die Gewissheit vollzogen, dass etwas Empfundenes wirklich da ist und sich als solches auch in seiner Wirkung bew�hrt hat. Erst durch die [[Not]], welche eine Gewissheit gegen andere bringen kann, wird Denken [[notwendig]] sein. Sofern es sich einem [[Unding]] zuwendet, wird es logisch sein m�ssen, um es zu begreifen (siehe [[Begriff]]).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Test_Kopie&amp;diff=11364</id>
		<title>Test Kopie</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Dass allein eine Welt-Interpretation im Rechte sei, bei der ihr zu Rechte besteht, bei der wissenschaftlich in eurem Sinne [...] geforscht und fortgearbeitet werden kann, eine solche, die Zählen, Rechnen, Wägen, Sehn und Greifen und nichts weiter zulässt, das ist eine Plumpheit und Naivität, gesetzt, dass es keine Geisteskrankheit, kein Idiotismus ist. [...] Gesetzt, man schätze den Werth einer Musik darnach ab, wie viel von ihr gezählt, berechnet, in Formeln gebracht werden könne – wie absurd wäre eine solche wissenschaftliche Abschätzung der Musik! Was hätte man von ihr begriffen, verstanden, erkannt! Nichts, geradezu Nichts von dem, was eigentlich an ihr Musik ist! (Nietzsche Die fröhliche Wissenschaft, 2009, 285f.)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zahl stellt die Menge vereinheitlichter Einzelheiten von Gegsständen, von Ereignissen, Sachen, Menschen usw. dar, die darin als als bloße Größen ihrer Vereinzelung, als Monaden gerechnet, in einer ihnen äußerlichen Einheit zuaammengefasst sind. Jede Zahl enthält eine [[Erzählung]], die in ihr abstrakt aufgehoben und aufgeteilt ist. Die Zahl als solche ist also nur die [[Abstraktion]] eines [[Quantums]], geradezu gegen die [[Erzählung]] wie ein Statist ihrer Zusammenhänge herausgestellt, als bloße Statistik ohne einen [[Sinn]] für ihre [[Geschichte]]. Sie formuliert eine Menge ohne eine andere [[Bestimmung]] als die des Aufgezählten, und sie wird nur durch das bestimmt, was ihren Bezug ausmacht (z.B. [[Dichte]], Größe, Fläche oder [[Raum]]). Eine Menge kann man sich eigentlich nur als bestimmte Menge (z.B. als ein Haufen Steine o.ä.) vorstellen. Dennoch können Zahlen in ihrer Unbestimmtheit Bestimmungen enthalten, als unbestimmte Mengen, wenn sie als Verhältniszahlen gültig werden (z.B. in der Mathematik). Mit Zahlen sind [[Verhältnisse]] in quantitativem Bezug, also als logische Quantität darstellbar, nicht aber Dinge. Die Zahl ist in sich unbestimmt und wird auch als Maß nur [[relativ]] [[wirklich]]. Sie verschwindet gänzlich in der [[Masse]], worin nurmehr der reine [[Stoff]] quantitative [[Wirkung]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die formale Logik war die große Schule der Vereinheitlichung. Sie bot den Aufklärern das Schema der Berechenbarkeit der Welt. Die mythologisierende Gleichsetzung der Ideen mit den Zahlen in Platons letzten Schriften spricht die Sehnsucht aller Entmythologisierung aus: die Zahl wurde zum Kanon der Aufklärung. Dieselben Gleichungen beherrschen die bürgerliche Gerechtigkeit und den Warenaustausch. Ist nicht die Regel, wenn Du Ungleiches zu Gleichem addierst kommt Ungleiches heraus, ein Grundsatz sowohl der Gerechtigkeit als der Mathematik? Und besteht nicht eine wahrhafte Übereinstimmung zwischen wechselseitiger und ausgleichender Gerechtigkeit auf der einen und zwischen geometrischen und arithmetischen Proportionen auf der anderen Seite? Die bürgerliche Gesellschaft ist beherrscht vom Äquivalent. Sie macht Ungleichnamiges komparabel, indem sie es auf abstrakte Größen reduziert. (Theodor W. Adorno Dialektik der Aufklärung Fischer 2002 S. 13)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Logisch stellen Zahlen immer Kategorien dar, z.B. [[Zeit]], [[Raum]] oder Fläche, die auch selbst logische Verhältnisse ausdrücken können, soweit sie zugleich zahlenunabhängig, also variable Mengen sind, die sich in Variablen darstellen lassen (vergl. z.B. den Satz des Pythagoras). Von daher können sie durchaus auch natürliche Verhalte zum Ausdruck bringen (z.B. chemische Formeln), die darin allerdings nicht ihre Natur sondern nur das Interesse an ihrer Verhältnisform darstellen. Natur ist darin lediglich die (menschliche) Vorstellung vom Naturstoff (z.B. den Elementen), wie sie für den Menschen sind. Dies ist selbst nur innerhalb eines geschichtlich gewordenen Bewusstseins, nicht an sich. Als Vorstellung zu bestimmten Zusammenhängen drücken Zahlen also Verhältnisse aus, die als solche gedacht werden können, wenn die darin enthaltenen Beziehungen denkbar sind. Von daher taugen sie besonders zur Herstellung von Algorithmen in der Technik und Physik (z.B. auch als Computerprogramm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Aussage aber enthalten sie auch in bester Signifikanz nur die Aussage, welche mit ihrer Hilfe gefunden werden soll, die Relation, für welche sie Maße bieten. Für sich haben sie keinerlei [[Wahrheit]]. Von daher sind sie lediglich Beziehungsformen der formalen [[Logik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zahl kann daher durch sich selbst auch keinerlei Wahrheit belegen - außer der bloßen Menge einer Fiktion (vergl. z.B. [[fiktives Kapital]]). Zahlen als solche sind fiktiv. Gerne werden sie als quasi [[objektive]] Formulierung von Maßen eines Zusammenhangs genommen (z.B. als Statistik) und als solche diskutiert. Aber die Statitistik kann zahlenmäßig auch nur formulieren, was [[subjektiv]] in sie eingebracht wird. Die Betimmtheit des Bezugs der Zahlen bleibt hierbei daher immer strittig, weil das Quantum selbst ein und desselben Zusammenhangs verschieden interpretiert werden kann (z.B. was die zahlenmäßige Aussage für wen heißt, wenn Börsenkurse sinken oder steigen). Zahlen verbergen Luftschlösser ebenso wie harte Fakten. Und die Fakten selbst lassen sich nicht durch Zahlen bewahrheiten, sondern nur aufzählen. Eine Beweisführung durch Zahlen hat keine andere Wahrheit als das, was sie erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Zahlen erzählen können, haben sie die [[Wahrheit]] der Erzählung. Soweit sie das nicht tun, taugen sie für jede [[Täuschung]]. In der bloßen Zahl ist alles verschwunden, was ihre Entstehung ausgemacht hat. Dennoch läst sich an der Veränderung von Zahlen auch Geschichte und die Bewegung in Verhältnissen ablesen, so die Zahl das Erzählte auch wirklich meint und trifft. So hat die Zahl in der Wissenschaft über die Statistik eine sonderbare Bedeutung: Einerseits beschreibt sie die gemeinten Merkmale als Aufhäufung ihres Auftretens, andererseits reduziert sie das auftretende Merkmals auf einen Zähler, dessen Nenner beliebig sein kann. Der Bezug, also das Verhältnis von Ereignissen, wird zur Abstraktion einer Masse, die in beliebigigem Verhältnis zu anderen Ereignismassen oder Ereignisvarianzen stehen. Eine [[Beweis]]führung ist damit ausgeschlossen, wird aber dennoch betrieben, indem die Beliebigkeit der zahlenmäßigen Beziehung durch eine Hypothese gefüllt wird. So klingt es immerhin plausibel, wenn &#039;&#039;bewiesen&#039;&#039; wird, dass die Kinder vom Storch gebracht werden, wenn die Abnahme des Storchenflugs mit der Abnahme der Kindsgeburten signifikant korreliert. Dennoch bleibt die Aussage eine bloße Behauptung und beruht alleine auf einer bestimmten Sortierung von Wahrnehmungen, die zur Ermittlung von Zahlen entwickelt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es auch, wo Zahlen [[Geschichte]] repräsentieren sollen. Nichts ist schwieriger als eine Scheidung oder Trennung durch Zahlenwert, als wenn eine Geschichte in Zahlen, meist eben durch Jahreszahlen oder durch die Bezifferung von Summen, z.B. Geldsummen, dargestellt oder aufgehoben wird. Eine Jahreszahl ohne Kenntnis der damit verbundenen Geschichte besagt gar nichts. Und jeder Scheidungsrichter kennt das Problem im Übermaß, wenn es darum geht, eine [[zwischenmenschliche Beziehung]] in Sachwerten zu bemessen. Dies ist eigentlich unmöglich oder könnte sich nur in reinen Sachbeziehungen lösen lassen. Das Verhältnis von Menschen, besonders auch zu abhängigen Menschen, Kindern, wird darin zwangsläufig beschädigt, manchmal auch vernichtet. Der Aktionär kann im Vorhinein darüber informiert sein, dass sein Geld auch vollständig kaputt gehen kann. Nur im Nachhinein kann er es wissen. Bei Zufällen von Erfolgslagen, der Abwägung der Beiträge hierfür ahnt keiner, welches Quantum hiervon abhängig ist, weil die Beziehungen, die sich darin abbilden, noch nicht [[wahrgehabt]] werden, sondern lediglich als [[Wahrnehmung]] bestehen. Gerne werden daher oft Erzählungen durch die Heftigkeit von Zahlen, Mengen und Größen entwertet (wie etwa das &#039;&#039;Jäger- und Anglerlatein&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer logischen Darstellung von Zusammenhängen allerdings können Zahlen geradezu erhellend sein - allerdings nicht als positive Repräsentanten der Zusammenhänge, sondern in der [[Logik]] ihrer Variation. So hat Marx den &#039;&#039;tendenziellen Fall der [[Profitrate]]&#039;&#039; in der Variation der unterschiedlichen Verhältnisse zwischen Gesamtkapital und seinen Bestandteilen (variables Kapital, konstantes Kapital und [[Mehrwert]]) beweisen und dies in höhere Beziehungen zur [[Mehrwertrate]] stellen können. Hierdurch ist die bewahrheitung komplexer Aussagen im Zusammenhang eines [[Begriffs]], eines ganzen Gedankens oder in einer Geschichte möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist dienen Zahlen der [[Bewertung]]. Darin werden Verhältnisse ausgedrückt, die sich nur quantitativ darstellen, sich aber als [[Gewohnheit]] der [[Werte]] in diesen Zahlen qualitativ regeln, indem sie z.B. verschiedenen Lebensstandard in eine [[Beziehung]] setzen. Was sich darin erweist ist immer nur die Sortierung von [[Wahrnehmungen]]. Wer z.B. den Lebensstandard eines Menschen in der Dritten Welt bei 1 Doller pro Tag ermitteln will, kann nur in Bezug der Devisenmärkte zu den Inlandsmärkten fündig werden. Die Zahl für sich macht keinerlei Aussage, sie zeigt sich schon unserer Gewohnheit völlig unsinnig.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Sexualita╠êt</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Geschlecht ist die unmitelbar subjektive Form im [[Gattungsverhältnis]] der [[Generationen]], das Betreiben einer [[natürlichen Inteligenz]] der [[Sinnbildung]] im Verhältnis von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind. Es hat den Sinn seiner unmittelbaren [[Geschichte]], um sich als [[Leben]] in seiner [[k�rperlichen]] Vermehrung zu differenzieren, zu [[reproduzieren]] und zu entfalten. Es ist der [[Sinn]] der [[Natur]] für ihr [[Leben]], und für den Menschen damit auch der Antrieb seiner gesellschaftlichen Natur, seiner [[Kultur]]. Was die Menschen [[k�rperlich]] füreinander sind, das unterscheidet sie auch in ihrer geschlechtlichen [[Wahrnehmung]] und [[Selbstwahrnehmung]], in den [[Eigenschaften]] ihres Geschlechts (sieh [[Geschlechtseigenschaften]]). Von daher ist das GeschlechtsVerhältnis das Verhältnis einer [[Ergänzung]], die in der Form ihrer [[Kultur]] zugleich die geschlechtliche Form der Äußerung ihres gesellschaftlichen Lebenszusammenhangs darstellt. Darin bestimmen sich die [[Geschlechtsrollen]] in ihrer gesellschaftlichen [[Form]], unter den [[Bedingungen]] der [[Konkurrenz]] in der Form eines [[Geschlechterkampfs]] oder der [[Nichtung]] des [[Sinns]], den Menschen füreinander haben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In dem Verhältnis zum Weib, als dem Raub und der Magd der gemeinschaftlichen Wollust, ist die unendliche Degradation ausgesprochen, in welcher der Mensch für sich selbst existiert, denn das Geheimnis dieses Verhältnisses hat seinen unzweideutigen, entschiednen, offenbaren, enth�llten Ausdruck in dem Verhältnisse des Mannes zum Weibe und in der Weise, wie das unmittelbare, natürliche Gattungsverhältnis gefaßt wird. Das unmittelbare, natürliche, notwendige Verhältnis des Menschen zum Menschen ist das Veräältnis des Mannes zum Weibe. In diesem natürlichen Gattungsverhältnis ist das Verhältnis des Menschen zur Natur unmittelbar sein Verhältnis zum Menschen, wie das Verhältnis zum Menschen unmittelbar sein Verhältnis zur Natur, seine eigne natürliche Bestimmung ist. In diesem Verhältnis erscheint also sinnlich, auf ein anschaubares Faktum reduziert, inwieweit dem Menschen das menschliche Wesen zur Natur oder die Natur zum menschlichen Wesen des Menschen geworden ist. Aus diesem Verhältnis kann man also die ganze Bildungsstufe des Menschen beurteilen. Aus dem Charakter dieses Verhältnisses folgt, inwieweit der Mensch als Gattungswesen, als Mensch sich geworden ist und erfa�t hat; das Verhältnis des Mannes zum Weib ist das natürlichste Verhältnis des Menschen zum Menschen. in ihm zeigt sich also, in[wie]weit das natürliche Verhalten des Menschen menschlich oder inwieweit das menschliche Wesen ihm zum nat�rlichen Wesen, inwieweit seine menschliche Natur ihm zur Natur geworden ist. In diesem Verhältnis zeigt sich auch, in[wie]weit das Bedürfnis des Menschen zum menschlichen Bed�rfnis, inwieweit ihm also der andre Mensch als Mensch zum Bedürfnis geworden ist, inwieweit er in seinem individuellsten Dasein zugleich Gemeinwesen ist. [[(Marx-Engels-Werke Bd. 40, S. 535)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexiualität wird im Ausschlossenheit wirklich gesellschaftlicher Beziehungen in der Abgeschiedenheit einer ausschließlich körperlichen Existenz ihrer Selbstgefühle zu einem Lebenssmittel der einer personifizierten zwischenscchlichen Kultur. Es mag ein Hochgefühl der Gattung geben, das sich über die Gewohnheiten im Zusammenleben der Geschlechter vermittelt und auch das Einzelwesen Mensch im Geschlechtsakt als Gefühl für sich, als Selbstempfindung der Gattung im Orgasmus erscheinen lässt. Die Diskriminierung von Menschen durch die Nutzung ihrer [[Geschlechtseigenschaften]], z.B. durch Anmache, erfolgt durch die Stimmung seiner [[Erregungen]] zum Beispiel über eine [[reiz]]volle Wirkung auf seine Ges hlechtlichkeit, durch eine [[Ereignisproduktion]] durch geschlechtlichen [[Chauvinismus]] oder als Wert[[urteil]] (siehe [[ästhetisches Urteil]]) zur [[Veredelung]] des eigenen Geschlechts im Zweck einer [[Selbstveredelung]] oder als Verteidigungsstrategie im Sin einef eigenen [[Persönlichkeit]] (siehe [[Egozentrik]]) [[autoritärer Charaktere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweck solcher [[Bewertung]] liegt in der Selbstwverwertung eines [[ästhetischen Willens]], einem [[Willen]] der [[Geschlechter]], als [[Mittel]] zu haben (siehe auch [[Entleibung]]), um es in [[Geschlechtsrollen]] zu [[nutzen]] (siehe auch [[Einverleibung]]). Im [[Geschlechterkampf]] verkrampfen sich menschliche Selbstwahrnehmungen im Gefühl der Gattung, Dieses dient hierbei als Mittel der geschlechtlichen Bedrängung, also zur Erzeugung einer Störung geschlechtlicher Identität, die nur in einem [[Körperfetischismus]] aufgehen kann. Dazu kann die Ikonisierung kultureller Merkmale zu Geschlechtsmerkmalen (siehe [[Kulturalisation]]) verhelfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde in den 60ger Jahren als kritischer Begriff gegen die Naturalisierung von Herrschaftsinteressen geschaffen, wie dies auch der [[Rassismus]]vorwurf kritisiert. Indem Natureigenschaften (Geschlecht, Hautfarbe u.a.m.) zur [[Wesen]]saussage werden (z.B. Frau sein heißt Mutter sein), wird auf [[ideologischem]] Weg eine soziale Aufgabe und Rolle vermittelst der Naturbehauptung eines Werturteils delegiert (Frauen, die nicht Mutter sind, sind unnatürlich. Aber auch: Männer sind stark, also sollen sie auch &#039;&#039;hinlangen&#039;&#039;). Um den Begriff nicht beliebig zu verwenden, sollte auf den Wert hingewiesen werden, der sexistisch naturalisiert wird.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kulturkritik_%C3%94%C3%87%C3%B4_kulturkritik&amp;diff=11362</id>
		<title>Kulturkritik ÔÇô kulturkritik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kulturkritik_%C3%94%C3%87%C3%B4_kulturkritik&amp;diff=11362"/>
		<updated>2025-11-04T18:57:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Seitdem der materielle Reichtum, diese Summe der Erzeugnisse produktiver menschlicher Arbeit, im Geld seinen abstrakten, anonymen Repräsentanten gefunden hat, seitdem der unmittelbare Zweck der produktiven Arbeit nicht mehr die Vermehrung des dinglichen Reichtums, die Herstellung von Gütern, sondern diese nur Mittel zu einem weiteren eigentlichen Zweck: der Vermehrung von Geldreichtum geworden ist, seitdem es genügt, Geld zu besitzen, um reicher werden zu können- seither hat das Reichwerden im engeren, materiellen Sinne aufgehört, notwendig auch ein Reicherwerden im geistigen, kulturellen Sinne nach sich zu ziehen.&#039;&#039; [[(MEW 23, S. 674)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] ist die [[Kritik]] der [[Sinnbildungen]] einer [[Kultur]] des [[Kapitals]], an der [[Entfremdung]] der [[gesellschaftlichen]] [[Substanz]] dessen, was den organischen [[Reichtum]] der Menschen darstellt, aber keinen [[wirklich]] menschlichen [[Reichtum]] [[vermittelt]]. Es ist die [[Kritik]] eines [[gesellschaftlichen]] Unvermögens, an einer in ihrer [[Wirklichkeit]] [[widersinnigen]] [[Kultur]] des [[Geldes]], an einer [[gesellschaftlichen]] Substanzlosigkeit des [[Geldbesitzes]], wie diese sich in den [[Institutionen]] einer [[Kultur]] der [[Existenzform]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] darstellt, worin sich die Menschen selbst als das [[Material]] im Ausmaß ihrer gesellschaftlichen [[Bezogenheit]] [[wahr]] machen und [[wahrnehmen]] (siehe hierzu [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Kulturkritik ist also nicht einfach nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinns]] einer [[Macht]] der [[Sinnbildung]], die in der [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Wahrnehmung]], in den [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] der Menschen einer bestimmten [[Kultur]] in einem bestimmten [[Lebensraum]] herrscht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Macht]] entsteht, wo [[Ohnmacht]] herrscht – eben als politische [[Macht]], wo sie [[allen gemein]], die [[Allgemeinheit]] also als [[politische]] [[Macht]] herrscht – ganz gleich ob diese Herrschaft [[sachlich]] oder [[ideologisch]] bestimmt auftritt. [[Recht]] kann aber nur [[wahr]] sein, wo es sich gegen Unrecht [[verhalten]] kann. Was nötig ist das fügt sich auch ohne [[objektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und was [[subjektiv]] nötig ist, ist die [[Freiheit]] sich ohne [[Not]] hiergegen zu [[entscheiden]]. Die [[Geschichte]] erweist sich als ihr [[gesellschaftliches]] Produkt – [[Gesellschaft]] als vergegenständlichte [[Freiheit]] der [[Entscheidungen]] über das, was den Menschen nötig ist, ohne [[subjektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und das bildet auch ohne [[Not]] immer wieder das [[Eigene]] aus dem [[Fremden]], weil sich [[lebendige]] [[Geschichte]] zwischen [[Subjekten]] und [[Objekten]] [[bewegt]], soweit sich das [[Fremde]] nicht selbst aus den [[Objekten]] bestimmt. [[Macht]] an sich ist dabei unnötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht bei der [[Analyse]] jener [[Macht]] um das, worin die Menschen sich selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] für [[wahr]] nehmen, worin sie der [[politischen]] [[Logik]] ihrer [[Selbstwahrnehmungen]], dem [[ästhetischen Willen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]], der gemeinen [[Macht]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] unterworfen sind. Durch dessen [[Kulte]] und [[Sitten]] im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dazwischensein]] der gemeinen [[gesellschaftlichen]] [[Macht]], in der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] [[begründen]] und vollziehen die Menschen den [[Zwiespalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] die sie im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren Selbstwahrnehmungen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]]. Über deren [[Kulte]] und [[Sitten]] [[erfahren]] sie ihren [[Klassengegensatz]] in einem schrankenlosen [[Geltungsbedürfnis]]. Darin wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] einer [[Selbstverwertung]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch [[Macht]] kann durch [[Täuschung]] erzeugt werden, wo die [[Verhältnisse]] selbst zwischen Subjekt und Objekt [[vertauscht]] und also [[verkehrt]], das heißt [[unwirklich]] gemacht wird (siehe auch [[Verkehrung]]), wenn ihre [[Verwirklichung]] als ihre [[Entwirklichung]] existiert. Und es ist schließlich vor allem die [[Sprache]], die dies [[vermitteln]] kann und in der Lage ist, [[Täuschungen]] [[aufzuheben]], indem sie das Vertauschte benennt und ein [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber zu [[bilden]] vermag, indem sie das [[Mittel]] der [[Verständigung]] und damit des [[Verstandes]] ist, – indem sie den [[Sinn]] des [[Denkens]] vergesellschaftet. Das [[Wissen]] um ihre [[Ohnmacht]] ist daher auch ein mächtiges [[Mittel]] einer menschlichen [[Emanzipation]] – als [[Kritik der politischen Kultur]] auch ihr [[politisches]] Werkzeug, um die [[Entfremdung]] des Menschen von der Welt, die er erzeugt, zu [[beweisen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware, und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert. ... Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihm als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber. Das Produkt der Arbeit ist die Arbeit, die sich in einem Gegenstand fixiert, sachlich gemacht hat, es ist die Vergegenständlichung der Arbeit. Die Verwirklichung der Arbeit ist ihre Vergegenständlichung. Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als Entwirklichung des Arbeiters, die Vergegenständlichung als Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes, die Aneignung als Entfremdung, als Entäußerung.&#039;&#039; ([[MEB 40, S. 511f.]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sprache]] ist das älteste [[Kulturgut]] der Menschen, das [[praktische Bewusstsein]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]]. Wo sie aber im Schatten von [[Tatsachen]] nurmehr über verbale [[Interpretationen]] verfügt, wo sie über verschiedene Aspekte hierüber nur [[informiert]], wo sie sich im [[Selbstverständnis]] von [[Selbstverständlichkeiten]] zum [[moralischen]] Medium von [[Selbstbezüglichkeiten]] entwickelt, da wird ihre [[Vermittlung]] zum [[Ereignis]] einer übermächtigen Einfältigkeit (siehe hierzu [[tote Wahrnehmung]]), zur [[Selbstdarstellung]] von [[Vorstellungen]], [[Bildern]] und [[Gefühlen]] der [[Selbstwahrnehmung]]. Darin wird [[Wahrnehmung]] auf ihren [[selbstbezüglichen]] [[Nutzen]], auf eine Kommunikation von bloßen [[Interpretationen]], [[Meinungen]] und [[selbstgerechten]] Verbindlichkeiten von allseitig [[verbürgten]] [[Lebenspflichtigkeiten]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] [[reduziert]] und dadurch die Grundlagen der [[gesellschaftlichen]] [[Geschichte]], die Potenziale der Selbstveränderung der Menschen aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo, wenn, weil und solange Sprachlosigkeit herrscht wird darüber [[denken]] unmöglich (siehe hierzu [[Positivismus]]). Doch auch Sprachlosigkeit lässt sich an ihren [[Begriffen]] [[beweisen]], weil sie in sich selbst schon ihren [[Widersinn]] darstellen, weil sie sich in sich tautologisch begründen, ihre Aussagen zugleich als [[Grund]] für sich behauptet und in ihrer sprachlichen [[Interpretation]] ihren [[wirklichen]] [[Sinn]] abtötet. Solche [[Begrifflichkeit]] dreht sich im Kreis unsinniger Worte, die ihre [[Abstraktion]] durch ihre unendliche Selbsterweisung [[verewigen]]. Wer ihnen auf ihren [[wirklichen]] [[Grund]] geht, wird die Bemühung einer Beschreibung [[unsinniger]] [[Verhältnisse]] entdecken, die über die [[Abwesenheit]] ihres [[Wesens]], über ihre [[Nichtigkeit]] [[hinwegtäuschen]] sollen. So hatte schon der Begründer einer kritischen Philosophie (siehe [[kritische Theorie]]), Karl Marx, den [[Begriff]] des [[Tauschwerts]] entzaubert, der als &#039;&#039;contradictio in adjecto.&#039;&#039; [[(MEW Bd. 23, S. 50)]] sein grundlegendes [[Verhältnis]], den [[Warentausch]], schon voraussetzt, den Grund aus dem bezieht, was er erst begründen will. E sind die Preise, die zunächst willkürlich erscheinen, aber durch ihre allgemeine Wertform beweisen, dass ihr [[Wert]] sich nicht durch [[beliebige]] Relationen darstellen kann. Sie kündigen lediglich von dem, was sie nicht [[wirklich]] sind, weil sie nicht in ihrer relativen [[Bestimmtheit]] [[wahr]] sein können. Es ist lediglich der [[politische Wille]] des [[Privateigentums]], der sich darin verfestigen soll (siehe hierzu [[&#039;&#039;Krtik der politischen Ökonomie&#039;&#039;]]&#039;&#039;). So offenbaren auch die [[Begriffe]] der Kulturkritik ihren [[Widersinn]], wenn sie sich aus einem bloßen [[Dasein]] in ihrer gesellschaftlichen Wirklichkeit begründen, worin sich die Menschen nur als das Material ihrer Verhältnisse verwirklichen, sich im [[Dazwischensein]] ihrer Beziehungen verhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können ihre [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nur in dem [[bestimmt]] [[wissen]], worine sie sich selbst in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] jenseits ihrer wirklichen [[Verhältnisse]] als wesentlich menschlich behaupten können (siehe hierzu auch [[&#039;&#039;Krtik der politischen Kultur&#039;&#039;]]). Die Welt, in der die Menschen ihre [[Verhältnisse]] nur in einer Welt zwischen sich und anderen [[wahrnehmen]] können (siehe [[Dazwischensein]]), in der sie keine [[Gegenständlichkeit]] ihres Lebens finden und [[empfinden]] [[erscheinen]] ihnen ihre [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] selbst schon [[beliebig]]. Und so wundert es auch nicht, wenn sie am [[Belieben]] ihrer [[Liebe]] zergehen und für einander auch [[wirklich]] [[gleichgültig]] werden. Denn darin bleiben sie sich und einander [[notwendig]] [[fremd]], können nur einer ihnen [[fremden]] Lebenswelt dienen, um ihr Leben zu verdienen. Und solange die Menschen ihr [[Leben]] verdienen müssen, können sie nicht als lebende Menschen gesellschaftlich zusammenwirken, keine gemeinschaftliche [[Wirklichkeit]] ihres [[Lebens]] und keine dem entsprechende [[Sprache]] bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] [[dekonstruiert]] nicht einfach nur die [[Gewohnheiten]] eines [[ästhetischen]] [[Sollens]] (siehe [[ästhetischer Wille]]), sondern beschreibt auch ihren [[Grund]] als [[verselbständigte]] [[Notwendigkeit]] ihrer [[Erscheinungen]], die unendlich [[widersinnige]] Immanenz ihres [[Daseins]] (siehe [[Tautologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] gründet auf [[Gedanken]], die einem [[ganzen]] Gedankenfluss entnommen sind, worin sie in einer [[Theorie]] konsistent zusammengefügt und dargestellt, in einer [[Theorio]] zusammenfließen, die letzlich - als [[Ganzes]] [[verstanden]] - [[wirkliche]] [[Kritik]] einer [[entäußerten]] [[Wirklichkeit]] ist. [[Kulturkritik]] ist nicht nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinnigen]], dem [[Widersinn]] in den [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] der Menschen, in denen sie sich selbst zum gesellschaftlichen [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] machen, indem sie sich selbst als [[Mittel ihres Lebens]] [[vergegenständlichen]] und [[veräußern]]. Durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehung]] auf Andere werden sie selbst zum [[Material]] [[tautologischer]] [[Lebensverhältnisse]] und [[verkehren]] ihre [[Selbstachtung]] zu einem [[Selbstwert]] ihres [[Geltungsstrebens]] (siehe [[Selbstverwertung]]). So sind sie in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] außer sich, können sich nur durch ihre [[Wahrnehmung]] von sich, in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] durch ihre [[Selbstgefühle]] [[bewahrheiten]]. Und darin sind sie vor allem der [[Ästhetik]] einer politischen [[Vernunft]] unterworfen, die sie in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] über ihre [[Selbstbehauptungen]] befolgen (siehe hierzu auch [[Faschismus]]), um überhaupt noch als [[gesellschaftlicher]] Mensch, als Mensch in menschlichen [[Beziehungen]] zu [[existieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wird schon ein anderes gesellschaftliches [[Wesen]] begründet, das sich dem [[kulturellen]] [[Wesen]] ihrer praktischen Lebensproduktion enthebt und sich von dieser über ihre [[Selbstwahrnehmung]] [[trennt]] und abspaltet. Durch ihre über ihre stoffliche Lebenspraxis hinweg entwickelten [[Sitten]] im zwischenmenschlichen [[Erleben]] und [[Leiden]] der Menschen wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] für den [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] im Großen und [[Ganzen]] zu einem [[abstrakten]] [[Gemeinsinn]] entstellt und [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[Wahrnehmung]] ihrer [[eigenen]] Welt zu heben und [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik war als eigenstädige Disziplin der [[kritischen Theorie]] mit der [[Verselbstädigung]] des [[Weltkapitals]] (siehe auch [[Globalisierung]]) durch das Auseinanderfallen von [[Sinn]] und [[Nutzen]] der gesellschaftlichen[[Arbeit]] [[notwendig]] geworden. Durch den globalen Verwertungszwang des [[Kreditwesens]] zu einem [[verselbständigten]] [[Schuldgeldsystem]] (siehe hierzu [[fiktives Kapital]]) haben sich die [[kulturellen]] [[Beziehungen]] der Menschen von ihren [[realwirtschaftlichen]] abgelöst und sich zu einer [[politischen Kultur]] vermengt, die eigenstädige Verhältnisse der [[Besitzenden]] aus ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] entstehen ließ, während durch die weltweite Finanzpolitik des [[Kreditwesens]] eines [[fiktiven Kapitalsdie]] natürlichen Ressourcen der Welt und ihrer [[Natur]] einer schrankenlosen [[Negativverwertung]] überlassen wurde (siehe z.B. auch [[Petrodollar]]). Den [[objektiven]] [[Verhältnissen]] einer zunehmenden Naturzerstörung (siehe auch [[Klimawandel]]) stehen [[subjektiv]] die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über den [[Geldbesitz]] der reichen Läder gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschlichkeit]] ist der [[Begriff]] für einen Kosmos von [[Beziehungen]], der auf eine [[Gesellschaft]] zwischen den Menschen über die Sinnhaftigkeit (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] rekurriert. Darin sind [[Beziehungen]] von Menschen unterstellt, die in einem unvermittelten und also unmittelbar scheinenden Verhältnis zwischen sich und [[den anderen Menschen]] auftreten. Es sind [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]], im [[Sein]] zwischen den Menschen, einem [[Dasein]], in welchem sie sich selbst und einander zu dessen [[Material]], sich als [[Person]] zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kultur]] als [[subjektive]] [[Form]] ihres [[Lebens]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche [[Gegenwärtigkeitund]] [[Vergegenstädlichung]] in der [[Wirklichkeit]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensverhältnisse]] ihnen entzogen, für sie [[abwesend]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Teilnahme am gesellschaftlichen [[Leben]] der Menschen entwickelt sich daher vorwiegend in der [[zwischenmenschlichen]] [[Gesellschaft]] ihrer [[Selbstbeziehungen]]. In einer solchen Gesellschaft der [[Zwischenmenschen]] ist ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Widersprüche]] ihres [[Daseins]] wie auch in ihrer [[Subjektivität]] gebrochen. Was sie an einander [[erkennen]] ist nicht das, was sie durch einander sind. [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer Beziehungen stellen in ihrer zwischenmenschlichen Gesellschaftlichkeit gegensinnige Pole dar. Schon durch die [[Vermittlung]] der [[widersinnigen]] Lebenswirklichkeit einer [[abstrakt menschlichen Gesellschaftist]] diese nicht durch sie als Menschen selbst, sondern durch ihre [[Selbstentfremdung]] im [[Dazwischensein]] von [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer [[Arbeit]] bestimmt. Wo sie sinnlos wird, wenn sie einen unmenschlichen [[Nutzen]] befördert und nutzlos wird, wenn sie einen nur [[ästhetischen]] [[Sinn]] vermittelt, entzweit sich darin wie auch an ihren Produkten die [[Subjektivität]] und [[Objektivität]] der menschlichen [[Beziehungen.]] Ihre [[Lebensverhältnisse]] verschmelzen in ihrem unmittelbaren Menschsein in einer [[abstrakten Gesellschaftim]] [[Verhalten]] ihrer unmittelbar sinnlichen Beziehungen als nützlicher Sinn der [[Körper]] ihrer Kultur (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) zu einem unmittelbar sinnlichen [[Nutzen]] der sachlichen Produkte ihrer [[Wirtschaft]] (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Im Ganzen ihrer Lebensverhältnisse verschmilzt von da her der [[Kultihrer]] subjektiven [[Gegenstädlichkeit]](siehe [[Körperfetischismus]]) mit dem gegenstädlichen [[Scheinihres]] [[Subjektseins]] durch und in ihrem Warentausch (siehe [[Warenfetischismus]]). In der Vermengung von [[Wirtschaft]] und [[Kultur]] durch die [[politische Kultur]] der [[Nationalstaaten]] zu einer [[faschistischen Ideologie]] entwickeln sich die [[Fetische]] einer [[abstrakt menschliche Gesellschaft]] hin zu ihrer Auflösung im Zwangsverhältnis eines [[Menschenparks]] durch eine dem entsprechend internationalisierte [[faschistische]] Politik. Sie betreibt daher einen international [[wirksamen]] [[globalen]] [[Nationalismus]] (siehe auch [[Faschismus]]), der nurmehr über die [[Notwendigkeiten]] des [[Weltkapitals]], über die Weltbank, die [[Konkurrenz]] der Nationalstaaten diese um den [[Geldwert]] ihrer Währungen (siehe [[Devisenhandel]]) versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur ist aber wesentlich die [[Subjektivität]] einer [[Gesellschaft]]. &#039;&#039;Der Mensch erkennt sich im Menschen&#039;&#039; sprach Goethe. &#039;&#039;Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 378f)]] sagt Marx. Wo das [[Leben]] der Menschen in den [[Widersprüchen]] ihrer [[Verhältnisse]] unerträglich wird, da sucht es sich die Illusion. Da herrscht die [[Täuschung]], die Vertauschung der Lebensmomente mit einer [[abstrakten Allgemeinheit]], der Lebensvielfalt mit der Einfalt [[reduzierter]]Lebensreize, das [[Leben]] der [[Reize]] mit dem [[Reiz]] des [[Erlebens]], der [[Ohnmacht]] mit der [[Macht]], mit [[Gott]] und Vaterland. So kehrt sich [[Verständigkeit]] gegen [[Bewusstsein]], [[Vernunft]] gegen [[Emanzipation]], [[Selbstwert]] gegen [[Selbstachtung]] - überhaupt [[Glaube]] gegen [[Gewissheit]]. Es ist immer noch die Form einer [[Religion]], welche die Menschen mit ihrem Unglück verbündet, mit einer a[[bstrakten]]Bindung im Ungewissen, mit dem Bündnis der [[Abstraktionen]] in ihrer [[Allgemeinheit]], durch die alles sein kann, was es in [[Wahrheit]] nicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] ist Kultur die Subjektform einer Gesellschaft und von daher immer auch Ausdruck ihrer inhaltlichen wie formellen Lebensverhältnisse, die in ihrem [[Nutzen]] als Zweck ihrer [[Arbeit]] von ihrem [[Sinn]] getrennt auftreten, wo beides von einander durch eine rein wirtschaftliche und eine rein kulturelle Existenz [[entfremdet]] ist. Diese [[Trennung]] zu überwinden macht die Sprengkraft der Kulturkritik aus. Doch die bisherige Kulturkritik hat sich nur am Rand mit dem [[wirtschaftlichen]] und [[politischen]] [[Nutzen]] der Kultur befasst und sich von daher dem platten Zweck ihrer gesellschaftlichen Existenz mit endlosen [[Interpretationen]] ihrer [[Ästhetik]] entzogen. Doch gerade dieser in ihrem [[Sinn]] geläufige [[Nutzen]] als ein in ihrem [[Nutzen]] versteckter [[Sinn]], ihr hierin sehr unkenntlich erscheinender Zweck muss als ein gesellschaftliches [[Dasein]] in der [[Trennung]] seiner [[Beziehungen]] [[dialektisch]] dargestellt, der [[selbstädige]] [[Reiz]] ihrer [[Befriedungen]] als politische [[Tatsache]] [[analysiert]] und durchleuchtet werden. Doch die [[Kultureliten]] leben gerade davon, dass sie die besonderen Kulturgenüsse im [[Kulturkonsum]] ihrer [[elitären]] Existenz wie eine Besonderheit ihrer persölichen [[Sinnlichkeit]] [[wahrnehmen]] und als Ausdruck ihres[[Edelmuts]] so [[vorstellen]], wie sie ihn auch wirklich durch ihre besonderen Anreize und Moden als [[objektives Gefühl]] für ihre [[Selbstgefühle]] [[wahrhaben]], um sich nicht mit der platten Scheinbarkeit (siehe [[Scheinwelt]]) ihrer Urgrüde zu befassen, um ihre [[gewöhnliche]] [[Selbstwahrnehmung]], den [[Kult]] ihrer [[Selbstbezogenheiten]] nicht zu [[enttäuschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] war für ein bestimmte[[Klasse]] der Bourgeoisie der [[Geldbesitz]] als Medium des Überflusses und Luxus schon immer reizvoll - und umso intensiver, wie das [[Wertmaß]] des [[Geldes]] auf dem Weltmarkt über die [[Preise]] des [[Weltgeldes]], durch dessen Funktion als weltweiter [[Maßstab der Preise]] vermittelt wird (siehe [[Globalisierung]]). Der internationale [[Mehrwert]], der weltweite Überfluss an [[unbezahlter Arbeit]] wird also zu einem Maß der Existenzen, der durch den [[Geldbesitz]] in einer Währung zu einem nationalen [[Existenzwert]] wird, der sich über das [[Weltgeld]] eines [[Weltkapitalismus]] verwertet. Was als bloßer [[Mehrwert]] nur tot bliebe, weil dessen Bildungsprozess die Produkte aus [[unbezahlter]], aus [[toter Arbeit]] vergemeinschaftet, wird in der Kultur der [[Geldbesitzer]] kulturell belebt, indem darin [[Ereignisse]] zur Vergnüglichkeit und Lustbarkeit über [[Dienstleistungen]] gegen die Abtötungen in einer [[Gesellschaft]] der Verwerfungen und [[Dekadenzen]] rückgebunden werden (Rückbindung = re ligio = [[Religion]]). Deren [[Langeweile]], der schale Geschmack inhaltsloser [[Scheinwelten]] [[entwickelt]] sich dabei selbst zu einem [[Bedürfnis]], das keinen [[wirklichen]] Gegenstand mehr empfindet, weil es ihn nicht unbedingt nötig hat, sondern sich mit [[zwischenmenschlichen]][[Erlebnissen]] aus den [[Ereignissen]] und [[Beziehungen]] durch die Vergemeinschaftung der in Massen [[isolierten]] [[Selbstgefühle]], durch ihre Formverwandlung zu [[Massengefühlen]] begnügt und sich in den [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen als [[Kultur]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] fortbildet (siehe auch [[Kult]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheitlässt]] sich nicht aus einer Logik beziehen, nicht aus einer [[ideologischen]] Gedankenform (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), einer [[Vorstellung]], die ein natürliches Sein interpretiert und [[idealisiert]]. [[Wahrheit]] setzt [[Erkenntnis]] voraus, die ohne [[Zweifel]] [[wesentlich]] ist, weil sie nicht bloß [[objektiven]] Formationen entspricht (siehe hierzu auch [[Strukturalismus]]), sondern sich [[Formbestimmungen]] [[fremder Kräfte]] entgegenstellt und die Macht ihrer Täuschungen aus der [[Verkehrung]] ihres organischen [[Wesens]], aus der [[Abstraktion]] von ihrer [[Natur]] durch deren [[Verallgemeinerungen]] begrüdet haben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kritik]] ist nötig, um die [[verkehrten]] Verhältnisse als das zu erklären, was sie sind: Die [[Verkehrung]] des menschlichen [[Lebens]], die Demütigung des Menschen durch die [[Dekadenz]] seiner Lebensverhältnisse. &#039;&#039;Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.&#039;&#039; [[(Karl Marx, »Deutsch-Französische Jahrbücher«, Paris 1844), MEW 1, S. 385)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Kulturalisierung]] der Gewalten, die das Leben der Menschen beherrschen, sind die Ketten verschönt, vertuscht und übertönt, mit denen sie gefesselt sind. Aber es kann nicht richtig sein, deshalb die [[Kultur]] als solche zu kritisieren. Die Kritik geht gegen ihre Zwecke, gegen die [[Politik]], die sie betreibt und verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt.&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 379)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag Kulturkritik an vielen einzelnen Inhalten in den einzelnen Bereichen der Kultur festmachen und damit zum Ausdruck bringen, dass man mit diesem oder jenem Kulturereignis nicht einverstanden ist und es verändern oder verbessern will. Doch in diesem Sinn ist es eigentlich keine Kritik der Kultur, sondern eine Auseinandersetzung in ihr und mit ihren einzelnen Gestaltungen, in der sich das Eine zum Anderen verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik im allgemeinen kann nur ein gesellschaftliches Verhältnis der Kultur, also politische Kultur meinen und daher auch nur selbst politisch sein. Sie kritisiert die politischen Einwirkungen auf die menschliche [[Kultur]] (siehe auch [[Kulturalismus]]), deren Bestimmung durch [[politische Ökonomie]] im Interesse an der Verwertung von menschlicher Sinnestätigkeiten ihr vorausgesetzt sind. Von daher ist eine [[Kritik der politischen Kultur]] eine Kritik an der [[Politik]] im besonderen Augenmerk auf Kultur, worin sie nicht nur den menschlichen Umgang, die Rechtsform der gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt, sondern auch die Lebensbedingungen für den Sinn und Zweck ihrer Lebensäußerungen, ihrer unmittelbaren Lebensverhältnisse, wie sie sich auch auch zwischenmenschlich ereignen, maßgeblich formiert. Von daher ist sich diese [[Kritik]] einig mit der [[Kritik der politischen Ökonomie]], bezieht sich aber nicht auf ihre wirtschaftliche Formen sondern auf die Lebensgestaltungen zwischen den Menschen selbst (siehe auch [[Zwischenmenschlichkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weitesten Sinne ist sie die [[Kritik]] an einer [[Kulturformation]], die sich nicht im Einklang mit dem menschlichen [[Leben]] befindet, sich von ihm [[wesentlich]] unterscheidet, weil ihre gesellschaftliche Dimension sich gegen dieses [[Leben]] verselbständigt, als Politik über dieses gestellt hat. Kulturkritik hat von daher die Lebensweise der Menschen selbst und den [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen, ihrer Lebensformen zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kritik]], sofern dieser einem ihnen [[fremden]] [[Zweck]] folgt, sofern also der Zweck der gesellschaftlichen Form ihrer Lebensverhältnisse dem [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen zuwider entwickelt ist. Kulturkritik ist von daher die Kritik der [[Entfremdung]] menschlicher Kultur von ihrem gesellschaftlichen [[Sinn]]. Dieser besteht aus der menschlichen [[Sinnbildung]], wie sie sich im Laufe der [[Geschichte]] durch die [[Arbeit]] der Menschen als [[Naturmacht]] aus der [[Natur]] heraus zu menschlichen Lebensverhältnissen entwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht man unter Kultur den Sinn menschlicher Zivilisation, so ist Kulturkritik die Kritik einer dem Menschen entfremdeten Zivilisation, also einem gesellschaftliche Lebensverhältnis, das dem Menschsein nicht entspricht. Kulturkritik bezieht sich allgemein auf die Phänomene einer menschlichen Zivilisation, welche sich gegen menschliches Leben richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Problem in der Geschichte der Kulturkritik war die Bestimmung dessen, was unter einem menschlichen Leben zu verstehen ist. Kulturkritik impliziert immer ein bestimmtes Lebensverständnis und hat von daher auch ein Menschenbild. Das erschwert eine allgemeingültige Fassung dessen, was Kulturkritik meint. Denn solche Fragestellung durchzieht die ganze Philosophiegeschichte. Aber als Kritik von Lebensgestaltungen wird dies verfänglich, weil sich darin philosophische Positionen zwangsläufig als politische Anforderungen an diese Gestaltung einbringen, als Seinsbestimmung für das, was Sinn haben, für Menschen wesentlich sein soll und was nicht. Erst mit der postmodernen Kulturkritik wurde dies als kulturpolitisches Problem erarbeitet, indem die Sinnfrage selbst abgewiesen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen ihrem philosophischen und ihrem geschichtlichen Gehalt geriet Kulturkritik in die Widersprüchlichkeit einer Zeitkritik, die zugleich wesentlich übergeschichtlich sein wollte. Dies wurde von [[Heidegger]] in einer sowohl theoretischen als auch praktischen Ontologie aufgelöst, die ein philosophisches wie auch zugleich geschichtliches Unheil enthielt. In seiner Fundamentalontologie wurde das philosophierte Wesen zur Geschichtsbestimmung, indem es als Seinsgewalt begriffen wurde. Philosophische Begründung von &#039;&#039;Seinsnotwendigkeit&#039;&#039; geriet auf diese Weise zur Bestimmung von Lebensgrundlagen, welche sich als absolute Zeitkritik (z.B. als Kritik der Modernen in ihrer &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) totalisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im [[Nationalsozialismus]] wurde auf diese Weise Kulturkritik als Kritik der Modernen überhaupt zum Werkzeug einer Wesensbehauptung, die zur Errichtung eines völkischen Staates Verwendung fand. Dieser sollte als &#039;&#039;deutsches Wesen&#039;&#039; in einer deutschen Kulturnation verankert sein und sich deshalb aus einer völkischen Kultur ableiten. Von daher bekamen die geschichtlich auszumachenden Kulturmerkmale eine neue Bedeutung als Reinheitsmerkmale der &#039;&#039;eigentlichen&#039;&#039;, der unverfälschten Kultur: Aus germanischen und arischen Sitten und Gebräuchen sollte sich die deutsche Art und ihre politische Gliederung (z.B. als Volk, Gau, Stamm und Sippe) bestimmen. Auch Kultzeichen (Runen) wurden durch solche Kulturalisation zu politischen Symbolen. Die aus einer solchen Variante von Kuturkritik abgeleitete kulturelle Identität sollte einen völkischen Staat als Körperschaft zur Förderung der reinen Art begründen, die sich auch gegen die Bevölkerung dieser Nation durchzusetzen verstand. In der politischen Identifikation mit ihrer Kulturgeschichte wird Kulturkritik immer zum Machtmittel einer Elite, die ihren Willen über die geschichtliche Wirklichkeit einer [[Gesellschaft]] erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Anwendung der Philosophie ist Kulturkritik zwangsläufig Wesensphilosophie. Von daher widersprechen sich die Kulturkritiker auch selbst schon fundamental in der Auffassung von Kultur - besonders ob sie eine nur ästhetisch begreifbare Lebensäußerung sei oder ein unmittelbar gesellschaftliches Verhältnis, wesentlich aus menschlicher Subjektivität oder wesentlich aus der Objektivität seiner Verhältnisse zu begreifen wäre. In der Philosophie ist der Übergang von Philosophie zu Kulturkritik nicht eindeutig abgrenzbar. Was in der Philosophie noch Kategorien des Seins oder der Wahrnehmung als Ästhetik sind, wird in der Kulturkritik zu einer wirklich gesellschaftlich bezogenen, also politischen Lebenshaltung, die eine letztlich praktische Beziehung zu menschlichen Lebensverhältnissen hat. Eher als durch Philosophie kann man daher die Kulturkritik an solchen Bezügen differenzieren, die sie im Lauf der [[Geschichte]] entwickelt hatte. Diese lassen sich grob in zwei Arten unterscheiden, in denen Kulturkritik ihren Gegenstand entweder in den Menschen oder aber andererseits in ihren Lebensverhältnissen begreift, sich in die Interessen subjektiver Intentionen einbindet, welche Anstoß zu Kulturveränderungen sein will, oder in jene der Tradition, welche auf den Erhalt und Bestärkung der geschichtlich erworbenen Objektivität menschlicher Kultur abzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik stellt sich den Menschen als Kultursubjekt vor und behandelt kulturelle Entwicklungen unabhängig von anderen zeitgeschichtlichen Bedingungen als Resultat geistiger und sittlicher Strömungen, die sich aus der Bildung eines geschichtlich wirksamen Willens erklären. Sie ist meist konservativ und betont, dass Kultur quasi ontologisch zum Menschsein gehört, weil sie menschliche Zivilisation selbst ausmache. Von daher sei menschliche Geschichte selbst wesentlich als kulturelles Resultat darzustellen, das sich besonders in den überlieferten Geistesformen vermittelt ([[Sitte,]] [[Kunst,]] [[Religion,]][[Philosophie]]). Sie misstraut den Zeiterscheinungen als bloße Mode gegen tiefer sitzende Gewohnheiten, Sitte und Brauchtum und neigt dazu im Traditionellen das Wesentliche, in der Gegenwart das bloß Scheinende (z.B. als &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektive Kulturkritik begreift Kultur als menschliche Lebensform, die sich aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der Menschen unter den Bedingungen ihrer Geschichtlichen Gegebenheiten ergibt. Sie kritisiert die Bindungen der Menschen an soziale Zwänge, die unzeitgemäß sind und denen sie ihr Vermögen zu eigener Lebensgestaltung unterordnen. Ihr Ziel liegt in der Aufhebung mächtiger Gewohnheiten und in der Überwindung selbstentfremdender Verhältnisse (vergl. hierzu auch [[Verdinglichung)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich lässt sich Kultur selbst nicht wirklich wesentlich kritisieren - sie beruht auf dem geschichtlich entwickelten Meinen und dessen Veränderlichkeit durch anderes Meinen, Denken und Fühlen. Sie ist immer unmittelbar praktisch, sowohl in Kunst und Gedanken und Bedürfnissen, als auch in den Sitten und Gewohnheiten der Menschen. Gerade die Gleichsetzung von Kulturkritik und Geisteshaltung hatte zu den verheerenden Positionen eines Gesinnungsstaats im Nationalsozialismus geführt. Auch fortschrittliche Kulturkritik kam in ihrer Philosophie eher auf theologische Positionen, die Kulturprobleme in Vorstellungen von einer Wahrheit der Kultur auflösen wollten, die &#039;&#039;nicht von dieser Welt ist&#039;&#039; ([[Adorno]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht von dieser Welt ist ein [[Widerspruch]] der menschlichen Beziehungen, der sich in der [[bürgerlichen Geselschaft]] zwischen dem [[Sinn]] des [[Seins]] und dem Sinn des [[Habens]] vollzieht. Neuere Ansätze beziehen sich daher eher auf die politische Realität von Kultur. Auch hierbei gibt es erhebliche Differenzen, die sich um die Begriffssubstanz der Kultur bewegen. Postmoderne Kulturkritik lehnt solche Substanz überhaupt ab und vollzieht Kulturkritik als [[Dekonstruktion]]. Da sie auf jede Begründung von Kulturkritik verzichtete, war sie zwar in ihrem politischen Bezug (besonders in der Kritik von Machtstrukturen und deren pastoralen Selbstlegitimationen) wirkungsvoll, blieb in kulturellen Auseinandersetzungen aber relativ beliebig. Durch Verweigerung einer grundlegenden Begrifflichkeit lieferte sie dem Konstrukteur der Zeitgeschichte letztlich nur das Material für seine Selbstbegründung: Die Beliebigkeit seines Handeln. Die Geschichte (wenn sie denn überhaupt als solche begriffen wurde) war lediglich eine Frage des freien Willens, dessen Verwirklichung unendlich kritisierbar blieb, dem aber keinerlei gesellschaftliche Zielsetzung mehr nachzuweisen war, weil der Begriff hierfür nicht mehr Gegenstand dieser Kritik war. Der [[Neoliberalismus]] führte seine Wirtschaftstheorie als Kulturtheorie weltweit vor, indem er begriffliche Abstraktionen (z.B. Freiheit) lediglich als Kulturanschauung betrieb. Damit war deren Sinn und Zweck war aus Kritik genommen. Die Konservativen hatten wieder Raum gewonnen. Neokonservative legitimierten ihr Treiben durch Rekursion auf Althergebrachtes: Kultur wurde (wieder) auf den geistigen Inhalt einer Zivilisation reduziert, besonders auf die darin vorherrschende Religion (vergl. z.B. [[Samuel Huntington]]) oder auf das bloße Kulturereignis, den Event. Aber auch Bemühungen um eine &#039;&#039;Kritik der politischen Kultur&#039;&#039; liegen vor. Darin wird davon ausgegangen, dass Kultur überhaupt nur in der Verwendung für politische Zwecke (z.B. zur Kulturalisation von gesellschaftlichen Beziehungen) kritisierbar ist, sie also als Substanz politischer Vermittlung begriffen wird. Diese Kritik reflektiert den politischen Gehalt der Selbstwahrnehmung in seiner Begründung durch die Weltwahrnehmung gesellschaftlicher Verhältnisse bis in die zwischenmenschlichen Beziehungen hinein (z.B. als Grundlage für Ressentiments, Populismus und Selbstergebenheit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Sitte wird daher politische Kultur kritisiert, also nicht die Lebensweisen und -gestaltungen selbst, sondern lediglich die politische [[Bestimmung]], in der sie besteht, die kulturelle [[Formbestimmung]] (siehe auch [[Ästhetik]]). Auch diese besteht nur in den genannten Positionen zur Zeitgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik: Kultur gilt für Konservative als das Reservoir des bewährten Lebens, als Besitzstand der eigenen Geschichte und als Darstellungsform eines seins-wirksam gewordenen menschlichen Willens, der sich in der Kultur verobjektiviert habe. Subjektive Kulturkritik beruht vor allem auf der konservativen Auffassung, dass Kultur eine Bewährung menschlichen Schaffens darstelle, welche durch modische Einflüsse gefährdet sei. Sie begründet daher ein Sicherungs- und Stabilisierungsinteresse der Seinsnotwendigkeit von Kultur und wendet sich gegen kulturelle Moderne, Anarchie und Barbarei, welche als Zivilisationsbedrohung aufgefasst wird (vergleiche hierzu auch Oswald Spenglers Theorie vom Untergang des Abendlandes). Solche Kulturkritik wendet sich unmittelbar subjektiv gegen das Fremde der [[Entfremdung]], verfolgt damit implizit oder ausdrücklich eine [[Ursprungssehnsucht]] des Eigentlichen oder des Heilen oder des Willens oder der Leidenschaften. Ihr Kern ist eine Naturphilosophie menschlicher Subjektivität, welche eine quasi übergeschichtliche Kultur zur Sicherung menschlicher Zivilisation nötig habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft ist das, was in der Philosophie durchaus emanzipatorische Aussagen im Bezug auf andere Geisteshaltungen ermöglicht, in der Kulturkritik konservativ. So mag z.B. der [[Schopenhauersche]] Subjektivismus in seiner Philosophie manchen als Überwindung der [[Aufklärung]] erscheinen. In seiner praktischen Beziehung auf Menschen ist sie elitär und oft verächtlich und vom Interesse an der Willkür seines Urteils bestimmt, welche subjektive Maßstäbe zum Weltenmaß machen wollte. Auch die Kritik Nietzsches an den Formalismen der Denkfigurationen seiner Zeit fasziniert als Gedanke zu künstlerischem und intellektuellem Selbstverstehen. Aber mit seiner zynischen Haltung zur gesellschaftlichen Zivilisation hielt [[Friedrich Nietzsche]] die Menschen grundsätzlich für unfähig, eine freie und schöpferische Gesellschaft zu bilden und verstand seine Kulturkritik als Anstachelung, als objektive Notwendigkeit eines Stachels, welchen eine geistige [[Elite]] zu setzen habe, um die Menschenherde anzutreiben und zu bändigen. Das Gesellschaftsverstädnis von Nietzsche beruhte nicht auf einem Leben im freien Zusammenwirken der Menschen, auf freier Objektivation ihrer sinnlichen Verhältnisse zu einer menschlichen Kultur, sondern auf einem Verständnis von Kulturbildung durch übermenschliche Fähigkeiten überhaupt, aus deren Durchsatz durch Übermenschen sich die entsprechende Gesellschaftsform erst ergeben würde. Kulturentwicklung ergibt sich hiernach aus dem Genius einer höheren Klasse, die sich immer notwendig über eine andere Kulturklassen, den Herdenmenschen, zu stellen hätte. In der Bildung des Übermenschlichen (das verstanden wird als das über das menschliche Sein hinauswachsende Menschsein einer Avantgarde) ergebe sich so die Abwechslung der Kulturklassen als Wechsel der Elite, ihrem Verfall in die Dekadenz, die einer neuen Elite zur Macht gereicht. Durch den Aufstieg und Fall der jeweils herrschenden Kulturklasse (z. B. Wissenschaftler, Künstler, Politiker), die durch ihre Macht nach ihrem Höhepunkt zwangsläufig dekadent und immer wieder durch kräftigere Kulturprotagonisten abgelöst werden müssten, könne sich überhaupt nur eine gesellschaftliche Entwicklung als Kulturgeschichte ergeben. Kultur ist demnach verstanden das Werk von [[Übermenschen]], die als Elite ihrer Zeit sie vorangebracht haben, und hat immer eine Art Avantgarde, eine Führerschaft nötig, um den menschlichen Adel voranzubringen. Diese Führerschaft ergebe sich aus der Reife ernsthafter Menschen im Kampf um die Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Kampf sei schon als Weltenprinzip angelegt, als Verwirklichungsprozess von [[Vorstellungen]], die sich über den [[Willenvermitteln]], hatte schon [[Schopenhauer]] behauptet. Die Menschen würden im Grunde nur um ihre [[Selbstbehauptung]] kämpfen, um die Vorherrschaft der Kultur, welche die Natur, die [[Triebe]] des Herdenwesens der Menschen, gänzlich zu kontrollieren vermöge. Kulturkritik sei daher immer die Bekämpfung von Kulturvorstellungen, die durch Willensmacht zum Sieg gelange, um menschliche Natur zu beherrschen. Es war dies zunächst auch eine Grundhaltung in den Kulturvorstellungen der Psychoanalyse [[Sigmund Freuds]]. Menschliche [[Emanzipationwar]] damit in dem Widerspruch begriffen, dass sie nur auf Naturbeherrschung durch Kultur beruhen könne, also eine Art zivilisatorisch notwendige Selbstbeherrschung der Menschen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gegensätze in der konservativen Kulturkritik hatten sich vor allem als politische Gegensätze in ihrer Zeitgeschichte offenbart, nicht als Gegensätze der zugrunde liegenden Philosophien. In der psychoanalytischen Theorie zeigte sich dies geradezu in tragischer Weise, als Freud 1930 mit seinem &#039;&#039;Unbehagen in der Kultur&#039;&#039; seine bis dahin zum großen Teil emanzipatorische Gedankenwelt den Zeitwahrnehmungen opferte. Er beugte sie dadurch, dass er einen Todestrieb einführte und einen Kulturpessimismus entwarf, in welcher eine &#039;&#039;befremdliche Kulturfeindlichkeit&#039;&#039; der Menschen schon durch ihre Lebensantriebe erklärt sein sollte. Der Todestrieb ließe sich schon ontologisch und damit überhistorisch in den Bestrebungen der Menschen darstellen und nur hierdurch wären die selbstvernichtenden Tendenzen in der Menschheitsgeschichte wie in den individuellen Lebensgeschichten der Menschen erklärlich. Dies zeigt: Ontologisierung ist zwar immer auch philosophisch formulierbar, ihr Sinn jedoch ist unmittelbar praktisch und politisch, sobald er kulturkritische Bezüge eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von objektiver Seite richtet sich Kulturkritik im Wesentlichen gegen die [[Ästhetik]] der Herrschaftssicherung, welche bis in die Lebenspraxis der [[bürgerlichen Kulturvordringt]]. Sie verarbeitet Kultur als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung über objektive Gegebenheiten, welche einerseits dem Existenzinteresse des Bürgertums (dem Warenbesitz und Warentausch) dienlich ist und anderseits auch unmittelbar den ökonomischen Notwendigkeiten der Kapitalverwertung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine klassische Variante [[marxistischer]] Kulturkritik begründete sich aus der Theorie eines kulturellen Überbaus des Bürgertums, der sich als Scheinwelt über die ökonomischen Verhältnisse zur Täuschung über ihre wahren Zwecke errichtet habe, diese als verkehrte Geisteshaltung im Dienst einer herrschenden Klasse widerspiegele. Dieser vor allem in der [[Arbeiterbewegung]] vertretene Ansatz unterstellte eine Dichotomie von Ökonomie und Kultur, die durch einen Klassenstandpunkt, quasi im Bildungsprozess eines Klassenbewusstseins auf die ökonomische Wahrheit der Kultur als jenseitige Wahrheit der Kultur zu reduzieren wäre. Auf einer allgemeineren Ebene beziehen andere marxistische Strömungen Kulturkritik auf den von [[Karl Marx]] ausgefüllten Begriff des [[Warenfetischismus]], wonach die Verhältnisse der Menschen im Verhältnis ihrer Sachen bestimmt sind. Indem sie sich dem Kult der Warengesellschaft ergeben, sehen sie sich selbst als Objekt ihres Warenbesitzes an und unterwerfen ihr Selbstbewusstsein dem Kult der Wertvermittlung und Werterzeugung, dem Geld und Kapital. Doch Kultur und Bewusstsein sind nicht dasselbe. Die Gleichsetzung des &#039;&#039;notwendigen Scheins&#039;&#039;, welchen die Warenverhältnisse in ihrer Wertform erzeugen, mit der Falschheit einer Kultur führt geradewegs ins Jenseits, in eine Kultur der Wahrheit, die von der Geschichte der wirklichen Verhältnisse abgetrennt wird. Die wirklichen kulturellen Auseinandersetzungen werden daher von solcher Sichtweise disqualifiziert - ganz im Widerspruch zum Verständnis von Karl Marx selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theodor W. [[Nicht von dieser Welt ist einWiderspruchder menschlichen Beziehungen, der sich in derbürgerlichen Geselschaftzwischen demSinndesSeinsund dem Sinn desHabensvollzieht. Neuere Ansätze wiki/index.php?title=Adorno&#039;&#039; title=&#039;&#039;Adorno&#039;&#039;&amp;gt;Adorno]] sprach von einer Kulturindustrie, die in der Lage sei, das [[Bewusstsein]] der Menschen so zu &#039;&#039;verdinglichen&#039;&#039;, dass sie in der Abspeisung mit sinnentleerten Produkten zur Affirmation des Bestehenden vermittelst des &#039;&#039;Verblendungszusammenhangs&#039;&#039; ihrer Kulturerfahrungen gebracht würden. Seine &#039;&#039;Ästhetik&#039;&#039; wollte die hiergegen sensible Empfindung ansprechen und ihre Verwundung vermittelst [[kritischer Theorie]] und [[Kunst]] aufzeigen; seine &#039;&#039;[[Negative Dialektik]]&#039;&#039; wollte das [[Denken]] zu einen grundsätzlichen [[Zweifel]] gegen jede Totalität, gegen die totalitären Gedankenformationen der bürgerlichen Kultur und des etablierten Geistes befördern (Adorno: &#039;&#039;Das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039;). Dies war die Grundlage der [[Kritischen Theorie]], welche sich unter anderem in der Studentenbewegung in aktiver Kulturkritik umsetzte (z.B. [[Antiautoritarismus]], Kunst als &#039;&#039;politische Aktion&#039;&#039;, Hochschulkritik). Von dieser [[Praxis]] jedoch distanzierte sich Adorno (besonders in der Auseinandersetzung mit Krahl) und verblieb als Theoretiker der Ästhetik zugleich theoretischer Ästhet. Seine ästhetische Kulturkritik erwies sich letztlich als klassische Kulturempfindung, die erkenntnistheoretisch unterlegt worden war. Als solche stellte sie sich gegen jede Unterhaltungskultur, z. B. auch gegen Jazz überhaupt, und verwarf die Probleme der Postmodernen durch Rückgriff auf die wahre Kunst, die zugleich Vorgriff sein sollte, denn es gäbe &#039;&#039;kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;. Sein kulturkritischer Ansatz war demnach eine dialektische Kulturtheologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze: Vor allem die [[Frauenbewegung]] stellte kulturelle Konflikte auf eine neue Ebene: Die zwischenmenschlichen Beziehungen als subjektive wie objektive Unterwerfungskonflikte. Das Patriarchat wurde dafür als Kulturbegriff genommen, der in Entsprechung zum Kapital verwendet wurde: Verdingungsmacht. Was sich aus Geschlechtsrollen als Kulturkonflikte ergab, wurde allerdings mehr oder weniger direkt mit der leibhaftigen Geschlechtlichkeit der Menschen gleichgesetzt. Kulturkritik als Phänomen der Geschlechtlichkeit selbst wäre dann selbst wieder Wesensphilosophie. Es verbleibt demnach die Kulturkritik einer bestimmten Zwischenmenschlichkeit, die sich zugleich subjektiv wie objektiv in einer kritischen Begrifflichkeit erklären muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Postmoderne]] Ansätze der Kulturkritik entwickelten vor allem [[Jacques Derrida]] und [[Michel Foucault]]. Eigentlich nur auf Sprache bezogen entwickelte Derrida ein Verfahren der Herausstellung des implizit Verneinten, das als [[Dekonstruktion]] bezeichnet wurde. Nicht der Sinn oder Zweck eines Textes, einer Handlung, Architektur oder Kunst oder anderes war Gegenstand solcher Kritik, sondern das, was damit implizit nicht gesagt wurde bzw. nicht gemeint sein wollte. Es war ein Vorgehen der Kritik, die dem der Psychoanalyse ähnelte: Das Unbewusste sollte in seine Gegenwärtigkeit gebracht werden, um damit eine neue Gegenwärtigkeit zu bilden, welche als Kritk der alten praktisch wirksam ist. Auch Foucault verstand von daher Kulturkritik als Kritik der Selbstbegründung von Herrschaftsstrukturen, die weit über deren Ideologie hinausging und vor allem deren institutionelle Formationen und Anwendungen (z.B. in der Pharmakologie, Psychiatrie, Biotechnik) treffen sollte. Kulturkritik sollte sich als bloße Sensibilisierung der Selbstvergegenwärtigung forttragen, indem sie die Gewalten herrschender Kulturinstitutionen bloßstellt. Dies erbrachte zwar ein kritisches Lebensverständnis, aber keine wirklichen Entgegnungen zu den Herrschaftsformen. Diese begründeten sich nicht in ihrer Artikulation, sondern nach wie vor in ihrem Sinn und Zweck, welcher z.B. auch für ihre &#039;&#039;Opfer&#039;&#039; (z.B. den Insassen in psychiatrischen Anstalten) und Nutznießer (z.B. die Markterfolge der Genfoodproduzenten) mehr Bedeutung hatte, als deren Gestaltung überhaupt darzustellen vermag. Die damit erhoffte Wirkung kann man heute als gescheitert ansehen - nicht weil sie intellektuel falsch wäre, sondern weil sie am Umfang der Kulturproblematik vorbei ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hier vorgestellte Ansatz der Kulturkritik hat sich einerseits aus der Analyse des deutschen [[Faschismus]] und andererseits als Kritik an der [[globalen]] Politik mit Kultur entwickelt. Er begreift die Kulturalisation der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung als Grundlage politischer Vermittlung, deren Wirkung darin subjektiv wie obbjektiv zugleich ist und die Menschen hierdurch in ihrem Erkenntnisvermögen zu entkernen sucht. Politische Wahrnehmungen werden auf diese Weise als Selbstwahrnehmung installiert, indem die negativen und bedrohlichen Gefühle in der Weltwahrnehmung unmittelbar als Selbstgefühle der Kultivation gewendet erscheinen, in welchen sie sich aufheben. Kulturkritik bezieht sich von daher auf politische Ästhetik. Er hat im Unterschied zu Adorno keine identitätsphilosophische sondern eine wirkliche Substanz. Z.B. wird Samuel [[Huntingtons]] Buch vom [[Kampf der Kulturen]]) eine Gefahr für die menschliche Zivilisation (Clash of Civilizations) durch den Machtkampf um die Vorherschaft einer Kultur begründet. Es handelt sich bei diesem Buch um eine Auftragsarbeit für einen amerikanischen Thinktank, bei dem sich auch die US-Regierung bedient. Der wissenschaftliche Gehalt des Buches wird vielfach bestreitet und lässt sich auf eine sehr simple, aber massiv aufgetragene Schlussfolgerung reduzieren: Kulturen seien durch Religionen bestimmt; die zivilisierteste Religion sei das Christentum, die NATO sei die einzige für das Christentum relevante Verteidigungsmacht; der Kampf der Kulturen um die weltpolitische Vorschaft sei zwangsläufig und müsse in den nationalpolitischen Machtkonzepte enthalten sein. Dieses Werk ist inzwischen die Standardargumentation der [[Neocon]] für ihre Weltordnungskriege (Achse des [[Bösen]]). Hinter solcher Politik stecken ökonomische Interessen, die sich als Kulturnotwendigkeit darzustellen und durchzusetzen versuchen, um dem zunehmenden Terrorismus eine rein religiöse, also kulturelle Begründungen zuzuweisen (siehe hierzu &#039;&#039;Die politische Kultur des Terrors&#039;&#039;). Dem entspricht zugleich die Ökonomisierung der Kulturen und der Staaten, wie sie durch die Globalisierung des Kapitals zum Zweck der Optimierung von Verwertungslagen betrieben wird. Die weltweiten [[Krisen]] der Kapitalverwertung verlangen nach weiterer Funktionalisierung von [[Arbeit]] und [[Konsum]] zu deren Lösung. Die Kapitalmanager sehen diese in einer Kultur des &#039;&#039;[[Tittytainments]]&#039;&#039;, worin die Menschen als stumpfe Konsumenten und Freizeitjobber - im Prinzip als [[Süchtige]] und Arbeitstiere - angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik wird mit der Kritik solcher Entwicklungen unmittelbar auch zu einer [[Kritik der politischen Ökonomie]], wie sie sich in den [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen niederschlägt. Von daher werden die bisherigen Grundlagen linker Kulturkritik vertieft und von ihrem zum Teil konservativen Gehalt befreit. Diese Kulturkritik versteht sich als [[&#039;&#039;Kritik der politischen Ästhetik&#039;&#039;]] und arbeitet den [[globalen]] [[Kapitalismus]] als [[Identitätsverlust]] des menschlichen [[Lebens]] heraus, wie er sich sowohl individuell, als auch gesellschaftlich in der Kultur der [[Zwischenmenschlichkeit]] herausstellt. Sie begreift die Menschen in einem Widerspruch ihres Erkenntnisvermögens, welcher sich in der politischen Vermittlung von dem vollzieht, was ihre Selbstwahrnehmungen in der Entfremdung von dem, was sie wahr haben, entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik erbringt in diesem Sinne eine Unterscheidung von menschlicher und politischen Existenz von Kultur, nicht als Abweisung von Kultur, sondern als das Auffassen ihrer politischen [[Substanz]], also dem, was sie in einer [[Gesellschaft]] selbständig und mächtig macht (siehe [[Kritik der politischen Kultur]]). Indem die politische Kultur kritisiert wird, wird ihre Formbestimmtheit von ihrem menschlichen Gehalt unterschieden. In der Kulturkritik wird also Kultur vermenschlicht, indem ihre Entfremdung vom Menschen objektiv aufgegriffen und als [[Notwendigkeit]] einer dem Menschen fremden [[Objektivität]] vorgestellt wird. Dies kann durch praktische [[Erkenntnis]] von Lebenszusammenhängen in der herrschenden Kultur geschehen, deren Erschließung angegangen wird, oder auch in Form von Kunst- und [[Ideologiekritik]], der Kritik von [[Lebenswerten]], die sich hierauf beziehen. Meist wird beides in einem nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik bezieht sich nicht einfach auf eine kulturelle [[Ideologie]], sondern als [[Kritik der politischen Ästhetik]] auch auf deren Realität (siehe [[Realabstraktion]]). Als solche befasst sie sich mit der [[Ästhetik]] der [[wahrgehabten]] [[Gegebenheiten]], mit der Welt der [[Gefühle]]. Hier ist sie die Kritik an deren Privatform, am Raub ihrer [[Schönheit]] (siehe [[Einverleibung]]), der Vorherrschaft der [[Selbstgefühle]]. Sie richtet sich daher besonders gegen die Privatformen gesellschaftlicher [[Wahrnehmung]], gegen die Beherrschung menschlicher [[Geschichte]], gegen [[reaktionäres Bewusstsein]] und die [[Mythologisierung]] menschenfeindlicher Lebensverhältnisse zu einer Überhöhung, zur Denaturierung und Deformation menschlicher [[Liebe]] als Selbstverliebtheit des personifizierten Menschen (siehe hierzu die [[Privatperson]]), als [[Selbstbehauptung]] menschlicher Natur (siehe hierzu auch [[Rassismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik positioniert sich von daher im politischen Streit sowohl ideologiekritisch - z. B. gegen linksideologisch begründete Egozentrik (Sensibilismus), gegen den Liberalismus der Austauschbarkeit ([[Flexibilität]]) und gegen alle Formen rechter Kulturkritik ([[Nationalismus]], [[Rassismus]]) - als auch gesellschaftskritisch. Gesellschaftskritisch verhält sie sich zu den wirklichen kulturellen Problemen der Menschen. Ihre [[Ideologiekritik]] bezieht sich aber vornehmlich auf theoretische Positionen, welche in [[subjektiver]] Form [[objektiv]] auf die Menschen reflektieren und somit einen [[Begriff]] von politischer &#039;&#039;Menschlichkeit&#039;&#039; etablieren, die als Ethik des absoluten Seins einer absoluten [[Ethik]] dienlich ist, bzw. als [[Moral]] des [[Übermenschlichen]] zur [[Gesinnung]] von menschlicher Subjektivität gemacht wird. Alle ideologischen Kulturbegriffe sind Ausdruck eines [[politischen Nominalismus]] der [[Naturverherrlichung]] und derer [[Esoterik]], die als Maß der menschlichen [[Natur]] und des Menschseins gilt. Notwendig wird dieses Maß [[rassistisch]], sobald es [[politisch]] gedacht und angewendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Linke Kulturkritik setzt also an der Kritik der Politik mit Kultur an und gründet auf der inneren Entwicklung von Kultur, welche durch politische Kultur reaktionär wird. Linke Kulturkritik weiß den Menschen objektiv als sich vergegenständlichendes gesellschaftliches Wesen, das nur an seinem Gegenstand gebrochen werden kann, wenn es politisch in seiner Entfaltung bedrängt und daher [[formbestimmt]] wird. Der Begriff menschlicher Entfaltung ist der [[Reichtum]] an menschlicher Lebensäußerung.&lt;/div&gt;</summary>
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[[Wozu Kulturkritik?]] Der Blog von[[Wolfram Pfreundschuh]] Unterstütze die Kulturkritik.net mit einer Jahresspende von 12 Euro = 1 Euro / Monat [[===&amp;gt; Hier &amp;amp; Jetzt &amp;lt;===]] [[Kapitalismus, Krise, Rettung!? – Lora-Podiumsdiskussion]] [[im EineWeltHaus zum ESM]] [[am Tag der Urteilsverkündung]][[STATEMENT DER KULTURKRITIKzum BGH-Urteil über den ESM]] [[Präsentation]][[&#039;&#039;Grundzüge zur Entstehung eines feudalen Kapitalismus&#039;&#039; (als PDF)]] [[&#039;&#039;Grundformen einer internationalen Kommunalwirtschaft&#039;&#039; (als PDF)]]&lt;br /&gt;
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Das Trauerspiel von Afghanistan&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Die hören sollen, sie hören nicht mehr Vernichtet ist das ganze Heer, Mit dreizehntausend der Zug begann, Einer kam heim aus Afghanistan.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der nachfolgende Text ist eine Gliederung und Rohfassung eines werdenden Aufsatzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist lediglich für eine vorbereitende Diskussion hier verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte, jede Weitergabe oder Zitierung noch so lange zu unterlassen, bis dieser Hinweis hier nicht mehr erscheint.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Unterschiedliche [[Inhalte]] können einander immer schon bedrängen, wenn der eine das [[beabsichtigt]], was einen anderen [[ausschließt]]. Verdrängung ist aber selbst schon eine [[inhaltliche]] Absonderung, die dem [[Ausgeschlossenen]] eine selbständige [[Form]], eine [[verselbständigte]] [[Beziehung]] zuweist, die der [[Selbstgerechtigkeit]] einer gebrochenen [[Wahrnehmungsidentität]] [[Folge]] leistet. Die muss hierfür allerdings eine [[verallgemeinerte]], eine [[fremde]] [[Allgemeinheit]] ihrer [[Substanz]] für sich einnnehmen (siehe auch [[Einverleibung]]), um eine eigene [[Kraft]] zu erlangen, so dass es aus einer eigene [[Abstraktionskraft]] betrieben werden kann (siehe hierzu [[Trieb]]). Aber erst dadurch, dass es über eine [[fremde]] [[Identität]] zu einer eigenen [[Formbestimmung]] wird, die alle ihr wesensfremde [[Wahrnehmungen]] zu beherrschen sucht, hat es in der [[Wahrnehmung]] eine [[Wirkung]], weil es ihr als mächtige [[Selbstwahrnehmung]] eigene [[Absichten]] zuträgt, die sie nicht nur [[beeindrucken]], sondern anführen, ihr [[Erkentnisinteresse]] ausrichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verdrängtes nährt sich aus der [[Abstraktionskraft]] seiner [[Selbstbeziehung]], dem Selbstgefühl einer entleerten Wahrnehmung (siehe auch [[tote Wahrnehmung]]) das ihre Inhalte nichtet und selbst unentwegt leerläuft, und sich im Substanzverlust ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe auch [[Selbstverlust]]) entkräftigt, sich also stetig [[entwirklicht]] und zur Bewahrung einer hierdurch entäußerten Wahrnehmungsidentität ihre [[enttäuschten]] [[Erinnerungsbilder]] in eine darin [[verkehrte]] [[Sinnbildung]] wendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn ein [[Gefühl]] ist ursprünglich das innere der [[Form]] des [[Erlebens]], die an und für sich [[wahre]] [[Subjektivität]] der [[Natur]] ihrer [[Empfindung]], die in der [[Wahrnehmung]] ihrer [[Gegenstände]] nicht [[unmittelbar]] eins mit sich sein kann. Wohl aber sind [[Gefühle]] auch außer sich vermittelbar, wenn sie ihren objektiven [[Anreiz]] in sich erkennen. Denn auch im Gefühl können Empfindungen sich wiederum &#039;&#039;einmischen&#039;&#039; als bloß reizvolle [[Form]] der [[Wahrnehmung]] die Fortbildung ihrer Inhalte bestimmen (siehe hierzu auch [[Traum]]). Denn weil Gefühle sich auch durch objektivierte [[Empfindungen]] beeindrucken lassen, wenn sie selbst [[formbestimmt]] und hierdurch zu [[objektiven Gefühle]] werden und sich in ihrem [[Sinn]] [[verdichten]], können sich hieraus auch deren [[Inhalte]] formieren, deren Inhalt bestimmen und [[verkehren]]. Und wenn von daher die [[Empfindungen]] gegen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmung]] bestimmt sind und nur objektiv [[erlebt]] werden, wird auch die Beziehung von [[Empfindung]] und [[Gefühl]] durchbrochen und beides voneinander getrennt. Durch die [[Trennung]] von ihren [[Gefühlen]] entsteht eine [[Selbstwahrnehmung]], die sich zu einem [[Verhältnis]] von [[Selbstgefühlen]] [[verselbständigt]], weil sie darin nur als entäußerte Form der Wahrnehmung [[wahr]] sein können, die [[Empfindungen]] zur Erscheinungsform ihrer Gefühle werden (siehe hierzu auch [[Verdrängung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwirklichung ist die [[Aufhebung]] von [[Wirklichkeit]] durch eine gegensinnige Identität, in der sich die [[Subjekte]] ihrer [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]] ihrer einzelnen Ausdrucksformen zu einer objektiven [[Form]] aufheben, die nurmehr als [[Formbestimmung]] existiert. Ihre objektive [[Form]] wird durch ihr [[Verhalten]]zu einer ihr fremden [[Allgemeinheit]], zu einem [[abstrakt Allgemeinen]] und betreibt hierdurch die [[Verkehrung]] ihrer ihrer formellen Beziehungen gegen ihre Inhalte, [[erzeugt Wirkungen]], worin sich ihre Inhalte trotz ihrer Gleichheit widersprechen, ihre Einheit also dadurch [[vortäuschen]], dass sie sich in ihrer gleichen Gültigkeit selbst schon wesentlich erscheinen, durch ihre Gegensinnigkeit [[bestimmt]] und zugleich [[gleichgültig]] gegen ihre [[Bestimmtheit]] sind. Sie sind in ihren Unterschieden gleichgesetzt und haben ihre substanzielle Beziehung im Vergleich ihrer Wirkung aufeinander, sind nach dem Maß ihrer [[Verhältnisse]] negativ aufeinander bezogen (siehe [[Negation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Entstehungsgrund von Verdrängungen ist immer eine Notlage der [[Selbstwahrnehmung]]. Es können die Bezüge der [[Wahrnehmungen]] im [[Gedächtnis]] leicht in Konflikt in ihrem [[Selbstwrt]] geraten und diesen schwächen oder sogar gänzlich bedrohen, ihre [[Selbstwahrnehmung]] widersinnig machen, wenn der wesentliche Gehalt ihres Erkenntnisvermögens gegen sich selbst abgespalten ist. Wenn sich darin [[Inhalte]] von [[Erinnerungen]] eröffnen, die [[gegenwärtige]] [[Empfindungen]] nicht [[wahrhaben]] können, weil sie der [[Selbstbeziehung]] ihrer [[Gefühle]] zuwider sind, gerät sie in eine [[schlechte Unendlichkeit]] und [[entwirklicht]] ihre [[Erkenntnisse]]. Deren [[Gegenwärtigkeit]] wird dadurch verunmöglicht, dass die gegenwärtigen [[Ergeignisse]] die [[Gefühle]] aus vergangenen [[Erlebnissen]] nicht zulassen können, weil und sofern deren Lebenszusammenhang sich der [[Erkenntnis]] entzieht, eben weil ihr die verdrängten [[Selbstgefühle]] vorauseilen und nur noch eine abgespaltene [[Erkenntnis]] &#039;&#039;[[erinnert]]&#039;&#039; werden kann (siehe auch [[Zwangshandlungen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Grund]] hierfür liegt in einer Wahrnehmungsidentität, die [[fremde]] [[Geschichte]] [[einverleibt]] hat (siehe auch [[Selbstentfremdung]]), z.B. aus [[symbiotischer Selbstbehauptung]] eine im Grunde unmögliche [[Selbstbeziehung,]] eine grundlegende [[Lebensangst]] entwickelt hat. Es entsteht hieraus eine [[Absicht]], diese [[Gefühle]] der [[Wahrnehmung]] zu eintziehen und sie durch ein [[Verhalten]] abzudrängen, die eine [[Selbsttäuschung]] bewirken. Deren [[Vergegenwärtigungen]] lassen dann allerdings einen [[Widersinn]] erkennen, der sich in [[widersprüchlichen]] [[Verhältnissen]] [[fortbestimmt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verdrängt werden zum einen [[Ereignisse]], die ihre [[Geschichte]] leugnen müssen, was zugleich eine [[Wahrnehmung]] betreibt, die über ihre sinnliche [[Beziehung]], die sie [[wahrhat]], hinweg [[täuschen]] muss. Von daher ist die Verdrängung die [[Geschichte]], von der sie absieht, [[Abstraktion]] des Sinnbezugs, den ein [[Ereignis]] hat, das nicht [[wirklich]] da sein kann. Weil sich dadurch qualitativ eine [[Abstraktion]] von den bestimmten [[Inhalten]] ergibt, ist deren Rückkunft nicht möglich, nicht realisierbar, denn von was abgesehen wurde, kann sich nicht einfach wieder unmittelbar wirklich in [[Beziehung]] zeigen. Es können sich deren [[Regungen]] nur [[abstrakt allgemein]] als [[Erregungen]] darstellen. Hieraus bezog Sigmund Freud die Katgorie der &#039;&#039;Triebbesetzung&#039;&#039;, die allerdings das Problem der Verdrängung nur naturmythologisch verschleierte. Es geht bei der Auflösung von Verdrängungen nicht um [[Triebe]], sondern ganz im Gegenteil um die Schwierigkeit, auseinandergefallene, bzw. von ihrer Wahrnehmung abgetrennte Inhalte Erinnerungen an einem Ort zu rekonstruieren, der nur eine Brücke zur [[Wahrheit]] bieten kann und von daher vielen möglichen Irrtümern ausgesetzt ist. Je näher die [[Wahrnehmung]] an ihren [[Widersinn]] durch konkretes [[Erleben]] und [[Erfahren]] gebracht werden kann, desto sinnfälliger, weil [[dichter]], lässt sich ein [[Eindruck]] auf verdrängte Inhalte einer [[Selbstentfremdung]] [[beziehen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Abdrängung bestimmter [[Gefühle]] vergangener [[Eindrücke]] kann zunächst zwar kräftigend sein, wenn dabei ein bestimmtes [[Verhalten]] oder auch ein [[Umgang]] ermöglicht wird, der ihre Verarbeitung, also die Abarbeitung der Bedrängung ihrer Eindrücklichkeit durch eine Annäherung an ihr wahres Verhältnis zugänglich wird. Darüber hinaus kann die Wahrnehmung allerdings auch [[reaktionär]] werden, sich solchem Fortschritt verschließen und zu einer Blockade der [[Erkenntnis]] werden, ihren [[wesentlichen]] Inhalt aus der [[Gewissheit]] ihres [[Bewusstseins]] entfernen, wenn sich das Bedürfnis der [[Selbstbeziehung]] dem der [[Wahrnehmung]], also des [[Wahrheit]] nehmen widersetzt und überstellt und sie entgegenwärtigt. Es ist ein Produkt der [[Psyche]] und ihrer [[Absichten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie macht durch die Bestimmung von [[Ereignisse]]n der Wahrnehmung, von ihrer Erlebensweise Verhältnisse wahr, die nicht das sein können, was sie sind, sondern [[wahrmachen]], was sie sein sollen, die darüber hinwegtäuschen, indem sie durch die Herstellung bestimmter [[Ereignisse]] etwas [[wahrhabe]][[n]], was Menschen in dieser Form nicht wahrnehmen können, weil durch die Absichten der Psyche darin etwas wahrgemacht wird, worin ihre [[Absicht]] den Sinn der Wahrnehmung, die Beziehung von [[Empfindung]] und [[Gefühl]], [[umkehrt]] und funktionalisiert (siehe auch [[Verdrängungsmechanismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Entgegenwärtigung]] entsteht aus der [[Entwirklichung]] eines [[Verhältnisses]], das sich widerspricht. Sein [[Grund]] zeigt sich nicht, sondern setzt sich hinter dem Rücken der Beteiligten durch und verlangt nach einer [[Gegenwärtigkeit]], die substanziell grundlos erscheint. [[Vergegenwärtigung]] soll das [[abwesend]] gemachte der Form nach herstellen, ist das zur [[Anwesenheit]] bringen eines abwesenden [[Sinns]], der im [[Gedächtnis]] sein muss, weil er die [[Form]] dieses Verhältnises als bestimmte Form [[wahrhat]], als diese aber nicht [[erkennen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird eine objektive [[Formbestimmung]] dadurch zu einer subjektiven, dass sie in ihrer [[psychisch]] gewordenen [[Absicht]] nach Vergenwärtigung strebt. Was eine [[Seele]] zu ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] nötig hat, wird hierdurch zu einem [[psychischen]] Verhältnis, das sich ihr [[entfremdet]]. Durch den Drang nach deren Vergegenwärtigung, wenn er zum [[Trieb]] wird, wird das [[Gedächtnis]] zum Ort einer negativen Bestimmtheit der Wahrnehmung und vor allem der [[Empfindung]]. Die [[Psychologie]] spricht dann von [[Verdrängung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Psyche]] muss sich zum Erhalt ihrer [[Selbstbehauptungen]] gegen die hierbei störenden Wahrnehmungen verhalten und das ausschließen, was sie in Frage stellen könnte, was sie also wahr hat und nicht wahrnehmen darf, weil ihr hoch entwickelter und in der [[Symbiose]] ihrer [[Selbstbehauptungen]] verselbständigter Narzissmus jeden [[Zweifel]] fürchtet, weil er unbrüchlich, also unbezweifelbar sein muss, denn er gründet gerade darauf, das ihre [[symbiotische Selbstbehauptung]] aus den [[Einverleibungen]] ihrer[[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] zehrt und deren [[Widersprüche]] zugleich aufzulösen hat. Sie entwickelt sich gegensinnig und verschafft sich einen Gegensinn, der die Bedrohung ihrer abstrakten [[Identität]] vorwegnimmt, indem er diese für sich unmöglich macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verdrängung einer [[Wahrnehmung]] wird durch diesen Gegensinn betrieben, der als eigenständige Wahrnehmungsform gegen einen Inhalt auftritt, der [[wahr gehabt]] wird, aber nicht [[wahr]] sein soll, um eine [[notwendige]] [[Selbstbehauptung]] nicht zu gefährden. Dieser Gegensinn wird in der [[Absicht]] betrieben, diese Wahrnehmung durch eine [[Vorstellung]] auszuschließen, die sie verstellt und [[verkehrt]]. Er bezieht seine [[Substanz]] aus dem [[abwesenden]] [[Sinn]] einer [[Symbiose]], der durch diese Vorstellung [[vergegenwärtigt]] wird. Es handelt sich also um eine in sich verkehrte [[Selbstvergegenwärtigung]], die sich dadurch [[beweist]], dass es [[Angst]] macht, ihre Absicht zu [[erkennen]]. Diese [[Verkehrung]] zu bearbeiten erfordert die Verarbeitung der Angst als Ausdruck einer [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede so genannte [[psychische Krankheit]] drückt eine Störung der [[Aufmerksamkeit]] ihrer [[Wahrnehmungen]] aus, die ihre [[Wahrnehmungsidentität]] entstellt. Die [[psychischen]] [[Phänomene]] ihrer Störungen, besonders der [[psychischen Depressionen]] und [[Zwänge]] offenbaren eine nicht gelungene organische Einheit, die [[psychische]] [[Kräfte]] in Gang gesetzt hat, die ihre [[Natur]] [[bestimmen]], die als [[Formbestimmung]] ihrer Einheit eine [[Abstraktion]] ermächtigt haben, die im Nachhinein ihrer Krise ihrer [[Verwirklichung]] vorauseilen, um sie schon [[auszuschließen]], bevor sie entstehen könnte (siehe hierzu auch [[Verdrängung]]). Der [[Grund]] einer jeden Aufmerksamkeitsstörung liegt daher in den Wahrnehmungsverhältnissen, worin das Wahrgenommene dem [[Wahrgehabten]] [[widerspricht]] (siehe hierzu auch [[erzieherische Beziehung]]). So bedrängt z.B. eine [[psychische Depression]] die [[Macht]] einer [[Selbstwahrnehmung]], die ihrem [[Selbstgefühl]] unterliegt, die ihre [[Gefühle]] beherrscht, wenn sie ihre [[Empfindungen]] von sich abstoßen müssen. Und [[Zwangshandlungen]] suchen übermächtige [[Gefühle]] durch ein [[Verhalten]] gegen ihre [[Verhältnisse]] [[auszuschließen]], die ihre [[Empfindungen]] nötig haben. Das [[Leben]] einer [[isolierten]] [[Zwischenmenschlichkeit]] in den [[Lebensburgen]] einer [[burgherrlichen Kultur]] - besonders wo es in [[symbiotische Selbstbehauptungen]] geraten ist - muss die [[Gesellschaftlichkeit]] seiner [[Generationen]] leugnen und verstrickt sich zunehmend in den Blähungen ihrer [[Eindrücke]] und [[Ausdrücke]], ihre [[Wahrnehmung]] durch das [[Erleben]] in ihren Blasen entstellen oder [[verrückt]] machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verdrängen kann man etwas oder jemanden, indem man es oder ihn in den Hintergrund drängt, ausschließt oder ersetzt. Es ist lediglich die Art, worin sich die Erzeugung einer [[Abwesenheit]] unterscheidet. Aber seine [[Anwesenheit]], die damit ja nicht ausgeschaltet ist, wirkt dennoch ganz verschieden, je nach dem, in welcher [[Form]] sie fortbesteht. Im Hintergrund wirkt sie durch den Vordergrund hindurch, also durch das, mit was sie verstellt ist. Als Ausgeschlossenes wirkt es durch die Grenzen hindurch, durch die Mauern, die es verheimlichen, unheimlich machen. Im Ersatz wirkt es unmittelbar durch [[Täuschung]], also dadurch, dass es sich als etwas anderes dasrstellt, als es in Wahrheit ist. In diesen Unterschieden wirken die [[Verdängungsmechanismen]], die allerdings etwas ganz anderes sind, als eine Mechanik es sein kann, denn sie stehen in einer [[dialektischen]] Beziehung, in der [[substanziell]] eine Form durch das [[bestimmt]] ist, was sie nicht sein kann und dennoch sein muss, was ihren Inhalt ausmacht (siehe [[Formbestimmung]]). Es ist die doppelte [[Bestimmung]] des [[Verhaltens]], das sich in seinem [[Verhältnis]] verfangen hat, in dem was unmöglich sein kann, obwohl es wahr ist. Es erscheint daher in einer verkehrten Form, in einer [[Verkehrung]] seiner [[Wahrheit]] als [[Täuschung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Grund]] für diese Täuschung ist die durch eine [[Empfindung]] negierte Gefühlsidentität, die durch das ausgeschlossen wird, was darin [[wahrgehabt]] ist. Die [[Psyche]] schließt sich als [[Gedächtnis]] der [[Selbstgefühle]] gegen diese Wahrheit ab, um ein Selbstgefühl zu bewahren, das sich nicht mehr [[bewähren]] kann, das also eine Psyche gegen diese Wahrnehmung [[bewahrheiten]] muss, die durch diese in Frage gestellt ist. Sie erzeugt daher eine &#039;&#039;Fehlleistung&#039;&#039;, die im Grunde nur ihre eigene Wahrheit alseine Täuschung herrichtet, mit der die Wahrnehmung &#039;&#039;reibungslos&#039;&#039; intakt zu bleiben scheint, während sie allerding ihre [[Gegenwärtigkeit]] in dem Maße verliert, wie sie hiermit ihre [[Gewissheit]] sich entfremdet. Ihre [[Gegenwart]] wird durch die psychischen [[Absichten]] bestimmt, die sich gegen ihre [[Wahrnehmung]] als [[Ganzes]] richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Diese Beschreibung scheint zunächst der von Sigmund Freud sehr nahe zu stehen. Sie eröffnet aber eine gänzlich andere Erkenntnis: Während Freud die verdrängten Anteile in einem [[Unbewussten]] vermutet, liegen sie hier in der Wahrnehmung selbst und damit in dem[[zwischenmenschlichen Verhältnis]], in welchem sie stattfindet. Die Folge hieraus ist, dass die Erkenntnis der Verdrängung unmittelbare Kritik an diesem Verhältnis bewirkt, während bei Freud eine unendliche innerpsychische Vefolgungsjagd aufgenommen wird, die sich Psychonanalyse nennt und die Klienten eher an einen damit gestarteten analytischen Prozess bindet, als dass ihm diese oft simple Erkenntnis zu ihrer Emanzipation gereichen kann. Nicht selten wird damit das Verdrängte durch die [[Psychoanalyse]] vertauscht und damit zu einer gedoppelte Verdrängung, also in sich unendlich.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verdrängung ist als kulturspezifischer [[Begriff]] vor allem ein Ausdruck der [[Psychoanalyse]], der den Vorgang eines [[Ausschlusses]] beschreiben will, durch welchen die [[Psyche]] dem wachen [[Bewusstsein]] eine [[Wahrnehmung]] entzieht, die damit aus ihm herausgedrängt wird und dennoch in die [[ausschließlich]] verbliebene Wahrnehmung als [[Unbewusstes]] hineinwirkt. Die Verdrängung richtet sich in dieser Auffassung daher gegen [[Wünsche]], die das Bewusstsein nicht erreichen dürfen, die also nur unbewusst weiterwirken können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Psychoanalyse sieht Verdrängung in einem rein subjektiven Zweck des [[Erlebens]] begründet, nämlich der Unlust-Vermeidung, in welcher aber zur Aufrechterhaltung der Verdrängungsarbeit Energie verbraucht würde. Sie ist hiernach eine zrikulär gewordene Unlust zugunsten einer ihr fremd gewordenen Lust, also nicht durch eine widersprüchliche [[Erkenntnisse]] begründet (siehe hierzu den [[Widerspruch]] von [[Empfindung]] und [[Gefühl]] oder dem [[Wahrnehmen]] und dem [[Wahrhaben]]). Weil die Psychoanalyse in der Verdrängung nicht den [[Ausschluss]] eines unmöglich gewordenen [[Bewusstseins]] objektiv begreift, kann sie auch nicht die Unmöglichkeit einer [[Gewissheit]] in bestimmten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] auffassen. Deshalb begründet sie eine Verschiebung der verdrängten Wahrnehmungsinhalte in unbewusste Bereiche, die nicht aus den Wirkungen eines [[obejktiven Selbstgefühls]] sich erklären und verändern lassen, sondern lediglich durch Introspektion zugänglich seien. Der [[Begriff]] soll ihr zufolge zugleich die Entstehung von [[Unbewusstem]] beschreiben, das durch [[Verdrängungsmechismen]] abgeschottet würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat handelt sich hierbei um eine [[dialektische]] [[Beziehung]] in einem unmöglich gewordenen Bewusstsein, das sich darin erhält, sich gegen das [[Ausgeschlossene]] zu errichten, also dessen [[Ausschluss]] permanent zu ernmeuern. Das Bewusstsein ist hierbei in einen subjektiven Zirkel verfallen, den es nur auflösen kann, wenn das dem Bewusstsein als Ganzes unmöglich gewordene sich dahin emanzipiert, dass es als seine Not und als [[Notwendigkeit]] einer lebendigen Wahrnehmung in ihrer [[Angst]] wieder eröffnet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher entspricht die Psychoanalyse durchaus einer wirklichen Problemlage; sie kann diese aber nicht zu einem wirklichen Lebensverhältnis eröffnen, weil es dieses bei ihr nur [[personifiziert]] gibt. Weil das Unbewusste nach dem Verständnis der Psychoanalyse als [[Trieb]] zur Realisierung eines unmöglichen [[Wunsches]] verstanden wird, letztlich als Triebkonflikt, sei seine Abdrängung durch &#039;&#039;Ich-Leistungen&#039;&#039; nötig, welche die Verdrängungsmechanismen betreiben. Die Verdrängung ist hiernach ein Begriff konflikthaften [[Begehrens]], welcher aufgelöst werden müsse durch Bewusstsein und Selbstdisziplin (Funktionen des sogenannten Über-Ichs). Darin verbirgt sich der Zynismus der Psychoanalyse gegen den [[Schmerz]] der [[Erkenntnis]] (s.a. [[Verzweiflung]]), wie er ihr in der ganzen Fassung des Verhältnisses von [[Bedürfnis]] (Begehren) und [[Wirklichkeit]] (Realität) zugegen und wie er als Zwangsverhältnis von [[Geist]] und [[Sinn]] der ganzen [[Aufklärung]] zu eigen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang dessen, was mit Verdrängung gemeint ist, ist duch das [[Wesen]] [[objektiver Gefühle]] zu begreifen. Das sind objektiv verselbständigte Gefühle, welche ihre [[Subjektivität]] im [[Zweck]] von Lebenserhaltungsinteressen als notwendiges [[Mittel]] bestimmt und sich diesen unterworfen und schließlich darin [[aufgehoben]] haben. Ein Mensch, der somit Teile seiner Subjektivität verdrängt hat, lebt im permanenten Konflikt zwischen [[Vergegenwärtigung]] und [[Selbstvergegenwärtigung]]. Sobald die Vergegenwärtigung durch Widerspruch der Selbstvergegenwärtigung bedrängt ist, können sich innere Wesentlichkeiten der [[Seele]] entwickeln, die keine [[Anwesenheit]] haben dürfen. Das macht dann die von [[Freud]] und anderen Autoren der [[Psychoanalyse]] als &#039;&#039;Verdrängungsmechanismen&#039;&#039; beschriebenen Ansonderlichekeiten des [[seelisch]] begründeten Verhaltens aus. Hier handelt es sich nicht um einen &#039;&#039;Triebkonflikt&#039;&#039;, welcher den Menschen eine Unangemessenheit ihrer Seele an die Welt zuweist, sondern um einen [[Identität]]skonflikt als Widerstreit zweier [[Wahrheiten]], die nicht gleichzeitig [[anwesend]] sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund hierfür liegt in ihrem Widerspruch, in der [[notwendigen]] Bezogenheit und Ausschließlichkeit ihres [[Leidens]]. Tatsächlich kann solche [[Wahrnehmung]] nur sein, wenn etwas, das sie [[wahrhat]], ausgeschlossen sein muss und nur in der [[Negation]] [[vergegenwärtigt]] werden kann. So wid dem [[Gedächtnis]] das [[Verkehrte]] seiner Erinnerung nur als Verkehrung der [[Wahrnehmung]] erträglich, die in ihrer Wirklichkeit nicht wahr sein darf. Die Seele macht sich darin geltend, dass sie [[Absichten]] verfolgt, welche bestimmte [[Wirkungen]] ausschließen und macht damit für sich wahr (siehe [[Wahrmachen]]), was nicht wahr sein kann. Von daher vollzieht sie selbst eine [[Verrückung]], die ihr den [[Lebensraum]] zurechtrückt, in welchem sie ihre seelische [[Identität]] findet, allerdings mit dem Tribut, dass sie vor ihrer eigenen Wirklichkeitsform selbst [[Angst]] haben muss, weil sie davon [[bestimmt]] wird (siehe auch [[Scheinwelt]]).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Ganze ist das Wahre (Hegel) Das Ganze ist das Unwahre (Adorno)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Dialektik ist das Ganze der Zuasmmanhang aller Teile, wodurch sie ihren Sinn und zweck entfalten; – in der bürgerlichen Wissenschaft der Phänpmenoloige iet es das Große. worin alle Einzelheiten aufgehohen und geborgen sein sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die [[Einfalt]] die Vielfalt [[bestimmt]], zerstört sie das [[Ganze]] ihrer [[Wirklichkeit]] (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Ein Ganzes ist der Zusammenhang seiner [[Teile]], der [[Eigenschaften]] seiner [[Verhältnisse]]. Weil das Einzelne im Jenseits seiner [[Beziehungen]] nur [[zufällig]] da zu sein scheint, weil es dort in [[Wahrheit]] noch beliebig [[da ist]], hat es sein [[wahres]] [[Wesen]] noch außer sich. Und was [[abwesend]] ist, das zieht das an, was ihm im [[Verhalten]] zu einer ganzen [[Gegenwärtigkeit]] fehlt. In der [[Abstraktion]] eines [[Verhältnisses]] treibt es zur [[Totalität]] seiner [[Form]] (siehe [[Abstraktionskraft]]). Im [[Betrieb]] [[abstrakter]] [[Verhältnisse]] entsteht ein [[Trieb]] der [[Ohnmacht]], für die jede [[Macht]] übermächtig [[erscheint]], weil darin ein [[abstrakter]] Zusammenhang wie eine [[fremde Kraft]] wirkt (siehe [[Mystifikation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Adorno]] hat sich der Nationalsozialismus vor allem als System übermächtger Gleichschaltungen erwiesen, die sich politisch in einem Kult einer politischen Versöhnung mit dem Nationalstaat vergesellschaftet und die Gemeinschaften barbarisiert und Ausschwitz hervorgebracht habe. Demnach galt ihm das Versöhnliche in seiner Gänze als Gegenstand seiner kritischen Theorie, die sich gegen alle Versöhnungen durch Kritik entgegenstellen könne. In der Dialektik ist eine Identität von Negationen und also auch keine wahre Kritik denkbar. Sie verbleibt bei ihm in seiner Philosophie der Negation (siehe hierzu Negative Dialektik). Ein Ganzes, das nicht Teil ist, kann im Verständnis von Adorno nur etwas Versöhntes sein, eine falsche Identität von Negationen, und daher ein Überwundenes und kein wirklich aufgehobenes, sondern nur ein von sich entfremdetes Wesen haben, das seine Wahrheit nur in der Fremde habe und daher darin das Unangspasste bliebe, aus dem heraus sich ein Widerstand aus Subkulturen gebildet werden müsse, weil es unversöhnt ein abruptes Anderssein zur Folge habe. So aber verbleibt das Überwundene als Negation allen Seins, das sich nur als Idee als Ganzes vieler Seinsweisen einer autonomen Wahrheit verbürgen könne, sofern es sich seiner Wirkungen entzogen habe und als naives Subjekt einer kritischen Ästhetik über Kunst und Subkultur zu verwirklichen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Aber ihre Autonomie beginnt, ein Moment von Blindheit hervorzukehren. Es eignete der Kunst von je; im Zeitalter ihrer Emanzipation überschattet es jedes andere, trotz, wenn nicht wegen der Unnaivetät,- der sie schon nach Hegels Einsicht nicht mehr sich entziehen darf. ([[Theodor W. Adorno]] in Ästhetische Theorie) Ein Ganzes ist der Zusammenhang vieler hieraus bestimmten [[Eigenschaften]], die [[Identität]] der [[Gründe]], aus denen sie sich [[verhalten]], sich zu [[eigen]] sind, das eigentliche [[Wesen]] ihrer [[Wirkungen]], was daran also auch [[wirklich]] [[wahr]], was deren [[Wirklichkeit]] ist und ausmacht. [[Wahrheit]] ist daher die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] ans sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen. Darin allerdings hatte [[Adorno]] dereinst einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] die Unwahrheit schlechthin darstellen würde, nicht wirklich ideal bleiben würde, nicht ganz ideal und also nicht wirklich ganz wahr sein könne. Gelangt in der These, nur Ähnliches sei dazu fähig, das untilgbare Moment von Mimesis in aller Erkenntnis und aller menschlichen Praxis zum Bewusstsein, so wird solches Bewusstsein zur Unwahrheit, wenn die Affinität, in ihrer Untilgbarkeit zugleich unendlich weit weg, positiv sich selbst setzt. In Erkenntnistheorie resultiert daraus unausweichlich die falsche Konsequenz, Objekt sei Subjekt. (Adorno, Negative Dialektik, Suhrkamp 1982, S. 153f.)(Adorno, S. 153). Die [[Wahrheit]] einer [[Erkenntnis]] hängt davon ab, worin sie sich selbst versteht, in welchem Zusammenhang sie ihren [[Gegenstand]] [[begreifen]] will und wie sie ihn im Ganzen seines [[Daseins]] versteht. Darin verbirgt sich das [[Erkenntnisinteresse]] und also auch die Frage nach der [[Methode]], mit der er begriffen werden kann. Was ist der [[Sinn]] seiner [[Erkenntnis]]? Woraus besteht ihr Vermögen oder ihr [[Notwendigkeit]]? Vollzieht sie eine absolute [[Wahrheit]] einer überweltlichen Ganzheit oder ist sie ein Moment einer [[Determination]], die sie für sich verbessern will oder als [[Widerspruch]], den sie auflösen will oder als reine [[Kritik]], durch die sie sich ihr [[Leben]] selbst in einer [[negativen Dialektik]] erklärt, um die Brüche einer [[Entfremdung]] aufzulösen? Was ist das Ganze ihrer [[Lebensverhältnisse]] oder Lebensumstände? Ist es das Gegenteil von etwas Zerbrochenem, [[Zerteiltem]]? Oder eine übermächtige [[Idee]], die durch [[totalitäres]] Handeln verwirklicht wird? Oder ist es eine ewige Wahrheit der Weltgeschichte, eine kosmische Größe, die [[Religion]] einer Schöpfungsvorstellung durch einen Schöpfer oder einen Weltgeist der [[Evolution]]? Oder ist es einfach nur ein [[Begriff]] der [[Erkenntnistheorie]] für eine bestimmte [[Erkenntnismethode]]? Ein grundsätzliches Problem der [[Begriffsbildung]] ist die Ergründung der [[Substanz]], die ein Ganzes vieler [[Eigenschaften]] unterstellt, die ein [[Begriff]] zusammenfasst und ihn mit anderen [[Begriffen]] verbindet. Das [[Ganze]] kann aber als solches nur wahr sein, wenn das Einzelne darin bewahrt ist und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur wahr sein, weil es sich nur durch das Ganze gewahr wird, weil es durch seine [[Einzelheit]] das Ganze bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann (siehe hierzu auch [[Strukturalismus]]). Eine [[substanzielle]] Argumentation kann sich daher nur aus der [[Analyse]] ganzer Zusammenhänge ergeben, die ihren [[Gegenstand]] bestimmen. Wer sich selbst zum [[Gegenstand]] macht oder als Teil eines [[Gegenstands]] zu [[begreifen]] sucht (siehe auch [[Begriffsbildung]]), kann keinen [[wirklichen]] [[Gegenstand]] erkennen. Er hat dessen [[Wesen]] in sich und ist Teil hiervon und sucht sich deshalb selbst als [[Wesen]] seiner Mitteilung zu veräußern, bleibt daher [[notwendig]] in einem [[hermeneutischen Zirkel]], der die mögliche [[Erkenntnis]] schon subjektiviert, bevor sie ihren [[Gegenstand]] als einen äußerlichen [[Gegenstand]] [[erkennen]] kann. Dies ist das Vorgehen der [[Phänomenologie]] wie auch der [[bürgerlichen Wissenschaften]] überhaupt. Sie stehen ihren [[äußerlichen]] Gegenständen selbst als [[Subjekt]] und zugleich als [[Objekt]] ihrer Zusammenhänge gegenüber, sehen sich selbst als [[Inhalt]] und [[Form]] ihres [[Daseins]] und haben daher auch kein [[Bewusstsein]] über ihre gegenständliche [[Tätigkeit]]. Hiergegen verhält sich eine [[kritische Theorie]] durch ihre Heraussetzung aus ihrem [[Gegenstand]], den sie zugleich als [[Wesen]] ihres [[Daseins]] erkennen muss, das [[Äußere]] sich also selbst als [[Inhalt]] einer [[veräußerlichten]] [[Form]] ihrer [[Verhältnisse]] begreifen, ihre [[Selbstentfremdung]] durch eine [[Formbestimmung]] begründet [[erkennen]] muss. Ein Wesen, welches seine Natur nicht außer sich hat, ist kein natürliches Wesen, nimmt nicht teil am Wesen der Natur. Ein Wesen, welches keinen Gegenstand außer sich hat, ist kein gegenständliches Wesen. Ein Wesen, welches nicht selbst Gegenstand für ein drittes Wesen ist, hat kein Wesen zu seinem Gegenstand, d.h. verhält sich nicht gegenständlich, sein Sein ist kein gegenständliches. Ein ungegenständliches Wesen ist ein Unwesen. z Setzt ein Wesen, weiches weder selbst Gegenstand ist noch einen Gegenstand hat. Ein solches Wesen wäre erstens das einzige Wesen, es existierte kein Wesen außer ihm, es existierte einsam und allein. Denn sobald es Gegenstände außer mir gibt, sobald ich nicht allein bin, ich ein andres, eine andre Wirklichkeit als der Gegenstand außer mir. Für diesen 3ten Gegenstand bin ich also eine andre Wirklichkeit als er, d.h. sein Gegenstand. Ein Wesen, welches nicht Gegenstand eines andren. Wesens ist, unterstellt also, daß kein gegenständliches Wesen existiert. Sobald ich einen Gegenstand habe, hat dieser Gegenstand mich zum Gegenstand. Aber ein ungegenständliches Wesen ist ein unwirkliches, unsinnliches, nur gedachtes, d.h. nur eingebildetes Wesen, ein Wesen der Abstraktion. Sinnlich sein, d.h. wirklich sein, ist Gegenstand des Sinns sein, sinnlicher Gegenstand sein, also sinnliche Gegenstände außer sich haben, Gegenstände seiner Sinnlichkeit haben. Sinnlich sein ist leidend sein. Der Mensch als ein gegenständliches sinnliches Wesen ist daher ein leidendes und, weil sein Leiden empfindendes Wesen, ein leidenschaftliches Wesen. Die Leidenschaft, die Passion ist die nach seinem Gegenstand energisch strebende Wesenskraft des Menschen. [[(MEW 40, S. 578]]) Ein Ganzes ensteht aus dem [[Verhältnis]] von [[Ergänzungen]] die sich in ihm weiterhin als [[Teile]] verhalten, solange keine selbständige [[Form]] nötig ist. Es ist also das [[Verhältnis]] von [[Teilen]], die darin in [[Beziehung]] stehen, die durch ihre [[Ergänzung]] lebt - die aber auch in [[Widerspruch]] geraten kann, wo ihre Unterschiede einander nicht finden, in einer [[Trennung]] verbleiben und sich von daher nur außer sich [[verhalten]] können, sich [[entäußern]] müssen. Das Ganze ist der Zusammenhang der [[Teile]], der Relationen (siehe auch [[Beziehung]]) einer [[absolut]] verstandenen [[Substanz]], die eine [[Form]] für sich, eine [[Elementarform]] hat. Um einen [[Gegenstand]] der [[Erkenntnis]] als ein Ganzes ihrer [[Eigenschaften]] zu begreifen sind für deren konsistente [[Analyse]] schon im Vorhinein grundlegende [[Erkenntnisse]] nötig zu dem, was darin selbständig zu sein scheint, ob es also eine [[Verselbständigung]] ist. Ein Ganzes ist von daher ein [[analytischer]] [[Begriff]], der eine [[Elementarform]] für den Zusammenhang von bestimmten [[Eigenschaften]] zum [[Gegenstand]] ihres [[Denkens]] macht, um damit den Zusammenhang einer darin bestimmten [[Geschichte]] zu begreifen, deren [[Begriff]] über deren substanzielle Grundlagen und [[Verselbständigungen]] zu finden, bzw. zu ent-decken. Das setzt zum Einen eine [[Geschichte]] voraus, die zu begreifen nötig ist, weil sie nicht durch sich selbst, durch ihr [[Leben]] ohne [[Begriff]] von dem, was [[notwendig]] ist, sich fortbilden kann. Zum Anderen stellt sich darin das [[Bedürfnis]] ihrer [[Subjekte]] dar, sie zu ändern als ein notwendiges Verlangen aus ihrer [[Not]] heraus, als [[Notwendigkeit]] des Begreifens einer Veräußerlichung ihres Lebens, das [[entäußert]], in seiner Gänze befangen und von daher den Menschen fremd geworden ist (siehe [[Entfremdung]]). Der [[Begriff]] des Ganzen impliziert also, dass eine bislang unerklärlich [[verselbständigte]] [[Macht]] in ihrer Totalität auftritt und als diese erkannt ist, dass sie jenseits ihrer [[einzelnen]] Wirkungen in ihrer [[Allgemeinheit]] etwas bekommen hat, was wie eine [[fremde Kraft]] in den Lebensverhältnissen der Menschen wirksam ist, obwohl sie [[unwirklich]] zu sein scheint, wohl aber den [[Grund]] ihrer [[Beziehungen]] ausmacht. Daraus ergeben sich grundlegende Fragen zu den [[Elementarformen]] dieses [[entäußerten]] Zusammenhangs, um diesen [[Erscheinungen]] nachgehen zu können. Damit werden schon dadurch Begriffe virulent, die der Aufklärung bedürfen - z.B. was die Beziehungen in einer [[bürgerlichen Gesellschaft]] zusammenhält, in welchem epochalen Verständnis, durch welchen [[Verstand]] wir unser [[Leben]] überhaupt begreifen können, modern oder postmodern, strukturalistisch oder poststrukturalistisch ... usw. Mit dem [[Begriff]] eines ganzen Lebenszusammenhangs wird immer schon eine bestimmte Form einer [[verselbständigten]] [[Lebensäußerung]] vorausgesetzt, deren Auflösung die [[Erkenntnis]] seiner [[substanziellen]] [[Entfremdung]] nötig hat, einem [[Wesen]], das durch die [[Form]] seiner [[Verhältnisse]] in [[Not]] geraten ist, in seiner [[Wesensnot]] sich aufreibt. Das so schon [[abstrakt]] begriffene Ganze macht den Zusammenhang seiner [[Teile]] schon von selbst erkennbar, weil dieer durch die [[Synergie]] ihres [[Ergänzung]]sverhältnisses eigenständig, also darin etwas natürliches Ganzes ist, weil dieses mehr als die gesamte [[Existenz]] seiner Teile darstellt. In dieser Eigenständigkeit hat es die [[Substanz]] ihrer wechselnden Wirkungen und [[Eigenschaften]], welche in diesem Zusammenhang inhaltliche [[Beziehungen]] eingegangen sind und im Laufe ihrer [[Geschichte]] auch weiterhin eingehen, [[reichhaltiger]] werden können, indem sie sich [[entwickeln]], neue Inhalte und andere Ganzheiten erzeugen. Wo diese aber keine [[Form]] in diesem Ganzen finden, bleibt ihre [[Wirkung]] abgebrochen, [[abstrakt]] und sie werden zu einer [[Formbestimmung]], die nur durch ihre bloße [[Anwesenheit]] ihre Beziehung bestimmt, schon hierdurch das [[Abwesende]] verlangt, z.B. als [[abstrakt menschliche Arbeit]], die eine konkrete [[Arbeit]] zur Vermittlung eines ungebrochenen Ganzen ersucht, durch welche erst ihre [[Synergie]] vollkommen menschlich sein könnte, was substanziell ihrem [[Begriff]] entsprechen würde (siehe [[Dialektik]]). Im Pluralismus erscheint die Welt von vornherein [[beliebig]] begreifbar, alle Momente des [[Lebens]] für sich selbständig und außer sich unbegründet, also an und für sich [[verselbständigt]], so dass dem Pluralisten alles [[selbstverständlich]] zu sein scheint, solange er seine [[Gleichgültigkeit]] gegen die Zusammenhänge des [[Lebens]] [[leiden]] kann. Umgekehrt sind seine [[Erkenntnisse]] jedoch sehr zerbrechlich, sobald sich ihre [[Notwendigkeiten]] als seine absolute [[Not]] erweisen, seine bedingungslose Unterwerfung verlangen. Wenn durch einen [[Begriff]] oder eine Kategorie ein [[Verhältnis]] beschrieben wird (z.B. Familie, Architektur, Psyche, Kapital, Kapitalismus, Wert usw.), so ist damit immer ein Ganzes gemeint, das vielerlei [[Eigenschaften]] hat, die sich aufeinander [[beziehen]]. Es handelt sich dabei also immer um einen Zusammenhang von Eigenschaften, um ein Ganzes vieler Eigenschaften, das nicht für sich stehen muss, sondern sich auch wiederum zu anderem verhält, das teils dieselben, teils andere Eigenschaften hat. Jedes [[Teil]] kann somit wiederum ein Ganzes sein, das sich mitteilen und aufteilen lässt (so hat z.B. jede Familie viele Eigenschaften von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], lässt sich aber auch durch bestimmte Eigenschaften davon unterscheiden, sich besondern und mit diesen auch in [[Widerspruch]] treten, weil sie zugleich ökonomische Eigenschaften reflektieren). Der Begriff des Ganzen beschreibt kein in sich absolut geschlossenes [[Wesen]], sondern eine [[Beziehung]] der Teile, die sich zugleich sowohl offen, wie auch geschlossen zu anderem Wesen verhalten und entwickeln können. Ihre Totalität besteht lediglich aus einer Ganzheit bestimmter [[Eigenschaften]], die darin wesentlich zusammenwirken. Erst durch eine [[falsche]] Beziehung durch die Identifizierung von Teilen als Ganzes entsteht Totalitarismus (siehe auch [[Ideologie]]). Er ist eine [[Identität]] von einem Teil, das für ein Ganzes genommen wird. Von daher beschreibt ein [[Begriff]] zwar eine Totalität, ist damit aber nicht schon totalitär, wie [[Adorno]] dies unterstellt und seine [[Negative Dialektik]] hieraus begründet hatte. Er hätte verstehen müssen, dass seine [[Kritik]] an der Wahrheit des Ganzen nur das Wesen des [[Strukturalismus]] betreffen kann, der nur in seiner [[Struktur]] seine gebrochene [[Wahrheit]] zu begreifen hätte. Ein Gegenstand, der begriffen werden muss, weil er sich unkenntlich gemacht, sich veräußerlicht hat, stellt selbst schon die Frage nach dem [[Grund]] seiner Existenz, die für nichts gut und für alles möglich, also [[beliebig]] ist, der alleine schon durch seine [[Gleichgültigkeit]] gegen jede [[Erkenntnis]] ihr [[Gegenstand]] sein muss, weil ein solcher Gegenstand nicht unwesentlich, in seiner [[Anwesenheit]] nicht so mal einfach abwesend sein kann. Es geht für das Begreifen eines [[Wesens]] und der [[Abwesenheit]] seiner [[Beziehungen]] in seiner [[Wirklichkeit]] um die [[Wahrheit]] eines ganzen, eines an und für sich nicht schon gebrochenen oder geteilten [[Gegenstands]]. Es geht um die Unzweifelhaftigkeit bestimmter Zusammenhänge, die weit vermittelt sein können und deren Bruch oder Teilung als ihre [[Wesensnot]] zu erklären ist. Es geht also nach wie vor um eine Wesen, das den ganzen Zusammenhang eines [[Gegenstands]] erklärt, um auch seine widersinnigen Erscheinungsformen zu beschreiben. Nicht was seine Eigenschaften [[ausschließlich]] und schlechthin sind, sondern was sie zerteilt und ihren abstrakte Beziehung begründet, steht dann im Brennpunkt des Begriffs. Erst hierdurch entsteht die Erkenntnis einer [[bedingten]], einer fremdbestimmte Ganzheit (siehe [[Entfremdung]]), die voraussetzt, dass es sich um eine ihrer [[Beziehung]] äußerlichen Totalität handelt, dass sie an einem äußeren [[Gegenstand]] mit [[beliebiger]] Bezogenheit, einer [[Beziehung]] nach Belieben zu begreifen ist, wie ihn Marx z.B. bei der Untersuchung der [[Ware]] an den Anfang ihrer [[Logik]] stellt, durch welche die [[notwendigen]] [[Aufwände]] ihrer Herstellung zur [[Freiheit]] ihres Konsums werden: Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d.h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. [[(MEW 23, S. 49)]] Ganz ist zunächst einfach nur das, was nicht zerbrochen ist, was also eine [[Form]] für sich hat, [[Form]] seines [[Inhalts]] ist, der dessen [[Eigenschaften]] darstellt und zusammenfasst und zugleich rückbezieht, also in ihrer Bestimmtheit begriffen, sich ihres Inhalts als Zusammenhang gewiss ist. Dieser Inhalt mag also aus vielen [[Teilen]] bestehen, die in dieser Form in einander [[ergänzenden]] [[Beziehungen]], also abhängig und relativ zueinander stehen, und darüber hinaus auch auf andere Formen bezogen sein und auch neue Ganzheiten bilden können (siehe hierzu auch [[Emergenz]]). Darin ergänzen sich ihre [[Eigenschaften]] und bilden frei nach ihrer Beziehung ihren Zusammenhang, der wesentlich mehr ist, als es die Summe seiner Teile sein könnten. Das Ganze ensteht nur durch [[Ergänzung]] und nicht durch Teile, die darin äußerlich verbunden werden. Es kann also erst mal nur das Zusammenhängende der [[Teile]], die Konsistenz des in sich geschlossenen und nach außen offenen [[Wesens]] eines Zusammenhangs sein, das in sich nicht zerteilt, in Teile [[zertrennt]] ist, auch wenn es sich aus Teilen zusammensetzt. Wenn jedoch die Teile sich nicht [[wirklich]] aufeinander beziehen lassen, wenn sie nur [[isoliert]] von einander, nur in abstrakten Beziehungen als Teile eines Ganzen existieren (siehe z.B.[[Teilung der Arbeit]]), so müssen sie ihre Beziehung vermitteln, ein Mittel hierfür finden. Die Teile beziehen sich darin dann nicht ihrem [[Inhalt]] entsprechend frei, sondern nur durch ihren Mangel in [[Form]], durch ihre [[Notwendigkeit]], weil sie ohne [[Ergänzung]] nicht sein und nichts für sie einbringen können - eben weil sie nur ihre [[Not]] mitzuteilen haben. Sie bestehen als [[Anwesen]] füreinander und können nicht ohne Not [[abwesend]] sein. Jedes Teil bleibt in dieser [[Beziehung]] selbständig für sich, bildet ein [[Verhältnis]], das aus ihrem Mangel hervorgeht und von daher ausschließlich, also in ihrer wechselseitigen [[Ausschließlichkeit]] notwendig ist. Wenn sie im Ganzen nur als voneinander getrennte Teile ihre [[Beziehung]] in ihrer Not, als notwendige Beziehung im Gegensatz zueinander und also im [[Widerspruch]] realisieren, sind sie in ihrer Verbundenheit nicht konkret erkennbar. Sie zeigen ihre substanzielle Beziehung nicht mehr qualitativ, sondern nur in und durch ihr Quantum in ihrer Wirkung als eine Summe in ihrer [[Allgemeinheit]], in ihrem [[Durchschnitt]] als Summe pro Teil (z.B. als gesellschaftlich [[durchschnittliche]] Arbeit). Sie gebrauchen sich selbst in ihrer [[Widersprüchlichkeit]] und zehren in ihrer [[Beziehung]] einander substanziell auf, indem sie in der [[Teilung]] ihre Not bestärken und im Ganzen übermäßig abhängig voneinander werden. Was ein Ganzes darin wäre, dass es mehr als die Summe seiner Teile darstellt, kehrt sich um in das Anwachsen ihres Mangels. Innerhalb eines widersprüchlichen Ganzen führt ihre Teilung zur [[Isolation]] und damit zur [[Reduktion]] ihrer [[Beziehung]], wird in ihrer [[Abstraktion]] von ihrem wesentlichen Zusammenhang, also von ihrer abstrakten [[Substanz]] bestimmt, in dem sie sich aus ihrer [[Notwendigkeit]] heraus systematisch beziehen müssen, selbst zu Teilen eines [[System]]s werden. Und dieses ist nur in der [[Beziehung]] zu einem [[abstrakten]] [[Wesen]] zu erkennen, das die [[Substanz]] des Ganzen auch nur abstrakt wahrmachen kann (siehe z.B. als[[abstrakt menschliche Arbeit]]). Nur durch das Ganze kann sich ein [[Teil]] als Teil von ihm [[bestimmen]], weil es nur hierdurch seine Beziehung erfährt. Diese kann hierarchisch oder plural sein, je nachdem, wie das [[Ganze]] zu anderen Ganzheiten bestimmt ist, als [[System]] der Einzelheiten oder als System von Subsystemen. Rein phänomänologisch ist das Ganze lediglich ein wesentlich behaupteter Zusammenhang der Phänomene, z.B. als eine (ganze) Geschichte, ein (ganzes) Haus usw. Im Denken allerdings geht es um Gedanken, also um das Ganze eines Gedankens, der die Erkenntnis eines Zusammhangs unterstellt, in der eine Einheit von Ganzem und seinen Teilen nachzuweisen ist, soll diese nicht ausarten in eine Tätigkeit, die Gegensätze festzustellen und von dem einen zum anderen zu gehen, ohne aber ihre Verbindung und durchdringende Einheit zustande zu bringen (Hegel PdR, S. 197) Das Ganze ist zunächst einfach nur der Zusammenschluss von vielem in einem [[Begriff]], also in einer allgemeinen Einheit des darin beschlossenen Gedankens (siehe [[Logik]]). Im [[analytischen]] Denken ist es noch gleich, ob dieser Begriff hierfür schon [[wahr]] ist oder auch nicht; es bewegt sich in der Annäherung an des [[Wesentliche]] und gerät somit auch immer wieder in den Irrtum einer Ganzheit, die keine ist, die dadurch widersprüchlich ist, dass sie ein Ganzes nur gegen anderes Ganzes, also nur als ganzes Teil erkennen kann. Es hat seinen [[Begriff]] nur in Beziehung auf einen anderen Begriff. Erst in der [[Synthese]] des Vielen zeigt sich, ob der Begriff sich bewährt, also als Erkenntnis eines ganzen Zusammenhangs in der [[Wirklichkeit]] sich bewahrheitet. Im Begriff eines Zusammenhangs muss daher auch der ganze Zusammenhang begriffen werden, muss die Lebensform des Begriffenen die Wirklichkeit ihrer Formationen erklären, ohne selbst wirklich sein zu können (siehe [[Wissenschaft]]). Es muss sich im Begriff das Zusammenwirken verschiedener Ursachen als wesentlich begründet erweisen, ohne dass er wesenlich wirklich ist. Der Begriff muss also erklären, warum eine Wirklichkeit wesentlich unwirklich ist, warum ihr [[Wesen]] und ihre [[Erscheinung]] auseinanderfällt und dennoch in notwendiger Vermittlung steht. Was ganz ist, muss also nicht heil sein. Wo das Ganze im [[Widerspruch]] mit sich ist, wo seine Teile es fortwährend aufheben, indem sie seinen Widerspruch erneuern (siehe [[Dialektik]]), indem sie sich in ihm [[isolieren]], in der [[Getrenntheit]] von einander, also [[abstrakt]] auf einander beziehen, wo es also zu einem System wird, wird das Ganze zu einer [[Ideologie]] des Heils. Auch eine Krankheit ist ein ganzes Geschehen, deren Heilung sie beendet. Ein [[Heil]] als [[Ideal]] aber ist etwas hierin verschlossenes, eine Geborgenheit, in der sich Gebrochenes in seiner [[Isolation]] ganz erscheinen kann (siehe [[heile Welt]]), damit aber notwendig veräußert, sich äußerlich gemacht ist, indem es mit einer fremden [[Substanz]] vertauscht wurde (siehe auch [[Kitsch]]). Diese wird aus einer fremden [[Anwesenheit]] bezogen, in der das [[Eigen]]e ausgeschlossen und das [[Fremde]] zu [[Eigen]] gemacht wird. Von daher erweist sich eine Theorie des Ganzen notwendig unwirklich, als Gedanke, der nicht wirklich sein kann, sich aber auf Wirklichkeit Not wendend bezieht. Es gibt Ganzes nur im Widerspruch einer wirklichen [[Totalität]], eines veräußerlichten Wesens, das sich selbständig gegen seine Bezogenheiten verhält. Es selbst hat zwar ein [[Wesen]], ist aber nicht durch sich selbst wesentlich wirklich. Es bezieht seine [[Substanz]] aus einem [[Leben]], das es nicht wirklich formuliert, ist nicht selbst lebendig, wiewohl es die ganze Lebensform bestimmt (siehe hierzu auch den Gegensatz von [[Leben]] und [[Logik]]). Jedes Ganze kann also nur [[Form]] und von daher auch nur Form bestimment sein. [[Adornos]] Einwand gegen [[Hegel]] (siehe oben) ist daher ebenso unsinnig wie Hegels Begriff des Lebendigen überhaupt, der selbst nur ideell sein kann. Das Ganze als lebendiges Wesen behauptet, wäre in der Tat reiner Totalitarismus. Als Begriff einer [[Formbestimmung]] aber ist deren Begriff nicht die [[Totalität]] lebendiger Teile, sondern die Totalität vieler [[Bestimmungen]]. Wenn der [[Begriff]] des Ganzen richtig ist, so lassen sich die Teile daraus erklären. Umgekehrt kann also auch nur der Teil richtig begriffen sein, wenn er das Ganze erklärt, wenn er zeigt., wie sich die Teile in diesem Ganzen also wirklich - das heißt: ihrer Wirkung nach - erschließen lassen, wenn sich also damit [[beweisen]] lässt, ob ihr Zusammenhang richtig [[schlussgefolgert]] ist. Ist der Begriff wahr, so erweisen sich die Teile auch richtig beurteilt, weil sie den Begriff abschließen, und sich in ihrer Abgeschlossenheit durch ihn zugleich erschließen lassen. Beim Ganzen wird nur das betrachtet, was sich als [[Identität]] erhält, bzw. sich selbst als Ganzes reproduziert. Wo diese nicht wirklich sein kann, also nur durch [[unwirkliche]] [[Wirkungen]] erkennbar ist, zeigt sich ein Wesen, das nur [[abstrakt]] wahr sein kann. Es steht in einer Wesenslogik, für welche es nötig ist, hinter den entstehenden und vergehenden erscheinenden Dingen stabile Beziehungen zu ermitteln. Wesentliche Beziehungen zu erkennen, bedeutet, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Die höchste Form einer Beziehung innerhalb der Wesenslogik ist die Wechselwirkung (nach der jeweils nur in eine Richtung wirkenden Kausalität). Dieser Beziehung fehlt es noch, daß sie als Moment eines Dritten, Höheren, erkannt wird (Hegel Enz. I, S. 302). Erst innerhalb der [[Logik]] des [[Begriffs]], also als logisch begriffener Zusammenhang, ist es möglich, das über das bloße Wechselwirken Hinausgreifende durch die Vermittlung der Momente mit der Totalität zu erkennen. In deren Bewahrheitung erweisen sich die richtigen Begriffe (keine beliebigen Zuordnungen von Elementen bzw. Teilen zu Systemen oder zum Ganzen) für die Momente und die Totalität. Totalität ist das, aus dem sich die Momente begründen; ihre Momente sind das, was in ihren Widersprüchen die Totalität konstituiert. Im Begriff dieses Ganzen zeigt sich also, was darin substanziell als Zusammenhang von Eigenschaften wahr ist (siehe [[Begriffssubstanz]]) und was die [[Wahrheit]] ihrer [[Formbestimmung]] ausmacht, was darin also wirklich selbständiger Teil ist, und was das im Ganzen Übergreifende daher sein muss, das seine Teile zusammenhält. Nur weil das Ganze auch ein ganzes Verhältnis seiner Teile ist, ist es mehr als deren zusammengefügte Einzelheiten. Es ist die Gestalt ihrer Verbindung, die sie für sich nicht haben, und zugleich [[Form]] ihrer [[Beziehung]] auf anderes, die sie zwar haben, worin sie aber nicht wirklich sein können (vergleiche z.B. das [[Verhältnis]] von [[Gebrauchswert]] und [[Tauschwert]]). Ein Urteil über die Wirklichkeit ist die Erkenntnis der wesentlichen Teile, woraus sie sich ergibt und erklärt. Die Urteile über die Teile können sich nur aus dem Ganzen erschließen, weil das Ganze als Resultat einer [[Geschichte]] wesentlich ein Ur-Teil ist. In ihm bewahrt sich der Zusammenhang der Geschichte, wo sie ins Stocken gekommen, zur herrschenden [[Vernunft]], zu einer [[Form]] des Herrschenden geworden ist. Erst wenn das Ganze als abgeschlossener Zusammenhang, als wirkliche Abstraktion (siehe [[Realabstraktion]]) begriffen ist, kann sich neue Geschichte ergeben. Von daher muss das Ganze auch so wahr sein, wie es ganz Abgeschlossenes formuliert. Die Erkenntnis des Ganzen ist die Grundlage der Befreiung, der menschlichen Emanzipazion aus der Vergangenheit der Menschen. Zugleich ist jedes Ganzes aber nicht ein geschlossenes System sondern auch Teil eines umfänglicheren, eines allgemeineren Ganzen, in dem es auch gegenteilig ist, sich anderen Teilen darin unmittelbar widersetzt und nur in der [[Vermittlung]] des Allgemeinen Teil dieses Ganzen sein kann. Von daher ist das Ganze in [[Wirklichkeit]] ein [[widersprüchliches]] Ganzes, sein [[Begriff]] die Einheit von Gegensätzen (siehe [[Dialektik]]), die in dessen [[Analyse]] begriffen wurde. Der [[Idealismus]] sieht das Ganze als ursprüngliche Einheit seines Begriffs, als Idealität seiner selbst, in welchem sich die Teile durch ihre nähere Bestimmung unterscheiden und sich innerhalb des Ganzen durch ihre ideelle Bestimmtheit erst zum Realen hin entfalten. Im [[Materialismus]] wird die Einheit des Ganzen als [[Abstraktion]] vom Konkreten begriffen und deren [[Substanz]] in einem sich wirklich vollziehenden Abstraktionsprozesses (siehe [[Realabstraktion]]) aus dessen Analyse erschlossen. Die [[Erkenntnis]] dieser Abstraktion macht die Argumentation zum Fortgang der Begriffsbestimmungen aus, die [[Begriffssubstanz]]. Das Ganze ist auch wirklich die Gestalt eines systematischen Zusammenhangs seiner [[Bestimmungen]], Form eines [[Inhalts]], der sich nicht nur [[Form]] gibt, sondern auch Form hat. Von daher verweist diese Form immer auch auf anderes, was sie selbst wiederum in der [[Beziehung]] auf dieses fortbestimmt und auf anderes, wovon sie selbst bestimmt, also [[formbestimmt]] ist. Das Ganze ist die Einheit des Mannigfaltigen im Zusammenhang seiner Teile. Diese sind Momente einer formellen Inbegriffenheit, welche eine Beziehungsform seiner Teile ist, ein [[System]], die [[Totalität]] aller [[Beziehungen]] darin. Worin alles einbegriffen ist, ist auch der [[Begriff]] des Ganzen. Und als dieses bezieht es sich auf anderes Ganzes im Verhalten als solches, also im [[Verhältnis]] zu diesem. In der [[Sprache]] reflektieren die Substantive etwas Ganzes nach seiner Substanz, seinem Implikat. Darin besteht es nur als [[Form]], wie es im [[praktischen Bewusstein]] begriffen ist, als substanzielle Anschauung von [[Gegebenheiten]], wie sie etwa als [[Tatsachen]] zu verstehen sind. Erst durch das begriffliche Denken wird das Ganze in einem Wesen erkennbar, das nicht unmittelbar gegeben ist. Im Begriff sind die Beziehungen der Teile als zueinander vermittelt begriffen und bilden das [[Wissen]] aus, das hierin für jeden Teil ebensolche [[Gewissheit]] bekommt wie das Ganze selbst. Wenn diese Gewissheit im Zusammenhang nicht möglich ist, gerät ein Begriff in [[Zweifel]]. Im Zusammenhang des Ganzen erweist sich daher erst die [[Wahrheit]], die es ausmacht, sein [[Sein]], gleich, ob es nun ein [[logisches]] oder unlogisches Ganzes ist. Ob ein Wissen wirklich zu [[Bewusstsein]] wird, hängt ganz von dieser Wahrheit ab, die etwas als [[Ding]] oder [[Unding]], [[Gegenstand]] des Menschen oder gegenständliche [[Entfremdung]] des Menschseins erkennt. So ein Ganzes eine [[Täuschung]] ist, wird es zur Affirmation einer [[Scheinwelt]], zu einem [[Prinzip]], das keine [[Wirklichkeit]] haben kann (siehe z.B. [[Heilsprinzip]]). Darin besteht die Ganzheit lediglich in einer [[Bewertung]], in einer subjektiven Affirmation einer Wirklichkeit, die nicht sein kann: Das [[Heil]]e, das von seinem [[Unheil]] befreit sein soll (siehe auch [[Kitsch]]). Die eingangs zitierte Entgegensetzung von Hegel und [[Adorno]] beruht auf einer schlechten Identifikation, die das [[notwendige]] Denken des Ganzen, also das begriffliche [[Denken]], nicht als sachbedingt ansieht, sondern als subjektiven Entschluss. Solange eine begriffliche Einheit (siehe [[Wert]]) die Verhältnisse der Menschen bestimmt, solange müssen diese auch als ganzes [[System]] begriffen werden, wollen sich die Menschen dem nicht unterwerfen. Indem Denken lediglich als subjektive Tätigkeit angesehen wird, die sich qua Selbstbezogenheit jenseits von allem begründen kann, kann es nur der Stiftung einer geistigen Identität dienen, die sich in keinem systematischen Zusammenhang bewegen muss, aber gerade hierdurch totalitär, der Glaube an eine andere Ganzheit sein (vergl. hierzu Adornos Spruch Es gibt kein richtiges Leben im falschen). Es mag sich frei anfühlen, aber nur soweit, wie die Selbsterkenntnisse ohne Welt begriffen werden, solange also Menschen sich ausschließlich im philosophischen Diskurs total verhalten können. Adornos Kritik an [[Hegel]], die wohl eher polemisch gemeint war, ist besonders bei den [[Antideutschen]] zur [[Wirkung]] gekommen und begründet deren Totalitarismus im Denken. Dieser war freilich auch schon bei Adorno angelegt, der eigentlich gegen totalitäres Denken angetreten war. Er hatte seine Kritik am totalitären Denken nicht durch eine Analyse des Totalitarismus gewendet, sondern sie lediglich auf eine psychologische Abweisung reduziert, die einen Unwert des Denkens feststellte: Das Undenkbare. Damit meinte er die Entwicklung des Nationalsozialismus und die Vernichtungsmaschinerie der Nazis. Gerade die wissenschaftliche Analyse dieser Geschichte, also ihre Zurückführung auf ihren sachlichen Kern, kann ihre Wiederholung verhindern. Adorno ist psychologisch nicht über seine Studien zum autoritären Charakter hinausgegangen, die Rigidität, also Empfindungslosigkeit, zum Maß des Totalitären machte, und hat seine Position in der Dialektik der Aufklärung nurmehr philosophisch, also in der Behandlung der gedanklichen [[Substanz]] ausgeführt. Im Grunde hat er darin lediglich einen moralischen Kern des absolut Amoralischen, des Ungeheuerlichen installiert, der unabweisbar sein sollte (siehe den adornitischen Imperativ). Die [[Logik]] eines solchen Moralismus steckt freilich in seiner ganzen Philosophie, auch in dem Satz das Ganze ist das Unwahre. Dessen Widersinn ist schon logisch offenkundig: Wenn er wahr wäre, so könnte er nur in absoluter Ganzheit wahr sein, müsste also das Ganze sein, das unwahr ist.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Ganzes ist der Zusammenhang vieler hieraus bestimmten [[Eigenschaften]], die [[Identität]] der [[Gründe]], aus denen sie sich [[verhalten]], sich zu [[eigen]] sind, das eigentliche [[Wesen]] ihrer [[Wirkungen]], was daran also auch [[wirklich]] [[wahr]], was deren [[Wirklichkeit]] ist und ausmacht. [[Wahrheit]] ist daher die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] ans sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen. Darin allerdings hatte [[Adorno]] dereinst einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] die Unwahrheit schlechthin darstellen würde, nicht wirklich ideal bleiben würde, nicht ganz ideal und also nicht wirklich ganz wahr sein könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Gelangt in der These, nur Ähnliches sei dazu fähig, das untilgbare Moment von Mimesis in aller Erkenntnis und aller menschlichen Praxis zum Bewusstsein, so wird solches Bewusstsein zur Unwahrheit, wenn die Affinität, in ihrer Untilgbarkeit zugleich unendlich weit weg, positiv sich selbst setzt. In Erkenntnistheorie resultiert daraus unausweichlich die falsche Konsequenz, Objekt sei Subjekt. (Adorno, Negative Dialektik, Suhrkamp 1982, S. 153f.)(Adorno, S. 153).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahrheit]] einer [[Erkenntnis]] hängt davon ab, worin sie sich selbst versteht, in welchem Zusammenhang sie ihren [[Gegenstand]] [[begreifen]] will und wie sie ihn im Ganzen seines [[Daseins]] versteht. Darin verbirgt sich das [[Erkenntnisinteresse]] und also auch die Frage nach der [[Methode]], mit der er begriffen werden kann. Was ist der [[Sinn]] seiner [[Erkenntnis]]? Woraus besteht ihr Vermögen oder ihr [[Notwendigkeit]]? Vollzieht sie eine absolute [[Wahrheit]] einer überweltlichen Ganzheit oder ist sie ein Moment einer [[Determination]], die sie für sich verbessern will oder als [[Widerspruch]], den sie auflösen will oder als reine [[Kritik]], durch die sie sich ihr [[Leben]] selbst in einer [[negativen Dialektik]] erklärt, um die Brüche einer [[Entfremdung]] aufzulösen? Was ist das Ganze ihrer [[Lebensverhältnisse]] oder Lebensumstände? Ist es das Gegenteil von etwas Zerbrochenem, [[Zerteiltem]]? Oder eine übermächtige [[Idee]], die durch [[totalitäres]] Handeln verwirklicht wird? Oder ist es eine ewige Wahrheit der Weltgeschichte, eine kosmische Größe, die [[Religion]] einer Schöpfungsvorstellung durch einen Schöpfer oder einen Weltgeist der [[Evolution]]? Oder ist es einfach nur ein [[Begriff]] der [[Erkenntnistheorie]] für eine bestimmte [[Erkenntnismethode]]?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grundsätzliches Problem der [[Begriffsbildung]] ist die Ergründung der [[Substanz]], die ein Ganzes vieler [[Eigenschaften]] unterstellt, die ein [[Begriff]] zusammenfasst und ihn mit anderen [[Begriffen]] verbindet. Das [[Ganze]] kann aber als solches nur wahr sein, wenn das Einzelne darin bewahrt ist und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur wahr sein, weil es sich nur durch das Ganze gewahr wird, weil es durch seine [[Einzelheit]] das Ganze bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann (siehe hierzu auch [[Strukturalismus]]). Eine [[substanzielle]] Argumentation kann sich daher nur aus der [[Analyse]] ganzer Zusammenhänge ergeben, die ihren [[Gegenstand]] bestimmen. Wer sich selbst zum [[Gegenstand]] macht oder als Teil eines [[Gegenstands]] zu [[begreifen]] sucht (siehe auch [[Begriffsbildung]]), kann keinen [[wirklichen]] [[Gegenstand]] erkennen. Er hat dessen [[Wesen]] in sich und ist Teil hiervon und sucht sich deshalb selbst als [[Wesen]] seiner Mitteilung zu veräußern, bleibt daher [[notwendig]] in einem [[hermeneutischen Zirkel]], der die mögliche [[Erkenntnis]] schon subjektiviert, bevor sie ihren [[Gegenstand]] als einen äußerlichen [[Gegenstand]] [[erkennen]] kann. Dies ist das Vorgehen der [[Phänomenologie]] wie auch der [[bürgerlichen Wissenschaften]] überhaupt. Sie stehen ihren [[äußerlichen]] Gegenständen selbst als [[Subjekt]] und zugleich als [[Objekt]] ihrer Zusammenhänge gegenüber, sehen sich selbst als [[Inhalt]] und [[Form]] ihres [[Daseins]] und haben daher auch kein [[Bewusstsein]] über ihre gegenständliche [[Tätigkeit]]. Hiergegen verhält sich eine [[kritische Theorie]] durch ihre Heraussetzung aus ihrem [[Gegenstand]], den sie zugleich als [[Wesen]] ihres [[Daseins]] erkennen muss, das [[Äußere]] sich also selbst als [[Inhalt]] einer [[veräußerlichten]] [[Form]] ihrer [[Verhältnisse]] begreifen, ihre [[Selbstentfremdung]] durch eine [[Formbestimmung]] begründet [[erkennen]] muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Wesen, welches seine Natur nicht außer sich hat, ist kein natürliches Wesen, nimmt nicht teil am Wesen der Natur. Ein Wesen, welches keinen Gegenstand außer sich hat, ist kein gegenständliches Wesen. Ein Wesen, welches nicht selbst Gegenstand für ein drittes Wesen ist, hat kein Wesen zu seinem Gegenstand, d.h. verhält sich nicht gegenständlich, sein Sein ist kein gegenständliches. Ein ungegenständliches Wesen ist ein Unwesen.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Setzt ein Wesen, weiches weder selbst Gegenstand ist noch einen Gegenstand hat. Ein solches Wesen wäre erstens das einzige Wesen, es existierte kein Wesen außer ihm, es existierte einsam und allein. Denn sobald es Gegenstände außer mir gibt, sobald ich nicht allein bin, ich ein andres, eine andre Wirklichkeit als der Gegenstand außer mir. Für diesen 3ten Gegenstand bin ich also eine andre Wirklichkeit als er, d.h. sein Gegenstand. Ein Wesen, welches nicht Gegenstand eines andren. Wesens ist, unterstellt also, daß kein gegenständliches Wesen existiert. Sobald ich einen Gegenstand habe, hat dieser Gegenstand mich zum Gegenstand. Aber ein ungegenständliches Wesen ist ein unwirkliches, unsinnliches, nur gedachtes, d.h. nur eingebildetes Wesen, ein Wesen der Abstraktion. Sinnlich sein, d.h. wirklich sein, ist Gegenstand des Sinns sein, sinnlicher Gegenstand sein, also sinnliche Gegenstände außer sich haben, Gegenstände seiner Sinnlichkeit haben. Sinnlich sein ist leidend sein. Der Mensch als ein gegenständliches sinnliches Wesen ist daher ein leidendes und, weil sein Leiden empfindendes Wesen, ein leidenschaftliches Wesen. Die Leidenschaft, die Passion ist die nach seinem Gegenstand energisch strebende Wesenskraft des Menschen. [[(MEW 40, S. 578]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Ganzes ensteht aus dem [[Verhältnis]] von [[Ergänzungen]] die sich in ihm weiterhin als [[Teile]] verhalten, solange keine selbständige [[Form]] nötig ist. Es ist also das [[Verhältnis]] von [[Teilen]], die darin in [[Beziehung]] stehen, die durch ihre [[Ergänzung]] lebt - die aber auch in [[Widerspruch]] geraten kann, wo ihre Unterschiede einander nicht finden, in einer [[Trennung]] verbleiben und sich von daher nur außer sich [[verhalten]] können, sich [[entäußern]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze ist der Zusammenhang der [[Teile]], der Relationen (siehe auch [[Beziehung]]) einer [[absolut]] verstandenen [[Substanz]], die eine [[Form]] für sich, eine [[Elementarform]] hat. Um einen [[Gegenstand]] der [[Erkenntnis]] als ein Ganzes ihrer [[Eigenschaften]] zu begreifen sind für deren konsistente [[Analyse]] schon im Vorhinein grundlegende [[Erkenntnisse]] nötig zu dem, was darin selbständig zu sein scheint, ob es also eine [[Verselbständigung]] ist. Ein Ganzes ist von daher ein [[analytischer]] [[Begriff]], der eine [[Elementarform]] für den Zusammenhang von bestimmten [[Eigenschaften]] zum [[Gegenstand]] ihres [[Denkens]] macht, um damit den Zusammenhang einer darin bestimmten [[Geschichte]] zu begreifen, deren [[Begriff]] über deren substanzielle Grundlagen und [[Verselbständigungen]] zu finden, bzw. zu ent-decken. Das setzt zum Einen eine [[Geschichte]] voraus, die zu begreifen nötig ist, weil sie nicht durch sich selbst, durch ihr [[Leben]] ohne [[Begriff]] von dem, was [[notwendig]] ist, sich fortbilden kann. Zum Anderen stellt sich darin das [[Bedürfnis]] ihrer [[Subjekte]] dar, sie zu ändern als ein notwendiges Verlangen aus ihrer [[Not]] heraus, als [[Notwendigkeit]] des Begreifens einer Veräußerlichung ihres Lebens, das [[entäußert]], in seiner Gänze befangen und von daher den Menschen fremd geworden ist (siehe [[Entfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] des Ganzen impliziert also, dass eine bislang unerklärlich [[verselbständigte]] [[Macht]] in ihrer Totalität auftritt und als diese erkannt ist, dass sie jenseits ihrer [[einzelnen]] Wirkungen in ihrer [[Allgemeinheit]] etwas bekommen hat, was wie eine [[fremde Kraft]] in den Lebensverhältnissen der Menschen wirksam ist, obwohl sie [[unwirklich]] zu sein scheint, wohl aber den [[Grund]] ihrer [[Beziehungen]] ausmacht. Daraus ergeben sich grundlegende Fragen zu den [[Elementarformen]] dieses [[entäußerten]] Zusammenhangs, um diesen [[Erscheinungen]] nachgehen zu können. Damit werden schon dadurch Begriffe virulent, die der Aufklärung bedürfen - z.B. was die Beziehungen in einer [[bürgerlichen Gesellschaft]] zusammenhält, in welchem epochalen Verständnis, durch welchen [[Verstand]] wir unser [[Leben]] überhaupt begreifen können, modern oder postmodern, strukturalistisch oder &#039;&#039;poststrukturalistisch&#039;&#039; ... usw. Mit dem [[Begriff]] eines ganzen Lebenszusammenhangs wird immer schon eine bestimmte Form einer [[verselbständigten]] [[Lebensäußerung]] vorausgesetzt, deren Auflösung die [[Erkenntnis]] seiner [[substanziellen]] [[Entfremdung]] nötig hat, einem [[Wesen]], das durch die [[Form]] seiner [[Verhältnisse]] in [[Not]] geraten ist, in seiner [[Wesensnot]] sich aufreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das so schon [[abstrakt]] begriffene Ganze macht den Zusammenhang seiner [[Teile]] schon von selbst erkennbar, weil dieer durch die [[Synergie]] ihres [[Ergänzung]]sverhältnisses eigenständig, also darin etwas natürliches Ganzes ist, weil dieses mehr als die gesamte [[Existenz]] seiner Teile darstellt. In dieser Eigenständigkeit hat es die [[Substanz]] ihrer wechselnden Wirkungen und [[Eigenschaften]], welche in diesem Zusammenhang inhaltliche [[Beziehungen]] eingegangen sind und im Laufe ihrer [[Geschichte]] auch weiterhin eingehen, [[reichhaltiger]] werden können, indem sie sich [[entwickeln]], neue Inhalte und andere Ganzheiten erzeugen. Wo diese aber keine [[Form]] in diesem Ganzen finden, bleibt ihre [[Wirkung]] abgebrochen, [[abstrakt]] und sie werden zu einer [[Formbestimmung]], die nur durch ihre bloße [[Anwesenheit]] ihre Beziehung bestimmt, schon hierdurch das [[Abwesende]] verlangt, z.B. als [[abstrakt menschliche Arbeit]], die eine konkrete [[Arbeit]] zur Vermittlung eines ungebrochenen Ganzen ersucht, durch welche erst ihre [[Synergie]] vollkommen menschlich sein könnte, was substanziell ihrem [[Begriff]] entsprechen würde (siehe [[Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Pluralismus erscheint die Welt von vornherein [[beliebig]] begreifbar, alle Momente des [[Lebens]] für sich selbständig und außer sich unbegründet, also an und für sich [[verselbständigt]], so dass dem Pluralisten alles [[selbstverständlich]] zu sein scheint, solange er seine [[Gleichgültigkeit]] gegen die Zusammenhänge des [[Lebens]] [[leiden]] kann. Umgekehrt sind seine [[Erkenntnisse]] jedoch sehr zerbrechlich, sobald sich ihre [[Notwendigkeiten]] als seine absolute [[Not]] erweisen, seine bedingungslose Unterwerfung verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn durch einen [[Begriff]] oder eine Kategorie ein [[Verhältnis]] beschrieben wird (z.B. Familie, Architektur, Psyche, Kapital, Kapitalismus, Wert usw.), so ist damit immer ein Ganzes gemeint, das vielerlei [[Eigenschaften]] hat, die sich aufeinander [[beziehen]]. Es handelt sich dabei also immer um einen Zusammenhang von Eigenschaften, um ein Ganzes vieler Eigenschaften, das nicht für sich stehen muss, sondern sich auch wiederum zu anderem verhält, das teils dieselben, teils andere Eigenschaften hat. Jedes [[Teil]] kann somit wiederum ein Ganzes sein, das sich mitteilen und aufteilen lässt (so hat z.B. jede Familie viele Eigenschaften von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], lässt sich aber auch durch bestimmte Eigenschaften davon unterscheiden, sich besondern und mit diesen auch in [[Widerspruch]] treten, weil sie zugleich ökonomische Eigenschaften reflektieren).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des Ganzen beschreibt kein in sich absolut geschlossenes [[Wesen]], sondern eine [[Beziehung]] der Teile, die sich zugleich sowohl offen, wie auch geschlossen zu anderem Wesen verhalten und entwickeln können. Ihre Totalität besteht lediglich aus einer Ganzheit bestimmter [[Eigenschaften]], die darin wesentlich zusammenwirken. Erst durch eine [[falsche]] Beziehung durch die Identifizierung von Teilen als Ganzes entsteht Totalitarismus (siehe auch [[Ideologie]]). Er ist eine [[Identität]] von einem Teil, das für ein Ganzes genommen wird. Von daher beschreibt ein [[Begriff]] zwar eine Totalität, ist damit aber nicht schon totalitär, wie [[Adorno]] dies unterstellt und seine [[Negative Dialektik]] hieraus begründet hatte. Er hätte verstehen müssen, dass seine [[Kritik]] an der Wahrheit des Ganzen nur das Wesen des [[Strukturalismus]] betreffen kann, der nur in seiner [[Struktur]] seine gebrochene [[Wahrheit]] zu begreifen hätte. Ein Gegenstand, der begriffen werden muss, weil er sich unkenntlich gemacht, sich veräußerlicht hat, stellt selbst schon die Frage nach dem [[Grund]] seiner Existenz, die für nichts gut und für alles möglich, also [[beliebig]] ist, der alleine schon durch seine [[Gleichgültigkeit]] gegen jede [[Erkenntnis]] ihr [[Gegenstand]] sein muss, weil ein solcher Gegenstand nicht unwesentlich, in seiner [[Anwesenheit]] nicht so mal einfach abwesend sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht für das Begreifen eines [[Wesens]] und der [[Abwesenheit]] seiner [[Beziehungen]] in seiner [[Wirklichkeit]] um die [[Wahrheit]] eines ganzen, eines an und für sich nicht schon gebrochenen oder geteilten [[Gegenstands]]. Es geht um die Unzweifelhaftigkeit bestimmter Zusammenhänge, die weit vermittelt sein können und deren Bruch oder Teilung als ihre [[Wesensnot]] zu erklären ist. Es geht also nach wie vor um eine Wesen, das den ganzen Zusammenhang eines [[Gegenstands]] erklärt, um auch seine widersinnigen Erscheinungsformen zu beschreiben. Nicht was seine Eigenschaften [[ausschließlich]] und schlechthin sind, sondern was sie zerteilt und ihren abstrakte Beziehung begründet, steht dann im Brennpunkt des Begriffs. Erst hierdurch entsteht die Erkenntnis einer [[bedingten]], einer fremdbestimmte Ganzheit (siehe [[Entfremdung]]), die voraussetzt, dass es sich um eine ihrer [[Beziehung]] äußerlichen Totalität handelt, dass sie an einem äußeren [[Gegenstand]] mit [[beliebiger]] Bezogenheit, einer [[Beziehung]] nach Belieben zu begreifen ist, wie ihn Marx z.B. bei der Untersuchung der [[Ware]] an den Anfang ihrer [[Logik]] stellt, durch welche die [[notwendigen]] [[Aufwände]] ihrer Herstellung zur [[Freiheit]] ihres Konsums werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d.h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. [[(MEW 23, S. 49)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz ist zunächst einfach nur das, was nicht zerbrochen ist, was also eine [[Form]] für sich hat, [[Form]] seines [[Inhalts]] ist, der dessen [[Eigenschaften]] darstellt und zusammenfasst und zugleich rückbezieht, also in ihrer Bestimmtheit begriffen, sich ihres Inhalts als Zusammenhang gewiss ist. Dieser Inhalt mag also aus vielen [[Teilen]] bestehen, die in dieser Form in einander [[ergänzenden]] [[Beziehungen]], also abhängig und relativ zueinander stehen, und darüber hinaus auch auf andere Formen bezogen sein und auch neue Ganzheiten bilden können (siehe hierzu auch [[Emergenz]]). Darin ergänzen sich ihre [[Eigenschaften]] und bilden frei nach ihrer Beziehung ihren Zusammenhang, der wesentlich mehr ist, als es die Summe seiner Teile sein könnten. Das Ganze ensteht nur durch [[Ergänzung]] und nicht durch Teile, die darin äußerlich verbunden werden. Es kann also erst mal nur das Zusammenhängende der [[Teile]], die Konsistenz des in sich geschlossenen und nach außen offenen [[Wesens]] eines Zusammenhangs sein, das in sich nicht zerteilt, in Teile [[zertrennt]] ist, auch wenn es sich aus Teilen zusammensetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn jedoch die Teile sich nicht [[wirklich]] aufeinander beziehen lassen, wenn sie nur [[isoliert]] von einander, nur in abstrakten Beziehungen als Teile eines Ganzen existieren (siehe z.B.[[Teilung der Arbeit]]), so müssen sie ihre Beziehung vermitteln, ein Mittel hierfür finden. Die Teile beziehen sich darin dann nicht ihrem [[Inhalt]] entsprechend frei, sondern nur durch ihren Mangel in [[Form]], durch ihre [[Notwendigkeit]], weil sie ohne [[Ergänzung]] nicht sein und nichts für sie einbringen können - eben weil sie nur ihre [[Not]] mitzuteilen haben. Sie bestehen als [[Anwesen]] füreinander und können nicht ohne Not [[abwesend]] sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Teil bleibt in dieser [[Beziehung]] selbständig für sich, bildet ein [[Verhältnis]], das aus ihrem Mangel hervorgeht und von daher ausschließlich, also in ihrer wechselseitigen [[Ausschließlichkeit]] notwendig ist. Wenn sie im Ganzen nur als voneinander getrennte Teile ihre [[Beziehung]] in ihrer Not, als notwendige Beziehung im Gegensatz zueinander und also im [[Widerspruch]] realisieren, sind sie in ihrer Verbundenheit nicht konkret erkennbar. Sie zeigen ihre substanzielle Beziehung nicht mehr qualitativ, sondern nur in und durch ihr Quantum in ihrer Wirkung als eine Summe in ihrer [[Allgemeinheit]], in ihrem [[Durchschnitt]] als Summe pro Teil (z.B. als gesellschaftlich [[durchschnittliche]] Arbeit). Sie gebrauchen sich selbst in ihrer [[Widersprüchlichkeit]] und zehren in ihrer [[Beziehung]] einander substanziell auf, indem sie in der [[Teilung]] ihre Not bestärken und im Ganzen übermäßig abhängig voneinander werden. Was ein Ganzes darin wäre, dass es mehr als die Summe seiner Teile darstellt, kehrt sich um in das Anwachsen ihres Mangels. Innerhalb eines widersprüchlichen Ganzen führt ihre Teilung zur [[Isolation]] und damit zur [[Reduktion]] ihrer [[Beziehung]], wird in ihrer [[Abstraktion]] von ihrem wesentlichen Zusammenhang, also von ihrer abstrakten [[Substanz]] bestimmt, in dem sie sich aus ihrer [[Notwendigkeit]] heraus systematisch beziehen müssen, selbst zu Teilen eines [[System]]s werden. Und dieses ist nur in der [[Beziehung]] zu einem [[abstrakten]] [[Wesen]] zu erkennen, das die [[Substanz]] des Ganzen auch nur abstrakt wahrmachen kann (siehe z.B. als[[abstrakt menschliche Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur durch das Ganze kann sich ein [[Teil]] als Teil von ihm [[bestimmen]], weil es nur hierdurch seine Beziehung erfährt. Diese kann hierarchisch oder plural sein, je nachdem, wie das [[Ganze]] zu anderen Ganzheiten bestimmt ist, als [[System]] der Einzelheiten oder als System von Subsystemen. Rein phänomänologisch ist das Ganze lediglich ein wesentlich behaupteter Zusammenhang der Phänomene, z.B. als eine (ganze) Geschichte, ein (ganzes) Haus usw. Im Denken allerdings geht es um Gedanken, also um das Ganze eines Gedankens, der die Erkenntnis eines Zusammhangs unterstellt, in der eine Einheit von Ganzem und seinen Teilen nachzuweisen ist, soll diese nicht ausarten in eine &#039;&#039;Tätigkeit, die Gegensätze festzustellen und von dem einen zum anderen zu gehen, ohne aber ihre Verbindung und durchdringende Einheit zustande zu bringen&#039;&#039; (Hegel PdR, S. 197)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze ist zunächst einfach nur der Zusammenschluss von vielem in einem [[Begriff]], also in einer allgemeinen Einheit des darin beschlossenen Gedankens (siehe [[Logik]]). Im [[analytischen]] Denken ist es noch gleich, ob dieser Begriff hierfür schon [[wahr]] ist oder auch nicht; es bewegt sich in der Annäherung an des [[Wesentliche]] und gerät somit auch immer wieder in den Irrtum einer Ganzheit, die keine ist, die dadurch widersprüchlich ist, dass sie ein Ganzes nur gegen anderes Ganzes, also nur als ganzes Teil erkennen kann. Es hat seinen [[Begriff]] nur in Beziehung auf einen anderen Begriff. Erst in der [[Synthese]] des Vielen zeigt sich, ob der Begriff sich bewährt, also als Erkenntnis eines ganzen Zusammenhangs in der [[Wirklichkeit]] sich bewahrheitet. Im Begriff eines Zusammenhangs muss daher auch der ganze Zusammenhang begriffen werden, muss die Lebensform des Begriffenen die Wirklichkeit ihrer Formationen erklären, ohne selbst wirklich sein zu können (siehe [[Wissenschaft]]). Es muss sich im Begriff das Zusammenwirken verschiedener Ursachen als wesentlich begründet erweisen, ohne dass er wesenlich wirklich ist. Der Begriff muss also erklären, warum eine Wirklichkeit wesentlich unwirklich ist, warum ihr [[Wesen]] und ihre [[Erscheinung]] auseinanderfällt und dennoch in notwendiger Vermittlung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ganz ist, muss also nicht heil sein. Wo das Ganze im [[Widerspruch]] mit sich ist, wo seine Teile es fortwährend aufheben, indem sie seinen Widerspruch erneuern (siehe [[Dialektik]]), indem sie sich in ihm [[isolieren]], in der [[Getrenntheit]] von einander, also [[abstrakt]] auf einander beziehen, wo es also zu einem System wird, wird das Ganze zu einer [[Ideologie]] des Heils. Auch eine Krankheit ist ein ganzes Geschehen, deren Heilung sie beendet. Ein [[Heil]] als [[Ideal]] aber ist etwas hierin verschlossenes, eine Geborgenheit, in der sich Gebrochenes in seiner [[Isolation]] ganz erscheinen kann (siehe [[heile Welt]]), damit aber notwendig veräußert, sich äußerlich gemacht ist, indem es mit einer fremden [[Substanz]] vertauscht wurde (siehe auch [[Kitsch]]). Diese wird aus einer fremden [[Anwesenheit]] bezogen, in der das [[Eigen]]e ausgeschlossen und das [[Fremde]] zu [[Eigen]] gemacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher erweist sich eine Theorie des Ganzen notwendig unwirklich, als Gedanke, der nicht wirklich sein kann, sich aber auf Wirklichkeit Not wendend bezieht. Es gibt Ganzes nur im Widerspruch einer wirklichen [[Totalität]], eines veräußerlichten Wesens, das sich selbständig gegen seine Bezogenheiten verhält. Es selbst hat zwar ein [[Wesen]], ist aber nicht durch sich selbst wesentlich wirklich. Es bezieht seine [[Substanz]] aus einem [[Leben]], das es nicht wirklich formuliert, ist nicht selbst lebendig, wiewohl es die ganze Lebensform bestimmt (siehe hierzu auch den Gegensatz von [[Leben]] und [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Ganze kann also nur [[Form]] und von daher auch nur Form bestimment sein. [[Adornos]] Einwand gegen [[Hegel]] (siehe oben) ist daher ebenso unsinnig wie Hegels Begriff des Lebendigen überhaupt, der selbst nur ideell sein kann. Das Ganze als lebendiges Wesen behauptet, wäre in der Tat reiner Totalitarismus. Als Begriff einer [[Formbestimmung]] aber ist deren Begriff nicht die [[Totalität]] lebendiger Teile, sondern die Totalität vieler [[Bestimmungen]]. Wenn der [[Begriff]] des Ganzen richtig ist, so lassen sich die Teile daraus erklären. Umgekehrt kann also auch nur der Teil richtig begriffen sein, wenn er das Ganze erklärt, wenn er zeigt., wie sich die Teile in diesem Ganzen also wirklich - das heißt: ihrer Wirkung nach - erschließen lassen, wenn sich also damit [[beweisen]] lässt, ob ihr Zusammenhang richtig [[schlussgefolgert]] ist. Ist der Begriff wahr, so erweisen sich die Teile auch richtig beurteilt, weil sie den Begriff abschließen, und sich in ihrer Abgeschlossenheit durch ihn zugleich erschließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Ganzen wird nur das betrachtet, was sich als [[Identität]] erhält, bzw. sich selbst als Ganzes reproduziert. Wo diese nicht wirklich sein kann, also nur durch [[unwirkliche]] [[Wirkungen]] erkennbar ist, zeigt sich ein Wesen, das nur [[abstrakt]] wahr sein kann. Es steht in einer Wesenslogik, für welche es nötig ist, &#039;&#039;hinter&#039;&#039; den entstehenden und vergehenden erscheinenden Dingen stabile Beziehungen zu ermitteln. Wesentliche Beziehungen zu erkennen, bedeutet, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Die höchste Form einer Beziehung innerhalb der Wesenslogik ist die Wechselwirkung (nach der jeweils nur in eine Richtung wirkenden Kausalität). Dieser Beziehung fehlt es noch, daß sie als &#039;&#039;Moment eines Dritten, Höheren, erkannt&#039;&#039; wird (Hegel Enz. I, S. 302). Erst innerhalb der [[Logik]] des [[Begriffs]], also als logisch begriffener Zusammenhang, ist es möglich, das über das bloße Wechselwirken Hinausgreifende durch die Vermittlung der Momente mit der Totalität zu erkennen. In deren Bewahrheitung erweisen sich die richtigen Begriffe (keine beliebigen Zuordnungen von Elementen bzw. Teilen zu Systemen oder zum Ganzen) für die Momente und die Totalität. Totalität ist das, aus dem sich die Momente begründen; ihre Momente sind das, was in ihren Widersprüchen die Totalität konstituiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Begriff dieses Ganzen zeigt sich also, was darin substanziell als Zusammenhang von Eigenschaften wahr ist (siehe [[Begriffssubstanz]]) und was die [[Wahrheit]] ihrer [[Formbestimmung]] ausmacht, was darin also wirklich selbständiger Teil ist, und was das im Ganzen Übergreifende daher sein muss, das seine Teile zusammenhält. Nur weil das Ganze auch ein ganzes Verhältnis seiner Teile ist, ist es mehr als deren zusammengefügte Einzelheiten. Es ist die Gestalt ihrer Verbindung, die sie für sich nicht haben, und zugleich [[Form]] ihrer [[Beziehung]] auf anderes, die sie zwar haben, worin sie aber nicht wirklich sein können (vergleiche z.B. das [[Verhältnis]] von [[Gebrauchswert]] und [[Tauschwert]]). Ein Urteil über die Wirklichkeit ist die Erkenntnis der wesentlichen Teile, woraus sie sich ergibt und erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Urteile über die Teile können sich nur aus dem Ganzen erschließen, weil das Ganze als Resultat einer [[Geschichte]] wesentlich ein Ur-Teil ist. In ihm bewahrt sich der Zusammenhang der Geschichte, wo sie ins Stocken gekommen, zur herrschenden [[Vernunft]], zu einer [[Form]] des Herrschenden geworden ist. Erst wenn das Ganze als abgeschlossener Zusammenhang, als wirkliche Abstraktion (siehe [[Realabstraktion]]) begriffen ist, kann sich neue Geschichte ergeben. Von daher muss das Ganze auch so wahr sein, wie es ganz Abgeschlossenes formuliert. Die Erkenntnis des Ganzen ist die Grundlage der Befreiung, der menschlichen Emanzipazion aus der Vergangenheit der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich ist jedes Ganzes aber nicht ein &#039;&#039;geschlossenes System&#039;&#039; sondern auch Teil eines umfänglicheren, eines allgemeineren Ganzen, in dem es auch gegenteilig ist, sich anderen Teilen darin unmittelbar widersetzt und nur in der [[Vermittlung]] des Allgemeinen Teil dieses Ganzen sein kann. Von daher ist das Ganze in [[Wirklichkeit]] ein [[widersprüchliches]] Ganzes, sein [[Begriff]] die Einheit von Gegensätzen (siehe [[Dialektik]]), die in dessen [[Analyse]] begriffen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der [[Idealismus]] sieht das Ganze als ursprüngliche Einheit seines Begriffs, als Idealität seiner selbst, in welchem sich die Teile durch ihre nähere Bestimmung unterscheiden und sich innerhalb des Ganzen durch ihre ideelle Bestimmtheit erst zum Realen hin entfalten. Im [[Materialismus]] wird die Einheit des Ganzen als [[Abstraktion]] vom Konkreten begriffen und deren [[Substanz]] in einem sich wirklich vollziehenden Abstraktionsprozesses (siehe [[Realabstraktion]]) aus dessen Analyse erschlossen. Die [[Erkenntnis]] dieser Abstraktion macht die Argumentation zum Fortgang der Begriffsbestimmungen aus, die [[Begriffssubstanz]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze ist auch wirklich die Gestalt eines systematischen Zusammenhangs seiner [[Bestimmungen]], Form eines [[Inhalts]], der sich nicht nur [[Form]] gibt, sondern auch Form hat. Von daher verweist diese Form immer auch auf anderes, was sie selbst wiederum in der [[Beziehung]] auf dieses fortbestimmt und auf anderes, wovon sie selbst bestimmt, also [[formbestimmt]] ist. Das Ganze ist die Einheit des Mannigfaltigen im Zusammenhang seiner Teile. Diese sind Momente einer formellen Inbegriffenheit, welche eine Beziehungsform seiner Teile ist, ein [[System]], die [[Totalität]] aller [[Beziehungen]] darin. Worin alles einbegriffen ist, ist auch der [[Begriff]] des Ganzen. Und als dieses bezieht es sich auf anderes Ganzes im Verhalten als solches, also im [[Verhältnis]] zu diesem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Sprache]] reflektieren die Substantive etwas Ganzes nach seiner Substanz, seinem Implikat. Darin besteht es nur als [[Form]], wie es im [[praktischen Bewusstein]] begriffen ist, als substanzielle Anschauung von [[Gegebenheiten]], wie sie etwa als [[Tatsachen]] zu verstehen sind. Erst durch das begriffliche Denken wird das Ganze in einem Wesen erkennbar, das nicht unmittelbar gegeben ist. Im Begriff sind die Beziehungen der Teile als zueinander vermittelt begriffen und bilden das [[Wissen]] aus, das hierin für jeden Teil ebensolche [[Gewissheit]] bekommt wie das Ganze selbst. Wenn diese Gewissheit im Zusammenhang nicht möglich ist, gerät ein Begriff in [[Zweifel]]. Im Zusammenhang des Ganzen erweist sich daher erst die [[Wahrheit]], die es ausmacht, sein [[Sein]], gleich, ob es nun ein [[logisches]] oder unlogisches Ganzes ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob ein Wissen wirklich zu [[Bewusstsein]] wird, hängt ganz von dieser Wahrheit ab, die etwas als [[Ding]] oder [[Unding]], [[Gegenstand]] des Menschen oder gegenständliche [[Entfremdung]] des Menschseins erkennt. So ein Ganzes eine [[Täuschung]] ist, wird es zur Affirmation einer [[Scheinwelt]], zu einem [[Prinzip]], das keine [[Wirklichkeit]] haben kann (siehe z.B. [[Heilsprinzip]]). Darin besteht die Ganzheit lediglich in einer [[Bewertung]], in einer subjektiven Affirmation einer Wirklichkeit, die nicht sein kann: Das [[Heil]]e, das von seinem [[Unheil]] befreit sein soll (siehe auch [[Kitsch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eingangs zitierte Entgegensetzung von Hegel und [[Adorno]] beruht auf einer schlechten Identifikation, die das [[notwendige]] Denken des Ganzen, also das begriffliche [[Denken]], nicht als sachbedingt ansieht, sondern als subjektiven Entschluss. Solange eine begriffliche Einheit (siehe [[Wert]]) die Verhältnisse der Menschen bestimmt, solange müssen diese auch als ganzes [[System]] begriffen werden, wollen sich die Menschen dem nicht unterwerfen. Indem Denken lediglich als subjektive Tätigkeit angesehen wird, die sich qua Selbstbezogenheit jenseits von allem begründen kann, kann es nur der Stiftung einer geistigen Identität dienen, die sich in keinem systematischen Zusammenhang bewegen muss, aber gerade hierdurch totalitär, der Glaube an eine andere Ganzheit sein (vergl. hierzu Adornos Spruch &#039;&#039;Es gibt kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;). Es mag sich frei anfühlen, aber nur soweit, wie die Selbsterkenntnisse ohne Welt begriffen werden, solange also Menschen sich ausschließlich im philosophischen Diskurs total verhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Kritik an [[Hegel]], die wohl eher polemisch gemeint war, ist besonders bei den [[Antideutschen]] zur [[Wirkung]] gekommen und begründet deren Totalitarismus im Denken. Dieser war freilich auch schon bei Adorno angelegt, der eigentlich gegen totalitäres Denken angetreten war. Er hatte seine Kritik am totalitären Denken nicht durch eine Analyse des Totalitarismus gewendet, sondern sie lediglich auf eine psychologische Abweisung reduziert, die einen Unwert des Denkens feststellte: Das Undenkbare. Damit meinte er die Entwicklung des Nationalsozialismus und die Vernichtungsmaschinerie der Nazis. Gerade die wissenschaftliche Analyse dieser Geschichte, also ihre Zurückführung auf ihren sachlichen Kern, kann ihre Wiederholung verhindern. Adorno ist psychologisch nicht über seine Studien zum autoritären Charakter hinausgegangen, die &#039;&#039;Rigidität&#039;&#039;, also Empfindungslosigkeit&#039;&#039;, zum Maß des Totalitären machte, und hat seine Position in der &#039;&#039;Dialektik der Aufklärung&#039;&#039; nurmehr philosophisch, also in der Behandlung der gedanklichen [[Substanz]] ausgeführt. Im Grunde hat er darin lediglich einen moralischen Kern des absolut Amoralischen, des Ungeheuerlichen installiert, der unabweisbar sein sollte (siehe den adornitischen Imperativ). Die [[Logik]] eines solchen Moralismus steckt freilich in seiner ganzen Philosophie, auch in dem Satz &#039;&#039;das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039;. Dessen Widersinn ist schon logisch offenkundig: Wenn er wahr wäre, so könnte er nur in absoluter Ganzheit wahr sein, müsste also das Ganze sein, das unwahr ist.&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist bekannt, daß eine gewisse Psychologie das Große aus kleinen Ursachen erklärt und in der richtigen Ahnung, daß alles, wofür der Mensch kämpft, Sache seines Interesses ist, zu der unrichtigen Meinung fortgeht, es gebe nur kleine Interessen, nur die Interessen stereotyper Selbstsucht. Es ist ferner bekannt, daß diese Art Psychologie und Menschenkunde besonders in Städten sich vorfindet, wo es dann noch überdem für Zeichen eines schlauen Kopfes gilt, die Welt zu durchschauen und hinter den Wolkenzügen von Ideen und Tatsachen ganz kleine, neidische, intrigante Mannequins, die das Ganze am Fädchen aufziehen, sitzen zu sehen. Allein es ist ebenfalls bekannt, daß, wenn man zu tief ins Glas guckt, man sich an seinen eigenen Kopf stößt, und so ist denn die Menschenkunde und Weltkenntnis dieser klugen Leute zunächst ein mystifizierter Stoß an den eigenen Kopf. [[(K. Marx, MEW 1, 66 f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psychologie will eine [[Wissenschaft]] der menschliche [[Seele]] sein. Von der [[Sprache]] her verweist der [[Begriff]] [[Seele]] im Althochdeutschen auf Gewässer (See) und meint wohl das Unergründete jenseits der [[wirklich]] [[gegenwärtigen]] [[Lebensverhältnisse]] (siehe [[Wirklichkeit]]), das ohne wirklichen [[Grund]] Seiende, das Reich des Vor- und Nachlebens (nach germanischer Auffassung leben dort die [[Geister]] der Ungeborenen und Ahnen), des nicht [[wirklichen]] [[Lebens]]. Von dieser Seite wird Seele als der sich tradierende [[Geist]] verstanden, der aus dem bisherigen [[Leben]] kommt und im verwesenden [[Leben]] fortbesteht (siehe hierzu [[Genealogie]]). Es lässt sich aber das [[Seelische]] - soweit es nicht zur [[Psyche]] [[isoliert]] existierender [[Individuum]], zum geronnenen [[Gedächtnis]] [[abstrakter]] [[Lebensverhältnisse]] geworden ist - auf eine ungegenwärtige, also zeitlose [[Geschichte]] [[reduzieren]], die sich in ihren seelischen [[Bedürfnissen]] selbst fortbestimmt und von daher eine [[Wissenschaft]] der Seele nötig hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber Psychologie einem [[seelisch]] bestimmten [[Erkenntnisinteresse]] folgt, kann sie keine wahre Psychologie, keine [[Wissenschaft]] sein. Sie hat sich nur die menschliche [[Seele]] als [[Psyche]] zu einem selbständigen [[Wesen]] [[isoliert]], sich in ihrem [[abstrakten]] [[Denken]] und [[begreifen]] vor allem selbst [[verwesentlicht]] und verleiht damit einer jeden [[vereinzelten]] [[Privatperson]] ein [[übersinnliches]] [[Wesen]] aus der [[Genealogie]] seiner Vorfahren oder [[Lebensumstände]]. Und damit hat sie zugleich sich selbst zu ihrem [[Gegenstand]] gemacht, wodurch sie folglich auch nur zirkuläre, tautologische [[Urteile]] bilden kann. Sie käme ihrem diesbezüglichen [[Erkenntnisinteresse]] folgend, zur Darstellung und Behandlung einer [[Logik]] der [[Verselbständigung]] [[psychischer]] [[Regungen]] und [[Erregungen]]. Dadurch muss sie eine eigenständige [[logische]] [[Form]] einer [[seelischen]] [[Ursprünglichkeit]] behaupteten, die sie selbst zugleich einnimmt (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Folglich müsste sie zugeben, dass die [[Logik]] ihrer [[Beurteilungen]] selbst psychisch bestimmt sind, einen subjektiven Zirkel betreiben und sie also auch in ihrem [[Begreifen]] schon [[formbestimmt]], also nur eine Formation herrschender [[Gewohnheiten]] der [[Wahrnehmungen]] sein kann (siehe auch [[ästhetischer Wille]]), um deren Verfestigungen zu einem normativen [[Begriff]] [[totalisieren]] kann. Sie kann daher den Zusammenhang ihrer [[Inhalte]] nur aus ihrer [[Selbstbeziehung]] [[entwickeln]]. Im Unterschied zur Theologie und [[Philosophie]] sieht sie von daher [[Seelisches]] nicht unter dem Einfluss einer höheren [[Wesenhaftigkeit sondern ausschließlich alsPsychean, die im einzelnen Menschen in seiner gegenwärtigenGesellschaftselbst begründet ist (siehe hierzubürgerliche Wissenschaft). Die einzelnen Denkrichtungen derPsychologieunterscheiden sich von daher nur in dem, was sie unterPsycheim Besonderen verstehen, also in dem, was sie hierfür als substanzielle Grundlage erkannt haben wollen oder unterstellen (sieheBegriffssubstanz).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx hatte das [[Erkenntnisinteresse]] einer materialistischen Psychologie gegen den Materialismus Ludwig Feuerbachs (gemäß der 6.[[Feuerbachthese)]] darauf bezogen, dass sie die psychische [[Erkenntnis]] davor bewahren soll, &#039;&#039;von dem geschichtlichen Verlauf zu abstrahieren und das religiöse Gemüt für sich zu fixieren und ein abstrakt - ein isoliert - menschliches Individuum vorauszusetzen&#039;&#039; [[(Feuerbachthesen]] [[MEW Bd.3, S. 533 bis 535]]). Als Begriff einer solchen [[Psyche]] könne diese &#039;&#039;das menschliche Wesen nur als &#039;Gattung&#039;, als innere, stumme, die vielen Individuen bloß natürlich verbindende Allgemeinheit gefaßt werden.&#039;&#039; [[(Feuerbachthesen]] [[MEW Bd.3, S. 533 bis 535]]). [[Psyche]] setzt einen selbständigen [[Sinn]] einer Gesellschaft (siehe hierzu auch [[Kultur]]) gegen ihre bloßen Nützlichkeitsbeziehungen ([[Nützlichkeit]]), über den [[Nutzen]] ihrer [[Produktivität]] voraus. Sie kann demnach nicht [[phänomenologisch]] - etwa durch eine [[Fundamentalontologie]] - und auch nicht als &#039;&#039;[[Subjektkritik]]&#039;&#039; zu begründen sein, denn sie setzt die ganze Entfaltung des gesellschaftlichen [[Wesens,]] der [[Produktivkraft]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], &#039;&#039;die Geschichte der Industrie und das gewordne gegenständliche Dasein der Industrie&#039;&#039;. ([[MEW 40, Seite 542ff]]) voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Man sieht, wie die Geschichte der Industrie und das gewordne gegenständliche Dasein der Industrie das aufgeschlagne Buch der menschlichen Wesenskräfte, die sinnlich vorliegende menschliche Psychologie ist, die bisher nicht in ihrem Zusammenhang mit dem Wesen des Menschen, sondern immer nur in einer äußern Nützlichkeitsbeziehung gefasst wurde, weil man – innerhalb der Entfremdung sich bewegend – nur das allgemeine Dasein des Menschen, die Religion, oder die Geschichte in ihrem abstrakt-allgemeinen Wesen, als Politik, Kunst, Literatur et., als Wirklichkeit der menschlichen Wesenskräfte und als menschliche Gattungsakte zu fassen wusste. In der gewöhnlichen, materiellen Industrie (– die man ebenso-wohl als einen Teil jener allgemeinen Bewegung fassen, wie man sie selbst als einen besonderen Teil der Industrie fassen kann, da alle menschliche Tätigkeit bisher Arbeit, also Industrie, sich selbst entfremdete Tätigkeit war –) haben wir unter der Form sinnlicher, fremder, nützlicher GegenständeMEW 40, Seite 542ff)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Wissenschaft]] von der Psyche hat sich die Geisteswissenschaft als rein Philosophie von der Naturwissenschaft getrennt, weil ihr das Vermögen fehlte, sich deren Material entsprechend anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Naturwissenschaften haben eine enorme Tätigkeit entwickelt und sich ein stets wachsendes Material angeeignet. Die Philosophie ist ihnen indessen ebenso fremd geblieben, wie sie der Philosophie fremd blieben. Die momentane Vereinigung war nur eine phantastische Illusion. Der Wille war da, aber das Vermögen fehlte. Die Geschichtsschreibung selbst nimmt auf die Naturwissenschaft nur beiläufig Rücksicht, als Moment der Aufklärung, Nützlichkeit, einzelner großer Entdeckungen. Aber desto praktischer hat die Naturwissenschaft vermittelst der Industrie in das menschliche Leben eingegriffen und es umgestaltet und die menschliche Emanzipation vorbereitet, so-sehr sie unmittelbar die Entmenschlichung vervollständigen musste. Die Industrie ist das wirkliche geschichtliche Verhältnis der Natur und daher der Naturwissenschaft zum Menschen; wird sie daher als exoterische Enthüllung der menschlichen Wesenskräfte gefaßt, so wird auch das menschliche Wesen der Natur oder das natürliche Wesen des Menschen verstanden, daher die Naturwissenschaft ihre abstrakt materielle oder vielmehr idealistische Richtung verlieren und die Basis der menschlichen Wissenschaft werden, wie sie jetzt schon – obgleich in entfremdeter Gestalt – zur Basis des wirklich menschlichen Lebens geworden ist, und eine andre Basis für das Leben, eine andre für die Wissenschaft ist von vornherein eine Lüge. (Die in der menschlichen Geschichte – dem Entstehungsakt der menschlichen Gesellschaft – werdende Natur ist die wirkliche Natur des Menschen, darum die Natur, wie sie durch die Industrie, wenn auch in entfremdeter Gestalt wird, die wahre anthropologische Natur ist. ([[MEW 40, Seite 542ff]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sinnliche Gewissheit ist darin zweifelhaft geworden und hat die natürlichen Bedürfnisse der Menschen gegen ihr Bewusstsein entzweit, sich gegen ihr wirkliches Dasein entfremdet. &#039;&#039;Damit der &#039;&#039;Mensch&#039;&#039; zum Gegenstand des sinnlichen Bewußtseins und das Bedürfnis des &#039;&#039;Menschen als Menschen&#039;&#039; zum Bedürfnis werde&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Sinnlichkeit (siehe Feuerbach) muß die Basis aller Wissenschaft sein. Nur, wenn sie von ihr, in der doppelten Gestalt sowohl des sinnlichen Bewußtseins als des sinnlichen Bedürfnisses, ausgeht – also nur wenn die Wissenschaft von der Natur ausgeht –, ist sie wirklichefWissenschaft. Damit der Mensch zum Gegenstand des sinnlichen Bewußtseins und das Bedürfnis des Menschen als Menschen zum Bedürfnis werde, dazu ist die ganze Geschichte die Vorbereitungs- Entwicklungsgeschichte. Die Geschichte selbst ist ein wirklicher Teil der Naturgeschichte, des Werdens der Natur zum Menschen. Die Naturwissenschaft wird später ebensowohl die Wissenschaft von dem Menschen wie die Wissenschaft von dem Menschen die Naturwissenschaft unter sich subsumieren: es wird eine Wissenschaft sein. ([[MEW 40, Seite 542ff]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psychologie, die eine wirklich menschliche [[Wissenschaft]] sein will, muss die [[Sinnlichkeit]] als eigentümliche [[Natur]] des Menschseins begriffen haben, denn &#039;&#039;seine eigne Sinnlichkeit ist erst durch den andren Menschen als menschliche Sinnlichkeit für ihn selbst.&#039;&#039; ([[MEW 40, Seite 542ff]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Mensch ist der unmittelbare Gegenstand der Naturwissenschaft; denn die unmittelbare sinnliche Natur für den Menschen ist unmittelbar die menschliche Sinnlichkeit (ein identischer Ausdruck), unmittelbar als der andere sinnlich für ihn vorhandene Mensch; denn seine eigne Sinnlichkeit ist erst durch den andren Menschen als menschliche Sinnlichkeit für ihn selbst. Aber die Natur ist der unmittelbare Gegenstand der Wissenschaft vom Menschen. Der erste Gegenstand des Menschen – der Mensch – ist Natur, Sinnlichkeit, und die besondren menschlichen sinnlichen Wesenskräfte, wie sie nur in natürlichen Gegenständen ihre gegenständliche Verwirklichung, können nur in der Wissenschaft des Naturwesens überhaupt ihre Selbsterkenntnis linden. Das Element des Denkens selbst, das Element der Lebensäußerung des Gedankens, die Sprache ist sinnlicher Natur. Die gesellschaftliche Wirklichkeit der Natur und die menschliche Naturwissenschaft oder die natürliche Wissenschaft vom Menschen sind identische Ausdrücke. – Man sieht, wie an die Stelle des nationalökonomischen Reichtums und Elendes der reiche Mensch und das reiche menschliche Bedürfnis tritt. Der reiche Mensch ist zugleich der einer Totalität der menschlichen Lebensäußerung bedürftige Mensch. Der Mensch, in dem seine eigne Verwirklichung, als innere Notwendigkeit, als Not existiert. ([[MEW 40, Seite 542ff]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[psychischen]] Phänomene des Kapitalismus, soweit sie nicht nur die entsprechenden Interessen einer Formation der notwendig egoistischen Bedürfnisse des [[Privateigentums]] entsprechen, sondern tatsächlich eine eigenständige Subjektivität der [[Selbstbezogenheit]] entfalten, lassen sich nicht unmittelbar aus den Existenzformen einer [[Waren]] produzierenden Wirtschaft, aus dem Verhältnis der Waren und dem [[Fetisch]] ihrer gesellschaftlichen Erscheinungsform erklären, wie das die so genannte [[Subjektkritik]] versucht. Das verlangt nach einer [[kritische Theorie]] der [[politischen Kultur,]] die aus der [[Zirkulation]] des Geldes und seiner Kapitalfiktionen und der hieraus begründeten [[Ohnmacht]]der Menschen begründet ist (siehe hierzu [[Feudalkapitalismus]]). Dort erst lassen sich [[psychisch]] begründete Beziehungen aus dem Entzug der [[Selbstachtung]] des [[bürgerlichen Subjekts]] und ihre [[Verkehrung]] zu einem [[Geltungsstreben]], zu einem Treiben (siehe [[Trieb]]) der [[Selbstwert]]optimierung erklären, wodurch die Gefühle der Menschen objektiviert und als [[objektive Gefühle]] gegen ihre [[Empfindungen]] [[isoliert]]und als [[Selbstgefühle]] durch eine entsprechende [[Ereignisproduktion]] (siehe auch [[Eventkultur]]) zum gesellschaftlichen [[Material]] einer [[politischen Kultur]] der [[Selbstlosigkeit]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil unter den Bedingungen der fiktionalisierten gesellschaftlichen Verhältnisse eines [[Schuldgeldsystems]] (siehe [[fiktives Kapital]]) diese sich nurmehr in [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] der Erlebensformen der [[Wahrnehmung]] einer durch lebensbestimmende [[Ereignisse]] [[zwischen]] den Menschen wirkenden Gesellschaftlichkeit darstellen können, treiben sie ihre widersprüchliche Objektivität in die Subjekte dieser gesellschaftlichen Form, objektivieren sie durch die Notwendigkeiten eines überdimensionierten Konsumismus, zum [[Kulturkonsum]] eines weltweit angelegten [[Tittytainments]]. Als objektive Subjekte erscheint ihre gesellschaftliche Entfremdung nun als unmittelbare [[Selbstentfremdung]] in ihrer [[zwischenmenschlichen]] Selbstwahrnehmung, die sich gegen die Wirklichkeit ihrer Lebensgründe selbst abtöten muss (siehe auch [[tote Wahrnehmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Notwendigkeit ihrer Verwertung hat zwar auch in ihren überproduktionskrisen noch den zirkulierenden [[Geldwert]]zu ihrer [[Bedingung]], aber nicht mehr die [[realwirtschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zu ihrer Grundlage. Die Menschen machen sich selbst zum Format ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]], zum [[Material]] ihrer Lebensbedingungen und machen hieraus durch die [[Einverleibungen]] ihrer [[Selbstbeziehung]] sich zum [[Gegenstand]] vermittelst der [[Ästhetik]] ihrer [[Selbstgefühle]] (siehe auch [[Körperfetischismus]]). Sie gründen somit auf einer anderen [[Substanz]], als jene der [[wirtschaftlich]] nur noch fiktiven Geldbeziehungen eines [[Schuldgeldsystems]]. Ohne dessen [[Existenzwert]] und seinen [[globalen]] [[Kredithandel]] wirklich aufheben zu können bleiben sie innerhalb dieser gesellschaftlichen [[Form]] und ihrer [[Formbestimmungen]] Objekte der in ihren [[Selbstgefühlen]] [[objektiv]] begründeten [[Subjektivität]] - [[ohnmächtige]] Menschen, die nach einem starken Subjekt außer sich (siehe auch [[Nationalstaat]]) verlangen. Eine Transformation ihrer Verhältnisse kann von da her nur über die Konkretisierung ihrer [[wirklichen]] [[Beziehungen]] in ihren wirklichen Lebensverhältnissen verlaufen (siehe hierzu [[internationales Kommunalwirtschaft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen begreift zwar nahezu jede Psychologie die [[Psyche]] als das individuelle und individualistische Einzelwesen schlechthin, also als [[Wesen]] der [[Individualität]] des Menschen, das sie mit seiner [[Subjektivität]] gleichsetzt. Es besteht aber in den verschiedenen kategorialen Ausrichtungen der Psychologie keine Übereinstimmung über deren [[Substanz überSinnund Triebkraft diesesWesensund somit gibt es hier auch keinen allgemeinenBegriffder Psyche. Eine solche Begriffsbildung ist daran gescheitert, dass Psychologie ihre eigenen Grundlagen, die Psyche nicht als Objekt abstrakter gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern als menschliche Eigenschaft schlechthin positiv zu verstehen sucht und keinerlei Vorstellung von Form und Inhalt der Psyche hat, nichts von den Lebensverhältnissen, denVerwertungsbedingungen und darauf gegründetenMinderwertigkeitendarin auffindet, welche die seelischenBeziehungeninzwischenmenschlichen Verhältnissensubstanziell aus dem Verlust anSelbstachtungder Menschen formiert haben (siehe hierzu auchZwischenmenschlichkeit) und sie zu einerSelbstbehauptungtreibt, die sie überSelbstverwertungender verschiedensten Art für sich bilden und fortentwickeln (siehe auchsymbiotische Selbstbehauptung).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärungsversuche der herrschenden Psychologie bleiben dementsprechend funktional und in einer Bandbreite zwischen reiner [[Lern]]theorie und Gestalttheorie bis hin zu psychologischen Spekulationen der [[Psychoanalyse die ihren Begriff in einemUnbewusstenaus einem Wiederholungsstreben (wie z.B. demErinnerungsbild eines Befriedigungserlebnisses - siehe Freuds &#039;&#039;Traumdeutung&#039;&#039;) entnimmt. Ohne die Arbeit an der Formverwandlung, welche dieSeelevon Menschen hin zurPsyche(sieheFormbestimmung) von Individuen unternimmt, wird sich in der Psychologie deshalb auch nichts wesentlich ändern. Unterdessen reduziert sich Psychologie gerne auf die naturwissenschaftlichen Voraussetzungen des psychologischen Verstandes und verbindet sich mit der reinen Hirnphysiologie zu einem zweifelhaften Erklärungsbedürfnis der Psyche aus einem physiologisch bestimmtenWillen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psychologie als Theorie der Subjektivität kann aber keine introspektive [[Theorie]], etwa eine Individualpsychologie sein. Sie muss immer von deren [[Verhältnissen]] der Menschen ausgehen, in denen sie subjektiv wie [[objektiv]] sich zu einander verhalten und verkehren. Von daher sind sie an sich das, wodurch sie außer sich bestimmt sind (siehe auch [[Formbestimmung]]) und für sich, was sie hierzu [[äußern]], also an und für sich auch [[wirklich]] machen, was sie für sich [[wahrmachen]] von dem, was ohne dies durch ihre [[Wahrnehmung]] bestimmt bliebe. Von daher steht Subjektivität immer [[kritisch]] zu ihrer [[Objektivität]], von der sie sich immer wieder [[emanzipieren]] muss, um sich menschlich auf ihre [[Gegenstände]] zu beziehen. Was Menschen hiervon finden und [[empfinden]] bleibt in ihren [[Gefühlen]] entweder objektiv, sie selbst für sich fremd (siehe [[Entfremdung]]) als ein Teil ihrer [[Objektivität]], oder es wird zu einer [[Erkenntnis]], worin und wodurch ihre [[Gefühle]] &#039;&#039;zur Tat schreiten&#039;&#039; können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiergegen hat sich die herrschende Psychologie in ihrer Entwicklung selbst objektiv, sowohl naturwissenschaftliche begründet, vor allem im Krankheitsbegriff der [[Psychiatrie]] seit Kräpelin, und kommt dennoch klassisch aber aus den Geisteswissenschaften (z.B. als Diremtion des subjektiven Geistes bei Hegel). Die [[Psychoanalyse]] von S. [[Freud]] versuchte, beide Wissenschaften durch seine psychiatrischen und psychologische Forschungen in einem triebenergetischen Prinzip zusammenzuführen, das er [[Psychoanalyse]] nannte. Wilhelm Reich radikalisierte den Libidobegriff von Freud zu einem rein energetischen Begriff, welcher einer Grundenergie der Natur (dem von ihm entdeckten und so benannten &#039;&#039;Orgon&#039;&#039;) entsprechen soll. C.G. [[Jung]] hielt dem eine eher mythologische Konstruktion des [[Unbewussten entgegen, die von dem &#039;&#039;energie-ökonomisch&#039;&#039; gemeinten Triebmodell weg hin zuArchetypendes Seelischen führte, durch welche Wesensinhalte im Sinne vonBedeutungendes Seelischen eingeführt wurden. All diese Ansätze gehen von derPhänomenologieeiner Wesensnatur aus, welche sich aus einer allgemeinen GrundsubstanzderErfahrung(bzw. desErlebens) praktisch eidetisch erschließen lasse.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch insgesamt tut sich Psychologie offenbar schwer, ihren Gegenstand überhaupt einzuordnen, geschweige denn, einen Begriff hiervon zu bilden. Psychologie hat ihr wesentliches Problem damit, dass sie sich Seele zu ihrem Gegenstand nimmt, ohne ihn gegenständlich zu denken. Indem sie Individualität als Inbegriff des Subjektiven aufnimmt, veräußert sie jede Subjektivität in ein [[Objekt das sich auch objektiv begreifen lässt, ohne einen objektiven Begriff zu haben. Hierdurch ist sie in ihrem Grund schonideologisch d.h.: sie verfolgt eineVorstellung eineIdeevon der Seele, die als Anschauung vorgestellt wird. Bei Freud ist die Triebkraft der Seele eine Wahrnehmungsidentität desGedächtnissesim Lusterleben (&#039;&#039;Erinnerungsbild eines Befriedigungserlebnisses&#039;&#039;), bei Jung das eigentlich Unbewusste, das sich aus Metaphern des urtümlichen menschlichen Wesens zusammensetzt. Bei Perls erklärt sich Seele als Prinzip, als &#039;&#039;Tendenz zur guten Gestalt&#039;&#039;, also als ästhetisches Prinzip nach vollkommener Form der Wahrnehmung. Bie Wilhelm Reich ist das Wesen seelischer Kraft die Triebhaftigkeit des Menschen selbst, das er in der Natur als Stoff entdeckt haben will und Seele also auch lediglich alleine die Funktion eines allgemein natürlichen, also quasiübermenschlichenSexualtriebs in seinem Verlangen nach unendlicher Ausdehnung sein lässt, der seine Hemmung durch Gesellschaft und Kultur mehr oder minder glücklich zu ertragen hat. BeiSkinnererklärt sich alles Individualwesentliche als Produkt von Lernerfahrung unter Reiz-Reaktions-Konditionierungen. In der Kommunikationstheorie besteht Seele nur als Störkraft zur Verwirrung zwischenmenschlicher Beziehungen. BeiHellingersind es die Positionen des Menschen in seiner Ahnenreihe und den darin entwickelten Grundkonflikten, die ihn von Seele reden lassen. In der systemischen Psychologie sind es die Verarbeitungsmuster, die ein Mensch im Laufe seinesLebensin den Systemen seiner unmittelbaren menschlichen Umwelt durch die Stellung derBeziehungendarin erworben hat.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Psyche zu begreifen, muss man ihre [[Notwendigkeit]] erklären, also darstellen, welche [[Not]] sich in der und durch die Psyche wendet. Ihr [[Begriff]] ergibt sich aus dem Sinnverlust, aus der sinnlichen [[Abstraktion]] einer ungegenständlichen Wahrnehmung, einer Wahrnehmung von Menschen in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], die ihren wirklichen [[Gegenstand]] nicht [[erkennen den siewahrhaben aber innerhalb dieserVerhältnissenicht wahrnehmen können. Sie entziehen sich den gesellschaftlichenBeziehungenihrerWahrnehmung die ihren wirklichenSinnausmachen, und nehmen für wahr, was andere Menschen ihnen in diesen Verhältnissenvergegenwärtigen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In derselben Notwendigkeit stehen daher auch die Psychologinnen und Psychologen, die sich mit psychischen Problemen befassen, denn der [[Grund]] psychologischer Praxis ist, dass die Psyche selbst schon die [[Abwesenheit]] von [[wirklichen also in gegenständlicherBeziehungwahrnehmbarer Menschen leidet undGefühleantreibt, die sich nicht nur ihrenEmpfindungenentziehen, sondern sich auch mächtig über deren Gegenwärtigkeit in derWahrnehmungmachen (sieheEntgegenwärtigung).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Macht geht es in der analytischen Psychologie, die sie mit dem [[Unbewussten]] im Zweck ihrer [[Triebe]] begriffen haben will. Dieses aber sei selbst schon aus der Selbständigkeit der Psyche begründet und soll durch die Naturnotwendigkeit einer &#039;&#039;[[Ichleistung&#039;&#039;]] die [[Notwendigkeit]] des Kulturverständnisses einer Anpassung belegen und somit eine kulturnotwendige [[Notwendigkeit]] der Abwendung der [[Gefühle]] von ihren [[Empfindungen]] begründen, wie sie sich aus den Implikaten dieser [[Form]] von [[Sinnbildung]] - aus ihren Absonderungen und Absonderlichkeiten - erschließen lassen (z.B. durch [[Wunsch]]bilder aus der [[Traum]]deutung, aus Abwehrhaltungen oder [[Verdrängungen]] etc.). Hiernach muss die Psyche den Gefühlen also einen [[Zweck]] aus der Vergangenheit (Wiederholung eines positiv empfundenen Erlebnisses) vermitteln, der sich nicht mehr aus den gegenwärtigen Empfindungen, sondern aus einer Art sinnlichem [[Gedächtnis]] herleitet, das sich verselbständigt, weil es die Selbständigkeit des [[Trieblebens]] einer [[privaten]] [[Persönlichkeit]] eben nötig hat. Von daher zehrt sie aus dem [[körperlichen]] [[Gedächtnis]] (bei Freud als &#039;&#039;Erinnerungsbild eines Befriedigungserlebnisses&#039;&#039;), worin Gefühle noch sinnvoll erscheinen (siehe [[Urvertrauen]]), auch wenn sie keiner gegenwärtigen [[Empfindung]] mehr entsprechen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schwierigkeiten der Psychologie sind selbst also auch objektiv: Wie kann die Vermittlung von Individuum und Gesellschaft begriffen werden, wo sie wirklich praktisch nicht vorkommt außer in der Geldform? Die [[&#039;&#039;Kritische Psychologie&#039;&#039;]] von Klaus Holzkamp versuchte, diesem Problem mit dem Hinweis auf einen gesellschaftlichen [[Bedeutung]]szusammenhang im [[Warenfetischismus]] nachzugehen und hieraus die Dimensionen personaler Bedeutungsmomente abzuleiten, welche die interpersonale Wahrnehmung bestimmen (Holzkamp Sinnliche Erkenntnis, S. 197). Doch hierdurch wurden die [[Bestimmungen welche die subjektiven Grundlagen für psychische Prozesse abgeben sollten, eher noch mehr verwischt, konnte doch auf diese WeiseGesellschaftsowohl als &#039;&#039;verallgemeinertes Subjekt&#039;&#039; wie auch als subjektive Verallgemeinerung, also als objektivesSubjektzugleich begriffen werden. Das Dilemma der psychischen Vermittlung von Individuum und Gesellschaft als seelische Beziehung ist auch von derKritischen Psychologienicht gelöst worden, weil es ein gesellschaftlichesErkenntnisproblem birgt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht: Das Grundproblem der Psychologie ist, dass sie nicht [[wirklich]] zwischen [[SinnGeistundSeeleunterscheidet, weil sie das Einzelwesen Mensch nur alsPersonwahrnimmt undverallgemeinertund von daher nicht als sich in und durch seineGesellschafterkennendesWesenbegreifen kann. So bleibt dem Blick auf dieses Einzelwesen, wie es in seinerNotundIsolationdasteht, nur die Behandlung der Not durch ihre Einfügung in die allgemeinenNotwendigkeiten durch Entproblematisierung der Isolation (siehePsychotherapie). Verschwinden wird damit das Individuum als das &#039;&#039;Ensemle seiner gesellschaftlichen Verhältnisse&#039;&#039;. Gesellschaft wird zur reinen Form, zur allgemeinen Tatsache, zum Umstand desUmgangs.]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kulturkritik_des_Feudalkapitalismus&amp;diff=11356</id>
		<title>Kulturkritik des Feudalkapitalismus</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wenn die Empfindungen, Leidenschaften etc. des Menschen nicht nur anthropologische Bestimmungen im [engeren] Sinn, sondern wahrhaft ontologische Wesens-(Natur-)bejahungen sind - und wenn sie nur dadurch wirklich sich bejahen, daß ihr Gegenstand sinnlich für sie ist, so versteht sich, 1. daß die Weise ihrer Bejahung durchaus nicht eine und dieselbe ist, sondern vielmehr die unterschiedne Weise der Bejahung die Eigentümlichkeit ihres Daseins, ihres Lebens bildet; die Weise, wie der Gegenstand für sie, ist die eigentümliche Weise ihres Genusses; 2. da, wo die sinnliche Bejahung unmittelbares Aufheben des Gegenstandes in seiner selbständigen Form ist (Essen, Trinken, Bearbeiten des Gegenstandes etc.), ist dies die Bejahung des Gegenstandes; 3. insofern der Mensch menschlich, also auch seine Empfindung etc. menschlich ist, ist die Bejahung des Gegenstandes durch einen andren, ebenfalls sein eigner Genuß; 4. erst durch die entwickelte Industrie, i.e. durch die Vermittlung des Privateigentums, wird des ontologische Wesen der menschlichen Leidenschaft sowohl in seiner Totalität als in seiner Menschlichkeit; die Wissenschaft vom Menschen ist also selbst ein Produkt der praktischen Selbstbetätigung des Menschen; 5. der Sinn des Privateigentums - losgelÖst von seiner Entfremdung - ist das Dasein der wesentlichen Gegenstände für den Menschen, sowohl als Gegenstand des Genusses wie der Tätigkeit.- [[(MEW 40, S. 562f)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen treten [[einzeln]] und [[zufällig]] auf. In den [[Gewohnheiten]] der einzelnen Menschen ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] werden sie zu [[Gefühlen]] und diese [[entwickeln]] in ihrer [[zwischenmennschlichen]] [[Kultur]] von [[Stimmungen]]getragen. Von da her lassen sie sich der [[Form]] nach gleichsetzen, auch wenn sie ununterschieden [[erscheinen]], weil sie einer [[Beziehung]] auf dem gleichen [[Gegenstand]] entspringen. Wer sich am Feuer die Finger verbrennt, dem ist es für sein Schmerzgefühl gleich, ob er die Hitze eines Ofens ist oder einer Auspuffanlage erfahren musste – ein [[Leiden]] lässt sich über die Entstehungsgeschichte hinaus, die er [[wahrhat]] hinaus immer identifizieren, wenn man der [[Geschichte]] seiner Entstehung [[abstrahiert]]. Aber gerade daadurch ist die Schmerzempfindung substanziell und dem Ihalt nach wie jede Empfindung eine einzigartige [[Beziehung]] auf das Ereignis seiner Ursächlichkeit und also nur in siner Form vergleichbar (siehe auch Ereignisproduktion). Seine [[Wahrnehmung]] ist immer schon durch das Verhältnis zu ihrem [[Gegenstand]] bedingt und im Unterschied zum [[Gefühl]] darin endlich, dass sie nur finden kann, was für sich und durch sich einfach schon da ist. Sie offenbart somit die [[unmittelbare]] [[Wahrheit]] ihrer [[Beziehung]] auf diesen, das [[Wesen]] ihrer [[Wahrnehmungsidentität]]. Darin hat sie ihn ganz für sich so [[wahr]], wie sie ihm [[gegenwärtig]] gewahr ist (siehe auch [[Aufmerksamkeit]]). Die Empfindung ist [[unmittelbar]] eins mit ihm – so [[objektiv]], wie er für sie da ist (siehe [[Dasein]]), und so [[subjektiv]], wie sie [[Sinn]] für ihn und durch ihn hat. [[Körperlich]] erzeugt jede Empfindung eine Laune, die eine [[Beziehung]] auf Andere anstimmt und sich in der [[Stimmung]] mit ihnen [[objektiv]] [[vermittelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche [[Vermittlung]] ist [[Objekt]] und [[Subjekt]] in Einem: in der [[ganzen]] [[Beziehung]] zwischen [[Tätigkeit]] und [[Leiden]] der Menschen. Auch wenn ihr [[Gegenstand]] sinnlich nicht nur in ihr, sondern vor allem auch außer ihr ist, so muss der [[Sinn]] der [[Wahrnehmung]] ihm doch adäquat sein, um sich nicht zwischen ihrem Subjektsein und Objektsein zu [[täuschen]]. Da ihr [[Gegenstand]] aber immer schon [[gesellschaftlich]] aus ihrer [[Natur]] erzeugt und zugleich in der [[Gesellschaft]] der [[Sachen]] und Menschen [[existiert]] kann diese [[unmittelbare]] [[Beziehung]] der [[Empfindungen]] dem nicht angemessen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jede [[Wahrnehmung]] ist die [[Elementarform]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ihrer [[Kultur]] und formulieren so auch ihren [[Gegenstand]] im [[Sinn]] ihrer [[Verhältnisse]]. Sie unterstellt also eine [[Wahrheit]], die mit der [[körperlichen]] [[Erfahrung]] eines Menschen auch durch seine [[Empfindungen]] [[gegeben]] ist (siehe [[Gegebenheit]]) und in seinen [[Gefühlen]] für sich [[wahr]] gemacht wird (siehe [[Wahrmachen]]), – eben so, wie er hier oder dort mal eben so [[da ist]] (siehe [[Dasein]]). Als [[gesellschaftliche]] [[Beziehung]] können die Menschen darin also nur finden, was sie in [[Wahrheit]] für sich und durch andere sind und haben, was sie außer sich von sich [[wahr haben]] und durch einander als [[Wahrheit]] für sich nehmen und für ihr [[Dasein]] [[wahrmachen]] – eben als [[Wahrheit]] für sich nehmen und deshalb auch für Andere [[verstehen]], was sie für sich [[empfinden]] und durch Andere von sich [[fühlen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt, worin die Menschen sich nicht [[gegenständlich]] [[verhalten]], weil sie weder einen [[gesellschaftlichen]] [[Gegenstand]] haben, noch sich auf einen Menschen [[gegenständlich]] [[beziehen]] können, haben sie im Grunde nur noch sich selbst und andere Menschen in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] als [[Material]] ihres [[Lebens]], sich selbst als [[Sinn]] für andere wahr, was sie von diesen für sich finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ziehen sich bestimmte [[Empfindungen]] unmittelbar so an, wie sie sich in ihrer [[Sinnbildung]] [[körperlich]] und also [[zeitlich]] und [[räumlich]] in ihrer [[Wahrnehmung]] [[ereignet]] haben und lassen sich von daher auch zu [[bestimmten]] [[Stimmungen]] vereinen. Diese sind daher auch die [[objektive]] [[Subjektivität]] (siehe auch [[objektive Subjektivität]]) [[vereinzelter]] [[Wahrnehmungen]], die für sich als bestimmte [[Gefühle]] in den Menschen wie [[Erinnerungsbilder]] (siehe auch [[Bildung]]) der darin tätigen [[Ereignisse]] verbleiben. Von daher erscheinen sich die Menschen in ihren [[Selbstgefühlen]] wie unmittelbar [[objektive]] [[Wesen]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]], durch die sich ihre [[Persönlichkeit]] bildet und in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] fortbildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Menschen in ihren Lebenswelten [[körperlich]] und [[geistig]], und also [[kulturell]] vorfinden (siehe auch [[Lebensraum]]), das macht den [[Inhalt]] ihrer Empfindungen aus, die sie hier und da im [[Lebensstandard]] ihres [[Daseins]] [[erfahren]]. Ihre [[Erfahrungen]] gehen daher ganz [[unmittelbar]] als ein [[einzelnes]] Finden und Empfinden in ihr [[körperliches]] [[Gedächtnis]] ein, worin sie ihre [[wahre]] [[Geschichte]] in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[einzelnen]] [[Wahrnehmung]] [[verinnnerlichen]] (siehe auch [[Erinnerung]]) und zu [[Gefühlen]] so fortbilden, in denen sie in ihrer [[Vereinzelung]] in den [[Stimmungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] übereinstimmen (siehe hierzu auch [[Wahrnehmungsidentität]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Wahrnehmung]] [[verhalten]] sich daher die Empfindungen zu den [[Gefühlen]] wie der [[Gebrauchswert]] sich im [[Warentausch]] zum [[Tauschwert]] als [[relative]] [[Einzelheit]] einer [[ganzen]] [[Form]] der [[Wahrnehmung]] [[verhält]], die in [[Gefühlen]] aufgeht und als diese in ihrer [[Selbstbezogenheit]] so verbleibt, wie sie sich in der [[Selbstwahrnehmung]] eines Menschen als [[abgetrennte]] [[Wahrheit]] (siehe auch [[Teilung der Wahrnehmung]]) seiner [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] niederschlägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist von da her die [[Wahrnehmung]] eines organischen Einzelwesens, wie es seine [[Natur]] außer sich [[wahrhat]]. Sie ist zunächst so einfältig, wie sie im [[Dasein]] ihrer [[Gegenstände]] [[erscheint]] – eben so, wie die Art und Weise, die [[Form]] seiner Begegnung mit ihnen ist. Darin betreibt der [[natürliche]] [[Sinn]] seiner [[Wahrnehmung]], was die Natur eines Lebewesens von und für sein [[Leben]] in Flora und Fauna als Pflanze, Tier oder Mensch findet. Für die Menschen ist entscheidend, was ssie durch seine [[natürliche Intelligenz]] von und für sein [[Leben]] [[verstehen]] und [[wissen]] und worauf sie von daher ihre [[Aufmerksamkeit]] als [[Gewissheit]] und [[Gewissen]] ihres [[Seins]] (siehe [[Bewusstsein]]) in sich konzentrieren (siehe hierzu auch [[Gefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her bliebe die [[Einzelheit]] dieser [[Beziehung]] leblos, würden sich die Menschen darin nicht auch menschlich so [[vergegenwärtigen]], wie sie durch die [[Naturmacht]] ihrer [[Arbeit]] deren [[Dasein]] aus dem [[Material]] ihrer [[Natur]] erzeugt hatten. Ihre [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] sind daher in den [[Sinnbildungen]] ihrer [[Kultur]] [[gegenwärtig]], worin sie sich gegenseitig auch anstimmen und einstimmen (siehe auch [[Stimmung]]) und [[Gefühle]] für ihre [[Lebenswirklichkeit]] – und also für sich ganz [[allgemein]] – [[entwickeln]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Menschen in den Existenzformen ihres [[Lebens]] [[wahrhaben]], das empfinden sie im [[unmittelbaren]] [[Sinn]] ihrer [[Beziehung]] auf ihren [[Gegenstand]] - eben so, wie er sowohl im [[Einzelnen]] wie auch im [[Allgemeinen]] für sie [[da ist]], wie er sich ihnen in der [[Existenz]] ihrer [[Wahrnehmung]] erschließt (althochdeutsch: Empfindung=Ent-Findung=zu Ende Gefundenes), wie er [[wirklich]] in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehung]] und [[Kraft]] für sie ist (siehe hierzu auch [[Naturmacht]]). Von daher [[verwirklicht]] sich darin der abgeschlossene Augenblick eines [[gesellschaftlich]] [[bestimmten]] [[Materials]] ihrer [[Wahrnehmung]]. Sie verbleibt in dieser [[Aufmerksamkeit]] für den [[Gegenstand]] ihrer [[Beziehung]] wie sie in ihrem [[unmittelbaren]] [[Dasein]] – in der Form ihrer Existenz an und für sich – zu sein scheint, soweit eben, wie sie als Moment ihres Lebens [[erscheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur in der [[Beziehung]] in diesem lässt sich auseinandersetzen ob eine Empfindung [[wahr]] ist oder nur &#039;&#039;täuschend echt&#039;&#039; [[erscheint]] (siehe [[Täuschung]]), ob die [[Sinne]] zu einer [[ganzen]] [[Wahrnehmung]] konsistent zusammenfinden (siehe hierzu [[Wahrnehmungsidentität]]) und sich in ihrem [[Gegenstand]] bewähren und [[erkennen]], dass sie [[wissen]] (siehe [[sinnliche Gewissheit]]) was und ob das Auge sieht, das Ohr hört, die Sinne tasten, die Nase riecht, die Zunge schmeckt, - alles was im [[Leben]] der Menschen auch [[wirklich]] zusammenfindet und in [[Wahrheit]] zusammenkommt, um nicht außer sich zu einer [[unheimlichen]] [[Wahrheit]] zu werden (siehe hierzu auch [[Wahnsinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Empfindung ist hierdurch das äußerste Moment einer unzweifelhaften (siehe [[Zweifel]]) [[Wahrnehmung]], die nicht nur [[Sinn]] hat, sondern selbst zu einem [[Sinn]] findet, den die [[Wahrnehmung]] über ihre partikularen Momente hinweg [[bewahrheitet]], sich zu [[eigen]] macht, [[Eigenes]] wird und sich durch ihre [[Erinnerungen]] zu [[Gefühlen]] ihrer [[Selbstgewissheit]] so entwickelt und sich darin [[subjektiv]] in dem entsprechenden [[Gefühlen]] so [[verallgemeinert]], wie diese außer sich auf Dauer einig sind, sich [[gegenständlich]] bewähren und bewahrheiten, d.h. mit sich identifizieren, ihr [[objektives]] [[Sein]] [[subjektiv]] bewahren und ihr [[subjektives]] [[Sein]] auch [[objektiv]] [[äußern]] können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher sind [[Gefühle]] verinnerlichte [[Empfindungen]] des [[Erlebens]]. Nur sie enthalten die bestimmten [[Inhalte]] der [[Erfahrung]], während [[Gefühle]] allerdings nur die Form ihrer [[Erlebnisse]] erinnern, um darin ihre Lebensinhalte für sich zu bewahren, in sich und durch sich zu [[verkörpern]], [[objektiver]] [[Inhalt]] wie [[subjektive]] [[Form]] in einem als das sind, was wie [[wirklich]] außer sich [[wahrgehabt]] haben und für sich so bewahren, wie sie sieh in [[Raum]] und [[Zeit]] ihrer Entstehung [[bewegt]] hatte. Diese [[Bewegung]] steckt in ihrer [[Psyche]] und ist somit der [[wesentlicher]] [[Gegenstand]] der [[Pschologie]] [[zwischen]] ihren [[Empfindungen]] und ihren [[Gefühlen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Empfindungen]], welche die [[Wahrnehmung]] [[bewegen]], werden zu &#039;&#039;Emotionen&#039;&#039;. Und das sind [[Gefühle]], in denen sich ihre innere [[Bewegungen]] vereinen, in denen die [[Wahrnehmung]] eine innere [[Wahrheit]] der empfundenen, gefundenen und befundenen [[Beziehungen]] als persönliche [[Identität]], als [[Wahrnehmungsidentität]] findet. Deren Erksenntnisvermögen greift über das hinaus, was in der [[Empfindung]] [[unmittelbar]] [[anwesend]] war. Gefühle erkennen daher auch das [[Abwesende]] in einem [[unverwirklichter]] Zusammenhang der [[Empfindungen]], das in der [[Erinnerung]] des [[Gedächtnisses]], besonders in der [[Traumarbeit]] [[erkannt]] werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen erzeugen Regungen und diese verwirklichen sich mittelbar oder unmittelbar in der sinnlichen Vergegenwärtigung durch eine hieraus bestimmte Arbeit, unmittelbar als Herstellung und Entwicklung von Selbstgewissheit, mittelbar und überhaupt in Tätigkeiten. Tätigkeit ist ein umgangssprachlicher Oberbegriff für vielerlei Beschäftigungen, die sich im Unterschied zum bloßen Wahrnehmen und Konsumieren als Lebensäußerungen verstehen lassen. Sie steht als Aktivform gegen die Passivform, als die Wendung des [[Leidens]] in eine Äußerungsform der Sinne, z.B. durch die Produktion von [[Gegenständen]] oder der Herstellung von [[Ereignissen]]. In jedem Fall ist mit Tätigkeit die Erzeugung von etwas Objektivem verbunden, worin sich ein Subjekt geäußert zeigt und darin geschichtlich existent ist, sein [[Leben]] und [[Erleben]] als [[Form]] seiner [[Subjektivität]] bildet. Alle seine subjektiven [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] treten in seiner [[Äußerung]] zutage, soweit sie darin sich aus ihrem [[Leiden]] herauszusetzen verstehen, sich und ihre Welt verändern. Doch in ihrem sinnlichem [[Dasein]] verhalten sich die Tätigkeiten ganz verscchieden im Leben der Menschen: Nicht alles macht Sinn, was nützlich ist und nicht alles ist nützlich, was Sinn macht. So vermerkte Oskar Wilde auch ganz grundsätzlich: &#039;&#039;Kunst kann nicht nützlich sein&#039;&#039;. Und Karl Marx befand die Nützlichkeit eines Dings als Grundlage einer einer [[Waren]] produzierenden Wirtschaftsform: &#039;&#039;Die [[Nützlichkeit]] eines Dings macht es zum [[Gebrauchswert]]&#039;&#039; [[(MEW 23, Seite 50).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zwischenmenschlichen Verhältnissen [[verhalten]] sich die Menschen daher über eine [[zwischenmenschliche]] [[Kultur]] ihrer [[Gefühle]], in denen ihre [[Empfindungen]] sich in ihren [[Beziehungen]] [[verkörpern]] (siehe [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Darin [[vergegenwärtigt]] sich die [[Objektivität]] ihrer [[Empfindungen]] im [[wahrnehmenden]] [[Subjekt]] und kann sich von daher in sich und durch seine [[Gefühle]] nur [[verkehrt]] [[bewahrheiten]] und [[verhalten]] (siehe hierzu [[Körperfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nicht was ein Mensch fühlt, was er in seinen [[Empfindungen]] verspürt sind schon eigenständiges Gefühle, weil sie in der [[Wahrnehmung]] noch nicht [[vermittelt]] sind. Gefühle entstehen in den unmittelbaren [[Verhältnissen]] des [[Lebens]] so, wie sich darin die [[Empfindungen]] [[verhalten]] und einander bilden (siehe [[Sinnbildung). Darinerinnern]] sich die [[Inhalte]] der [[Wahrnehmungen]] an die [[Körperform]] ihrer [[Erlebnis]]. Im [[Gefühl]] beziehen sich die [[Empfindungen]] aus vergangenen [[Verhältnissen]], in der [[Epmfindung]] erinnert sich ihr [[Sinn]] an sein [[Erleben]] als [[eigenständige]] Lebensform seiner [[Subjektivität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist ein [[Gefühl]] das innere der [[Form]] des [[Erlebens]], die an und für sich [[wahre]] [[Subjektivität]] der [[Natur]] ihrer [[Empfindung]], die in der [[Wahrnehmung]] ihrer [[Gegenstände]] nicht [[unmittelbar]] eins mit sich sein kann. Wohl aber ist sie auch außer sich vermittelbar, wenn sie ihren objektiven [[Anreiz]] in sich erkennt. Denn auch im Gefühl können Empfindungen sich wiederum &#039;&#039;einmischen&#039;&#039; als bloß reizvolle [[Form]] der [[Wahrnehmung]] die Fortbildung ihrer Inhalte bestimmen (siehe hierzu auch [[Traum]]). Denn weil Gefühle sich auch durch objektivierte [[Empfindungen]] beeindrucken lassen, wenn sie selbst [[formbestimmt]] und hierdurch zu [[objektiven Gefühlen]] werden und sich in ihrem [[Sinn]] [[verdichten]], können sich hieraus auch deren [[Inhalte]] formieren, deren Inhalt bestimmen und [[verkehren]]. Und wenn von daher die [[Empfindungen]] gegen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmung]] bestimmt sind und nur objektiv [[erlebt]] werden, wird auch die Beziehung von [[Empfindung]] und [[Gefühl]] durchbrochen und beides voneinander getrennt. Durch die [[Trennung]] von ihren [[Gefühlen]] entsteht eine [[Selbstwahrnehmung]], die sich zu einem [[Verhältnis]] von [[Selbstgefühlen]] [[verselbständigt]], weil sie darin nur als entäußerte Form der Wahrnehmung [[wahr]] sein können, die [[Empfindungen]] zur Erscheinungsform ihrer Gefühle werden (siehe hierzu auch [[Verdrängung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es äußerten sich bisher schon unzählige Disziplinen der [[bürgerlichen Wissenschaften]], die in den [[Gefühlen]] der Menschen ein Rätsel, eine [[Seele]] oder einen [[verselbständigt]] wirkenden [[Geist]] oder lediglich die [[Ursache]] eines [[Verhaltens]] jenseits seiner [[Verhältnisse]] finden wollten, weil sie darin nur eine [[Emotion]], eine Bewegung innerer [[Regungen]] sehen, die keine äußere [[Wirklichkeit]] enthalten und von daher auch nicht von Außen zu [[erkennen]] wären. Schnell wird dann aus dieser [[Äußerlichkeit]] des [[Wissens]] eine &#039;&#039;innere Wahrheit&#039;&#039;, ein völlig [[isoliertes]] inneres [[Wesen]] [[verabsolutiert]] und ganz [[selbständig]] erörtert und apriorisch [[ontologisiert]]. Dieses wird schließlich in den meisten Denkansätzen [[autopoietisch]], als unzugängliches, als [[privates]] [[Wesen]] einer Menschenseele unterstellt und somit das [[bürgerliche Individuum]] zu einem [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Privatwesen [[verabsolutiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie von [[Gott]] gegeben könnte es demnach seine Herkunft und [[Gründe]] nur aus sich [[selbst]] - [[getrennt]] von aller gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]], wohl aber nicht von [[Gott]] - [[isoliert]] [[entwickelt]]. Von daher wird durch die [[Religionen]] jedem Menschen leicht ein übermächtiges, ein [[übermenschliches]], ein göttliches [[Wesen]] gegeben, die [[Mythologie]] kosmischer Gesetzmäßigkeiten (siehe [[Esoterik]]) zuerkannt, das ihn über seine gesellschaftliche [[Wirklichkeit]] hinaus geleitet, indem sie ihr [[Fremdsein]], ihre [[Entfremdung]] von sich und der Welt verinnerlicht. Doch es können [[Gefühle]] nur das enthalten, was sie in ihrer Welt auch finden, was sie für ihre [[Empfindung]] in [[Wahrheit]], also [[identisch]] in sich und mit sich, nur das [[empfinden]] können, was der [[Natur]] ihrer [[Wahrnehmung]] und zugleich der [[Natur]] ihres [[Gegenstands]], also ihrem [[Sinn]] von und für sich, also ihrem Menschsein entspricht. So kann sich in der [[Empfindung]] [[gesellschaftliche]] und [[zwischenmenschliche]] [[Wahrheit]] [[identisch]] finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen bieten daher die einzig [[wirkliche]] [[sinnliche Gewissheit]] der [[Wahrnehmung]], [[Tätigkeit]] der ursprünglichsten [[Sinne]] allen [[Lebens]] von Menschen, Tieren und Pflanzen, worin und wodurch die [[Intelligenz]] der [[Natur]] (siehe [[natürliche Intelligenz]]) ihren [[Gegenstand]] als [[Natur]] für sich in der [[Form]] seiner [[Existenz]] auffassen und erfassen kann. In der [[Empfindung]] findet das Subjekt was es objektiv außer sich ist. Denn auf das Subjekt kommt zurück, was es objektiv in der [[Beziehung]] auf seinen [[Gegenstand]] ist, was es von [[Natur]] ist und was es durch die [[Natur]] seines Wesens gebildet hat, was es von seiner [[Natur]] außer sich findet, was seine Organe [[wahrnehmen]] können und also auch für [[wahr]] halten. Im [[Subjekt]] der [[Wahrnehmung]] wird die Empfindung zu einem [[Gefühl]] für ihren [[Gegenstand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo das einzelne [[Erleben]] sich nicht im [[ganzen]] [[Leben]] eines Menschen, in der [[Allgemeinheit]] seiner [[Lebensverhältnisse]] wieder finden, [[empfinden]] und [[erkennen]] kann, [[reduziert]] sich die [[Wahrnehmung]] auf eine [[Selbstwahrnehmung]], die nur außer sich eine [[Wahrheit]] für sich finden und [[empfinden]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin fügt sich dann etwas Entzweites durch das [[wahrnehmende]] [[Subjekt]], also durch sich selbst zusammen: die [[Empfindung]], die einem [[Leben]] außer sich als [[Wahrheit]] seiner [[isolierten]], [[vereinzelten]] [[Existenz]] entspricht, und das [[Gefühl]], durch das ein Individuum seine [[Erfahrungen]] von und mit sich selbst zusammenfasst. Während jede [[Empfindung]] durch ihre [[sinnliche Gewissheit]] eine [[unmittelbare]] [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]] [[erkennt]], durch den sie [[objektiv]] so bewirkt ist wie sie darin aufgegangen ist, verhalten sich [[Gefühle]] [[subjektiv]] als [[Formen]] der [[Empfindungen]] im [[objektiven]] [[Raum]] ihrer Entstehung, aus den [[Empfindungen]] ihres [[Daseins]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[sinnliche Gewissheit der Empfindung]]findet die [[Wahrnehmung]] eine [[unmittelbare]] [[Wahrheit]] in der [[Beziehung]] auf ihren [[Gegenstand. Was sie]]in ihm von sich erkennt, findet sie in dem, was davon [[wirklich]] für sie und zugleich durch sie bewirkt ist, was also durch ihre subjektive [[Kraft]] in einem [[objektiv]] betimmten [[Raum]] die [[Dichte]] der [[Wahrnehmungen]] ausmacht. Es verhalten sich hiernach [[Gefühle]] als subjektive [[Formen]] der [[Empfindungen]] im [[Raum]] ihrer Entstehung. Sie bilden sich aus den [[Erinnerungen]] im [[KÖrper]] der Entstehung ihrer [[Empfindungen]], die eine hieraus bestimmte [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]] als erinnerten [[Gegenstand]] für sich selbst erÖffnen, so wie er sich über viele [[Empfindungen]] angefühlt hat. [[Empfindungen]] haben sich im Lauf der [[Geschichte]] (siehe [[historischer Materialismus]]) an ihm und durch ihn begeistert, sind zu menschlichen [[Sinnen]], geistige [[Sinne]] geworden, die ihren [[Gegenstand]] nicht nur auffassen, sondern ihn auch für sich gestalten und daraus ihre[[Erkenntnisse]] beziehen. Durch ihre [[Natur]] sind sie als [[Natur]] des Menschen, durch seine [[gesellschaftlichen]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] zu einer [[Naturmacht]] der Menschheit geworden. Von daher ist der menschliche [[Sinn]] so [[subjektiv]] wie [[objektiv.]] Die Speise findet Geschmack und Geschmack findet die Speise, weil sie einander suchen und sich finden und erzeugen, sich durch einander empfinden und aus einander setzen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung kommt aus dem Ursprungsbegriff Ent-finden, meint das zu Ende finden, das letzendlich Wahrgenommene, als Identität zu sich in [[Wahrheit]]Genommene und also für wahr Befundene. Eine Empfindung kann nur finden und befinden, was der natürlichen Ausstattung ihrer Organe entspricht. Sie ist die [[objektive]] Form einer [[subjektiven]] [[Beziehung]] der [[Wahrnehmung]]. Was ihrer [[Natur]] als Natur ihrer [[Wahrnehmung]] entspricht, das findet sich auch in ihrem Organ als besondere [[Fähigkeit]] ihrer Sensoren, als Form ihrer kognitiven [[Beziehung]] auf ihren [[Gegenstand]]. Was sie außer sich für sich findet, was ihr von [[Natur]] aus vorausgesetzt ist, das hat sie auch in sich als [[Material]]ihrer natürlichen [[Beziehung]] auf ihren [[Gegenstand]]. Nicht nur die Spezies (z.B. Federmäuse, Katzen, Krokodile und Menschen) unterscheiden sich in ihren Empfindungen ganz wesentlich, sondern auch die Individuen, soweit die bestimmte [[Geschichte]] ihrer [[Erfahrungen]] und Behinderungen ihr KÖrpergedächtnis (siehe auch [[Gedächtnis]]) als das Organ ihrer [[Wahrheit]] geprägt haben (siehe hierzu auch [[natürliche Intelligenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Erkenntnis setzt eine [[Kenntnis]] voraus, die durch die [[Aufmerksamkeit]] ihrer [[Wahrnehmung]] sich in ihrer Kenntnisnahme, ihrer Kognition bewahrheitet, indem sie aus deren [[Eigenschaften]] und [[Gewohnheiten]] eine zweifelsfreie [[Gegenständlichkeit]] zu erkennen vermag. Darin erweist sich die [[Wahrnehmung]] nicht nur gegenständlich als [[wahr]], sondern erweist auch ihren [[Gegenstand]] als ein [[Objekt]] subjektiver Eigenheiten, soweit sich darin ihre organischen Funktionen schlüssig zusammenfinden, das heißt: ungebrochene [[Empfindungen]]für wahr halten lassen, wie sie ihren Gegenstand gefunden haben, ohne ihn zu befinden oder von ihm zu [[wissen]]. Weil sie mit ihm und durch ihn gewachsen sind, kennen sie sich und ihn so [[subjektiv]] wie auch [[objektiv]] schon in seiner [[Erscheinung]], der einfachen und unmittelbaren Reflexion ihrer [[Wahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gefühle]] lassen sich übertragen, [[Empfindungen]] nicht. Und das erklärt sich aus einem [[wesentlichen]] Unterschied zwischen diesen beiden Formen der [[Wahrnehmung]]. Im [[Gefühl]] reflektieren die [[Empfindungen]] ihren [[Gegenstand]] so wie er sich anfühlt, wie er [[Sinn]] macht und [[Sinn]] hat, wie er [[wahrgehabt]] und angeeignet, sinnlich zu [[eigen]] gemacht wird. In der Empfindung findet die [[Wahrnehmung]] ihren [[Sinn]] in dem [[Gegenstand]], den sie [[wahrhat]], wodurch ihre [[Wahrheit]] nicht nur [[Erinnerung]], sondern auch außer sich, objektiv ist, weil [[Wahrheit]] eben nur dort zu nehmen ist, wo Äußeres wie Inneres ist. Weil und sofern die Gegenstände der [[Wahrnehmung]] natürliche Gegenstände sind, haben sie auch ihren [[Sinn]] in der [[Wahrnehmung]] der Menschen so, wie diese in ihrer subjektiven mit ihrer objektiven [[Natur]] zusammenfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung nimmt die [[Eigenschaften]] eines [[kÖrperlichen]] [[Gegenstands]] wahr, ist die [[stoffliche]] [[Wahrnehmung]] der [[Sinne]], - nicht einfach ihre bloße Kognition, sondern auch ihre [[sinnliche Gewissheit]], ihre [[unmittelbar]] [[kÖrperlichen]] [[Wahrheit]], die hierbei &#039;&#039;gefunden&#039;&#039; und aufgenommen und zu einem Befund der [[Wahrnehmung]] wird. Finden ist die einfache [[Beziehung]] auf einen [[Gegenstand]], seine Kenntnisnahme und Anerkennung, Voraussetzung seiner [[Erkenntnis]]. Eine Empfindung ist das abgeschlossene Finden, das &#039;&#039;zu Ende gefunden haben&#039;&#039; (sprachlich ist &#039;&#039;emp-finden&#039;&#039; eine Wendung der germanischen [[Bedeutung]] von &#039;&#039;ent-finden&#039;&#039;), die Wirkung einer Kenntnis von etwas, das schon vor jeder Empfindung als etwas [[Eigenes]] bekannt ist, das man schon [[kennt]], bevor es [[wirklich]] [[da ist.]] Sie ist eine Ent-Deckung, die unmittelbare [[Beziehung]] einer Identifizierung der [[Gegenstände]] des [[Lebens]], ihre Bezeugung, wie sie erzeugt und in ihrer [[Natur]] wahrnehmbar sind, ganz gleich in welcher [[Form]] sie sich befinden, so objektiv wie subjektiv sind. Denn es gibt keine rein objektiven Gegenstände für den Menschen, kein &#039;&#039;Ding an sich&#039;&#039;, keine &#039;&#039;Natur an sich&#039;&#039;. In der Empfindung wird das Erzeugte wie auch sein Erzeuger, der Mensch als subjektives Wesen für sich durch seinen Gegenstand, also objektiv gewiss. Und von daher ist darin nicht nur der bloße [[KÖrper]] ihres [[Gegenstands]] gegenwärtig, sondern auch der [[Geist]], der in seine Erzeugung eingegangen ist. Indem sie Menschen den KÖrper für sich finden, der ihr Leben darstellt, vergegewärtigen sie zugleich ihren Lebensinhalt als [[Gefühl]] für sich, wie es außer sich existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Empfindung werden sie sich also in ihren stofflichen wie geistigen [[Beziehungen]] gewahr, werden sich ihres [[Gegenstands]] [[sinnlich gewiss]], denn darin finden Menschen was ihre [[Verhältnisse]] [[substanziell]] ausmacht, was ihnen vorausgesetzt und zugleich ihnen zufolge [[wahr]] ist, was sie in ihrer [[Wahrnehmung]] für sich, und durch sich und zugleich gegenständlich [[wahrhaben]], weil es zugleich ihre Außenseite ist, ihre Äußerungen betrifft, die objektive Form derselbsen Substanz, die sie auch durch sich und fürs sich haben, was sie also objektiv wie subjektiv sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;-Daß der Mensch ein leibliches, naturkräftiges, lebendiges, wirkliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ist, heißt, daß er wirkliche, sinnliche Gegenstände zum Gegenstand seines Wesens, seiner Lebensäußerung hat oder daß er nur an wirklichen, sinnlichen Gegenständen sein Leben äußern kann. Gegenständlich, natürlich, sinnlich sein und sowohl Gegenstand, Natur, Sinn außer sich haben, oder selbst Gegenstand, Natur, Sinn für ein Drittes sein, ist identisch. Der Hunger ist ein natürliches Bedürfnis; er bedarf also einer Natur außer sich, eines Gegenstandes außer sich, um sich zu befriedigen, um sich zu stillen. Der Hunger ist das gestandene Bedürfnis meines Leibs nach einem außer ihm seienden, zu seiner Integrierung und Wesensäußerung unentbehrlichen Gegenstandes.- [[(MEW 40, S. 578)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur [[stofflich]], sondern auch [[geistig]] wird ein [[Gegenstand]] empfunden, eben so wie Stoffe durch ihre [[natürliche Intelligenz]] auch begeistert sein kÖnnen (siehe hierzu auch das [[Leib-Seele-Problem]]). Nicht alles, was es gibt, kann von Menschen wahrgenommen werden. Empfindung ist nur mÖglich, wo die sensorischen Organe die ihnen entsprechende objektive [[Wahrheit]] finden kÖnnen, wo sie also in der Lage sind, [[Gegenständen]] ihrer [[Wahrnehmung]] gewahr zu werden, sie für wahr zu nehmen. Jede Empfindung ist die [[Beziehung]] eines [[Subjekts]] auf ein [[Objekt]], eines Subjekts also, welches die [[Eigenschaften]] seines Objekts als [[Form]] für sich erkennen kann, mit ihm eine [[Identität]] in ihrer [[sinnlichen]] [[Form]] hat und worin sie in ihrem [[Dasein]] aus ihrem [[Sein]] heraus &#039;&#039;gefunden&#039;&#039; wird. In seiner idealistischen Manier formuliert Hegel ein ähnliches Verhältnis als &#039;&#039;seelisches Erwachen&#039;&#039;. Darin begegnet die [[Idee]] ihrem [[Sein]], die &#039;&#039;wache Seele&#039;&#039; ihrer Inhaltbestimmtheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In dem Fürsichsein der wachen Seele ist das Sein als ideelles Moment enthalten; sie findet so die Inhaltsbestimmtheiten ihrer schlafenden Natur, welche als in ihrer Substanz an sich in derselben sind, in sich selbst, und zwar für sich. Als Bestimmtheit ist dies Besondere von der Identität des Fürsichseins mit sich unterschieden und zugleich in dessen Einfachheit einfach enthalten, - Empfindung. (Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 399)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist die [[Intelligenz]] der [[Natur]] (siehe auch [[Naturempfindung]]) als [[Natur]] ihrer [[Intelligenz,]] als die [[Fähigkeit]], [[Gegebenes]] durch eigene [[Wahrnehmung]] aufzufassen und anzueignen und es auch als etwas [[Eigenes]] für sich [[wahr]] zu [[machen]], so wie es für das wahrnehmende [[Subjekt]] auch schon vor aller [[Erfahrung]] [[wahr]] ist, weil es seinen [[Gegenstand]] auch von [[Natur]] aus [[kennt]], bevor es ihn durch seine [[Erkenntnisse]] auch aneignen, für sich [[wirklich]] finden, seine Empfindung [[verwirklichen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung entsteht schon mit der [[Fähigkeit]], Inneres und Äußeres zu unterscheiden und sich mit eigenem [[Zweck]] hierauf zu beziehen, um sich mit der [[Befriedigung]] der hierauf bezogenen [[Bedürfnisse]] fortzubilden. Jede Empfindung verkÖrpert das Finden von dem, was sie außer sich für sich [[wahrhat]], was also eine [[Wahrheit]] zwischen einem empfindenden [[Wesen]] und seinem [[Gegenstand]], was schon vor aller [[Erfahrung]] von [[Natur]] aus wahr ist, was dem empfindenden [[Individuum]] [[subjektiv]] und [[objektiv]] organisch ebenso vorausgesetzt ist wie es auch von ihm fortgebildet wird, wie es also für sich [[gegenständlich]] als [[Gefühl]] für ein natürliches [[Wesen]] zu [[entwickeln]] ist, durch das sich auch die [[Fähigkeiten]] eines jeden [[Subjekts]] bilden und fortbilden kann (siehe auch [[Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Empfinungen gründen ihre [[Gefühle]] für sich und für ihre [[Sachen]] und zu Menschen überhaupt so, wie sie [[erfahren]] werden, wie [[einzeln]] oder [[allgemein]] sie beisammen, als menschliche [[Kultur]] [[da sind]]. In menschlichen [[Beziehungen]] haben sich Menschen vor allem im anderen Menschen zum [[Gegenstand]], [[erkennen]] sich in ihm [[subjektiv]] wie [[objektiv]] beziehen sich in dieser [[Form]] gegenständlich auf sich als Mensch und auf ihre [[Sache]] als ihr Erzeugnis, als Zeugnis ihres Zusammenwirkens und somit immer [[gesellschaftlich]]. Von daher und hierdurch ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Kultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Menschen durch ihre Sinnesorgane [[empfinden]] ist das, was sie von sich, von ihrer [[Natur]], [[Kultur]], [[Gesellschaft]], Dingen, Menschen usw., also von ihrem [[Leben]] durch ihren [[Gegenstand]] für sich finden, was sie in ihrem [[Dasein]] von ihrem [[Sein]] [[wahrhaben]]und von diesem in sich fühlen. Weil ihre Wahrnehmung auch ihren kÖrperlichen [[Eigenschaften]] entspricht, was ihnen in ihrem [[Sein]] sowohl vorausgesetzt als auch durch sie in den [[Sinn]] kommt, ist durch den empfindenden Menschen mit seinen Organen in der Welt seiner [[Kulturen]] da und diese sind durch sein Tun und Lassen zugleich ihm zu Folge. Es ist das, was die Menschen durch ihr Sehen, Riechen, HÖren, Tasten und Schmecken sind, was sie geschaffen haben und auch als [[Gegenstand]] ihres [[Lebens]] [[wahrnehmen]] kÖnnen, weil und soweit es ihrer [[Natur]] entspricht. Dieses [[Verhältnis]] ihrer [[Wahrnehmung]] ist das [[Dasein]] ihrer [[natürlichen Intelligenz]] und somit auch die [[Elementarform]] ihrer [[Wahrheit]], ihrer [[sinnlichen Gewissheit]], in der sie sich von ihren Gegenständen sowohl unterschieden wie auch einig, sich in eins mit ihnen und ihrer Welt fühlen kÖnnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo keine wirklichen [[Gegenstände]] als Produkte menschlicher [[Lebensäußerung]] sinnlich gewiss sind, gibt es auch keine unzweifelhaften [[Wahrnehmungen]]. Diese sind gespalten. Nicht [[Erkenntnis]] aus der [[Kenntnis]] ihrer Erzeugung bildet sich darin fort. Es ist ihr bloßes[[Dasein]] das ihr [[Sein]] bestimmt. Das [[Erleben]] ihrer [[Wirklichkeit]] macht die [[Inhalte]] ihrer isolierten, ihrer aparten [[Wahrheiot]] . Deren [[Empfindung]] ist dann allerdings bloßes [[Gefühl]] von [[Leben]], ganz gleich, welchen [[Sinn]] es haben mag. Und sich im Gefühl findet und [[ereignet]] ist nicht das, was die [[Empfindung]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Ereignisse]] ausmacht, in denen sie entsteht. Im [[Gefühl]] gestaltet zwar die [[Empfindung]] ihre [[Erinnerung]], verliert sich aber auch darin, soweit und sofern das [[Gefühl]] nicht auf das [[Ereignis]] zurückkommen kann, das es erinnert. Es erfährt seinen [[Sinn]] aus dessen [[Erleben]] und reflektiert dies in sich, muss aber zugleich von seiner Sinnesform abstrahieren, um als [[Gefühl]] auch für sich zu bestehen, bestehen zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnlich kann die [[Wahrnehmung]] immer nur das sein, was sie für sich findet, was ihre [[Empfindung]] ist. Doch die Empfindung vergeht schon im nächsten Moment der [[Wahrnehmung]], weil sie [[unmittelbar]] ist, eben nur das finden kann, was ihr außer sich schon vorausgesetzt ist. Sie setzt also voraus, dass sie das schon durch ihre [[Natur]] kennt, was ihre [[Wahrheit]] ist. Aber als [[Gefühl]] ist sie ihrem Inhalt nach ein Gedanke von dem, was die [[Empfindung]] für sie ist, was sie [[wahrhat]]. Was sich im Gefühl bildet, was als Bild ihrer Empfindung bedacht und [[gedacht]] ist, kann für die [[Wahrnehmung]] im [[Ganzen]] [[wahr]] oder unwahr sein, kann ineinader gehen oder aus sich heraus zerfallen, sich widersprechen oder sogar gänzlich außer sich sein. Die [[Wahrnehmung]] ist darin in einer anderen Form, in einer [[Erinnerung]] an ihre [[Empfindungen]]. Im [[Gefühl]] ist die Empfindung innerlich in der Form, in der sie außer sich war. Und außer sich ist sie ein bloßes [[Erlebnis]]. Dieses ist in den [[Ereignissen]] verbunden, welche sich im [[Erleben]] verinnerlicht haben. Es ist daher die [[Elementarform]] der Wahrnehmung, über die nachzudenken ist und die selbst auch eine Form der Gedankenwelt, also des [[Denkens]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren [[Gefühlen]] entwickeln sich ihre [[Empfindungen]] zu den [[Fähigkeiten]], die es den Menschen ermÖglichen, neue [[Eigenschaften]] ihrer Gegenstände zu entdecken, zu erfinden, zu erzeugen und zu genießen. Im [[Gefühl]] entwickelt sich, was Menschen aus ihren Empfindungen machen und in ihren Lebensverhältnissen, in ihrem Umgang als ihre [[Kultur]] [[wahrnehmen]], [[wahrhaben]] und [[wahrmachen]] und als Geschichte ihrer [[Naturmacht]] fortbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Gemeinschaften]], in denen [[Geldbesitz]] - [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] - das [[wesen]]tliches [[gesellschaftliches]] [[Verhältnis]] der Menschen ist, da ist ihre sachliche Beziehung [[allgemein]] gleichgeltend, [[gleichgültig]] gegen ihre Entstehung, gegen die [[Geschichte]] ihres Werdens, ihr gewordenes [[Sein]]. Darin sind ihre [[Gefühle]] auf das Fürsichsein ihrer Empfindungen beschränkt und von daher in ihrer [[Kultur]] [[isoliert]] und also selbständig für sich und durch sich (siehe auch [[Ästhetik]]). So wird hier auch die [[Sinnbildung]] der Menschen durch ihre [[verselbständigte]] [[Kultur]] in der [[Getrenntheit]] von ihrem gesellschaftlich tätigen [[Sinn]] für sich bestimmt. Weil sie sich darin nicht über ihre gegenständliche [[Tätigkeit]], ihre Lebensäußerung und [[Arbeit,]] durch ihre lebendige [[Geschichte]] mitteilen und vermitteln, besteht ihre [[Beziehung]] nur zwischen ihnen in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]], in der sie [[ausschließlich]] selbst als unmittelbarer [[Gegenstand]] ihrer [[Wahrnehmung]] für einander, für sich und unter sich erscheinen, als Menschen, die für einander [[da sein]] müssen, um ihr [[Leben]] als Mensch [[erkennen]] zu kÖnnen, um sich als Mensch zu finden, sich durch andere also als Mensch zu empfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung nimmt den [[objektiven]] [[Inhalt]] einer [[sinnlichen]] [[Beziehung]] [[subjektiv]] wahr. Sie lebt durch die [[Aufmerksamkeit]] und zugleich [[Neugier]] der Sinne, wiewohl sie nur das [[wahrnimmt]], was sie außer sich als das [[erkennen]] kann, was sie von sich schon [[weiß]] (siehe [[sinnliche Gewissheit]]). Eine Empfindung ist daher zunächst der Zusammenhang einer Sensorik, also die [[Wahrnehmung]] eines oder vieler [[Eindrücke]] in einem, welche jede [[sinnliche Gewissheit]] ausmacht und wodurch sie für sich [[wahr]] ist, gleich, was sie außer sich auch sonst noch [[wahrhaben]] kann. Auf dieser gründet die Arbeit eines jeden Organismus, die sich als Vermittlung von seiner Außenwelt zu seiner Innenwelt vollzieht. Im [[Gefühl]] für das, was sie hierbei wahrhat, bezieht sich die Empfindung schließlich wieder auf ihre Welt, so wie sie sich darin gefunden hat und einfinden kann und wodurch sich die [[Fähigkeiten]] eines Organismus entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Evolution]] des [[Lebens]] ist die Empfindung der Ursprung [[natürlicher Intelligenz]], die [[Beziehung]] eines Naturwesens auf seinen [[Gegenstand]], ganz gleich, ob dieser natürlich war oder nicht. Sie kennt ihn schon, bevor sie ihn findet und sie empfindet, was er für sie ist oder sein kann. Diese [[Naturempfindung]] ist damit die unausweichliche Grundlage eines jeden [[Stoffwechsels]] und der vielfältigen Gestalten, die er im Lauf der [[Geschichte]] bis in die menschliche [[Kultur]] hinein gebildet hat und darin zum [[Gedächtnis]] ihrer Entstehung und [[Entwicklung]], zu einem [[Gefühl]] für unsere Welt, für Menschen und Sachen geworden ist. Empfindung ist alles, was wir in unseren [[Gefühlen]] [[erinnern]] können und scheidet unsere Wahrnehmung in dem, für was wir einen Sinn haben, was wir also wissen können, von dem, was uns nicht sinnlich gewiss werden kann, für das wir keinen [[Sinn]] haben (z.B. bestimmte Lichtfrequenzen und Strahlungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung setzt das Werden von Subjekt und Objekt der Wahrnehmung voraus, sei es durch die Naturentwicklung ([[Evolution]]), oder der Entwicklung der menschlichen [[Gesellschaft]] als [[Naturmacht]] (siehe [[Produktivkraft]]). Sie meint wörtlich schon das &#039;&#039;Zu-Ende-Finden&#039;&#039;, also die Verwirklichung einer sinnlichen Identität mit einem Gegenstand der Empfindung, sei er Sache oder Mensch oder Tier oder Pflanze oder [[Natur]] überhaupt. Auch ohne die [[Gegenwart]] seines Werdens wird er aufgrund der Identität seiner Eigenschaften mit seiner Lebensform empfunden. Die einfachsten Empfindungen bestehen aus der zunächst objektiven Wahrnehmung seiner [[Form]] und ihres [[Zustands]], oft auch nur als formale Differenz des Menschen zum Gegenstand, wenn er z.B. als heiß, kalt, bedrohlich oder gefügig empfunden wird. Jede Empfindung enthält ein [[Wissen]], das die [[Sinne]] schon vor dem [[Leben]] der einzelnen Individuen gebildet hatten und das sich in ihr und durch sie sowohl bestätigt wie auch zu [[Gefühlen]] fortbildet (siehe [[Sinnbildung]]), die für die Lebensäußerungen der Tiere und Menschen und zur [[Bildung]] und Ausbildung ihrer [[Fähigkeiten]] grundlegend sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor und mit der Geburt eines Menschen besteht sie als weltliche Verbundenheit, nicht jenseits seiner [[Wirklichkeit]] - etwa in einem übernatürlichen Kosmos der Gefühle - sondern absolut diesseitig, als [[wirkliche]] [[Natur]] dieser Beziehung, als natürliche Empfindung, wie sie auch alle Kulturbeziehungen enthalten (siehe hierzu [[Naturempfindung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen sind so subjektiv wie objektiv, weil sie sich nur in ihrem [[Gegenstand]] erkennen können. Sie sind zwar natürlich und haben [[natürliche Intelligenz]], doch sie empfinden nicht, ob etwas natürlich ist. Sie hatten schon immer belebte und unbelebte Materie gleichermaßen zum Gegenstand und geben keine Gewähr für ihre [[Natur]], haben keine natürliche [[Wahrheit]] für sich, machen keine Natur aus und nichts zur Natur. Doch wo sie schon [[Gefühl]] haben, erkennen sie auch sich schon im Stoffwechsel mit der Natur einbezogen, ihren [[Gegenstand]] als ihre [[Sache]], die sie belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unnatürlichen Verhältnissen empfinden sie also nicht einfach Unnatur, sondern nur die [[Wirkung]], die sie auf einen [[Körper]] in dem Zustand hat, in dem er auch wirklich ist. So können z.B. Schmerzempfindungen eine völlig andere Natur erfahren, als die, für welche sie unmittelbar sinnvoll wären. Wenn sie selbst durch [[Gefühle]] bestimmt sind, die sich gegen ihre Natur behaupten, ihre Unnatur veräußern müssen, so können auch die Empfindungen sich in ihren Sinn versteigen (z.B. als Schmerzgedächtnis im Phantomschmerz oder in traumatischen Erlebnissen). Von daher können sich Empfindungen selbst [[verkehren]], wenn sie verkehrten Verhältnissen unterworfen sind, wenn sie den [[Notwendigkeiten]] [[objektiver Gefühle]] folgen, und darin ihre [[Subjektivität]] überwinden müssen. So kann Äußerliches auch sehr bestimmend für Innerliches sein und [[Erinnerung]] beherrschen. In diesen inneren Verhältnissen werden auch Gefühle selbst zur [[Bedingung]] von Empfindungen, aber nicht als abgelößt von aller Welt, sondern als innere Darstellung [[veräußerlichter]] Erfahrungswelten. Von daher können Empfindungen, die sich nicht in [[Kritik]] aufheben und [[emanzipieren]], zu [[Gefühlen]] einer [[Selbstentfremdung]] werden, sich also selbst in ihrer [[Form bestimmen]]. In einem Menschen stellt sich dann eine verkehrte Welt auch als [[Verkehrung]] seiner [[Selbstwahrnehmungen]] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist die [[Tätigkeit]] der Sinnesorgane in der Art und Weise und dem Moment ihrer Gewahr-Nehmung eines [[Gegenstands]], der eine [[Sache]], ein Mensch oder auch selbst [[Sinn]] sein oder haben kann. Er wird in der Empfindung erst [[gewiss]], weshalb man auch von einer sinnlichen [[Gewissheit]] spricht. Aber so frisch und neu diese [[Gewissheit]] erscheinen mag, so setzt sie schon immer [[Sinn]] voraus, der darin nicht neu sein kann, weil er sich ansonsten seiner nicht gewiss wäre, ebensogut eine [[Erscheinung]] von anderem, bloße [[Reflexion]] sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Empfindung ist die unmittelbare, also unvermittelte [[Beziehung]] auf einen [[Gegenstand]], mit dem sie vor aller [[Erfahrung]] schon verbunden ist. Sie ist daher nicht bloßes sinnliches Auffassen, organische Tätigkeit einer hiervon unabhängigen Sensibilität, sondern Identifizierung, Tätigkeit einer Identität eines Subjekts zu seinem Objekt in der [[Wahrnehmung]], das unabdingbare Moment der [[Wahrheit]], das Finden ihrer [[Gegenwart]]. In der Empfindung findet die [[Wahrnehmung]] ihren[[unmittelbaren]] [[Gegenstand,]] die unmittelbare [[Gewissheit]] ihrer [[Sinne]] als das, was dieser im Einzelnen durch seine [[Eigenschaften]] für sie für wahr, also auch wirklich so sinnlich ist, wie er auf die Sinne wirkt. Wirkung hat er eben in soweit, wie das Objekt der Wahrnehmung ihr zu eigen ist, wie ihren Eigenschaften entspricht, wie [[subjektive]] [[Eigenschaften]] in der [[Beziehung]] auf [[objektive]] Eigenschaften auch [[wahr]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist also zunächst die sensorische Wahrnehmung einer sinnlichen [[Gewissheit]], einer Begegnung im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Existenz, das Wissen um die [[Anwesenheit]] ihres Gegenstands, nicht jedoch dessen erwiesene [[Wahrheit]], weil sie ihren [[Sinn]] auch schon ohne diese [[Beziehung]] zu ihrem bestimmten [[Gegenstand]] hat, und weil dieser schon sinnlich ist, auch ohne empfunden zu werden. Die [[Wahrheit]] der Empfindung ist alleine die Begegnung mit einem Gegenstand, einem Menschen, einer Sache oder der [[Natur]], die [[Anwesenheit]] von [[Subjekt]] und [[Objekt]] der Empfindung als [[Ganzes]] für sich, als dies Eine hier und jenes Andere dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil hierbei die Empfindung immer [[Sinn]] hat, weil sie [[unmittelbar]] sinnlich ist, ist sie die lebendige [[Gegenwärtigkeit]] einer [[Beziehung]], die sie aus [[sinnlichen]]Wahrnehmungen der Sinnesorgane und [[Eindrücke]] bezieht, was immer diese auch [[wirklich]] an [[Sinn]] haben mögen. In ihrem objektiven Verhältnis besteht die Empfindung nur durch diesen Eindruck. In ihrer [[subjektiven]] [[Bestimmtheit]] durch ihren [[Sinn]] ist sie voraussetzungslos und doch schon so [[intelligent]] wie ihre Organe es zu sein vermögen (siehe hierzu [[natürliche Intelligenz]]). In der Sinnesgeschichte eines Menschen vermittelt sich von daher auch immer schon die Sinnesgeschichte der ganzen Menschheit, also alles, wozu es die Sinne in ihrem Wahrnehmungsvermögen gebracht haben. Objektiv aber ist der Sinn immer nur unmittelbare Subjektivität, die ihren [[Gegenstand]] nur so auffassen kann, wie er noch ganz ohne [[Gefühl]] hierfür da ist (siehe [[Dasein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenstand der Wahrnehmung begegnet ihr zunächst eben nur als eine [[Gegebenheit]], die ihren Inhalt nicht wirklich [[wahr machen]] kann, weil sie für sich genommen nur [[unmittelbar]] ist. In ihrer [[objektiven]] [[Gleichgültigkeit]] gegen ihren Gegenstand kann die Empfindung selbst in ihrem [[Sinn]] nur eine [[unmittelbare]] [[Wahrheit]] für sich haben, die Wahrheit ihrer [[Gegenwart]]. Ihre [[Gewissheit]] bezieht sie daher auch nicht aus der einfachen und rein objektiven Beziehung einer Sensorik auf einen Gegenstand, auf einen Menschen oder eine Sache. Sie kann nur gegenwärtig sein, wo und weil sich der empfindende Mensch auch als fühlender vergegenwärtigen kann, immer zugleich sinnlich wie [[geistig]] da ist. Sie ist also die [[Wahrnehmung]] in einer [[Beziehung]], wie sie [[wirklich]] und für einen Menschen in einem Moment ist, worin sich auch sein [[Gefühl]] entwickelt und bewahrheitet in dem, was es [[wahrhat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genommen ist Empfindung aber nicht unbedingt eine wirkliche Beziehung auf anderes, also nicht unbedingt auf ein Objekt gerichtet. Sie kann auch [[Selbstempfindung]] sein, wenn das entsprechende Organ durch sich selbst oder durch eine [[Selbstbeziehung]] bestimmt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die menschlichen Sinne sind nicht ohne den Menschen tätig. Jeder [[Sinn]] ist abhängig von der ganzen Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung. So kann ein Mensch z.B. im Wahnsinn gänzlich anders riechen, sehen und hören, weil seine Gegenwärtigkeit hierdurch bestimmt ist. Umgekehrt können Sinne ihre rein physiologische Funktion durchaus übertrumpfen, wenn z.B. Blinde auf ihre Weise &#039;&#039;sehen&#039;&#039;, indem sie das Zusammenspiel anderer Sinne hierfür ausbilden. Empfindung betrifft immer den ganzen Menschen. Ihm wird in der Empfindung zugleich der Zusammenhang seiner Sinne gegenwärtig, die sich in ihr bilden und sich in ihren [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] gewiss machen (siehe [[Sinnbildung]]), sich darin ihrer selbst vergewissern. Von daher entsteht ihr [[Wissen]] aus der [[Gewissheit]] eines empfundenen [[Gefühls]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung erweist eine [[Beziehung]] durch sich selbst, durch das Finden von jemanden oder etwas, das darin sich als [[Sinn]] einer Beziehung eindrücklich [[vergegenwärtigt]], als [[Eindruck]] wahrnehmbar ist, ohne [[ausdrücklich]] wahr zu sein. Was ihre [[Bedingung]] ist, die sie [[wahr hat]], ist ihr nicht unbedingt gegenwärtig, auch wenn sie deren [[Gegenwärtigkeit]] als [[Gefühl]] im Sinn hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung unterstellt Gegenständlichkeit, die ihren [[Inhalt]] ausmachen. Sie ist alleine schon dadurch gegenständlich, dass sie sinnliche [[Gegenstände]] im Sinn hat, also auch ihre eigenen Organe. Der empfindende Sinn ist notwendig für ihre Gegenwärtigkeit, anders als der gegenständliche. Der Gegenstand entspricht zwar in der Empfindung dem Menschen, ist aber dennoch nicht durch die Empfindung bestimmt. Er steht ihr immer als etwas anderes gegenüber, auch wenn sie sich in ihm [[identifiziert]]. Der Gegenstand ist immer auch natürlich und eher durch Gefühle bestimmt, insgesamt aber ein [[Ganzes]] vieler Eigenschaften, die nicht unbedingt alle sinnlich wahrnehmbar sind (z.B. Radioaktivität oder auch das Sehen eines blinden Menschen). Von daher ist Wahrnehmung auch nicht alleine durch Empfindung bestimmbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gegenübersein ist gegenständliche [[Wirklichkeit]], die in der Empfindung schon bezogen ist, indem sie darin wirkt. Ich empfinde eine [[Sache]] oder einen Menschen oder mich, wie sie oder er auf mich wirkt oder ich auf mich wirke. Und solange diese Wirkung anhält, habe ich noch kein [[Gefühl]] hierzu. Empfindung ist immer wirklich [[gegenständlich]], weil sie immer ein [[wirkliches]] Gegenüber hat, auch wenn ich das selbst sein kann. Sie unterstellt immer zweierlei [[Gegenwärtigkeit]] von [[Sinn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im reinen Gegenüber ist sie noch äußerlich und doch schon Inhalt, denn empfinden können wir nur, was für uns [[Sinn]] hat, sinnlich ist und unseren Sinnen entspricht. Alleine schon dadurch, dass unsere [[Wahrnehmung]] hierdurch - also in ihrem Sinn - gebildet ist, ist unsere Empfindung nicht nur unmittelbar, sondern auch das Dasein von einer kulturellen [[Geschichte]], welche von der [[Naturempfindung]] bis in unsere Wirklichkeitserfassung fortentwickelt ist. Wir können daher immer nur empfinden, was in unserer [[Natur]] steckt (im Unterschied z.B. zu Strahlungen, für die wir keine [[Gewissheit]] und also keine Empfindung haben). Aber was wir empfinden, welche Töne, Farben, Geschmäcker usw. wir gut oder schlecht finden, ist deren natürlicher wie auch kultureller Inhalt (siehe [[Kultur]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist von daher auch das Befindung einer [[Wahrnehmung]], ihr unmittelbarer Sinn im doppelten Sinne des Wortes: Sie hat den Sinn für den Menschen, den sie für ihren [[Gegenstand]] hat. Ich schmecke, rieche, höre, sehe, usw., wie sich mein Sinn hiernach und hierzu befindet und gebildet hat. Die schönste Blume, das feinste Kristall, kann ich nicht empfinden, wenn ich keinen Sinn hierfür habe. Das beste Essen, das tollste [[Ereignis]] kann mich kalt lassen, wenn ich in schlechter Gesellschaft bin. Empfindung ist völlig ohne [[Nutzen]], aber absolut notwendiger Inhalt einer [[Beziehung,]] Unmittelbarkeit meiner Sinne darin und dem, was in ihnen gebildet ist, was sie entwickelt hat und was ihr [[Gedächtnis]] enthält. Empfindung ist eine Befindlichkeit, die in die Lage versetzt, zu befinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Von daher kann sie auch zu einem [[Urteil]] werden, wie es durch das [[Befinden]] bestimmt ist. Der empfindsame Mensch lebt oft in der Befangenheit seiner Befindlichkeit, wenn er diese als seine Gefühlsgrundlage nimmt. Darin aufgehoben bewahrt sich Empfindung jenseits ihrer Wirklichkeit als [[Gefühl]] für sich, das sich durch [[Empfindungsurteile]] abschließt und sich ihrem Herkommen verschließt und dieses zu seinem [[Umstand]] werden lässt. Von da her sind solche Gefühle die [[Reaktion]] der Empfindung.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zum [[Gefühl]] ist Empfindung ohne jede Refexion und enthält auch keine [[Erkenntnis]] außer der unmittelbaren Begegnung, wenn auch darin die Geschichte sinnlicher Begebenheit als [[Gedächtnis]] der Erfahrung eingeht, aber nicht als Reflexion, sondern dem Inhalt nach. Sie folgt nicht der Einfühlung in ihren Gegenstand, weiß nichts von Funktion, [[Stoff]] oder [[Schönheit]] (siehe [[Ästhetik]]). Sie ist der unmittelbare Sinn, den [[Kultur]] als gesellschaftliche Form der [[Naturempfindung]] und des sich in [[Gesellschaft]] Befindens der Menschen überhaupt hat, gleich, in welche Gefühle sie sich vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Empfindung ist also eine Beziehung zu ihrem [[Gegenstand]], die dem Akt des Empfindens auch vorausgesetzt ist und sich darin ereignet und erinnert. Wir können qualitativ nur empfinden, was mit uns zu tun hat, wie es da ist (siehe [[Dasein]]), nicht, warum es da ist oder wie es geworden ist. Wir finden in der Empfindung etwas, das wir darin zugleich befinden als etwas, das wir dem Sinn nach oder von Natur aus durchaus kennen, das aber darin oder [[qualitativ]] uns erst in seiner Gegenwärtigkeit gewiss wird. Empfindung ist die Form der Erkenntnis eines Unbekannten, das wir dem Sinn nach kennen, die Beziehung auf einen Gegenstand, eine Sache oder einen Menschen, der in unsere Wahrnehmung geraten ist, weil darin Sinn von dem ist, was uns sinnlich ausmacht, was also auch gewahr für uns ist, Moment unserer [[Wahrheit]]. Wessen ich nicht gewahr werde, das empfinde ich nicht. Und was keine Wahrheit für mich hat, das nehme ich auch nicht wahr (vergleiche hierzu z.B. die Empfindung für Gott, das Finden von Gott in sich). Empfindung setzt eine Welt als Gegenständlichkeit von und für Menschen voraus, die in ihr so ist, wie sie für den Menschen ist, wie sie von ihm in [[Wahrheit]] genommen, [[wahrgenommen]] wird, weil er darin seine Lebensäußerung erkennt. Von daher kann es keine richtige oder falsche Empfindung, keine wahre oder unwahre geben (vergl. [[Kritik]] an [[Adorno]]). Empfindung ist elementar, auch wenn sie gestört werden kann bis hin zu ihrer Auflösung, zerstört durch [[Gefühle]] oder [[Gedanken]], bedrängt oder [[verrückt]] durch ihr [[Gedächtnis]]. Mehr noch: Empfindung kann selbst einer fremden [[Identität]] gehorchen (siehe hierzu [[Hörigkeit]]), beherrscht werden von den [[Absichten]] der [[Seele]], welche der [[Selbstverwirklichung]] sinnesmächtiger Persönlichkeiten unterworfen sind (siehe hierzu [[Irrsinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wir finden das, was wir empfinden, so, wie wir es vorfinden und jeder Mensch empfindet dies anders, sogar im Zeitablauf verschieden (z.B. ist es uns morgens eher kühl als abends, weil sich unsere Physis im Tageslauf und je nach Tätigkeit ändert). Befinden und Empfinden sind ein Begriffspaar, das aufzeigt, dass das Befinden als [[Urteil]] identisch ist mit dem Befinden eines Menschen bei der Wahrnehmung eines Gegenstands (insofern ist dieses Urteil auch die Grundlage unseres Gefühls hierfür, das [[ästhetische Urteil]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Empfindung ist im Befinden ein abgeschlossener [[Zustand]] dessen, worin wir uns befinden, was wir darin suchen und finden. Als abgeschlossener Zustand des Findens bestätigt sich der Begriff Empfindung tatsächlich auch ethymologisch (empfinden = entfinden = zu Ende finden). Dies besagt, dass eine Suche unterstellt ist, eine [[Beziehung]] zum Gegenstand der Empfindung, eine Identität, die in der Empfindung lebt, weil sie auch außer ihr ist, ihr vorausgesetzt wie folgend ist, also gegenwärtig und [[geschichtlich]] zugleich als das, was in der Empfindung für den Menschen auch von ihm existiert, sinnliche Gegenwart wie Vergangenheit in einem. Als dieses ist Empfindung Voraussetzung und Inhalt der Wahrnehmung, wie auch für das Gefühl, welches sich im Menschen ereignet und so zum [[Ereignis]] seiner empfundenen Beziehung wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So unmittelbar wahr wie dies scheint, wäre kein Gedanke hieran zu vergeuden und alle Theorie über Empfindung nur bloße [[Sophisterei]], hätten wir nicht selbst Probleme mit dem Empfinden, wären wir nicht durch sie auch bedrängt, wäre sie nicht für uns selbst eine Frage nach dem, was daran überhaupt [[wahr]] ist, wenn sie nicht unwahr sein kann, was uns darin [[getäuscht]] sein lässt, was [[Mystifikationen]] transportiert oder [[Fetische]] erzeugt oder sie in fremde Gefühle und [[Scheinwelten]] geborgen sein lässt (siehe auch [[Kitsch]]). Was haben wir in der Empfindung selbst schon wahr, wenn wir durch sie unsere Welt wahrnehmen? Was läßt dieselbe Wahrnehmung andere Empfindung sein? Was kann einfache Wahrnehmung sein und doch unser [[Leben]] bis zum [[Tod]] bestimmen (z.B. Platzangst, Verfolgungswahn). Wiewohl eine Empfindung nicht unwahr sein kann, ist es in unserer Gesellschaft doch ein Problem, darin wahr zu bleiben, d. h. in einer Identität von [[Wahrnehmen]] und [[Wahrhaben]] zu leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung findet, was sie kennt, ohne es zuvor wahrgenommen zu haben. Von da her zeigt sie sich als Form der [[Erkenntnis]]. Wir empfinden Bekanntes und Fremdes, sofern unsere Wahrnehmung hierfür frei, also nicht selbst in der [[Form bestimmt]] ist. Der Unterschied von Eigenem und Fremden ist selbst das treibende [[Ereignis]] der Empfindung, ihre Neugier. Fremdes ist nur durch Eigenes auch wirklich fremd und somit Wirklichkeit, die mir zu eigen werden kann, wenn ich meine Beziehung hierzu entdecke, mein [[Tätigsein]] und [[Leiden]] hierin. Erst wo diese Beziehung nicht entstehen kann, wo also Fremdheit (siehe [[Fremdarbeit]]) allgemein ist, wird Wahrnehmung zu einer eigenen Allgemeinheit kommen, zu Empfindungen und [[Gefühlen]], die uns zu eigen werden, weil und sofern sie keine Fremdheit kennen, und wir darin unsere Gefühle als Verhältnis zu uns selbst aufheben (siehe [[Selbstgefühle]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich gibt es auch Gegenstände der Fantasie, die wir nicht empfinden können, vielleicht aber fühlen (siehe [[Gefühl]], [[Regung]]). Aber hierin selbst regt sich keine [[Entfremdung]]; es ist ein Spiel mit dem, was wir kennen, das beiher spielen des [[Gedächtnisses]], Beispiele der Erkenntnis (siehe auch [[Traum]]). Wir können aber nichts empfinden, was wir nicht in irgendeiner Art wirklich kennen, und sei es auch nur im Unterschied unseres Daseins, in der Unterscheidung von Seinsweisen unserer Wahrnehmung, den Zuständen unserer Sinne. Gefühle, die uns selbst beschäftigen oder mit denen wir uns mit uns selbst beschäftigen, entstehen erst vollständig, wo uns eine Welt vollständig fremd ist. Diese allerdings ist zugleich jenseits der Empfindung, etwas, was wir in Gefühlen verspüren, aber nirgends finden, nicht be[[wahrheit]]en können, etwas Ungewisses, das nur dadurch ungewiss sein kann, dass es eine fremde [[Gewissheit]] enthält (siehe [[Unheimliches]]). Diese Beziehung der Empfindung setzt voraus, das sie formbestimmt und aus ihrer Form ihr Inhalt in doppeltem Sinn zu erschließen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Inhalt der Wahrnehmung macht Empfindung im Menschen wahr, was auch außer ihm wahr ist und ist somit die Grundlage der [[Erkenntnis]], ihre einfache [[Wahrheit]]. Sie enthält immer eine sinnliche Beziehung zu einem Gegenstand und ist somit auch seine [[Gewissheit]] für den Menschen, Sinn seiner [[Erkenntnis]] in der Bewahrheitung ihrer [[Identität]] von Sache und Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektiv ist die Empfindung [[Leiden]] wie auch [[Tätigkeit]] der Wahrnehmung, das Nehmen eines [[Gegenstands]] als eigene [[Wahrheit]]. In der Wahrnehmung nimmt die Erkenntnistätigkeit ihren Ausgang und bleibt solange [[zweifels]]frei (wahr), wie sie diesen als [[Ganzes]] - also ungeteilt - erfassen, beschreiben und behandeln kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezieht sich die Empfindung nicht auf Gegenstände sondern ist sie Moment einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]], so ist ihr Gegenstand selbst unmittelbar subjektiv, also ein Mensch (oder viele Menschen), der nicht unbedingt ist, als was er wahrgenommen wird. Seine Seinsweise als Mensch ist zugleich das [[Dasein]] eines [[Lebens]], welches der Empfindung nicht entspricht, welches aber dem Gefühl von diesem Leben zukommt. Hierdurch stellt sich das [[Gefühl]] in einen Unterschied zur Empfindung. Es hat wahr, was nicht unbedingt wahrnehmbar ist, was sogar gegen die Wahrnehmung selbst stehen kann, weil es von Leben kündet, auch wenn es nicht erkennbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gefühl wird so zum Träger eines Verhältnisses von Menschen, die sich nicht über ihre Gegenstände aufeinader beziehen, sondern sich selbst unmittelbar gegenständlich wie auch [[Mittel]] füreinander sind, ihr Leben füreinander äußern, vermitteln und haben und daher wahrhaben, was es für sie mit anderen ist (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Die Beziehung, die Menschen in gegenstandslosen [[Lebensräumen]] miteinander haben, sind reine Gefühlsbeziehungen, in denen sie sich empfinden, wie sie für ihre Gefühle sind. Diese Verhältnisse sind die Grundlagen der [[bürgerlichen Kultur]], die nur in dieser Selbständigkeit bestehen kann. Ursprünglich entwickelte sich diese in den Gesellschaftsschichten, die durch ihren [[Besitz]] sich autonom erscheinen konnten, weil dieser ein kleinerer oder größerer Geldbesitz war. Inzwischen gibt es ganze [[Gesellschaften]], die auf den Verhältnissen des [[Geldbesitzes]] gründen (siehe [[Dienstleistungsgesellschaft]]). Dies bestimmt Empfindung selbst, den Sinn der Wahrnehmung, zur abgetrennten Leidensform der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies bestimmt auch den allgemeinen Gebrauch dieses Begriffs. Würde man ihm Glauben schenken, so wäre Empfindung eine einfache [[Wahrnehmung]] von Gegenständen (Sachen wie Menschen), die als Bilder, Töne, Gerüche, Geschmack, Berührung, allgemein also als [[Reize]] auf die sensorischen Sinne treffen und unsere &#039;&#039;fünf Sinne bewegen ([[Kognition]]). In dieser Beziehung ist Empfindung ganz passiv, einseitig und naturhaft verstanden: Ist der Ofen zu heiß für einen Organismus, so empfindet ein Mensch - wie auch ein Tier - Schmerz. Entspricht er der Hauttemperatur, so empfindet er nichts dergleichen. Empfindung, so ganz objektiv und natürlich verstanden, nimmt Unterschiede wahr, die Menschen wie alle Organismen zwischen sich und der Welt haben (dies ist das einzige Moment des Begriffs, was die [[Skinner]]sche Theorie des [[Lernens]] aufgefasst hatte und was ihre psychologische Forschung zur Tierforschung machte). In dieser naturhaft fixierten Beziehung gibt es gute oder schlechte Empfindungen nur im Maßstab der Quantitäten, worin physische Schwellen der Wahrnehmung festgestellt und daher auch nur zum Maß der Stimulation werden. Schlecht sind dann Empfindungen, welche die Beanspruchbarkeit (&#039;&#039;Absorbtionsfähigkeit&#039;&#039;) des entsprechenden Organs überschreiten, erträgliche Empfindungen, wo sie noch ertragen werden können und gewöhnliche Empfindungen, die nur auffallen, wenn ungewöhnliche waren, die also im Wechsel der Empfindungen wahrgenommen werden und voll und ganz dem Gefühl entsprechen, in welchem Gegenstände für den wahrnehmenden Menschen sind. Derlei Theorie kann nur ein Interesse verfolgen: die Belastbarkeit und [[Nutzbarkeit]] und Manipulierbarkeit von Menschen auszumessen und ihm die Gegenstände seiner Empfindung unerkennbar, wenn vielleicht manchmal auch durch [[Gewöhnung]] (&#039;&#039;Erhöhung der Adaptionstoleranz&#039;&#039;) erträglicher werden zu lassen (z.B. Angsttherapie).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Kulturkritik der empfindung</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wenn die Empfindungen, Leidenschaften etc. des Menschen nicht nur anthropologische Bestimmungen im [engeren] Sinn, sondern wahrhaft ontologische Wesens-(Natur-)bejahungen sind - und wenn sie nur dadurch wirklich sich bejahen, daß ihr Gegenstand sinnlich für sie ist, so versteht sich, 1. daß die Weise ihrer Bejahung durchaus nicht eine und dieselbe ist, sondern vielmehr die unterschiedne Weise der Bejahung die Eigentümlichkeit ihres Daseins, ihres Lebens bildet; die Weise, wie der Gegenstand für sie, ist die eigentümliche Weise ihres Genusses; 2. da, wo die sinnliche Bejahung unmittelbares Aufheben des Gegenstandes in seiner selbständigen Form ist (Essen, Trinken, Bearbeiten des Gegenstandes etc.), ist dies die Bejahung des Gegenstandes; 3. insofern der Mensch menschlich, also auch seine Empfindung etc. menschlich ist, ist die Bejahung des Gegenstandes durch einen andren, ebenfalls sein eigner Genuß; 4. erst durch die entwickelte Industrie, i.e. durch die Vermittlung des Privateigentums, wird des ontologische Wesen der menschlichen Leidenschaft sowohl in seiner Totalität als in seiner Menschlichkeit; die Wissenschaft vom Menschen ist also selbst ein Produkt der praktischen Selbstbetätigung des Menschen; 5. der Sinn des Privateigentums - losgelÖst von seiner Entfremdung - ist das Dasein der wesentlichen Gegenstände für den Menschen, sowohl als Gegenstand des Genusses wie der Tätigkeit.- [[(MEW 40, S. 562f)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen treten [[einzeln]] und [[zufällig]] auf. In den [[Gewohnheiten]] der einzelnen Menschen ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] werden sie zu [[Gefühlen]] und diese [[entwickeln]] in ihrer [[zwischenmennschlichen]] [[Kultur]] von [[Stimmungen]]getragen. Von da her lassen sie sich der [[Form]] nach gleichsetzen, auch wenn sie ununterschieden [[erscheinen]], weil sie einer [[Beziehung]] auf dem gleichen [[Gegenstand]] entspringen. Wer sich am Feuer die Finger verbrennt, dem ist es für sein Schmerzgefühl gleich, ob er die Hitze eines Ofens ist oder einer Auspuffanlage erfahren musste – ein [[Leiden]] lässt sich über die Entstehungsgeschichte hinaus, die er [[wahrhat]] hinaus immer identifizieren, wenn man der [[Geschichte]] seiner Entstehung [[abstrahiert]]. Aber gerade daadurch ist die Schmerzempfindung substanziell und dem Ihalt nach wie jede Empfindung eine einzigartige [[Beziehung]] auf das Ereignis seiner Ursächlichkeit und also nur in siner Form vergleichbar (siehe auch Ereignisproduktion). Seine [[Wahrnehmung]] ist immer schon durch das Verhältnis zu ihrem [[Gegenstand]] bedingt und im Unterschied zum [[Gefühl]] darin endlich, dass sie nur finden kann, was für sich und durch sich einfach schon da ist. Sie offenbart somit die [[unmittelbare]] [[Wahrheit]] ihrer [[Beziehung]] auf diesen, das [[Wesen]] ihrer [[Wahrnehmungsidentität]]. Darin hat sie ihn ganz für sich so [[wahr]], wie sie ihm [[gegenwärtig]] gewahr ist (siehe auch [[Aufmerksamkeit]]). Die Empfindung ist [[unmittelbar]] eins mit ihm – so [[objektiv]], wie er für sie da ist (siehe [[Dasein]]), und so [[subjektiv]], wie sie [[Sinn]] für ihn und durch ihn hat. [[Körperlich]] erzeugt jede Empfindung eine Laune, die eine [[Beziehung]] auf Andere anstimmt und sich in der [[Stimmung]] mit ihnen [[objektiv]] [[vermittelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche [[Vermittlung]] ist [[Objekt]] und [[Subjekt]] in Einem: in der [[ganzen]] [[Beziehung]] zwischen [[Tätigkeit]] und [[Leiden]] der Menschen. Auch wenn ihr [[Gegenstand]] sinnlich nicht nur in ihr, sondern vor allem auch außer ihr ist, so muss der [[Sinn]] der [[Wahrnehmung]] ihm doch adäquat sein, um sich nicht zwischen ihrem Subjektsein und Objektsein zu [[täuschen]]. Da ihr [[Gegenstand]] aber immer schon [[gesellschaftlich]] aus ihrer [[Natur]] erzeugt und zugleich in der [[Gesellschaft]] der [[Sachen]] und Menschen [[existiert]] kann diese [[unmittelbare]] [[Beziehung]] der [[Empfindungen]] dem nicht angemessen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jede [[Wahrnehmung]] ist die [[Elementarform]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ihrer [[Kultur]] und formulieren so auch ihren [[Gegenstand]] im [[Sinn]] ihrer [[Verhältnisse]]. Sie unterstellt also eine [[Wahrheit]], die mit der [[körperlichen]] [[Erfahrung]] eines Menschen auch durch seine [[Empfindungen]] [[gegeben]] ist (siehe [[Gegebenheit]]) und in seinen [[Gefühlen]] für sich [[wahr]] gemacht wird (siehe [[Wahrmachen]]), – eben so, wie er hier oder dort mal eben so [[da ist]] (siehe [[Dasein]]). Als [[gesellschaftliche]] [[Beziehung]] können die Menschen darin also nur finden, was sie in [[Wahrheit]] für sich und durch andere sind und haben, was sie außer sich von sich [[wahr haben]] und durch einander als [[Wahrheit]] für sich nehmen und für ihr [[Dasein]] [[wahrmachen]] – eben als [[Wahrheit]] für sich nehmen und deshalb auch für Andere [[verstehen]], was sie für sich [[empfinden]] und durch Andere von sich [[fühlen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt, worin die Menschen sich nicht [[gegenständlich]] [[verhalten]], weil sie weder einen [[gesellschaftlichen]] [[Gegenstand]] haben, noch sich auf einen Menschen [[gegenständlich]] [[beziehen]] können, haben sie im Grunde nur noch sich selbst und andere Menschen in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] als [[Material]] ihres [[Lebens]], sich selbst als [[Sinn]] für andere wahr, was sie von diesen für sich finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ziehen sich bestimmte [[Empfindungen]] unmittelbar so an, wie sie sich in ihrer [[Sinnbildung]] [[körperlich]] und also [[zeitlich]] und [[räumlich]] in ihrer [[Wahrnehmung]] [[ereignet]] haben und lassen sich von daher auch zu [[bestimmten]] [[Stimmungen]] vereinen. Diese sind daher auch die [[objektive]] [[Subjektivität]] (siehe auch [[objektive Subjektivität]]) [[vereinzelter]] [[Wahrnehmungen]], die für sich als bestimmte [[Gefühle]] in den Menschen wie [[Erinnerungsbilder]] (siehe auch [[Bildung]]) der darin tätigen [[Ereignisse]] verbleiben. Von daher erscheinen sich die Menschen in ihren [[Selbstgefühlen]] wie unmittelbar [[objektive]] [[Wesen]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]], durch die sich ihre [[Persönlichkeit]] bildet und in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] fortbildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Menschen in ihren Lebenswelten [[körperlich]] und [[geistig]], und also [[kulturell]] vorfinden (siehe auch [[Lebensraum]]), das macht den [[Inhalt]] ihrer Empfindungen aus, die sie hier und da im [[Lebensstandard]] ihres [[Daseins]] [[erfahren]]. Ihre [[Erfahrungen]] gehen daher ganz [[unmittelbar]] als ein [[einzelnes]] Finden und Empfinden in ihr [[körperliches]] [[Gedächtnis]] ein, worin sie ihre [[wahre]] [[Geschichte]] in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[einzelnen]] [[Wahrnehmung]] [[verinnnerlichen]] (siehe auch [[Erinnerung]]) und zu [[Gefühlen]] so fortbilden, in denen sie in ihrer [[Vereinzelung]] in den [[Stimmungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] übereinstimmen (siehe hierzu auch [[Wahrnehmungsidentität]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Wahrnehmung]] [[verhalten]] sich daher die Empfindungen zu den [[Gefühlen]] wie der [[Gebrauchswert]] sich im [[Warentausch]] zum [[Tauschwert]] als [[relative]] [[Einzelheit]] einer [[ganzen]] [[Form]] der [[Wahrnehmung]] [[verhält]], die in [[Gefühlen]] aufgeht und als diese in ihrer [[Selbstbezogenheit]] so verbleibt, wie sie sich in der [[Selbstwahrnehmung]] eines Menschen als [[abgetrennte]] [[Wahrheit]] (siehe auch [[Teilung der Wahrnehmung]]) seiner [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] niederschlägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist von da her die [[Wahrnehmung]] eines organischen Einzelwesens, wie es seine [[Natur]] außer sich [[wahrhat]]. Sie ist zunächst so einfältig, wie sie im [[Dasein]] ihrer [[Gegenstände]] [[erscheint]] – eben so, wie die Art und Weise, die [[Form]] seiner Begegnung mit ihnen ist. Darin betreibt der [[natürliche]] [[Sinn]] seiner [[Wahrnehmung]], was die Natur eines Lebewesens von und für sein [[Leben]] in Flora und Fauna als Pflanze, Tier oder Mensch findet. Für die Menschen ist entscheidend, was ssie durch seine [[natürliche Intelligenz]] von und für sein [[Leben]] [[verstehen]] und [[wissen]] und worauf sie von daher ihre [[Aufmerksamkeit]] als [[Gewissheit]] und [[Gewissen]] ihres [[Seins]] (siehe [[Bewusstsein]]) in sich konzentrieren (siehe hierzu auch [[Gefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her bliebe die [[Einzelheit]] dieser [[Beziehung]] leblos, würden sich die Menschen darin nicht auch menschlich so [[vergegenwärtigen]], wie sie durch die [[Naturmacht]] ihrer [[Arbeit]] deren [[Dasein]] aus dem [[Material]] ihrer [[Natur]] erzeugt hatten. Ihre [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] sind daher in den [[Sinnbildungen]] ihrer [[Kultur]] [[gegenwärtig]], worin sie sich gegenseitig auch anstimmen und einstimmen (siehe auch [[Stimmung]]) und [[Gefühle]] für ihre [[Lebenswirklichkeit]] – und also für sich ganz [[allgemein]] – [[entwickeln]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Menschen in den Existenzformen ihres [[Lebens]] [[wahrhaben]], das empfinden sie im [[unmittelbaren]] [[Sinn]] ihrer [[Beziehung]] auf ihren [[Gegenstand]] - eben so, wie er sowohl im [[Einzelnen]] wie auch im [[Allgemeinen]] für sie [[da ist]], wie er sich ihnen in der [[Existenz]] ihrer [[Wahrnehmung]] erschließt (althochdeutsch: Empfindung=Ent-Findung=zu Ende Gefundenes), wie er [[wirklich]] in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehung]] und [[Kraft]] für sie ist (siehe hierzu auch [[Naturmacht]]). Von daher [[verwirklicht]] sich darin der abgeschlossene Augenblick eines [[gesellschaftlich]] [[bestimmten]] [[Materials]] ihrer [[Wahrnehmung]]. Sie verbleibt in dieser [[Aufmerksamkeit]] für den [[Gegenstand]] ihrer [[Beziehung]] wie sie in ihrem [[unmittelbaren]] [[Dasein]] – in der Form ihrer Existenz an und für sich – zu sein scheint, soweit eben, wie sie als Moment ihres Lebens [[erscheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur in der [[Beziehung]] in diesem lässt sich auseinandersetzen ob eine Empfindung [[wahr]] ist oder nur &#039;&#039;täuschend echt&#039;&#039; [[erscheint]] (siehe [[Täuschung]]), ob die [[Sinne]] zu einer [[ganzen]] [[Wahrnehmung]] konsistent zusammenfinden (siehe hierzu [[Wahrnehmungsidentität]]) und sich in ihrem [[Gegenstand]] bewähren und [[erkennen]], dass sie [[wissen]] (siehe [[sinnliche Gewissheit]]) was und ob das Auge sieht, das Ohr hört, die Sinne tasten, die Nase riecht, die Zunge schmeckt, - alles was im [[Leben]] der Menschen auch [[wirklich]] zusammenfindet und in [[Wahrheit]] zusammenkommt, um nicht außer sich zu einer [[unheimlichen]] [[Wahrheit]] zu werden (siehe hierzu auch [[Wahnsinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Empfindung ist hierdurch das äußerste Moment einer unzweifelhaften (siehe [[Zweifel]]) [[Wahrnehmung]], die nicht nur [[Sinn]] hat, sondern selbst zu einem [[Sinn]] findet, den die [[Wahrnehmung]] über ihre partikularen Momente hinweg [[bewahrheitet]], sich zu [[eigen]] macht, [[Eigenes]] wird und sich durch ihre [[Erinnerungen]] zu [[Gefühlen]] ihrer [[Selbstgewissheit]] so entwickelt und sich darin [[subjektiv]] in dem entsprechenden [[Gefühlen]] so [[verallgemeinert]], wie diese außer sich auf Dauer einig sind, sich [[gegenständlich]] bewähren und bewahrheiten, d.h. mit sich identifizieren, ihr [[objektives]] [[Sein]] [[subjektiv]] bewahren und ihr [[subjektives]] [[Sein]] auch [[objektiv]] [[äußern]] können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher sind [[Gefühle]] verinnerlichte [[Empfindungen]] des [[Erlebens]]. Nur sie enthalten die bestimmten [[Inhalte]] der [[Erfahrung]], während [[Gefühle]] allerdings nur die Form ihrer [[Erlebnisse]] erinnern, um darin ihre Lebensinhalte für sich zu bewahren, in sich und durch sich zu [[verkörpern]], [[objektiver]] [[Inhalt]] wie [[subjektive]] [[Form]] in einem als das sind, was wie [[wirklich]] außer sich [[wahrgehabt]] haben und für sich so bewahren, wie sie sieh in [[Raum]] und [[Zeit]] ihrer Entstehung [[bewegt]] hatte. Diese [[Bewegung]] steckt in ihrer [[Psyche]] und ist somit der [[wesentlicher]] [[Gegenstand]] der [[Pschologie]] [[zwischen]] ihren [[Empfindungen]] und ihren [[Gefühlen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Empfindungen]], welche die [[Wahrnehmung]] [[bewegen]], werden zu &#039;&#039;Emotionen&#039;&#039;. Und das sind [[Gefühle]], in denen sich ihre innere [[Bewegungen]] vereinen, in denen die [[Wahrnehmung]] eine innere [[Wahrheit]] der empfundenen, gefundenen und befundenen [[Beziehungen]] als persönliche [[Identität]], als [[Wahrnehmungsidentität]] findet. Deren Erksenntnisvermögen greift über das hinaus, was in der [[Empfindung]] [[unmittelbar]] [[anwesend]] war. Gefühle erkennen daher auch das [[Abwesende]] in einem [[unverwirklichter]] Zusammenhang der [[Empfindungen]], das in der [[Erinnerung]] des [[Gedächtnisses]], besonders in der [[Traumarbeit]] [[erkannt]] werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen erzeugen Regungen und diese verwirklichen sich mittelbar oder unmittelbar in der sinnlichen Vergegenwärtigung durch eine hieraus bestimmte Arbeit, unmittelbar als Herstellung und Entwicklung von Selbstgewissheit, mittelbar und überhaupt in Tätigkeiten. Tätigkeit ist ein umgangssprachlicher Oberbegriff für vielerlei Beschäftigungen, die sich im Unterschied zum bloßen Wahrnehmen und Konsumieren als Lebensäußerungen verstehen lassen. Sie steht als Aktivform gegen die Passivform, als die Wendung des [[Leidens]] in eine Äußerungsform der Sinne, z.B. durch die Produktion von [[Gegenständen]] oder der Herstellung von [[Ereignissen]]. In jedem Fall ist mit Tätigkeit die Erzeugung von etwas Objektivem verbunden, worin sich ein Subjekt geäußert zeigt und darin geschichtlich existent ist, sein [[Leben]] und [[Erleben]] als [[Form]] seiner [[Subjektivität]] bildet. Alle seine subjektiven [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] treten in seiner [[Äußerung]] zutage, soweit sie darin sich aus ihrem [[Leiden]] herauszusetzen verstehen, sich und ihre Welt verändern. Doch in ihrem sinnlichem [[Dasein]] verhalten sich die Tätigkeiten ganz verscchieden im Leben der Menschen: Nicht alles macht Sinn, was nützlich ist und nicht alles ist nützlich, was Sinn macht. So vermerkte Oskar Wilde auch ganz grundsätzlich: &#039;&#039;Kunst kann nicht nützlich sein&#039;&#039;. Und Karl Marx befand die Nützlichkeit eines Dings als Grundlage einer einer [[Waren]] produzierenden Wirtschaftsform: &#039;&#039;Die [[Nützlichkeit]] eines Dings macht es zum [[Gebrauchswert]]&#039;&#039; [[(MEW 23, Seite 50).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zwischenmenschlichen Verhältnissen [[verhalten]] sich die Menschen daher über eine [[zwischenmenschliche]] [[Kultur]] ihrer [[Gefühle]], in denen ihre [[Empfindungen]] sich in ihren [[Beziehungen]] [[verkörpern]] (siehe [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Darin [[vergegenwärtigt]] sich die [[Objektivität]] ihrer [[Empfindungen]] im [[wahrnehmenden]] [[Subjekt]] und kann sich von daher in sich und durch seine [[Gefühle]] nur [[verkehrt]] [[bewahrheiten]] und [[verhalten]] (siehe hierzu [[Körperfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nicht was ein Mensch fühlt, was er in seinen [[Empfindungen]] verspürt sind schon eigenständiges Gefühle, weil sie in der [[Wahrnehmung]] noch nicht [[vermittelt]] sind. Gefühle entstehen in den unmittelbaren [[Verhältnissen]] des [[Lebens]] so, wie sich darin die [[Empfindungen]] [[verhalten]] und einander bilden (siehe [[Sinnbildung). Darinerinnern]] sich die [[Inhalte]] der [[Wahrnehmungen]] an die [[Körperform]] ihrer [[Erlebnis]]. Im [[Gefühl]] beziehen sich die [[Empfindungen]] aus vergangenen [[Verhältnissen]], in der [[Epmfindung]] erinnert sich ihr [[Sinn]] an sein [[Erleben]] als [[eigenständige]] Lebensform seiner [[Subjektivität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist ein [[Gefühl]] das innere der [[Form]] des [[Erlebens]], die an und für sich [[wahre]] [[Subjektivität]] der [[Natur]] ihrer [[Empfindung]], die in der [[Wahrnehmung]] ihrer [[Gegenstände]] nicht [[unmittelbar]] eins mit sich sein kann. Wohl aber ist sie auch außer sich vermittelbar, wenn sie ihren objektiven [[Anreiz]] in sich erkennt. Denn auch im Gefühl können Empfindungen sich wiederum &#039;&#039;einmischen&#039;&#039; als bloß reizvolle [[Form]] der [[Wahrnehmung]] die Fortbildung ihrer Inhalte bestimmen (siehe hierzu auch [[Traum]]). Denn weil Gefühle sich auch durch objektivierte [[Empfindungen]] beeindrucken lassen, wenn sie selbst [[formbestimmt]] und hierdurch zu [[objektiven Gefühlen]] werden und sich in ihrem [[Sinn]] [[verdichten]], können sich hieraus auch deren [[Inhalte]] formieren, deren Inhalt bestimmen und [[verkehren]]. Und wenn von daher die [[Empfindungen]] gegen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmung]] bestimmt sind und nur objektiv [[erlebt]] werden, wird auch die Beziehung von [[Empfindung]] und [[Gefühl]] durchbrochen und beides voneinander getrennt. Durch die [[Trennung]] von ihren [[Gefühlen]] entsteht eine [[Selbstwahrnehmung]], die sich zu einem [[Verhältnis]] von [[Selbstgefühlen]] [[verselbständigt]], weil sie darin nur als entäußerte Form der Wahrnehmung [[wahr]] sein können, die [[Empfindungen]] zur Erscheinungsform ihrer Gefühle werden (siehe hierzu auch [[Verdrängung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es äußerten sich bisher schon unzählige Disziplinen der [[bürgerlichen Wissenschaften]], die in den [[Gefühlen]] der Menschen ein Rätsel, eine [[Seele]] oder einen [[verselbständigt]] wirkenden [[Geist]] oder lediglich die [[Ursache]] eines [[Verhaltens]] jenseits seiner [[Verhältnisse]] finden wollten, weil sie darin nur eine [[Emotion]], eine Bewegung innerer [[Regungen]] sehen, die keine äußere [[Wirklichkeit]] enthalten und von daher auch nicht von Außen zu [[erkennen]] wären. Schnell wird dann aus dieser [[Äußerlichkeit]] des [[Wissens]] eine &#039;&#039;innere Wahrheit&#039;&#039;, ein völlig [[isoliertes]] inneres [[Wesen]] [[verabsolutiert]] und ganz [[selbständig]] erörtert und apriorisch [[ontologisiert]]. Dieses wird schließlich in den meisten Denkansätzen [[autopoietisch]], als unzugängliches, als [[privates]] [[Wesen]] einer Menschenseele unterstellt und somit das [[bürgerliche Individuum]] zu einem [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Privatwesen [[verabsolutiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie von [[Gott]] gegeben könnte es demnach seine Herkunft und [[Gründe]] nur aus sich [[selbst]] - [[getrennt]] von aller gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]], wohl aber nicht von [[Gott]] - [[isoliert]] [[entwickelt]]. Von daher wird durch die [[Religionen]] jedem Menschen leicht ein übermächtiges, ein [[übermenschliches]], ein göttliches [[Wesen]] gegeben, die [[Mythologie]] kosmischer Gesetzmäßigkeiten (siehe [[Esoterik]]) zuerkannt, das ihn über seine gesellschaftliche [[Wirklichkeit]] hinaus geleitet, indem sie ihr [[Fremdsein]], ihre [[Entfremdung]] von sich und der Welt verinnerlicht. Doch es können [[Gefühle]] nur das enthalten, was sie in ihrer Welt auch finden, was sie für ihre [[Empfindung]] in [[Wahrheit]], also [[identisch]] in sich und mit sich, nur das [[empfinden]] können, was der [[Natur]] ihrer [[Wahrnehmung]] und zugleich der [[Natur]] ihres [[Gegenstands]], also ihrem [[Sinn]] von und für sich, also ihrem Menschsein entspricht. So kann sich in der [[Empfindung]] [[gesellschaftliche]] und [[zwischenmenschliche]] [[Wahrheit]] [[identisch]] finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen bieten daher die einzig [[wirkliche]] [[sinnliche Gewissheit]] der [[Wahrnehmung]], [[Tätigkeit]] der ursprünglichsten [[Sinne]] allen [[Lebens]] von Menschen, Tieren und Pflanzen, worin und wodurch die [[Intelligenz]] der [[Natur]] (siehe [[natürliche Intelligenz]]) ihren [[Gegenstand]] als [[Natur]] für sich in der [[Form]] seiner [[Existenz]] auffassen und erfassen kann. In der [[Empfindung]] findet das Subjekt was es objektiv außer sich ist. Denn auf das Subjekt kommt zurück, was es objektiv in der [[Beziehung]] auf seinen [[Gegenstand]] ist, was es von [[Natur]] ist und was es durch die [[Natur]] seines Wesens gebildet hat, was es von seiner [[Natur]] außer sich findet, was seine Organe [[wahrnehmen]] können und also auch für [[wahr]] halten. Im [[Subjekt]] der [[Wahrnehmung]] wird die Empfindung zu einem [[Gefühl]] für ihren [[Gegenstand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo das einzelne [[Erleben]] sich nicht im [[ganzen]] [[Leben]] eines Menschen, in der [[Allgemeinheit]] seiner [[Lebensverhältnisse]] wieder finden, [[empfinden]] und [[erkennen]] kann, [[reduziert]] sich die [[Wahrnehmung]] auf eine [[Selbstwahrnehmung]], die nur außer sich eine [[Wahrheit]] für sich finden und [[empfinden]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin fügt sich dann etwas Entzweites durch das [[wahrnehmende]] [[Subjekt]], also durch sich selbst zusammen: die [[Empfindung]], die einem [[Leben]] außer sich als [[Wahrheit]] seiner [[isolierten]], [[vereinzelten]] [[Existenz]] entspricht, und das [[Gefühl]], durch das ein Individuum seine [[Erfahrungen]] von und mit sich selbst zusammenfasst. Während jede [[Empfindung]] durch ihre [[sinnliche Gewissheit]] eine [[unmittelbare]] [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]] [[erkennt]], durch den sie [[objektiv]] so bewirkt ist wie sie darin aufgegangen ist, verhalten sich [[Gefühle]] [[subjektiv]] als [[Formen]] der [[Empfindungen]] im [[objektiven]] [[Raum]] ihrer Entstehung, aus den [[Empfindungen]] ihres [[Daseins]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[sinnliche Gewissheit der Empfindung]]findet die [[Wahrnehmung]] eine [[unmittelbare]] [[Wahrheit]] in der [[Beziehung]] auf ihren [[Gegenstand. Was sie]]in ihm von sich erkennt, findet sie in dem, was davon [[wirklich]] für sie und zugleich durch sie bewirkt ist, was also durch ihre subjektive [[Kraft]] in einem [[objektiv]] betimmten [[Raum]] die [[Dichte]] der [[Wahrnehmungen]] ausmacht. Es verhalten sich hiernach [[Gefühle]] als subjektive [[Formen]] der [[Empfindungen]] im [[Raum]] ihrer Entstehung. Sie bilden sich aus den [[Erinnerungen]] im [[KÖrper]] der Entstehung ihrer [[Empfindungen]], die eine hieraus bestimmte [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]] als erinnerten [[Gegenstand]] für sich selbst erÖffnen, so wie er sich über viele [[Empfindungen]] angefühlt hat. [[Empfindungen]] haben sich im Lauf der [[Geschichte]] (siehe [[historischer Materialismus]]) an ihm und durch ihn begeistert, sind zu menschlichen [[Sinnen]], geistige [[Sinne]] geworden, die ihren [[Gegenstand]] nicht nur auffassen, sondern ihn auch für sich gestalten und daraus ihre[[Erkenntnisse]] beziehen. Durch ihre [[Natur]] sind sie als [[Natur]] des Menschen, durch seine [[gesellschaftlichen]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] zu einer [[Naturmacht]] der Menschheit geworden. Von daher ist der menschliche [[Sinn]] so [[subjektiv]] wie [[objektiv.]] Die Speise findet Geschmack und Geschmack findet die Speise, weil sie einander suchen und sich finden und erzeugen, sich durch einander empfinden und aus einander setzen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung kommt aus dem Ursprungsbegriff Ent-finden, meint das zu Ende finden, das letzendlich Wahrgenommene, als Identität zu sich in [[Wahrheit]]Genommene und also für wahr Befundene. Eine Empfindung kann nur finden und befinden, was der natürlichen Ausstattung ihrer Organe entspricht. Sie ist die [[objektive]] Form einer [[subjektiven]] [[Beziehung]] der [[Wahrnehmung]]. Was ihrer [[Natur]] als Natur ihrer [[Wahrnehmung]] entspricht, das findet sich auch in ihrem Organ als besondere [[Fähigkeit]] ihrer Sensoren, als Form ihrer kognitiven [[Beziehung]] auf ihren [[Gegenstand]]. Was sie außer sich für sich findet, was ihr von [[Natur]] aus vorausgesetzt ist, das hat sie auch in sich als [[Material]]ihrer natürlichen [[Beziehung]] auf ihren [[Gegenstand]]. Nicht nur die Spezies (z.B. Federmäuse, Katzen, Krokodile und Menschen) unterscheiden sich in ihren Empfindungen ganz wesentlich, sondern auch die Individuen, soweit die bestimmte [[Geschichte]] ihrer [[Erfahrungen]] und Behinderungen ihr KÖrpergedächtnis (siehe auch [[Gedächtnis]]) als das Organ ihrer [[Wahrheit]] geprägt haben (siehe hierzu auch [[natürliche Intelligenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Erkenntnis setzt eine [[Kenntnis]] voraus, die durch die [[Aufmerksamkeit]] ihrer [[Wahrnehmung]] sich in ihrer Kenntnisnahme, ihrer Kognition bewahrheitet, indem sie aus deren [[Eigenschaften]] und [[Gewohnheiten]] eine zweifelsfreie [[Gegenständlichkeit]] zu erkennen vermag. Darin erweist sich die [[Wahrnehmung]] nicht nur gegenständlich als [[wahr]], sondern erweist auch ihren [[Gegenstand]] als ein [[Objekt]] subjektiver Eigenheiten, soweit sich darin ihre organischen Funktionen schlüssig zusammenfinden, das heißt: ungebrochene [[Empfindungen]]für wahr halten lassen, wie sie ihren Gegenstand gefunden haben, ohne ihn zu befinden oder von ihm zu [[wissen]]. Weil sie mit ihm und durch ihn gewachsen sind, kennen sie sich und ihn so [[subjektiv]] wie auch [[objektiv]] schon in seiner [[Erscheinung]], der einfachen und unmittelbaren Reflexion ihrer [[Wahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gefühle]] lassen sich übertragen, [[Empfindungen]] nicht. Und das erklärt sich aus einem [[wesentlichen]] Unterschied zwischen diesen beiden Formen der [[Wahrnehmung]]. Im [[Gefühl]] reflektieren die [[Empfindungen]] ihren [[Gegenstand]] so wie er sich anfühlt, wie er [[Sinn]] macht und [[Sinn]] hat, wie er [[wahrgehabt]] und angeeignet, sinnlich zu [[eigen]] gemacht wird. In der Empfindung findet die [[Wahrnehmung]] ihren [[Sinn]] in dem [[Gegenstand]], den sie [[wahrhat]], wodurch ihre [[Wahrheit]] nicht nur [[Erinnerung]], sondern auch außer sich, objektiv ist, weil [[Wahrheit]] eben nur dort zu nehmen ist, wo Äußeres wie Inneres ist. Weil und sofern die Gegenstände der [[Wahrnehmung]] natürliche Gegenstände sind, haben sie auch ihren [[Sinn]] in der [[Wahrnehmung]] der Menschen so, wie diese in ihrer subjektiven mit ihrer objektiven [[Natur]] zusammenfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung nimmt die [[Eigenschaften]] eines [[kÖrperlichen]] [[Gegenstands]] wahr, ist die [[stoffliche]] [[Wahrnehmung]] der [[Sinne]], - nicht einfach ihre bloße Kognition, sondern auch ihre [[sinnliche Gewissheit]], ihre [[unmittelbar]] [[kÖrperlichen]] [[Wahrheit]], die hierbei &#039;&#039;gefunden&#039;&#039; und aufgenommen und zu einem Befund der [[Wahrnehmung]] wird. Finden ist die einfache [[Beziehung]] auf einen [[Gegenstand]], seine Kenntnisnahme und Anerkennung, Voraussetzung seiner [[Erkenntnis]]. Eine Empfindung ist das abgeschlossene Finden, das &#039;&#039;zu Ende gefunden haben&#039;&#039; (sprachlich ist &#039;&#039;emp-finden&#039;&#039; eine Wendung der germanischen [[Bedeutung]] von &#039;&#039;ent-finden&#039;&#039;), die Wirkung einer Kenntnis von etwas, das schon vor jeder Empfindung als etwas [[Eigenes]] bekannt ist, das man schon [[kennt]], bevor es [[wirklich]] [[da ist.]] Sie ist eine Ent-Deckung, die unmittelbare [[Beziehung]] einer Identifizierung der [[Gegenstände]] des [[Lebens]], ihre Bezeugung, wie sie erzeugt und in ihrer [[Natur]] wahrnehmbar sind, ganz gleich in welcher [[Form]] sie sich befinden, so objektiv wie subjektiv sind. Denn es gibt keine rein objektiven Gegenstände für den Menschen, kein &#039;&#039;Ding an sich&#039;&#039;, keine &#039;&#039;Natur an sich&#039;&#039;. In der Empfindung wird das Erzeugte wie auch sein Erzeuger, der Mensch als subjektives Wesen für sich durch seinen Gegenstand, also objektiv gewiss. Und von daher ist darin nicht nur der bloße [[KÖrper]] ihres [[Gegenstands]] gegenwärtig, sondern auch der [[Geist]], der in seine Erzeugung eingegangen ist. Indem sie Menschen den KÖrper für sich finden, der ihr Leben darstellt, vergegewärtigen sie zugleich ihren Lebensinhalt als [[Gefühl]] für sich, wie es außer sich existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Empfindung werden sie sich also in ihren stofflichen wie geistigen [[Beziehungen]] gewahr, werden sich ihres [[Gegenstands]] [[sinnlich gewiss]], denn darin finden Menschen was ihre [[Verhältnisse]] [[substanziell]] ausmacht, was ihnen vorausgesetzt und zugleich ihnen zufolge [[wahr]] ist, was sie in ihrer [[Wahrnehmung]] für sich, und durch sich und zugleich gegenständlich [[wahrhaben]], weil es zugleich ihre Außenseite ist, ihre Äußerungen betrifft, die objektive Form derselbsen Substanz, die sie auch durch sich und fürs sich haben, was sie also objektiv wie subjektiv sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;-Daß der Mensch ein leibliches, naturkräftiges, lebendiges, wirkliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ist, heißt, daß er wirkliche, sinnliche Gegenstände zum Gegenstand seines Wesens, seiner Lebensäußerung hat oder daß er nur an wirklichen, sinnlichen Gegenständen sein Leben äußern kann. Gegenständlich, natürlich, sinnlich sein und sowohl Gegenstand, Natur, Sinn außer sich haben, oder selbst Gegenstand, Natur, Sinn für ein Drittes sein, ist identisch. Der Hunger ist ein natürliches Bedürfnis; er bedarf also einer Natur außer sich, eines Gegenstandes außer sich, um sich zu befriedigen, um sich zu stillen. Der Hunger ist das gestandene Bedürfnis meines Leibs nach einem außer ihm seienden, zu seiner Integrierung und Wesensäußerung unentbehrlichen Gegenstandes.- [[(MEW 40, S. 578)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur [[stofflich]], sondern auch [[geistig]] wird ein [[Gegenstand]] empfunden, eben so wie Stoffe durch ihre [[natürliche Intelligenz]] auch begeistert sein kÖnnen (siehe hierzu auch das [[Leib-Seele-Problem]]). Nicht alles, was es gibt, kann von Menschen wahrgenommen werden. Empfindung ist nur mÖglich, wo die sensorischen Organe die ihnen entsprechende objektive [[Wahrheit]] finden kÖnnen, wo sie also in der Lage sind, [[Gegenständen]] ihrer [[Wahrnehmung]] gewahr zu werden, sie für wahr zu nehmen. Jede Empfindung ist die [[Beziehung]] eines [[Subjekts]] auf ein [[Objekt]], eines Subjekts also, welches die [[Eigenschaften]] seines Objekts als [[Form]] für sich erkennen kann, mit ihm eine [[Identität]] in ihrer [[sinnlichen]] [[Form]] hat und worin sie in ihrem [[Dasein]] aus ihrem [[Sein]] heraus &#039;&#039;gefunden&#039;&#039; wird. In seiner idealistischen Manier formuliert Hegel ein ähnliches Verhältnis als &#039;&#039;seelisches Erwachen&#039;&#039;. Darin begegnet die [[Idee]] ihrem [[Sein]], die &#039;&#039;wache Seele&#039;&#039; ihrer Inhaltbestimmtheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In dem Fürsichsein der wachen Seele ist das Sein als ideelles Moment enthalten; sie findet so die Inhaltsbestimmtheiten ihrer schlafenden Natur, welche als in ihrer Substanz an sich in derselben sind, in sich selbst, und zwar für sich. Als Bestimmtheit ist dies Besondere von der Identität des Fürsichseins mit sich unterschieden und zugleich in dessen Einfachheit einfach enthalten, - Empfindung. (Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 399)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist die [[Intelligenz]] der [[Natur]] (siehe auch [[Naturempfindung]]) als [[Natur]] ihrer [[Intelligenz,]] als die [[Fähigkeit]], [[Gegebenes]] durch eigene [[Wahrnehmung]] aufzufassen und anzueignen und es auch als etwas [[Eigenes]] für sich [[wahr]] zu [[machen]], so wie es für das wahrnehmende [[Subjekt]] auch schon vor aller [[Erfahrung]] [[wahr]] ist, weil es seinen [[Gegenstand]] auch von [[Natur]] aus [[kennt]], bevor es ihn durch seine [[Erkenntnisse]] auch aneignen, für sich [[wirklich]] finden, seine Empfindung [[verwirklichen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung entsteht schon mit der [[Fähigkeit]], Inneres und Äußeres zu unterscheiden und sich mit eigenem [[Zweck]] hierauf zu beziehen, um sich mit der [[Befriedigung]] der hierauf bezogenen [[Bedürfnisse]] fortzubilden. Jede Empfindung verkÖrpert das Finden von dem, was sie außer sich für sich [[wahrhat]], was also eine [[Wahrheit]] zwischen einem empfindenden [[Wesen]] und seinem [[Gegenstand]], was schon vor aller [[Erfahrung]] von [[Natur]] aus wahr ist, was dem empfindenden [[Individuum]] [[subjektiv]] und [[objektiv]] organisch ebenso vorausgesetzt ist wie es auch von ihm fortgebildet wird, wie es also für sich [[gegenständlich]] als [[Gefühl]] für ein natürliches [[Wesen]] zu [[entwickeln]] ist, durch das sich auch die [[Fähigkeiten]] eines jeden [[Subjekts]] bilden und fortbilden kann (siehe auch [[Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Empfinungen gründen ihre [[Gefühle]] für sich und für ihre [[Sachen]] und zu Menschen überhaupt so, wie sie [[erfahren]] werden, wie [[einzeln]] oder [[allgemein]] sie beisammen, als menschliche [[Kultur]] [[da sind]]. In menschlichen [[Beziehungen]] haben sich Menschen vor allem im anderen Menschen zum [[Gegenstand]], [[erkennen]] sich in ihm [[subjektiv]] wie [[objektiv]] beziehen sich in dieser [[Form]] gegenständlich auf sich als Mensch und auf ihre [[Sache]] als ihr Erzeugnis, als Zeugnis ihres Zusammenwirkens und somit immer [[gesellschaftlich]]. Von daher und hierdurch ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Kultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Menschen durch ihre Sinnesorgane [[empfinden]] ist das, was sie von sich, von ihrer [[Natur]], [[Kultur]], [[Gesellschaft]], Dingen, Menschen usw., also von ihrem [[Leben]] durch ihren [[Gegenstand]] für sich finden, was sie in ihrem [[Dasein]] von ihrem [[Sein]] [[wahrhaben]]und von diesem in sich fühlen. Weil ihre Wahrnehmung auch ihren kÖrperlichen [[Eigenschaften]] entspricht, was ihnen in ihrem [[Sein]] sowohl vorausgesetzt als auch durch sie in den [[Sinn]] kommt, ist durch den empfindenden Menschen mit seinen Organen in der Welt seiner [[Kulturen]] da und diese sind durch sein Tun und Lassen zugleich ihm zu Folge. Es ist das, was die Menschen durch ihr Sehen, Riechen, HÖren, Tasten und Schmecken sind, was sie geschaffen haben und auch als [[Gegenstand]] ihres [[Lebens]] [[wahrnehmen]] kÖnnen, weil und soweit es ihrer [[Natur]] entspricht. Dieses [[Verhältnis]] ihrer [[Wahrnehmung]] ist das [[Dasein]] ihrer [[natürlichen Intelligenz]] und somit auch die [[Elementarform]] ihrer [[Wahrheit]], ihrer [[sinnlichen Gewissheit]], in der sie sich von ihren Gegenständen sowohl unterschieden wie auch einig, sich in eins mit ihnen und ihrer Welt fühlen kÖnnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo keine wirklichen [[Gegenstände]] als Produkte menschlicher [[Lebensäußerung]] sinnlich gewiss sind, gibt es auch keine unzweifelhaften [[Wahrnehmungen]]. Diese sind gespalten. Nicht [[Erkenntnis]] aus der [[Kenntnis]] ihrer Erzeugung bildet sich darin fort. Es ist ihr bloßes[[Dasein]] das ihr [[Sein]] bestimmt. Das [[Erleben]] ihrer [[Wirklichkeit]] macht die [[Inhalte]] ihrer isolierten, ihrer aparten [[Wahrheiot]] . Deren [[Empfindung]] ist dann allerdings bloßes [[Gefühl]] von [[Leben]], ganz gleich, welchen [[Sinn]] es haben mag. Und sich im Gefühl findet und [[ereignet]] ist nicht das, was die [[Empfindung]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Ereignisse]] ausmacht, in denen sie entsteht. Im [[Gefühl]] gestaltet zwar die [[Empfindung]] ihre [[Erinnerung]], verliert sich aber auch darin, soweit und sofern das [[Gefühl]] nicht auf das [[Ereignis]] zurückkommen kann, das es erinnert. Es erfährt seinen [[Sinn]] aus dessen [[Erleben]] und reflektiert dies in sich, muss aber zugleich von seiner Sinnesform abstrahieren, um als [[Gefühl]] auch für sich zu bestehen, bestehen zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnlich kann die [[Wahrnehmung]] immer nur das sein, was sie für sich findet, was ihre [[Empfindung]] ist. Doch die Empfindung vergeht schon im nächsten Moment der [[Wahrnehmung]], weil sie [[unmittelbar]] ist, eben nur das finden kann, was ihr außer sich schon vorausgesetzt ist. Sie setzt also voraus, dass sie das schon durch ihre [[Natur]] kennt, was ihre [[Wahrheit]] ist. Aber als [[Gefühl]] ist sie ihrem Inhalt nach ein Gedanke von dem, was die [[Empfindung]] für sie ist, was sie [[wahrhat]]. Was sich im Gefühl bildet, was als Bild ihrer Empfindung bedacht und [[gedacht]] ist, kann für die [[Wahrnehmung]] im [[Ganzen]] [[wahr]] oder unwahr sein, kann ineinader gehen oder aus sich heraus zerfallen, sich widersprechen oder sogar gänzlich außer sich sein. Die [[Wahrnehmung]] ist darin in einer anderen Form, in einer [[Erinnerung]] an ihre [[Empfindungen]]. Im [[Gefühl]] ist die Empfindung innerlich in der Form, in der sie außer sich war. Und außer sich ist sie ein bloßes [[Erlebnis]]. Dieses ist in den [[Ereignissen]] verbunden, welche sich im [[Erleben]] verinnerlicht haben. Es ist daher die [[Elementarform]] der Wahrnehmung, über die nachzudenken ist und die selbst auch eine Form der Gedankenwelt, also des [[Denkens]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren [[Gefühlen]] entwickeln sich ihre [[Empfindungen]] zu den [[Fähigkeiten]], die es den Menschen ermÖglichen, neue [[Eigenschaften]] ihrer Gegenstände zu entdecken, zu erfinden, zu erzeugen und zu genießen. Im [[Gefühl]] entwickelt sich, was Menschen aus ihren Empfindungen machen und in ihren Lebensverhältnissen, in ihrem Umgang als ihre [[Kultur]] [[wahrnehmen]], [[wahrhaben]] und [[wahrmachen]] und als Geschichte ihrer [[Naturmacht]] fortbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Gemeinschaften]], in denen [[Geldbesitz]] - [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] - das [[wesen]]tliches [[gesellschaftliches]] [[Verhältnis]] der Menschen ist, da ist ihre sachliche Beziehung [[allgemein]] gleichgeltend, [[gleichgültig]] gegen ihre Entstehung, gegen die [[Geschichte]] ihres Werdens, ihr gewordenes [[Sein]]. Darin sind ihre [[Gefühle]] auf das Fürsichsein ihrer Empfindungen beschränkt und von daher in ihrer [[Kultur]] [[isoliert]] und also selbständig für sich und durch sich (siehe auch [[Ästhetik]]). So wird hier auch die [[Sinnbildung]] der Menschen durch ihre [[verselbständigte]] [[Kultur]] in der [[Getrenntheit]] von ihrem gesellschaftlich tätigen [[Sinn]] für sich bestimmt. Weil sie sich darin nicht über ihre gegenständliche [[Tätigkeit]], ihre Lebensäußerung und [[Arbeit,]] durch ihre lebendige [[Geschichte]] mitteilen und vermitteln, besteht ihre [[Beziehung]] nur zwischen ihnen in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]], in der sie [[ausschließlich]] selbst als unmittelbarer [[Gegenstand]] ihrer [[Wahrnehmung]] für einander, für sich und unter sich erscheinen, als Menschen, die für einander [[da sein]] müssen, um ihr [[Leben]] als Mensch [[erkennen]] zu kÖnnen, um sich als Mensch zu finden, sich durch andere also als Mensch zu empfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung nimmt den [[objektiven]] [[Inhalt]] einer [[sinnlichen]] [[Beziehung]] [[subjektiv]] wahr. Sie lebt durch die [[Aufmerksamkeit]] und zugleich [[Neugier]] der Sinne, wiewohl sie nur das [[wahrnimmt]], was sie außer sich als das [[erkennen]] kann, was sie von sich schon [[weiß]] (siehe [[sinnliche Gewissheit]]). Eine Empfindung ist daher zunächst der Zusammenhang einer Sensorik, also die [[Wahrnehmung]] eines oder vieler [[Eindrücke]] in einem, welche jede [[sinnliche Gewissheit]] ausmacht und wodurch sie für sich [[wahr]] ist, gleich, was sie außer sich auch sonst noch [[wahrhaben]] kann. Auf dieser gründet die Arbeit eines jeden Organismus, die sich als Vermittlung von seiner Außenwelt zu seiner Innenwelt vollzieht. Im [[Gefühl]] für das, was sie hierbei wahrhat, bezieht sich die Empfindung schließlich wieder auf ihre Welt, so wie sie sich darin gefunden hat und einfinden kann und wodurch sich die [[Fähigkeiten]] eines Organismus entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Evolution]] des [[Lebens]] ist die Empfindung der Ursprung [[natürlicher Intelligenz]], die [[Beziehung]] eines Naturwesens auf seinen [[Gegenstand]], ganz gleich, ob dieser natürlich war oder nicht. Sie kennt ihn schon, bevor sie ihn findet und sie empfindet, was er für sie ist oder sein kann. Diese [[Naturempfindung]] ist damit die unausweichliche Grundlage eines jeden [[Stoffwechsels]] und der vielfältigen Gestalten, die er im Lauf der [[Geschichte]] bis in die menschliche [[Kultur]] hinein gebildet hat und darin zum [[Gedächtnis]] ihrer Entstehung und [[Entwicklung]], zu einem [[Gefühl]] für unsere Welt, für Menschen und Sachen geworden ist. Empfindung ist alles, was wir in unseren [[Gefühlen]] [[erinnern]] können und scheidet unsere Wahrnehmung in dem, für was wir einen Sinn haben, was wir also wissen können, von dem, was uns nicht sinnlich gewiss werden kann, für das wir keinen [[Sinn]] haben (z.B. bestimmte Lichtfrequenzen und Strahlungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung setzt das Werden von Subjekt und Objekt der Wahrnehmung voraus, sei es durch die Naturentwicklung ([[Evolution]]), oder der Entwicklung der menschlichen [[Gesellschaft]] als [[Naturmacht]] (siehe [[Produktivkraft]]). Sie meint wörtlich schon das &#039;&#039;Zu-Ende-Finden&#039;&#039;, also die Verwirklichung einer sinnlichen Identität mit einem Gegenstand der Empfindung, sei er Sache oder Mensch oder Tier oder Pflanze oder [[Natur]] überhaupt. Auch ohne die [[Gegenwart]] seines Werdens wird er aufgrund der Identität seiner Eigenschaften mit seiner Lebensform empfunden. Die einfachsten Empfindungen bestehen aus der zunächst objektiven Wahrnehmung seiner [[Form]] und ihres [[Zustands]], oft auch nur als formale Differenz des Menschen zum Gegenstand, wenn er z.B. als heiß, kalt, bedrohlich oder gefügig empfunden wird. Jede Empfindung enthält ein [[Wissen]], das die [[Sinne]] schon vor dem [[Leben]] der einzelnen Individuen gebildet hatten und das sich in ihr und durch sie sowohl bestätigt wie auch zu [[Gefühlen]] fortbildet (siehe [[Sinnbildung]]), die für die Lebensäußerungen der Tiere und Menschen und zur [[Bildung]] und Ausbildung ihrer [[Fähigkeiten]] grundlegend sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor und mit der Geburt eines Menschen besteht sie als weltliche Verbundenheit, nicht jenseits seiner [[Wirklichkeit]] - etwa in einem übernatürlichen Kosmos der Gefühle - sondern absolut diesseitig, als [[wirkliche]] [[Natur]] dieser Beziehung, als natürliche Empfindung, wie sie auch alle Kulturbeziehungen enthalten (siehe hierzu [[Naturempfindung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen sind so subjektiv wie objektiv, weil sie sich nur in ihrem [[Gegenstand]] erkennen können. Sie sind zwar natürlich und haben [[natürliche Intelligenz]], doch sie empfinden nicht, ob etwas natürlich ist. Sie hatten schon immer belebte und unbelebte Materie gleichermaßen zum Gegenstand und geben keine Gewähr für ihre [[Natur]], haben keine natürliche [[Wahrheit]] für sich, machen keine Natur aus und nichts zur Natur. Doch wo sie schon [[Gefühl]] haben, erkennen sie auch sich schon im Stoffwechsel mit der Natur einbezogen, ihren [[Gegenstand]] als ihre [[Sache]], die sie belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unnatürlichen Verhältnissen empfinden sie also nicht einfach Unnatur, sondern nur die [[Wirkung]], die sie auf einen [[Körper]] in dem Zustand hat, in dem er auch wirklich ist. So können z.B. Schmerzempfindungen eine völlig andere Natur erfahren, als die, für welche sie unmittelbar sinnvoll wären. Wenn sie selbst durch [[Gefühle]] bestimmt sind, die sich gegen ihre Natur behaupten, ihre Unnatur veräußern müssen, so können auch die Empfindungen sich in ihren Sinn versteigen (z.B. als Schmerzgedächtnis im Phantomschmerz oder in traumatischen Erlebnissen). Von daher können sich Empfindungen selbst [[verkehren]], wenn sie verkehrten Verhältnissen unterworfen sind, wenn sie den [[Notwendigkeiten]] [[objektiver Gefühle]] folgen, und darin ihre [[Subjektivität]] überwinden müssen. So kann Äußerliches auch sehr bestimmend für Innerliches sein und [[Erinnerung]] beherrschen. In diesen inneren Verhältnissen werden auch Gefühle selbst zur [[Bedingung]] von Empfindungen, aber nicht als abgelößt von aller Welt, sondern als innere Darstellung [[veräußerlichter]] Erfahrungswelten. Von daher können Empfindungen, die sich nicht in [[Kritik]] aufheben und [[emanzipieren]], zu [[Gefühlen]] einer [[Selbstentfremdung]] werden, sich also selbst in ihrer [[Form bestimmen]]. In einem Menschen stellt sich dann eine verkehrte Welt auch als [[Verkehrung]] seiner [[Selbstwahrnehmungen]] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist die [[Tätigkeit]] der Sinnesorgane in der Art und Weise und dem Moment ihrer Gewahr-Nehmung eines [[Gegenstands]], der eine [[Sache]], ein Mensch oder auch selbst [[Sinn]] sein oder haben kann. Er wird in der Empfindung erst [[gewiss]], weshalb man auch von einer sinnlichen [[Gewissheit]] spricht. Aber so frisch und neu diese [[Gewissheit]] erscheinen mag, so setzt sie schon immer [[Sinn]] voraus, der darin nicht neu sein kann, weil er sich ansonsten seiner nicht gewiss wäre, ebensogut eine [[Erscheinung]] von anderem, bloße [[Reflexion]] sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Empfindung ist die unmittelbare, also unvermittelte [[Beziehung]] auf einen [[Gegenstand]], mit dem sie vor aller [[Erfahrung]] schon verbunden ist. Sie ist daher nicht bloßes sinnliches Auffassen, organische Tätigkeit einer hiervon unabhängigen Sensibilität, sondern Identifizierung, Tätigkeit einer Identität eines Subjekts zu seinem Objekt in der [[Wahrnehmung]], das unabdingbare Moment der [[Wahrheit]], das Finden ihrer [[Gegenwart]]. In der Empfindung findet die [[Wahrnehmung]] ihren[[unmittelbaren]] [[Gegenstand,]] die unmittelbare [[Gewissheit]] ihrer [[Sinne]] als das, was dieser im Einzelnen durch seine [[Eigenschaften]] für sie für wahr, also auch wirklich so sinnlich ist, wie er auf die Sinne wirkt. Wirkung hat er eben in soweit, wie das Objekt der Wahrnehmung ihr zu eigen ist, wie ihren Eigenschaften entspricht, wie [[subjektive]] [[Eigenschaften]] in der [[Beziehung]] auf [[objektive]] Eigenschaften auch [[wahr]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist also zunächst die sensorische Wahrnehmung einer sinnlichen [[Gewissheit]], einer Begegnung im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Existenz, das Wissen um die [[Anwesenheit]] ihres Gegenstands, nicht jedoch dessen erwiesene [[Wahrheit]], weil sie ihren [[Sinn]] auch schon ohne diese [[Beziehung]] zu ihrem bestimmten [[Gegenstand]] hat, und weil dieser schon sinnlich ist, auch ohne empfunden zu werden. Die [[Wahrheit]] der Empfindung ist alleine die Begegnung mit einem Gegenstand, einem Menschen, einer Sache oder der [[Natur]], die [[Anwesenheit]] von [[Subjekt]] und [[Objekt]] der Empfindung als [[Ganzes]] für sich, als dies Eine hier und jenes Andere dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil hierbei die Empfindung immer [[Sinn]] hat, weil sie [[unmittelbar]] sinnlich ist, ist sie die lebendige [[Gegenwärtigkeit]] einer [[Beziehung]], die sie aus [[sinnlichen]]Wahrnehmungen der Sinnesorgane und [[Eindrücke]] bezieht, was immer diese auch [[wirklich]] an [[Sinn]] haben mögen. In ihrem objektiven Verhältnis besteht die Empfindung nur durch diesen Eindruck. In ihrer [[subjektiven]] [[Bestimmtheit]] durch ihren [[Sinn]] ist sie voraussetzungslos und doch schon so [[intelligent]] wie ihre Organe es zu sein vermögen (siehe hierzu [[natürliche Intelligenz]]). In der Sinnesgeschichte eines Menschen vermittelt sich von daher auch immer schon die Sinnesgeschichte der ganzen Menschheit, also alles, wozu es die Sinne in ihrem Wahrnehmungsvermögen gebracht haben. Objektiv aber ist der Sinn immer nur unmittelbare Subjektivität, die ihren [[Gegenstand]] nur so auffassen kann, wie er noch ganz ohne [[Gefühl]] hierfür da ist (siehe [[Dasein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenstand der Wahrnehmung begegnet ihr zunächst eben nur als eine [[Gegebenheit]], die ihren Inhalt nicht wirklich [[wahr machen]] kann, weil sie für sich genommen nur [[unmittelbar]] ist. In ihrer [[objektiven]] [[Gleichgültigkeit]] gegen ihren Gegenstand kann die Empfindung selbst in ihrem [[Sinn]] nur eine [[unmittelbare]] [[Wahrheit]] für sich haben, die Wahrheit ihrer [[Gegenwart]]. Ihre [[Gewissheit]] bezieht sie daher auch nicht aus der einfachen und rein objektiven Beziehung einer Sensorik auf einen Gegenstand, auf einen Menschen oder eine Sache. Sie kann nur gegenwärtig sein, wo und weil sich der empfindende Mensch auch als fühlender vergegenwärtigen kann, immer zugleich sinnlich wie [[geistig]] da ist. Sie ist also die [[Wahrnehmung]] in einer [[Beziehung]], wie sie [[wirklich]] und für einen Menschen in einem Moment ist, worin sich auch sein [[Gefühl]] entwickelt und bewahrheitet in dem, was es [[wahrhat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genommen ist Empfindung aber nicht unbedingt eine wirkliche Beziehung auf anderes, also nicht unbedingt auf ein Objekt gerichtet. Sie kann auch [[Selbstempfindung]] sein, wenn das entsprechende Organ durch sich selbst oder durch eine [[Selbstbeziehung]] bestimmt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die menschlichen Sinne sind nicht ohne den Menschen tätig. Jeder [[Sinn]] ist abhängig von der ganzen Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung. So kann ein Mensch z.B. im Wahnsinn gänzlich anders riechen, sehen und hören, weil seine Gegenwärtigkeit hierdurch bestimmt ist. Umgekehrt können Sinne ihre rein physiologische Funktion durchaus übertrumpfen, wenn z.B. Blinde auf ihre Weise &#039;&#039;sehen&#039;&#039;, indem sie das Zusammenspiel anderer Sinne hierfür ausbilden. Empfindung betrifft immer den ganzen Menschen. Ihm wird in der Empfindung zugleich der Zusammenhang seiner Sinne gegenwärtig, die sich in ihr bilden und sich in ihren [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] gewiss machen (siehe [[Sinnbildung]]), sich darin ihrer selbst vergewissern. Von daher entsteht ihr [[Wissen]] aus der [[Gewissheit]] eines empfundenen [[Gefühls]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung erweist eine [[Beziehung]] durch sich selbst, durch das Finden von jemanden oder etwas, das darin sich als [[Sinn]] einer Beziehung eindrücklich [[vergegenwärtigt]], als [[Eindruck]] wahrnehmbar ist, ohne [[ausdrücklich]] wahr zu sein. Was ihre [[Bedingung]] ist, die sie [[wahr hat]], ist ihr nicht unbedingt gegenwärtig, auch wenn sie deren [[Gegenwärtigkeit]] als [[Gefühl]] im Sinn hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung unterstellt Gegenständlichkeit, die ihren [[Inhalt]] ausmachen. Sie ist alleine schon dadurch gegenständlich, dass sie sinnliche [[Gegenstände]] im Sinn hat, also auch ihre eigenen Organe. Der empfindende Sinn ist notwendig für ihre Gegenwärtigkeit, anders als der gegenständliche. Der Gegenstand entspricht zwar in der Empfindung dem Menschen, ist aber dennoch nicht durch die Empfindung bestimmt. Er steht ihr immer als etwas anderes gegenüber, auch wenn sie sich in ihm [[identifiziert]]. Der Gegenstand ist immer auch natürlich und eher durch Gefühle bestimmt, insgesamt aber ein [[Ganzes]] vieler Eigenschaften, die nicht unbedingt alle sinnlich wahrnehmbar sind (z.B. Radioaktivität oder auch das Sehen eines blinden Menschen). Von daher ist Wahrnehmung auch nicht alleine durch Empfindung bestimmbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gegenübersein ist gegenständliche [[Wirklichkeit]], die in der Empfindung schon bezogen ist, indem sie darin wirkt. Ich empfinde eine [[Sache]] oder einen Menschen oder mich, wie sie oder er auf mich wirkt oder ich auf mich wirke. Und solange diese Wirkung anhält, habe ich noch kein [[Gefühl]] hierzu. Empfindung ist immer wirklich [[gegenständlich]], weil sie immer ein [[wirkliches]] Gegenüber hat, auch wenn ich das selbst sein kann. Sie unterstellt immer zweierlei [[Gegenwärtigkeit]] von [[Sinn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im reinen Gegenüber ist sie noch äußerlich und doch schon Inhalt, denn empfinden können wir nur, was für uns [[Sinn]] hat, sinnlich ist und unseren Sinnen entspricht. Alleine schon dadurch, dass unsere [[Wahrnehmung]] hierdurch - also in ihrem Sinn - gebildet ist, ist unsere Empfindung nicht nur unmittelbar, sondern auch das Dasein von einer kulturellen [[Geschichte]], welche von der [[Naturempfindung]] bis in unsere Wirklichkeitserfassung fortentwickelt ist. Wir können daher immer nur empfinden, was in unserer [[Natur]] steckt (im Unterschied z.B. zu Strahlungen, für die wir keine [[Gewissheit]] und also keine Empfindung haben). Aber was wir empfinden, welche Töne, Farben, Geschmäcker usw. wir gut oder schlecht finden, ist deren natürlicher wie auch kultureller Inhalt (siehe [[Kultur]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist von daher auch das Befindung einer [[Wahrnehmung]], ihr unmittelbarer Sinn im doppelten Sinne des Wortes: Sie hat den Sinn für den Menschen, den sie für ihren [[Gegenstand]] hat. Ich schmecke, rieche, höre, sehe, usw., wie sich mein Sinn hiernach und hierzu befindet und gebildet hat. Die schönste Blume, das feinste Kristall, kann ich nicht empfinden, wenn ich keinen Sinn hierfür habe. Das beste Essen, das tollste [[Ereignis]] kann mich kalt lassen, wenn ich in schlechter Gesellschaft bin. Empfindung ist völlig ohne [[Nutzen]], aber absolut notwendiger Inhalt einer [[Beziehung,]] Unmittelbarkeit meiner Sinne darin und dem, was in ihnen gebildet ist, was sie entwickelt hat und was ihr [[Gedächtnis]] enthält. Empfindung ist eine Befindlichkeit, die in die Lage versetzt, zu befinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Von daher kann sie auch zu einem [[Urteil]] werden, wie es durch das [[Befinden]] bestimmt ist. Der empfindsame Mensch lebt oft in der Befangenheit seiner Befindlichkeit, wenn er diese als seine Gefühlsgrundlage nimmt. Darin aufgehoben bewahrt sich Empfindung jenseits ihrer Wirklichkeit als [[Gefühl]] für sich, das sich durch [[Empfindungsurteile]] abschließt und sich ihrem Herkommen verschließt und dieses zu seinem [[Umstand]] werden lässt. Von da her sind solche Gefühle die [[Reaktion]] der Empfindung.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zum [[Gefühl]] ist Empfindung ohne jede Refexion und enthält auch keine [[Erkenntnis]] außer der unmittelbaren Begegnung, wenn auch darin die Geschichte sinnlicher Begebenheit als [[Gedächtnis]] der Erfahrung eingeht, aber nicht als Reflexion, sondern dem Inhalt nach. Sie folgt nicht der Einfühlung in ihren Gegenstand, weiß nichts von Funktion, [[Stoff]] oder [[Schönheit]] (siehe [[Ästhetik]]). Sie ist der unmittelbare Sinn, den [[Kultur]] als gesellschaftliche Form der [[Naturempfindung]] und des sich in [[Gesellschaft]] Befindens der Menschen überhaupt hat, gleich, in welche Gefühle sie sich vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Empfindung ist also eine Beziehung zu ihrem [[Gegenstand]], die dem Akt des Empfindens auch vorausgesetzt ist und sich darin ereignet und erinnert. Wir können qualitativ nur empfinden, was mit uns zu tun hat, wie es da ist (siehe [[Dasein]]), nicht, warum es da ist oder wie es geworden ist. Wir finden in der Empfindung etwas, das wir darin zugleich befinden als etwas, das wir dem Sinn nach oder von Natur aus durchaus kennen, das aber darin oder [[qualitativ]] uns erst in seiner Gegenwärtigkeit gewiss wird. Empfindung ist die Form der Erkenntnis eines Unbekannten, das wir dem Sinn nach kennen, die Beziehung auf einen Gegenstand, eine Sache oder einen Menschen, der in unsere Wahrnehmung geraten ist, weil darin Sinn von dem ist, was uns sinnlich ausmacht, was also auch gewahr für uns ist, Moment unserer [[Wahrheit]]. Wessen ich nicht gewahr werde, das empfinde ich nicht. Und was keine Wahrheit für mich hat, das nehme ich auch nicht wahr (vergleiche hierzu z.B. die Empfindung für Gott, das Finden von Gott in sich). Empfindung setzt eine Welt als Gegenständlichkeit von und für Menschen voraus, die in ihr so ist, wie sie für den Menschen ist, wie sie von ihm in [[Wahrheit]] genommen, [[wahrgenommen]] wird, weil er darin seine Lebensäußerung erkennt. Von daher kann es keine richtige oder falsche Empfindung, keine wahre oder unwahre geben (vergl. [[Kritik]] an [[Adorno]]). Empfindung ist elementar, auch wenn sie gestört werden kann bis hin zu ihrer Auflösung, zerstört durch [[Gefühle]] oder [[Gedanken]], bedrängt oder [[verrückt]] durch ihr [[Gedächtnis]]. Mehr noch: Empfindung kann selbst einer fremden [[Identität]] gehorchen (siehe hierzu [[Hörigkeit]]), beherrscht werden von den [[Absichten]] der [[Seele]], welche der [[Selbstverwirklichung]] sinnesmächtiger Persönlichkeiten unterworfen sind (siehe hierzu [[Irrsinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wir finden das, was wir empfinden, so, wie wir es vorfinden und jeder Mensch empfindet dies anders, sogar im Zeitablauf verschieden (z.B. ist es uns morgens eher kühl als abends, weil sich unsere Physis im Tageslauf und je nach Tätigkeit ändert). Befinden und Empfinden sind ein Begriffspaar, das aufzeigt, dass das Befinden als [[Urteil]] identisch ist mit dem Befinden eines Menschen bei der Wahrnehmung eines Gegenstands (insofern ist dieses Urteil auch die Grundlage unseres Gefühls hierfür, das [[ästhetische Urteil]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Empfindung ist im Befinden ein abgeschlossener [[Zustand]] dessen, worin wir uns befinden, was wir darin suchen und finden. Als abgeschlossener Zustand des Findens bestätigt sich der Begriff Empfindung tatsächlich auch ethymologisch (empfinden = entfinden = zu Ende finden). Dies besagt, dass eine Suche unterstellt ist, eine [[Beziehung]] zum Gegenstand der Empfindung, eine Identität, die in der Empfindung lebt, weil sie auch außer ihr ist, ihr vorausgesetzt wie folgend ist, also gegenwärtig und [[geschichtlich]] zugleich als das, was in der Empfindung für den Menschen auch von ihm existiert, sinnliche Gegenwart wie Vergangenheit in einem. Als dieses ist Empfindung Voraussetzung und Inhalt der Wahrnehmung, wie auch für das Gefühl, welches sich im Menschen ereignet und so zum [[Ereignis]] seiner empfundenen Beziehung wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So unmittelbar wahr wie dies scheint, wäre kein Gedanke hieran zu vergeuden und alle Theorie über Empfindung nur bloße [[Sophisterei]], hätten wir nicht selbst Probleme mit dem Empfinden, wären wir nicht durch sie auch bedrängt, wäre sie nicht für uns selbst eine Frage nach dem, was daran überhaupt [[wahr]] ist, wenn sie nicht unwahr sein kann, was uns darin [[getäuscht]] sein lässt, was [[Mystifikationen]] transportiert oder [[Fetische]] erzeugt oder sie in fremde Gefühle und [[Scheinwelten]] geborgen sein lässt (siehe auch [[Kitsch]]). Was haben wir in der Empfindung selbst schon wahr, wenn wir durch sie unsere Welt wahrnehmen? Was läßt dieselbe Wahrnehmung andere Empfindung sein? Was kann einfache Wahrnehmung sein und doch unser [[Leben]] bis zum [[Tod]] bestimmen (z.B. Platzangst, Verfolgungswahn). Wiewohl eine Empfindung nicht unwahr sein kann, ist es in unserer Gesellschaft doch ein Problem, darin wahr zu bleiben, d. h. in einer Identität von [[Wahrnehmen]] und [[Wahrhaben]] zu leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung findet, was sie kennt, ohne es zuvor wahrgenommen zu haben. Von da her zeigt sie sich als Form der [[Erkenntnis]]. Wir empfinden Bekanntes und Fremdes, sofern unsere Wahrnehmung hierfür frei, also nicht selbst in der [[Form bestimmt]] ist. Der Unterschied von Eigenem und Fremden ist selbst das treibende [[Ereignis]] der Empfindung, ihre Neugier. Fremdes ist nur durch Eigenes auch wirklich fremd und somit Wirklichkeit, die mir zu eigen werden kann, wenn ich meine Beziehung hierzu entdecke, mein [[Tätigsein]] und [[Leiden]] hierin. Erst wo diese Beziehung nicht entstehen kann, wo also Fremdheit (siehe [[Fremdarbeit]]) allgemein ist, wird Wahrnehmung zu einer eigenen Allgemeinheit kommen, zu Empfindungen und [[Gefühlen]], die uns zu eigen werden, weil und sofern sie keine Fremdheit kennen, und wir darin unsere Gefühle als Verhältnis zu uns selbst aufheben (siehe [[Selbstgefühle]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich gibt es auch Gegenstände der Fantasie, die wir nicht empfinden können, vielleicht aber fühlen (siehe [[Gefühl]], [[Regung]]). Aber hierin selbst regt sich keine [[Entfremdung]]; es ist ein Spiel mit dem, was wir kennen, das beiher spielen des [[Gedächtnisses]], Beispiele der Erkenntnis (siehe auch [[Traum]]). Wir können aber nichts empfinden, was wir nicht in irgendeiner Art wirklich kennen, und sei es auch nur im Unterschied unseres Daseins, in der Unterscheidung von Seinsweisen unserer Wahrnehmung, den Zuständen unserer Sinne. Gefühle, die uns selbst beschäftigen oder mit denen wir uns mit uns selbst beschäftigen, entstehen erst vollständig, wo uns eine Welt vollständig fremd ist. Diese allerdings ist zugleich jenseits der Empfindung, etwas, was wir in Gefühlen verspüren, aber nirgends finden, nicht be[[wahrheit]]en können, etwas Ungewisses, das nur dadurch ungewiss sein kann, dass es eine fremde [[Gewissheit]] enthält (siehe [[Unheimliches]]). Diese Beziehung der Empfindung setzt voraus, das sie formbestimmt und aus ihrer Form ihr Inhalt in doppeltem Sinn zu erschließen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Inhalt der Wahrnehmung macht Empfindung im Menschen wahr, was auch außer ihm wahr ist und ist somit die Grundlage der [[Erkenntnis]], ihre einfache [[Wahrheit]]. Sie enthält immer eine sinnliche Beziehung zu einem Gegenstand und ist somit auch seine [[Gewissheit]] für den Menschen, Sinn seiner [[Erkenntnis]] in der Bewahrheitung ihrer [[Identität]] von Sache und Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektiv ist die Empfindung [[Leiden]] wie auch [[Tätigkeit]] der Wahrnehmung, das Nehmen eines [[Gegenstands]] als eigene [[Wahrheit]]. In der Wahrnehmung nimmt die Erkenntnistätigkeit ihren Ausgang und bleibt solange [[zweifels]]frei (wahr), wie sie diesen als [[Ganzes]] - also ungeteilt - erfassen, beschreiben und behandeln kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezieht sich die Empfindung nicht auf Gegenstände sondern ist sie Moment einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]], so ist ihr Gegenstand selbst unmittelbar subjektiv, also ein Mensch (oder viele Menschen), der nicht unbedingt ist, als was er wahrgenommen wird. Seine Seinsweise als Mensch ist zugleich das [[Dasein]] eines [[Lebens]], welches der Empfindung nicht entspricht, welches aber dem Gefühl von diesem Leben zukommt. Hierdurch stellt sich das [[Gefühl]] in einen Unterschied zur Empfindung. Es hat wahr, was nicht unbedingt wahrnehmbar ist, was sogar gegen die Wahrnehmung selbst stehen kann, weil es von Leben kündet, auch wenn es nicht erkennbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gefühl wird so zum Träger eines Verhältnisses von Menschen, die sich nicht über ihre Gegenstände aufeinader beziehen, sondern sich selbst unmittelbar gegenständlich wie auch [[Mittel]] füreinander sind, ihr Leben füreinander äußern, vermitteln und haben und daher wahrhaben, was es für sie mit anderen ist (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Die Beziehung, die Menschen in gegenstandslosen [[Lebensräumen]] miteinander haben, sind reine Gefühlsbeziehungen, in denen sie sich empfinden, wie sie für ihre Gefühle sind. Diese Verhältnisse sind die Grundlagen der [[bürgerlichen Kultur]], die nur in dieser Selbständigkeit bestehen kann. Ursprünglich entwickelte sich diese in den Gesellschaftsschichten, die durch ihren [[Besitz]] sich autonom erscheinen konnten, weil dieser ein kleinerer oder größerer Geldbesitz war. Inzwischen gibt es ganze [[Gesellschaften]], die auf den Verhältnissen des [[Geldbesitzes]] gründen (siehe [[Dienstleistungsgesellschaft]]). Dies bestimmt Empfindung selbst, den Sinn der Wahrnehmung, zur abgetrennten Leidensform der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies bestimmt auch den allgemeinen Gebrauch dieses Begriffs. Würde man ihm Glauben schenken, so wäre Empfindung eine einfache [[Wahrnehmung]] von Gegenständen (Sachen wie Menschen), die als Bilder, Töne, Gerüche, Geschmack, Berührung, allgemein also als [[Reize]] auf die sensorischen Sinne treffen und unsere &#039;&#039;fünf Sinne bewegen ([[Kognition]]). In dieser Beziehung ist Empfindung ganz passiv, einseitig und naturhaft verstanden: Ist der Ofen zu heiß für einen Organismus, so empfindet ein Mensch - wie auch ein Tier - Schmerz. Entspricht er der Hauttemperatur, so empfindet er nichts dergleichen. Empfindung, so ganz objektiv und natürlich verstanden, nimmt Unterschiede wahr, die Menschen wie alle Organismen zwischen sich und der Welt haben (dies ist das einzige Moment des Begriffs, was die [[Skinner]]sche Theorie des [[Lernens]] aufgefasst hatte und was ihre psychologische Forschung zur Tierforschung machte). In dieser naturhaft fixierten Beziehung gibt es gute oder schlechte Empfindungen nur im Maßstab der Quantitäten, worin physische Schwellen der Wahrnehmung festgestellt und daher auch nur zum Maß der Stimulation werden. Schlecht sind dann Empfindungen, welche die Beanspruchbarkeit (&#039;&#039;Absorbtionsfähigkeit&#039;&#039;) des entsprechenden Organs überschreiten, erträgliche Empfindungen, wo sie noch ertragen werden können und gewöhnliche Empfindungen, die nur auffallen, wenn ungewöhnliche waren, die also im Wechsel der Empfindungen wahrgenommen werden und voll und ganz dem Gefühl entsprechen, in welchem Gegenstände für den wahrnehmenden Menschen sind. Derlei Theorie kann nur ein Interesse verfolgen: die Belastbarkeit und [[Nutzbarkeit]] und Manipulierbarkeit von Menschen auszumessen und ihm die Gegenstände seiner Empfindung unerkennbar, wenn vielleicht manchmal auch durch [[Gewöhnung]] (&#039;&#039;Erhöhung der Adaptionstoleranz&#039;&#039;) erträglicher werden zu lassen (z.B. Angsttherapie).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Aequivalentform&amp;diff=11354</id>
		<title>Aequivalentform</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70ff.)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre Unsinn, das Selbe mit sich zu vergleichen. Jeder Vergleich unterstellt einen Unterschied. Er setzt Verschiedenes gleich, um durch ein Gleiches darüber verhandeln zu können (siehe hierzu auch [[Tauschwert]]). Das [[Einzelne]] kann nur verglichen werden, wenn es im Vergleichen [[allgemein]] gleichgesetzt (siehe [[allgemeinewertform]]) und bewertet wird (siehe auch [[Wert]]). Es muss daher von seiner [[bestimmten]] [[Inhaltlichkeit]] absehen (siehe [[Abstraktion]]) und diese hiergegen [[gleichgülltig]] machen. Der Handel unter Menschen will einen Vorteil für sie sein, der nicht unbedingt [[abstrakt]] wäre, wenn sie sich darin in ihrem unterschiedlichen [[Dasein]] [[ergänzen]] würden, wenn sie die [[Synergie]] ihrer [[Verhältnisse]] fortbilden können (siehe [[Ergänzungswirtschaft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch in einem [[Gegenstand]], worin der Vergleich in einer existenziellen Äquivalentform existiert, ist das Gleiche schon sachlich vorgegeben, schon als Äußeres einer Gleichsetzung veräußert, durch ein beständiges Vergleichen entstanden, in welchem die Gleichsetzung sich allgemein geäußert hat. Als Äußerlichkeit steht es jedoch für sich als bloßer Nutzen eines Dings, das [[gleichgültig]] gegen seinen Inhalt, und nur durch die Abstraktion von seiner Natur als allgemein abstrakte [[Beziehung]] auf anderes existiert. Es ist dies eine [[Form]], die nicht durch ihren [[Inhalt]] bestimmt ist, sondern durch einen Inhalt, den die Form für sich schon hat, bevor sie als Form überhaupt für einen Inhalt sein kann - die also formbestimmend ist. Diese Äußerlichkeit der Äquivalentform ist das Dasein einer [[Formbestimmung]], also eine Bestimmung der Form, die eine Natur hat, die sich in einer hiervon [[abstrakten Allgemeinheit]] darstellt, also Naturalform und zugleich auch Form der abstrakten Vermittlung eines gesellschaftlichen Inhalts ist - gedoppelte Form (siehe hierzu [[Doppelcharakter]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese entsteht, wenn eine Äußerung zugleich eine [[Bedingung]] formuliert, in der sie sich entäußert, also ihre Äußerung zugleich zum Abschluss und [[Ausschluss]] bringt, [[verselbständigt]] und [[isoliert]]. In der [[Trennung]] von ihrem Inhalt besteht sie vor allem aus der Bedingung, die in ihr aufgeht und [[allgemein]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im [[Warentausch]] entsteht eine Äquivalentform durch die Fixierung eines Tauschverhältnisses mit unendlich vielen Relationen von Tauschwerten, die sich an einem Ding festmachen, an dem deren Wert allgemein ausgedrückt wird. Hierdurch wird dieses Ding zu einem allgemeinen Wertträger, an dem ein gesellschaftliches Verhältnis eines [[Werts]] [[erscheint]] (siehe [[Geld]]), das also selbst unmittelbar gesellschaftich allgemein ist, wiewohl dies nicht durch seine [[Natur]] begründet ist, sondern daran sich nur ein außer ihm existierendes Wertverhältnis vermittelt und mitteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Eine Ware ... befindet sich daher in der Form unmittelbarer Austauschbarkeit mit allen andren Waren oder in unmittelbar gesellschaftlicher Form, weil und sofern alle andren Waren sich nicht darin befinden. [[(MEW 23, S. 81f.)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Zeichnen</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer an seinem Computer zeichnen kann, ist um einen Beitrag gebeten: Die nachfolgend aufgeführten Grafiken müssen eine andere Form bekommen, da von den Grafik-Unternehmen, die sie hergestellt haben, ihre Verbeitung verboten wurde. Sie müssen einfach so aussehen, dass niemand behaupten kann, Design und Layout wäre übernommen. Sie müssen eben deutlich anders aussehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer dazu bereit ist, möchte dies bitte mitteilen, sich eine oder mehrere Grafiken aussuchen und mitteilen, an welchen er oder sie ran geht (damit nicht mehrere diesselbe Grafik machen): [[post@kulturkritik.net]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeichnungen sollten entweder als JPEG oder EPS (Freehand, Illustrator oder Photoshop) angelegt werden und können per Email-Anhang übersendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Grafik(en) auszuwählen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;&amp;gt;&amp;gt; [[BITTE HIER KLICKEN]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Allg&amp;diff=11352</id>
		<title>Allg</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70ff.)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre Unsinn, das Selbe mit sich zu vergleichen. Jeder Vergleich unterstellt einen Unterschied. Er setzt Verschiedenes gleich, um durch ein Gleiches darin verhandeln zu können. Der Handel unter Menschen will einen Vorteil für sie, der nicht unbedingt abstrakt ist, wenn sie sich darin in ihrem unterschiedlichen [[Dasein]] [[ergänzen]], die [[Synergie]] ihrer [[Verhältnisse]] fortbilden (siehe [[Ergänzungswirtschaft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch in einem [[Gegenstand]], worin der Vergleich existiert, in einer existenziellen Äquivalentform also, ist das Gleiche schon sachlich vorgegeben, schon als Äußeres einer Gleichsetzung veräußert, durch ein beständiges Vergleichen entstanden, in welchem die Gleichsetzung sich allgemein geäußert hat. Als Äußerlichkeit steht es jedoch für sich als bloßer Nutzen eines Dings, das [[gleichgültig]] gegen seinen Inhalt, und nur durch die Abstraktion von seiner Natur als allgemein abstrakte [[Beziehung]] auf anderes existiert. Es ist dies eine [[Form]], die nicht durch ihren [[Inhalt]] bestimmt ist, sondern durch einen Inhalt, den die Form für sich schon hat, bevor sie als Form überhaupt für einen Inhalt sein kann - die also formbestimmend ist. Diese Äußerlichkeit der Äquivalentform ist das Dasein einer [[Formbestimmung]], also eine Bestimmung der Form, die eine Natur hat, die sich in einer hiervon [[abstrakten Allgemeinheit]] darstellt, also Naturalform und zugleich auch Form der abstrakten Vermittlung eines gesellschaftlichen Inhalts ist - gedoppelte Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese entsteht, wenn eine Äußerung zugleich eine [[Bedingung]] formuliert, in der sie sich entäußert, also ihre Äußerung zugleich zum Abschluss und [[Ausschluss]] bringt, [[verselbständigt]] und [[isoliert]]. In der [[Trennung]] von ihrem Inhalt besteht sie vor allem aus der Bedingung, die in ihr aufgeht und [[allgemein]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im [[Warentausch]] entsteht eine Äquivalentform durch die Fixierung eines Tauschverhältnisses mit unendlich vielen Relationen von Tauschwerten, die sich an einem Ding festmachen, an dem deren Wert allgemein ausgedrückt wird. Hierdurch wird dieses Ding zu einem allgemeinen Wertträger, an dem ein gesellschaftliches Verhältnis eines Wertes erscheint (siehe [[Geld]]), das also selbst unmittelbar gesellschaftich allgemein ist, wiewohl dies nicht durch seine [[Natur]] begründet ist, sondern daran sich nur ein außer ihm existierendes Wertverhältnis vermittelt und mitteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Eine Ware ... befindet sich daher in der Form unmittelbarer Austauschbarkeit mit allen andren Waren oder in unmittelbar gesellschaftlicher Form, weil und sofern alle andren Waren sich nicht darin befinden. [[(MEW 23, S. 81f.)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Zwischenmenschlichesverhaeltnis&amp;diff=11351</id>
		<title>Zwischenmenschlichesverhaeltnis</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes erkennen; Denn er misst nach eigenem Maß Sich bald zu klein und leider oft zu groß. Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur das Leben lehrt jedem was er sei. (Johann Wolfgang von Goethe)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] einer [[Gesellschaft]], worin sich die Menschen wechselseitig und [[unmittelbar]] als das [[Material]] ihres [[Lebens]] sind, herrscht ein ungeheuerlicher [[Opportunismus]] in ihren [[Beziehungen]]. Sie beziehen sich im Wesentlichen nicht durch das, was sie in ihrem Menschsein [[wirklich]] äußern und [[wahrhaben]]. Sie beziehen sich vor allem als [[Subjekte]], die sich [[objektiv]] nötig haben wie ein [[Lebensmittel]], das produziert und konsumiert werden muss. Als diese [[Subjekte]], die sich durch ihre [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] wechselseitig [[nützlich]] sein müssen, [[Subjekt]] und [[Objekte]] in einem, [[objektive Subjekte]] sind, [[verhalten]] sie sich in der [[Absicht]], ihr [[Leben]] durch andere zu bereichern - auch wenn sie sich durch das, wovon sie einander in ihrem [[Erleben]] absehen, durch die [[Absichten]] ihrer [[zwischenmenschlichen Bezogenheit]], in der [[Konkurrenz]] um die [[Wahrnehmungsidentität]] ihrer [[Gefühle]] [[wesentlich]] [[fremd]] bleiben müssen, weil sie sich in ihrer [[Wirklichkeit]] von ihren darin voneinander [[getrennten]], ihren [[isolierten]] [[Lebenserfahrungen]] auch [[wirklich]] [[abwesend]] - und also wesenlos - bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] (siehe auch [[zwischenmenschllchkeit]]) findet [[Zwischenmenschliche]] [[Beziehungen]] statt, worin der Eine dem Anderen als [[Material]] (siehe auch [[Körper]]) ihres [[Lebens]] dient, um für sich [[wirklich]] [[wahr]] zu sein, sich darin also in [[Gesellschaft]] findet und in seiner [[Gesellschaft]] als Mensch [[empfindet]], sich also selbst als Mensch findet, sich also als Mensch [[erkennen]] kann, weil er sich wirklich als Mensch in Beziehung findet, auch wenn dies nicht wirklich stattfindet, in [[Wirklichkeit]] [[abwesend]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sich aufeinander bezieht, zieht sich daher bei aller Unterschiedenheit auch [[wirklich]] an. Es hat ein gemeinsames [[Wesen]], das ohne einander [[Abwesenheit]] erleidet. Wo es subjektiv ist, wird es zum Objekt seiner [[Zwischenmenschllchkeit]], wo es [[objektiv]] existiert kann es nicht das [[Subjekt]] seiner [[Beziehungen]] sein, als das es sich außer sich von sich versteht. In den [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] seiner [[Kultur]] [[tauscht]] es sein [[Dasein]] als [[Kulturträger]] mit seinem [[Dasein]] als [[Kultursubjekt]] und [[vertauscht]], [[verkehrt]] alle Subjektivität ins Objektive (siehe hierzu [[objektive Subjektivität]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen [[gesellschaftlichen Verhältnissen]] wird die [[Freiheit]] der [[einzelnen]] [[Individuums]] zunächst durch das politische Maß ihres [[gesellschaftliche]] Vermögens, durch ihren Anteil an der Erzeugung des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] bestimmt. In den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ihrer Kultur ist es das Vermögen ihrer [[persönlichen]] [[Sinnbildung]]. Dadurch und darin finden [[zwischenmenschllche Beziehungen]] statt, worin der Eine als das [[Material]] des [[gesellschaftlichen]] [[Lebens]] für den Anderen dient, sich darin also in [[Gesellschaft]] findet und in seiner [[Gesellschaft]] als Mensch [[empfindet]], sich also selbst als Mensch zu [[erkennen]] sucht. Daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] selbst schon durch ihr [[Dasein]] als das [[persönliche]] [[Material]] ihrer [[Lebensverhältnisse]] [[wahr]] (siehe hierzu auch [[Wahrhaben]]), in denen sie ihre [[Beziehung]] für einander und zu einander äußern. Im [[zwischenmenschlichen]] [[Verhalten]] ist daher jeder das Äußere des [[Anderen]], seines [[unmittelbaren]] [[Andersseins]] und ist somit in seinem bloßen [[Dazwischensein]] im [[Allgemeinen]] ein [[objektives Subjekt]] und in seiner [[Einzelheit]] eine [[subjektive Objektivität]] seiner [[zwischenmenschlichen Beziehungen]]. Im bloßen [[Dazwischensein]] sieht aber das Eine wie das Andere von sich ab, und so wirkt alles, was dadurch zwischen sich gleich bleibt – weil es im [[Zwischenmenschlichen]] [[gleichgültig]] bestimmt ist – wie die [[Notwendigkeit]] einer fremden [[Absicht]] (siehe hierzu auch [[Täuschung]]), durch seine [[Nützlichkeit]] für das [[Allgemeine]] [[da zu sein]] (siehe [[Dasein]]), wodurch es sich auf sich [[persönlich]] zu [[reduzieren]] hat und wie eine [[abstrakt allgemeine]] [[Notwendigkeit]] [[zwischenmenschlicher Bezogenheiten]] [[existieren]] musss (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wird jeder Mensch schon durch sein [[Verhalten]] zum [[gesellschaftlichen]] [[Inhalt]] seiner [[Äußerlichkeit]] und hierdurch zu einem gesellschaftlichen [[Wesen]] außer sich, zur [[Äußerung]] einer [[gesellschaftlich]] [[abstrakten]] [[Lebensäußerung]], worin sich die Menschen das [[bedeuten]], als was sie sich [[wertschätzen]]. In solchen [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] gründen die Menschen hierauf eine [[Kultur]] der [[Selbstverwertung]]. Darin fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen. Von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Weil sie in diesen [[Verhältnissen]] selbst das [[Material]] ihrer [[Beziehungen]] sind [[konsumieren]] sie ihre [[persönliche]] [[Anwesenheit]] (siehe auch [[Kulturkonsum]]) und müssen sich auch als [[Persönlichkeiten]] darin produzieren, sich [[selbst hierfür verwerten]] (siehe [[Selbstwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede [[Wahrnehmung]] lebt durch ihre [[Empfindungen]], weil sie durch diese [[bewegt]] wird und ihre [[Gefühle]] sich hierdurch zu einer inneren [[Bewegung]] (siehe [[Emotion]]) [[entwickeln]]. Was die [[Empfindungen]] durch das, was sie in ihren [[Lebensverhältnissen]] [[wirklich]] [[wahrhaben]], [[verhalten]] sie sich darin in einer [[subjektiven]] [[Wahrheit]], also in dem, was sie hiervon für [[wahr nehmen]]. Und aus dem, was sie sich hiervon [[einverleiben]] und also durch fremde Lebensinhalte aneignen, bilden sich ihre [[Gefühle]] für sich und für ihre [[Gegenstände]] - letztlich im [[Sinn]] für ihre [[Lebensumstände]] und für alles Andere, das sie [[erfahren]] haben und für sich als [[Subjekt]] und zugleich [[Material]] ([[Objekt]]) ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] [[wahrmachen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil von da her die [[Empfindungen]] der Menschen durch die Zwischenmenschlichkeit ihrer [[Lebensbedingungen]] voneinander [[isoliert]] bleiben, weil sie in ihren [[Wahrnehmungen]] nicht zu einander finden können, schließen sie sich von einander aus und [[kehren]] sich auch in ihren [[allgemeinen]] [[Lebensverhältnissen]] nach innen, [[erinnern]] sich in [[Gefühlen]], in denen die [[Geschichte]] ihrer [[vereinzelten]] [[Wahrnehmungen]] [[gesellschaftlich]] verbindlich werden. So entstehen [[zwischenmenschliche]] [[Verhältnisse]], in denen die [[Gefühle]] selbst durch ihre [[allgemeine]] [[Vereinzelung]] [[gesellschaftlich]] [[bestimmend]] werden und sich in [[Selbstgefühlen]] [[verselbständigen]]. Diese treten gegen ihre [[Empfindungen]] als eine [[unmittelbare]] [[Wahrheit]] auf, die sich in den [[Gefühlen]] zu bestärken sucht und sich daher darin [[verallgemeinert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
´In zwischenmenschlichen Verhältnissen [[verhalten]] sich die Menschen daher über eine [[zwischenmenschliche]] [[Kultur]] ihrer [[Gefühle]], in denen ihre [[Empfindungen]] sich in ihren [[Beziehungen]] [[verkörpern]] (siehe [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Darin [[vergegenwärtigt]] sich die [[Objektivität]] der [[Empfindungen]] im [[wahrnehmenden]] [[Subjekt]] und kann sich von daher in sich und durch seine [[Gefühle]] nur [[verkehrt]] [[bewahrheiten]] und [[verhalten]] (siehe hierzu [[Körperfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Menschen in ihrer [[Gesellschaft]] keinen [[wirklichen]], keinen [[gegenständlichen]] [[Sinn]] für einander bilden können, weil sie nur noch durch [[Geld]] als [[Kaufmittel]] [[gesellschaftlich]] verbunden sind (siehe auch [[fiktives Kapital]], [[Globalisierung]]), da werden ihnen ihre [[Verhältnisse]] durch eigenständige, ihnen [[fremde]] Zusammenhänge, durch die bloßen [[Ereignisse]] ihrer Begegnung [[zufällig]], eben so vermittelt wie diese dort ihnen zufallen, wo sie getrennt voneinander existieren (siehe auch [[Existenzwert]]). Und doch müssen sie sich in ihrer gesellschaftlichen Vereinzelung, in ihrer [[Isolation]] vorausetzungslos als ganzer Mensch begegnen, um in dieser Abstraktion ihrr Beziehungen Sinn für sich zu finden, um deren [[abstrakt menschlichen Sinn]] und Zweck im Menschsein für sich zu haben und für andere zu erfüllen. Hierdurch werden sie sich in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst zum [[sinnlichen]] [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]], zur [[sinnlichen]] [[Tatsache]] ihreR [[Wahrnehmung]] von dem, was sie von einander wechselseitig von dem [[wahrnehmen]], was sie als [[Material]] ihrer [[zwischenmneschlichen Beziehungen]] [[wahrhaben]]. Es handelt sich hierbei um das [[Verhältnis]] der [[Inhalte]] ihrer [[Gefühle]], mit denen sie ihre [[Wirklichkeit]] durch einander [[empfinden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren [[zwischenmenschlichen]] [[Verhältnissen]] [[erscheinen]] sich die Menschen so wie sie einfach für sich und für einander in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] da sind (siehe [[Dasein]]): Als voraussetzungslose [[Wesen]] ihrs Menschseins, als [[Wesen]] ihrer Beziehungen von Menschen unter Menschen. Doch das sind sie nicht [[wirklich]], weil jeder Mensch erst durch andere Menschen entstanden ist und weil schon die Produkte für seinen Lebensunterhalt vorhanden sein müssen, bevor er sich mit anderen überhaupt in ein [[Verhältnis]] begeben, die [[Wirklichkeit]] seine [[Lebens]], seine Lebenswirklichkeit mit ihnen teilen, sich mitteilen kann (siehe hierzu auch [[Sprache]]). Eine [[zwischenmenschliche]] Gesellschaft besteht aus einer allgemeinen [[Symbiose]] im [[Dasein]] von Menschen als [[Subjekte]] wie [[Objekte]] eines gesellschaftlichen Lebensmittel ihrer [[Kultur]], die davon leben, dass sie einander [[einverleiben]] um [[Sinn]] für sich zu finden und sich darin lebend zu [[empfinden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] kann ein Mensch nur ganz da sein, weil er ein [[Ganzes]] vieler [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] ist - sowohl als [[Individuum]] als auch in seiner [[Gesellschaft]] als gesellschaftliches [[Individuum]]. Wo ein Mensch in seinen [[Verhältnissen]] dazwischen, weder als die eine Seite noch als die andere ist, herrscht eine einfältige (siehe [[Abstraktion]]), sich jederzeit und immer wieder ändernde [[Beziehung]], die voller [[Zweifel]] und schließlich zum [[Verzweifeln]] ist. Weil sie keine [[Form]] für sich findet und einfach nur für andere da ist (siehe [[Dasein]]), weil sie immer beides in einem ist, ohne durch sich zu [[sein]], kann sie für sich nur außer sich, jenseits ihrer [[Empfindungen]] [[wahr]] [[sein]]. Sie wird unaufhörlich abgebrochen durch ein [[anderes Sein]], das nicht so da ist, wie es wirkliche [[Form]] für seinen [[Inhalt]] - also ohne Not wirklich wahr sein könnte. [[Notwendig]] bleibt es solange dazwischen, bis es für sich bestimmt das ist, was es bewirkt, worin es also wirklich wahr ist, durch eigene [[Wirklichkeit]] gegenständlich ist und wirkliche [[Gegenstände]] wahr hat, sich in ihnen [[wirklich]] [[wahrnehmen]] und [[erkennen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dazwischensein hat [[nichts]] einen Anfang und [[nichts]] ein Ende und von daher auch keine [[Geschichte]]. Alles hat darin gleiche [[Geltung]], weil [[nichts]] wirklich gelten kann, weil und wenn es gleichgültig ist, wofür das eine und wofür das andere ist. Und wo menschliche [[Beziehungen]] in ihren [[Verhältnissen]] [[gleichgültig]] sind oder werden, da heben sich die Unterschiede in ein und demselben [[Verhalten]] auf und werden einfältig, für sich selbst [[abstrakt]]. Und wo die Unterschiede vergangen sind, die Vielfalt erstorben, ihr [[Reichtum]] verbraucht ist, wird alles [[langweilig]], denn das [[wirklich]] [[Einzelne]] ist darin im [[Allgemeinen]] in unzähligen [[Symbiosen]] verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren symbiotischen [[Verhältnissen]] müssen sie sich als Mensch behaupten, um sich auch als Mensch[[wertzuschätzen]], durch einander [[Selbstwert]] zu erfahren. In solchem zwiespältigen Menschsein ist die Stätte ihrer Geburt schon durch die [[Selbstbehauptung]] ihrer [[Familien]] bestimmt und entwickelt ihre [[symbiotische Selbstbehauptung]] in ihrer mehr oder weniger gelungenen [[Lebensburg]], deren Lebenswelten durch ihre [[erzieherische Beziehungen]] gegen die Mächte ihrer Außenwelten angelegt sind. Von daher ist das Erkenntnisvermögen der Menschen schon in seiner Entstehung zunehmend von äußeren Kräften beengt und [[entwickelt]] sich in und durch eine[[Lebensangst]], die in jedem Menschen schon von früh an durch die Minderwertigkeit (siehe auch [[Minderwertigkeitsgefühl]]) ihrer [[Selbstverwertung]] bestimmt ist. Ihr [[Erkenntnisinteresse]] ist daher durch ihre symbiotische [[Selbstwahrnehmung]] beschränkt und sucht sich daher auch auszuweiten in die Mystik selbstverliebter Lebenswelten, worin sich Menschen so empfinden können, wie sie sich in ihrem [[Selbstgefühl]] wahrhaben wollen (siehe hierzu auch [[Narzissmus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Leben der Menschen wird in dieser Lebenswelt persönlich von Menschen vermittelt, die durch die [[Selbstgefühle]] der Erzieher als [[objektive Gefühle]] einer allgegenwärtigen [[Zwischenmenschlichkeit]] maßgeblich sind. Solches Leben erfährt seine zweifelhafte Entwicklung durch die [[Subjektivität]] der [[Selbstzweifel]] in der [[psychischen]] [[Wahrnehmung, die]] immer zugleich ihre [[Selbsterkenntnis]] bestimmt. Ihre substanzielle [[Tätigkeit]]beruht auf dem [[Zweifel]] an einer [[Kenntnis]], die für einen Menschen nicht [[wahr]] sein kann. Das Erkenntnisinteresse am menschlichen Leben ist unter solchen [[Bedingungen]] von einer [[Sehnsucht]] nach der [[Selbsttäuschung]] übermenschlicher Bedürfnisse bestimmt, die jeder [[Erkenntnis]] vorausgesetzt ist. Hierfür wird alles, was in ihrem Entstehungsprozess in [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] der [[Erziehung]] subjektiv existiert zugleich objektiv durch die [[Persönlichkeit]] der Erzieher bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Menschen in ihrer [[Gesellschaft]] keinen [[wirklichen]], keinen [[gegenständlichen]] [[Sinn]] für einander bilden können, weil sie nur noch durch [[fiktives Kapital]] gesellschaftlich verbunden sind (siehe [[Globalisierung]], [[Feudalkapital]]), da werden ihnen ihre [[Verhältnisse]] durch eigenständige, [[fremde]] Zusammenhänge und [[Ereignisse]] wie [[zufällig]] vermittelt. Und da werden sie sich in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst zum [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]], zur [[sinnlichen]] [[Tatsache]] ihres [[Daseins]]. Sie müssen sich von daher in ihrer gesellschaftlichen [[Isolation]] voraussetzungslos als ganzer Mensch begegnen, um deren [[abstrakt menschlichen Sinn]] und Zweck im Menschsein für andere zu erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo sich das [[gesellschaftliche]] [[Verhältnis]] der Menschen im [[Kapitalismus]] noch als gegenständliches [[Verhältnis]] ihrer Lebensproduktion, ihrer Lebensäußerungen auf den Märkten der Welt über ihren [[sachlich]] bestimmten [[Wert]], ihre objektivierte [[Subjektivität]] im [[Wert]] der Produkte abstrakt gesellschaftlich vermittelt hatte, war unter dieser Bedingung das politische Subjekt der Gesellschaft noch als ein [[subjektives]] Objekt ihres Lebensverhältnisses auch [[wirklich]] gesellschaftlich als [[Arbeiterklasse]] existent. Dieses konnte sich in seinem Dasein über seine Tätigkeit und [[Arbeit]] (siehe hierzu auch [[Realwirtschaft]]) seiner [[selbst]] [[bewusst sein]] (siehe auch [[Selbstbewusstsein]]), auch wenn ihm ein wesentlicher Teil seiner [[Arbeit]]im [[Mehrwert]] einer [[unbezahlten Arbeit]][[enteignet]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitdem mit der [[Globalisierung]] das [[Weltgeld]] zu einem [[fiktiven]] [[Weltkapital]] (siehe [[fiktives Kapital]]) geworden war, verhalten sich die Menschen vorwiegend über den [[Wert]] ihres [[Geldes]] (siehe [[Geldwert]]) als einem [[Existenzwert]] ihrer gesellschaftlichen [[Beziehungen]], der diese zwar weitgehend bestimmt, aber in dieser [[Bestimmung]] nicht [[wirklich]], nicht [[sinnlich gewiss]] [[existiert]] und sich also gesellschaftlich nur als Zahlungspflichtigkeit für [[Eigentumstitel]](Wertpapiere, Gebühren und [[Mieten]]) über den nationalen Standort (siehe [[Nationalstaat]]) als [[Lebensraum]] seiner politischen Bewährung und Währung [[wahr machen]] konnte (siehe hierzu auch [[Schuldgeldsystem]]). Als Bürgen ihrer nationalen Geldverwertung im Verhältnis von [[Gläubiger]] und [[Schuldner]] ihrer [[Geldwerte]] (siehe auch [[Staatsverschuldung]]) und der hierzu nötigen [[Austeritätspolitik]] entsteht ein gesellschaftlicher Zusammenhang vor allem durch die reine Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) über den [[Kredithandel]] des [[Finanzkapitals]] in der [[Konkurrenz]] der [[Nationalstaaten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Lebenszusammenhang der Menschen vollzieht sich darin über ihren bloßen [[Geldbesitz]] in einem [[feudalisierte]] [[Kapitalismus]] (siehe [[Feudalkapitalismus]]), der unzählige [[Ereignisse]] zur [[Befriedung]] und Bindung der Bevölkerung in ihrem [[zwischenmenschlichen Menschsein]] nötig hat (siehe [[Eventkultur]]). Sie müssen sich in diesem Zweck vor allem [[selbst vergegenwärtigen]], sich selbst als Mensch sinnvoll machen, müssen sich selbst als Mittel des zwischenmenschlichen [[Erlebens]] bereitstellen und herrichten. Wo sich das gegenständliche Verhältnis der Menschen im Kapitalismus noch als objektivierte [[Subjektivität]] im [[Wert]] der Produkte abstrakt gesellschaftlich vermittelte, war diese unter dieser Bedingung zu einem [[subjektiven]] Objekt der Lebensverhältnis geworden, worin das Kapital sich im Menschen selbst forttreibt und dessen unmittelbare Menschlichkeit als [[objektive]] Zwischenmenschlichkeit in seinen Dienst stellt, in der sich Menschen wechselseitig als Objekte ihrer [[Subjektivität]] verhalten und aufeinander beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist hierfür ihre [[Gegenwärtigkeit]], die [[Selbstvergegenwärtigung]] ihrer [[Wahrnehmung]], notwendig, die zu einer [[allgemeinen]][[Selbstwahrnehmung]] wird und dieser auch im Einzelnen entsprechen muss. In diesen Verhältnissen haben die Menschen einander schon durch ihrer bloßen [[Anwesenheit]], sich selbst als [[Gegenstand]] ihrer [[Wahrnehmung]] wahr. Sie [[erscheinen]] sich als voraussetzungslose [[Persönlichkeiten]], die [[gesellschaftlich]] [[ohnmächtig]] sind und sich daher &#039;&#039;von Mensch zu Mensch&#039;&#039; vergesellschaften, ihre [[Selbstwahrnehmung]] äußern und sich wechselseitig [[einverleiben]] müssen. Und weil sie den [[Sinn]] ihrer [[Beziehungen]] nur als bloße [[Gegebenheit]] der [[Ereignisse]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[wahrhaben]] können, haben sie deren [[Gewissheit]] nurmehr in der [[Form]] ihres [[Erlebens]], in der [[Wahrnehmung]] ihrer [[Gegenwärtigkeit]], die ihnen zugleich die [[Notwendigkeit]] ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] vermittelt. Sie können sich selbst als Mensch nurmehr zwischen den Menschen durch ihre [[Selbstvergegenständlichung]] [[wahrhaben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei sind sie in [[Gesellschaft]], wenn sie sich in ihren zwischenmenschlichen [[Verhältnissen]] als [[Subjekte]] ihrer [[Beziehungen]] [[objektiv]] [[wahr machen]]. Um in ihren [[Empfindungen]] so objektiv für einander zu sein, wie sie sich im anderen Menschen selbst finden, müssen sie sich darin zugleich selbst als [[Subjekt]] ihrer [[Beziehung]] auf andere [[wahr haben]], so wie sie sich in diesen [[Verhältnissen]] fühlen und [[Gefühle]] füreinander [[entwickeln]]. Doch kein Mensch kann hier nur Objektives empfinden oder nur Subjektives fühlen. [[Gesellschaftlich]] sind sie subjektive Objekte: füreinander [[Subjekte]] wie Objekte ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] - gerade so, wie diese sich durch ihr [[Verhalten]] als zwischenmenschliches [[Verhältnis]] ereignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschliche Verhältnisse sind daher [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]], im [[Sein]] zwischen den Menschen, einem [[Dasein]], in welchen sie sich selbst und einander zu deren [[Material]], sich als [[Person]] zum [[Gegenstand]] ihres [[Lebens]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche [[Gegenwärtigkeit]]und [[Vergegenständlichung]] in der [[Wirklichkeit]] ihrer Lebensverhältnisses ihnen entzogen, für sie [[abwesend]] ist. Menschen können sich in anderen Menschen aber nur [[erkennen]], sofern sie sich selbst von ihnen unterscheiden, sich in der [[Beziehung]] auf sie als ein anderes, als ein eigenes [[Wesen]] finden und [[empfinden]]. Im [[Verstand]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] nehmen sie sich aber nur zwischen sich und anderen wahr, reduzieren sich auf ein gemeines [[Wesen]], das weder das eine, noch das andere, das also alleine, im Einzelnen nur durch ihre [[Gemeinschaft]] da ist (siehe [[Dasein]]). In [[Wirklichkeit]] ist es darin gleich geltend, in [[Wahrheit]] ganz [[gleichgültig]] gegen ihre [[Bestimmung]] da, was sie auch [[gleichgültig]] gegen ihre [[Bestimmtheit]] macht. Denn zwischen ihnen kann nichts anderes sein als eine [[Abstraktion]] von ihnen, das [[abstrakt Allgemeine]] ihrer [[Gemeinschaft]], ihr [[abstrakt menschliches Sinnlichsein]]. Im zwischenmenschlichen Verhältnis bildet sich nach dem Vermögen eines bestimmten [[Lebensraums]] eine [[Gemeinschaft]], worin die Menschen im [[Allgemeinen]] untereinander, also zwischen sich als Mensch, wie er leibt und lebt verkehren. Das setzt eine gesellschaftliche [[Beziehung]] voraus, in welcher ihre Verhältnisse gleich und im Vergleich, eben so so wie die [[Beziehungen]] der Geldformen im [[Geldbesitz]] bestimmt sind. [[Zwischenmenschliche Beziehungen]] verbrauchen sich gleichgültig wie Geld, sind [[Beziehungen]] im [[Gebrauchswert]] des [[Geldes]] (siehe hierzu [[fiktives Kapital]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dazwischensein]] ist etwas, das weder das Eine noch das Andere sein kann, in dem es dazwischen ist. Es ist also etwas, von dem in dieser [[Beziehung]] unentwegt abgesehen wird, weil es nicht so da ist, wie es der [[Umstände]] halber (siehe auch [[Lebensumstände]]) [[da sein]] müsste. Es ist die Form eines [[abwesenden]] [[Wesens]], die [[Form]] einer [[Isolation]], die nicht isoliert sein kann, weil sie ein [[Wesen]] hat, das [[abwesend]] ist. Es ist das [[Dasein]] einer [[Abstraktion]], die [[Wirklichkeit]] einer unmöglichen [[Beziehung]], einer [[widersinnigen]] [[Beziehung]], die nur durch ihre [[Abwesenheit]] sich erfüllen kann. Es ist die [[Form]] eines [[Seins]], das in seinem [[Dasein]] einen [[Doppelcharakter]] hat, das sich in zwei Existenzweisen verwirklicht, die sich nicht wirklich beziehen können (siehe hierzu [[Dialektik]]) und nur durch das [[Dazwischensein]] ihres aneinander relativierten [[Dasein]]s in [[Beziehung]] sind (siehe hierzu auch [[Tauschwert]]). Von daher ist das [[Dazwischensein]] ein wesentlicher [[Begriff]] für das [[Verständnis]] des [[widersprüchlichen]] [[Daseins]] eines [[Kulturbürgertums,]]das außer sich alle Äußerungen (siehe auch [[Tätigkeit]]) nur durch sich und für sich [[wahrnimmt]], sich in allem [[wahrhat]], was es in [[Wahrheit]] nicht [[wirklich]] sein kann. Es ist das [[Dasein]] einer [[unwirklichen]] [[Wahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschlichkeit]] ist von daher aber schon vor aller [[Erfahrung]] ein [[widersinniger]] [[Begriff]], denn Menschlichkeit kann es nicht zwischen Menschen, sondern nur durch sie geben. Auch können Menschen nicht als reine Individuen für sich existieren, sodass zwischen ihnen ein [[Raum]] verbleiben könnte, weil sie immer schon in gesellschaftlicher Bezogenheit existieren, daher sich einander auch in ihren [[Beziehungen]] schon [[ergänzen]], um als Menschen [[leben]] zu können. Im Zusammenwirken in den [[Verhältnissen]] ihrer [[Ergänzung]] bilden sie ihre [[Gesellschaft]] vermittels der [[Gegenstände]], die sie hierbei erzeugen und durch die sie ihre [[Bedürfnisse]] befriedigen, entwickeln und bereichern. Wo sich aber ihre [[Gesellschaft]] aufgehoben hat sind sie als Menschen nurmehr tatsächlich da als die menschliche [[Tatsache]] einer [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]], als das ihr verbliebene [[Material]] ihrer Verhältnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Material]] einer jeden menschlichen [[Geschichte]] kann aber nur natürlich sein, weil jedes [[Leben]] natürliche [[Materie]]enthält. Ganz gleich, ob die Menschen [[Gegenstände]] als [[Objekte]] ihres [[Lebens]] oder sich als [[Gattungswesen]] erzeugen, so erzeugen sie auch sich selbst. In ihren zwischenmenschlichen [[Verhältnissen]]. Sie können in diesen aber nur [[Subjekte]] ihrer [[Selbstbeziehung]] sein, die ihre [[Bedürfnisse]]. [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] durch sich. durch ihr persönlichen [[Verhalten]] zu einander so finden und [[empfinden]], wie sie ihnen [[gegeben]] erscheinen und sich [[ereignen]]. So wie die Menschen [[körperlich]] auch in ihrer [[isolierten]] Existenz für einander da sind, so sind sie dann auch tatsächlich gesellschaftlich verbunden, denn jeder [[Sinn]] ist nur durch seine [[Beziehung]] auf anderes, auf seinen [[Gegenstand]] wirklich sinnlich. Weil in einer [[Gesellschaft]], die vollständig aus solchen [[Beziehungen]] besteht, sich selbst als Produkt ihrer [[Beziehungen]] erscheinen, haben sie nurmehr durch sich auch den Stoff ihrer Verhältnisse, sich selbst als gesellschaftliche [[Objekte]] wahr, die sich ganz subjektiv in ihren Verhältnissen verhalten. Und weil die Menschen diese auch ganz [[körperlich]] für sich und durch sich selbst eingehen, haben sie durch ihr körperliches Dasein immer auch den [[Sinn]] ihrer menschlichen [[Beziehungen]] als [[Tatsache]] einer [[abstrakt menschlichen Sinnlichkeit]] für sich durch Andere wahr, als [[Beziehung]] ihrer [[selbst]] auf sich als Anderes seiner [[selbst]], als Mittel ihrer [[Selbstbezogenheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie die Menschen [[körperlich]] auch in ihrer [[isolierten]] Existenz für einander da sind, so sind sie auch [[tatsächlich]] gesellschaftlich verbunden, denn jeder [[Sinn]] ist nur durch seine Beziehung auf anderes, auf seinen [[Gegenstand]] wirklich sinnlich. Weil in einer Gesellschaft, die vollständig aus solchen Beziehungen besteht, gilt jeder Mensch als [[eine]] [[ausschließliche]] [[Persönlichkeit]] des [[zwischenmenschlichen]] [[Lebens]] und von daher dem anderen als sinnliche [[Bedingung]] seiner [[zwischenmenschlichen Beziehunge]]n [[erscheint]]., gilt ihm seine Körperform auch unmittelbar allgemein menschlich. In zwischenmenschlichen Verhältnissen gelten sich die Menschen daher als [[unmittelbar]] [[persönliche]] Partner in ihren gesellschaftlichen [[Beziehungen]], weil und sofern ihnen ihre [[Gesellschaft]] als die Tatsache einer bloßen [[Gemeinschaft]] [[erscheint]], - weil ihnen ihre gesellschaftliche [[Wirklichkeit]] [[substanziell]] [[gleichgültig]] sein kann, wenn sie ihre [[Lebensverhältnisse]] auf [[Geldbesitz]] gründen und hierdurch existieren können (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist dann dieses [[Verhältnis]] in seiner [[Zwischenmenschlichkeit]] die [[Elementarform]] einer [[Gesellschaft]] zwischen allem, was menschlich erscheint, eine [[zwischenmenschliche]] [[Gesellschaft]], - eine [[abstrakt menschliche Gesellschaft]], in der von allen [[Gewissheiten]] abgesehen wird, durch welche die Menschen sich erkennen und verkehren. die ihnen aber eine äußere [[Notwendigkeit]] ihres Verkehrs auferlegt, die der unbedingten Tatsache ihrer Verhältnisse entspringt und ihren als [[Lebenspflichtigkeiten]] zukommen, die ihre Entwertungsverhältnisse (siehe [[Negativverwertung]]) kompensieren müssen. Die Menschen können sich nicht mehr in ihrer unmittelbaren Beziehung als gesellschaftlichen Menschen erkennen, da sich in den zerteilten Sinnbezügen die [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] der [[zwischenmenschlichen Beziehunge]]n aus dem [[allgemeinen]] Verhalten der [[Selbstgefühle]] ergeben. So bleibt ihre [[körperliche]] [[Existenz]] als letztliche - weil [[allgemeinste]] - Erscheinungsform ihres [[Selbstwerts]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren zwischenmenschlichen Verhältnissen [[leiden]] sie nicht die [[Tätigkeit]] ihrer [[wirklichen]] [[Sinnbildung]] durch die [[Gegenstände]], die sie durch ihre gesellschaftliche [[Arbeit]] erzeugen, nicht gegenständlich. Um sich als Mensch zu finden und zu [[empfinden]] müssen sie sich darin leiden können,durch ihr wechselseitiges [[Leiden]], durch die [[Subjektivität]] ihrer [[Wahrnehmung]], durch ihre [[Selbstwahrnehmung]] verbunden sein. Weil sie diese in einer ungegenständlichen [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] für sich nötig haben, weil sie darin ihre [[Sache]] für sich als Wahrnehmung durch andere haben, wird ihre Lebensäußerung durch andere Menschen gegenständlich. Nicht was sie sachlich erzeugen und finden, indem sie diese für ihr [[Leben]] zu [[nutzen]] wissen, sondern was sie durch andere Menschen von sich [[empfinden]] und [[fühlen]], sind sie in der [[Subjektivität]] ihrer zwischenmenschlichen [[Wahrnehmung]] zugleich [[objektiv]] für einander. [[Zwischenmenschlich]] finden sie sich außer sich als Mensch, der nur [[Sinn]] für sich haben kann, weil und sofern ihm seine [[Sache]] [[gleichgültig]] geworden ist, keinen [[Sinn]] durch sie und für sie hat. Ihr [[kulturelles]] Verhältnis hat sich dann von ihrem [[wirtschaftlichen]], der [[Sinn]] vom [[Nutzen]] seiner [[Sache]] abgetrennt. Nicht was diese gesellschaftlich verbindet und worüber die Menschen sich außer sich auch [[gegenständlich]] finden und [[empfinden]], sondern was sie ganz ungegenständlich dadurch füreinander sind, dass sie sich selbst wie ein [[Gegenstand]] für andere verhalten, können sie auch nur durch die [[Ereignisse]] füreinander da sein, die sich in ihren [[Beziehungen]] ergeben und in denen sie ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] [[erleben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschliche Verhältnisse sind [[Lebensverhältnisse]] der [[bürgerlichen Kultur]], deren [[Elementarform]] sich darin durch ihre [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] [[gesellschaftlich]] verwirklicht. und worin der Sinnesreichtum ihrer [[Erkenntnisse]] an den Menschen selbst, also an und für sich durch die Verhältnisse ihrer [[Selbstwahrnehmung]] [[erscheint]] (siehe [[Sinnbildung]]). Durch einen [[verselbständigten]] [[Reichtum]] im [[Geldbesitz]] (siehe auch [[fiktives Kapital]]) [[getrennt]] von den [[wirtschaftlichen]] [[Verhältnissen]] der [[Realwirtschaft]] gelten sie wie [[selbstverständlich]] als allgemein menschliche [[Verhältnisse]] der [[Selbstwahrnehmung]], weil sie mit deren [[Verallgemeinerung]] zugleich in ihrer [[Allgemeinheit]] schon [[begriffen]], also [[wesentlich]] [[erkannt]] sein sollen. Doch in solchen Verhältnissen kann nur das [[Verhalten]] von Menschen [[zwischenmenschlich]] begriffen sein, denn in allgemein verstandenen menschlichen Verhältnissen zwischen den Menschen haben sie sich im anderen Menschen zum [[Gegenstand]] ihrer Lebensäußerungen, beziehen sich gegenständlich auf sich und ihre [[Sache]], sind sinnlich also hierüber immer schon durch ihre [[gesellschaftliche]] [[Wirklichkeit]] vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wirkliche]] [[Beziehungen]] der Menschen sind nicht zwischen ihnen, sondern durch sie in den [[Verhältnissen]] begründet, die sie als ihre [[geschichtlich]] gebildete [[gesellschaftliche]] Form ihres [[Lebens]] auch in [[gegenständlicher]] Form, also [[objektiv]] haben. Sie verhalten sich darin immer als sich [[ergänzende]] Menschen in ihrer [[Gesellschaft]] zueinander, zu sich wie zu ihren [[Gegenständen]], - aber nicht als bloßes Resultat einer objektiven [[Geschichte]] in einer objektiven Welt (siehe [[Determinismus]]) oder zwischen ihren Eigenwelten als [[Privatpersonen]], sondern immer zugleich als geschichtsbildende, sich menschlich wie sachlich gesellschaftlich äußernde und hierdurch vergegenständlichende [[Wesen]]. Sie [[erkennen]] einander als Menschen in einer [[Kultur]], in der ihre Lebensverhältnisse verwirklicht sind, als [[Sinn]] von einander und [[Sinn]] für einander, wie er ihrer bisherigen [[Sinnbildung]] entwachsen ist. Aber welche [[Wahrheit]] der [[Wahrnehmung]] soll sich zwischen ihnen in ihrer wechselseitigen [[Selbstwahrnehmung]] überhaupt verwirklichen können? Und was soll dazu ein eigenes Substantiv, nämlich der Begriff [[Zwischenmenschlichkeit]] aussagen? Was soll da noch zwischen ihnen sein, was hätte da noch einen Platz dazwischen, der für ihre [[Wahrnehmung]] [[substanziell]] wäre?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Gemeinschaften]], in denen [[Geldbesitz]] - [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] - das [[wesen]]tliche [[gesellschaftliches]] [[Verhältnis]] der Menschen [[bestimmt]], da ist ihre sachliche Beziehung [[allgemein]] gleich geltend, [[gleichgültig]] gegen ihre Entstehung. So wird hier auch die [[Sinnbildung]] der Menschen durch ihre [[Kultur]] in der [[Getrenntheit]] von ihrem gesellschaftlich tätigen [[Sinn]] für sich bestimmt. Weil sie sich darin nicht über ihre gegenständliche [[Tätigkeit]], ihre [[Arbeit]] mitteilen und vermitteln, besteht ihre [[Beziehung]] nur zwischen ihnen in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]], in der sie [[ausschließlich]] selbst als unmittelbarer [[Gegenstand]] ihrer [[Wahrnehmung]] für einander, für sich und unter sich erscheinen, als Menschen, die für einander [[da sein]] müssen, um ihr [[Leben]] als Mensch [[erkennen]] zu können, um sich als Mensch zu finden, sich durch andere also als Mensch zu [[empfinden]]. In zwischenmenschlichen Verhältnissen haben sie sich als [[Gegenstand]] ihres [[Selbsterlebens]] wahr, beziehen sich über ihre [[Selbstwahrnehmung]] aufeinander, durch sich selbst als [[Sinn]] für andere. Das setzt voraus, dass sie jenseits ihrer gegenständlichen gesellschaftlichen Verhältnisse über ihre [[Wahrnehmungen]] [[Sinn]] mitteilen und vermitteln können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zu einem gegenständlichen menschlichen [[Verhältnis]] beruht ihr [[zwischenmenschliches]] Verhältnis auf einer menschlichen [[Beziehung]], die sich [[unmittelbar]] zwischen den Menschen durch ein [[Verhalten]] ergibt, das sie für sich [[wahrnehmen]] und an sich [[wahrhaben]], soweit sie sich über ihren [[Geldbesitz]] als freie und gleiche [[Persönlichkeiten]] aneinander wenden können. Ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] stellt sich also als ein [[Verhältnis]] ihrer [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gleichheit]] dar, in der sie sich an und für sich nur als [[Gegenstand]] ihrer [[Wahrnehmung]] und also nur in ihrer Entgegensetzung [[erkennen]] können, weil sie keine [[gegenständliche]] [[Form]] ihrer [[Lebensäußerung]] finden und diese daher auch nicht [[empfinden]] können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschlichkeit]] ist an sich ein [[widersinniger]] Begriff, denn Menschlichkeit kann es nicht zwischen Menschen, sondern nur durch sie geben. Auch können Menschen nicht als reine Individuen für sich existieren, sodass zwischen ihnen ein Raum verbleiben könnte, weil sie immer schon in gesellschaftlicher Bezogenheit existieren, daher sich einander auch in ihren [[Beziehungen]] schon ergänzen, um als Menschen [[leben]] zu können. Die [[Beziehungen]] der Menschen sind also nicht zwischen ihnen, sondern durch sie in den [[Verhältnissen]] begründet, die sie als ihre [[geschichtlich]] gebildete [[gesellschaftliche]] Form ihres [[Lebens]] haben. Sie verhalten sich darin immer als sich darin [[ergänzende]] Menschen zueinander, zu sich wie zu ihren [[Gegenständen]], - aber nicht als bloßes Resultat einer objektiven Geschichte in einer objektiven Welt (siehe [[Determinismus]]) oder zwischen ihren Eigenwelten als [[Privatpersonen]], sondern immer zugleich als geschichtsbildende, sich menschlich wie sachlich gesellschaftlich äußernde und hierdurch vergegenständlichende [[Wesen]]. Wo ihnen aber ihre wirklichen [[Lebensverhältnisse]] [[entgegenständlicht]] werden (siehe [[Entfremdung]]), bleibt ihnen nur ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] als Art und Weise ihres Überlebens als Menschen, als Lebenskultur [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] jenseits der Gegenständlichkeit ihres [[Lebens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Kultur]], die sich in zwischenmenschlichen Verhältnissen bildet, besteht aus vielerlei [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]], die sich im [[Erleben]] zwischen den Menschen ergeben. Solche Wahrnehmungen reflektieren ihre [[Ereignisse]] so, wie sie schon vergehen, wo sie entstehen, wie sie enden, ohne etwas anderes zu hinterlassen, als den Moment der Wahrnehmung selbst, also nur darin fortbestehen, worin sie schon bei ihrer Entstehung vergehen und nur in der [[Form]] [[erinnert]] werden, wie sie vergangen sind. Sie beziehen sich auf keine [[Gegenstände]], sondern auf [[Ereignisse]], wie sie im bloßen [[Erleben]] stattfinden, ohne dass sie irgendeinen Zusammenhang erkennen lassen außer dem, was die [[Form]] dieser [[Verhältnisse]] ausmacht. Für sich mögen sie voller [[Gefühle]] sein, für andere haben sie [[Empfindungen]], die ihnen nicht unmittelbar entsprechen können, soweit sie sich nicht über einen gesellschaftlichen [[Gegenstand]] ins [[Verhältnis]] setzen und darin ihre wirkliche [[Beziehung]] erkennen. Lediglich in ihren [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] lässt sich [[erkennen]], was die Menschen in dieser [[Getrenntheit]] von einender durch ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] [[wahrhaben]], was sie im [[Sinn]] haben, was ihre [[Absichten]] sind, ohne dass sich ihr Sinn wirklich äußert, ihr Tun und Treiben kein gegenständliches [[Leben]], keine wirkliche [[Geschichte]] hinterlassen kann. Es ist, als ob die Menschen getrieben sind, für einen Sinn zu leben, der ihnen äußerlich und zwischenmenschlich zugleich ist, und der sie nicht inne halten lässt, weil er nicht wirklich inhaltlich da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genommen ist ein zwischenmenschliches Verhältnis im [[Wesentlichen]] ein [[Verhältnis]] eines vermenschlichten [[Nutzens]], worin die Menschen sich gegenseitig zum [[Gegenstand]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche Gegenständlichkeit und Vergegenständlichung[[abwesend]], ihnen entzogen ist, sie ihr Leben getrennt von dieser und gegen sie bilden und entwickeln. In diesen Verhältnissen jenseits ihrer gegenständlichen Welt verhalten sie sich zunächst scheinbar unmittelbar zueinander, soweit sich ihr [[Sinn]] füreinander in ihrer [[Menschenliebe]] zu einander gestaltet, wo sie Sinn füreinander bilden, den sie durch einander haben. Doch dieser Sinn setzt schon ihre gesellschaftliche Existenz voraus, in welcher er sich nur bilden kann, weil er von [[Natur]] aus [[gegenständlich]] ist. Von daher bleibt alle [[Erkenntnis]] weltlich, auch wenn sich die Menschen selbst zum unmittelbaren [[Gegenstand]] ihrer Erkenntnisse werden. In dieser Welt, worin es keine [[gesellschaftliche]] Gegenständlichkeit zu geben scheint, wird ihr Leben selbst zu einer Welt von [[Ereignissen]], in der sie vor allem sich selbst erleben, ihr [[Leben]] durch ihr [[Erleben]] vermitteln. Sofern sie sich hierbei zu einem wechselseitiges [[Mittel]] des [[Selbsterlebens]] werden, bildet sich ihr [[Lebensverhältnis]] durch die Vermittlung ihres sinnlichen [[Daseins]], also in ihrem Mittel sein füreinander, in der Verfügung über ihre [[Sinne]] und [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] in dem, was sie sinnlich durch einander von einander [[wahrhaben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlichkeit meint das, was zwischen den Menschen ist, also das In-allem-Sein, worin Menschen sich als das erscheinen, was an und in ihnen menschlich ist und geschieht. Doch alle menschlichen [[Beziehungen]] sind gesellschaftliche Beziehungen und gründen auf dem, was das [[Leben]] in ihrer [[Gesellschaft]] ausmacht, was sie darin bilden und bewirken und wodurch sie die [[Mittel]] ihres Lebens als [[Gegenstand]] und [[Sache]] erzeugen, haben, finden und[[empfinden]]. Weil ihr Leben immer gegenständlich ist, seine [[allgemeine]] wie einzelne [[Form]] auch außer sich menschliche [[Wirklichkeit]] hat, [[erscheint]] es auch in ihren zwischenmenschlichen Verhältnissen als [[Grund]] und [[Sinn]] ihrer Beziehungen, als Inhalt ihrer [[Kultur]], die für sie in diesem [[Verhältnis]] allerdings vor allem dazu [[nützt]], sich als Mensch in seiner [[Zwischenmenschlichkeit]] zu [[erleben]]. Darin sind die Menschen zwar auch unter sich wie z.B. im [[Verhältnis]] der [[Generationen]]. Aber im Unterschied zu ihren wirklich gesellschaftlichen [[Beziehungen]], die immer Subjekt-Objekt-Beziehungen sind, sind zwischenmenschliche Verhältnisse in dieser [[Nützlichkeit]] Objekt-Objekt-Beziehungen. Sie brauchen und nützen einander, um durch ihre [[Anwesenheit]] in [[Gemeinschaft]] zu sein, wo sie nicht [[gesellschaftlich]] sich verwirklichen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlich ist ein Mensch als Mensch mit Haut und Haar, mit Geist und Sinn, ohne seine Sinnlichkeit anders zu äußern als durch sich, durch seine Haut und durch sein Haar und durch seinen Geist und durch seinen Sinn. Er muss sich also selbst als [[Sinn]] in seinen [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] veräußern, und zugleich von deren Ursprung, von seiner gegenständlichen Beziehung absehen und sich in seiner Leiblichkeit und mit seinem [[Geist]] für andere verfügbar machen (siehe [[Einverleibung]]). Menschen fungieren unter dieser Bestimmung in ihren unmittelbaren [[Beziehungen]] und [[Verhältnissen]] als [[Personen]] so, wie sie sich menschlich erscheinen, wie sie also als purer Mensch füreinander da sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sie sind und was auch ihr organischer Lebensausdruck ist wird zum Mittel einer [[Selbstbeziehung]], wenn auch [[unbewusst]] für ihr [[Leben]], aber voller [[Absicht]], dieses durch diese [[Unmittelbarkeit]]zu nutzen. Und in diesem [[Nutzen]] wird es dann auch verbraucht, indem in der bloßen [[Anwesenheit]] von Menschen diese zur [[Selbstwahrnehmung]] vernutzt werden, ihre [[Sinnbildung]] zum [[Stoff]] Ihrer Selbstbildung dadurch wird, dass dieses [[Verhältnis]] deren [[Elementarform]] ist, die ihre eigentümliche [[Substanz]] ausmacht, die Lebensinhalte erbringt, die sie hierzu [[wahrhaben]]. Was Menschen sind und darin äußern dient daher im Grunde einer ihnen fremden Selbstbildung (siehe [[Selbstverwertung]]), einer Sinn[[bildung]], die ihr [[Subjekt]] außer sich hat, Menschen darin also füreinander bloße [[Objekte]] und damit für andere und schließlich auch für sich nur [[objektiv]] da sind. In dieser Objekt-Objekt-Beziehung handelt es sich um ein [[Dasein]] für andere, in welcher sich [[Selbstwert]] bildet, indem er die [[Selbstachtung]] der Beteiligten für sich aufzehrt, ihre [[Liebe]] für sich verbraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind also [[Verhältnisse]], worin sich Menschen aus Liebe so verhalten, wie diese ihnen nötig sind, und sie daher in ihren unmittelbaren [[Beziehungen]] und [[Verhältnissen]] als [[Personen]] so fungieren, wie sie sich menschlich erscheinen, wie sie also als purer Mensch Objekt füreinander da sind und worin sie ihre [[zwischenmenschliche Beziehungen]] verwirklichen. Und so finden sie in ihren zwischenmenschlichen Verhältnissen auch ihre Persönlichkeit, sich selbst als eine Besonderheit einer gemeinschaftliche [[Substanz]] ihres [[Lebens]] wieder, die ihnen in ihrem allgemeinen Menschsein zu [[eigen]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem sie diesem aber selbst nur als Träger, als Form dienen können, indem sie als leibhaftige Menschen sich im Einzelnen als Form des Menschseins schlechthin, als [[abstrakter Sinn]] ihres Verhältnisses sich im [[allgemeinen]] vermitteln, machen sie sich selbst zum Mittel eines allgemeinen Zwischenmenschen (siehe [[abstrakt Allgemeines]]) als Person eines Daseins zwischen den Menschen in einer Gesellschaft, in der sie selbst nur als leibhaftiger [[Widerspruch]] existieren können. Als Träger dieser Vermittlung sind sie daher auch gegen deren besondere Inhalte [[gleichgültig]] und so ist die [[Form]] ihres [[Lebens]] hieraus [[bestimmt]][[.]] In dieser [[Formbestimmung]] jedoch müssen sie das, was sie sind, zugleich zum Material ihrer [[Wirklichkeit]] machen und sich in dieser auch [[wirklich]] [[erleben]] können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es erscheint dies als ein Verhältnis von Mensch zu Mensch, also als ein Verhältnis, worin sich die Menschen unmittelbar gegenüberstehen, sich also ohne [[Mittel]] begegnen. Doch als solche Menschen wären sie voraussetzungslos, also ohne jede Lebensgrundlage außer ihrer [[persönlichen]] [[Gegenwärtigkeit]]. Es wäre dies ein ungegenständliches Verhältnis eines unbedingten, also bedingungslosen Verhaltens ohne wirklichen [[Sinn]]. In Gesellschaft würden die Menschen keinen [[Sinn bilden]] und sich nur in dem aufeinander beziehen, als was sie sich [[wahrnehmen]], was sie an [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] schon erworben hatten und haben und womit sie sich äußern, ohne dass ihre [[Äußerung]] selbst zum [[Gegenstand]] des Verhaltens werden müsste, sich also in diesem Verhältnis gar nicht vermitteln könnte. Dies würde vollständig durch sich bestimmte, also autonome Individualwesen unterstellen, die allerdings keinen wirklichen [[Grund]] mehr haben, sich mitzuteilen.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch solche Verhältnisse, wie es sie für die bloße [[Wahrnehmung]] geben mag, kann es in [[Wirklichkeit]] nur unter der Bedingung geben, dass sie ihr [[Leben]] als das [[wahrhaben]], was selbst schon in seinen [[Bedingungen]] [[gegeben]] und geregelt ist und nur durch bloße zwischenmenschliche [[Anwesenheit]] getragen, bloß [[erlebt]] wird. Die [[zwischenmenschliche Beziehung]] in diesem Verhältnis setzt daher eine den Menschen äußere Gesellschaft voraus, die sie selbst nicht mehr bilden müssen - und auch in dieser Form nicht bilden können. Als [[Subjekte]] einer solchen [[Gesellschaft]] sind sie also unmittelbar auch schon deren [[Objekte]], unmittelbar dadurch vermittelt, dass sie füreinander sowohl Subjekt und Objekt, mal das eine und mal das andere und alles wechselseitig sein müssen. Sie sind sich Mittel und Zweck ihres Verhältnisses in einem, das von daher [[gleichgültig]] gegen seine [[Inhalt]] sein muss und das nur dadurch existieren kann, dass sie über die Mittel ihrer wirklichen Gesellschaft, also über [[Geld]], frei verfügen und dieses also auch schon [[besitzen]] und ihr zwischenmenschliches Verhältnis eben vor allem dadurch haben und eingehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein Verhältnis, in welchem sie sich im [[Allgemeinen]] [[objektiv]], im einzelnen [[subjektiv]] als Mensch, als [[Persönlichkeit]] ihres einzelnen [[Daseins]] erscheinen, [[gleichgültig]], was sie von einander, zu einander und für einander vergegenständlichen, als [[Gegenstand]] ihres [[Lebens]] [[wahrnehmen]], weil sie sich in ihrer bloßen [[Anwesenheit]] als Mensch [[gesellschaftlich]] [[wahrhaben]]. Es gründet darauf, dass ihre gesellschaftliche [[Beziehung]] gleichgültig ist und sie sich als bloße Individuen ihrer [[Privatheit]] vergesellschaften. Dies ist nur möglich, wenn ihr wirkliches gesellschaftliches Verhältnis selbst schon außer ihnen existiert, wo also [[Geld]] schon als allgemeine Lebensbasis herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschliche [[Lebensverhältnisse]] gründen immer auf dem Verhalten der Menschen zu Menschen, sind also immer [[gesellschaftlich]] als Äußerungen ihres Menschseins gegenwärtiges Verhalten ihres [[gegenständlichen]] Seins, sind also immer gesellschaftliche Verhältnisse ihrer Existenz als Form ihrer [[Natur]], ihres [[Stoffwechsels,]] ihrer [[Wirtschaft]] und ihrer [[Kultur]]. Zwischen den Menschen aber erscheint alles unmittelbar menschlich, weil die [[Anwesenheit]] von Menschen [[Gesellschaft]] ersetzen kann, sie in der [[Gemeinschaft]] mit Menschen als etwas gänzlich Äußerliches sein lässt, als eine ihnen fremde [[Beziehung]], in der sie zwischen den Menschen immerhin &#039;&#039;unter sich&#039;&#039; fühlen können, ohne sich [[wirklich]] gesellschaftlich zu verhalten. In ihrer Gemeinschaft, Gemeinde, Familie, Verein usw. ist unter dieser [[Bestimmung]] das bloße Dabeisein die hierfür hinreichende [[Form]], weil diese sich nur aus der [[Negation]] von wirklicher Gesellschaft bestimmt. In dieser [[Formbestimmung]] ist daher alleine der Gewinn von [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] durch den Verlust an gesellschaftlicher [[Wirklichkeit]] maßgeblich. Und das macht die [[Selbstwahrnehmung]] darin aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen in zwischenmenschlichen Verhältnissen macht ihre [[Erkenntnis]]vermögen zur Lebensform füreinander. Darin bilden sich [[Gefühle]] aus, mit der sie sich wechselseitig beseelen und ihre [[Sinne]] austauschen, während die Menschen durch einen Sinn ihrer [[Gegenstände]] existieren, der darin vorausgesetzt und zugleich [[ausgeschlossen]] ist, als vorausgesetzte Tätigkeit lediglich die Existenzform dieser Verhältnisse bewahrt und daher für die Wahrnehmung [[formbestimmend]] ist. Und in der Trennung von ihrer Entstehung und [[Empfindung]] erscheint die Wahrnehmung daher untätig. Wiewohl die Menschen darin sinnlich sind, gehen sie in der Absehung von ihrem wirklichen Sinn auf (siehe [[Abstraktion]]). In der [[Wahrnehmung]] verwirklicht sich die aufgehobene Tätigkeit als [[Negation]] ihrer [[Erkenntnis]]: Als Selbstbestätigung, in der sich ein Sinn für sich verwirklicht, der für das, was er [[wahrhat]] unsinnig ist. In ihren Selbstgefühlen [[entäußern]] die Menschen die Sinnlichkeit ihrer Erkenntnis zu einem gemeinen Sinn, durch den sie füreinander sinnlich sind. Hierdurch haben sie eine Sinnesgemeinschaft außer sich als [[abstrakten Sinn]] und sich als äußeres [[Mittel]] ihres Verhältnisses in der [[Anwesenheit]] ihrer Sinne. Ihr seelisches Verhältnis entwickelt dieses gegen die Wahrheit ihres Erkenntnisprozesses. Von da her steht deren Sinn im Gegensatz zu jeder [[seel]]ischen [[Absicht]], die sich seiner als [[Psyche]] bedient und ihn vernutzt (siehe auch [[Einverleibung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zwischenmenschlichen Verhältnissen können die Menschen nur [[Sinn bilden]], wo sie ihr Leben selbst zum [[Gegenstand]] haben, wo sie sich also [[erleben]]. Aber darin können sie nicht wirkliche [[Subjekte]] ihres [[Lebens]] sein, weil sie sich darin nur vergangenes Leben aneignen, sich in [[Wahrheit]] zueinander gegenstandslos verhalten, also kein [[Wesen]] außer sich haben und daher unwesentlich füreinander sind. Wo sie sich selbst zum [[Gegenstand]] ihrer zwischenmenschlichen Lebensverhältnisse machen, benutzen sie ihre menschliche [[Natur]] objektiv und verleiben sich darin eine [[Gegenwart]] ein, die sie nicht gestalten können, die aber sehr wohl ihr [[Leben]] in der Form ihrer [[Anwesenheit]] gestaltet. So [[subjektiv]] sie sich darin fühlen, so [[objektiv]] ist hiergegen ihr wirkliches gesellschaftliches Verhältnis, in welchem die [[Abwesenheit]] eines menschlichen Wesens beängstigen muss. Ihr zwischenmenschliches Verhältnis vollzieht sich darin dadurch, dass sie sich in ihren [[Erlebnissen]] gegenseitig verbrauchen, ihre [[Sinne]] konsumieren und also sich entgegenständlichen, während sie sich selbst in ihrer wechselseitigen [[Einverleibung]] [[vergegenwärtigen]]. Ihre [[Entgegenständlichung]] widerfährt ihnen als ihre [[Entgegenwärtigung]], als Objektivierung ihrer sinnlichen Beziehungen (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) und von daher ihrem [[Wesen]] nach im Prozess einer [[Selbstentfremdung]], die sich als [[formbestimmte]] [[Sinnbildung]] entfaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschliche Verhältnisse sind [[zwischenmenschliche Beziehungen]], die sich selbst zur [[Gesellschaft]] geworden sind, weil und sofern sich darin die Menschen im Verhalten ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] unmittelbar und zugleich im Sinn einer [[abstrakten Allgemeinheit]] ihrer [[Natur]] vermitteln, [[Gegenstand]] und [[Mittel]] ihres [[Lebens]] jenseits einer gegenständlichen Welt geworden sind, zu der sie getrieben sind (siehe [[Trieb]]), weil diese ihnen die [[Werte]] verschafft (siehe [[Selbstwert]]), die ihre wirkliche [[Gesellschaft]] ihnen entzieht (siehe auch [[Dienstleistungsgesellschaft]]). Während sie die Produkte einer ihnen fremden Gesellschaft erzeugen und konsumieren und diese als ihren existenziellen Lebensgrund [[wahrhaben]], gelten sie sich nur in dem [[Gefühl]], das sie durch andere für sich haben - in ihrem [[Selbstgefühl]] - als Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies verlangt, dass sie sich wechselseitig als Mensch zwischen Menschen für ihre Gefühle zu Diensten sind. Sie sind sich daher unmittelbar nicht nur Gegenstand sondern auch [[Lebensmittel]]: Ein jeder dient dem anderen, um sich selbst zu dienen, um Leben zu haben, das durch andere ist, sich ein Leben einzuverleiben, dass sie nicht wirklich [[wahrnehmen]], in [[Wirklichkeit]] aber wahrhaben, was sie nicht [[wirklich]] sind. Ein Mensch, der [[Mittel]] eines anderen ist, kann sich selbst nur in der [[Negation]] seines Mittel-Seins vermitteln. Er produziert sein Leben als Leben für ein Verhältnis, in welchem es konsumiert wird. Es ist Leben, das dem [[Erleben]] dient, zur Erzeugung von [[Reizen]], durch die es [[Regungen]] erzeugt und [[Erregungen]] verschafft und schließlich als verausgabtes Leben [[einverleibt]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher verhalten sich die Menschen in zwischenmenschlichen Verhältnissen zu einander doppelt, indem sie sich in der Abgrenzung von anderen durch einander vermitteln und sie zugleich für ihre [[Selbstwahrnehmung]] nutzen. Sie schöpfen ihre Lebenskräfte aus dem [[Leben]], das sie durch andere haben und bilden sich dadurch, dass sie sich gegen ihre zwischenmenschliche Bezogenheit abgrenzen. Sie nutzen ihre Lebenskräfte, ihre [[Sinne]] und ihren [[Geist]], um durch einander ihr Leben zu gewinnen, das ohne einander sinnlos und geistlos erscheint und erfahren sich geistig wie sinnlich nur vollkommen in der Beziehung auf andere, wenn und solange sie sich von ihnen abstoßen. Im Verlauf ihrer Anziehung und Abstoßung, in ihrer körperlichen [[Anwesenheit]] und [[Abwesenheit]] gründen die [[Geschichten]] ihrer Kultur. Was hierbei in Wahrheit ausgegrenzt wird, bestimmt solche Beziehungen, ohne das dies wirklich wahrgenommen wird. In den [[Gefühlen]] allein wird es in der Trennung von den [[Empfindungen]] als innere [[Wahrheit]] [[wahrgehabt]] (siehe z.B. [[Liebe]], [[Hörigkeit]], [[Selbstwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zwischenmenschlichen Verhältnissen sind sich die Menschen selbst [[Mittel]] ihrer [[Geschichte]] und geraten in solcher Vermittlung in einen [[Widerspruch]] mit sich selbst: Als Mittel für andere haben sie sich anders wahr, wie sie andere für sich [[wahrhaben]]. Von daher ist auch ihre [[Wahrnehmung]] und ihre [[Selbstwahrnehmung]] getrennt: Wie die Menschen sich in zwischenmenschlichen Verhältnissen wahrnehmen, so haben sie sich nicht wahr und wie sie sich wahrhaben, so nehmen sie sich nicht wahr. Ihre Wahrnehmung selbst ist getrennt in die Selbständigkeiten von [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]]. Indem sie ihren [[Sinn]] füreinander als Mittel haben, hat ihr Leben allgemein in diesen [[Verhältnissen]] keinen gegenständlichen, sondern einen [[abstrakt menschlichen Sinn]], der sich nur im Aufgehen und Verschwinden von Sinn realisiert, als Momente von Liebe, die beständig nach Sinn sucht und in ihrem Schmerz sich verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ganzes Lebensverhältnis ist dies die bürgerliche Kultur, in der sich die Menschen im [[Prinzip]] der [[Nützlichkeit]] aufeinander beziehen und füreinander Lebensumstände sind (siehe [[Logik der Kultur]]), als die sie sich [[haben]] müssen. Unter diesem Prinzip [[besitzen]] sich die Menschen selbst wie [[Sachen]]. Was die [[Widersprüche]] in den [[Erkenntnissen]] und [[Selbsterkenntnissen]] der [[Bürger]] ausmacht und ihre Seele und deren [[Absichten]] begründet, das ist die [[abstrakte]] [[Identität]], welche diese Kultur bietet und erzeugt, sowohl sinnlich durch die zwischenmenschlichen Verhältnisse, als auch [[ideell]], durch die Verstandesformen (siehe z.B. [[Psychologie]]). Als Regulativ des [[Bewusstseins]] dient hierfür vor allem die [[Ideologie]] der Zwischenmenschlichkeit, die wie ein allgemeines Menschenrecht allseitig maßstäblich wird - auch dort, wo [[Kultur]] nicht zwischenmenschlich ist (siehe hierzu [[Kulturkampf]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Verhältnisse sind allgemein nur [[wirklich]] innerhalb einer [[Dienstleistungsgesellschaft]]. Nur dort können sie sich vollständig als Träger ihrer Dienstbarkeit fühlen und verstehen - wenn auch wesentlich nur in der Vermittlung von [[Kapital]] und [[Geld]].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=X_repressivetoleranz&amp;diff=11350</id>
		<title>X repressivetoleranz</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Nachdem unsre tapfern Empörer sich zu einem Verein, einer Sozietät, formiert und in dieser Gestalt sich ein Stück Land erobert haben, macht sich diese sociéte, diese moralische Person, zur Eigentümerin. Damit man dies ja nicht mißverstehe, wird gleich darauf gesagt, daß diese Sozietät den Einzelnen vom Eigentum ausschließt, ihm vielleicht nur ein Stück davon verpachtet, zu Lohn gibt. Auf diese Weise eignet Sankt Sancho sich und seinem Verein seine Vorstellung vom Kommunismus an. [[(MEW 3, Seite 373 f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Verein ist eine &#039;&#039;juristische Person&#039;&#039;, die einen [[Zweck]] verfolgt, dem sich mehrere einzelne [[Personen]] aus freien Stücken anschließen, weil sich darin der Mangel an Verwirklichung ihrer einzelnen Zwecke in einem Gesamtzweck [[aufheben]] lässt (siehe [[Masse]]). Dieser wird damit aber [[bestimmend]] über die einzelnen und erwirkt eine [[Macht]], von der sie ganz aus der Borniertheit ihrer privaten Zweckhaftigkeit heraus abhängig sind. Ihr [[Gemeinsinn]] ist daher ein zur allgemeinen [[Selbstverständlichkeit]] gebrachter [[Eigensinn]], der zu einem [[allgemeinen]] Zweck geworden ist, den er in [[Gemeinschaft]] haben kann, nicht aber im Einzelnen haben muss, von diesem also [[abstrahiert]] und daher ein [[abstrakt Allgemeines]] sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein ist eine [[moralische]] Person, weil er einen Zweck für viele versammelt, und kann von daher auch das Tun der einzelnen bestimmen, ist selbst schon eine politische [[Formbestimmung]] des Vereinszwecks. Dem widerspricht jede [[Freiheit]] der [[Selbstverwirklichung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezieht sich auf diesen [[Widerspruch]], indem er durch ihn die notwedige Überwindung der scheinbaren Freiwilligkeit eines Vereins mit dem Verein freier Menschen in Beziehung setzt und daran zeigt, dass eine [[wirkliche]], also wirksame Vereinigung von Menschen von ihrer wirklichen Freiheit abhängig sein muss, nicht von dem Zusammenschluss, Abschluss und [[Ausschluss]] individueller Existenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx sprach von einem &#039;&#039;[[Verein freier Menschen]]&#039;&#039;, die dadurch frei sind, dass sie über das verfügen können, was sie erzeugt haben, was also ihre [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] als Produkte darstellt und als [[Gegenstand]] menschlicher [[Bedürfnisse]] auf sie zurückkommt. Dies ist letztlich das &#039;&#039;Zusichkommen&#039;&#039; des Menschen durch den Genuss seiner Arbeit in den [[Gegenständen]] seines [[Lebens]], welches dem Menschen [[subjektiv]] wie [[objektiv]] eigentümlich ist als individuelles wie gesellschaftliches [[Eigentum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rede von einem &#039;&#039;Verein freier Menschen&#039;&#039; ist immer nur in einer [[Vorstellung]] gemeint, die keine fixe [[Bedeutung]] haben kann. Es ist die Vorstellung von einem gesellschaftlichen Wesen, welches sich nicht im Widerspruch zum einzelnen Menschen verhält, nicht als [[Geld]], nicht als Staat und nicht als [[Kapital]]. In der Verwendung bei [[Marx]] ging es weder um einen [[Staat]], noch um eine [[Gemeinschaft]] als solche, auch wenn das mit dem Begriff Verein manchem naheliegend erscheinen kann. Es ging um die bloße [[Vorstellung]] von einem [[Leben]] in einer anderen [[Gesellschaft]], eine anderen [[Form]] des Zusammenkommens von Menschen, die hierbei nicht in einer gesellschaftlichen Dimension reflektiert ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>X liquiddemocracy</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Rätedemokratie meint ein einfaches Prinzip, über das sich u.a. einige Naturvölkern in ihrem Stammeswesen, vor allem aber bisherige sozialistische Gesellschaften organisiert haben. Allgemein grundlegend ist, dass bestimmte Gruppen von Menschen gewählte Räte in ein Gremium entsenden, das einer „höheren“ Organisationseinheit angehört. Sie wählen z.B. Dorfräte, Dorfräte wählen Kreisräte, Kreisräte wählen Regionalräte, und so geht es weiter bis zu den höchsten Entscheidungsgremien. Auch eine eine Mischung aus subsidiarer und direkter Demokratie von ganz unten bis ganz oben kann damit gemeint sein. Letztendlich meint Rätedemokratie heute die [[qualifizierte Delegation]] einer Auseinandersetzung an besonders befähigte Menschen, Einrichtungen oder Ausschüsse, die ihre Positionen nicht persönlich, sondern auftragsgemäß umsetzen, so auseinandersetzen, dass sie deren Resultate auch rückvermitteln können. Meist sind sie dabei auch ermächtigt, Beschlüsse zu fassen und Entscheidungen zu treffen, die erst in der Rückvermittlung von ihren Auftraggebern, ihren Wählern beurteilt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rätedemokratie ist also im Wesentlichen eine Form von [[Demokratie]], die konsequent von „unten“ nach „oben“ funktionieren soll, nicht ohne sich mit den wisenschaftlichen Kompetenzen der Wirtschaft auf allgemeinerer Ebene zu beraten und deren Resultate, dann auch wieder &#039;&#039;nach unten&#039;&#039; über diesselben Räte zu vermitteln sind. Wesentlich ist, dass sich solche Demokratie in direkter Beziehung zu den wirklichen politischen Entscheidungen einer Bevölkerung steht und nicht über Personen nur repräsentiert wird (siehe [[repräsentative Demokratie]]), die sich wiederum aus eigenem [[Interesse]] aus ihrem Dasein als politische [[Klasse]] willkürlich oder &#039;&#039;frei nach ihrem Gewissen&#039;&#039; verhalten können. Wichtig dabei ist also ein qualifiziertes Stimmrecht als „imperative Mandat“, d.h. die Räte tragen im Rat nicht ihre eigene [[Meinung]] vor, sondern geben getreulich die Meinung der Menschen wider, von denen sie gewählt wurden, die sich aber hierbei zu einer Beziehung auf die [[Allgemeinheit]] über das bloß Meine emanzipiert. Und sie stimmen auch in deren Sinne ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Räte sind immer nur ihrer Basis unmittelbar, also direkt verantwortlich, an deren Weisungen gebunden und jederzeit abrufbar. Ohne die Bindung an die realen Lebenszusammenhänge kann sich allerdings eine solche Demokratieform ebenso leicht verselbständgen, wie die [[repräsentative Demokratie]], denn bloße Meinungsbildung ohne Rückvermittlung des Gemeinten durch das [[Allgemeine]] eines [[Gemeinwesens]] gerät leicht in ein populistisches Fahrwasser. Eine Kontrolle des politischen Systems jenseits der [[populistischen]] Mandatierung gab es z.B. bei der &#039;&#039;realsozialistischen&#039;&#039; Rätedemokratie noch nicht. Von daher wurde dem Verallgemeinerungsprozess von politischen Entscheidungen ohne Rückmeldung durch vorhandene [[Allgemeinheiten]] vertraut, die sich durch die theoretische Schematisierung von &#039;&#039;sozialistischer Politik&#039;&#039; ergaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das System der Delegierung setzte sich im sogenannten &#039;&#039;Realsozialismus&#039;&#039;, also dem Staatssozialismus, ungebrochen bis zum Zentralrat auf staatlicher Ebene fort. Die Wahlvorgänge geschahen somit zwar angeblich von unten nach oben, wurden oben aber letztlich an der Doktrin einer &#039;&#039;Einheitspartei&#039;&#039; ausgerichtet, deren Entscheidungsebenen lediglich an Verwaltungsebenen gebunden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zu klassischen Demokratiemodellen nach Locke und Montesquieu gab in den bisherigen Staatsmodellen der Rätedemokratie keine Gewaltenteilung, wie es für eine im Staat verselbständigte Regierungsgewalt nötig wäre, um diese überhaupt als Teil eines Rechtsssystems zu halten. Bleibt die Frage, ob diese mit einer Gewaltenteilung zu ergänzen und also auch zu vereinbaren ist, also ob sich ein konsquentes Rätesystem überhaupt mit einem Staatsmodell verträgt, oder ob es nur die Gesellschaftsform eines offenen Kommunalsystems sein kann, das keine hochgeordnete Regierungsgewalt anerkennt (siehe [[Internationale Kommunalwirtschaft]]).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Wissenschaft_Teil1&amp;diff=11348</id>
		<title>Wissenschaft Teil1</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Produktion der Ideen, Vorstellungen, des Bewusstseins ist zunächst unmittelbar verflochten in die materielle Tätigkeit und den materiellen Verkehr der Menschen, ist Sprache des wirklichen Lebens. Das Vorstellen, Denken, der geistige Verkehr der Menschen erscheinen hier noch als direkter Ausfluss ihres materiellen Verhaltens. Von der geistigen Produktion, wie sie in der Sprache der Politik, der Gesetze, der Moral, der Religion, Metaphysik usw. eines Volkes sich darstellt, gilt dasselbe. Die Menschen sind die Produzenten ihrer Vorstellungen, Ideen usw., aber die wirklichen, wirkenden Menschen, wie sie bedingt sind durch eine bestimmte Entwicklung ihrer Produktivkräfte und des denselben entsprechenden Verkehrs bis zu seinen weitesten Formationen hinauf. Das Bewußtsein kann nie etwas Andres sein als das bewußte Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozeß. Wenn in der ganzen Ideologie die Menschen und ihre Verhältnisse wie in einer Camera obscura auf den Kopf gestellt erscheinen, so geht dies Phänomen ebensosehr aus ihrem historischen Lebensprozeß hervor, wie die Umdrehung der Gegenstände auf der Netzhaut aus ihrem unmittelbar physischen. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Auch die Nebelbildungen im Gehirn der Menschen sind notwendige Sublimate ihres materiellen, empirisch konstatierbaren und an materielle Voraussetzungen geknüpften Lebensprozesses. [[(MEW 3, S. 26 f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideologie ist die [[Verselbständigung]] einer [[Idealisierung]]. Sie betreibt die [[Logik]] einer [[Idee]], wie sie sich unmittelbar schon der Anschauung entnehmen und verstehen lässt. Es ist der [[Verstand]], der sich unmittelbar auf die [[Gegebenheiten]] so bezieht, wie sie [[allgemein]] zu verstehen sind, weil sie allgemein als [[gegeben]] [[erscheinen]]. Von daher sollte nach Hegel die [[Vernunft]] die Einseitigkeit des Verstehens verneinen, sich dem [[Verstand]] einer [[Gedankenabstraktion]]entgegensetzen. Deren Begrenztheit besteht aus der Spekulation auf eine höhere Stufe der Entwicklung zu einer absoluten [[Vernunft]], mit der letztlich ein [[identitäres Denken]] angelegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Spekulative oder Positiv-Vernünftige fasst die Einheit der Bestimmungen in ihrer Entgegensetzung auf, das Affirmative, das in ihrer Auflösung und ihrem Übergehen enthalten ist. (G. W. F. Hegel: Enzyklopädie, § 82.)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade dieses &#039;&#039;Positiv-Vernünftige&#039;&#039; ist allerdings die Grundlage einer jeden [[Ideologie]], da es die [[Gegebenheiten]] schon durch sich selbst, also an und für sich vernünftig scheinen lässt, sich ihrem [[notwendigen Schein]] kritiklos überlässt. Sie will vernünftig sein, indem sie [[Vorstellungen]] und [[Sehnsüchte]] in Vernunft kleidet. So sind z.B. [[Freiheit]] und [[Gleichheit]] aller Menschen und deren [[Solidarität]] zwar nette [[Abstraktionen]], schöne [[Vorstellungen]] und ihre Verwirklichung mag daher auch als das Regulativ ihrer Verhältnisse als [[vernünftig]] erscheinen (siehe hierzu auch den [[Kategorischen Imperativ]]). Aber eine [[Freiheit]], die als nicht Befreiung, als [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] herausgestellt ist, eine [[Gleichheit]], die nicht als [[Kritik]] des Vergleichens, der [[Gleichgültigkeit]] gegen die [[Konkurrenz]] [[begriffen]] wird, und eine [[Solidarität]], die nicht im Interesse der Verbundenheit eigener Lebenskräfte verstanden wird, entwickelt sich notwendig als bloße [[Idee]], die der Analyse des [[wirklichen]] [[Seins]], der Wirklichkeit des Lebens ihre [[Kritik]] entwirklicht, die sie begründet hatte, sich also zum Gegenteil ihrer Verwirklichung [[verkehrt]]. Im Grunde vollziehen diese [[Gedankenabstraktionen]] dabei einen [[idealisierten]] [[Widersinn]] der [[Verhältnisse]], der sich in solchen nur [[moralisierenden]] [[Vorstellungen]] nur reproduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wir haben gezeigt daß die Verselbständigung der Gedanken &amp;amp; Ideen eine Folge der Verselbständigung der persönlichen Verhältnisse &amp;amp; Beziehungen der Individuen ist. Wir haben gezeigt daß die ausschließliche systematische Beschäftigung mit diesen Gedanken von Seiten der Ideologen &amp;amp; Philosophen &amp;amp; damit die Systematisirung dieser Gedanken eine Folge der Teilung der Arbeit ist, &amp;amp; namentlich die deutsche Philosophie eine Folge der deutschen kleinbürgerlichen Verhältnisse. [[(MEW 3,504, 32)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte daher - etwas verkürzt - sagen, dass Ideologie nichts anderes als [[Positivismus]] schlechthin ist. &#039;&#039;Think positiv&#039;&#039; und meide das Negative. Suche das für dich förderlich [[Scheinende]], das [[Ideale]] aus seinem [[zufälligen]] [[Erscheinen]] und nicht aus seinen wirklichen Zusammenhängen, nicht das, was damit im [[Allgemeinen]] sich wirklich bildet und entwickelt. Deine [[Isolation]] in einer nur [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]] bekommt damit immerhin einen &#039;&#039;höheren Sinn und Zweck&#039;&#039;, den du nicht begreifen musst, weil alles so ist, wie es dir scheint und schon von daher in einem hohen Sinn des [[Daseins]] zweckvoll ist. Marx hatte das als [[Selbstbewusstsein]] des &#039;&#039;reinen Individuums&#039;&#039; beschrieben, das immer wieder den Teil eines [[isolierten]] [[Bewusstseins]] je nach [[zufälligem]] [[Nutzen]] aufblendet, um in der [[Teilung der Arbeit]] zu verharren und ein [[allgemeines]], also [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber - gewollt oder ungewollt, immer aber irgendwie [[beabsichtigt]] - zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Individuen gingen immer von sich aus, natürlich aber von sich innerhalb ihrer gegebenen historischen Bedingungen und Verhältnisse, nicht vom reinen Individuum im Sinne der Ideologen. Aber im Lauf der historischen Entwicklung und gerade durch die innerhalb der Teilung der Arbeit unvermeidliche Verselbständigung der gesellschaftlichen Verhältnisse tritt ein Unterschied heraus zwischen dem Leben jedes Individuums, soweit es persönlich ist und insofern es unter irgendeinen Zweig der Arbeit und die dazugehörigen Bedingungen subsumiert ist. ... Im Stand (mehr noch im Stamm) ist dies noch verdeckt, z.B. ein Adliger bleibt stets ein Adliger, ein Roturier &amp;lt;Nichtadliger, Bürgerlicher&amp;gt; stets ein Roturier, abgesehn von seinen sonstigen Verhältnissen, eine von seiner Individualität unzertrennliche Qualität. Der Unterschied des persönlichen Individuums gegen das Klassenindividuum, die Zufälligkeit der Lebensbedingungen für das In[dividuum] tritt erst mit dem Auftreten der Klasse [ein], die selbst ein Produkt der Bourgeoisie ist. Die Konkurrenz und der Kampf [der] Individuen untereinander erz[eugt und en]twickelt erst diese Zufälligkeit als solche. In der Vorstellung sind daher die Individuen unter der Bourgeoisieherrschaft freier als früher, weil ihnen ihre Lebensbedingungen zufällig sind; in der Wirklichkeit sind sie natürlich unfreier, weil mehr unter sachliche Gewalt subsumiert. [[(MEW 3,75f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist [[Ideologie]] ja auch in der Tat der adäquate Ausdruck [[verkehrter]] Verhältnisse, die noch nicht auf ihren [[Begriff]] gebracht und von daher für die Menschen in ihrer [[Unwirklichkeit]] noch nicht [[wirklich]] [[erkannt]] sind, also grundlos [[erscheinen]] können, auch wenn sie in in der [[Form]] ihrer [[Verhältnissen]] das Gegenteil ihrer [[Inhalte]] bewirken, sich [[verkehren]] und als falsch erweisen (siehe [[Dialektik]] der [[Formbestimmung]]). Im Unterschied zu [[Religion]] oder [[Kultur]] ist Ideologie von da her ein &#039;&#039;notwendig falsches Bewusstsein&#039;&#039;, ein [[Wissen]] ohne wirkliches [[Sein]] - doch not-wendig, wo Wissen not tut und nicht gebildet ist, weil die [[Erkenntnis]] der [[Entfremdung]] fremd geblieben ist. Ideologie ist so [[verkehrt]], wie es die Verhältnisse sind (siehe [[Warenfetischismus]]), die sie ideal versteht, weil sie in einem unmittelbaren Zusammenhang zu ihrem Grund steht, zur [[Verkehrung]] der Lebensverhältnisse der Menschen zu einem Schein von [[Leben]], den sie idealisiert (siehe auch [[Scheinwelt]]). Sie ist eine positive [[Philsosophie]], eine [[Theorie]] des [[Seins]], die ihm eine [[Idee]] zugrunde legt, die darin sich verwirklichen solle. Eine solche [[Theorie]] lebt von der Bescheidenheit, in allem das [[Gute]] zu finden, in dem, als was es [[allgemein]] durch seine innere [[Notwendigkeit]] erscheinen muss (siehe [[notwendiger Schein]]) zugleich ein idealiertes [[Wesen]] für sich zu finden, darin zu [[empfinden]], was der [[Selbstwahrnehmung]] die Güte eines besseren [[Bewusstseins]] verleihen könnte (siehe auch [[Selbstveredelung]]), als wäre sie einer [[Gewissheit]] und also einem Wissen zu entnehmen wie der Geist aus einer Flasche der gesellschaftlichen Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Ideologie ist nicht nur [[Vorstellung]], sondern das [[Bewusstsein]] einer [[Allgemeinheit]], die so nicht wahr ist, wie sie idealisiert werden kann, auch wenn darin wahr sein kann, welche [[Idee]] darin zu entdecken wäre (vergleiche [[Freiheit]], [[Gleichheit]], [[Solidarität]]). Doch Ideen sind keine [[Wahrheit]], sondern Begründungen, die ihren [[wirklichen]] [[Grund]] verlassen haben, weil sie seiner [[Verkehrung]] im Anschein seiner [[Verhältnisse]] dienstbar sein sollen, selbst so [[verdinglicht]] sind, wie sie sich begründet sehen, sich selbst verobjektivieren, ohne objektives Bewusstsein zu sein. Darin erscheint dann vor allem aufgehoben, was in ihm drängt, der [[Trieb]], der Verhältnisse [[verwirklichen]] muss, die notwendig [[verkehrt]] [[erscheinen]], weil sie im [[Grunde]] [[unwesentlich]] sind, aber [[wesentlich]] [[wirklich]] sein, sich verwesentlichen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Verwesentlichung]] ist der Prozess der [[Ideologie]]bildung, die durch die [[Vorstellung]] eines [[Ideals]] - durch [[Idealisierung]] - die [[Wahrnehmung]] beherrscht und die darin enthaltende [[Erkenntnis]] bricht, abtötet und verwesen lässt. Verwesentlichung betreibt die Vertauschung (siehe [[Täuschung]]) einer Besonderung mit ihrer [[Allgemeinheit]], will die [[Besonderheit]] eines [[Wesens]] erzeugen, das in [[Wirklichkeit]] [[nichts]] ist, weil es nichts Besonderes sein kann, ohne schon an seiner [[wirklichen]] Allgemeinheit bemessen zu sein. Es wird daher zum [[notwendigen]] Produkt einer [[Nichtung]], einem [[Sein,]] das nicht sein kann,weil es erst werden muss, wie so sein sollte. In einer Verwesentlichung kommt es nur als vorweggenommene Verwesung dessen vor, was in Wahrheit nicht ist und auch nicht wahr sein kann. Es ist hierdurch der betriebene Verlust seiner [[Wahrheit]], ein [[Zustand]], in welchem sich die [[Gewissheit]], die Gewähr der [[Erkenntnis]] und [[Selbsterkenntnis]], auflöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideologie ist ein notwendig falsches Bewusstsein, weil es seinem [[Grund]], der [[abstrakten Allgemeinheit]] seiner Verhältnismäßigkeit unmittelbar Folge leistet, ohne die [[Verkehrung]] in der [[Vermittlung]] seiner Lebensverhältnisse zu erkennen. Sie ist die Ausrichtung ihrer Ideen, die nur weiter verklären können, was [[Bewusstsein]] erklären sollte. Sie ist zum einen nur eine unnötige [[Philsosophie]], denn wozu sollten Menschen [[Gedanken]] benötigen, die nur das bestätigen wollen, was schon ist? Zum anderen ist sie Teleologie, die darüber hinwegtäuschen soll, dass dieses Sein nicht so ist, wie es sich idealisieren lässt. Ideologie täuscht über ein Sein hinweg, das nicht sein kann, was es ist. Sie spendet Trost durch Vertauschung des Seins mit seiner Form, dem [[Sosein]], das [[Wesen]] des [[Seienden]] mit seiner [[Erscheinung]], durch die es nur durch das sein kann, was es gewesen, bzw. was am Verwesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in diesem [[Widerspruch]] von [[Form]] und [[Inhalt]] vollkommendste Ideologie ist die Hegelsche Philosophie, die darin das Prinzep des Lebens und der [[Geschichte]] überhaupt entdeckt haben will. Darin ist das Bestreben des Lebens in seiner [[Negation]] selbst als [[Notwendigkeit]] einer [[Idee]] verfasst, die als unvollkommene [[Wirklichkeit]] zu verstehen sei, also sich als [[Interpretation]] des Lebendigen zugleich darüber hinwegsetzt, dass die [[Wirklichkeit]], die sie unvollkommen sieht, zugleich [[unwirklich]] ist, ihren Widerspruch, der in der Wirklichkeit seibst zur [[Kritik]] treibt, als Ideologie aber eben die Bestrebung eines immer absoluter werdenden Geistes wahrmachen soll, der zu bewahren versteht, was nicht [[wirklich]] wahr sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher kann die Antwort der [[Ideologiekritik]] letztlich immer nur die Analyse der wirklichen [[Verhältnisse]] sein, denn darin ist die [[Verkehrung]] zu beweisen, die sich in der Ideologie lediglich vereinseitigt hat (siehe auch [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ganz im Gegensatz zur deutschen Philosophie, welche vom Himmel auf die Erde herabsteigt, wird hier von der Erde zum Himmel gestiegen. D.h., es wird nicht ausgegangen von dem, was die Menschen sagen, sich einbilden, sich vorstellen, auch nicht von den gesagten, gedachten, eingebildeten, vorgestellten Menschen, um davon aus bei den leibhaftigen Menschen anzukommen; es wird von den wirklich tätigen Menschen ausgegangen und aus ihrem wirklichen Lebensprozeß auch die Entwicklung der ideologischen Reflexe und Echos dieses Lebensprozesses dargestellt. Auch die Nebelbildungen im Gehirn der Menschen sind notwendige Sublimate ihres materiellen, empirisch konstatierbaren und an materielle Voraussetzungen geknüpften Lebensprozesses. Die Moral, Religion, Metaphysik und sonstige Ideologie und die ihnen entsprechenden Bewußtseinsformen behalten hiermit nicht länger den Schein der Selbständigkeit.&#039;&#039; [[(MEW 3, S. 26 f)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Bewusstsein]] ist die [[Wahrnehmung]] als [[Gewissheit]] gegenwärtig, die zunächst dem entspricht, was im [[Sein]] gewiss sein kann, aber nicht unbedingt dem, was es auch [[wirklich]] [[wahr hat]]. Eine Ideologie verlangt nach dessen Isealisierung, nach einer Wahrheit für sich, einer Identität, die sein soll, weil sie nicht ist. Und dass der gute Wille der Menschen sie herzustellen habe. Und so verlangt Ideologie als erstes das Verhalten des guten Willens als ein Bewusstsein, das die Verhältnisse sich anzugleichen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist die alte Illusion, dass es nur vom guten Willen der Leute abhängt, die bestehenden Verhältnisse zu ändern ... Die Veränderung des Bewusstseins, abgetrennt von den Verhältnissen, wie sie von den Philosophen als Beruf, d. h. als Geschäft, betrieben wird, ist selbst ein Produkt der bestehenden Verhältnisse und gehört mit zu ihnen.[[(K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, S. 363]][[)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt ist es aber auch Ideologie, durch eine Veränderung des Bewusstseins den guten Willen in Gang zu setzen, sich die Verhältnisse anzugleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Forderung das Bewusstsein zu verändern, läuft auf die Forderung hinaus, das Bestehende anders zu interpretieren, d. h. es vermittelst einer anderen Interpretation anzuerkennen. [[(K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, S. 20)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewusstsein kann eben nur Wissen sein, das sich der Idealisierung entledigt hat (siehe Ideologiekritik) und von daher sich nicht selbst widersprechen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Bewusstsein kann nie etwas anderes sein als das bewusste Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozess. [[(MEW 3, S. 26 f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist ebenso [[widersprüchlich]], wie sein [[Gegenstand]], hebt sich aber im Unterschied zu diesem auf, wenn es für sich selbst so widersprüchlich bleibt, wie dieser. Der [[Verstand]] gerät in Not, wenn er sich nicht [[erklären]] kann, was ihm begegnet (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Und wo die [[Wirklichkeit]] nicht ist, als was sie [[erscheint]], herrscht eine [[Notwendigkeit]], die nur bewusst wird, wenn der [[Grund]] ihrer [[unwirklichen]] [[Wirkungen]] erkannt und sie hierdurch begriffen werden (siehe [[Begriff]]). Das [[Bewusstsein]], das ihren [[Erscheinungen]] einfach nur im Nachvollzug folgt ist damit notwendig falsch, weil es kein [[Bewusstsein]] ist, sondern lediglich ihrer [[Vernunft]] , also ihrer [[Logik]] folgt. Dessen einziges Wissen aus in der [[Gedankenabstraktion]], die den [[Gegebenheiten]] blind in deren [[Logik]] als ihre [[Idee]] (Telos, Ziel) für sich versteht und damit sich selbst zu einem &#039;&#039;notwendig falschen Bewusstsein&#039;&#039; (Marx) idealisiert (siehe auch [[notwendiger Schein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Ideologie ist ein Prozess, der zwar mit Bewusstsein vom so genannten Denker vollzogen wird, aber mit einem falschen Bewusstsein. ... Weil es ein Denkprozess ist, leitet er seinen Inhalt wie seine Form aus dem reinen Denken ab, entweder seinem eignen oder dem seiner Vorgänger. Er arbeitet mit bloßem Gedankenmaterial, das er unbesehen als durchs Denken erzeugt hinnimmt und sonst nicht weiter auf einen entfernteren, vom Denken unabhängigen Ursprung untersucht, und zwar ist ihm dies selbstverständlich, da ihm alles Handeln, weil durchs Denken vermittelt, auch in letzter Instanz im Denken begründet erscheint. [[(Friedrich Engels, MEW 39, S. 97)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideologie ist als [[Logik]] einer [[Idee]] die [[Theorie]] eines [[Ideals]], das Befolgung verlangt, um einer [[Wirklichkeit]] die [[Güte]] zu verleihen und zu bewahren, die sie den Menschen in ihren [[gewohnten]] [[Verhältnissen]] dienlich erscheinen lässt, indem sie das [[Denken]] zur Afffirmation dieser Verhältnisse [[bestimmt]]. Folgt man aber in seinem [[Leben]] einer [[Theorie]], so theoretisiert man das [[Leben]], das deren Voraussetzung ist, lebt man in einem subjektiven Zirkel seiner [[Erkenntnis]] (siehe auch [[Hermeneutischer Zirkel]]), die sich hierdurch selbst [[nichtet]]. Es ist das Geschäft der [[Ideologie]], diesen zu betreiben und zu nähren und sich in [[Selbstgerechtigkeiten]] zur Wirkung zu bringen, indem verkehrte Verhältnisse zu positiven [[Abstraktionen]] idealisiert und der darin reflektierte Zusammenhang hierdurch entstellt wird. Von da her ist Ideologie nicht nur ein theoretisches Verhalten, sondern auch das Werkzeug zur Legitimation einer [[Selbstbezogenheit]], die sich mit deren [[Verallgemeinerung]] durch ihre [[Logik]] zur [[Moral]] veredelt (siehe auch [[Populismus]]) und ihre dem entsprechenden Lebensverhältnisse [[kulturalisiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Möglichkeiten, einen Verhalt oder Zusammenhang zu entstellen, liegen in der Vermengung gegensinniger [[Inhalte]], die ideell verdichtet werden. So ist schon im [[Möglichkeitsdenken]] das Mittel angelegt, eine Gegensinnigkeit zum [[Subjekt]] einer [[Geschichte]] zu machen. Das gelingt als Ideologie, in welcher deren in Ziel als [[Grund]] für ihre [[Vorstellungen]] so wirksam gemacht werden, dass sich darin die [[Wirklichkeit]] gedanklich, also in einer [[Gedankenabstraktion]] auflösen lässt. Diese wirkt darin als ideal, das von seiner Wirklichkeit enthoben ist und hierdurch als Gegenposition gegen sie absolut auftreten kann. So wird z.B. Freiheit von ihren inneren Notwendigkeiten abgetrennt, oder Gleichheit ohne Unterschiedenheit, Solidarität ohne [[Konkurrenz]] zu einem Entwicklungsmaßstab, der von den wirklichen [[Bedingungen]] absieht, denen durch Idealitäten ihre [[Wahrheit]] einfach implizit abgesprochen und selbst zum [[Inhalt]] einer Erneuerung gemacht wird. Was in den [[Bedingungen]] selbst schon als [[Verkehrung]] menschlicher [[Verhältnisse]] existiert, wird unumkehrbar, wenn das [[Bewusstsein]] solcher Ideologie verfällt. Ganz allgemein ist Mystifikation eine [[Täuschung]], welche sich aus verkehrten Lebensbedingungen ergibt, die als Bedingung der [[Wahrnehmung]] geduldet werden (siehe [[Wahrheit]]) und damit ihre [[Erkenntnis]] abgewendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Handlung steht in der Wirklichkeit des praktischen Lebens. Von daher verlangt sie auch deren [[Erkenntnis]], um sie zu begreifen, um so zu handeln, wie sich ein Ziel, der subjektive [[Wille]] zur Herstellung eines Produkts oder einer Veränderung realisieren lässt. Besteht dieser Wille allerdings nur daraus, dass etwas sein soll oder sein muss, weil es nicht so sein darf, wie es ist, so kann er nur aus einer [[Absicht]] bestehen, dies zu erreichen. Darin tritt die [[Notwendigkeit]] des Handelns nicht im Begreifen der mannigfaltigen Beziehungen seiner Zusammenhänge auf, wird nicht aus ihrer [[Analyse]] gewonnnen, sondern als objektiver Wille fixiert. Für dessen Umsetzung ist es notwendig, von den vielfältigen Bestimmungen und [[Widersprüchen]] abzusehen, die mit ihm verbunden sind, davon zu [[abstrahieren]], um das Ziel frei für sich verfolgen zu können. Solche Absichten sind daher notwendig einseitig und suchen die Verwirklichung von etwas Idealem, einer [[Idee]], die ganz für sich genommen ihren [[Zweck]] ausmacht, um ihn zu ihrem [[ausschließlichen]] Ziel zu erheben. Ihre Grundlage ist eine Behauptung über das [[Wesen]] dessen, was nicht sein darf, damit also die [[Bestimmung]] seiner [[Negation]] als etwas, was [[ideal]] sein muss, um besser zu sein. Es ist im [[Allgemeinen]] die Seinsbehauptung einer Idealisierung, eine [[Ontologie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideologie ist im engeren Wortsinn das Prinzip (logos = Wort im Sinne von Gesetz) einer [[Idee]], also die [[Logik]] einer Idee, der Systemzusammenhang einer [[Idealisierung]]. Sie setzt damit eine [[Gedankenabstraktion]] voraus, welche einen Verhalt - die Erscheinung eines [[Verhältnisses]] - idealisiert und dieses [[Ideal]] als Zielbestimmung des Verhaltens durch eine [[Interpretation]] betreibt, die sich daraus begründet und also eine [[schlechte Unendlichkeit]] vollzieht. Ideologie bestimmt daher die [[Interpretation]] eines [[Verhältnisses]] zum Verhalten einer [[Idee]], die für sich nichts sein könnte, wäre sie nicht das [[Ideal]] eines wirklichen Verhältnisses als vorgestellte Einheit ihrer Gegensätze, in welcher das aufgehoben ist, was sie in Wirklichkeit betreiben. Nicht ihre wirkliche Selbstaufhebung wird damit begriffen, ihre Nichtung, sondern ihre &#039;&#039;gute Auflösung&#039;&#039; in einer bloße Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist also eine Gedankenform, die das darstellt, was nicht [[wirklich]] sein kann, was zwiespältig und also im [[Zweifel]] wäre, aber dem Anspruch nach wirklich sein soll (siehe z.B. [[Freiheit]], [[Gleichheit]], [[Solidarität]]). Von daher hat diese [[Form]] eine ideelle [[Abstraktion]] wahr, aber eben nur als die [[Wahrheit]] einer [[Abstraktion]], welche ihre [[Wirklichkeit]] in sich [[aufgehoben]] hat (siehe [[Realabstraktion]]), indem sie sich gedanklich gegen diese verhält, also über sie hinweg [[täuscht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt [[idealisiert]] Ideologie aber auch eine [[Bestimmung]] der [[Wirklichkeit]] und gibt ihr hierdurch eine ideelle Substanz, macht aus dem [[Ideal]] ein Substantiv, das von seinen wirklichen Eigenschaften abstrahiert. Aus etwas Gleichem wird die Gleichheit, aus einer Befreiung die Freiheit usw. Dadurch wird ein Handeln begründet und bestärkt wird, das sich seiner konkreten Inhalte entzieht. Weil es durch die Ideologie als Vorstellung positiv gesetzt, aber [[negativ]] zu den bestimmten Verhältnissen bestärkt ist, kann es nicht wirklich aufgehen, und so erfordert solche Idealisierung früher oder später Gewalt, um sich als Legitimationsmacht zu erhalten. Deren Zweck ist daher die [[Sinn]]gebung für ein an und für sich praktisch unsinniges [[Sein]], eine [[Gedankenabstraktion]] als Legitimation für ein Lebens[[verhältnis]], dessen [[Beziehungen]] [[abstrakt]] formalisiert werden - eben weil es auch nur real abstrakt abstrakt vermittelt ist (siehe [[Realbstraktion]]). Darin soll der [[Wirklichkeit]] dort, wo sie [[unwirklich]] ist, ein höherer [[Sinn]] als das [[Prinzip]] einer [[Idee]] [[vermittelt]] werden, welche darin als unverwirklicht behauptet wird, also implizit verlangt, dass Wirklichkeit an diesem Ideal gemessen werden soll. Ideologie erzeugt politische [[Idole]] des Handelns, die Abstraktionen zu verwirklichen suchen, also wirkliche Zusammenhänge auflösen bzw. in ihrer Abstraktion bestärken. Sie finden sich in den verschiedenen Parteiprogrammen der [[repräsentativen Demokratie]] als Grundlage ihrer Ausrichtungen, als Grund ihrer Abgrenzung von anderen Entscheidungs- und Handlungsrichtlinien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind z.B. die großen bürgerlichen Ideen [[Ideale]], die einerseits für das [[Leben]] in der [[gegenwärtigen]] Welt nötig sind, zugleich aber auch [[Vorstellungen]] eines bestimmten Geschichtsverständnisses, durch welches sie zu einem besseren Sein, welches sich von den Mängeln der Wirklichkeit abhebt, zu emanzipieren wäre. So stellt z.B. der Liberalismus ein Freiheitsprinzip vor, das sich völlig unbestimmt als Zielvorgabe für jedwede Konfliktlösung eignet, die der Tendenz nach einen Fortschritt darstellen soll, in Wirklichkeit aber nur ein Fortschritt der Märkte und des Kapitalverkehrs sein kann, da nur hierin [[bestimmung]]slose [[Freiheit]] als Selbstbestimmung möglich ist. Mit der Zielbestimmung einer Ideologie wird das [[Bewusstsein]] auf ein Dasein fixiert, welches zwar konfliktreich - weil widersprüchlich - ist, aber in der gedanklichen Absehung (siehe [[Abstraktion]]) von den wirklichen [[Widersprüchen]] zugleich immer auch in dem höheren Sinn einer vorgestellten [[Emanzipation]] hin zur Freiheit an sich anerkannt werden soll. Ideologie will sich durch [[Idealismus]] verwirklichen, ist dessen [[Fixation]], die sich in der entsprechenden Fiaxtion des [[Bewusstseins]] [[wahr macht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinhin ist Ideologie eine Lebensvorstellung, der die [[Wahrnehmung]] der [[Wirklichkeit]] unterordnet wird. Sie entsteht jedoch nicht zufällig, wie es der [[Vorstellung]] entspricht, sondern aus einer [[Notwendigkeit]], sich der Welt in der Weise zuzuwenden, wie sie idealiter oder ihrer [[Idee]] nach zu verstehen sei, wie sie selbst sich also notwendig erscheint (siehe [[notwendiger Schein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Philosophisch]] ist Ideologie eine Seinsvorstellung, die aus der Wirklichkeit als ein ihr zugrunde liegender [[Gedanke]] abstrahiert ist und sich als deren notwendiges [[Prinzip]] versteht. Sie entspringt von da her einer Anschauung der Welt, die sich in einer Vorstellung oder Idee als ihre wesentliche Interpretation absolut und abstrakt zusammenfasst und sich in ihren Grund stellt. Sie vollzieht sich nicht als Idee, sondern in der [[Bewertung]] von Wirklichkeit durch eine implizite Lebensvorstellung, die sich an [[Begriffen]] festmacht, unter welchen die Menschen ihr [[Leben]] allgemein idealisiert so verstehen können, wie es ihnen allgemein und unmittelbar erscheint. Die bürgerlichen Ideale zeigen darin, für was sie allgemein stehen sollen (z.B. [[Freiheit]], [[Gleichheit]], Menschlichkeit), auch wenn und gerade weil sie im einzelnen unmittelbar keine konkrete Wirklichkeit und Wirkung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee entspringt praktisch einer bestimmten Lebensposition, die sich in der [[Abstraktion]] von ihrem Lebenszusammenhang selbst begründet erscheint und sich in der Vorstellung zu sich selbst, also sich zu nichts anderem in [[Beziehung]] (relativ) verhält. Hierdurch ist sie Weltanschauung und Lebensauffassung und Lebenspraxis in einem, Eigentlichkeit ohne [[Sein]], im Zweck eines politischen [[Willens]], ihre konkrete Wirklichkeit durch diese Scheinbarkeit aufzuheben, z.B. durch die Ideologie der Freiheit ihre Gebundenheit, durch die Ideologie der Gleichheit ihre ausgeschlossene Besonderheit, durch die Ideologie der Brüderlichkeit die Konkurrenz der Privatsubjekte zu negieren Daher ist Ideologie objektiv, insofern sie Welterfahrung als Wert für sich aufgreift und subjektiv, indem sie eine Interpretation des Lebens als abstrakten [[Sinn]] hierfür hat und bestätigt haben will (siehe auch [[Fetischismus]]). Sie vermengt beides zu einem Prinzip, das sich Menschen in ihren Entscheidungen zu eigen machen, wenn und solange sie es nicht besser [[wissen]]. Praktisch wird sie vor allem in der [[Politik]] und in der Anwendung von [[Wissenschaft]]. Eine Ideologie wirkt darin als Erklärungsmuster, durch welches Bewertungen nach einem Ideal umgesetzt werden und Handlungen einen eigenen und selbständigen Grund bekommen in einem prinzipiellen Ziel, einem Telos. Das gültige (verifizierte) Ideal ermittel sich in den modernen Wissenschaften meist in der [[Durchschnittsbildung]] von Idealisierungen (siehe auch [[Statistik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideologie entspricht dem allgemeinen [[Schein]] der Verhältnisse und vermittelt ihnen ein abstraktes [[Wesen]], macht sie dadurch zu einer Naturerscheinung (siehe auch [[Warenfetischismus]]). Darin haben sie den Schein einer Ganzheit, die dem Streben des Idealen inne ist, verklären den notwendigen Schein der Verhältnisse zum absoluten Sinn ihres Sein-Sollens. Für sich hätte dieser Schein keinen Bestand, hätte er nicht durch die Ideologie einen Lebenswert erhalten, eine Größe von etwas, das zum Erhalt der bestehenden Kultur notwendig scheint. Darin werden die desparaten Seinsweisen der bürgerlichen Gesellschaft zu begeisterten Seinsweisen separater Ereignisse, weil ihre Form selbst zu dieser Ganzheit wird, auch wenn sich dabei andere Inhalte einfinden (siehe [[Begriffssubstanz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im theoretischen Verhalten, also z.B. in den Wissenschaften, verfolgt Ideologie die Logik einer Idee, welche dem theoretischen Willen Allgemeinheit in ihrem Heil verleiht. In diesem ist die Idee ein allgemeingültiges Gedankenprinzip, das sich in Tätigkeiten zu verwirklichen sucht, die sie sich darin dem Ziel eines Ganzen und zu einer Ganzheit beugen. Dies setzt vorraus, dass die Ideologie eine Wirklichkeit hat. Das unterscheidet sie von der Theologie. Sie ist wesentlich praktisch und nutzt Gedanken (z.B. aus der Philosophie), um ihrem Willen Grund zu geben. Der geht als Gedankenabstraktion, welche implizite Forderungen nach Allgemeinheit enthält, in das Denken über die Wirklichkeit ein (z.B. Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit als Forderung auf das Recht und die Pflicht dazu). Soweit ihre Abstraktionen Wirklichkeit haben können, lässt sie sich Ideologie als Handlungsanleitung verwenden und sich bestärken (z.B. als abstrakte Versöhnung in Auseinandersetzungen oder auch zum Zweck der Gleichschaltung). Somit richtet sich Ideologie auch gegen bestimmte Wahrnehmungen von Wirklichkeit, die damit unkenntlich gemacht werden soll (vergleiche die Ideale der bürgerlichen Gesellschaft und ihere Ideologisierung). In diesem Sinn wird sie zur Grundlage von Moral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis tritt Ideologie jedoch meist in der wissenschaftlichen Begriffsbildung als [[ideologische Begriff]]sbildung auf, als idealisiertes Erkenntnisinteresse. Das hatte den Streit um das richtige [[Erkennen]] und die Erkenntnistheorie hervorgebracht, die Frage, was denn an einer Aussage ohne [[interessierte]] Voraussetzung wahr sein, also [[objektive]] [[Wahrheit]] haben kann.&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist die alte Illusion, dass es nur vom guten Willen der Leute abhängt, die bestehenden Verhältnisse zu ändern ... Die Veränderung des Bewusstseins, abgetrennt von den Verhältnissen, wie sie von den Philosophen als Beruf, d. h. als Geschäft, betrieben wird, ist selbst ein Produkt der bestehenden Verhältnisse und gehört mit zu ihnen. Diese ideelle Erhebung über die Welt ist der ideologische Ausdruck der Ohnmacht der Philosophen gegenüber der Welt. [[(Marx MEW 3, S. 363)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille (althochdeutsch: willio) steht für den Antrieb eines bewussten Verhaltens für oder gegen etwas, durch welches [[Vorstellungen]] zur Erfüllung kommen oder [[Ideen]] verwirklicht werden. Unabhängig hiervon kann es keinen Willen geben; seine [[Freiheit]] ist immer an das [[Notwendige]] gebunden - eben so lange, wie der Wille nicht durch die [[Tat]] umgesetzt ist, die er impliziert. Im Willen wird das formuliert, was erarbeitet werden, was sein soll, wodurch also das [[Dasein]] werden kann (siehe auch [[politischer Wille]]). Im Willen beschließt sich, was sein soll. Und das erscheint [[ausschließlich]], weil in diesem Sollen seine Voraussetzungen und Bedingungen ausgeschlossen wurden, weil die Verhältnisse bedingungslos erscheinen und letztendlich aufgehoben sein sollen in dem, was als [[Haben]] gewollt ist. Daher verhält sich der Wille immer nur zwischen Soll und Haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Wille]] entsteht also aus einem Sollen, dass etwas sein soll, durch das [[Bedürfnisse]] der Menschen befriedigen werden können. Es geht hierbei um die [[objektiven]] [[Umstände]] für das Verlangen der [[Subjekte]]. Im Unterschied zu einem [[Bedürfnis]] oder einem [[Wunsch]] besteht ein [[Wille]] also als eine Aufgabe aus einem Sollen, dass etwas werde, was nicht ist, z.B. durch Planung und Durchführung einer [[Arbeit]], eines [[Ereignisses]] usw. Im Unterschied zu einem [[Bedürfnis]] oder einem [[Wunsch]] besteht ein [[Wille]] daher nicht aus einem bloßen Verlangen sondern als Aufgabe aus einem Sollen, dass etwas werde, was nicht ist, z.B. durch Planung und Durchführung einer Arbeit, eines Events usw. Das verlangt eine [[Macht]], um ihn durchzusetzen, z.B. als die [[Fähigkeit]], dieses Sollen zu erfüllen. Ein Wille mag dann einen Entschluss oder ein Vorhaben formulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um aber etwas zu ändern oder wirklich herzustellen, um ihn zu verwirklichen reicht der Wille nicht aus. Wo eine Neubildung oder Veränderung nötig ist, muss das [[Material]] aus dem bezogen werden, was hierfür da ist. Das verlangt eine [[Macht]], um ihn durchzusetzen, z.B. als die [[Fähigkeit]], dieses Sollen zu erfüllen. Ein Wille mag dann einen Entschluss oder ein Vorhaben formulieren. Um aber etwas zu ändern oder wirklich herzustellen, um ihn zu verwirklichen reicht der Wille nicht aus. Wo eine Neubildung oder Veränderung nötig ist, muss das [[Material]] aus dem bezogen werden, was hierfür da ist. Im Dasein besteht jede Veränderung aus dem, wie es ist, dessen Inhalt in andere Beziehungen zu bringen und sich darin in seinen Möglichkeiten zu bereichern. Zu seiner Produktion muss daher aus seinen alten Zusammmenhängen und Verbindungen heraus analysiert werden, was sie vernindet, und durch das Geschick, die [[Kraft]] und die [[Fähigkeiten]] der Menschen mit neuen oder anderen [[Eigenschaften]] versehen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wille hat daher immer einen objektiven Zweck, einen [[Gegenstand]], der erzeugt oder verändert werden soll und die [[Macht]] und [[Fähigkeit]] verlangt, dies auch zu erfüllen. Unmöglich ist ein Wille, wo er subjektive [[Verhältnisse]] betrifft, zum Beispiel die Herstellung subjektiver [[Beziehung]] (z.B. [[Liebe]]). Ein subjektives Sollen verwirklicht sich notwendig in einer [[erzieherische Beziehung]], die voraussetzt, dass deren Umstände ihre Macht betreiben (siehe auch [[prothetische Beziehung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[politischen Kultur]] tritt der Wille bei [[Populisten]] meist als [[ästhetischer Wille]] auf, der in Krisenzeiten das Vakuum der gesellschaftlichen Beziehung in den [[zwischenmenschliche Beziehungen]] einer [[Eventkultur]] füllen soll (siehe hierzu auch [[Tiittytainment]]) und von daher [[objektiv]] [[notwendig]] für ihre [[Selbstwahrnehmung]] ist, die darin ihre verlorene [[Subjektivität]] aufgehoben wissen will. Darin [[verkehrt]] sich allerdings der Grund bürgerlicher [[Meinungsbildung]]. Diesen [[objektiv]] notwendigen Willen begründet Arthur Schopenhauer daher auch als das Erste der [[Erkenntnis]], als eine Vorstellung, die unabhängig von [[Raum]] und [[Zeit]] ist (siehe hierzu auch [[Konstruktivismus]]). Wie sein Lehrer Platon sieht er in allen [[Erscheinungen]] nur die Verkörperung des einen noch erkenntnislosen [[Willens]]. Alles [[Dasein]] gilt demnach nur als die [[Verwirklichung]] des [[Willens]] einer [[ästhetischen]] Ganzheit, womit schließlich auch sein Konservatismus einer [[determinstischen]] Massenbewegung des [[Nationalsozialismus]] für ein [[totalitäres]] [[System]] unterlegt wurde, die alle kulturellen Inhalte und Geschöpfe mit einer [[eigentlichen]] [[Wahrheit]] versah, die [[ewig]] und unumstößlich sein sollte (siehe hierzu auch [[Martin Heideggers]] [[Fundamentalontologie]])..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Welche Erkenntnisart nun aber betrachtet jenes außer und unabhängig von aller Relation bestehende, allein eigentlich Wesentliche der Welt, den wahren Gehalt ihrer Erscheinungen, das keinem Wechsel Unterworfene und daher für alle Zeit mit gleicher Wahrheit Erkannte, mit einem Wort, die Ideen, welche die unmittelbare und adäquate Objektität des Dinges an sich, des Willens sind? Es ist die Kunst, das Werk des Genius. Sie wiederholt die durch reine Kontemplation aufgefassten ewigen Ideen, das Wesentliche und Bleibende aller Erscheinungen der Welt, und je nachdem der Stoff ist, in welchem sie wiederholt, ist sie bildende Kunst, Poesie oder Musik. Ihr einziger Ursprung ist die Erkenntnis der Ideen; ihr einziges Ziel Mitteilung dieser Erkenntnis. (Arthur Schopenhauer: „Welt als Wille und Vorstellung“)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[ästhetische]] Wille ist von daher immerhin als [[Trieb]] einer reaktionären [[Selbstwahrnehmung]] geoffenbart, die für sich keine [[Wahrheit]] findet und nur außer sich in der [[Ästhetik]] ihrer [[Gefühle]] den [[Sinn]] [[wahrhaben]] kann, der ihrer [[Empfindung]] entgangen ist. Durch das [[Erleben]] von [[Ereignissen]] wird von der [[Wahrnehmung]] ein [[Leben]] [[einverleibt]], worin sie die [[Wahrheit]] für ihre [[Absichten]] findet, wodurch sie [[empfindet]], was sie für sich [[wahrhaben]] will, was die [[notwendige]] [[Beziehung]] ihres ästhetischen Willens verwirklicht und somit den Menschen ihre [[Gefühle]] in dem [[Sinn]] bereichert, nach dem sie außer sich verlangen und den sie für ihr [[Selbstgefühl]] [[begehren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag sich jemand in seinen Vorstellungen frei vorkommen, solange sie beliebig und damit unbezogen neben seinem Tun und Lassen und jenseits menschlicher [[Beziehungen]] und [[Verhältnisse]], also [[willkürlich]] sind. Ein beliebiger, ein &#039;&#039;freier Wille&#039;&#039; (siehe [[Freiheit]]) ist aber eine Illusion, selbst schon eine [[Abstraktion]] des Vorstellens, ein [[Unding]]: Er müsste allmächtig sein (siehe [[Macht]]), über die [[Wirklichkeit]] aller [[Lebensbedingungen]] verfügen, jede [[Notwendigkeit]] beherrschen, um für sich [[frei]] zu sein, und wäre gerade dadurch vollständig an die [[Wirklichkeit]] gebunden, weil er mit ihr immer identisch bleiben müsste. Das ist zwar dem [[Geldbesitzer]] vorübergehend geboten - aber eben nur soiange er sein [[Geld]] auch ausgibt und ausgeben kann und es seiner [[Wert]] behält. Ansonsten sieht ein solcher Wille von seiner[[Bedingung]] ab, dass das auch gemacht werden muss, was gewollt wird und bezieht sich daher immer schon auf Gemachtes, verkehrt Freiheit und Notwendigeit in ein gegensinniges Verhältnis. Und gerade das verrät, was der sogenannte &#039;&#039;freie Wille&#039;&#039; - für sich genommen - ist: Ein Verfügungsinteresse, ein Anspruch auf &#039;&#039;sein Recht&#039;&#039;, auf sein [[Privat]]recht, welches die Rechtsform der [[bürgerlichen Gesellschaft]] jenseits der [[Bedürfnisse]] der Menschen begründet, also jenseits des Aufwands zur Erzeugung der [[Gegenstände]] besteht, welche menschliche [[Bedürfnisse]] befriedigen. Erst durch ein hieraus entwickeltes Produktionsinteresse ergibt sich ein Wille, der sich auf die [[notwendige]] [[Arbeit]] bezieht und in der [[Befriedigung]] der [[Bedürfnisse]] zu sich kommt, bestätigt ist und sich darin aufhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Begründung für Ziele weist der Wille immer darauf hin, dass diese nicht konkret wirklich existent, nicht wirklich gegenständlich, sondern nur vorgestellt sind, dass es Willenskraft erfordert, um etwas zu erreichen, das keinen direkten Bezug im [[Sein]] selbst hat. Das unterscheidet zunächst den Willen vom [[Bedürfnis]], einem [[wirklich]] [[notwendigen]] Verlangen, nicht aber von [[Willkür]], von einem willkürlichen Einfall, dass etwas zu sein habe, was nicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Willkür hat für politische Fantasten und [[Populisten]] gereicht, um ihre Proganda für einen &#039;&#039;höheren Willen&#039;&#039; zu begründen: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ - aber dies nur deshalb, weil der [[Weg]] unbestimmt ist und eine [[Kraft]] nötig hat, die der Sache nach nicht gegeben ist. Die &#039;&#039;Welt als Wille und Vorstellung“ ([[Schopenhauer]]) sollte dieser Kraft metaphysische Natur verleihen, eine quasi ontologische Seinsnotwendigekeit, eine Seinsbestimmung des [[Subjekts]] schlechthin, abstrakte Subjektivität sein, welche das &#039;&#039;[[Schicksal]]&#039;&#039; der Welt aus dem Geschick von [[Persönlichkeiten]] bestimmt, die von ihren [[wirklichen]] [[Lebensverhältnissen]] absehen können. Dies war auch die Vorlage für Hitlers Weltverständnis, zum Beispiel für seinen Propagandafilm „Triumph des Willens“, der Heldenmut einforderte und [[Erlösung]] versprach. Seine Revolution bestand aus der Behauptung, dass es der Wille sei, durch den politische Macht erlangt werde. Solches Ansinnen gab es auch in der Arbeiterbewegung, wo sie nicht zu ihrem menschliches Sein zurückfand. Der Konflikt ist alt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Statt der wirklichen Verhältnisse wird ... der bloße Wille zum Triebrad der Revolution. Während wir den Arbeitern sagen: Ihr habt 15, 20, 50 Jahre Bürgerkriege und Völkerkämpfe durchzuzumachen, nicht nur um die Verhältnisse zu ändern, sondern Euch selbst zu ändern und zur politischen Herrschaft zu befähigen, sagt Ihr im Gegenteil: Wir müssen gleich zur Herrschaft kommen, oder wir können uns schlafen legen. [[(Marx MEW 8, S. 412)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das macht die Funktion des Willens schon in der repräsentativen Demokratie aus, die ihre Entscheidungen aus dem freien [[politischen Willen]] begründet sieht. Und der ist lediglich dem [[Gewissen]] des Politikers oder der Politikerin geschuldet. Er wird damit zur ewige &#039;&#039;Gewissensform&#039;&#039; ungewisser Verhältnisse, die Gewissheit, dass solche Politik sich ihrem Gewissen gegenüber immer auch schuldig fühlen muss. Und solcher Wille verklärt die Verhältnisse zur [[Freiheit]] selbst, deren [[Notwendigkeiten]] einer völlig anderen Sphäre, nämlich der hiervon [[getrennten]] Sphäre der Sachgewalten zuzuornen sei. Und diese werden von den Staaatsagenten der Freiheit des Willens gleichsam verweigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In der Tat, man muss jeder historischen Kenntnis ermangeln, um nicht zu wissen, dass es die Regierungen sind, die zu allen Zeiten sich den wirtschaftlichen Verhältnissen fügen mussten, aber niemals die Regierungen es gewesen sind, welche den wirtschaftlichen Verhältnissen das Gesetz diktiert haben. Sowohl die politische wie die zivile Gesetzgebung proklamieren, protokollieren nur das Wollen der ökonomischen Verhältnisse.&#039;&#039; [[K. Marx, Elend der Philosophie, MEW 4, 109.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wille ist daher nicht einfach frei, sondern immer auch Reflexion einer [[abstrakten]] Not, also Ausdruck einer abstrakten Notwendigkeit, welche Einsichtigkeit erheischt, sei es als Einsicht in die Notwendigkeit eines zu erbringenden Aufwands oder Ansporn für einen erwarteten Erfolg. [[Bedürfnisse]] unterscheiden sich hiervon, dass sie nur konkret sein können. Ein abstraktes Bedürfnis, ein Bedarf, der sich nicht [[gewiss]] sein kann, wäre ein Widersinn, der lediglich als [[Erregung]] existieren könnte. Als Reflexion abstrakter Not ist der Wille eine Spekulation darüber, was zukünftig sein muss, um solche Not zu wenden. Er ist also in diesem Sinne eine Zukunftsvorstellung dessen, was Not tut. Hieraus wird er praktisch, indem er ein [[Wissen]] um eine nötige Vorleistung dafür ist, was zu tun nötig ist, um in den [[Besitz]] gelangen kann von etwas, das zu haben unter gegebenen Umständen notwendig erscheint. Obwohl der Wille sich im einzelnen nicht rational begründet, verfolgt er meist doch im allgemeinen ein notwendiges [[Prinzip]], das sich aus [[Ideen]], Vorstellungen und [[Ideologien]] ergibt. Dies alles vermengt sich meist hinter dem Begriff der Willensfreiheit, der Notwendigkeiten kaschieren soll. Es ist die Verfügung einer Vorstellung, die aller Freiheit vorangestellt ist und mit der Willensfreiheit geleugnet wird. Von daher gibt es die Willensfreiheit auch dort nicht, wo sie behauptet wird und zum Durchsatz von willkürlichen Einfällen hergenommen wird. Dem vorausgesetzt ist immer ein bestimmtes Sein, was die gesellschaftlichen Grundlagen, ihre [[Naturmacht]] zum Inhalt hat - sowohl im allgemeinen Sein der Geasellschaft, als auch in dem jedes Einzelnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher kann Wille nur Reflektion einer konkreten Notwendigkeit sein und ein notwendiges Verhältnis zur Grundlage haben, eine Einsicht in die Notwendung von [[Gegebenheiten]], die eine Auflösung ihrer Mängel und Widersprüchlichkeiten birgt. Als Begründung für [[Emanzipation]] reicht Wille ohne die Formulierung dieser Einsicht nicht hin. Aber durch diese Einsicht kann er zur Grundlage für alle Aufwendungen und [[Arbeiten]] werden, die sich daraus ergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch in der bloßen Abstraktion der Vorstellungen bezieht sich der Wille unmittelbar auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, wiewohl er sich hiervon fei gestellt hat. So ist die Willensfreiheit als Grundlage bürgerlicher Rechtsformen doch unmittelbare Reflexion des &#039;&#039;freien Willens&#039;&#039;, welche die Warenbesitzer haben müssen, um im Tausch sich unabhängig zu verstehen. Dort herrscht ja auch die willkürliche Bestimmung des Einzelnen, der erst im Nachhinein, am Scheitern oder Gelingen seiner Tauschhandlungen, seine Beschränkungen erkennen kann. Für solche Verhältnisse gleichhaltiger ud gleichgültiger Beziehungen ist der &#039;&#039;freie Wille&#039;&#039; die entsprechene Form eines Rechts, eine Rechtsform, welche den Standpunkt der freien &#039;&#039;Objektbesetzung&#039;&#039;, also die Spekulation auf den [[Besitz]] von Sachen einnimmt. Die Vorstellung, wie es sein soll, wie also die Verhältnisse für einen Warenbesitzer sein können, treibt zu allen möglichen Einfällen der Produktion, die allerdings um so finaler in ihrem Gelingen oder Scheitern auf die Menschen zurückfällt, wie der Wille sich per Spekulation von dem wirklichen menschlichen Verhältnis entfernt (siehe hierzu auch [[Krise]]). Dass ihr ökonomisches Besitzverhältnis ein politisches Verhältnis ist, tritt nur auf diese Weise zutage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Hegel entsteht der Wille aus der Moral, welche sittliche Verhältnisse nötig macht. Nach seiner Rechtsphilosophie besteht er durch eine Einsicht in die notwendigen Gesetze einer Gemeinschaft, die durch die Beachtung ihrer Gesetze zu einer &#039;&#039;vernünftigen Gemeinschaft&#039;&#039; wird, die sich schließlich als [[Staat]] konstituiert. Der Wille selbst ergeht aus der Güte des Handelns, deren Wert ihm vorausgesetzt ist und in der [[Absicht]] zum Wohle der Gemeinschaft sich zu verwirklichen haben (siehe auch [[Gemeinwohl]]). Da Hegel die Vernunft selbst als Verwirklichungstrieb einer göttlichen Logik ansieht, kehren sich bei ihm eben auch alle Verhältnisse um, wie sie immer noch in den Bürgerherzen begehrt sind. Der Wille ist hier die Metapher einer sittlichen Vernunft, aus der sich der Staat als deren hoheitliche Form ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Nach der Weise der spekulativen Theologie rät uns der Pastor, die Sinnlichkeit als unsre eigne Natur anzuerkennen, um imstande zu sein, sie hinterher zu bewältigen, d.h. um ihre Anerkennung zurückzunehmen. Er will sie zwar nur bewältigen, sobald sie sich auf Kosten der Vernunft - die Willenskraft und die Liebe im Gegensatz zur Sinnlichkeit sind nur die Willenskraft und die Liebe der Vernunft - geltend machen will. Auch der unspekulative Christ erkennt die Sinnlichkeit an, soweit sie sich nicht auf Kosten der wahren Vernunft, nämlich des Glaubens, der wahren Liebe, nämlich der Liebe zu Gott, der wahren Willenskraft, nämlich des Willens in Christo, geltend macht. [[(Marx MEW 2, S. 66)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] ist ein Wille aber immer selbst schon ein Reflex eines politischen Verhältnisses der Ökonomie. Nach Marx haust er in den bürgerlichen Verhältnissen selbst schon ausschließlich in den Sachen, in denen alle Lebensverhältnisse schon vermittelt und aufgehoben sind, bevor sie ihre gesellschaftliche Wirklichkeit im Tauschakt erfahren (siehe [[Warentausch]]). Er ist unmittelbar dadurch [[politisch]], dass er die Sache in der Rechtsform des [[Privateigentums]] - eben als [[Ware]] - begreift. Von daher stellt er sich auch wirklich nur objektiv dar, ganz im Gegensatz zu seiner Selbsterklärung, und lässt sich nur wirklich durch politische [[Macht]] einlösen, stellt sich als subjektive Form einer [[politischen Ökonomie]] dar wie ein [[Vertrag]]sverhältnis, das aber schon objektiv vorbestimmt ist, weil alle Verhältnisse der Personen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] nur als [[Verhältnis]] ihrer [[Sachen]] existieren (siehe hierzu auch [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Waren sind Dinge und daher widerstandslos gegen den Menschen. Wenn sie nicht willig, kann er Gewalt brauchen, in andren Worten, sie nehmen. Um diese Dinge als Waren aufeinander zu beziehn, müssen die Warenhüter sich zueinander als Personen verhalten, deren Willen in jenen Dingen haust, so daß der eine nur mit dem Willen des andren, also jeder nur vermittelst eines, beiden gemeinsamen Willensakts sich die fremde Ware aneignet, indem er die eigne veräußert. Sie müssen sich daher wechselseitig als Privateigentümer anerkennen. Dies Rechtsverhältnis, dessen Form der Vertrag ist, ob nun legal entwickelt oder nicht, ist ein Willensverhältnis, worin sich das ökonomische Verhältnis widerspiegelt. Der Inhalt dieses Rechts- oder Willensverhältnisses ist durch das ökonomische Verhältnis selbst gegeben. Die Personen existieren hier nur füreinander als Repräsentanten von Ware und daher als Warenbesitzer. Wir werden überhaupt im Fortgang der Entwicklung finden, daß die ökonomischen Charaktermasken der Personen nur die Personifikationen der ökonomischen Verhältnisse sind, als deren Träger sie sich gegenübertreten. [[(MEW Bd. 23, S. 99)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Willensverhältnis ist daher wesentlich ein Rechtsverhältnis, worin die [[Form]] eines ökonomischen [[Verhältnisses]] politisch beschlossen ist, bevor sie überhaupt gewollt sein kann. Ob dieses in der Art und Weise den [[Bedürfnissen]] der Menschen entspringt (z.B. als [[Tausch]]verhältnis) oder dem Interesse an politischer Macht selbst, ist im Willen einerlei, da er selbst nur das Recht eines Verhalts will, wie er vorgestellt ist. Willensverhältnisse sind Rechtverhältnisse, in welchen die Herkunft dessen, was [[Recht]] sein soll, [[gleichgültig]] ist, weil es aus einem ökonomischen Verhältnis des freien Willens entspringt, das als solches politisch formuliert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vermittlung von Bedürfnissen zum Willen ist somit eine [[Abstraktion]], worin eine Beziehung von Aufwand und Verwirklichung, z.B. im Besitz an [[Waren]] angelegt ist. In Ermangelung wirklicher Bezogenheit erscheint diese unwirklich, z.�B. als Kult eines Vertrags (Ehevertrag) oder auch als [[Fetischismus]] (siehe z.B. [[Warenfetischismus]]), wenn ihr Gewordensein aus Verlangen und Aufwand hierfür, aus menschichen [[Bedürfnissen]] und menschlicher [[Arbeit]] untergegangen ist. Der Warenfetichismus begründet sich letztlich darin, dass im Warenbesitz der individuelllle Wille in gesellschaftlicher Form, also vor allem im [[Geldbesitz]] erfüllt ist. Der Wille ist hierzu der letztliche Antrieb, kann aber auch Antrieb für Leistungen aller Art sein, worin gesellschaftliche Abstraktionen wirksam sind, z.B. Kulturleistungen, Sport und anderes. Er ist auch Grund, sich anzuspornen und Macht über sich selbst nötig zu haben (siehe Selbstbeherrschung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wille versteht sich selbst also gerne frei von allem Sollen, unabhängig von jeder [[Bedingung]] oder fremden [[Bestimmung]]. In der Tat aber verlangt er implizit oder ausdrücklich danach, wie etwas sein soll. Von daher ist er immer doppelbödig: Für sich erscheint er frei als reine Bestimmung, die vernünftig erscheinen mag, für andere ist er die Bestimmung ihrer Macht oder Ohnmacht, die sich darin festigt. Das ganze bügerliche Recht verhält sich wie der Bürger selbst: Für sich sei er frei, wenn da ist, was hierfür da sein muss, was für andere eben ein Seinsollen bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich, wodurch er entstanden, definiert der Wille sich durch sich selbst - erscheint im Grunde als Willkür. Zwar reflektiert er Bedingungen, stellt sich aber zugleich frei hiervon, setzt sich aus deren Bezug heraus, indemn er abstrakte Beziehungen als seinen Grund hernimmt (z.B. [[Vernunft]]). Ihn gibt es also, ohne dass dies einem wirklichen Lebenszusammenhang oder einem notwendigen Antrieb oder anderen unwillentlichen Begründungen zur Folge ist. Natürlich reflektiert er sich an einem Verhältnis und muss seine Ganzheit bewahren. Aber in ihm bewährt sich auch die Einzelheit einer Macht, die sich nicht aus dem begründet, was gemacht ist, sondern lediglich das [[Ganze]] als Macht im Einzelnen durchsetzt. Von daher ist das bürgerliche Recht das Recht des freien Willens, was immer seine Bedingtheit ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille scheint demnach dem [[Zufall]] eines Einfalls zu entspringen und bestimmt diesen zu einer vollständigen [[Freiheit]], das meint Unabhängigkeit, Unbezogenheit des [[Urteils]] und Entschlusses, auch wenn ihm [[Lebensbedingungen]] varausgehen. Er ist von daher für sich mächtig und bedarf daher auch einer Macht, um sich zu verwirklichen. Diese [[Macht]] bezieht er aus politischen Verhältnissen, worin er durch Recht oder Regelwerk und deren [[Mittel]] frei gestellt ist von jedem [[Grund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist Wille eine Reflexion von und für [[Bedürfnisse]]. Er setzt diese als notwendiges Verlangen voraus, trennt sie aber von ihrer Bedingtheit im gesellschaftlichen Zusammenhang. Während Bedürfnisse sich aus dem gesellschaftlichen Zusammenwirken der Menschen ergeben, z.B. aus der Entwicklung ihrer [[Produktivkräfte]] und ihres Lebensstandards, sieht der Wille sich in der politischen [[Selbstbestimmung]] des Individuums an einem bestimmten Handeln und Verhalten interessiert – letztlich im Interesse seiner Bedürfnisse, aber nicht unmittelbar hierfür tätig, sondern lediglich in der Vermittlung hierzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, so wird der Wille zum Ursprung von [[Selbstbehauptung]] gemacht. Er wird hierin allen realen, sozialen und seelischen [[Beziehungen]] zum trotz als letztliche Kraft zum Durchsatz eines Projekts bestimmt, das Projekt damit also als rücksichtslos positioniert. Das können nur Projekte sein, die gegen Einspruch ihrer Umgebung entstehen sollen, die also [[fremdbestimmt]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille ist also nur unter der vollständigen Unabhängigkeit einer Beziehung und Entwicklung und [[Geschichte]] möglich und wird als Entschluss des &#039;&#039;freien Individuums&#039;&#039; betrachtet, das den Grund seines Handelns alleine aus sich heraus schöpfen können soll. Mit dem Begriff des Willens erweist sich demnach die Willensfreiheit als ein Prinzip der Beziehungslosigkeit, wird somit also also zu einer Willkür des Verlangens, welche als Grundlage der bürgerlichen [[Persönlichkeit]] in den Gesetzen und Regelwerken bürgerlicher Rechtsprechung unterstellt ist, als [[politische]] [[Bedingung]] der [[bürgerliche Gesellschaft]], als [[Selbstbestimmung]]srecht des Individuums zur [[Selbstverwirklichung]] einer [[privaten]] Persönlichkeit. Diese gründet allerdings nicht wirklich auf Unabhängigkeit, sondern auf [[Besitz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gedanken und Erkenntnisse sind immer frei, gleich, unter welchen Bedingungen sie entstehen. Das hat mit Willen nichts zu tun. Aber mit der Begrifflichkeit des Willens wird der [[Schein]] erweckt, als ob die Unabhängigkeit einer Beurteilung, die Selbstbestimmung des [[Denkens]], [[Erkennens]] und der menschlichen Entfaltung durch das &#039;&#039;Recht auf Willensfreiheit&#039;&#039; geschützt würde und sich ohne wirkliche Voraussetzung und Gründe zutragen könnte und hierzu gesellschaftslos, [[beziehung]]slos und [[gleichgültig]] wäre. Dies ist allerdings nur unter der Vorausssetzung von [[Geldbesitz]] möglich und drückt das Dasein gleich geltender [[Beziehungen]] darin aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Verblendung, welche der Willensbegriffs bezweckt, treibt inzwischen von Seiten der Hirnforschung weiter zu einer Naturalisierung der Entscheidungswillkür, die sich nun naturwissenschaftlich eingrenzen lassen soll. Solche Wissenschaftlichkeit wird immer dann politisch mobil, wenn die sozialen Lebensgründe für eine politische Diskussion schon entschwunden sind. So schreibt der Hirnforscher Roth, das „unbewusst arbeitende emotionale Erfahrungsgedächtnis“ gehe dem „Entstehen unserer Wünsche und Absichten“ voraus und habe auch das letzte Wort „bei der Entscheidung, ob das, was gewünscht wurde, ... getan werden soll. Diese Letztentscheidung fällt ein bis zwei Sekunden, bevor wir diese Entscheidung bewusst wahrnehmen und den Willen haben, die Handlung auszuführen.“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist die Logik einer Unmittelbarkeit, welche Unvermitteltheit absolut, Beziehungslosigkeit zur menschlichen Natur machen will. Das Gedächtnis als reines Hirn wird in Sekunden der Entscheidung tätig, ähnlich, wie der Adrenalinspiegel kurz vor einem Wutausbruch ansteigt. Wenn Zeit und Stoff nun Argumente sein sollen, dann besteht jede Agression nur aus bloßer Adrenalinausschüttung, wie jeder Willle aus bloßen Hirnregungen entspringt. Arme Wissenschaft! Wo habt ihr Euer Hirn? Hier handelt es sich wohl tatsächlich alleine um die Selbsterregung des Naturwissenschaftlerhirns! (vergl. hierzu auch Freerk Huisken [[Kritik der Bremer Hirnforschung]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zum [[Bedürfnis]], das sich als Verlangen [[subjektiv]] äußert, ist der Wille die Forderung, dass etwas so sein soll, wie es von einem Subjekt [[bestimmt]] wird als [[objektives Sollen]]. Da der Wille also immer auf objektive Bestimmung abzielt, beinhaltet er selbst die [[Notwendigkeit]], sich gegen [[Subjekte]], die dies nicht wollen, durchzusetzen. Da sich also die Subjekte über ihren Willen unendlich zu streiten hätten, in ihrem bloßen Willen sich also nur die Köpfe um ihre Bestimmungsmacht einschlagen müssten, um das zu erreichen, was jeweils für sie sein soll, bedarf es immer einer allgemeinen Form des Willens. Damit Wille überhaupt sich verwirklichen kann, muss entweder einer bestimmten Theorie als dessen allgemeiner Ausdruck zum Durchsatz gegen andere Theorien verholfen oder ein Abstimmungsprozesses über [[Meinungen]] vollzogen werden, in welchem die Subjekte einer anderen Meinung überstimmt werden, also zu [[Objekten]] der Mehrheitsmeinung, zu Objekten einer An[[zahl]] von Andersmeinenden gemacht werden (vergleiche [[Bürgerliche Demokratie]]). Der Wille ist somit immer Ausdruck eines [[politischen]] Prozesses oder einer politischen [[Theorie]], überhaupt das [[Wesen]] von politischem Verhalten, soweit es keine Bedürfnisse zu artikulieren vermag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der [[Idealismus]] ist die hervorragende Theorie, den Willen als Notwendigkeit eines [[Weltgeistes]], als objektives Sollen zu begründen. Aber auch in der Kritik des Idealismus, besonders im Nihilismus war der Wille als Anstachelung, als Stachel gegen die Lebensmüdigkeit begriffen worden (siehe Schopenhauer und [[Nietzsche]]). Und schließlich hat ihn auch der [[Existenzialismus]] als [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] im Angesicht des [[Todes]], als vermeintliche Lebensnotwendigkeit entdeckt (siehe [[Heidegger]]). Man sieht: Der Wille ist das liebste Kind des freien Intellekts. Hierin kann er sich unmittelbar politisch begreifen und [[identifizieren]]. Kein Wunder, dass solche I[[ntellekt]]uelle der Macht des Willens in der Form eines Reichsführers zugejubelt haben und die [[Bücherverbrennung]] der [[Nazis]] selbständig und freiwillig in Gang gesetzt hatten.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wille unterstellt immer schon etwas [[Ganzes]] - und sei es auch nur die [[Vorstellung]] eines ganz Andersseins als das, was ist. Der Wille äußert sich daher als [[Anspruch]] auf ein [[Sosein]], das ihm unterworfen sein soll, als ein Sollen, dem sich die Bedürfnisse zu unterwerfen haben. So [[absolut]] er in seiner Formulierung erscheint, so [[relativ]] aber ist er im Vermögen seiner Realisation. Ein Kind z.B. kann beliebig viel wollen; - im Erwachsenwerden lernt es, dass dies nur [[Sinn]] hat, wenn es das Vermögen hat, es zu gestalten, und die [[Mittel]], es zu verwirklichen - und das heißt, das kindliche Wollen als gesellschaftliches Begehren, als ein gesellschaftliches Bedürfnis zu entwickeln, das über dessen Vermittlung durch gesellschaftliche [[Arbeit]] auch die Chance zu seiner [[Befriedigung]] erfährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wille setzt sich [[objektiv]] in die Bestimmung eines [[Zwecks]] und setzt daher auch das Vermögen und die [[Mittel]] voraus, die ihm so äußerlich sind, wie ihm jedes Verlangen äußerlich ist. Er selbst ist unmittelbar und bestimmt schon vorhandene Mittel wie ein objektives Subjekt in dem Zweck, den er für sich verfolgt. Wenn sich der nicht erfüllt, so ist er sprichwörtlich außer sich. Der Wille verlangt nichts; er fordert alles. Er ist die Subjektform des [[Habens]] und also des [[Besitz]]standes, auch wenn diese nur als eine Vorstellung besteht. Er setzt die Welt als [[Gegebenheit]] voraus, wie sie gewollt sein kann, und reduziert sie zugleich in ihrer Vielfalt von Gewolltem und Ungewolltem auf diese Form, worin Menschen sie wollen können. Er verhält sich rein affirmativ fordernd, aber meist mächtig hierzu, begreift die Welt von vorneherein als sich untertan, und sieht daher das Bedürfen und Werden als Sache von Untertanen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab nicht den Willen, das Rad zu erfinden. Es wurde erfunden, weil es in der praktischen Notwendigkeit, im [[Bedürfnis]] der menschlichen [[Tätigkeit]] selbst sich als [[Vorstellung]] und Möglichkeit bildete und durch [[geschichtliche]] [[Tat]] wirklich gemacht, [[Wirklichkeit]] wurde. Bis heute wirkt diese Geschichte in unseren Lebensalltag hinein, auch wenn unsere [[Gewohnheiten]] dies zur bloßen Selbstverständlichkeit gemacht haben. Daran mögen sich viele neue Bedürfnisse entwickelt haben und entwickeln; sie sind nur möglich, weil es ist. [[Subjektives]] gründet auf vergangener [[Objektivität]] als praktische und sinnfällig gewordene [[Gegenständl]]ichkeit. Das Verlangen macht Geschichte; der Wille kann nur fordern, dass [[Mittel]] ihm verfügbar sein sollen. Er verwirklicht sich im [[Besitz]] und gründet zugleich auf diesem als dessen politische Allgemeinheit, als Wille des Besitzstands, welcher als [[politischer Wille]] auftritt und sich in einem [[Recht]]sverhältnis verwirklicht. Er ist somit die Zusammenkunft der Lebensverhältnisse und Lebensverfügungen des bürgerlichen Subjekts (siehe [[Bürgertum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bürgerliche [[Recht]] ist die Allgemeinform des Willens, welche das Recht auf Besitz so allgemein macht, wie es das [[Eigentum]] zur Privatheit einer Eigensinnigkeit herabsetzt. Der Wille ist darin formuliert als der sogenannte &#039;&#039;freie Wille&#039;&#039; zur &#039;&#039;Entfaltung der Persönlichkeit&#039;&#039;. Für die Person klingt das gut, sofern und wo es sie wirklich gibt. Woher sie kommt und wordurch sie lebt bleibt darin allerdings verborgen; der bürgerliche Staat wird ihr ihre wirkliche Beschränktheit zeigen müssen. Darauf gründet das Ganze. Es ist das Prinzip von Willkür des Besitzstandes, der sich natürlich als Selbstentfaltung begreift, die sich am Recht auf Selbstentfaltung der anderen beschränkt. Es ist das Recht widerstreitender Persönlichkeiten, die sich in der Beschränkung ihrer Entfaltung, also als Schranken ihrer Willkür erfahren. Wiewohl in diesem Recht das Willensverhältnis wie ein Verhältnis von Bedürftigkeiten verstanden sein soll, ist es doch nur ein [[Macht]]verhältnis privater Abgrenzungen und das Recht auf abgegrenztes Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein herrscht der Wille derer, die über allgemeine Mittel verfügen. Es herrscht der Wille des [[Geld]]besitzes. Durch diesen [[Besitz]] ist jeder Wille in seiner Verwirklichung beschränkt und wesentlich unterschieden vom [[Bedürfnis]], das als private Not sich in der bloßen [[Notwendigkeit]] sehen muss, dieses allgemeine Mittel zu erwerben. Vollkommen getrennt hiervon erscheint es selbst als Besessenheit nach Geld, wenn es seinen [[Sinn]] nicht bewahrt und der allgemeinen [[Abstraktion]] nicht widersteht. So konkret das Bedürfbnis, so abstrakt findet es sich in den Gegenständen seiner Befriedigung bestätigt, weil es darin sich in seiner Besessenheit vermittelt: Es will nur, was es haben kann. Als dieses beschränkt es sich selbst auf den einzelnen im Allgemeinen unterworfenen Willen; es abstrahiert von sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wille bezieht sich daher auch nicht gesellschaftlich konkret. Er drückt die Aussschließlichkeit von Individualität, die ausschließliche Persönlichkeit als Rechtsperson (siehe auch [[Gerechtigkeit]]) aus, welche den Warenhüter im Besitz von [[Gebrauchswerten]] auszeichnet, die er auf den Markt trägt: Was ihm Wille, ist dem anderen Sollen, was der eine hat, muss der andere begleichen. Allgemein ist Wille nur als Geldbesitz wirksam und also wirklich: Durch Geld kann alles gewollt werden und für Geld wird alles gemacht. Damit ist die Macht des Geldes selbst die wirkliche Basis des bürgerlichen Rechts, wie es vom Staat erlassen und sanktioniert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wird die Macht als die Basis des Rechts angenommen, wie es Hobbes etc. tun, so sind Recht, Gesetz pp. nur Symptom, Ausdruck anderer Verhältnisse, auf denen die Staatsmacht beruht. Das materielle Leben der Individuen, welches keineswegs von ihrem bloßen Willen abhängt, ihre Produktionsweise und die Verkehrsform, die sich wechselseitig bedingen, ist die reelle Basis des Staats und bleibt es auf allen Stufen, auf denen die Teilung der Arbeit und das Privateigentum noch nötig sind, ganz unabhängig vom Willen der Individuen. Diese wirklichen Verhältnisse sind keineswegs von der Staatsmacht geschaffen, sie sind vielmehr die sie schaffende Macht. Die unter diesen Verhältnissen herrschenden Individuen müssen, abgesehen davon, daß ihre Macht sich als Staat konstituieren muß, ihrem durch diese bestimmten Verhältnisse bedingten Willen einen allgemeinen Ausdruck als Staatswillen geben, als Gesetz - einen Ausdruck, dessen Inhalt immer durch die Verhältnisse dieser Klasse gegeben ist, wie das Privat- und Kriminalrecht aufs Klarste beweisen. So wenig es von ihrem idealistischen Willen oder Willkür abhängt, ob ihre Körper schwer sind, so wenig hängt es von ihm ab, ob sie ihren eignen Willen in der Form des Gesetzes durchsetzen und zugleich von der persönlichen Willkür jedes Einzelnen unter ihnen unabhängig setzen. Ihre persönliche Herrschaft muß sich zugleich als eine Durchschnittsherrschaft konstituieren. Ihre persönliche Macht beruht auf Lebensbedingungen, die sich als Vielen gemeinschaftliche entwickeln, deren Fortbestand sie als Herrschende gegen andere und zugleich als für Alle geltende zu behaupten haben. Der Ausdruck dieses durch ihre gemeinschaftlichen Interessen bedingten Willens ist das Gesetz. Gerade das Durchsetzen der voneinander unabhängigen Individuen und ihrer eignen Willen, das auf dieser Basis in ihrem Verhalten gegeneinander notwendig egoistisch ist, macht die Selbstverleugnung im Gesetz und Recht nötig, Selbstverleugnung im Ausnahmsfall, Selbstbehauptung ihrer Interessen im Durchschnittsfall (die daher nicht ihnen, sondern nur dem mit sich einigen Egoisten für Selbstverleugnung gilt). Dasselbe gilt von den beherrschten Klassen, von deren Willen es ebensowenig abhängt, ob Gesetz und Staat bestehen. Z.B. solange die Produktivkräfte noch nicht so weit entwickelt sind, um die Konkurrenz überflüssig zu machen, und deshalb die Konkurrenz immer wieder hervorrufen würden, solange würden die beherrschten Klassen das Unmögliche wollen, wenn sie den Willen hätten, die Konkurrenz und mit ihr Staat und Gesetz abzuschaffen. Übrigens entsteht dieser Wille, ehe die Verhältnisse so weit entwickelt sind, daß sie ihn produzieren können, auch nur in der Einbildung des Ideologen. Nachdem die Verhältnisse weit genug entwickelt waren, ihn zu produzieren, kann der Ideologe diesen Willen als einen bloß willkürlichen und daher zu allen Zeiten und unter allen Umständen faßbaren sich vorstellen. [[(MEW Bd. 3, S. 311f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wille kann agieren, aber er ist nicht, wie [[Nietzsche]] behauptet, als Wille aktiv und konstitutiv für das [[Leben]]. Dieses verläuft in der Erzeugung und Verwirklichung ([[Arbeit]]) von [[Bedürfnissen]]. Der Wille verlangt, dass etwas sein soll und ist die [[Reaktion]] auf einen [[Sinn]], der nicht ist, ein Moment aufgehobener Sinnlichkeit. Das Verlangen besteht im Willen nicht tätig und konstituierend, nicht begehrend und arbeitend, sondern als Anspruch, dass etwas so oder so zu [[sein]] hat. Daher bezieht sich der Wille auch nicht [[leidend]], als leidenschaftliche Beziehung zu dem, was ist, sondern als leidenschaftliche Selbstgewissheit, vermöge eigener Befähigung etwas außer sich einzufordern. Im Unterschied zum [[Bedürfnis]] bezieht sich der Wille nicht auf einen [[Gegenstand]], sondern auf das Nichtsein seiner [[selbst]] in der Welt und ist das Verlangen des [[Soseins]] dieser Welt, Verlangen, dass die Welt sei, wie sie für ihn sein soll. Er ist der Grund für die [[Selbstbehauptung]] in der Welt, zielt also notwendig auf die Befähigung durch eine [[Macht]], die über [[Objekte]] verfügt, welche das Erforderliche erfüllen oder herstellen müssen. Was dem einen Wille, ist dem andern Sollen. Von da her nutzt der Wille das Bestehende als Mittel und Objekt, wenn und weil er es durch soziale und politische Befähigung seinem Zweck unterwerfen kann. Es ist die [[Macht]], die ein Mensch unter bestimmten Bedingungen und Erfordernissen gesellschaftlich erhält oder zugesprochen bekommt, die ihn willkürlich sein lässt. In dieser Willkür steckt die Potenz individualisierter [[Subjektivität]], die gerne dann [[ideologisch]] erhoben wird, wenn die [[Objektivität]] weitgehend menschenlos erscheint. Es steckt der Neid und die Bewunderung des Subjekts darin, dass der Wille zur Natur des Lebens, zum natürwüchsigen Streben des subjektivierten Individuums über alles Bestehende hinaus verklärt wird, dessen Zugestehen lediglich durch äußere Kraft beschränkt werden kann (z.B. durch Kulturanforderung, gesellschaftliche Macht oder Herrenmenschen). Aber die Natur mag viel Sinn haben, ein Wille lässt sich dort nicht erkennen, weil sie keine Subjekt-Objektbeziehungen hat, weil sie eben selbst nur objektiver Sinn ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Willensverhältnis ist das &#039;&#039;eiserne&#039;&#039; Verfügungsverhältnis, worin ein Mensch verfügen kann, um zu haben, was seinem Willen entspricht, weil und solange alle wollen, dass sie potentiell verfügen können. Der Wille ist allgemein die reine Potenz der Verfügung und schließt daher in sich selbst die Notwendigkeit von Macht ein. Der &#039;&#039;Wille zur Macht&#039;&#039; ist daher eine Tautologie, die vertuschen soll, dass Wille gesellschaftlich zugestanden wird, dass er also schon das gesellschaftliche Verhältnis jene Macht enthält, die er angeblich erst erstrebt ([[Nietzsche]] hatte diese Tautologie zur exzessiven Einheit eines fiktiven Subjekts als Wille zur Macht getrieben). Der Wille ist die Beziehung des [[Besitzes]] auf [[Eigentum]]. Sie unterstellt Fremdes, das (an)geboten wird. Der Wille als Kategorie ist die Grundlage des bürgerlichen Rechts, das vor allem die Verhältnisse der Austauschbarkeit von Gütern des Lebens regelt: Das Besitzverhältnis. In diesem stehen sich Bedürfnis und Wille diametral gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne und als Widerpart zu den herrschenden Verhältnissen und ihrer [[Macht]] wird Wille auch in linke Diskussionen eingebracht, um an der Kritik der Macht ihre Wirkung zu entblößen (z.B. [[Foucault]]). Jedoch erweist sich die Kritik an dieser Macht, wenn sie nicht auf den Standpunkt des Bedürfnisses übergeht, sich schnell als Streit um die Macht, also selbst als Machtinteresse, das sich lediglich ohnmächtig gibt. Es beweist sich darin von selbst, dass sie kein Bedürfnis hat. Sie ist lediglich ob der Abgetrenntheit ihres Wollens beleidigt ([[Beleidigung]]). Andernfalls würde sie ihr Verlangen nicht als Verlangen auf andere Formen der Macht, sondern gegenständlich formulieren. Der Bezug auf die Formen der Macht ist ein politischer Wille ([[Politik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass eine Welt des Willens nur grausam sein kann, hat Schopenhauher in dem doppelten Sinn ausgeführt, dass es eine Welt sein muss, in welcher die Lebensvorstellungen der Menschen sich nur im Kampf eines jeden gegen den anderen durchsetzen kann, der ihm als Lebendigkeit und Bedrohlichkeit, Leben und Vernichtung in einem ist. Wille als Lebensprinzip stellt sich somit über jede andere [[Wahrheit]]. Dies hatte auf [[Nietzsches]] Denken großen Einfluss und zur Relativierung des Wahrheitsverständnisses selbst geführt. Die daraus resultierende Moral beläst das Grauen, das sie beschreibt, als Notwendigkeit der Entwicklung, die in einem radiklalem Elitebewusstsein gipfelt. Bei Nietzsche war die Notwendigkeit des Willens quasi die ontologische Rechtfertigung, diese Welt durch eine Herrenrasse zu ordnen, welche sich im Willen zur Macht durchsetzen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gleichsetzung des Willen mit Bedürfnissen der Menschen leugnet den Kern ihres Widerstreits. Sie ist die theoretische Grundlage für faschistoide Entwicklungen ([[Faschismus]]) und macht die Notwendigkeit zu einer [[Gesinnung]] aus, worin sich Menschen das allgemeine Wollen zu ihrem Bedürfnis machen. Sie ergibt sich aus einer allgemeinen [[Not]], welche der Kapitalismus in seinen [[Krisen]] zwanglaufig und final erzeugt und in denen die Bedürfnisse der Menschen nicht mehr befriedigt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Subjektiv]] ist der Wille die Reflektion von [[Sinn]]losigkeit in der [[bürgerlichen Kultur]]. Der Wille als der entäußerte Sinn ist die Tendenz, in welcher sich die bürgerliche Kultur mächtig macht, wenn sie allgemein wird. Der Wille ist im [[bürgerlichen Staa]][[t]] das Moment, worin die Kultur aufgehoben ist (neben der [[Macht]], welche ihn trägt). Durch die Vereinigung des Willens mit einem Not wendenden Verlangen als Allgemeinprinzip der Macht wird das Volk zu einem Körper ([[Volkskörper]]), dem sich keiner entziehen können soll und von daher jeder zur Bedürfnislosigkeit einer rechten Gesinnung verpflichtet ist. Der Wille wird so zu einer Kulturmacht, der sich als eine völkischen [[Ästhetik]] gibt (siehe [[ästhetischer Wille]]), die für die [[Gefühle]] der Menschen [[autoerotisch]] wirksam ist. Um ihr die erforderliche Macht zu verleihen, muss jeder Zweck des Handelns äußerlich durch eine politische Gewalt des richtigen, des guten Willens, durch eine politische [[Elite]] eines mächtigen Willens, eines Herrschaftswillens ([[Faschismus]]) formuliert werden, welche als [[Avantgarde]] der gesellschaftlichen Notwendigkeiten alle Entwickllung bestimmt. Diese hat sowohl in linken wie in rechten Bewegungen zur Volksbeherrschung geführt (s.a. [[Linksfaschismus]]).&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Vernunft hat immer existiert, nur nicht immer in der vernünftigen Form. Der Kritiker kann also an jede Form des theoretischen und praktischen Bewußtseins anknüpfen und aus den eigenen Formen der existierenden Wirklichkeit die wahre Wirklichkeit als ihr Sollen und ihren Endzweck entwickeln. [[(MEW 1, Seite 345)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Widerspruch]] stehen die Gegensätze abstrakt gegeneinander und also als [[widersinnige]] Positionen im Verhältnis. Es sind Unterschiede, die sich in ihrer Unbestimmtheit gegeneinander als bloße [[Positionen]] einer Widersinnigen Beziehung und also durch ihre bloße Formation zirkulär – und also tautologisch – verhalten. In ihrer Entegegensetzung eint sie lediglich die triste [[Tatsache]], dass sie sich um den Erhalt ihrer [[Substanz]] durch ihr bloßes [[Anderssein]] bemühen (siehe z.B. den Gegensatz von [[Gebrauchswert]] und [[Tauschwert]] als Positionen ihres [[Wertseins]]). In der Entgegensetzung ihrer [[Inhalte]] entsteht lediglich eine andere [[Form]] derselben [[Substanz]] (siehe auch [[schlechte Unendlichkeit]]). Und weil sie sich darin in der [[Beziehung]] gegensätzlicher [[Tatsachen]] zu einander [[verhalten]] (siehe auch [[Verhältnis]]), ziehen sie sich zugleich an und vereinen sich im [[Widerspruch]] ihrer [[Wirklichkeit]] durch die [[Auftrennung]] (Entzweiung) ihrer [[Elemente]] (siehe z.B. [[Teilung der Arbeit]]), worin sie deren [[abstrakt allgemeines]] (siehe [[Wesen]]) bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Widerspruch]] tritt die Unvernunft einer [[Abstraktion]] als [[widersinnige]] Einheit ihrer [[Positionen]] zwischen ihrer [[Form]] und ihren [[Inhalten]] auf. In einer [[Abstraktion]] finden sich die [[Gegensätze]] eines [[Widerspruchs]] in ihrer letzlichen [[Identität]], in ihrer [[Substanz]] [[vereint]]. Sie eröffnet darin den Zugang zum [[Material]] ihrer [[formellen]] Entgegensetzung als ein [[Äußeres]], ein drittes [[Wesen]] ihrer Gemeinschaft, das als bloße [[Form]] ihres [[Andersseins]] ihren [[Widerspruch]] zu einem [[Trieb]] ihrer [[Wirklichkeit]] [[aufhebt]] und vereint (siehe z.B, [[Wert]]), der sich als Wesen ihrer [[Tauschwerte]] in einer ihm eigentümlichen [[Form]] seiner [[Abstraktionskraft]] durchsetzt (siehe z.B. [[Wertform]]). Darin erfährt eine Vertauschung ihrer [[Form]] mit ihren [[allen gemeinen]] Inhalten eine [[Täuschung]] über ihr [[wirkliches]] [[Wesen]] eine eigenständige [[Bedeutung]] (siehe auch [[Verselbständigung]]) außer sich (siehe z.B. [[Fetisch]]), weil es in seiner [[Wirklichkeit]] nur [[abwesend]] sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[substanzielle]] [[Wirkung]] von [[Abstraktionen]] entsteht aus der &#039;&#039;Einheit der Gegensätze&#039;&#039; in [[widersprüchlichen]] [[Verhältnissen]]. Eine [[Abstraktion]] hat darin schließlich keinen anderen [[Inhalt]] als die [[allen gemeine]] [[Substenz]] der Entgegensetzung, als ihr [[abstrakt Allgemeines]], wie es abstrakt von seinen [[Inhalt]]Inhalten [[erscheint]]. Diese sehen also ab von den konkreten Unterschieden ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]], wie es eben [[reduziert]] auf die von ihrem [[inhaltliche]] abgezogene [[Beziehung]], auf ihre bloße [[Form]] ihrer [[Substanz]] [[erscheint]]. Durch die so gegründete [[Formbestimmung]] sind die wesentlichen Unterschiede ihrer [[Form]] nach [[aufhebung]], weil darin [[genichtet]] ist, was sie inhaltlich begründet hatte. Was ihre [[Beziehung]] in [[Wahrheit]] ausmacht, wird dadurch [[negiert]] und also zu [[Nichts]] als etwas Anderes, durch ihre [[Nichtung]] [[abwesend]], – aber bewahrt in ihrer [[verkehrung]], in einem [[Anderssein]] der [[Form]] an sich (siehe z.B. die Metamorphose des [[Gebrauchswerts]] in den [[Tauschwert]] als [[Dasein]] des [[Werts]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wirkung]] von [[Abstraktionen]] (siehe auch [[Wirklichkeit]]) entsteht aus der &#039;&#039;Eineit der Gegensätze&#039;&#039; in [[widersprüchlichen]] [[Verhältnissen]]. Eine [[Abstraktion]] hat daher keinen anderen [[Inhalt]] als die [[Substenz]] der Entgegensetzung. Sie sieht also ab von den konkreten Unterschieden ihres [[Gegenstand]] [[reduziert]] ihre [[inhaltliche]] [[Beziehung]] auf ihre bloße [[Form]] und hebt hierdurch ihre Unterschiede ihrer Form nach auf, indem sie das [[nichtet]], was diese inhaltlich begründet hatte. Was ihre [[Beziehung]] in [[Wahrheit]] ausmacht, wird dadurch zu [[Nichts]], durch ihre [[Nichtung]] [[abwesend]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrer [[Wirklichkeit]] besteht jede [[Beziehung]] durch ihre [[Einigkeit]] in und mit ihrer Welt unter den [[Bedingungen]] durch die sie möglich ist. Daher hat sie das [[Material]] ihrer [[Beziehung]] außer sich. Und dadurch ist sie auch zugleich in einem [[Verhältnis]] [[relativ]] zu sich, das sich [[substanziell]] durch ihr [[wahres]] [[Sein]] bestimmt [[verhält]]. Dieses ist durch seine [[Äußerungen]] so bestimmt, wie es außer sich auch nur in seiner [[Form]] [[wirklich]] [[da sein]] kann. Und wo etwas in seiner [[Beziehung]] auf und durch ein anderes [[Sein]] ist, wird es für sich zugleich durch die [[Form]] seines [[Andersseins]] bestimmt (siehe auch [[Formbestimmung]] ), an sich bestimmt und für sich unbestimmt zugleich, [[gleichgültig]] gegen seine [[inhaltliche]] [[Bestimmtheit]], an und für sich [[widersprüchlich]] bestimmt. Zwischen dem Einen und dem Anderen kann nur eine [[Abstraktion]] die Gegensätze in ihrer [[Substanz]] vereinen (siehe z.B. [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Sie stellt ihre [[Einheit]] als das [[abstrakte]] [[Wesen]] in seiner [[Allgemeinheit]], als ihre [[Begriffssubstanz]] dar und im [[Durchschnitt]] ihres Auftretens ihrer [[Einheit]] als ihre [[Begriffsgröße]] bemessen. In seiner [[Einzelheit]] [[identifiziert]] sich das Eine im Unterschied zu allen Anderen durch das, was es nicht für sich als [[Form]] für sich, schon aber nur durch Anderes außer sich sein kann (siehe hierzu auch [[Wert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widerspruch ist die [[Form]] einer Entzweiung, das gegen einander Auftreten von [[Inhalten]] derselben [[Substanz]] eines [[gemeinen]] [[Wesens]], das sich nurmehr [[abstrakt]] einig sein kann (siehe [[abstrakt Allgemeines]]). Jeder Widerspruch formuliert daher ein [[Wesen]], das nicht als das [[erscheint]], was es ist, das im [[Grunde]] aus [[Verhältnissen]] hervorgeht und [[verkehrt]], in denen es sich rein [[strukturell]], beziehungslos und [[äußerlich]] gegen seinen [[Inhalt]] [[verhält]] (siehe auch [[Strukturalismus]]). In der [[Form]] seiner [[Verhältnisse]] stellt es eine [[Wesensnot]] dar, in der sich seine [[Elemente]] [[aufheben]], von ihrer [[Substanz]] [[abstrahieren]], sich auf ihre [[abstrakte]] [[Substanz]] [[reduzieren]] (siehe z.B. [[abstrakt menschliche Arbeit]], [[abstrakt menschlicher Sinn]], [[abstrakt menschliche Gesellschaft]]). Ein Widerspruch ist die Vereinigung einer Entzweiung (siehe hierzu [[Dazwischensein]]), die sich [[widersinnig]] [[verhält]], weil sie von ihren [[Inhalten]] mehr oder weniger absehen muss (siehe auch [[Absicht]]), sie nur in einer [[Form]] bewahren kann, die nach deren Veränderung, nach einem von ihr [[bestimmten]] [[Anderssein]] drängt (siehe hierzu [[Formbestimmung]]). Diese [[Form]] verkörpert die [[abstrakte]] Einheit ihrer [[gegensätzlichen]] [[Inhalte]], das [[abstrakte allgemeine]] [[Wesen]] ihrer [[Substanz]], das allgemeine Wesen ihrer gegensinnigen [[Wirkungen]], das nurmehr als inhaltslose [[Kraft]] aus ihrer [[Negation]], aus der [[Abwesenheit]] ihrer inhaltlichen [[Beziehung]] gegen die Widersprüchlichkeit ihres [[Dasein]] drängt (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Anfang stand die [[Abstraktion]], die ihre [[Wirklichkeit]] entzweit, weil sie die [[Inhalte]] auf die [[Substanz]] ihrer [[Beziehungen]] [[reduziert]]. Weil in einem [[abstrakten]] [[Verhältnis]] sich daher die [[Form]] zunehmend entleert, sich von ihrem [[Inhalt]] ablösen muss, [[bestimmt]] sich das mit der [[Trennung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] seiner [[Beziehungen]] gespaltene Verhältnis nun auch [[wirklich]] [[abstrakt]]. Das somit veränderte [[Verhältnis]] [[reduziert]] die [[Qualität]] seiner [[Beziehungen]] und [[bestimmt]] schließlich sich selbst über die [[Masse]] ([[Quantität]]) ihrer [[Form]]. Diese entleert nun selbst ihre [[Verhältnisse]] und [[nichtet]] ihre [[inhalte]] durch das [[abstrakte]] [[Verhalten]] ihrer [[Vermittlung]] und wandelt ihre abstrakte [[Substanz]] zum [[Inhalt]] ihrer [[Form]]. Mit ihrer zunehmenden [[Verallgemeinerung]] [[bestimmt]] das schließlich auch die [[Inhalte]] ihrer [[Beziehungen]], die durch ihre [[Form]] (siehe [[Formbestimung]]) verkehren, weil sie durch ihre Allgemeinform selbst auch die [[Verkehrung]] des [[Wesens]] der einzelnen [[Beziehungen]] zu ihren von einander [[isolierten]] [[Inhalten]] betreiben. Das [[abwesende]] [[Wesen]] vermittelt dann das [[anwesende]] un bestimmt seine [[Beziehungen]]. Diese [[Schlussfolgerung]] hat Marx am Beispiel der [[Wertform]] aufgezeigt, wie und warum die [[abstrakt allgemeinen]] [[Beziehungen]] einer [[Äquivalentform]] durch die [[allgemeinen]] [[Bestimmungen]] der Gleichsetzung von [[Waren]], also über ihre an und für sich [[gleichgültige]] [[Vermittlung]] einer im [[Allgemeinen]] [[verselbständigten]] [[Form]]. So entsteht die [[allgemein]] besonderte [[Geldform]], die das [[abstrakt Allgemeine]] der [[Äquivalenzen]] als [[Wert]] der [[Tauschwerte]], die über ihre einfache [[Wertformen]] als [[Preise]] gegen die hierdurch vereinzelten [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]][[bestimmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[Abstraktionskraft]] ist doppelbödig, weil sie ihre [[Form]] durch ihren [[Inhalt]] und zugleich gegen ihn bestimmt und sich hierdurch zu einer immer mächtigeren [[Form]] [[verallgemeinert]]. Die [[Wirklichkeit]] einer [[Abstraktion]] wird daher von der mangelnden [[Substanz]], von ihrer [[abwesenden]] [[Inhalte]] betrieben, die sich im Vakuum betsiommungsloser [[Inhalte]], die sich als substnzielle Kraft ihrer existenzillen [[Tatsache]] gegen deren Nichtung zu einer bloßen [[Kraft]] ihrer , [[Abstraktion]], zu einer [[Abstraktionskraft]] [[verselbständigen]] . Die muss ihre [[negative]] Wirkung äußern und bestärken, um ihren Mangel durch bloße Anreicherung ihrer [[Masse]] auszugleichen. Beziehungslose Substanz kann allerdings nur eiee abstrakte Subbstanz sein, die ihre getrennten Inhalte als Bedingung ihrer Beziehungen allem zu Grunde lagt, was darin sich zu verwirklichen sucht. Als ein [[absrakt allgemeines]] [[Wesen]], als Wesen ihrer Abstraktion gewinnen solche [[Verhältnissedurch die Aufsammlungg zersplitterterBeziehungendie Macht einer massenhaften derAbstraktionals Verfügung über die Zusmmenhänge ihrervereinzeltenInhalteerfährt(siehe hierzuDialektik). JeallgemeinerdieseFormgegen ihre Inhalte zu einerverallgemeinertenForm wird, jeallgemeinerdieseVermittlungihrerInhaltenegiert wird, desto größer wird ihre Macht über dieEinzelheitenund desto stärker bildet sie mit Zunahme ihrerexistenzielleIsolationeine entleerteallgemeinheraus. Indem sie immer gleich geltender, alsogleichgültiggegen ihre vereinzeltenGewissheitenimmer ungewisser werden, aus denen sie ihren Zusammenhang haben, je ausgedehnter sie von ihren Inhalten absieht und von daher den Zusammenhang ihrerVerhältnissewesentlichabstraktbestimmt werden, als leereTatsacheihrer abstrakten Substanz verbleiben. Rein quantitativ wird sie daher zu einer übermächtigen Kraft ihrer Verhältnisse, zu derenabstrakter Allgemeinheit, derenWesenimEinzelnenimmerabwesenderist, sodass dasabstrakt Allgemeinezu einem allseits mächtigenWesenihrerqbstraktenSubstanzzu ihremTriebwird (siehe z.B.abstrakt menschliche Arbeit).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gegensätze]] sind Unterschiede, die sich gegeneinander [[positionieren]]. Und weil sie sich darin in einer [[Beziehung]] zu einander verhalten, ziehen sie sich zugleich an und vereinen sich in ihrem Gegensatz zu einm Widerspruch. Ein Widerspruch ist also das [[Verhältnis]] von [[Gegensätzen]], die sich aufeinander beziehen, die voneinander abhängig und daher durch einander bestimmt sind. Jede [[Position]] ist mit der anderen durch etwas verbunden, das ihre [[Einheit]] als eine [[Identität]] in ihrer [[Beziehung]] ausmacht, aber sich durch sie nicht [[wirklich]] vereinen lässt. Es ist ein gemeinsames Drittes, das ihre Verbindung [[substanziell]] ausmacht und dennoch weder das eine noch das andere [[wirklich]] sein kann, weil es darin nur [[abstrakt]] gegenwärtig, in seiner [[Wirklichkeit]] aber [[abwesend]] ist (siehe hierzu [[Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Widerspruch stellt sich ein [[Gegensatz]] dar, der unaufgelöst ist, der also in der Einheit seiner Gegensätze als [[Widersinn]] einer [[Entwicklung]] existiert, und darin als der [[Antrieb]] einer [[Notwendigkeit]] gegeben ist, ihn aufzulösen. Denn weil er in seinem Widerspruch sich sowohl gegen sich als auch gegen seine [[Beziehung]] auf andere [[verhält]], ist sein [[Wesen]] in [[Not]]. In seiner [[Wesensnot]] würde ein Widerspruch auf Dauer sein [[Dasein]] [[nichten]] (siehe hierzu [[Dialektik]]), wenn er keine eigene [[Form]] hierzu eingeht, zu einer [[Formbestimmung]] wird, in der er sich außer sich als etwas Drittes verwirklicht (siehe hierzu auch [[Wert]]). Der [[Kapitalismus]] beruht auf dem Widerspruch von [[Gebrauchswert]] und [[Tauschwert]] der [[Waren]], die nur durch ihre Verwertung als [[Geld]] [[gesellschaftlich]] [[existieren]] können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im juristischen Sinn ist ein Widerspruch ein Einspruch zu einer bestehende Aussage, in den Geisteswissenschaften allgemein eine logische Formulierung von etwas, das sich nicht eindeutig darstellt, was also als Einheit begriffen unwahr bleibt. Die unterschiedlichen [[Erkenntnistheorien]] erweisen den Unterschied ihres [[Wahrheits]]verständnisses besonders in dem, was sie unter Widerspruch verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Positivismus]] wird [[Wahrheit]] an der Eindeutigkeit einer Aussage bemessen. Daher wird hier ein Widerspruch im Anspruch auf die Ausschließlichkeit einer Aussage zu einer [[Sache]] im &#039;&#039;Satz vom Widerspruch&#039;&#039; verstanden, der besagen will, dass zwei einander widersprechende Aussagen nicht zugleich zutreffen können, im Grunde also nur als reine Gegensätze verstanden werden, deren Beziehung inhaltlich gleichgültig bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Denn es ist unmöglich, dass dasselbe demselben in derselben Beziehung zugleich zukomme und nicht zukomme. [...] Doch wir haben eben angenommen, es sei unmöglich, dass etwas zugleich sei und nicht sei. (Aristoteles: Metaphysik)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Abstrakton sind die [[Gegensätze]] eines [[Widerspruchs]] [[vereint]], in ihrer offenen Entgegensetzung durch ein [[äußeres]], ein drittes[[Wesen]] der [[Form]] ihres [[Andersseins]] [[aufgehoben]] (siehe z.B, [[Tauschwert]]), in ihrer [[Bedeutung]] [[Bedeutung]] außer sich (siehe z.B. [[Wert]]), in ihrer [[Wirklichkeit]] [[abwesend]]. Die [[Wirkung]] von Abstraktionen entsteht aus der &#039;&#039;Eineit der Gegensätze&#039;&#039; in [[widersprüchlichen]] [[Verhältnissen]]. Eine [[Abstraktion]] hat daher keinen anderen [[Inhalt]] als die [[Substenz]] der Entgegensetzung. Sie sieht also ab von den konkreten Unterschieden ihres [[Gegenstand]] [[reduziert]] ihre [[inhaltliche]] [[Beziehung]] auf ihre bloße [[Form]] und hebt hierdurch ihre Unterschiede ihrer Form nach auf, indem sie das [[nichtet]], was diese inhaltlich begründet hatte. Was ihre [[Beziehung]] in [[Wahrheit]] ausmacht, wird dadurch zu [[Nichts]], durch ihre [[Nichtung]] [[abwesend]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Denken zwischen [[Sein]] und [[Dasein]] der [[Gegensätze]] und die analytische Hinterfragung eines [[Widersinns]] ist damit ausgeschlossen. Karl Popper nahm dies als Grundlage für seinen kritischen Rationalismus her und verstand seine &#039;&#039;Trial-and-Error-Methode&#039;&#039; als die einzig legitime Erkenntnismethode des Denkens, die alles für wahr nimmt, was eindeutig existiert und alles abweist, was einen [[Widersinn]] verkörpert. Es ist dieser Satz als &#039;&#039;Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch&#039;&#039; überhaupt die Grundlage der formalen Logik. Wenn damit Gegensätze beschrieben werden, dann nur in eindeutig entgegenstehenden Positionen, die durch sich keinen Zusammenhang verkörpern, sondern diesen nur außer sich (z.B. statistisch) haben können. Die Schlussfolgerungen ergeben sich hier aus diesem äußeren Dafürhalten, das nur davon berichten und erzählen kann, was sich seinen [[Zahlen]] entnehmen lässt. Alles andere bliebe [[Ideologie]]. Jede Veränderung des [[Wissens]] ergibt sich nach diesem Wahrheitsverständnis durch eine Instruktion aus einem [[abstrakten]] Hypostasieren, die sich nicht aus einem [[Wissen]] beziehen lässt. Aber man kann kein Wissen durch etwas verändern, was nicht selbst [[Wissen]] sein kann. Jede Kritik, die [[wirkliche]] [[Wahrheit]] beansprucht, hat ein Wissen zu ihrem Inhalt, durch das sich ihre [[Vernunft]] bewähren muss. Die Hypothese des &#039;&#039;kritischen Rationalismus&#039;&#039; ist selbst widersprüchlich, denn will eine solche Rationalität wissenschaftlich sein, so widerspricht sie sich schon in in ihrem Ansatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade diese Eindeutigkeit der [[Reduktion]] auf ein derart durch seine [[Ausschließlichkeit]] vereinseitigtes Fakt ist die innigste Grundlage von [[Ideologie]] überhaupt. Darin bleibt z.B. [[Freiheit]] ohne [[Notwendigkeit]], Gleicheit ohne Unterschiedenheit, also immer etwas, was ohne seine Beziehung überhaupt kein wissenschaftliches Denken erfordert, eben eine bloße [[Idee]] von etwas ist, die sich aus jeglichem [[Dasein]] [[willkürlich]] beziehen lässt, weil sie kein anderes Sein haben könne. Es ist also das Denken in einer blinden [[Ontologie]], nach der alles so ist, wie es da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[dialektischen]] Verständnis von Zusammenhängen unterscheidet sich das Wahrheitsverständnis vom [[Positivismus]] durch die [[Beziehung]] der Gegensätze in ihrem [[Verhältnis]], durch die [[Substanz]], die den Zusammenhang der Gegenstätze in ihnen ausmacht. Für die [[Phänomenologie]] ist es das [[Wesentliche]], das aus dem [[Dasein]] eindeutig hervorscheint und durch einen [[eidetische Reduktion]] erkundet werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Hegel]] ist, an Kant anknüpfend, die [[Vernunft]] in sich schon widersprüchlich. Für die Hegelsche Philosophie ist gerade die Einheit der Gegensätze das treibende Moment seiner [[Logik]], die Grundlage einer logischen [[Entwicklung]], in der die [[Geschichte]] sich dadurch begründen solle, dass sie immer nur im Widerspruch mit sich selbst, sich in der [[Notwendigkeit]] ihrer Selbstveränderung ergeben würde. Hegel fasst die [[Bewegung]] der Geschichte selbst als [[Dialektik]] eines daseienden Widerspruchs auf. Hegels spekulative [[Theorie]] will die [[Idee]] des [[Geistes]] nachweisen, der sich durch seine Widersprüche hindurch, durch die Diremtion der Gegensätze entwickeln und sich hierdurch als Weltgeschichte verwirklichen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Hegelsche [[Logik]] somit alles [[Sein]] im [[Dasein]] als Geschichte seines Werdens aus einem historischen Ideal identifiziert, ist nach Marx der Widerspruch ein Moment, in dem sich gegensätzliche Positionen nicht weiterbringen, sondern sich aneinander [[aufheben]], anachronistisch werden (siehe [[Historischer Materialismus]]), und ihr Sein durch die [[Formbestimmung]] ihrer [[Abstraktion]] aufzehren (siehe [[Realabstraktion]]) und nur durch menschliche Praxis zu ihrem wahren [[Inhalt]], zu einer [[Emanzipation]] der Menschen im [[Fortschritt]] der materiellen Veränderung ihrer Lebensverhältnisse befördert wird, die in ihrer Form schon da, aber nur [[unwirklich]] existent ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiernach ist ein Widerspruch ein [[widersinniges]] [[Verhältnis]] der gesellschaftlichen Gegenwart, das sowohl im [[Allgemeinen]] sich &#039;&#039;im Kreis dreht&#039;&#039;, tautologisch ist, wie auch im [[Einzelnen]] [[wesen]]los erscheint. Weil seine [[wesen]]tliche [[Beziehung]] in dieser [[Erscheinung]] [[abwesend]] ist, sich selbst [[fremd]] wird, verwirklicht jeder Widerspruch einen [[substanz]]iellen Mangel an und durch sich selbst, der sich mit der [[Entwicklung]] seiner [[Inhalte]] in seiner [[Entfremdung]] aufzehrt, solange sie nicht [[wirklich]] erscheinen, nicht wirklich [[wahr]] sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo sich Inhalte widersprechen, also im [[Widerspruch]] zueinander stehen, reduziert sich ihre [[Beziehung]] auf ihre [[Identität]], in der ihre Inhalte sich aufheben, weil sie in diesem [[Verhältnis]] voneinander absehen müssen. Wenn man von [[Inhalten]] absieht, so bestärkt sich deren [[Form]]. Darin gleichen sich ihre Unterschiede so ab, wie sich ihr [[Verhältnis]] [[aufhebt]], also in [[Wirklichkeit]] nur in ihrer [[Substanz]] gleichbleibt (siehe hierzu [[Dialektik]]). [[Abstraktion]] ist die [[Form]] einer [[Gleichgültigkeit]], die [[Reduktion]] ihrer [[Inhalte]] auf sich in der leeren Form ihrer [[Substanz]], worin sie sich wesentlich identifizieren lassen. Von daher ist ihre [[Begriffssubstanz]], aus der sich ihr widersprüchliches Verhältnis aufklärt die [[Abstraktion]] selbst, die sich durch den [[Widerspruch]] erhält, solange dieser existiert (siehe auch [[absrakt menschliche Arbeit]], [[abstrakt menschlicher Sinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gegensätze]] müssen sich nicht widersprechen. So haben Mann und Frau z.B. gegensätzliche Geschlechtseigenschaften, jeweils einen anderen Sinn für sich, betreiben aber an sich keine widersprüchliche Verwirklichung. Im Widerspruch nämlich heben sich die Gegensätze auf. Ein Widerspruch ist ein [[Gegensatz]] innerhalb eines [[Ganzen]], in der [[Identität]] eines ganzen Zusammenhangs, Einheit der Gegensätze, die darin keinen Gegensatz mehr darstellen können, weil sie sich nur in ihrem [[Ausschluss]] aufeinander, also durch [[Nichts]] beziehen. Der Gegensatz ist auf diese Weise verwirklicht und zugleich vollständig [[aufgehoben]], weil das Entgegengesetzte für sich in seiner [[Ausschließlichkeit]] ein ganzer [[Teil]] sein soll, aber nur als [[Beziehung]] einer Entgegensetzung innerhalb eines [[Ganzen]] sein kann. Hierdurch ist weder das Eine ganz, noch das Andere ganz, weil das Eine als [[Position]] (oder [[These]]) dem Anderen [[Negation]] (oder [[Antithese]]), also von ihm nur abhängig und also nicht für sich sein kann, in seiner [[Anwesenheit]] zugleich [[abwesend]] ist. Das Eine ist nicht ohne das Andere und es scheint, als sei es erst aus der Entgegensetzung hervorgegangen, also darin entstanden, dass es sich aus dem Mangel gebildet hat, welchen es für sich gegenüber dem [[Ganzen]] hat. Innerhalb desselben Ganzen hat das Gegensätzliche Identität, ohne in dieser ganz zu sein, und bezieht sich daher auf andere Gegenstände als widersprüchliche [[Einheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Einheit herrscht Dumpfheit, die Verdunkelung, die Selbstaufhebung durch die Absehung von dem, was sich entgegensteht, die schnell zur [[Absicht]] einer [[Dummheit]] werden kann, sie unentwegt auch wirklich aufzuheben. Von daher kann es keine immanente Auflösung eines Widerspruchs geben. Das verlangt einen Abstand, eine [[Kritik]], die zum Grund einer [[Änderung]] wird, wenn sie das Andere im Widerspruch selbst schon als Refexion eines anderen Seins erkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne dies ist der Widerspruch ein doppeltes, sich entgegensetzendes, also sich in einer Selbstbegegnung befindliches [[Sein]], das seine Gegensätze substanzlos, also zu [[Nichts]] macht, indem sie diese auf ihre abstrakte Einheit [[reduziert]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]). Er beruht auf einer [[Ausschlusslogik]], die aus dem folgt, was inhaltlich durch sich selbst entgegengesetzt ist, sich im Kreis bewegt, in welchem sich das getrennte immer wieder als Wechselform, bzw. Formwechsel begegnet (siehe [[Dialektik]]). Weil das sich Widersprechende darin sich in der Form eint, und sich zugleich von sich selbst abstößt, kann es sich nur in einer doppelt bestimmte Form bewegen und muss von sich als [[Ganzes]] absehen, zudem es zugleich durch den [[Schmerz]] seiner Getrenntheit getrieben ist. Es muss von sich absehen (siehe [[Abstraktion]]), während es zu sich kommt, sich von daher selbst [[nichtet]] und die [[Aufhebung]] seiner Zersetzung nötig hat, nur um da sein zu können. Nur weil und solange es in sich doppelt bleibt, kann von einem sich selbst Widersprechen die Rede sein. Ein Widerspruch besteht also nicht aus dem Gegensatz als solchen, sondern aus einer [[Identität]] in der Entgegensetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Wirklichkeit]] ist ein Widerspruch eine reale [[Abstraktion]] (siehe [[Realabstraktion]]), die Einheit von Gegensätzen, in sich gegensinnige [[Wirkung]], gegensätzliche [[Bestimmtheit]]. Er hat darin seinen [[Begriff]], sowohl das Eine wie auch das Andere zu sein und das Eine im Anderen aufzuheben. Dies setzt es in eine [[Form]], in welcher es den Mangel hat, nicht sein zu können, was es ist. Es ist ein Prozess der [[Abstraktion]] (s.a. [[Realabstraktion]]), in welchem der Widerspruch verläuft, indem sich die sich aufhebende [[Substanz]] als [[Form]] jedem [[Inhalt]] überstellt, ihn [[formbestimmt]]: Es muss anderes enthalten und doch selbst sein und es kann nicht sein, weil es anderes zu formulieren hat. Den Mangel löst es in seinen Bezug auf ganz Anderes, also darin, dass es anderes dazu bestimmt, hierfür da zu sein. Der Widerspruch tritt in die Welt der Gegenstände mit dem Bestreben, seinen Mangel zu beheben, indem er sie in sich aufnimmt, sie zu seinem Stoff macht. Alle Sachen einer solche Welt sind nur, was die Widersprüchlichkeit ihrer Beziehung ausmacht und sie haben darin eine Einheit, die nichts ist, was Menschen sind, etwas, das nicht von und für Menschen ist, abstrakter Gegenstand, der durch ihr Tun geworden, aber nicht wirklicher Gegenstand ist (siehe hierzu z.B. Warenfetisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den verschiedenen Denkpositionen wird Widerspruch auch in verschiedenen Bezügen verstanden. So ist bei Hegel der Widerspruch das Werden der Entfaltung, das auseinander hervortreten der Ideen in der reinen Entgegensetzung ihres Seins und Nichtseins, welche die Diremtion des Geistes zu einem Anderssein erst ausmacht und in der Rückkunft auf das Ganze sich in neuer Qualität einigt. Hierauf gründet die Hegelsche Dialektik als systematische Logik. Bei Marx ist der Widerspruch geschichtliche Form der wirklichen Entgegensetzung abstrakter Vermittlung: Dasein abstrakter Gesellschaft, die in der Enfremdung vom Menschen fremde Kraft, weil fremde Identität hat und menschlich wird, wenn sich die Menschen gegen die Abstraktion ihrer Gesellschaft wenden (siehe Wert) und ihre wirklichen Beziehungen erfüllen, sich in ihren gesellschaftlichen Beziehungen verwirklichen. Widerspruch ist hier wirklicher Kampf der Gegensätze in der wirklichen Geschichte der Menschen (siehe auch Klassenkampf).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In anderen Wissenschaften werden Widersprüche oft als Dualismen mit übergeschichtlicher Qualität aufgefasst (z.B. Lust und Realität), die sich im Konkreten lediglich zu Kompromissen modifizieren. Wann ein [[Gegensatz]] wirklich Widerspruch ist, lässt sich nicht einfach klären. Himmel und Hölle mögen sehr gegensätzlich sein; letztlich sind sie aber nur Vorstellungen von Antagonismen und - selbst wenn sie in der Bibel ihre Verbundenheit durch die Geschichte vom Teufel, dem gefallenen Engel, bekommen - in keinem wirklichen Zusammenhang stehen: Sie reflektieren sich zwar aneinander, aber sie verändern sich nicht. Der Widerspruch ist vor allem eine Beziehung und enthält sein Werden und Vergehen wie Fortschritt oder Rückschritt seiner Geschichte, [[Wirklichkeit]] oder Farce, [[Wahrheit]] oder [[Täuschung]].&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Navigation [[ein]] | [[aus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertkritik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wenn der Gedanke radikaler Kritik durchgehalten werden soll, muss er sich der Verführbarkeit durch sogenannte „Praxis“ entziehen. (Robert Kurz, 2007)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mahnend wie der Patriarch einer katholischen Glaubenskongregation verteidigt Robert Kurz in obigem Zitat aus seinem neuesten Text mit dem vielsagenden Titel &#039;&#039;[[Über den Unwert des Unwissens]]&#039;&#039; die wahre Lehre von der &#039;&#039;radikalen Kritik&#039;&#039;. So, als ob seine Kritik einen Wert des Unwissens oder einen Unwert des Wissens oder beides in einem zu verteidigen habe, wendet er sich gegen den nun als kleinbürgerlich erkannten Glauben an die &#039;&#039;Keimformen&#039;&#039; der [[Information]]stechnologie für eine neue Gesellschaft, wenn sie denn nur lizenzfrei wäre und sich von daher als Kapitalismus transzendierdendes Allgemeingut der erweiterten Intelligenz erweisen könnte. Besonders heftig wendet er sich immer gegen die Geister, die er selbst beschworen und gerufen hatte. Und da hat er dann natürlich auch immer Recht: Schon die Behauptung, dass die postmoderne Gesellschaft eine [[Informationsgesellschaft]] sei und darin auch das Potenzial zur Überwindung des [[Kapitalismus]], eine &#039;&#039;Keimform einer neuen Gesellschaft&#039;&#039; läge, ist zweifellos die kleinbürgerliche Interpretation des neoliberalen Anliegens, solcher Gesellschaft einen aparten Sinn zu verleihen, der sie schon per se als Merkmal einer neuen Epoche auszeichnen würde. Man hätte es in wenigen Sätzen klarstelen können, wäre da nicht die eigene Position mit thematisisert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch eine solche Kraftaufwendung der Kritik ist eine endlos um die eigenen Fehler kreisende Bewegung, um die Beliebigkeit einer behaupteten Wahrheit und Lehre, welche als eine &#039;&#039;neue&#039;&#039; Position für eine &#039;&#039;radikale Linke&#039;&#039; vorgelegt worden war. Sie ist längst zu einer unendlichen Kritik geworden, die eigentlich von vornherein dazu auch bestimmt war: &#039;&#039;Kritik der negativen Vergesellschaftungs-Totalität ist ... kategoriale Kritik, d.h. Kritik des kategorialen Zusammenhangs, in dem sich der Kapitalismus als warenproduzierendes Patriarchat darstellt und an seine innere Schranke stößt. (eben da S. 2)&#039;&#039; Dazu hatte ja auch Roswita Scholz mit ihrem Buch &#039;&#039;Der Wert ist der Mann&#039;&#039; beigetragen, die mit rassistischer Buchtitelei kein Problem zu haben scheint, hinter welcher sich unendliche Kategorien der angeblich weiblichen Negation des Negativen auftürmen (&#039;&#039;Wertabspaltungen&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Einführung eines &#039;&#039;esoterischen Marxes&#039;&#039; wollten die Wertkritiker einen &#039;&#039;doppelten Marx&#039;&#039; überwinden, der in einigen Texten die menschliche Arbeit als Not der Gegenwart für überwindbar, das Streben nach deren Aufhebung für ein wesentliches Moment der menschlichen Geschichte gehalten hatte, der aber zugleich als Vertreter einer &#039;&#039;Arbeitsontologie&#039;&#039; in seinem Hauptwerk, dem Kapital, denunziert wird, weil darin steht, dass [[Arbeit]] eine bleibende Bedingung zur Herstelung von Gegenstönden der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse ist. Darin läge denn auch der &#039;&#039;Fehler der [[Arbeiterbewegung]]&#039;&#039; begründet, die aus dem arbeitenden Subjekt ein Subjekt der Arbeit gemacht hatte, das sich lediglich an die Stelle des Kapitals drängen wollte. Doch gerade jenen Fehler hatte Marx schon zur Gründung der SPD im Gothaer Programm heftig kritisiert. Wer die Wirtschaft nicht als einen Aufhebungsprozess des Arbeitsaufwands, als ein Minimierungsstreben der notwendigen Aufwendungen für menschliche Bedürfnisse begreifen kann, der bleibt natürlich ohne einen Verstand für [[Wirtschaft]] und Wirtschaftlichkeit, die im Verlangen besteht, Arbeit überflüssig zu machen und gerade von daher vom Kapital als &#039;&#039;tote Arbeit&#039;&#039; politisch fixiert wird. Es erhellen aus diesem Grund die Aussagen von Marx über [[Arbeit]] und menschliche [[Geschichte]] das Verhältnis von [[Notwendigkeit]] und [[Freiheit]] menschlicher Lebenpraxis überhaupt (siehe auch [[historischer Materialismus]]), wie auch die Notwendigkeit, die politische Wirklichkeit der kapitalistischen Wirtschaft zum Gegenstand der Kritik zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der eingangs zitierte Satz zeigt hiergegen kurz und bündig, was die sogenannte Wertkritik - zumindest in Auffassung, Sprache und Duktus ihres vermeintlichen Gründers Robert Kurz - sein will: Ein Gedanke, der sich gegen die Verführbarkeit durch das Praktische zur Wehr setzen muss - ergo: Eine Idee, die sich hier als Kategorie, als &#039;&#039;Kritik des kategorialen Zusammenhangs&#039;&#039; darstellen soll. Nicht die Analyse des praktischen &#039;&#039;Werkeltags der Menschen&#039;&#039; (Marx) und die hierdurch erwirkte Veränderung dieser Lebenspraxis durch die [[Kritik]] der darin mächtigen Politik und deren Ideologie steht hier im Sinn, sondern ein &#039;&#039;kategorialer Zusammenhang&#039;&#039; als eine zu kritisierende [[Idee]], welche als &#039;&#039;abgewiesener Vater des Gedankens&#039;&#039; letztlich eigenes Denken als solches bewahrheiten und bestätigen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;WertkritikerInnen&#039;&#039; verstehen sich als eine &#039;&#039;postmarxistische Theorie der modernen Warengesellschaft&#039;&#039;. Sie vertreten die wesentlich von [[Adorno]] eingebrachte Auffassung, dass die Menschen im Kapitalismus vor allem durch einen &#039;&#039;Verblendungszusammenhang&#039;&#039; bestimmt sind, der als Blendwerk des Kapitalismus als solchem abzuweisen ist. Sie beziehen sich hierbei auf den von [[Karl Marx]] beschriebenen [[Warenfetischismus]], worin Marx eine Analogie der Verkehrungen der ökonomischen Verhältnisse einer Tauschgesellschaft im Bewusstsein der Menschen formuliert hatte, um dessen Fixationen an die herrschende Politik zu kennzeichnen. Als &#039;&#039;Verblendung&#039;&#039; formuliert wird dies allerdings zu einem eigenen psychologischen Prozess der &#039;&#039;[[Fetischisierung]]&#039;&#039; und damit zu einem selbständigen Gegenstand - eigens für Philosophen, Psychologen und Theologen geschaffen. &#039;&#039;[[Verblendungszusammenhang]]&#039;&#039; ist ein ebensolches Unwort wie &#039;&#039;Fetischisierung&#039;&#039;. Es unterstellt den von einer Bewusstseinsmacht (bei Adorno die Kulturindustrie) geblendeten, also den gegen seine eigene Wirklichkeit getäuschten Menschen, der zugleich einem &#039;&#039;Zusammenhang&#039;&#039; des Blendwerks, einer [[Ästhetik]] der Fremdbestimmung ausgeliefert sei, welche eine eigene Sphäre, sozusagen die Ätherik eines erkenntnistheoretischen Widerspruchs zum Lebenselixier haben müsste. Doch Marx ging es nicht um eine esoterische Theorie des Widerspruchs, sondern um die Aufdeckung eines wirklichen Täuschungszusammenhangs: Dem Warentausch, welcher die Verkehrung des Reichtums einer Gesellschaft in die Armut von Menschen bewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verblendung heißt bei den WertkritikerInnen die &#039;&#039;Fetischisierung&#039;&#039; aller Konsum- und Arbeitsverhältnisse. Diese Kritik des Kapitalismus als ganzes Arbeitsverhältnis (also nicht die [[Kritik der politischen Ökonomie]], welche die politische [[Formbestimmtheit]] der [[Arbeit]] durch das Kapital kritisiert) wird heute noch von der Gruppe Krisis und der Gruppe Exit vertreten, die sich wiederum in der Beziehung auf &#039;&#039;das bürgerliche Subjekt&#039;&#039; unterscheiden. Als frühere Abspaltung kann man auch die [[Antideutschen]] ansehen. Allen gemeinsam ist der positive Bezug auf Moishe [[Postone]], der als Neuinterpret des [[Marxismus]] angesehen wird. Er hatte darauf hingewiesen, dass die Überwindung des Kapitalverhältnisses sich nicht aus der Immanenz der Klassenkämpfe darin ergeben könne. Das zeigte auf, dass die in der Arbeiterbewegung - besonders von Lenin - betriebene Identifikation des Proletariats als das [[Subjekt]] einer neuen Gesellschaft nichts mit der wissenschaftichen Darstellung von [[Marx]] zu tun hat. Soweit ist das richtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Wertkritik wird dessen Position allerdings zu einer grundlegende Kritik der [[Arbeiterbewegung]] fortgetrieben, die sich nicht nur auf solche Fehler derselben, sondern auf ihre gedanklichen Fundamente überhaupt ausweitete, die durch eine konkretistische Denkweise den Abstraktionsprozess des Kapitals nicht erkannt habe. Durch die Idealisierung des &#039;&#039;proletarischen Subjekts&#039;&#039; sei ein Interesse an der Selbstverwertung entstanden, die kompensatorischen Charakter habe, durch welche die die Position eines &#039;&#039;Klassenstandpunkts&#039;&#039; sich gegen die emanzipatorischen Interessen der Menschen selbst gerichtet habe. Diese Kritik am Leninismus ist rcihtig, wird aber von Robert Kurz völlig ohne Notwendigkeit dahin positiv gewendet, dass die Arbeit selbst bekämpft werden müsse und bekämpfbar sei. Darin liege das emanzipatorische Moment der Überwindung des Kapitalismus und der Fehler der bisherigen linken Theorie läge darin, dass bisher lediglich deren Form als [[Lohnarbeit]] bekämpft worden sei und dies nicht mit einer Kritik der Arbeit selbst verbunden worden wäre. Richtig ist an dieser Behauptung lediglich, dass der leninistische Flügel der Arbeiterbewegung sich tatsächlich durch ihren Proletarismus und den daraus abgeleiteten Organisationsformen (Parteiaufbau) in dieser Selbstverstümmelung eines an sich emanzipatorischen Ansatzes verfangen hatte. Aber in der Arbeiterbewegung selbst (z.B. Lotta continua, Arbeitersache und ähnlichen Gliederungen) wurde auch diese Diskussion geführt und selbst die Gewerkschaften sahen das wesentlich fortschrittliche Moment im Kampf um die Länge des Arbeitstags. Darin hatte auch [[Marx]] das sprengende Moment des Kapitalismus gesehen und dioes auch im Kapital behandelt. Doch er war eben auch davon ausgegangen, dass sich in der Immanenz dieser Kämpfe selbst die Transzendenz dadurch eröffne, dass das Kapital sich notwendig der Kürzung des Arbeitstags widersetzen und darin seinen Anachronismus offenbahren muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber solche geschichtliche Reflexion des Kapitalismus aus der Sicht des [[historischen Materialismus]], welchem eine solche Festsstellung inwendig ist, war von Robert Kurz ebenfalls aufgelöst worden. Im Brennpunkt stand daher in seiner nun &#039;&#039;neu&#039;&#039; begründeten Kritik des [[Kapitalismus]] überhaupt nicht mehr das Verhältnis von [[Lohnarbeit]] und [[Kapital]], sondern lediglich die &#039;&#039;Warenförmigkeit&#039;&#039; der kapitalistischen Gesellschaft als solche. Diese sei von jenem Verhältnis unterscheidbar, weil sie nicht substanziell organisch zu begreifen wäre, sondern als hiervon völlig unabhängige [[Wertform]]. Deren substanzielle Herkunft aus dem [[Ware]]ntausch von [[Arbeitsprodukten]] verschwände voll und ganz im [[Wert]] als wirkliche [[Abstraktion]] und habe daher nichts mehr damit zu tun. Lohnarbeit sei dem Kapital immer immanent (wer will das schon bestreiten?) und daher (!) für eine Kritik des [[Kapitalismus]] als Gesellschaftsform nicht geeignet. [[Gegenstand]] der Kritik sei daher auch keine [[Formbestimmung]], sondern deren Substanzialität selbst: Arbeit schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fehler läge schon in einer Ambilanz, die bei Marx zu finden sei. Man müsse daher die Seite von [[Marx]], in der es um Arbeit als &#039;&#039;notwendigen Prozess der Naturaneignung&#039;&#039; ginge, &#039;&#039;überwinden&#039;&#039;. Damit allerdings musste man auch den Bezug zur Ökonomie selbst überwinden, denn diese ist die Wissenschaft der Haushaltung mit [[Arbeit]] (siehe [[Wirtschaft]]). Aus der marxistischen &#039;&#039;[[Kritik der politischen Ökonomie]]&#039;&#039; wurde auf diese Weise eine Psychologie des [[Subjekts]], das ein falsches [[Bewusstsein]] dadurch habe, dass es sich dem &#039;&#039;Arbeitsfetisch&#039;&#039; ergeben habe. Der Konkretismus des Notwendigen sei selbst schon &#039;&#039;fetischistisch&#039;&#039; und hätte sowohl dem [[Faschismus]] wie auch dem [[proletarischen Staat]] des Leninismus nicht nur als Legitimation der Macht gedient, sondern diese politischen Formationen auch selbst [[ideologisch]] begründet. Postones Kritik ist asoziativ, nicht minder konkretistisch - bzw. phänomenologisch. Aus ihr erging eine angeblich &#039;&#039;marxistische&#039;&#039; Neudefinition des [[Antisemitismus]], die man leicht mit [[Adornos]] antifaschistischen Imperativ zur Übereinstimmung bringen konnte als &#039;&#039;strukturellen Antisemitismus&#039;&#039;, welcher durch die Hochschätzung der Arbeit (&#039;&#039;Arbeit macht frei&#039;&#039;) schon gegeben sei. Von daher sei die Kritik der Arbeit selbst das notwendige Mittel um zu verhindern, dass &#039;&#039;das Undenkbare&#039;&#039; nochmal geschehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche phänomenologischen Betrachtungen wurden als theoretische Nachbearbeitung des [[Marxismus]] ausgegeben und hatten schlimme Folgen in der Umfänglichkeit der Abweisung marxistischen Wissens. Das betrifft besonders die Theorie einer [[Klassengesellschaft]] und der [[Ausbeutung]] der menschlichen Arbeit, weiterhin auch der Kämpfe um die Selbsterhaltung, der Lohnkämpfe, die insgesamt nur der Regeneration des Kapitalverhältnisses dienen würden und von daher kein Ausgangspunkt politischer Reflexion sein könne. Zudem sei [[Arbeit]] selbst schon &#039;&#039;kapitalförmig&#039;&#039;, weil sie immer auf Knechtung des Menschen beruhe, und die Überwindung des [[Kapitalismus]] sei daher identisch mit der Aufhebung der Arbeit überhaupt, nicht - wie bei Marx -als Implikat der Kritik ihrer theoretischen Substanzialisierung durch die Nationalökonomie, sondern unmittelbar wirklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Besonderheit gilt bei den WertkritikerInnen die sogg. Wertabspaltungstheorie, wodurch sich die Heraussetzung der [[Subjektivität]] aus den Wertverhältnissen begründen würde, allerdings in der Form, dass dies das [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] selbst bestimme. Die Frauen würden hierdurch von den Männern benutzt, damit diese das Patriarchat, womit das Kapital zu identifizieren sei, stützen und sich ihm dienstbar halten. Durch die Frauen würden sich also letztlich dessen Verwertungsinteressen erhalten und durchsetzen, welche ihre subjektiven Fähigkeiten, Liebe und Kindererziehung usw. einbringen, damit das Leben unter der Macht der Wertbestimmung bestehen kann. &#039;&#039;Der Wert ist der Mann&#039;&#039; hat Roswitha Scholz daher ihr wichtigstes Buch genannt, das in der Wertkritik eine tragende Rolle gespielt hat und spielt. Ebenso gelten die Werke von Robert Kurz und Moshe Postone weiterhin als Basis der Wertkritik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn Postone einige problematische Themen der Arbeiterbewegung richtig anschneidet (verkürzt auf einige avantgardistische Positionen bezogen), so beruht seine Kritik doch auf einer brüchigen und relativ willkürlichen intellektuellen Marx-Rezeption, die insgesamt eine ziemlich hinterhältige Marx-Revision ist - vor allem dadurch, dass er die Resultate der Marx&#039;schen Analyse des Kapitalverhältnisses, die [[Wertform]] und den Wertbegriff, von ihren substanziellen Aussagen entkernt (siehe [[Wertsubstanz]]) und den Arbeitsbegriff aus seiner geschichtlichen Bedeutung enthebt und zur Erscheinungsform des Werts selbst macht (Arbeit selbst sei schon Wertabstraktion). Hierdurch gerät seine Marx-Interpretation zu einer [[monistischen]] Theorie des Werts mit den realen Erscheinungen des Kapitalismus und des [[bewertenden]] [[Bewusstseins]] (siehe z.B. [[Antisemitismus]]) zu assoziieren (siehe hierzu auch Karl Reiter ) und ihn im Wesentlichen auf den [[Warenfetischismus]] zu reduzieren. Hierdurch entstehen Assoziationen zwischen Bewusstseinsakten und Sachverhältnissen, die über einen [[Fetisch]]begriff verschmolzen werden, der in etwa dem Begriff der [[Verdinglichung]] bei [[Adorno]] folgt. Dieser hatte die ästhetischen Kulturphänomene des Kapitalismus als Ausfluss des unmittelbaren Interesses einer Kulturindustrie angesehen, welche die Verdinglichung der Menschen betreibe. Darin werden Subjekte erzeugt, die Objekte sind, also Subjekte, die ihrer eigenen Subjektivität widersprechen. Von da her hatte Adorno den Warenfetischismus als quasi psychologisches Phänomen der Warenproduktion angesehen und als Grundlage seiner &#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039; genommen. Die WertkritikerInnen führen dies über in eine Psychologisierung der Kritik überhaupt, indem sie die &#039;&#039;Subjekte&#039;&#039; in Männer und Frauen aufteilen und die Männer selbst zum Gegenstand ihrer Kritik machen und sie als Subjekte des Werts angreifen. Letztlich ist damit nicht ihr Leben wertbestimmt und ihre Ideologien sind nicht Selbsttäuschung über ein materiell und kulturelle unglückliches Leben. Es wird deren Bewusstsein und Tätigkeit selbst zu unmittelbarer Verwertungsbedingung. Man könne dem nicht einfach durch Bewusstsein begegnen (das sei [[Aufklärung]]), sondern müsse es selbst als Wertträger angehen, solche &#039;&#039;Subjekte&#039;&#039; einer &#039;&#039;radikalen Kritik&#039;&#039; unterziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Subjekt wird hierdurch aus dem Widerspruch herausgenommen, in welchem Subjektivität im Kapitalismus vorkommt, und negativ totalisiert, selbst zu einer mächtigen Pseudobjektivität. Hierdurch erscheint Kritik als etwas Ganzes, das sich jeder Analyse entziehen kann, sich letztlich nicht mehr als Bewusstsein über diese Welt begründen und beweisen muss. Es ist durch seine Totalität selbst schon radikal: An der Wurzel des Problems. Solche Wurzeln der Kritik kennt man schon. Aber das ist nicht wirklich radikale Kritik. Es ist das Design von Radikalität, das sich durch Phänomenologiesierung hervortut, weil nicht wirklich gedacht werden konnte, was gemeint werden soll: Die Menschen kleben an den Problemen ihrer Existenz wie die Fliegen an der Leimstange. Indem man sozusagen aufs Ganze geht und ihnen eine selbstverschuldete Macht unterstellt, löst man jede Objektivität auf. Es wird auf diese Weise ein unterschiedsloser Umfang erzeugt, der das Wesen der Widersprüchlichkeiten ersetzen soll.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Umfangslogik liegt ja auch der Kern des phänomenologischen Verstandes, der zum Wesen macht, was der Form nach allem gemein ist. So wie Wert mit Arbeit schlechthin gleichgesetzt wird, so wird das widersprüchliche Subjekt zum Subjekt schlechthin: Ein Wesen, dessen Kritik überhaupt ansteht. Der Begriff von einem Widerspruch, der im dialektischen Denken erkannt wird, ist hier nicht mehr vonnöten: Jeder, der was gegen Arbeit hat, ist dann kritisch, jeder, der nicht subjektiv sein kann, ist dann objektiv. Tatsächlich verbirgt sich ein abgehobener Objektivismus in der Absicht solcher Rede, der dem der Aufklärung, die doch schon im Bündnis mit dem Nazismus in der Dialektik der Aufklärung begriffen wird, in nichts nachsteht.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx hatte den Warenfetischismus aus der [[Wertform]] als Verkehrung der Sachbeziehungen in der Geldform abgeleitet, als [[notwendigen Schein]] der Wertverhältnisse, der darauf gründet, „dass die relative Wertform zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, zur Äquivalentform“ wird. In den festen Vorstellungen des [[praktischen Bewusstseins]] von diesen Verhältnissen stellt sich das daher auch so dar, wie es ist, dass nämlich die Warenform „den Menschen die gesellschaftlichen Charaktere ihrer eigenen Arbeit als gegenständliche Charaktere der Arbeitsprodukte selbst, als gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge zurückspiegelt, daher auch das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen.&#039;&#039; (MEW 23, 86)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bei Marx auf die Analyse der [[Waren]]verhältnisse bezogen war, um ihren Schein zu durchdringen, wurde in der adornitischen Rezeption zu einer Psychologie des Falschen schlechthin, die Wahrheit hierüber zum Jenseits dieser Welt, zu einem richtigen Leben, das nicht in den Widersprüchen der Wirklichkeit inbegriffen ist, sondern aus ihnen herausgesetzt ist als das Andere, als eine Wahrheit, die „nicht von dieser Welt sein kann“ ([[Adorno]]). Solche Theologisierung des Warenverhältnisses (siehe hierzu auch [[Negative Dialektik]])betreiben auch die Wertkritiker, die sich darauf beschränken, den Menschen ihr falsches [[Bewusstsein]] als solches vorzuhalten, als eine [[Ideologie]] (siehe [[Ideologiekritik]]), welche einfach nur falsch ist (was natürlich nicht unbedingt Wissen durch Analyse, sondern vor allem richtiges Bewusstsein, also Ideologie, Logos des Idealen, impliziert). Der Fetischisierungsvorwurf ersetzt hierbei die konkrete Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus als ein wirkliches gesellschaftliches [[Leben]]sverhältnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit erscheint in der intellektuellen Assoziation abgeleitet, was in rein bildhafter Beziehung sehr willkürlich steht. Weder wird dessen [[Formbestimmung]] nachgewiesen, noch dessen [[Erscheinung]] substanziell begründet, als notwendiger [[Schein]] der Warenverhältnisse, als Verhältnisform der Beziehung zwischen menschlicher Arbeit und ihren Produkten analysiert. Solche Assoziationen müssen nicht falsch sein, haben aber in sich rein psychologische Konsistenz, die sich als [[theoretisches Bewusstsein]] gibt, das sich doch nur als [[praktisches Bewusstsein]] verhält und hierdurch notwendig ausschließlich und ausschließend wird: Dogmatisch und ohne Welt. Es will [[Ideologiekritik]] sein, ist aber bloße Ideologieabweisung und betreibt damit [[Politik]], die selbst nur eine [[Idee]] von einem anderen [[Leben]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die WertkritikerInnen gerne auf den Unterschied von gedanklicher und realer Abstraktion hinweisen, sind sie von deren [[Identität]] dennoch so ergriffen, dass sie ihre Denkabstraktion selbst als real begreifen. Die Diskussion um den Arbeitsbegrif zeigt das ungeheuerliche Verschmelzungsbedürfnis von [[Gedankenabstraktion]] und [[Realabstraktion]] als unmittelbar gedankliche Beziehung vom &#039;&#039;ersten Blick&#039;&#039; zum Begriff der [[Arbeit]] zum Begriff des [[Kapitals]], was sich nach wertkritischer Auffassung als das Gleiche herausgestellt haben soll. Es klingt erstmal ganz &#039;&#039;kritisch&#039;&#039; wenn Robert Kurz wertkritisch schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Arbeit scheint auf den ersten Blick immer konkret zu sein, eine bestimmte Tätigkeit, und das Abstraktum ‚Arbeit‘ nur der Allgemeinbegriff davon. Aber in warenproduzierenden Systemen wird ‚Arbeit‘ schlechthin, ohne jeden bestimmten Inhalt, zur unmittelbaren materiellen Gewalt als Realabstraktion. Das Abstraktum, die Kopfgeburt, tritt dem Kopf in Gestalt des Geldes als buchstäbliche äußere Realität entgegen … Der epigonale Marxismus verfehlt die Kritik der abstrakten Arbeit völlig. Er hielt Arbeit in ihrem vorgefundenen Dasein für das ontologische ‚Gute‘, das nur äußerlich vom Kapital vergewaltigt worden sei, und las den Begriff der abstrakten Arbeit gedankenlos als positive Definition. (R. Kurz, Der Kollaps der Modernisierung, S. 273, zitiert nach: ND vom 11./12.6.94, S. 10)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx selbst hat sich ausdrücklich gegen Lasalle ausgesprochen, der diesen Fehler eines abstrakten Arbeitsbegriffs in der Verfassung des Gothaer Programm der SPD gemacht hatte, als dieser geschrieben hatte, dass &#039;&#039;Arbeit die Quelle allen Reichtums&#039;&#039; sei und sie damit zur Kategorie einer allgemeinen gesellschaftspolitischen Notwendigkeit gemacht hatte, zu einer „bürgerlichen Redensart“, die von den gesellschaftlichen Bedingungen abstrahiert, von denen sie bestimmt ist (Marx in seiner „Kritik des Gothaer Programms“). Dabei stellte Marx klar, dass [[Arbeit]] nicht aus der Gesellschaft schlechthin, als ontologische Bestimmung von Gesellschaft, sondern als ein durch bestimmte Einsicht begründetes notwendiges Verhalten zu menschlichen Bedürfnissen und ihrer Natur begriff, das allerdings die „Aneignung des Natürlichen für menschliche [[Bedürfnisse]] (ist), allgemeine Bedingung des Stoffwechsels zwischen Mensch und [[Natur]], ewige Naturbedingung des menschlichen Lebens und daher unabhängig von jeder Form dieses Lebens, vielmehr allen seinen Gesellschaftsformen gleich gemeinsam.“ (MEW 23, S. 198).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne den Unterschied von Einsicht in Naturbedingtheit (siehe hierzu auch [[Naturmacht]]) und Gesellschaftlichkeit überhaupt zu dikutieren, verwendet Robert Kurz , um diese Beziehung selbst, um sie dem [[Marxismus]] überhaupt anzulasten, und stellt sich – ganz im Sinne eines strammen Neoliberalen, der er natürlich nicht sein mag – auf die Position, dass Arbeit und das Verhältnis der Menschen zu ihrer Bedürfnisproduktion, die sie ja äußert, für das politische Verhalten keine Wirklichkeit darstellt, nicht Inhalt der Gesellschaftsform ist. Arbeit überhaupt sei schon unmittelbarer Ausfluss des Kapitalverhältnisses. Hieraus will er sich als Erneuerer im Begreifen des Kapitalismus vorstellen und verwurschtelt auch gleich die Abstraktion der Arbeit selbst, die [[abstrakte menschliche Arbeit]], welche bei Marx die [[Wertsubstanz]] ausmacht, indem er die Substanz des Wertverhältnisses als &#039;&#039;verbrannte menschliche Energie&#039;&#039; begriffen haben will. Damit entgleitet ihm aber die ganze Gesellschaft zu einer Energieform der Natur, die im Kapital verbrannt wäre, also dort nicht als tote Arbeit mächtig ist, sondern einfach nur sinnlos vernutzt. Solche platten Darstellungen sind zwar ganz praktisch, um aus der Kritik der politischen Ökonomie eine ideologiekritische Theorie zu machen, aber durch die Abkehr von der [[Naturmächtigkeit]] menschlicher Arbeit, welche im Kapital versammelt ist, macht er das Kapital selbst zu einer bloßen Fiktion und die Menschen zu bloßen Idioten, die nicht Geist genug hätten, um die Abstraktion der Arbeit zu begreifen. Sie sind eben &#039;&#039;fetischisiert&#039;&#039;, einfach irgendwie krank, bekloppt oder beknackt. Er gewinnt sich als &#039;&#039;Postmarxist&#039;&#039; mit der Behauptung, dass die Arbeit selbst keine Rolle mehr spiele, weil sie selbst nur abstrakt bestünde, also keine konkreten Verhältnisse nötig habe. In dieser Abstraktion versteht er die Arbeit selbst schon als Kapital, als abstrakte Arbeit überhaupt, denn er will von der Tatsache menschlicher Arbeit absehen, um den Konsumenten zum Subjekt der Gesellschaft zu machen, z.B. weil die Arbeit nach seiner Auffassung den Robotern überlassen bleiben könne. Indem Robert Kurz aber von der Gesellschaftsform der Arbeit, wie automatisiert sie auch immer sein mag, absieht, sieht er auch von der Wirklichkeit der gesellschaftlichen Gestaltung ab und letztlich auch von der Wirkung, die Konsum hat, wenn er nicht auf die Erzeugung seiner Gegenstände als menschliche Vergegenständlichung bezogen ist: Barbarei. Aber genau die haben wir schon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Verkehrung der von Marx analysierten Wertsubstanz der Ware zu einer phänomenologischen Gedankenabstraktion als ideelle Naturform einer Energie wird diese zur Grundlage einer esoterischen Ideologie und kann als sinnentleerendes Schlagwort überall verwendet werden, wo intellektuelle Ideologen sich der herrschenden Barbarei mit der Barbarei ihrer Kritik dort entgegenstellen, wo Kapital phänomenal wirksam ist und Energie &#039;&#039;verdampft&#039;&#039;, wie Robert Kurz das ganz im Einklang mit bürgerlicher Ökonomie nennt. Dass es sich bei Kapital um eine tote Form menschlicher Arbeit handelt, ist damit aus der Welt, denn dort soll durch ihn die Kritische Theorie einer Esoterik des Lebens an die Macht gelangen: Dessen konkrete Energie. Das wird wohl viel &#039;&#039;verbrannte menschliche Energie&#039;&#039; in den Köpfen seiner Gläubigen hinterlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag vielerlei falsche Marxrezeption geben; aber mit [[Marxismus]] hat das überhaupt nichts zu tun. Dieser &#039;&#039;Postmarxismus&#039;&#039; will einen Pastoralmarxismus verbreiten, an welchem sich adornitisch sensibilisierte Intellektuelle ihre Identität runterholen können. Es wäre aber stattdessen die Aufgabe von Marxisten, hierfür Verständnis zu haben und Verstand zu entwickeln, der in ein [[Bewusstsein]] der bestehenden Verhältnisse mündet - auch durch Einarbeitung neueren [[Wissens]]. Hier aber wird eine fehlerhafte Marx-Rezeption gegen den &#039;&#039;epigonalen Marxismus&#039;&#039; überhaupt gewendet, also zur Kritik an ihm verwendet. Eigentlich nennt man es unverschämt, wenn eine Kritik dadurch erzeugt wird, dass dem Kritisierten erst angedichtet wird, was an ihm dann kritisch abgegriffen wird. Das findet sich auch schon bei [[Postone]]. Aber es geht hier vor allem um etwas anderes: Um einen populistischen Agitationsansatz für [[Konsum]]entInnen, die in der Arbeit selbst schon das Übel schlechthin verspüren, weil sie einfach Mühe bedeutet, Mühe schlechthin: Das Kapital, das real mit der Gedankenabstraktion von Arbeit, mit einer &#039;&#039;Kopfgeburt&#039;&#039; gleichgesetzt wird, also [[abstrakte Arbeit]] als konkretes Kapital identifiziert, ist der Grund für alle Mühe, also gerade das ontologisch &#039;&#039;Ungute&#039;&#039;, was Kurz den linken VertreterInnen des ontologisch &#039;&#039;Guten&#039;&#039; entgegenzustellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Theorie verkündet [[nominalistische]] Begriffe als Lebenswerte, Subjektivität als Beliebigkeit, die keine Gegenständlichkeit hat und auch keine Gegenstände erzeugt, weil und solange sie jeden Aufwand hierfür als Betreiben des Kapitals kritisier kann. Sie entzieht sich in ihrem Begriff vom [[Kapitalismus]], ihrem Wertbegriff, jeglicher [[Dialektik]], besonders der von [[Form]] und Inhalt. Die Kritik des Werts ist somit einfach und ununterschieden von der Kritik seiner Existenzform selbst, die dem Inhalt gleichkomme, welche das bestehende gesellschaftliche Leben ausfülle, dessen Transformation, dessen Überwindung neue Lebensinhalte hervorbrächten, die frei sind von dem, was uns durch das Kapital auferlegt sei: Arbeit. Diese sei das Tragende des [[Kapitalismus]], da dieser auf Arbeit schlechthin beruhe und sich im falschen Bewusstsein des Arbeitsfetischismus äußere. Arbeit selbst, nicht ihre zirkuläre Produktform, mache das Kapital zu einem &#039;&#039;automatischen Subjekt&#039;&#039;, das die Menschen zum bloßen Objektsein bestimmt. Um deren Aufhebung ginge es daher vor allem, denn Arbeit abschaffen sei gleichbedeutend mit Kapital abschaffen. Die Aufhebung des Kapitalismus vollziehe sich schon durch sich selbst in der kapitalistischen [[Krise]], und also müsse sich Mensch vor allem davon schadlos halten und sich daran machen, das neue Leben darin zu gebären, Keimformen zu bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Theorie ist so einfach wie sie fatal ist für jede [[Emanzipation]]: Der Mensch besteht darin nicht als ein geschichtliches Wesen im Änderungsprozess seiner Welt, als Subjekt und zugleich sich selbst entfremdetes Wesen, das in der Aneignung seines [[Reichtums]] sich sein Menschsein zu eigen macht, sondern als schon selbst etwas gänzlich Anderes gegen diese fremde Welt, als ein durch sein Wahrnehmen, Erkennen und Bewusstsein lebendes Wesen, das Anspruch auf diese Welt hat, auf Einheit ohne Abspaltung, auf Wahrheit ohne Schein. Der wertkritische Mensch ist eine in sich selbst verliebte Alternative zu den Gewalten dieser Welt, ein Bürger dieser Welt, der sie nur noch nicht so richtig gut finden kann: Eine [[schlechte Negation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Wertkritik will nicht bürgerlich sein. Sie will sich nur vom &#039;&#039;Traditionsmarxismus&#039;&#039; abgrenzen, indem sie das &#039;&#039;Ende der Ökonomie&#039;&#039; als Gegebenheit der Postmodernen behauptet und die Möglichkeit eines neuen Lebens verkündet. Die tragenden gesellschaftlichen Probleme seien nicht mehr durch den kapitalistischen Produktionsprozess zu begreifen, sondern durch dessen Verfall, durch die kapitalistische Krise und deren Mechanismen. Der Marxismus in seinem traditionellen Anliegen, durch die Bekämpfung der Kapitalform der Arbeit den Kapitalismus zur Aufhebung in eine sozialistische Gesellschaft zu bringen, sei historisch überholt. Eine Arbeiter- oder Gewerkschaftsbewegung, seien daher per se desolat, der Kampf um die Länge des [[Arbeitstags]] sei kein in der Entgegensetzung zu den Kapitalinteressen impliziter Aufhebungsprozess, wenn er in aller Stringenz betrieben wird, sondern eine Fixation an längst überkommene Verhältnisse, selbst eine &#039;&#039;[[Fetischisierung&#039;&#039;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in diesem Kampf auftretenden Systemgrenzen wie die Notwendigkeit ihrer Überschreitung zu anderer Gesellschaftlichkeit wird mit der Herabsetzung des Verteilungskampfes zu einem kapitalimmanenten Verhältnis selbst beiseite getan. Geschichtsbildung ist darin unmöglich, weil sie schon überkommen ist. Die Gegensätze von Aneignung und Ausbeutung, Reichtum und Armut, Gesellschaftlichkeit und Privatheit usw. gibt es für die Wertkritiker nicht als dem Kapitalismus immanente Widersprüche, die zur Aufhebung drängen, die Menschen in die Lage versetzen, sich hiergegen als Subjekte ihrer Geschichte herauszubilden und sich im Kampf der Gegensätze im konkreten Aufhebungsprozess zu einer neuen Gesellschaft aus den Potenzen der alten zu bilden. Es gibt für Wertkritiker bereits den Reichtum, der schon neue Gesellschaft verköroert und Kapitalismus als schlichte Form hinter sich lassen könnte, weil diese lediglich dem falschen Bewusstsein geschuldet sei. Den Wertkritikern geht es darum, sich das klar zu machen und sich nicht täuschen zu lassen von den Verdummungsagenturen des Kapitals und dem Fetisch der Verhältnisse, um die Reinheit des Bewusstseins, die sie mit der Freiheit von Mystifikationen gleichsetzen. Letztre war bisher durch [[Analyse]] und konkrete wissenschaftliche und denkerische Arbeit erreicht worden; in der Wertkritik reicht die Identifikation einer Bewusstseinsfixierung als Fetisch, um die ganze Welt zu verbessern. Und schließlich: wenn mensch nicht begreift, dass er eigentlich alles haben könnte, dann ist er eben selber schuld.Oh yeh: All those silly peoples! Alles &#039;&#039;Vulgär-Ökonomen&#039;&#039;! Wertkritik, das ist die Diagnostik des ans Geld fixierten Verstandes, der nicht weiß, wie gut er es haben könnte, wenn er nur richtig zu Leben verstünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies zu begründen übernehmen WertkritikerInnen allerdings von Karl Marx dessen Kritik am [[Warenfetischismus]] und an [[Geld,]] [[Kapital]] und [[Arbeit]], ohne seiner Argumentation über den Doppelcharakter der Arbeitsprodukte zu folgen. Auf diese Weise meinen sie &#039;&#039;das Richtige&#039;&#039; von [[Marx]] vom &#039;&#039;Falschen&#039;&#039; trennen zu können und trennen die subjektiven Grundlagen des [[Marxismus]] von den Resultaten seiner objektiven Analyse. Auch an den Grundlagen kritisieren sie die wesentlichen Positionen des Marxismus: Die marxistische Geschichtsphilosophie und Klassentheorie. Da erstere als Geschichtsontologie der Arbeit verstanden und verworfen wurde, sind alle theoretischen Implikate des Marxismus, also der [[historische Materialismus]] abgewiesen. Da die Klassentheorie von Marx nur als Basis der Arbeiterbewegung aufgefasst wurde, war der Blick auf die realen Ausbeutungsverhältnisse selbst verstellt worden. [[Ausbeutung]] gibt es für die Wertkritiker nicht mehr und also auch keine Notwendigkeit der Herausstellung von gegensätzlichen Lebensgrundlagen und Zwecken, schon gar nicht wirkliche politische Aktion in der Lebens- und Arbeitswelt der Menschen. Wertkritik bezieht sich auf die Bewusstseinsformen des bürgerlichen Selbstverständnisses und kehrt sich als besseres Bewusstsein heraus - aufgefüllt von kulturkritischen Attitüden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse (siehe [[Proletariat]]) bleibt allerdings nach wertkritischer Sicht dennoch dasselbe, was sie von einer Seite her auch bei Marx ist: Teil des kapitalistischen Systems. Ihr wird jedoch - wohl aus der reinen Anschaulichkeit eines nicht mehr vorhandenen Industrieproletariats heraus - ihre progressive Kraft als Träger der Gesamtarbeit, als gesellschaftliches Subjekt der Überwindung kapitalistischer Verhältnisse, abgesprochen. Das Ende des [[Kapitalismus]] sei nicht durch die Erzeugung des gesellschaftlichen [[Reichtums]], des Lebensstandards und der Produktionstechnik im Arbeitsprozess angelegt und durch die Revolutionierung von dessen Besitzverhältnissen erreichbar, sondern sei schon dadurch gegeben, dass Arbeit selbst Ausdruck von Kapitalismus sei und dieser schon durch das Bewusstsein überwunden sei, dass die Arbeit sich selbst und damit ihn unnötig gemacht habe, dass also der Kapitalismus durch den bereits vorhandenen Reichtum sich selbst schon überholt habe und durch Arbeitsverweigerung der postkapitalistische Mensch sich begründen sollte. Die [[Arbeit]] sei lediglich eine Sklaverei im Kapitalismus und also genauso zu kritisieren, wie das Kapital, weil beide auf demselben selbsttätigen objektiven Mechanismus, dem automatischen System der Wertverwertung beruhen würden, das mit den Menschen selbst nichts [[Wirkliches]] mehr zu tun habe. Mit diesem Automatismus sind die WertkritikerInnen so ziemlich vollständig auf das hereingerfallen, was Marx den [[Kapitalfetisch]] nennt und womit sich die Vulgärökonomie die Kapitalerlöse erklärt. Von da her interessieren auch keine Formverwandlung des modernen Kapitalismus oder neuere Formen der Klassengegensätze von [[Armut]] und [[Reichtum]] in entgegengesetzten [[Kultur]]formen, sondern einzig die Aneignung der vorhandenen Produkte durch einen fortschrittlichen Verbraucher und Selbsterzeuger. Die Vorstelung vgon einer rein Bedürfnis befriedigenden Gesellschaft ist so alt wie das Bürgertum und neuerdings vom Neoliberalismus zum Tittitanment weiterentwickelt worden. Sie beruht auf der Abtrennung der Arbeit als Fremdlast des Wünschens und Wollens, die dem freien Begehren hinderlich ist. Es ist die Vorstellung von sinnlich entfremdeten Menschen (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]), die in der Arbeit nicht den Erzeugungsprozess ihjrer Bedürfnisse und in den Bedürfnissen die Erzeugung von Arbeit erkennen wollen. Es ist der Standpunkt, der dem Selbstverständnis der Bürger reicher Nationen adäquat ist, die vom Automatismus kapitalistischer Produktion fasziniert sind; - verrückt, dass dies als eine neue Art der Marx-Rezeption ausgegeben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ihre Perspektive bezeichnen die Wertkritiker die Transformation der bestehenden Verhältnisse durch Lebensgestaltung in &#039;&#039;Keimformen&#039;&#039; des vermeintlich transzendierten Kapitalismus hin zu einer [[Gesellschaft]], in der die Befriedigung der [[Bedürfnisse]] ohne eine gesellschaftliche Beziehung über die Arbeit , also direkt über die Absprache der Gesellschaftsmitglieder zur Verteilung von Gegenständen der Bedürfnisbefriedigung geschieht. Deswegen stünde im Mittelpunkt ihrer Kritik die ganze gegenwärtige Gesellschaft als eine überholte [[Lebensform]], deren Hauptmangel inzwischen nur noch daraus bestehen soll, zu arbeiten, wo eigentlich solche Absprachen genügen würden. Man kann sich gut vorstellen, welche Menschen von solcher Theorie pastoralemanzipativer Stümperei angezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Verständnis eines Kapitalismus, der wie ein automatisches System als Form für sich funktionieren würde, das also auch automatisch durch diverse [[Krisen]] untergehen wird (hierfür bleibt &#039;&#039;marxistische Argumentation&#039;&#039; opportun, auch wenn sie nicht begriffen ist), stellen sich die Wertkritiker jenseits aller gesellschaftlichen Entwicklung und begreifen die Menschen darin als Dummchen, die einfach noch zu geil auf die bestehenden Verhältnisse seien. So meinen sie, mit der Kritik der [[Fetische]] der Warengesellschaft, also eigentlich mit einer Art von Religionskritik, sie auf ihre Ebene des Weltverständnisses heben zu können. Das ist ein Revisionismus, der bis in die [[Aufklärung]] zurückfällt. Sonderbarerweise aber soll gerade diese im Visier ihrer Ideologiekritik stehen. Die Widersprüche, die bei den Wertkritikern vielfach zu konstatieren sind, haben in dieser Selbstverleugnung ihren Grund: Als die ganz totalen Aufkärer verweigern sie sich selbst die Auskunft darüber, was sie erreichen wollen, außer der Abschaffung von den unbequemen Phänomenen des bürgerlichen Lebens. Insgesamt bestehen sie darauf wie Kinder, die ans Schlaraffenland glauben und verharren in einem rein bürgerlichen Status des Protestes gegen die Arbeit und die Vergeldlichung aller Beziehungen, den sie wie eine Endlosschleife vor sich hertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalismus wird von den WertkritikerInnen eigentlich nur kritisiert, weil er für sie die indirekte Herrschaft eines abstrakten Verhältnisses über die Menschen, also aus dem Jenseits ihrer Welt darstellt, gleichwohl die Menschen dieses Verhältnis dennoch täglich aufs neue reproduzieren, als Absehung von sich als Menschen dieser Welt, als scheinbar mit sich identische Menschen betreiben. Sie begreifen Realabstraktionen so, als ob in der Realität eine [[Idee]] hausen würde. Diese Absurdität wird durch eine ganz besondere Art eines Wertverständisses &#039;&#039;erklärt&#039;&#039;: Der Wert bestünde als allgemeine [[Abstraktion]] schlechthin, die keine Herkunft habe außer die Abstraktion selbst, die [[abstrakte Arbeit]], die man gleichwohl auch identisch mit allem verstehen könne, worin eben alle Abstraktionen auch zusammenhängen, - so wie ein allgemeiner Geist dieser Verhältnisse. Diese bestünden also nicht aus Wirkungsverhältnissen, die sich durch ihren Begriff erklären, [[Wirklichkeit]], die auf den Begriff zu bringen sei, sondern aus Begriffen wie Wert, Ware, Arbeit, Geld und Staat, die für das wirkliche Leben abzuweisen seien. Und um eine neue [[Gesellschaft]] anzustreben, sei daher eben deren Abschaffung ihr erklärtes Ziel: Wertkritik sei Abweisung von [[Wert]], der wie eine begriffliche Sache (z.B. Geld oder Kapital) abzutun ist, wie eine Sache, derer man überdrüssig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es verbleibt allerdings rätselhaft, was von den Wertkritikern unter all dem verstanden wird, was sie da &#039;&#039;abschaffen&#039;&#039; wollen. So wird z.B. die [[Wertsubstanz]] mit [[abstrakt menschlicher Arbeit]] benannt, die aber genausogut wie Abstraktion überhaupt, z.B. als reine Energie begriffen werden könne. Damit ist die [[Wertgröße]] nicht notwendig eine gesellschaftlich durchschnittliche [[Arbeitszeit]] zur Herstellung von Produkten, sondern eine ebenso beliebige Quantifizierung von Abstraktion. Es stellt sich die Frage, was hieran noch Gesellschaftsform ist und was zur Überwindung solcher Gesellschaft treibt, wenn solche Naturabstraktionen zu einer derart gesellschaftlosen Kategorie werden können. Soll nach der &#039;&#039;Überwindung&#039;&#039; der Energie vielleicht Kraftlosigkeit fortbestehen? Ähnliche Fragen ergeben das Arbeitsverständnis der Wertkritiker, welche die Arbeit vollständig mit Lohnarbeit gleichsetzen, die mit dem Kapitalismus zu &#039;&#039;überwinden&#039;&#039; sei. Die Konsequenz, dass also auch die Bedürfnisse mit dem Kapitalismus zu &#039;&#039;überwinden&#039;&#039; seien, wird nicht gezogen; sie gehören zu einer außerwirkllichen Selbstverständlichkeit, die aus irgendeinerm glücklichen Zufall ihren Gegenständen entspricht, und sich nicht auf Wirklichkeit und Gesellschaft beziehen, als voraussetzungslose [[Ontologie]] eben zum Menschen an sich gehören. So sollte man die &#039;&#039;Wertkritik&#039;&#039; am besten wohl als eine Glaubensgemeinschaft von zu Kurz gekommenen Technologen ansehen, die auf eine vollautomatische Produktion mit vollautomatischen Bedürfnissen setzen. Für die neue Gesellschaft setzt man daher nicht auf die Überwindung der ([[Besitz]]-)Formen der alten und der ihnen entsprechenden Bewusstseinsformen und Interessen, sondern auf &#039;&#039;Keimformen&#039;&#039; eines neuen Menschseins, das stark an die Ansätze der Alternativbewegung in den 70/80ger Jahren erinnert und vielleicht eine Art Regression hierzu ist. Schließlich hatte sie eigentlich zur Genüge gezeigt, dass die betriebswirtschaftliche Romanze des alternativen Menschseins in den selbstverwalteten Betrieben lediglich eine Rückbeziehung auf frühkapitalistische Arbeitsformen der Manufakturarbeit waren, die irgendwann mit Erleichterung das Stadium moderner Arbeitsverhältnisse erreicht hatten oder untergegangen waren. Robert Kurz, der bekannteste Proponent der Wertkritik, nennt die anzustrebende Gesellschaft ein &#039;&#039;Weltkibuzzim&#039;&#039;, also so ne Art Familienersatz. Jedenfalls ist es eine Welt zum Träumen, eine hübsche Traumwelt für frustrierte Familienväter (Frauen gibts dort ja sowieso fast nicht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertkritik ist eigentlich und überhaupt eine Verfälschung der [[Kritik der politischen Ökonomie]]. Was letztre an der Politik durch die Begriffe der bürgerlichen Ökonomie kritisierte, betreibt Wertkritik als Abweisung der wirtschaftlichen Begrifflichkeit selbst. Sie erzeugt lediglich Ignorenz gegen die Auseinandersetzung über eine ökonomische Entwicklung und Geschichte und schließlich auch Ignorenz schlechthin, wenn sie mit [[Kritik]] schon die kritisierten Verhältnisse für überwunden oder überwindbar hält. Dies steht in einem ausdrücklichen Gegensatz zu Marx, dem die Kritik der bürgerlichen Politik sowohl mit der [[Wirtschaft]], als auch mit [[Staat]] und [[Kultur]], Grundlage jeder gesellschaftsverändernden Praxis war. Das Oberflächenwissen, das die Wertkritiker ihm entnommen haben, sollten sie fairerweise nicht einfach mit anderen Grundlagenbegriffen tauschen, die nicht mal im Ansatz zu erklären vermögen, was Marx als Begriff der politische Ökonomie darlegt: Wert. Wer dessen Substanz mit physikalischen Assoziationen verbraucht, kann sich weder als Wertkritiker noch als Postmarxist bezeichnen. [[Wert]] ist allemal und immer noch die zentrale gesellschaftliche Kategorie des Kapitalismus als Gesellschaftsystem und seiner politischen Idealisierung, nicht als Disziplin der Naturkunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ärgerlich an der Wertkritik ist vor allem die große Gestik und Begriffshuberei, mit der einige Probleme der Marxrezeption und der Widerstandsbewegungen (auch in der Dritten Welt) abgetan werden und eine marxistische Bewegung oder eine &#039;&#039;Linke&#039;&#039; kritisch angesprochen wird, die - wenn überhaupt - nur peripher so bestanden hat, wie sie hier verstanden ist. Für die eigenen Entwicklungen, wie sie in der Auseinandersetzung zwischen Kurz und den Geistern, die er rief, zutage treten, scheint zu wenig Material vorzuliegen, als dass damit etwas weiterzubringen wäre. Es scheint eine verblüffende Naivität aus solchen Begriffen wie &#039;&#039;Keimformen&#039;&#039; und &#039;&#039;Transformation&#039;&#039; hervor. Fast ist es, als sollte dort der Kommunismus aus den Freizeitaktivitäten einiger Intellektueller im Kapitalismus entstehen. Die Diskussionen in der wirklichen Welt drehen sich aber nun mal um die Arbeit und um die immer noch hiervon abhängige Freizeit - und um die Folgen der Arbeitsdisziplinierung durch den [[bürgerlichen Staat]] im Zeitalter der [[Globalisierung]] (vergl. hierzu &#039;&#039;[[Der Sozialstaat, Hartz IV und der Staatsbankrott]]&#039;&#039;). Ohne sich in dieser Geschichte praktisch und konkret und in den bestehenden Verhältnissen selbst zu verhalten, wird es keine gesellschaftliche Veränderung geben. Die Frage von Arbeit, Mehrprodukt, Gewerkschaft und Sozialstaat ist keine scholastische Frage und keine Frage der &#039;&#039;richtigen&#039;&#039; Interpretation des Lebens auf dieser Welt. Es kömmt drauf an, diese Welt zu ändern - und das heißt, die Formen, die sich gegen die Menschen richten, zu bekämpfen, um die darin inbegriffene Geschichtswerdung des gesellschaftlichen Menschen zu vollziehen. Auch wenn das heute anders abläuft als früher, weil es sich immer weniger gegen das industrielle Kapital und immer deutlicher gegen das Finanzkapital, das [[Kapital]] der [[Grundrente]] richten muss: Es bleibt [[Klassenkampf]]. Wer das nicht begreift hat gar nichts begriffen. Diesbezüglich war der Marxismus schon immer weiter als der Postmarxismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhängnis der Wertkritik war und ist, dass sie aus dem Kapitalismus selbst eine Ideologie machen wollte, den Wert als abstrakt menschliche Arbeit selbst wie eine Vorstellung ansah, die sich unmittelbar als falsches Bewusstsein verwirklichen würde, mit Warenfetischismus gleich wäre, und an sich lediglich verbrannte Energie sei. Hierdurch hat sich die Wertkritik der grundlegenden Erkenntnis von Marx entzogen, dass der Wert erst als gesellschaftliche Reduktion aller Arbeit auf eine durchschnittliche Arbeitszeit sich praktisch im Warentausch durchsetzt und erst im Verhältnis von Sachquantitäten wirklich wird. Dies war nötig, um einen begrifflichen Fehler von Adorno und anderen fortzusetzen, welche den Warenfetischismus lediglich als „Verdinglichung“ eines menschlichen Verhältnisses, als Versachlichung der Menschen und nicht zugleich auch als wirkliche Vermenschlichung der Sache, als Wirklichkeit eines sachlichen Verhältnisses erkannten, in welchem die Sache selbst erst zur Form menschlicher Gesellschaft werden kann, weil und solange sie als Arbeitsprodukt Ware ist. Dass sie menschlicher Arbeit entspringt und selbst in solcher gesellschaftlichen Form dies verwirklicht, macht sowohl ihre Überhebung und Macht in der Geldform aus, wie sie auch das Potenzial für die Menschen darstellt, mit der Überwindung der Wertform zu einer wirklich menschlichen Gesellschaft zu gelangen, zu einer Gesellschaft, worin die Bedürfnisse der Menschen den Inhalt ihrer Arbeit und die Form ihrer Gesellschaft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem Arbeit selbst mit abstrakt menschlicher Arbeit identifiziert und unmittelbar als Kapitalform verstanden wurde, konnte die Wertkritik zu einem Steckenpferd von Adornisten werden, die lediglich die Ästhetik einer Gesellschaft im Sinn, im Grunde nur Ideologiekritik, nicht aber Gesellschaftskritik nötig haben. Es geht dann darum, Gesellschaft als Kunstform zu verwirkllichen, in welcher die ästhetische [[Sehnsucht]], welche im Bürgertum als Sehnsucht nach dem Eigentlichen, dem Wahren, der wahren Kunst, dem wahren Leben usw. entsteht, ohne dass [[Wahrheit]] zu einer Wirklichkeit des [[Beweises]] und seiner Lebenspraxis, die sich als wahr erweist, kommen muss. Es enthält nicht notwendig wirkliche Gesellschaftsveränderung, sondern als Sehnsucht vor allem die Vorstellung von einer Gesellschaft, die auch wirklich aufgehen soll, nicht als Form einer Naturmacht, welche ihre menschliche Form erst noch finden muss, indem sie Klassenkämpfe unnötig macht. In solche Kritik wird folgerichtig auch nicht zwischen Ideologiekritik und Politik unterschieden und der Arbeitsbegriff von Marx, der sich zugleich gegen Arbeitsideologie wandte, als doppeltes Arbeitsverständnis, als „doppelter Marx“ aufgenommen. Marx hatte sich sowohl in seinen Frühschriften wie in seinen späteren Ausführungen im Kapital und anderswo (z.B. „Kritik des Gothaer Programms“) eindeutig in seinem Arbeitsverständnis artikuliert, indem er Arbeit und Bedürfnis als geschichtliche Voraussetzung seiner Theorie, als Grundlage des historischen Materialismus ansah. Wenn er sich gegen Arbeitsideologie aussprach und eine Tendenz in der Menschheitsgeschichte erkannte, durch welche der menschliche Arbeitsaufwand sich mit der Entwicklung der Technologie der Produktionsmittel, durch die Entfaltung menschlicher Naturmächtigkeit minderte, so macht das keinen Widerspruch der Marxschen Theori. Es ist im Gegenteil der Beweis ihrer Wahrheit, dass der Kapitalismus eine zunehmend anachronistische Form gesellschaftlicher Arbeit ist, und sich dem Fortschritt der Menschen in den Weg stellt. Dieser besteht auch in der Minimierung des Arbeitsaufwandes, wie es schon der Kapitalismus seiner eigenen Logik folgend, einrichten muss. Aber er verhindert zugleich die hieraus folgende Optimierung des menschlichen Lebensstandards, ein Leben voller Bedürfnisse und Arbeit, die einander im historischen Prozess ständig erneuern, wenn sie als Momente des menschlichern Lebens begriffen sind und als gesellschaftliche Lebensäußerung vollzogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Argumentationsschwächen des Marxismus, besonders was die „Diktatur des Proletariats“ betraf, wurden daher von der Wertkritik gar nicht bearbeitet. Stattdessen verstand man sich in der Bemühung um eine „Reformulierung“ der Marxsche Theorie, was nichts anderes war als eine Bemühung, ihre grundlegenden Aussagen mit denen von Adorno in Einklang zu bringen und dahin zu verfälschen, zu einer Kulturkritik, die lediglich Ideologiekritik bleibt. Die damit betriebende Gleichsetzung und Verwechslung von ideologiekritischer und politischer Argumentation hindert die Wertkritik daran, mit ihren oft zutreffenden Beschreibungen der ästhetischen und kulturellen Erscheinungsformen des globalen Kapitalismus über ihn hinauszukommen und zu einem wirklichen Verhalten hiergegen zu kommen. Um die Aufhebung kapitalistischer Wirklichkeit kann es ihr aber auch gar nicht mehr gehen, ist sie doch schon durch sich selbst hiervon enthoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe hierzu auch &#039;&#039;Probleme des Marxismus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Kritik der politischen Kultur zur Kritik der politischen Ökonomie:Werturteil, Wert, Wertsubstanz, Wertgröße, Wertwachstum, Wertschwund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik der Wertkritik Arbeit als Agitationsbegriff Wert als &#039;&#039;Automatisches Subjekt&#039;&#039; Gebrauchswert bei Robert Kurz Notwendigkeit existentieller Erkenntnis Kritik an Postone (Karl Reitter) Linke Zusammenbruchtheorie des Kapitalismus (Krisis) Arbeiterbewegung und Kritik Antisemitismus nach Postone Selbstdarstellung Wertkritik Die postmarxistische Krisis-Gruppe Mysterium des spekulativen Begriffs Selbstbewusstsein bei Hegel (Marx) Der Foucault des Werts Derivatenhändler der KritikJoachim Bruhn über Robert Kurz Wildcat zur &#039;&#039;Neuen Deutschen Wertkritik&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Wertbildung 2</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Vergleichen wir ... Wertbildungsprozeß und Verwertungsprozeß, so ist der Verwertungsprozeß nichts als ein über einen gewissen Punkt hinaus verlängerter Wertbildungsprozeß. Dauert der letztre nur bis zu dem Punkt, wo der vom Kapital gezahlte Wert der Arbeitskraft durch ein neues Äquivalent ersetzt ist, so ist er einfacher Wertbildungsprozeß. Dauert der Wertbildungsprozeß über diesen Punkt hinaus, so wird er Verwertungsprozeß.&#039;&#039; [[(MEW 23, S. 209)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wert]] hat etwas, das notwendig für die Menschen und zugleich getrennt von ihnen ist. [[Wert]] stellt einen Aufwand dar, der in eine Sache oder Leistung eingegangen und darin als Produkt einer menschlichen [[Arbeit]] dargestellt und solange existent ist, wie er noch nicht im Konsum mit der [[Einverleibung]] der Produkte untergegangen ist: Wert sellt daher einen gesellschaftlichen Arbeitsaufwand dar, der durch Menschen (also nicht durch [[Maschinen]]) erbracht wurde, weil er auch nur durch Menschen realisiert wird (&#039;&#039;Autos kaufen keine Autos&#039;&#039; - Henry Ford). Die menschliche [[Arbeit]] als solche ist Wertbildner, weil und sofern sie [[Waren]] herstellt, die im [[Warentausch]] ihre Wertgegenständlichkeit im [[Verhältnis]] ihrer [[Wertformen]] in der [[Wertgröße]] eines [[durchschnittlichen]] menschlichen Arbeitsaufwand zur Erhaltung und Entwicklung ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Existenz]] realisiert. Es ist eine Größe des [[Daseins]], die sich über die Wertsumme eines gesellschaftlichen [[Reichtums]] an Produkten relativiert und vermittelt, die einen [[Wert]] darstellen, solange sie sich in ihrem gesellschaftlichen [[Verhältnis]] zwischen [[Produktion]] und [[Konsumtion]] [[verhalten]] (siehe auch [[Dazwischensein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Menschliche Arbeitskraft im flüssigen Zustand oder menschliche Arbeit bildet Wert, aber ist nicht Wert. Sie wird Wert in geronnenem Zustand, in gegenständlicher Form. [[(MEW 23, S. 65)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Wertbildung ist es gleichgültig, ob sie für die [[Reproduktion]] der Menschen erbracht und als [[variables Kapital]] existent ist oder für die Vermehrung von [[Geld]] als [[Mehrwert]]. Nicht so für die Menschen, die mit ihm einerseits durch ihre [[Arbeit]] als Wertbildner, andererseits als Konsumenten über seinen [[Preis]] zu tun haben, der sich im Verhältnis der Geldform zwischen [[Kauf]] und [[Verkauf]] bildet (siehe [[Preisbildung]]). Während sich der [[Wert]] nur aus der [[Produktion]] von Waren ergibt, zeigt er sich als [[Preis]] nur in der [[Zirkulation]] von [[Waren]] und [[Geld]]. Daher stellt der [[Wert]] und der [[Preis]] verschiedene Funktionen des Geldes - einmal als [[Zahlungsmittel]], ein andermal als [[Kaufmittel]] - dar. Daraus entwickelt sich eine ebenso gegenläufige Wertdarstellung, wie die von [[Mehrwertrate]] und [[Profitrate]] oder auch die von [[Wertwachstum]] und [[Wirtschaftswachstum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein. Ist es nutzlos, so ist auch die in ihm enthaltene Arbeit nutzlos ... und bildet daher keinen Wert.“ [[(MEW Bd. 23, S. 55)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ökonomischer [[Wert]], der den [[Reichtum]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] darstellt, existiert immer nur in der Warenform, die [[Wertform]] ist, weil sie sowohl [[Arbeit]], als auch Konsum in sich reflektiert: Mit der Arbeit, die sie entstehen lässt, bildet sich der [[Wert]], den sie im [[Warentausch]] erfährt; mit ihrem Verschwinden vom Markt verliert er sich. Eine Wertbildung ist daher zwar zunächst nur die [[Produktion]] von [[Waren]] im kapitalistischen Produktionsprozess, dort aber zugleich auch nur potenzieller Wert, der seiner Realisierung auf dem Markt harrt. Als produzierte Ware ist ihr Abverkauf zwar unterstellt und als [[Preis]] der [[Ware]] kalkuliert, nicht aber wirklich da, also ohne [[Dasein]]. Auch schon bevor dieser im [[Verwertung]]sprozerss des [[Kapitals]] sich entfaltet ist er auf dem Markt gegenwärtig und doch noch nicht [[wirklich]]. Zugleich ist der Markt zwar wirklich, bezieht sich aber auf eine [[Arbeit]], die längst in ihrem Produkt aufgegangen und also [[aufgehoben]] ist. Wertbildung besteht in dieser Identität von gegenläufigen [[Wirklichkeiten]], die wirklich und unwirklich zugleich sind und zu getrennten Sphären werden (siehe [[Produktion]] und [[Zirkulation]]) und doch ihre [[Identität]] als [[Substanz]] ihres [[Verhältnisses]] haben und durchsetzen müssen: [[Wertsubstanz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von [[Geld]] in Waren spaltet die Funktion der Ware im Tausch in die eines [[Kaufmittels]] und die eines [[Zahlungsmittels]]. Sie lässt den Produzenten zum Produzenzen von Kaufmittel werden, und macht somit aus dem Geldbesitzer den Kapitalisten, der sich selbst als &#039;&#039;Stoffbildner eines neuen Produkts&#039;&#039; erscheint, weil die Faktoren des Arbeitsprozesses beherrscht und in deren &#039;&#039;toten Gegenständlichkeit lebendige Arbeitskraft&#039;&#039; seiner&#039;&#039; Produktion einverleibt, also lebende Arbeit der [[toten Arbeit]]unterwirft. Hieraus aber folgt, dass &#039;&#039;tote Arbeit in Kapital, sich selbst verwertenden Wert&#039;&#039; wird und in diesem Kreislauf sich selbst als Subjekt der Arbeitsform auch substanziell, also in seiner [[Wertsubstanz]] fortbestimmen kann. Die Wertbildung wird zwangsläufig zur [[Kapital]]bildung, die das [[Wertwachstum]] betreibt - und dies betreiben muss, um nicht durch die [[Konkurrenzen]] auf den Märkten an Wert zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Warenmarkt stellt sich dies als das doppelte [[Verhältnis]] des Geldes zu den Waren dar. [[Geld]] ist hierin das Mittel und Material von zwei gegensätzlichen Beziehungen: Die der [[Preisbildung]] im [[Warentausch]] auf dem Warenmarkt und die der Wertbildung im [[Produktionsverhältnis]]. Der [[Preis]] ist der [[Tauschwert]] der Waren, wie er sich in der Warenzirkulation ergibt; der [[Wert]] ist der in die Produktion der [[Waren]] eingebrachte menschliche Arbeit schlechthin. Der [[Kostpreis]] der [[Produktion]] und der Wert, den die Produkte haben fällt vor allem deshalb auseinander, weil der Preis der [[Arbeitskraft]] und der Wert, den sie produziert auseinanderfällt, eben weil sie nicht nur den Wert produziert, der sie ernährt und durch den sie und das ganze Produktionsverhältnis sich [[reproduziert]] und sich ihr [[Lebensstandard]] entwickelt, sondern weil sie auch durch [[unbezahlte Arbeit]] ein [[Mehrprodukt]] erzeugt, das nur als [[Mehrwert]] existiert und die Macht gegen sie vergrößert. Sie erzeugt damit immer mehr [[Geldwerte]], als sie konsumieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] wirkt nämlich in der [[Preisbildung]] als [[Maßstab der Preise]] und ist völlig [[getrennt]] und unterschieden von der [[Wertbildung]], worin [[Geld]] als [[Kaufmittel]] das [[Maß der Werte]]darstelltt. Weil Geld bei der Warenproduktion als Vorschuss in diese eine völlig andere Funktion hat, als bei der Warenzirlulation im [[Warentausch]] als Produkt einer [[abstrakt menschlichen Arbeit]] (siehe Wertsubstanz) steht seine Wertdarstellung im Zentrum der gesellschaftlichen [[Formbestimmung]]. Weil die Wertbildung an den Arbeitsprozess und den Produktivkräften gebunden waren, waren die Preise durch den Verkauf der Produkte bestimmt, der mit den subjektivn Umständen der Produktion variierte. Von daher wurden sie unmittelbar über Zahlungstermine objektiv gefestigt. Die zeitbedingten Wertunterschiede von Produktion und Abverkauf wurden von daher als Derivate des Finanzkapital verwertbar (siehe [[Derivatenhandel]]). Hierdurch wurde die [[Ausbeutung]] der menschlichen Arbeit und ihrer Ressourcen unmittelbar vom Standpunkt einer Mehrarbeit und zugleich vom Wertunterschied der Zahlungstermine (siehe [[Terminhandel]]) bestimmt, also sowohl durch den [[Wert]] der Arbeitsprodukte wie auch dem [[Wert]] des zirkulierenden Geldes durch die Preisbildung verdoppelt. Von daher verdoppet sich der Wert sowohl aus der Arbeitszeit wie auch der Zirkulationszeit einer Gesellschaft im [[Devisenhandel]] auf den Weltmärkten und verwirklicht aus beidem den gesellschaftlichen [[Mehrwert]] (siehe auch [[Existenzwert]]) des [[Kapitals]]als [[Weltgeld]] auf den globalen Märkten der Nationalwirtschaften (siehe hierzu auch [[Globalisierung]])&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Wahrheit2</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Geschrieben steht: »Im Anfang war das Wort!« Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort? Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen, Ich muß es anders übersetzen, Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin. Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn. Bedenke wohl die erste Zeile, Daß deine Feder sich nicht übereile! Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft? Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft! Doch, auch indem ich dieses niederschreibe, Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe. Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat! (Goethe, Faust I, Studierzimmer)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach der [[Wahrheit]] entsteht durch die Brüche ihrer Beschreibungen. Sie ist das über vielerlei [[Bedingungen]] hinweg erhabene, fortbestehende Identische in der [[Geschichte]] eines [[sinnlichen]] [[Wesens]] (siehe [[Historischer Materialismmus]]), seine wahre [[Substanz]], die ihm letztlich zu [[eigen]] ist. Was das Letzliche ist, das hinter dem steht, was [[wahrgenommen]] oder auch nur für [[wahr]] genommen wird, ist das, was darin [[substanziell]] [[da ist]], was darin also als [[Wesen]] hinter dem [[Scheinbaren]] [[erkannt]] wird, was es &#039;&#039;eigentlich&#039;&#039; (siehe hierzu auch [[Eigentlichkeit]]) zwischem allem (siehe [[Allgemeinheit]]) im [[Einzelnen]] [[anwesenden]] oder [[abwesenden]] [[Sein]] (siehe [[Dazwischensein]]) ihrer [[Wirklichkeit]] ist. Die kann durch sich nicht [[unmittelbar]] sein, was sie für die Wahrnehmung ist, was eben nur eine mögliche [[Form]] ihres [[Daseins]] als das ist, wie es [[erscheint]] oder zu [[sein]] [[scheint]] (siehe auch [[Scheinwelt]]). Die Wahrheit der Wahrnehmung macht den Streit um ihre Erkenntnis und Erkennbarkeit aus. Was darin den Einen der &#039;&#039;Sinn des Seins&#039;&#039; (siehe [[Heidegger]]) oder den Anderen die [[Idee]] des [[Daseins]] (siehe [[Hegel]]) oder als Gestalt ihrer [[Funktionalität]] oder auch nur schlichter [[Stoff]] ihrer [[Materie]] als bloßes [[Material]] ihrer [[Natur]] sein mag (siehe auch [[dialektischer Materialismus]]) bestimmt die unterschiedliche [[Methode]] in der [[Analyse]] und Darstellung der Zusammenhänge ihrer [[Erkenntnisse]]. Die Methoden der [[Wissenschaften]] [[belegen]], [[veranschaulichen]], [[interpretieren]] oder bewahrheiten, was ihr [[Gegenstand]] in seiner [[Gänze]] sein soll (siehe auch[[Ganzes]]), oder in welchem [[Sinn]] er überhaupt [[erkennbar]] ist (siehe auch [[Glaube]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gefühle]] entstehen im [[Dazwischensein]] der [[Empfindungen]] von dem, was sie anstimmt und ihre [[Absicht]] [[bestimmt]]. In der Welt der [[Gefühle]] herrschen daher unzählige [[Stimmungen]], in denen alles [[wirkt]], was sie möglich sein lässt (siehe auch [[Psyche]]) und was die [[Wahrnehmung]] [[reizen]] und aufreizen kann. Wer damit lügt, der betrügt, und im Betrug wird alles sinnlos. Doch der [[Glaube]] kann auch leicht über das hinweg [[täuschen]] (siehe auch [[Verblendungszusammenhang]]), was [[wirklich]] wahr, in seiner [[Wirklichkeit]] unbezweifelbar, und doch wesentlich nur scheinbar da ist, das zu sein scheint was hier und jetzt unzweifelhaft und dort oder nachher nicht wahr sein kann. Von daher ist [[Wahrheit]] das Maß der [[Sinnhaftigkeit]] ihrer [[Geschichte]] (siehe hierzu [[historischer Materialismus]]). Zum [[Beweis]] einer [[Wahrheit]] ist die [[Wahrnehmungsidentität]], als Konsistenz der Betrachtungen und Aussagen ihrer [[Analyse]] vorausgesetzt. Dies macht auch den Zusammenhang ihrer [[Wahrnehmungen]] als ganze Wahrheit ihrer Darstellbarkeit aus, wo kein [[Zweifel]] hierüber mehr herrschen sollte. So kann es keine Wahrheit an sich geben, weil sie schon in der [[Wahrnehmung]] jenseits ihrer Darstellbarkeit verdorben wäre. In [[Wahrheit]] wäre alles Eins, wenn es in [[Wirklichkeit]] nicht sehr verschieden wäre. In der [[Kunst]] geht es um die [[Wahrheit]] von [[Empfindungen]], in der [[Philosophie]] um die [[Wahrheit]] als eigenständige [[Wesenheit]] der [[Erkenntnis]], um die Sinnhaftigkeit ihres [[Wissens]], um die Frage ob dessen [[Gewissheiten]] auch [[wirklich]] wahr sein und also auch beweisbar sein können. Doch weil [[Philosophie]] in ihrem [[Denken]] über Gott und die Welt sich selbst immer noch mit ihren [[Gedanken]] verwechselt, ihre Gedanken in verschiedenen [[Interpretationen]] ihrer [[Positionen]] vertauscht, hat sie sich aus ihren Dafürhaltungen, aus der Unzahl von [[Interpretationen]] nicht befreien können, sich nicht wirklich zu einer wahren [[Wissenschaft]] der menschlichen [[Lebensäußerungen]] [[emanzipieren]] können. Man sollte demnach die Frage nach der [[Wahrheit]] als Frage nach einer wahren im Verhältnis zu einer [[getäuschten]] [[Wahrnehmung]] mit einer [[Philosophie]] der [[Wahrnehmung]] und ihrem [[Erkenntnisinteresse]] aufklären. Hätte sie diese Frage selbst nicht mit einem bloßen [[Gedanken]] vertauscht, dann könnte man nicht einfach hiervon [[absehen]]. Aber demnach bliebe [[Denken]] selbst nichts anderes als ein sich [[Vorstellen]], eine mehr oder weniger [[beliebige]] [[Interpretation]] von [[Phänomenen]], die noch vor aller [[Erkenntnis]] [[getrennt]] von ihrer [[Wirklichkeit]] als eine [[Gedankenabstraktion]] des [[Selbstgefühls]] aufgegriffen werden, die ihrem [[Beweis]] als [[selbständiges]] [[Objekt]] ihrer [[Vermittlung]] schon durch ihr [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] entgehen (siehe hierzu auch [[Hegel]]) und nicht für sich oder durch sich [[wahr]] sein kann – auch wenn es für wahr genommen und für wahr gehalten werden kann (siehe [[Wahrnehmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist ... für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann man weder nehmen noch geben. [[Wahrnehmung]] ist von da her nicht bloßes Auffassen, nicht einfache Kognition als Aufnahme [[anwesender]] [[Gegenstände]], die sie vorfindet. Sie besteht zunächst nur aus dem, was die Menschen darin für sich finden, aus der [[Empfindung]] eines [[Gegenstands]], auf den sie sich [[beziehen]], weil und sofern er ihnen und ihren [[Sinnen]] entspricht. In ihrer [[sinnliche Gewissheit]] erweist sich, wodurch und worin dieser für sie [[wesentlich]] und also gewiss [[wahr]] ist, – warum und wodurch er also ihnen [[substanziell]] &#039;&#039;wesensverwand&#039;&#039; ist. Von daher ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Erkenntnisse]], die [[Form]], worin für die Menschen ihr [[Gegenstand]], ihr gegenständliches [[Sein]] nicht nur für [[wahr]] genomen, sondern auch bei [[Abwesenheit]] [[wirklich]] wahr ist.Wo sich die Menschen mit sich in ihren [[Sachen]] in dem vereinen, was sie durch ihr [[Wesen]] für einander sind und was sie von einander halten, erweist sich auch die [[Wahrheit]] ihrer [[Verhältnisse]] als ihre Welt, und wird im Verlauf ihrer [[Geschichte]] zu ihrer [[Warnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Trennung]] von ihrer Aussage (siehe auch [[Sprache]]) wird [[Wahrheit]] ungewiss und von da her zu einem Selbstzweck des [[Denkens]] (siehe [[Trennung der Wahrnehmung]]), zu einer Teleologie zweckhafter [[Beziehungen]], denen ein [[Sinn]] vorangestellt wird, den sie durch nichts erweisen können und der deshalb auch nicht [[bewiesen]] werden kann (siehe hierzu auch [[Gott]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst in ihrer [[Erkenntnis]] wird Wahrheit zur Einheit der [[Wahrnehmung]] von [[Wirkungen]], so wie sie im [[Denken]] von [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] für einen oder viele Menschen als Konsistenz der [[Identität]] ihrer [[Wahrnehmungen]] besteht (siehe [[Wahrnehmungsidentität]]). Es stell sich darin von daher ein [[Verhältnis]] heraus, worin Menschen [[Sinn]] durch sich und für ihr [[Leben]] haben und finden, sich oder andere, Menschen oder [[Sachen]] als [[Gegenstand]] ihrer Welt durch ihre [[Empfindung]] für [[wahr]] nehmen. Darin machen sie ihre [[Lebensverhältnisse]] nach dem Vermögen ihrer [[Erfahrung]] und [[Erinnerung]] für sich gültig (siehe [[Geltung]]), ihr stoffliches [[Dasein]] ebenso wie auch ihre [[Verhältnisse]] untereinander und ihre [[Beziehungen]] zu einander. In der [[Wahrnehmung]] selbst verspüren sie, was sie durch sich [[kennen]] und an anderen für sich [[erkennen]] können, was sie [[wahrhaben]], was daran an und für sich und für sie [[wahr]] oder auch was unwahr ist. Eine voraussetzungslose, eine &#039;&#039;apriorische&#039;&#039; [[Wahrheit]] vor aller [[Erfahrung]], eine [[Vernunft]] der [[Erfahrung]] kann nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein. In der [[Aufklärung]] war Wahrheit zu einer voraussetzungslosen [[Vernunft]] zwischen Himmel und [[Lebenspflicht]] geworden (siehe hierzu [[Immanuel Kant]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir. (Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, A 289)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auskunft über sich hat Immanuel Kant (1724-1804) selbst gegeben und damit auch getroffen, was seine &#039;&#039;zwei Seiten&#039;&#039; im Wesentlichen ausmachen: Die [[Metaphysik]] seines Vernunftbegriffs in der &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039; und dem praktischen [[Nutzen]] seiner [[Moral]] der [[Aufklärung]], die [[Moral]] der Mündigkeit als wesentliche Aussage eines [[emanzipatorischen]] [[Selbstverständnisses]] in seiner &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft&#039;&#039;. Beides suchte er zu vereinen in seiner &#039;&#039;Kritik der Urteilskraft&#039;&#039;. Allerdings ist er als erster [[Philosoph]] einer [[allgemeinen]] [[Begrifflichkeit]] [[bürgerlicher]] [[Verständigung]] (siehe auch [[Verstand]]) auf deren Doppelbödigkeit zwischen [[Vernunft]] und [[Moral]] noch jeweils unvermittelbar einseitig verblieben, einerseits in seiner biologischen [[Anthropologie]], die z.B. den [[Nationalsozialisten]] als [[Begründung]] ihrer [[Rassenlehre]] dienen konnte, und dem praktischen [[Moralismus]] seines &#039;&#039;[[Kategorischen Imperativs]]&#039;&#039; auf der anderen Seite, der einen [[Selbstwiderspruch]] im [[bürgerlichen Bewusstsein]] betreiben sollte. Es war ihm mit seiner Auffassung ihrer [[Dialektik]] nicht möglich eine [[wirklich]] [[emanzipatorische]] [[Philosophie]] zu entwickeln, was ihm von einigen der ihm nachfolgenden Denkern vorgehalten wurde, die in seiner &#039;&#039;Kritik der Urteilskraft&#039;&#039; keine [[Beziehung]] anerkennen konnten. Ohne ein [[kritisches]] [[Verhalten]] zur [[Wirklichkeit]] (siehe [[kritische Theorie]]) wird im [[bürgerlichen Bewusstsein]] alles von dem, was eine [[Geschichte]] aufklären könnte, zur [[persönlichen]] [[Selbstbehauptung]] einer [[Vorstellung]] von dem, was es sein könnte oder können soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geschichte wird daher, wie die Wahrheit, zu einer aparten Person, einem metaphysischen Subjekt, dessen bloße Träger die wirklichen menschlichen Individuen sind. Die absolute Kritik bedient sich daher der Phrasen. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Adorno]] war das wahr, was sich [[identisch]] bleibt. Aber in der [[Wirklichkeit]] der [[Kultur]] verfestigen sich immer mehr Unwahrheiten und auch stetige [[Strukturen]] sind nicht einfach wahr (siehe [[Systemtheorie]]). Unwahrheit ist also weder das Identische an sich, noch das Nichtidentische, wie er dies [[verstanden]] wissen wollte um seine [[negative Dialektik]] als Grundlage einer [[kritischen Theorie]] zu verfassen. Wesentlich für eine Befragung der [[Wahrheit]] ist die Feststellung, dass das [[Identische]] an sich schon einen [[Widersinn]] beinhaltet: Eine [[Wahrheit]] an sich gibt es nicht, weil [[Identität]] lediglich eine [[Reflektion]] der [[Erkenntnis]] gegen [[Täuschung]], eine [[Abstraktion]] für sich ist. Sie kann sich nur durch die Entdeckung vertauschter [[Inhalte]] in ihrer [[widersprüchlichen]] [[Wirklichkeit]] bewahrheiten und in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Aufhebung]] verwirklichen, sich in einer erneuerten [[Wirklichkeit]] [[wahr machen]]. [[Wahr]] ist, worin sich [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] in dem einig sind, was sie [[wahrhaben]]. [[Phänomenologisches]] Denken behauptet hiergegen die [[Wahrheit]] der einzelnen Phänomene, der [[Erscheinungsweisen]] ihres [[Seins]] (siehe auch [[Seiendes]]), in und durch sich selbst zu [[erkennen]]. Das &#039;&#039;Je-Einzelne&#039;&#039;, jede [[vereinzelte]] [[Wahrnehmung]] sei in der Lage, die Wahrheit ihres [[Daseins]] als Ergebnis aus ihrer [[Gegebenheit]] zu [[erkennen]]. Ihr [[Wesen]] wäre demnach [[unmittelbar]] und ohne weitere [[Bestimmung]] zu [[begreifen]], die [[Empfindungen]] ohne Weiteres und ganz voraussetzungslos und [[gleichgültig]] gegen ihre Lebenszusammenhänge als [[Wahrheit]] ihrer [[Gefühle]] zu erkennen. Doch jedes [[Gefühl]] war aus einer [[Beziehung]] von [[Empfindungen]] entstanden und kann sich hiergegen [[verselbständigen]], entrücken und seinem Ursprung [[widersprechen]]: [[verrückt]] werden. Der [[Widerspruch]] der [[Gefühle]] kann sich aber nicht als Gefühl formulieren, weil er [[selbständig]] durch etwas ganz Anderes (siehe [[Anderssein]]) aus [[Empfindungen]] entstanden ist, die darin ihre Spur verloren haben. In der [[Sprache]] aber lässt sich wie in der [[Kunst]] ihr Werden als gewordenes [[Dasein]] aus ihrer [[Geschichte]] [[erkennen]], also auch [[erschließen]] und hieraus [[begreifen]], was darin zu finden und was im [[Gefühl]] verbunden oder zumindest vermengt, bzw. vermischt ist (siehe auch [[Kitsch]]). Im [[einzelnen]] [[Gefühl]] lässt sich aber nichts anderes [[erkennen]] als das, was sich darin anmuten lässt, Mut macht oder aber sich darin auch nur verloren hat. Das [[Einzelne]] kann ohne seinen [[lebendigen]] Zusammenhang nur [[Interpretation]] der &#039;&#039;[[Eigentlichkeit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) einer Sinnesreizung, eine bloße Eidetik von [[Erscheinungen]] sein (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Sie muss über die [[Vereinzelung]] ihrer [[Wahrnehmung]] hinaus gelangen, um [[wirklich]] wahr zu sein. Im [[Einzelnen]] herrscht eine bescheidene Wahrheit als Bescheidung einer [[Abstraktion]], als Bescheid über schlichte [[Tatsachen]] und [[Gegebenheiten]]. &#039;&#039;Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ... Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen?&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 6)]] Was in der [[Wahrnehmung]] im [[Allgemeinen]], in ihrer [[Gesellschaftlichkeit]], [[schlüssig]] ist, worin sie mit sich in ihrem [[Gegenstand]] zum Ende kommt, im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] letztendlich mit sich einig wird, ist sie auch [[wirklich]] [[wahr]]. Also ist Wahrheit die Einheit der [[Sinne]] in der [[Erkenntnis]] der [[Wahrnehmungen]] im [[Begriff]] ihrer [[Beziehung]] zu ihren [[Gegenständen]]: [[Wahrnehmungsidentität]] in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Beziehungen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Verhältnisse]]. Von daher ist sie so [[subjektiv]] wie [[objektiv]]. Menschen lassen sich leicht [[täuschen]], wenn ihre [[Gefühle]] ihren [[Empfindungen]] vorauseilen, ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gefühle]] bestimmen oder ersetzen und von daher nur [[empfinden]] können, was im Vorurteil ihrer [[Gefühlen]], bzw. den [[Absichten]] ihrer [[Psyche]] dienlich ist. Von daher hat dann das [[Gefühl]] in [[Wahrheit]] eine dominante [[Wirkung]] auf die [[Wahrnehmung]] (siehe auch [[Eindruck]]), weil es zwar nicht unbedingt die Urteilskraft, wohl aber die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen bestärkt (siehe auch [[Urteil]]). Von daher ist der [[Anreiz]] einer &#039;&#039;selbstbestimmten&#039;&#039; [[Wahrnehmung]] ein Instrument mächtiger Kommunikationsinteressen (z.B. der [[Kommunikationsindustrie]]) und des [[Populismus]], der darauf zielt, [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]] zu [[vertauschen]], die [[Wahrnehmung]] also zu einer durch sich selbst [[verselbständigten]] [[Wahrnehmung]], einer absoluten [[Selbstwahrnehmung]] zu [[verkehren. Aus ihremVerhältniszu ihrerWirklichkeitentwickeltsich eineUrteilskraftdurchabwesendeBezogenheiten, ein jenseitigeWesenausFormalisierungenabstrakterZusammenhänge aus verbliebenenKenntnissen, welche dieInterpretationenabstrakterErkenntnisseerregenund schützen (sieheCharakterpanzerung). Unwahr ist das, was wir nichtwahrnehmenvon dem, was wirwahrhaben. DieWahrnehmungist daher die einzige Grundlage zur Bildung einerWahrheitzurErkenntnisihresabwesendenWesens.]] [[Wahrnehmung]] kann also [[getäuscht]] werden wenn sie [[fremde]] [[Absichten]] nicht erkennt und ihre Wahrheit hierdurch ausgetrieben, abgelenkt und auf das Reich der [[Sehnsüchte]] und ihrer [[Vorstellungen]] abgestellt und hierdurch selbst [[abstrahiert]] und [[entwirklicht]] wird. In der Folge und auf Dauer wird die [[Wahrnehmung]] im Großen und [[Ganzen]] von [[fremden]] [[Grundstimmungen]] [[getrieben]] und ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Kraft]] ihrer Bedrängungen entzweit, durch ihre [[Abstraktionskraft]] [[entfremdet]]. Ein [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] tötet den Sinn seiner [[Wahrnehmungen]] ab und macht [[Angst]] und [[deprimiert]] sie. Das [[objektiv]] [[Einzelne]] wird durch den [[subjektiven]] [[Gehalt]] ihrer isolierten [[Wahrnehmung]] [[verallgemeinert]] und mit ihrer [[Objektivität]] [[vertauscht]] oder verfälscht, durch die [[Abstraktionskraft]] der [[Formen]] ihrer Zusammenhänge [[entwirklicht]]. Von daher [[überreizt]], werden ihre [[Inhalte]] durch ihre Form ausgeschlossen (siehe [[Ausschließlichkeit]]), in ihr Gegenteil [[verkehrt]] ([[pervertiert]]), verdrängt (siehe [[verdrängung]]), entstellt (siehe z.B. [[Double-Bind]]), überfrachtet (siehe auch [[Ästhetisierung]]), entfremdet (siehe [[Entfremdung]]), [[einverleibt]] (siehe [[Symbiose]]), erdrückt (siehe [[Depression]]), beeindruckt (siehe [[Eindruck]]), verurteilt (siehe [[ästhetisches Urteil]]) oder in ihr Gegenteil [[verkehrt]] wird (siehe hierzu auch [[Wiederholungszwang]]). Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist. Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Es kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]]. [[Wahrheit]] kann also nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen. Darin allerdings hatte [[Adorno]] einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik]] hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]): &#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis &#039;&#039;des Menschen zum Menschen&#039;&#039; ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus. Zweitens: Er hebt das Unendliche auf, setzt das Wirkliche, Sinnliche, Reale, Endliche, Besondre (Philosophie, Aufhebung der Religion und Theologie). Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist.&#039;&#039; [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]] Weil [[Adorno]] als [[Kritiker]] des [[Positivismus]] zugleich den Ausgangspunkt der [[Kritik]] schon im [[reinen]] [[Denken]] [[begriffen]] haben wollte, hatte er sein Denken gegen jeden positiven Ausgang gestellt und damit eine [[&#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039;]] begründet. Hierdurch konnte er sich als durch sich selbst schon freien Denker [[popularisieren]] und seine [[Kritik]] mit seiner alles überwindenden [[Philosophie]] einer [[negativen]] [[Wahrheit]] bestimmen. Und dies durch eine spärlichen, weil [[abstrakt]] verbleibenden Einwand eines freien und also [[unendlichen]] Intellekts einer gedanklichen [[Ewigkeit]], der sich selbst überwinden sollte, um seine Positivität aus sich heraus oder durch die Jenseitigkeit einer [[künstlerischen]] [[Empfindung]] zu [[entwickeln]]. So wurde er vor allem selbst zur Kultfigur von [[bildungsbürgerlichen]] Literaturkonsumenten und deformierte im Bezug auf die theoretischen Grundaussagen von Marx mit seinen Rückgriff auf den [[Begriff]] des [[Warenfetischismus]] zum Hinterhalt einer im Grunde antimarxistischen [[Theorie]] bei, die seiner [[Negativen Dialektik]] mit seinem [[Verstand]] von einem richtigen, einem gegen das [[Falsche]] bereinigten [[Leben]] einen [[revolutionären]] [[Totalitarismus]] des teinen [[Denkens]] einhauchte. Mit seinem [[Verstand]] vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; sollten schließlich die [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] des [[Warentauschs]] und des hierdurch [[fetischisierten]] [[Bewusstseins]] zumindest [[psychologisch]] identifizierbar und ebenso überwindbar sein (siehe hierzu [[Subjektkritik]]) So kam durch Adornos Gefallen an einer überlebensgroßen [[Kultur]] der [[Kunst]] die Theorie vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; hinzu, das dem &#039;&#039;falschen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen wäre (siehe [[Leben]]), weil es dessen &#039;&#039;Beschädigungen&#039;&#039; abwenden könne. Dies hatte qllerdings jede [[kritische]] [[Erkenntnis]] von ihrem [[wirklichen]] [[Sinn]] frei geschlagen und sich in dem [[Moralismus]] einer intellektuellen Eigenmächtigkeit durch die [[Selbstgerechtigkeit]] eines [[philosophisch]] abgehobenen [[Bewusstseins]] fortgebildet, wie sie auch schon mal vom [[Existenzialismus]] [[Martin Heideggers]] angelegt war, der allerdings stattdessen eine [[Fundamentalontologie]] der [[Erkenntnis]] von [[Wahrheit]] über den [[Sinn]] des [[Seins]] als sinnliches [[Bewusstsein]] im [[Dasein]] der Menschen entwickelte. Er war von daher in seinem [[reaktionären]] Anliegen vielleicht auch nur &#039;&#039;ehrlicher&#039;&#039; als [[Adorno]], den man als Begründer eines [[reaktionären Marxismus]] ansehen kan. Es scheint, als ob Heidegger ihn wieder abgelöst hat. Eine [[Erkenntnis]] unterstellt immer schon eine [[Wirklichkeit]], die [[sinnlich gewiss]] wäre, wenn die Menschen darin ihre Entfremdung von sich und von ihrer Gesellschaft durch deren [[realen Abstraktionen]] hindurch erkennen können. Solche [[Erkenntnis]] unterstellt allerdings [[Sinne]], in denen und durch diese sie sich ihrer [[selbst]] unzweifelhaft, ihrer [[Wahrnehmung]] also ohne jeden [[Zweifel]] [[gewiss]] sind. Das ganze Interesse ihres Erkentnisvermögenns hat es eben einfach nötig, im Menschen [[ganz]] das zu [[empfinden]], was außer sich und also außer dem ist, was er finden kann, was also nur [[sinnlich gewiss]] ist, wenn diese [[empfinden]] in Wahrheit als [[Ganzes]], als das nimmt, was es im Zusammenhang seiner [[Erfahrungen]] wirklich [[wahrhatte]] und sich von daher nicht [[täuschen]] lässt. Wenn Menschen ihren Gegenstand nicht ganz begreifen können, weil sie voneinander vereinzelt und isoliert leben, sich mit ihrer Wahrnehmng als [[Ganzes]] nicht einer allen gemeinen [[Erkenntnis]] zuwenden können, werden auch die Elemete ihrer Wahrnehmung zerteilt und von dem abgetrennt, was sie in ihren Empfindungen und Gefühlen wirklich wahrhaben. Ein [[Wesen]] kann nur im [[Ganzen]] wahr sein. Um einen [[Sinn]] für das [[Ganze]] zu bilden (siehe [[Sinnbildung]]) ist dessen [[Wesen]] im [[Einzelnen]] wie auch im [[Allgemeinen]] zu [[ergründen]]. Und um schließlich in der [[Auftrennung]] der [[Wahrmehmung]] auch die [[Wesensnot]] der Menschen als [[Entfremdung]] von der [[Natur]] ihres Wesens, ihrer Gattung zu erklären, kompliziert sich das [[Wesen]] ihrer [[Erkenntnis]] in den [[Lebensverhältnissen]] der Menschen, worin sie [[isoliert]] [[Einzeln]] zwischen sich und anderen [[existieren]]. In ihrem [[Dazwischensein]] können sie nur [[abstrakt allgemein]] miiteilen und [[vermitteln]] und sollen sich darin dennoch ihrer selbst [[bewusst sein]]. Die Wahrheit eines solchen [[Selbstbewusstseins]] verlangt nach einem [[allgemeinen]], nach einem [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnis]] der [[Erkenntnis]], das über die vereinzelten [[Wahrnehmungen]] hinaus sich auch deren [[abwesenden]] [[Substanzen]] gewiss werden kann. Im Besonderen lässt sich ihre Einzelheit in der Einheit ihrer [[allgemeinen]], ihrer [[abstrakt menschlichen Sinnlichkeit]] auch so [[allgemein]] begreifen, wie sie im [[Allgemeinen]] auch durch das [[Begreifen]] ihrer [[wirklichen]] [[Lebensverhältnisse]] als vereinzelte Sinnlichkeit erkannt werden kann. Die [[bürgerliche Gesellschaft]] war die erste [[Gesellschaft]], in der sich die Menschen durch die Modernisierung (siehe [[Moderne]]) ihrer [[Produktionsmittel]] freiwillig isoliert hatten (Marx). Über ihre [[Veräußerungen]] durch moderne [[Technologien]] konnten sie zwar die [[persönlichen]] Bindungen des [[Feudalismus]] überwinden. vereinsamten aber in der [[Vergesellschaftung]] ihrer [[wirklichen]] [[Beziehungen]] durch den [[Warentausch]], durch die [[Gesellschaftlichkeit]] abstrakt bestimmter, also [[entäußerter]] [[Lebensäußerungen]] der [[burgherrlichen]] [[Lebensverhältnisse]]. Ihr gesellschaftlicher Zusammenhang existiert darin eben nur gebrochen in der [[Form]] ihrer Erzeugnisse, einer ungeheueren Warensammlung, in der ihr [[Reichtum]] existiert. Sie kann durch die [[Teilung der Arbeit]] und dem [[Dasein]] der Produkte nur in der [[Form]] unzähliger [[Trennungen]] existieren. Das [[Ganze]] der Getrenntheiten in ihren [[Verhältnissen]] kann daher als solches nur [[wahr]] sein, wenn das [[Einzelne]] darin wenigstens als [[abstrakten]] [[Beziehung]] auf das Ganze bewahrt ist. Und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur [[wahr]] sein, weil es seiner selbst nur im [[Ganzen]] [[wirklich]] ist. Und es ist sich durch seine [[Wirkungen]] im Ganzen gewahr, weil es durch seine [[Einzelheit]] das [[Ganze]] bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann - weil es darin eben sich selbst in seiner [[Allgemeinheit]] [[wahrhat]] die aus ihm begründet ist. Denn dies geht ihr [[geschichtlich]] voraus, bevor es allgemein (siehe auch [[Begriff]]) existieren, [[gesellschaftlich]] [[wesentlich]] werden kann. Allerdings bewegt sich in der [[Religion]] noch das Allgemeine als [[abstrakter]] Mensch vom Himmel herunter und steigt auch dahin wieder auf. Aber der [[Übermensch]] umarmt den [[wirklichen]] Menschen um seine [[Isolation]] zu beherschen, seine Spaltung (siehe auch [[Teilung]]) zu [[totalisieren]] und sie ihm als allgemeine [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] mitzutilen, Der [[abstrakt allgemein]]e Mensch herrscht durch den [[Tod]] und verachtet den Menschen und seine [[Wirklichkeit]], weil sie die [[Notwendigkeit]] seiner wirklichen [[Wesensnot]] ist. [[Erkenntnis]] kann nur entstehen, wo die Frage nach ihrer [[Wahrheit]] schon in ihrer [[Wahrnehmung]] aufgelöst, wo also [[Täuschung]] ausgeschlossen ist. Aber [[Täuschung]] erscheint heute allmächtig, weil die [[Medien]] und [[Methoden]] der [[Wissenschaften]] selbst schon ihre [[Wahrnehmung]] von vorn herein relativieren, sie wie Produkte einer bloßen [[Gegebenheit]] (siehe hierzu [[Positivismus]]) oder einer Lebenskonstruktion begriffen wissen wollen (siehe hierzu [[Konstruktivismus]]), und sei diese auch nur [[strukturell]] vorauszusetzen (siehe [[Strukturalismus]]). Was durch &#039;&#039;täuschend echte&#039;&#039; Imagination mit den [[Algorithmen]] der &#039;&#039;technischen Intelligenz&#039;&#039; gemacht werden kann, lässt sich leicht [[kulturpolitisch]] normativ verwenden und praktisch jede [[Persönlichkeit]] herstellen oder verfälschen. Wer [[Erkenntnisse]] nur [[persönlich]] machen kann, wird sich jenseits aller [[gegenständliche]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] und den Konflikten ihrer [[Selbstwahrnehmungen]] und ihrem [[selbstgerechten]] [[Moralismus]] (siehe [[Spießertum]]) aufreiben müssen - um darin vielleicht eine &#039;&#039;wahre Persönlichkeit&#039;&#039; mit einer durch ihren [[Selbstwert]] [[abgetöteten Wahrnehmung]] zu werden (siehe [[Selbstveredelung]]). Vor aller [[Erkenntnis]] muss daher schon ein [[Sinn]] für Wahrheit durch die Auflösung von [[Enttäuschungen]] [[entwickelt]] sein, wie er in einer Gesellschaft [[beliebig]] [[austauschbarer]] [[Beziehungen]] zwangsläufig nötig ist. Um die [[Wahrnehmung]] als Zeugnis des [[Lebens]] zu [[begreifen]] musss ihre [[elementare]] [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]], ihre [[Empfindung]] im [[Verhältnis]] zu ihren [[Gefühlen]] bewahrt und [[sinnlich]] bewährt sein und bedarf von daher auch der [[Analyse]] einer dem entsprechend [[politischen Ästhetik]], eines [[Kults]] der [[Selbstwahrnehmung]] in einer [[Gesellschaft]] der [[Selbstgefühle]], in der die [[Ideale]] über jede [[Wirklichkeit]] herrschen (siehe hierzu auch [[abstrakt menschliche Gesellschaft]]). Zwischen den [[Ideen]] und ihrer [[Wirklichkeit]] herrschen [[Ideologien]], die nicht [[wirklich]] wahr sein könen, weil sie keinen [[Sinn]] durch sich selbst haben und finden, nichts wirklich [[empfinden]] können, weil sie Sinn an sich gegen Sinn für sich, weil sie [[widersinnig]] sind, ihren Sinn aus sich selbst folgern und zugleich sich hierdurch begründen. Wahrheit ist die Auflösung von [[Widersinnigkeiten]] ihrer [[Selbstgerechtigkeit]] (siehe auch [[Moral]]) durch die [[analytische]] Aufklärung und [[Erklärung]] einer tautologischen [[Beziehung]] (siehe [[Selbstbeziehung]]) von [[Grund]] und [[Folge]], die in eine unendlichen Beziehung geraten ist. Darin gelten sich [[Ursache]] und [[Wirkung]] substanziell gleich, sind in ihrer [[Gleichgültigkeit]] [[ausschließlich]] an einander und durch einander identifiziert und daher wesentlich ununterscheidbar geworden (siehe hierzu auch [[Positivismus]]), in ihrer [[Anwesenheit]] zugleich [[abwesend]]. So besteht der Sinn ihrer [[Geschichte]] nur aus bloßen [[Tatsachen]], die sich durch ihre Folgerungen im [[Verhalten]] ihrer [[Verhältnisse]] begründen und antreiben, sich nurmehr im [[Trieb]] ihrer [[Gewohnheiten]] als Produzenten und Produkte ihrer [[Scheinwelt]] bestimmen und wiederfinden, sich in dem [[erkennen]], worin sie sich schon vor aller [[Erfahrung]] [[kennen]] (siehe auch [[Gedankenabstraktion]], [[Realabstraktion]]). In Wahrheit gibt es keinen Anfang und kein Ende der [[Erkenntnis]] - sie selbst macht [[Geschichte]] und ist nur durch sie (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Bevor ein [[Einzelnes]] sich [[kennt]], war es schon in [[allem gemein]] von dem, was ist (siehe [[Sein]]). Im [[Glauben]] an ihre [[persönliche]] [[Selbstverwirklichung]] verwirklichen [[Ideologien]] aber nur den [[Widersinn]] einer [[Selbsttäuschiung]] über ihre persönliche [[Identität]], eine [[Täuschung]], die nicht [[enttäuscht]] sein will und daher in den [[Absichten]] einer ihnen [[fremden]] und daher [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentität]], aus der [[Verkehrung]] ihrer Bewahrheitung gegen das, was sie [[wahrhat]] zu sich kommt (siehe auch [[hermeneutischer Zirkel]]). Die Umkehr solcher [[Wahrnehmung]] kann zunächst nur durch konsistente, also widerspruchsfreie Darstellung ihrer [[Verhältnisse]] bewahrheitet werden, aus der auch der [[Grund]] ihrer [[Selbsttäuschung]] erklärlich wird. Hierdurch wird auch deren [[Absicht]] aus der [[Reduktion]] ihres [[Wesens]] auf die [[Erscheinungen]] aus den [[Tatsachen]] ihres [[Daseins]] deutlich, als Rückbeziehung, als re-ligio auf die Kreisläufe in deren [[Abstraktionen]] bezogen. &#039;&#039;Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d&#039;honneur [Ehrenpunkt], ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.&#039;&#039; “ [[(MEW 1, S. 378f)]] Der [[widersinn]] der [[Religionen]] erklärt sich aus dem [[Verhalten]] eines [[abstrakt Allgemeinen]] (siehe hierzu [[Dialektik]]) das aus den [[Reduktionen]] ihrer [[Natur]] gegen die [[einzelnen]] Gründe die [[Formen]] und [[Formbestimmungen]]ihrer [[Wirklichkeit]] ersichtlich wird (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]) und immer zweideutig bleibt. Denn was nicht eindeutig wird, bleibt ungewiss, im Grunde [[abergläubisch]]. Es kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, ist nur zwischen Unterschiedenem identisch (siehe auch [[Dazwischensein]]), aber ohne Wahrheit und also nur [[zweifelhaft]] da. Es existiert im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]], der seine [[Gründe]] und [[Folgerungen]] durch seine in sich schon identifizierten Entgegensetzungen im Kreis dreht, tautologisch ist. In ihrer Beziehung aufeinander müssen sie sich gleichbleiben und also von sich absehen. Darin [[verallgemeinert]] sich beides in einem [[abstrakt Allgemeinem]], in einer Identität der [[Wahrnehmung]] (siehe [[Wahrnehmungsidentität]]), einer [[Allgemeinheit]], die eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] bewahren und bewähren kann (siehe [[Dialektik]]). Und diese lässt sich auch nur [[abstrakt]] [[entwickeln]], wird geschichtslos und dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]]. &#039;&#039;Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammerthales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“ [[(MEW 1, S. 379)]] Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen Inhalt zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]). Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] [[objektiv sein soll]], ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt. Die Menschen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Herkunft, [[Klasse]], Alter oder Geschlecht, sondern auch in dem, was für sie als wahr gilt, was sie zwischen [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] unterscheiden. Immerhin entsteht durch alles, was ihre [[Wahrnehmung]] mit sich identisch werden lässt die entscheidende [[Substanz]] der [[Sinnbildung]] und des darauf gründenden Urteilskraft, den [[Verstandes]], der Urteilskraft des [[Gefühls]] in einer Welt, in der die [[unmittelbare]] [[Gewissheit]], die wahre [[Selbstgewissheit]] des [[Lebens]] unentwegt gebrochen wird. Die Empathie hierfür wird daher in einem wie [[selbstverständlich]] scheinenden [[Dasein]] (siehe auch [[Scheinwelt]]) zersetzt, welches die [[Empfindungen]] der Menschen nur [[abstrakt]] zusammenführt (siehe auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) und sie durch den [[Glauben]] an ihre [[Ewigkeit]] ersetzt. Darin wird es unmöglich ihnen dessen wahre Zusammenhänge zu eröffnen, die ihre [[Seelen]] aus den dumpfen Ahnungen ihrer naturgetrübten Gedankenwelt heraustreibt und zu einem menschlichen [[Bewusstsein]] [[emanzipiert]]. Denn nur dieses kann die gesellschaftliche Voraussetzung und der [[Inhalt]] eines menschliche [[Selbstbewusstseins]] sein. Und von da her hat dies strenge Folgen für jegliche &#039;&#039;Informationsverarbeitung&#039;&#039; in allen Lebensbereichen, den [[persönlichen]], [[zwischenmenschlichen]] und [[politischen]] überhaupt. Alles, was ihre lebendige [[wahrnehmung (siehe auchtote Wahrnehmung) ausmacht, ist dieWahrheitihrerWahrnehmungfür sich, das für wahr nehmen ihresLebensund seinerGründein dieser Welt in ihrerGeschichteundGegenwart. Was für die einen einGlaubean das Glück auf Erden oder an einenGottder Schöpfung oder an das Vaterland ihresHeilsist, mag für die anderen einGlaubean die &#039;&#039;FreiheitderWissenschaft&#039;&#039;, an dieVernunfteines Weltgeistes oder an die Botschaften des Internets, der Werbung, den Weltuntergang usw. sein. Letztlich bestehen ihreErkenntnissedaraus, was sich ihnen alsWahrheitfür ihrLebeneröffnet hat, was für sie sich über dessen verschiedene Momente als das bewahrt hat, was für sie gültig geworden ist, was Geltung in ihrem Lebensbereich bekommen hat, die soallgemeinwie aucheinzelnstimmig ist und sich über ihreStimmungenhinweg erheben kann. Eine Wahrnehmungsidentität ist von da her dieWahrheiteinerWahrnehmung, wie sie sich im Lebenszusammenhang der Menschen bewährt und bewahrt und sich darin durch dieUmständeihrer gesellschaftlichen oderzwischenmenschlichen Beziehungenerschlossen hat oder auch verschlossen bleibt. Es ist, was sich alsGanzesauch in einer gebrochenenWahrnehmungerwiesen hat, auch für das gilt, das nicht wahrnehmbar ist.]] Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiNert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begriffen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen, den [[Formbestimmungen]] ihrer [[Strukturen]] zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder die in der [[isolierten]] [[Einzelheit]] ihres [[Daseins]] ihre Wahrheit zufällig und positiv begründen will (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann dies alles nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]] und durch seine Selbstbeschränktheit zum Fetisch der Wahrnehmung, zu einer in sich [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentät]] wird. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. So erweist sich, dass es anders ist (siehe [[Anderssein]]) als das, wie es in seiner bloßen [[Anwesenheit]] zu sein scheint, weil es in dem [[abwesend]] ist was seine [[Qualität]] ausmacht, die also [[unmittelbar]] nicht [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist. Es kann also nicht [[wirklich]] [[sein]], was es [[objektiv sein soll]], was es [[sein]], was es [[sein]]wesentlich ist, aber in Wahrheit nicht als dieses da sein kann, weil es durch seine [[sein]]Wesensnotbestimmt ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist. Wahrheit ist das [[Ganze]] einer Stimmigkeit, die Übereinstimmung dassen was dessen Zusammenhang ist mit dem was es sein soll. [[Widersinniges]] kann nicht wahr sein. Was letztlich keinen eindeutigen [[Sinn]] finden kann, ihn nicht empfindet, ist zweifelhaft (siehe [[Zweifel]]), kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, weil es keinen [[wrklichen]] [[Sinn]] für das Einfache, keine [[Identität]] (siehe hierzu auch [[Wahrnehmungsidentität]]) im allem gemeinen [[Sinn]] für das [[Einzelne]] hat. Es kann in den unterschiedlichen Sinnhaftgkeiten im [[Allgemeinen]] nur in dem [[identisch]] sein, was zwischen dem Einen und dem Anderen (siehe [[Dazwischensein]]) nur relativ, was also weder das Eine noch das Andere wirklich ist und ist daher [[nur widersinnig]] [[exstent]], also ohne Wahrheit [[da]](siehe z.B. die [[Preise]] der [[Waren]] im [[Warentausch]] als [[Relationen]] der [[Tauschwerte]] im Unterschied zum [[Wert]] einer [[Sache]], zum [[Wesen]] ihrer [[Natur]]). Die Unterschiede der [[Einzelheiten]] existieren im [[Allgemeinen]] nur im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]] (siehe [[Wertform]][[)]] durch ein gemeinsames Drittes ([[abstrakte Arbeit]]) und haben in dessen [[Allgemeinform]] eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] (siehe [[Dialektik]]), sind somit letztlich nur als bloße [[Tatsachen]] wahr. In deren Einfältigkeit existiert das [[Einzelne]] [[getrennt]], [[isoliert]] von seinem Zusammenhang, [[wesentlich]] nur durch sich selbst als Natur für sich, abstrakte Natur, als [[Formbestimmung]] seiner [[Geschichte]]. Es kann sich daher nicht durch sine [[Inhalte]] [[entwickeln]], dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]], wird geschichtslos indem er seine Existenzformen gegen ihre [[Inhalte]] [[verkehrt]], sich von seinem [[Wesen]] [[entfremdet]] (siehe z.B. [[Fetischismus]]), weil er darin seine eigenen [[Äußerungen]] in ihrer wirklichen [[Gegenstandlichkeit]] nicht gesellschaftlich bewahrheiten und also auch nicht als eine [[Entäußerung]] seines praktischen Lebens [[erkennen]] kann. &#039;&#039;Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch . Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis.&#039;&#039; ([[MEW Bd.3, S. 533]]). Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[praktische]], die [[wirkliche]] [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als einzelne Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen [[Inhalt]] zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]). Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] sein soll, ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt. Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begrifen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder das auch in der isolierten Einzelheit seines Daseins seine Wahrheit zufällig und positiv begründen kann (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann es nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]]. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. Es ist dann etwas andere als das, wie es darin zu sein scheint, in dem abwesend ist was eine [[Qualität]] ausmacht, die als diese aber nicht [[unmittelbar]] [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist, das also nicht [[wirklich]] [[sein]] kann, was es [[sein]] soll, was es wesentlich, aber in Wahrheit nicht als dieses da ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist. Was wahr ist, muss nicht [[wirklich]] sein und was [[wirklich]] ist, muss nicht wahr sein. Aber [[Wirklichkeit]] kann nicht [[unmittelbar]] wahr und [[unmittelbar]] unwahr sein. Sie kann aber zugleich eine [[Unwirklichkeit]] enthalten, sich selbst [[entwirklicht]] haben. Darin ist sie wahr und unwahr zugleich, weil sie zweierlei in einem, also Vertauschtes als Identisches, weil sie also [[Täuschung]] ist. Die Fragen, die aus [[Wahrnehmung]] hervorgehen, sind daher immer Wahrheitsfragen. Ihr [[Zweifel]] formuliert sich als Feststellung: &#039;&#039;Das kann nicht wahr sein!&#039;&#039;. Und er befähigt die Frage, was denn wesentlich wahr und was denn bloße Erscheinung ist. Diese Frage ist die Frage nach dem wahren [[Sein]] im [[Dasein]], nach dem Dritten seiner Wahrheit, denn jede Wahrnehmung setzt die [[körperliche]] oder [[geistige]] [[Gegenwart]] eines [[Gegenstands]] voraus, sein [[Dasein]] in [[Zeit]] und [[Raum]] als Verhältnis natürlicher Wesenskräfte so wie sie durch ihre [[Geschichte]] geworden auf der Welt sind. Wo Wahrnehmung nicht wahr sein kann, da [[reduziert]] sich ihr Gehalt für den Menschen - nicht einfach nur die Kognition, Sehen, Hören, Riechen usw., sondern das ganze menschliche Leben - auf das, was es nur zu sein scheint[[)]], ohne wesentlich wahr sein zu können. Das aber ist wirklich &#039;&#039;täuschen echt&#039;&#039;. Es ist nicht durch eine Verblendung der Wahrnehmung getäuscht (siehe [[Theodor W. Adorno]]) und auch nicht durch eine allgemeine eine &#039;&#039;Seinsvergessenheit&#039;&#039; der Menschen (siehe [[Martin Heidegger]]), sondern sein wirkliches Lebensverhältnis dort, wo den einzelnen Menschen ihr [[Leben]] auch [[wirklich]] wahr zu sein scheint, ohne dass es für sie im [[Allgemeinen]] auch [[wesentlich]] wahr sein kann, weil es sich von ihnen und sie von sich entzieht, sie [[enteignet]], sich ihnen [[entfremdet]]., wodurch sie sich in ihren [[wirklichen]] [[Lebensverhältnissen]] auch [[selbst fremd]] werden. Wahrheit ist nicht auf [[logische]] Sätze oder Aussagen zu [[reduzieren]], weil sie weit über die [[Sprache]] hinausgreift. Sie bestimmt sich rein [[praktisch]] mit der [[Aufhebung]] einer [[Täuschung]], aus dem [[Beweis]], dass etwas, was ist, nicht [[wirklich]] wahr sein kann. Und sie verfolgt dessen [[Sinn]] in der Befragung seines [[Daseins]], was darin unbedingt und also bedingungslos als wesentliches [[Sein]] zu [[erkennen]] ist, was also ein [[Wesen]] hat, auch wenn es [[abwesend]] ist, nicht als dieses [[erscheint]]. und so zum [[Gegenstand]] der [[Kritik]] wird (siehe auch [[Kritische Theorie]]). Darüber hinaus erübrigen sich alle Wahrheitsfragen. &#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme – ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i. e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens – das von der Praxis isoliert ist – ist eine rein scholastische Frage.&#039;&#039; [[(MEW 3, Seite 5)]] Allerdings kann auch die Beweisführung selbst trügerisch sein, wenn sie nicht das [[Ganze]] bedenkt, das hierbei wesentlich ist; denn ein [[Wesen]] kann nur ganzes Wesen sein, auch wenn es in vielen [[Teilen]] [[existiert]], in seiner [[Wirklichkeit]] zerteilt ist. Wahr kann also nur sein, was in seiner [[ganzen]] [[sinnlichen Gewissheit]] oder aus Rückschlüssen hieraus zweifelsfrei aufgeklärt ist - oft auch nur, bis wiederum ein [[Zweifel]] hieran entsteht, wenn der Beweis ihr im [[Ganzen]] [[fremd]] wird, also im [[Begrifff]] einer [[Entfremdung]] steht, deren [[Wesen]] noch nicht [[erkannt]] ist. Wahrheit als solche - eine [[ewige]] Wahrheit - gibt es nicht, weil sie keine [[Substanz]] jenseits dessen hat, was als wahr im [[Ganzen]] seiner [[Wirklichkeit]] [[begriffen]] ist (siehe auch [[Dialektik]]), was also sich [[subjektiv]] mit [[Objektivem]] auch in der Form seiner [[Entfremdung]] als [[Wesen]] in seiner [[Verkehrung]] erkennt (siehe auch [[notwendiger Schein]]), in seiner [[Gegenwärtigkeit]] sich durch seine [[Abstraktion]] im [[Allgemeinen]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]) auch verkehrt [[bewahrheiten]] kann (siehe auch [[Beweis]]). Was in der Vielfalt seiner [[Bestimmungen]] als eins, als etwas [[Ganzes]] auch in seiner [[Abwesenheit]] zu verstehen ist - auch wenn es als dieses nicht ins Auge fällt, nicht mit sich einig [[da sein]] kann - ist in seiner negativen Gegenwart als Teil eines Ganzen durch seinen Mangel an Gegenwart &#039;&#039;ex negativo&#039;&#039; zu entdecken. Wenn es in seiner [[Anwesenheit]] [[widersinnig]] ist, sich selbst schon [[widerspricht]], in sich gegensätzlich ist, lässt es sich als Wahrheit im [[Ganzen]] schlussfolgernd erweisen, wenn seine Gegensätze in Einheit da sind, sich widersinnig verhalten, und als Widerspruch aufgeklärt werden, so dass man sich hierüber nicht mehr hinwegtäuschen kann. Im [[Widerspruch]] ist der Mangel als [[Negation]] selbst schon wesentlich, weil er im Grunde zur [[Nichtung]] führt, wenn er nicht [[aufgehoben]] wird (siehe auch [[Dialektik]]). Wahrheit hat daher auch die [[Eigenschaft]] der Wirksamkeit einer [[Kritik]] von [[Widersinnigkeiten]] - die [[Eigenschaft]] einer Aussage, einer [[Wahrnehmung]] oder einer Begrifflichkeit und anderem, die eine [[Täuschung]] entdeckt und ihre vertauschte [[Substanz]] aufdeckt. Dies steht grundsätzlich im Gegensatz zum [[Konstruktivismus]], der sich der [[Täuschung]] allein durch [[Selbstbehauptung]] (siehe auch [[Selbstwahrnehmung]]) zu entziehen sucht und von daher jede objektiv begründete Kritik - vor allem auch der Kritik einer [[ästhetischen]] Kultur - von sich abweist und ausschließt. Kritiklos wird somit in der [[Täuschung]] Unterschiedenes verschmolzen und also austauschbar, [[Gleichgültigkeit]] erzeugt, der [[Sinn]] von [[Erkenntnis]] aufgehoben, [[Geist]]losigkeit durch [[Widersinnigkeit]] produziert und jedwede subjektive [[Substanz]] der [[Erkenntnis]] geleugnet In Wahrheit aber wird ihre [[Identität]] wie ihr Unterschied in ihrem [[Begriff]] bewusst. Denn Wahrheit ist nichts Übersinnliches. Sie ist dem [[Bewusstsein]] notwendig, weil sie in Ihrer [[Wirklichkeit]] erkannt und substanziell begriffen sein muss, um bewusst zu werden und dem entsprechend handeln zu können (siehe [[Begriffssubstanz]]). Solches [[Begreifen]] setzt voraus, dass etwas auch bezweifelbar ist, der Zwiespalt ihm also vorausgeht, weshalb nur ein [[Beweis]] den [[Zweifel]] auflösen kann, ihn also gedanklich schon im Begriff aufhebt, seine Wahrheit als Wirklichkeit zu formulieren versteht. Wahrheit setzt daher schon [[Erkenntnis]] voraus, die in der Lage ist, zwiespältig zu sein, setzt also die [[Fähigkeit]] voraus, einen [[Unsinn]] zu erahnen, durch den man zu [[täuschen]] wäre, weil und wo er sich nicht erklären lässt, also etwas anderes [[sein]] muss, als was es [[erscheint]]. - Oder weil man sich hie und da auch mal gerne über das hinwegtäuscht, was man [[wahrhat]], weil der Augenschein [[reiz]]voller ist als der Zweifel hierüber. Aber eine wirksame [[Kritik]] der [[Wirklichkeit]] setzt die Wahrheit ihres [[Begriffs]] voraus. Wahrheit oder [[Täuschung]] machen den Unterschied der [[Wahrnehmung]], also das, was sie in die Lage versetzt, durch das Auseinandersetzen ihrer [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] durch deren Bedenken zu einer [[Erkenntnis]] zu reifen, sich seiner [[gewiss]] zu werden in dem, was erwiesen werden kann, [[Identität]] im [[Wissen]] zu finden - oder sich im [[Ungewissen]] zu verlieren, sich im Kreis zu drehen, schwindelig oder sogar bewusstlos zu werden (siehe hierzu auch [[Bewusstsein]]). Diese [[Identität]] besteht aus der [[Fähigkeit]], das zu [[denken]], was in dem für wahr genommen wird, was [[wahrgehabt]] ist. Von daher wird ihre [[Erkenntnis]] erst in dem wahr, was daraus zu begreifen ist, was es also besagt. Wahr oder unwahr kann daher letzlich nur der [[Begriff]] dessen sein, was etwas bedeutet. Dieses hebt sich aus der [[Wahrnehmung]] in [[Sprache]] auf, welche die [[Verhältnisse]] und [[Beziehungen]] richtig oder [[falsch]] für wahr nimmt, sie in ihren [[Bedeutungen]] oder [[Gefühlen]] unzweifelhaft oder zweifelhaft darzustellen vermag (siehe [[Zweifel]]) und hierdurch zu einem [[kritischen]] oder unkritischen [[Bewusstsein]] wird. Eine Aussage kann über den Zusammenhang von [[Beziehungen]] [[hinwegtäuschen]], wenn sie deren [[Inhalte]] mit ihren [[Formen]] vertauscht, ihren Sinnzusammmenhang in sein Gegenteil [[verkehrt]] oder einen [[Teil]] für etwas [[Ganzes]] erklärt und sich damit im [[Widerspruch]] hierzu [[verallgemeinert]] (siehe hierzu auch [[Dialektik]]). Sie verhindert dann das Begreifen wirklicher Zusammenhänge, indem sie deren [[Beziehungen]] [[isoliert]], ihre [[Wirkungen]] durch sich selbst [[verursacht]] erklärt und damit in in ihrer [[Selbstbezüglichkeit]] zu einer &#039;&#039;täuschend echten&#039;&#039; [[Allgemeinheit]] [[aufhebt]], ihnen einen falschen [[Grund]] zuweist, der keine Schlussfolgerungen mehr zulässt, die ihre [[Erkenntnis]] im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] erhellen könnten (siehe hierzu auch [[Ideologie]]). Durch eine solche Begrifflichkeit wird die [[Form]] solcher Beziehungen mit dem [[Inhalt]] ihrer [[Verhältnisse]] [[vertauscht]], weil damit etwas [[Ganzes]] durch sich selbst begriffen sein will (siehe auch [[Positivismus]]). Im [[Begriff]] einer solchen Totalisierung [[erscheinen]] diese dann als etwas ganz anders, als was sie [[wesentlich]] sind (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Die [[widersinnige]] [[Vernittlung]] ihrer [[Beziehungen]] betreibt dann schon in ihrer Erklärung durch ihre [[Verallgemeinerung]] die [[Verkehrung]] von [[Mittel]] und [[Zweck]] der [[Verhältnisse]] und hebt die Konsistenz ihrer [[Substanz]], ihren wesentlichen Zusammenhang auf. Sie [[verfälscht]] damit ihren [[Begriff]] durch ein Vorurteil (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), wodurch dessen [[Moral]] sich gegen die [[Erkenntnis]] seiner wirklichen Bezogenheiten behauptet die ihre bloße [[Selbstgerechtigkeit]] bestärkt. Wo dies zugleich den wirklichen [[Verhältnissen]] entspricht (siehe auch [[Realabstraktion)]], wird deren [[Täuschung]] verdoppelt, ihre [[Kritik]] verunmöglicht, das [[Bewusstsein]] stumpf, tumb, dumm. Es müsste sich zuerst mit den [[Schmerzen]] seiner Fehlbeurteilungen durch seine eigenen [[Selbstbezogehheiten]] (siehe auch [[Psyche]]), mit seinem [[Erlkenntnisvermögen]] befassen (siehe auch [[Erkennnistheorie]]), bevor es seine [[gegenständliche]] [[Wirklichkeit]] erkennen kann. Wahrheit ist daher nicht der Lüge entgegengesetzt, denn Lüge weiß schon ihre Unwahrheit zu formulieren. Wahrheit wendet sich gegen [[Täuschung]] in einer Welt, in welcher die Dinge auch vertauschbar und austauschbar sind, und daher als etwas [[erscheinen]] können, was sie nicht sind. In Wahrheit erscheint ihre Unterschiedenheit in einer ihnen selbst [[fremden]], in einer paradoxen Einheit, in ihrer [[Widersinnigkeit]]. Wo sich [[Zweifel]] hierüber einstellt, ist Wahrheit nötig, auch wenn sie nur zur [[Erkenntnis]] des [[Widerspruchs]] führt, der zweifeln lässt, der eine Inkonsistenz in der Einheit entdeckt, die wahr sein soll, aber nicht wahr sein kann. Von daher ist die [[Erkenntnis]] eines [[Widerspruchs]] die [[wirklich]] mögliche Wahrheit, über die nachzudenken ist. Und die Methode, ihre [[Logik]] zu ergründen ist die [[Dialektik]], weil sie die Einheit der [[Gegensätze]] als Form ihrer[[Entfremdung]] beschreibt, als ihre [[Entfremdung]] von sich, als eine [[verkehrte]] [[Einheit]] ergründet, die sie gleichgültig macht und ihre [[Gleichgültigkeit]] als [[Bestimmung]] ihrer [[Form]] nötig hat ([[Formbestimmung]]). Es ist die Form vertauschter [[Wesen]], die sich selbst in ihrer Vertauschung bewirken, Ursache und Wirkung zugleich sind, weil ihre Grundlage, ihr substanzieller Grund in ihrer Form verkehrt erscheint, als Verkehrung sich selbst befolgt, prozessierende [[Täuschung]] ihres [[abstrakt]] gewordenen Wesens ist. Jeder Widerspruch ist daher wesentlich ein Selbstwiderspruch, eine sich selbst [[nichtende]] Einheit (siehe [[Nichts]]), die ihre Negativität als [[Position]] bestärkt. Und wer täuschen will, der täuscht daher vor allem sich selbst, da er in seinem [[Leben]] sich selbst von dem trennt, was ihn wesentlich ausmacht, es von sich abscheidet und in der [[Trennung]] zugleich nötig hat. Er gerät in die an ihrer Unendlichkeit verzweifelnde [[Notwendigkeit]], sich in dem zu gewinnen, durch was er sich fortwährend verlieren muss. Wahrheit ist der Zusammenhang, der zerbricht, wo die [[Teile]] nicht mehr zusammen sein können, weil sie vertauscht werden müssen, um ihre [[Form]] zu finden, um [[Wirkung]] zu haben, um [[wirklich]] zu sein. Das Gebrochene hat Täuschung nötig, um sich zu erhalten und sich mit dem Vertauschen in seiner [[Wirklichkeit]] aufrecht zu halten, sich selbst als das auszuhalten, was es nicht ist, seine [[Form]] durch einen fremden [[Inhalt]] zu bestimmen (siehe [[Formbestimmung]]), um darin selbst - wenn auch [[verkehrt]] - [[wirklich]] zu sein. Aber indem sich darin deren [[Erkenntnis]] selbst substanziell ausscheidet, verliert sie ihre [[Substanz]], bescheidet sich mit dem Positiven, das seine [[Negation]] nur noch zu leugnen hat, um sich daran im Jenseits ihrer Wirklichkeit festzuhalten, sich [[allgemein]] durchzusetzen. Die Spekulationen der absoluten Kritik zerstören von daher gerade das, was ihre Wahrheit zu erweisen hätte. Sie suchen sich nur selbst zu beweisen, indem sie die Welt wie ein Beispiel iher [[Logik]] abhandeln: &#039;&#039;Die Wahrheit ist für Herrn Bauer wie für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: &#039;&#039;Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?&#039;&#039; Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ... Die absolute Kritik spricht von Wahrheiten, die sich von vornherein von selbst verstehen. (...) Eine Wahrheit, die sich von selber versteht, hat für die absolute Kritik, wie für die göttliche Dialektik, ihr Salz, ihren Sinn, ihren Wert verloren. Sie ist fad geworden wie abgestandnes Wasser. Die absolute Kritik beweist daher einerseits alles, was sich von selbst versteht, und außerdem viele Dinge, die das Glück haben, unverständig zu sein, sich also niemals von selbst verstehen werden. Andrerseits versteht sich ihr alles das von selbst, was einer Entwickelung bedarf. Warum? Weil es sich bei wirklichen Aufgaben von selber versteht, daß sie sich nicht von selber verstehn.&#039;&#039; (Karl Marx, Hl. Familie, [[(MEW 2, S. 83)]].&#039;&#039; Diese Bescheidenheit wird zum Bescheid, dass alles ganz anders wäre. Und das Andere wird in die Unendlichkeit des Ununterscheidbaren gezogen, um es unterschiedslos und also unentscheidbar zu machen. Die Wahrheit herauszufinden, kann daher unendlich schwer sein. Am Ende einer [[Geschichte]] mag sie wesentlich leichter zu erkennen sein, als in deren Verlauf, der zumeist auch subjektiv von [[Täuschungen]] und Lügen durchdrungen ist. Doch objektiv und also auf Dauer herrscht die Stetigkeit der Geschichte vor, an der die Täuschung zerbricht. Lügen haben nur deshalb &#039;&#039;kurze Beine&#039;&#039;, weil Wahrheit immer etwas länger braucht. Sie ist das [[Ganze]] ihrer [[Teile]], die durch [[Trennung]] nur zusammenhalten, weil sie unentbehrlich sind, deren Zusammenhang aber in seiner [[Wirklichkeit]] unwahr bleiben muss, in einer [[Form]] erscheint, die ihm unwesentlich ist, und die daher wesenlos bleiben muss, solange die [[Täuschung]] herrscht. In Wahrheit ist darin die Einheit Not-wendig gespalten und nur durch[[Abstraktion]] vermittelt, also in der Wahrheitsnehmung schon vertauscht, [[Wesen]] und [[Erscheinung]] îm [[Widerspruch]] zu sich. Diesen zu erkennen ist dem Leben notwendig, solange es sich täuschen lässt, da es sich darin verliert und seinen [[Geist]] nur aufgeben kann. Und um dies zu überwinden ist [[logisches]] [[Denken]] notwendig, denn Wahrheit als solche gibt es nicht wirklich. Sie wäre bloße [[Religion]]. Aber es gibt sehr wohl eine Wahrheit der Wirklichkeit, eine innere Einheit, [[Schönheit]] und [[Geist]]. Und es gibt sie zugleich als [[Täuschung]], in vertauschte Wahrheiten, [[Identität]] im [[Gegensätzlichen]], [[Widersprüchlichkeiten]]. Und es gibt wahre Aussagen und [[Empfindungen]] hierzu, welche in der Lage sind, die Täuschung zu enttäuschen, sie zu veräußern, aus sich herauszusetzen und durch [[Analyse]] ihre wahren Inhalte zu beschreiben und durch [[Logik]] zu [[beweisen]]. Wahrheit ist eine Frage der [[Erkenntnis]] und nicht des [[Seins]]. Deshalb kann es auch keine &#039;&#039;wahre&#039;&#039; [[Wirklichkeit]] geben (siehe [[Realität]]), die von einer &#039;&#039;falschen&#039;&#039; zu unterscheiden wäre; - auch kein &#039;&#039;richtiges&#039;&#039; [[Leben]] im Unterschied zu einem &#039;&#039;falschen&#039;&#039; (siehe [[Adorno]]). Es gibt eine verkehrte Wirklichkeit im [[Tausch]], nicht aber, weil dieser einfach nur &#039;&#039;falsch&#039;&#039; wäre, sondern weil er in einer bestimmten gesellschaftlichen Form noch nötig ist, solange deren [[Formbestimmung]] herrscht, solange ihre politische Form und ihre substanzielle Form einander in ihrer [[Ausschließlichkeit]] [[bedingen]] und also [[bestimmen]], im [[Widerspruch]] zu einander stehen. Für [[Martin Heidegger]] ist Wahrheit das [[eigentliche]] [[Sein]], das im [[Seienden]] verborgen ist, das also nur erkannt wird durch den Denker, der sie &#039;&#039;entbirgt&#039;&#039;. Das [[Eigentliche]] ist in dieser Auffassung hinter allem [[Dasein]], ein von diesem selbst unterschiedenes [[Wesen]], das als solches nicht im [[Dasein]] wirkt, sondern sich in ihm &#039;&#039;lichtet&#039;&#039; ([[Heidegger]] ) und nicht in der [[Wirklichkeit]], sondern vom &#039;&#039;wahrhaftigen Denken&#039;&#039; nur [[erkannt]] werden könne. Das aber ist vor allem die Grundlage für die [[Selbstveredeleung]] eines [[Denkens]], das alles [[fremd]] scheinende als Uneigentliches setzt und es somit als wesenlos behauptet, als eine Form von [[Seinsvergessenheit]]([[Heidegger]]) zu verfassen sucht, dem das Wesen entgangen ist. In diesem Verständnis wird Wahrheit zu etwas [[Übersinnlichem]], zu einer fundamentalen [[Ontologie]] und von daher zu einer vollständig selbständigen [[Objektivität]] der [[Existenz]] schlechthin, die den Menschen vorbestimmt und diese ihm daher sinnlich unterworfen seien. Dass Wahrheit objektiv wäre, ist genauso unsinnig, wie die Behauptung, dass sie nur subjektiv sei. Es gibt kein an und für sich wahres [[Subjekt]] und keine wahre [[Objektivität]]. Wahrheit kann überhaupt nicht in irgendeiner [[Form]] [[bestimmt]] sein. Wahrheit ergibt sich in der Aufhebung von [[Zweifel]], in der [[Erkenntnis]] von zwiespätigen Beziehungen, in denen sie nicht sein kann. Aber nicht der Untrschied lässt Zweifel aufkommen, sondern die Vermittlung von Einheit. Wahrheit ist die Erkenntnis des Zusammenhangs des Unterschiedenen auf der Grundlage einer innerer Einheit, die niemals wirklich eins sein kann, die aber ihre verschieden Existenzweisen bejaht, eben weil sie organisch immer substanziell einem Ganzen zugehörne. Gerade weil sie substanziell nicht ohne einander sein können ohne selbst anders zu werden, ist die Substanz ihrer Erkenntnis die Wahrheit ihres Zusammenhangs. In [[Wahrheit]] ist alles eins, wie immer es sich in Wirklichkeit verhalten mag. Alle [[Verhältnisse]] haben eine solche [[Substanz]] zu ihrem [[Inhalt]]. Zugliech können sie sich darin aber auch von sich [[entfremden,]] indem sie davon absehen, sich [[gleichgültig]] werden. In Wahrheit ist alles eins. Aber es erscheint als Einheit, wo es unwesentlich ist, wo seine Wirklichkeit nur als Form für sich sein kann, nicht Form durch ihren Inhalt ist. Es ist also als Form mit sich nur im [[Schein]] einig und sein Wesen ist die substanzielle Einheit hinter ihrer Formbestimmtheit, der Stoff, der nicht wirklich wahr sein kann, weil er nur in seiner [[Entfremdung]] wirklich [[da ist]]. Darin erschein alles mit sich selbst einig, wie verschieden es auch in [[Wirklichkeit]] sein mag. Wahrheit ist [[Identität]] - nicht nur in konsistenten Aussagen, auch nicht in der bloßen Schönheit (siehe [[Ästhetik]]) oder in rein materiellem [[Sein]] als solches oder in der [[Seele]] oder dem puren [[Erleben]] u.dgl.. Wahrheit ist das [[Ganze]] in jedem Moment, wo dieses im Ganzen eins, in seiner [[Erkenntnis]] ungebrochenes, wenn auch in Wahrheit widersprüchliches [[Leben]] ist. &#039;&#039;Das Ganze ist das Wahre&#039;&#039; (Hegel) &#039;&#039;Das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039; (Adorno)In diesem Komplex will sich Adorno von Hegel absetzten, indem er darin einen Totalitarismus des Hegelianischen Denkens sieht, der ja auch immerhin bei den Rechtshegelianern vertreten wird. Doch in der Entgegensetzung des Ganzen dieses schon als als Unwahrheit zu behaupten und hierauf seine [[Negative Dialekti]]k zu begründen, kommt Adorno der Wahrheit ksin bisschen näher, es sei denn, er würde sagen: Es gibt sie nicht. Doch ihn kümmert dann nur noch das Richtige gegen das Falsche und so verheddert er sich in einer Theorie der [[Falschheit]] in einem an sich nur dualistischen Denken, das zwar recht sinnfällig die Phänomene eines &#039;&#039;beschädigten Lebens&#039;&#039; aufgreift, um diesem dann aber nur eine Zukunft in einem &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen. Und Zukunft ist immer unendlich, so dass seine immer wieder zu einem Appell an die Unendlichkeit des Denkens gerät. Wahrheit setzt [[Wahrnehmung]] und auch [[Wahrhaben]] ebenso voraus, wie dies ihr auch dadurch zufolge ist, dass Täuschung in der Auflösung ihres Zwiespalts untergeht, die Wahrnehmung der [[Notwendigkeit]] ihres [[Zweifels]] folgt und mit dem Wahrgehabten vereint wird. Diese Notwendigkeit macht nicht für sich Ganzes aus, wird aber ganz im Prozess der Wahrheitsfindung aufgehoben. Das Ganze ist darin wahr, dass es alles darin in Einem ist, in einem Ganzen zusammenhängt, sich als Teil seiner [[Beziehung]] im Ganzen wahrnimmt und als dieses auch wahrhat. Wahrheit kann man nicht wahrnehmen, man muss sie [[erkennen]], wo man sich in seiner Wahrnehmung selbst entzweit hat, sich von sich ebenso unterscheidet wie von ihrem [[Gegenstand]]. Wo Täuschung herrscht, da ist Wahrheit eine Notwendigkeit der Wahrnehmung - und steht die Frage hiernach an, so zeigt das eine Not, der Wahrnehmung gegen ihre Wahrheit, das Prinzip, was die Wahrnehmung beherrscht, was ihre [[Formbestimmung]] ausmacht. Es ist die [[Logik]] dessen, was ihr genommen ist, die [[Systematik]] ihrer [[Abstraktion]], die sie für sich erkennen muss, um ihren Gegenstand begreifen zu können, einen Begriff seiner Entäußerung als fremden Zusammenhang, als [[Entfremdung]] erkennen muss, um durch die Wahrnehmung auch wirklich zu werden, tätig und erkennend in einem zu sein. Jede Wahrheitsfrage hat ihren Sinn und Ursprung in der Wahrnehmung, nicht aber den Beweis (dies gegen die [[Phänomenologie]]). Wo diese Frage aufkommt, ist diese im [[Zwiespalt]]. Und so zeigt hierin die Wahrnehmung, dass sie nicht erkennen kann, was sie als Wahrheit nimmt, dass sie etwas [[wahrhat]], das in ihrer Wahrnehmung nicht wahr sein kann. Die Wahrheit ist ihr also noch äußerlich, ihre zweifältige Wahrheit, [[fremde]] [[Identität]]. Es kann Wahrnehmung zwar nicht unwahr sein, aber ihre Wahrheit ist nicht durch sie. Wahrheit kann nicht genommen werden, unterscheidet sich daher wesentlich von den [[Gegebenheiten]]. Sie ist genauso in dem, was wahr gehabt wird. Wahrheit kann nur jeder Mensch für sich haben. Es liegt weder am Verständnis, noch an der Vernunft, ob etwas wahr ist. Jeder Mensch ist im Grunde nicht verstehbar und unvernünftig . Was der andere Mensch wahrhat, lässt sich nicht in der Wahrnehmung erkennen. Wer Schmerzen hat, ist darin zweifellos anders als der, welcher Schmerzen wahrnimmt, auch wenn beide in derselben Wirklichkeit sich zu einander verhalten, der eine vielleicht als Arzt, der andere als Hilfsbedürftiger. Auch ein Blindgeborener ist in gewisser Weise unverstehbar für einen Sehenden und umgekehrt. Nicht nur, weil ihre Wahrnehmung sich unterscheidet, sondern auch, weil sie ihr Leben anders wahrhaben. In der Wahrheit ist jeder Mensch nur für sich wahr, und dies macht ja eben seine Identität aus und er erleidet, was er hieran nicht erkennt, nicht als das nimmt, was es ist. Die Wahrnehmung ist für sich bloße Form einer Wahrheit, weil und sofern sie sich in ihrem Sein noch nicht wirklich bewahrheitet. Die Wahrnehmung ist lediglich das Element der Wahrheit. Sie ist also die [[Elementarform]] der [[Erkenntnis]], ohne für sich und durch sich Erkenntnis zu sein. Das Problem der Wahrnehmung ist also nichts anderes als der Zwiespalt ihrer Wahrheit, die Wahrheit, die sie nicht haben kann, weil sie von ihr nur das nehmen kann, was sie nicht wahrhat. Von daher ist die Wahrheit darin praktisch als [[Zweifel]] tätig, der erst die Notwendigkeit einer Erkenntnis enthält. Im Zweifel erfährt der Zwiespalt der Wahrnehmung seine Wahrheit als Wahrnehmung, die gegenständlich, die also sich in ihrem [[Gegenstand]] einig wird. Sie wird darin praktisch, dass sie gegenständlich wird, ohne damit für sich gegenständlich zu sein. Sie gewinnt ihre Erkenntnis in ihrem Gegenstand, weil und sofern darin ihre Subjektivität ihr Objekt erkennt. Zugleich erkennt sie darin ihren Zweifel als wirklich begründet, sich selbst in ihrer Zweifältigkeit, die sie nicht nur äußert, sondern durch die sie auch bedingt ist. Sie erkennt ihre objektive Bedingtheit, und das ist die Arbeit ihrer Erkenntnis. Eine objektive Wahrnehmung gibt es nicht, weil und sofern sie subjektiv durch das bedingt ist, was ein Mensch [[wahrhat]] und weil sie nur wahr sein kann, wenn sie sich darin subjektiv einig wird. Und indem sie sich bedingt erkennt, ist sie praktisch, denn Wahrheit kann wesentlich nur praktisch sein. Aber die Praxis weiß von Wahrheit nur über ihre Resultate, über ihre Wirklichkeit. Insofern ist Wahrnehmung eben nicht einfach subjektiv, einfaches Auffassen, sondern auch unpraktisch, theoretisch. Sie benötigt [[Wissen]] um sich, um außer sich [[Gewissheit]] zu erlangen. Sie ist objektiv und subjektiv in einem. Damit enthält jede Wahrnehmung eine zwiespältige Wahrheit: Waahrheit, die sie nicht sein kann, die sie aber haben muss. Wahrnehmung erkennt ihre Not in dem Außersichsein ihrer Wahrheit. Sie setzt einen äußeren [[Gegenstand]] voraus, also einen Gegenstand, der ein anderes [[Sein]] hat als der wahrnehmende Mensch, und sie hat zugleich die Wahrheit, die ihm durch seine objektive Bestimmtheit [[gegeben]], wie auch dem wahrnehmenden Menschen zu [[eigen]] ist. Die Suche nach Wahrheit ist für Menschen in ihrem Alltag schon so essenziell und wichtig, dass sie täglich Wahrheitsfragen verfolgen, auch wo sie dies unmittelbar gar nicht nötig hätten (z.B. im Kriminalroman oder Kriminalfilm). Dabei spielt man Untaten, [[Undinge]], [[Fakten]]. Psychologie und [[Logik]] so herbei, dass sie mehr oder weniger gute Beispiele für eine gelungene Wahrheitsfindung abgeben. Und sie zeigen auch schon, was das Material einer Wahheitssuche ist - bis auf das, was Wahrheit ausmacht und was im [[Medium]] untegegangen ist: Die [[Identität]] des Dargestellten im [[Sein]] des Produzenten der Darstellung. Kein Wunder, dass ein guter Teil der Ideologievermittlung inzwischen in den täglich ausgestrahlten Filmen erfolgt, welche [[Ideologie]] ganz einfach als praktische Notwendigkeit gegen das Unheil erscheinen lassen, Wahrheitsfindung also als Erkenntnis des [[Bösen]] verkaufen. Es verbleibt das Medium selbst als die Täuschung durch das Gute, das sich als Wahrheitsvermittler auftut. Doch genau das kann nicht wahr sein. Vermittelte Wahrheit ist immer nur die Wahrheit des Mittels. Wahrheit ergibt sich zunächst aus der Überwindung einer Täuschung, aus der [[Gewissheit]], dass, was täuschte, nicht ist, dass es nur scheinbar oder etwas ganz anderes ist, nicht wirklich da, aber eigentlich doch oder einfach nur Lüge, Ablenkung, Kitsch. Sie ist die Gewissheit von dem, was nicht stimmt, die Stimme der Gewissheit. Wahrheit ist, wo etwas stimmt, wo [[Bestimmungen]] richtig erkannt sind und also sich im [[Urteil]] hierüber richtig scheiden und entscheiden lassen. Wahr ist, was eine richtige Beurteilung ergibt und richtig ist, was dies in seiner Bewährung erweist und [[beweist]]. Doch gerade darin fängt die Befragung der Wahrheit erst an: Was bewährt sich da? Der Augenschein, der Verstand, das Prinzip Hoffnung, die göttliche Idee, die Determinanten der Natur? Die Suche nach Wahrheit befragt also genauer: Was ist von dem, was es sei, und was ist nicht da vom dem was ist. Sie selbst formuliert also schon einen Unterscheid von [[Seiendem]] und [[Sein]], ist selbst schon eine [[Dasein]]sfrage. Hinter jeder Wahrheitsfrage steckt also immer schon die Frage nach einem Grund für das, was so ist, wie es ist, ein [[Wissen]], dass ohne [[Grund]] nichts sein kann. Die Wahrheitsfrage ist eine Seinsfrage, also unabhängig von der jeweiligen [[Zeit]], zeitlos. Sie ist außerhalb der wirklichen [[Geschichte]], [[Reflektion]] ihrer Wirklichkeit und ihres Grundes. Sie ist die Frage, ob das, was geschah, geschieht oder geschehen wird, wirklich wahr ist. Ist das, was geschieht, auch wirklich so, wie wir es [[denken]]? Sie kann aber auch im Interesse einer Lüge gestellt werden als eine Wahrheitsbehauptung oder Unwahrheitsbehauptung, worin alleine eine Täuschungsabsicht Wirkung erzeugen will, dass das, was ist oder war, nicht gewesen sein könne (vergl. z.B. die Holocaust-Verleugnung). In jedem Fall entsteht die Frage, ob das, was ist, auch so ist, wie es scheint, wie es dem Augenschein nach ist, ob es also das ist, als was es wahrgenommen wird. Jenseits hiervon oder zugleich kann die [[Wahrnehmung]] auch selbst unwahr sein, befangen von ihrem eigenen [[Sein]], im [[Wahn]] oder in zwiespältiger [[Beziehung]] oder ähnlichem. Auch hierzu besteht die Frage nach ihrer Wahrheit: Ist sie wahre Wahrnehmung oder ist die Wahrnehmung selbst geblendet, bedrängt, ungenau, [[verrückt]], irre usw.? So entwickelt sich die Frage nach der Art und Weise des Wahrnehmung, ob, wie wir die Welt wahrnehmen, sie auch so ist, dass wir sie verstehen können, so dass sie sich uns auch erschließt. In allen möglichen Erkenntnistheorien wird daher die Frage verfolgt, ob es eine eigenständige Wahrheit, etwa eine [[Vernunft]] der Wahrnehmung gibt, der wir folgen müssen, um Wahrheit erkennen zu können, oder ob es das Unhinterfragbare an sich, das Undenkbare, einen Gott gibt, der uns lediglich seinen Ratschluss erkennen lässt. Doch all dies widerspricht unserer Fähigkeit, solche Frage überhaupt stellen zu können, unserer Selbstevidenz, die ihr schon vorausgesetzt ist. Mit der Hinterfragung der Wahrnehmung aber ist das Wahrgenommene nun schon doppelt in Frage gestellt, sowohl für sich wie auch durch die Wahrnehmung: Gibt es das überhaupt, gibt es das [[wirklich]], oder ist es nur scheinbar (siehe [[Schein]]), unwesentlich. Ist es ein wirkliches [[Wesen]] oder ist es wesentlich unwirklich oder ist es beides in einem? Am schwersten ist die Frage nach der Wahrheit zu beantworten, wenn sie unmittelbar zwischen den Menschen steht, wenn sie sich um ihre Wahrnehmungen streiten, sich ihre Wahrnehmung streitig machen. Da geht es dann um die Wahrheit des Lebens selbst, um Liebe und Hass, um das, was [[Leben]] und das, was [[Tod]] ist, was die Menschen für sich selbst in Wahrheit sind, was überhaupt in ihnen [[lebend]] und was [[tot]] ist. Es ist für jeden Menschen die innigste Identitätsfrage die Frage, was er überhaupt von seinem Leben kennt und erkennt. Wenn in solcher [[Selbsterkenntnis]] Menschen seelische Macht über andere gewinnen, entsteht im Streit um die Wahrnehmung [[Irrsinn]], pure Gewalt gegen die Wahrheit, gegen [[Identität]] schlechthin. Daran werden die Menschen beiderseits der Wahrheit [[verrückt]]: Die Besiegten und die Sieger. Wer die Wahrheit nicht [[erkennen]] will, der steht in der [[Bestimmung]] einer [[Negation]] seiner Kenntnisnahme, im [[Nichts]], und betreibt durch die Erzeugung von Nichtigkeit [[Vernichtung]]: Abtötung, Abstumpfung, Verdummung. Das [[Leben]] selbst steckt in allen Wahrheitsfragen, ist die Wahrheitsfrage schlechthin: Was ist wesentlich Leben, was [[Scheinwelt]], was Täuschung? Was verstellt uns unser Sein, was macht es unwesentlich, [[fremd]], tot? Was hat die Kraft hierzu? Ist es ein Unwesen, eine Macht der Phantasie oder der Täuschung? Und worauf sieht es dieses ab, wovon sieht es ab, worauf reduziert es sich, was ist seine [[Absicht]], was macht es wesentlich und was bringt es zur Verwesung? Um das zu erkennen, muss ich es herausfinden. [[Erkenntnis]] hat Wahrheit nötig, ist ihre Formulierung. Was ich erkannt habe, das halte ich auch für wahr. Es gibt verschiedene Erkenntnistheorien zur Wahrheitsfindung, die aber alle in dem Mangel stehen, Wahrheit als prinzipiell vorhanden vorauszusetzen und den Prozess des [[Lebens]] als etwas abgetrennt [[Objektives]], als [[Objektivität]] schlechthin zu unterstellen, somit Wahrheit auf eine Frage der [[Logik]] der [[Wahrnehmung]] zu reduzieren, die sich sprachlich artikuliert, die nur wahre oder falsche Aussage kennt. Aber die Frage nach der Wahrheit ist eine Frage der eigenen [[Identität]], der [[Gewissheit]] darin, worin ich mir in meinem [[Leben]] einig bin, z.B. in der Frage: will ich, meine ich das wirklich, ist das richtig, was ich da sage oder tue oder fühle usw. Die Frage nach der Wahrheit wird gestellt, weil man sich im einzelnen seiner Wahrnehmung und Tätigkeit nicht trauen kann, sich also nur etwas zutrauen kann, wenn man es im [[Ganzen]] erfasst hat. Wie im Kleinen, so ist es auch im Großen. Das wirkt auch in jedes einzelne Dasein hinein und macht seine Wahrheit wesentlich aus. Was ich für mich bin, wird auch nur im [[Verhältnis]] zu anderen wahr. Nichts kann wahr sein, das von seinem Gegenüber nichts weiß, dem Zusammenhang, in dem es steht, in dem es selbst gegenständlich ist, [[seiend]] für sich und für andere. In der [[Beziehung]] auf anderes und andere verhalte ich mich auch zu mir, wie ich mich auch zu anderem verhalte, wenn ich mich auf mich [[beziehe]]. Dies verändert keine [[Abwesenheit]] oder [[Anwesenheit]], wenn es wahr ist. Meine Selbstgewissheit hat solche [[Gegenwärtigkeiten]] nur als [[Umstand]], als [[Erleben]], nicht wesentlich. Sie ist nur davon abhängig, wie gewiss ich mir meiner Welt, meiner Zugehörigen, meiner Gesellschaft usw. bin. Die individuelle I[[dentität]] ist immer Teil der [[menschlichen Identität]] überhaupt. &#039;&#039;Wahr ist nur das [[Ganze]]&#039;&#039; (Hegel). Dadurch, dass die Wahrheitsfrage meist auf [[Sprache]], auf die Qualität von Aussagen reduziert wird, ist ihre sinnliche Grundlage unbefragt, der Wahrnehmungsprozess als selbstverständlich und natürlich vorausgesetzt, der entweder in sich scheitert ([[verrückt]] oder [[irrsinnig]] wird) und von daher aus der Wahrheitsfrage ausscheidet, oder &#039;&#039;konsistent&#039;&#039; ist und Aussagen erzeugt, also Wahrheit diskutierbar macht. Im [[Diskurs]] wird damit Wahrheit als logisch obsiegende Behauptung ermittelt. Nach allem, was bisher mit Wahrheitsbehauptungen angestellt wurde, würde man gerne sagen, dass es Wahrheit nicht gibt. Doch dieser Satz selbst wäre schon widersinnig, weil er dann auch nicht wahr wäre - eben weil es keine Währheit geben dürfte. Es ist wie beim Paradox des Epimenides, der das Problem mit der Wahrheit durch den Satz &#039;&#039;Ich bin ein Lügner&#039;&#039; evident gemacht hat: Wäre er wahr, so wäre er notwendig falsch, denn er kann nur wahr sein, indem er unwahr ist. Das Problem, was Wahrheit, was Täuschung ist, bleibt uns bis in die höchsten Sphären der Philosophie und Mathematik. Schien doch bislang wenigstens in der formalen Logik die Wahrheit einer Schlussfolgerung gesichert. Doch selbst dort herrscht seit der Entdeckung des Russel&#039;schen Widerspruchs die Wahrheitskrise : Die reine Logik kann Spuren von Gedaanken erschließen; als Form des Denkens gibt sie für ihre Wahrheit aber keinen Beweis. Die Form für sich, wie sie jede Struktur, Menge oder [[Zahl]] darstellt, hat ohne ihren Inhalt keine Wahrheit, weder Richtiges noch Falsches, weil sich im Gemenge vieler Formen auch auf die von ihr ausgeschlossene Menge notwendig beziehne muss. So kann es auch keine allgemeingültigen Beziehungsaussagen geben: Der Satz, dass Widerspruchsfreiheit Wahrheit gewährleistet, ist ebenso unsinnig, wie die Behauptung, dass die Erkenntnis einer Widersprüchlichkeit schon die Erkenntnis einer [[Täuschung]] wäre - im Gegenteil: Meist ist sie der Beginn einer Erkenntnis dessen, was wirklich wahr und in Wahrheit wirklich ist. Die [[Logik]] als solche kann sich nicht selbst als Wahrheit voraussetzen, nicht selbst evident sein, ohne sich durch anderes zu begründen. Was aber kann überhaupt wahr sein, wenn es keine reine logische Wahrheit gibt? Man könnte fast behaupten, dass Wahrheit nichts anderes sei, als die Erkenntnis von Täuschungen, das Vermögen, Vertauschtes mit Gewissheit zu unterscheiden, zu erkennen, dass etwas in anderem erscheint. Aber Wahrheit bliebe so nur [[subjektiv]], reine Erkenntnistätigkeit, die in einer unendlichen Wahrheitssuche von einer Erkenntnis zur nächsten fortzuschreiten - etwa, wie dies der kritische Rationalismus ausgemacht hatte. Tatsächlich aber zeigt sich eine solche Täuschung, worin etwas Wesentliches anders erscheint als es ist, auch [[objektiv]], z.B. als die [[Gegebenheiten]] des Alltags (siehe z.B. [[Geld]] und [[Kapital]]) oder auch an den Menschen selbst (siehe z.B. Psychische [[Symptome]]). Was einfach wahrgenommen nur praktisch gut und [[nützlich]] scheinen kann, kann zugleich in seiner Güte nicht wirklich wahr sein, sondern erbringt Unnutz und [[Entfremdung]]. und manchmal auch [[Zerstörung]] (siehe Krise). Wodurch ist dies beides, die so gut scheinende Entfremung möglich, die eine so verheerende Unwirklichkeit hat; wodurch erkenne ich sie, ihre Wahrheit? Ist es eine metaphysische Wahrheit, die Leben nicht als das sein lässt, als was es erscheint? Oder ist es die [[Vernunft]], der [[Verstand]], die [[Gewissheit]], die mir die Wahrheit sichert, auch wenn sie mich erschlägt? Oder ist es die [[Dialektik]] an sich oder die Rückführung des [[Seienden]] auf seine [[Ontologie]] ([[Heidegger]])? Zunächst zur [[Mytologie]]: Nichts kann sein, was nicht wahr sein kann, aber das [[Sein]] hat keine Wahrheit für sich. Es gibt viele Wahrheiten, aber die Wahrheit ist nichts jenseits von sich, aber auch nichts durch sich selbst. Kein einziges Computerprogramm könnte funktionieren, wenn es nicht zwischen wahr und unwahr (zutreffend und nicht zutreffend, 1 und 0, an und aus) unterscheiden könnte. Aber was soll wahr daran sein, wenn das Zutreffen ein beliebiges Treffen ist: Es bleibt doch bloßer [[Zufall]], der nur in einer binären Konstruktion gebahnt ist und jenseits davon auch nur als Zahl oder Zahlenwerk oder Information wahr werden kann! Ist eine [[Zahl]] nicht dasselbe wie eine etwas abstraktere Mythologie, oft als Wahrheitspseudonym irgendeiner Statistik, die durch irgendeine andere &#039;&#039;widerlegt&#039;&#039; wird? Was also ist wahr, wenn es kein wahres Sein gibt? Ist es das wahre [[Bewusstsein]], das vernunftbegabte [[Wissen]] der Aufklärung, das Wissen, das durch &#039;&#039;wissenschaftliche Methodik&#039;&#039; geprüft und durch konsistente Theorie interpretiert, beurteilt und hierdurch bewiesen oder abgewiesen, also wahr oder falsch ist? Dann wäre die Vernunft der Wissenschaft der Anker der Wahrheitssuche und das hierdurch geklärte, also das aufgeklärte Wissen die Wahrheit schlechthin, die Wahrheit der Proffession. Als Laien hätten wir ihr Folge zu leisten! Doch Vernunft gilt für den [[Aufklärer]] selbst nur als [[Prinzip]] und hat als solches nur eine Regel, aber längst noch keine Wahrheit. Im Gegenteil: Sie enthält ja geradezu eine gewaltige Täuschung über die notwendige Regelwidrigkeit der Regel, damit sie Sinn haben kann: Wo alle das tun, was notwendig ist, kann nichts wirken, nichts wirklich sein. Gerade deshalb besteht ja auch die Regel, weil sie gegen das Regelwidrige gestellt, hieraus sortiert ist Wahrheit für sich ist immer unauflösbar, weil es sie nicht durch sich selbst gibt. Der [[Verstand]] mag die Funktion unserer Auffassung erfüllen, aber auch was wir nicht verstehen ist dadurch nicht unwahr, nur weil wir keinen Verstand dafür haben, etwas nicht fassen können. Letztlich geht es doch darum, ob unser Wissen über das was ist, unser bewusstes Sein, unser Bewusstsein, wirklich wahr ist, ob wir in unserer Wirklichkeit uns dessen gewiss sind, was auch in Abwesenheit wahr ist und dies auch wissen. Dies macht das Wissen in uns, das selbstgewisse Sein in der Welt und in uns, im Gefühl, im [[Gedächtnis]], in uns als ganzen Menschen aus. Es geht darum, worin wir uns in der Welt einig sind, worin wir uns selbst in ihr auch erkennen können, was uns darin zu [[eigen]] ist, [[Sinn]] für uns hat und unsere Sinnlichkeit ausfüllt, weil wir darin sinnlich sind und uns äußern, also [[leben]]. Es gibt zwar keine Wahrheit des Seins (siehe [[Ontologie]]), aber es gibt eine Wahrheit der Erkenntnis darin. Wahrheit ist die Einheit der [[Erkenntnis]] im [[Sein]] mit ihrem [[Gegenstand]]. In Wahrheit ist alles eins. Das Unwahre gibt es nicht (siehe Kritik an [[Adorno]]). Das Resultat der Erkenntnis ist das bewusste Sein als [[Bewusstsein]]. Gegenstand der Wahrheitsfrage ist das [[Fremde]]. Die Frage nach dem Sein ist in sich, das heißt, in dem, was damit ist, evident falsch. In der Frage nach dem &#039;&#039;Sinn des Lebens&#039;&#039; erschließt sich eine [[Entfremdung]] von dieser Sinnlichkeit, ist der so fragende Mensch sich doch seines [[Lebens]] selbst nicht gewiss und also auch unfähig, wirklich zu [[zweifeln]]. Der Grund für die Frage nach der Wahrheit ist diese [[Entfremdung]] des Lebens selbst, die Hinterfragung, ob es überhaupt ist und ob dies eigentlich [[Leben]], eigentliches Sein, lebendige [[Eigenschaft]] des Menschseins ist - ein Widersinn in sich. Hiernach ist die wesentliche Vorraussetzung zur Wahrheitsfindung die Unterscheidung von [[Eigenem]] und [[Fremden]]. Fremdes wäre aber bloß unheimlich, wenn es nichts eigenes wäre und Eigenes wäre unsinnig, wenn es nicht geäußert würde. Fremdes als Form von Eigenem wiederum könnte nicht einfach fremd sein. Es bleibt alles in sich eins, wenn es wahr sein soll, und nur deshalb erkennen wir auch seine Entfremdung: Nur sofern wir uns in der Welt erkennen, können wir auch ihre [[Entfremdung]] von uns erkennen. Die Erkenntnis der Entfremdung ist nichts anderes als die Erkenntnis des Eigenen im Fremden und ich kann dies nur erkennen, wenn ich meine Wahrheit in allem erkenne. Kurz gesagt heißt dies: In Wahrheit ist alles eins. Die Wahrheit als Ursprung und Resultat aller [[Erkenntnis]] ist die [[Gewissheit]], im Einzelnen wie wissendes Sein überhaupt. Sie ist die Basis eines jeden [[Wissens]] und dessen Errungenschaft zugleich, dessen Himmel und dessen Hölle. Solche Erkenntnis kann nicht einfach sein, sie selbst ist der geschichtliche Akt des leibhaftigen [[Bewusstseins]], das sich handelnd und fragend verhält, so praktisch ([[praktisches Bewusstsein]]) wie theoretisch ([[theoretisches Bewusstsein]]) als fortschreitende [[Selbstgewissheit]] ist. Gewissheit kann nur wahr sein, wenn sie keine Ungewissheit enthält. Das mag bei einem heißen Ofen noch leicht auszumachen sein, sind doch die Sinne sich zumindest dort gewiss, wo sie Gefahr für Leib und Leben erkennen. Dies aber ist nicht einmal eine [[Wahrnehmung]] und bedarf keiner Gedanken über Wahrheit: Der heiße Ofen ist so gewiss, wie er schmerzt. Aber wo die Dinge oder Ereignisse nicht so gewiss sein können, ist ihre Wahrheit nicht alleine schon mit einer einzigen Empfindung gegeben. Sie sind für uns ungewiss, soweit sie auch für sich bestimmt erscheinen. Was in unserem Leben täglich aufgeht weil wir selbst darin aufgehen, bewährt sich von selbst. Was wir darin bewirken, ist für uns [[selbstverständliche]] [[Wirklichkeit]] - fast schon [[Gewohnheit]]. Ungewiss und daher im Zweifel ist eine Wirklichkeit, die eine Wirkung auf unsere Selbstgewissheit hat, die nicht unmittelbar sinnlich ist, aber unser Leben voll und ganz betrifft. Da besteht [[Zweifel]] über den [[Grund]] solcher [[Wirklichkeit]] und es muss sich Gewissheit erst einstellen, sich uns erschließen, bevor es uns bewusst sein kann. Damit jedoch ist unser Leben nicht falsch. Es ist aber als solches unkenntlich, soweit wir es nicht in unserer [[Wirklichkeit]] erschlossen und uns selbst darin lebend erwiesen haben. Es kann uns selbst unwahrhaftig erscheinen, wenn wir Sachen, Bilder, [[Lebenswerte]], [[Gefühle]] oder Gebote in uns aufnehmen, die nicht für uns wahr sein können. Wir müssen also beurteilen können, was für uns wahr ist, was wir daran finden und wie wir es finden. Die Frage nach der Wahrheit verlangt also eine notwendige Reflexion unserer [[Empfindung]] - nicht, weil sie selbst zweifelhaft oder zwiespältig wäre, sondern weil sie nicht unmittelbar als [[Erkenntnis]] in unserer [[Wahrnehmung]] aufgeht. Die Frage nach der Wahrheit ist also die Frage nach einer Vermittlung, die uns nicht gewiss ist und die wir noch nicht wissen, solange wir uns nicht darin gewiss sind, was uns [[fremd]] [[bestimmt]], was also unsere [[Selbstentfremdung]] bewirkt. Doch die Frage greift weit, enthält sie doch die Befragung unserers Daseins überhaupt: Wo kommmen wir her, wo gehen wir hin, was ist der Sinn aller Beziehungen, Zusammenhänge und Vermittlungen? Nur ein [[Gott]] kann in Sachverhalten oder in menschlichen Verhältnissen eine Wahrheit vermitteln, die als Gebot einer höheren Ordnung besteht, z.B. als Sünde gegen Gott oder als Erkenntnis Gottes (&#039;&#039;Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen&#039;&#039;). Gottesurteile sollen menschliche Beurteilung unmöglich machen, wollen eine höhere Wahrheit verkünden, welcher der Mensch unterworfen sei - und sie sind für Menschen wahr, die sich unterworfen sehen und verstehen. Um sich solchem Urteil zu entwinden, muss erkannt sein, was den Menschen ausmacht, was sein [[Leben]] und [[Sein]] außer Gott ist. Um dies zu beurteilen, muss das Leben überhaupt erschlossen sein. Da sind wir noch nicht allzu weit gekommen. Wir wissen, wie es funktioniert und können in dessen Funktionen sogar schon tief eingreifen. Aber die einfachsten und umfänglichsten Probleme des Lebens, Hunger und [[Krankheit]] weltweit, der Gegensatz von [[Armut]] und [[Reichtum]], Krieg und Frieden, die ökonomischen und kulturelle [[Krisen]] und die Zerstörung der Lebensbedingungen, der Artenvielfalt und Ressourcen treiben sich in erschreckendem Ausmaß in einer Art und Weise fort, dass zu fürchten ist, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen deshalb zu zerstören im Begriff sind, um ihre Zerstörung zu überleben. Das ist ein Widersinn in sich. Man muss sich der ganzen Zusammenhänge des Lebens, seiner [[Ganzheit]] gewahr werden, um zu einem Ur-Teil zu gelangen, zu einem Teil, das alle Wahrheit seines Zusammenhangs enthält. Das umfasst das Wissen um die Gründe, um die Folgen, die darin angelegt sind, die Unterscheidung von Ursache und Wirkung, Form und Inhalt und die Erkenntnis des Wesentlichen, das in allen Erscheinungen des wirklichen Zusammenhangs ist. Im Zusammenhang all dieser Momente kann ich es begreifen und habe einen Begriff von ihm. Ich kann solche Ganzheit als Gefühl haben oder als Erkenntnis im Geist, letztlich ist sie identisch darin, dass ich mir dessen gewahr geworden, also auch mit mir im Verhältnis hierzu einig bin (siehe [[Identität]]). Wahrheit ist das Problem von [[Erkenntnis]] schlechthin. Wann weiß ich, was wahr ist, und wie kann ich es wissen? Die Erkenntnis von allem [[Seienden]], die Erkenntnis des [[Seins]] überhaupt macht diese Frage - selbst als Hinterfragung der Frage nach der Wahrheit. Ist die Frage nach der Wahrheit überhaupt möglich? Muss Wahrheit nicht selbst evident sein? Kann es sein, dass der oder die Fragende sich in der Frage schon selbst betrügt, - so, als gelte es, einen Gottesbeweis der Wahrheit anzutreten? Friedrich [[Nietzsche]] hat den Christenglaube an die Erlösung, an den Gottmenschen, der von sich sagt: &#039;&#039;Ich bin die Wahrheit und das Leben&#039;&#039;, als die größte Lüge der Menschheit bezeichnet. &#039;&#039;Gott ist tot!&#039;&#039; ist ein gewaltiger Protest gegen die Lebenstäuschung einer [[Heil]]serwartung. Doch hat Nietzsche zugleich den Menschen die Fähigkeit zur Wahrheit abgesprochen und das [[Heilsprinzip]] durch den [[Übermenschen]] ersetzt. Die religiöse Spekulation war lediglich profan geworden und damit nicht wahrer, nein, die Entstellung selbst sollte bei ihm zum Prinzip der Wahrheit werden, welche das Verborgene zum Leben bringt: zum Kampf der Kultur zwischen Horde und Herrschaft. Und der wurde zum [[Zynismus]] gegen die Widersprüche der Menschen selbst, zum Herrschaftsbewusstsein der Bohème, das mit der Kritik am [[Glauben]] zugleich die subjektive Kraft jeder gesellschaftlichen Veränderung zerstört: Die [[Menschenliebe]]. Die Kritik der [[Täuschung]] muss die Ent-Täuschung in der Erkenntnis überstehen, dass sie selbst nicht wahrer ist als sie. Es bliebe eine Falle der Erkenntnis, wenn die Frage nach der Wahrheit nicht zur Befragung ihres [[Gegenstands]], der menschlichen Wirklichkeit wird: Was ist wirklich wahr, wenn Wahrheit nicht wirklich ist? In Wahrheit ist alles eins. Wahrheit gibt es nur in der Einheit des [[Ganzen]]. Sie erweist sich als Identität des Vielfachen darin, wenn sie dessen Teilung und Bezogenheit begriffen hat und sich dieser Begiff in allen Bewegungen des Ganzen bewährt. Wahrheit kann also nur die Bewährung des Begriffs sein; und weil er nur durch sie Begriff ist, ist Wahrheit [[Begriff]]. Sie hat kein Sein und keine [[Gegenwärtigkeit]], kein [[Wesen]] für sich und ist nur durch die begriffene [[Bestimmtheit]] seiender [[Beziehungen]] in menschlichen [[Verhältnissen]]. Wahr oder unwahr kann also nur der Zusammenhang von Erkenntnissen sein, die sich widerspruchsfrei oder widersprüchlich begreifen lassen. Die Wahrheit besteht allein in der Fähigkeit, Täuschung nachzuweisen und der Ideologie die [[Schein]]haftigkeit ihrer Begriffe als ihren imanenten Willen zu entnehmen. Wahr kann nur die Einheit im Begriffenen sein, die im [[Begriff]]der Verhältnisse als Zusammenhang ihrer bewährten [[Beziehungen]] entfaltet ist. Die Gegenwärtigkeit, unmittelbare körperliche An- oder Abwesenheit ist hierbei gleichültig (Ausschwitz muss man nicht erlebt haben, um es als geschichtliche Wahrheit zu erkennen, wenn man die Bestimmungen des Faschismus verstanden hat). Wahrheit mag als Wort ein Begriff der Erkenntnistheorie sein. In [[Wirklichkeit]] existiert sie aber als Prozess auch materiell und sinnlich in der [[Empfindung]], die in der Täuschung lebt, im [[Widerspruch]] von [[Wahrhaben]] und [[Wahrnehmen]], der sich in dem aufhebt, was [[wahrgemacht]] wird. Es ist dies die Form der [[Erkenntnis]], welche als System [[isolierter]] Wahrheiten die [[bürgerliche Kultur]] ausfülltt. Wahr oder unwahr ist so auch ein Sinn, der Sinn für eine Täuschung. Er erweist seine Wahrheit nur praktisch, z.B. in der Kunst oder Sprache oder im [[Gefühl]] im sinnlichen Verhältnis von wesentlicher und scheinhafter Empfindung oder auch als [[Leben]] in fremder Wahrheit ([[Verrücktheit]]). Es gibt keine wahre oder unwahre Empfindung, wohl aber Empfindungen, die [[Absichten]] oder [[Willen]] enthalten und daher nicht ihre [[Bestimmung]] finden, weil sie wahrmachen müssen, was sie fühlen wollen, um sinnliche Identität zu haben (siehe z.B. [[Wahnsinn]], [[Zwang]], [[Sucht]], [[Depression]]). Es sind scheinhafte [[Empfindungen]], in welchen Menschen ihre Widersprüche zu ihren eigenen Gefühlen mächtig verneinen und die in dieser Selbstverneinung auch erweisbar sind als [[objektive Gefühle]]. Wahrheit kann in der [[Wahrnehmung]] bedrängt sein durch seelische [[Absichten]]. Dies kann Menschen ihre Wahrheit (Identität) nehmen oder stören ([[Verrücktheit]]), wenn sie diese als als Lebensbedingung haben. Oft ist die Bewahrung der [[persönlichen Integrität]] innerhalb kultivierter Lebensräume der Grund, warum die von solchen Personen abhängigen Menschen verrückt werden. Die Relativierung des Wahrheitsverständnises wird neuerdings mehrfach in psychologischer Absicht betont (vergl. [[Foucault]]). Bei [[Nietzsche]] wird dies noch begründet. Er weist sich in seiner Philosophie der Verstellung selbst aus. Und er sagt auch warum. Wahrheit sei relativ, wenn sie einem anderen Prinzip unterliegt, das für Nietzsche und Nachfolger das höchste Prinzip der Natur ist, absoluter Ursprung des Lebens: Der [[Wille]] zur [[Macht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Phänomenologisches]] Denken behauptet hiergegen die [[Wahrheit]] der einzelnen Phänomene, der [[Erscheinungsweisen]] ihres [[Seins]] (siehe auch [[Seiendes]]), in und durch sich selbst zu [[erkennen]]. Das &#039;&#039;Je-Einzelne&#039;&#039;, jede [[vereinzelte]] [[Wahrnehmung]] sei in der Lage, die Wahrheit ihres [[Daseins]] als Ergebnis aus ihrer [[Gegebenheit]] zu [[erkennen]]. Ihr [[Wesen]] wäre demnach [[unmittelbar]] und ohne weitere [[Bestimmung]] zu [[begreifen]], die [[Empfindungen]] ohne Weiteres und ganz voraussetzungslos und [[gleichgültig]] gegen ihre Lebenszusammenhänge als [[Wahrheit]] ihrer [[Gefühle]] zu erkennen. Doch jedes [[Gefühl]] war aus einer [[Beziehung]] von [[Empfindungen]] entstanden und kann sich hiergegen [[verselbständigen]], entrücken und seinem Ursprung [[widersprechen]]: [[verrückt]] werden. Der [[Widerspruch]] der [[Gefühle]] kann sich aber nicht als Gefühl formulieren, weil er [[selbständig]] durch etwas ganz Anderes (siehe [[Anderssein]]) aus [[Empfindungen]] entstanden ist, die darin ihre Spur verloren haben. In der [[Sprache]] aber lässt sich wie in der [[Kunst]] ihr Werden als gewordenes [[Dasein]] aus ihrer [[Geschichte]] [[erkennen]], also auch [[erschließen]] und hieraus [[begreifen]], was darin zu finden und was im [[Gefühl]] verbunden oder zumindest vermengt, bzw. vermischt ist (siehe auch [[Kitsch]]). Im [[einzelnen]] [[Gefühl]] lässt sich aber nichts anderes [[erkennen]] als das, was sich darin anmuten lässt, Mut macht oder aber sich darin auch nur verloren hat. Das [[Einzelne]] kann ohne seinen [[lebendigen]] Zusammenhang nur [[Interpretation]] der &#039;&#039;[[Eigentlichkeit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) einer Sinnesreizung, eine bloße Eidetik von [[Erscheinungen]] sein (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Sie muss über die [[Vereinzelung]] ihrer [[Wahrnehmung]] hinaus gelangen, um [[wirklich]] wahr zu sein. Im [[Einzelnen]] herrscht eine bescheidene Wahrheit als Bescheidung einer [[Abstraktion]], als Bescheid über schlichte [[Tatsachen]] und [[Gegebenheiten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen? [[(MEW 1, S. 6)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in der [[Wahrnehmung]] im [[Allgemeinen]], in ihrer [[Gesellschaftlichkeit]], [[schlüssig]] ist, worin sie mit sich in ihrem [[Gegenstand]] zum Ende kommt, im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] letztendlich mit sich einig wird, ist sie auch [[wirklich]] [[wahr]]. Also ist Wahrheit die Einheit der [[Sinne]] in der [[Erkenntnis]] der [[Wahrnehmungen]] im [[Begriff]] ihrer [[Beziehung]] zu ihren [[Gegenständen]]: [[Wahrnehmungsidentität]] in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Beziehungen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Verhältnisse]]. Von daher ist sie so [[subjektiv]] wie [[objektiv]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen lassen sich leicht [[täuschen]], wenn ihre [[Gefühle]] ihren [[Empfindungen]] vorauseilen, ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gefühle]] bestimmen oder ersetzen und von daher nur [[empfinden]] können, was im Vorurteil ihrer [[Gefühlen]], bzw. den [[Absichten]] ihrer [[Psyche]] dienlich ist. Von daher hat dann das [[Gefühl]] in [[Wahrheit]] eine dominante [[Wirkung]] auf die [[Wahrnehmung]] (siehe auch [[Eindruck]]), weil es zwar nicht unbedingt die Urteilskraft, wohl aber die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen bestärkt (siehe auch [[Urteil]]). Von daher ist der [[Anreiz]] einer &#039;&#039;selbstbestimmten&#039;&#039; [[Wahrnehmung]] ein Instrument mächtiger Kommunikationsinteressen (z.B. der [[Kommunikationsindustrie]]) und des [[Populismus]], der darauf zielt, [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]] zu [[vertauschen]], die [[Wahrnehmung]] also zu einer durch sich selbst [[verselbständigten]] [[Wahrnehmung]], einer absoluten [[Selbstwahrnehmung]] zu [[verkehren. Aus ihremVerhältniszu ihrerWirklichkeitentwickeltsich eineUrteilskraftdurchabwesendeBezogenheiten, ein jenseitigeWesenausFormalisierungenabstrakterZusammenhänge aus verbliebenenKenntnissen, welche dieInterpretationenabstrakterErkenntnisseerregenund schützen (sieheCharakterpanzerung). Unwahr ist das, was wir nichtwahrnehmenvon dem, was wirwahrhaben. DieWahrnehmungist daher die einzige Grundlage zur Bildung einerWahrheitzurErkenntnisihresabwesendenWesens.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrnehmung]] kann also [[getäuscht]] werden wenn sie [[fremde]] [[Absichten]] nicht erkennt und ihre Wahrheit hierdurch ausgetrieben, abgelenkt und auf das Reich der [[Sehnsüchte]] und ihrer [[Vorstellungen]] abgestellt und hierdurch selbst [[abstrahiert]] und [[entwirklicht]] wird. In der Folge und auf Dauer wird die [[Wahrnehmung]] im Großen und [[Ganzen]] von [[fremden]] [[Grundstimmungen]] [[getrieben]] und ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Kraft]] ihrer Bedrängungen entzweit, durch ihre [[Abstraktionskraft]] [[entfremdet]]. Ein [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] tötet den Sinn seiner [[Wahrnehmungen]] ab und macht [[Angst]] und [[deprimiert]] sie. Das [[objektiv]] [[Einzelne]] wird durch den [[subjektiven]] [[Gehalt]] ihrer isolierten [[Wahrnehmung]] [[verallgemeinert]] und mit ihrer [[Objektivität]] [[vertauscht]] oder verfälscht, durch die [[Abstraktionskraft]] der [[Formen]] ihrer Zusammenhänge [[entwirklicht]]. Von daher [[überreizt]], werden ihre [[Inhalte]] durch ihre Form ausgeschlossen (siehe [[Ausschließlichkeit]]), in ihr Gegenteil [[verkehrt]] ([[pervertiert]]), verdrängt (siehe [[verdrängung]]), entstellt (siehe z.B. [[Double-Bind]]), überfrachtet (siehe auch [[Ästhetisierung]]), entfremdet (siehe [[Entfremdung]]), [[einverleibt]] (siehe [[Symbiose]]), erdrückt (siehe [[Depression]]), beeindruckt (siehe [[Eindruck]]), verurteilt (siehe [[ästhetisches Urteil]]) oder in ihr Gegenteil [[verkehrt]] wird (siehe hierzu auch [[Wiederholungszwang]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist. Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Es kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann also nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin allerdings hatte [[Adorno]] einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik]] hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis des Menschen zum Menschen ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus. Zweitens: Er hebt das Unendliche auf, setzt das Wirkliche, Sinnliche, Reale, Endliche, Besondre (Philosophie, Aufhebung der Religion und Theologie). Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist. [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Adorno]] als [[Kritiker]] des [[Positivismus]] zugleich den Ausgangspunkt der [[Kritik]] schon im [[reinen]] [[Denken]] [[begriffen]] haben wollte, hatte er sein Denken gegen jeden positiven Ausgang gestellt und damit eine [[&#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039;]] begründet. Hierdurch konnte er sich als durch sich selbst schon freien Denker [[popularisieren]] und seine [[Kritik]] mit seiner alles überwindenden [[Philosophie]] einer [[negativen]] [[Wahrheit]] bestimmen. Und dies durch eine spärlichen, weil [[abstrakt]] verbleibenden Einwand eines freien und also [[unendlichen]] Intellekts einer gedanklichen [[Ewigkeit]], der sich selbst überwinden sollte, um seine Positivität aus sich heraus oder durch die Jenseitigkeit einer [[künstlerischen]] [[Empfindung]] zu [[entwickeln]]. So wurde er vor allem selbst zur Kultfigur von [[bildungsbürgerlichen]] Literaturkonsumenten und deformierte im Bezug auf die theoretischen Grundaussagen von Marx mit seinen Rückgriff auf den [[Begriff]] des [[Warenfetischismus]] zum Hinterhalt einer im Grunde antimarxistischen [[Theorie]] bei, die seiner [[Negativen Dialektik]] mit seinem [[Verstand]] von einem richtigen, einem gegen das [[Falsche]] bereinigten [[Leben]] einen [[revolutionären]] [[Totalitarismus]] des teinen [[Denkens]] einhauchte. Mit seinem [[Verstand]] vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; sollten schließlich die [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] des [[Warentauschs]] und des hierdurch [[fetischisierten]] [[Bewusstseins]] zumindest [[psychologisch]] identifizierbar und ebenso überwindbar sein (siehe hierzu [[Subjektkritik]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam durch Adornos Gefallen an einer überlebensgroßen [[Kultur]] der [[Kunst]] die Theorie vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; hinzu, das dem &#039;&#039;falschen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen wäre (siehe [[Leben]]), weil es dessen &#039;&#039;Beschädigungen&#039;&#039; abwenden könne. Dies hatte qllerdings jede [[kritische]] [[Erkenntnis]] von ihrem [[wirklichen]] [[Sinn]] frei geschlagen und sich in dem [[Moralismus]] einer intellektuellen Eigenmächtigkeit durch die [[Selbstgerechtigkeit]] eines [[philosophisch]] abgehobenen [[Bewusstseins]] fortgebildet, wie sie auch schon mal vom [[Existenzialismus]] [[Martin Heideggers]] angelegt war, der allerdings stattdessen eine [[Fundamentalontologie]] der [[Erkenntnis]] von [[Wahrheit]] über den [[Sinn]] des [[Seins]] als sinnliches [[Bewusstsein]] im [[Dasein]] der Menschen entwickelte. Er war von daher in seinem [[reaktionären]] Anliegen vielleicht auch nur &#039;&#039;ehrlicher&#039;&#039; als [[Adorno]], den man als Begründer eines [[reaktionären Marxismus]] ansehen kan. Es scheint, als ob Heidegger ihn wieder abgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Erkenntnis]] unterstellt immer schon eine [[Wirklichkeit]], die [[sinnlich gewiss]] wäre, wenn die Menschen darin ihre Entfremdung von sich und von ihrer Gesellschaft durch deren [[realen Abstraktionen]] hindurch erkennen können. Solche [[Erkenntnis]] unterstellt allerdings [[Sinne]], in denen und durch diese sie sich ihrer [[selbst]] unzweifelhaft, ihrer [[Wahrnehmung]] also ohne jeden [[Zweifel]] [[gewiss]] sind. Das ganze Interesse ihres Erkentnisvermögenns hat es eben einfach nötig, im Menschen [[ganz]] das zu [[empfinden]], was außer sich und also außer dem ist, was er finden kann, was also nur [[sinnlich gewiss]] ist, wenn diese [[empfinden]] in Wahrheit als [[Ganzes]], als das nimmt, was es im Zusammenhang seiner [[Erfahrungen]] wirklich [[wahrhatte]] und sich von daher nicht [[täuschen]] lässt. Wenn Menschen ihren Gegenstand nicht ganz begreifen können, weil sie voneinander vereinzelt und isoliert leben, sich mit ihrer Wahrnehmng als [[Ganzes]] nicht einer allen gemeinen [[Erkenntnis]] zuwenden können, werden auch die Elemete ihrer Wahrnehmung zerteilt und von dem abgetrennt, was sie in ihren Empfindungen und Gefühlen wirklich wahrhaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Wesen]] kann nur im [[Ganzen]] wahr sein. Um einen [[Sinn]] für das [[Ganze]] zu bilden (siehe [[Sinnbildung]]) ist dessen [[Wesen]] im [[Einzelnen]] wie auch im [[Allgemeinen]] zu [[ergründen]]. Und um schließlich in der [[Auftrennung]] der [[Wahrmehmung]] auch die [[Wesensnot]] der Menschen als [[Entfremdung]] von der [[Natur]] ihres Wesens, ihrer Gattung zu erklären, kompliziert sich das [[Wesen]] ihrer [[Erkenntnis]] in den [[Lebensverhältnissen]] der Menschen, worin sie [[isoliert]] [[Einzeln]] zwischen sich und anderen [[existieren]]. In ihrem [[Dazwischensein]] können sie nur [[abstrakt allgemein]] miiteilen und [[vermitteln]] und sollen sich darin dennoch ihrer selbst [[bewusst sein]]. Die Wahrheit eines solchen [[Selbstbewusstseins]] verlangt nach einem [[allgemeinen]], nach einem [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnis]] der [[Erkenntnis]], das über die vereinzelten [[Wahrnehmungen]] hinaus sich auch deren [[abwesenden]] [[Substanzen]] gewiss werden kann. Im Besonderen lässt sich ihre Einzelheit in der Einheit ihrer [[allgemeinen]], ihrer [[abstrakt menschlichen Sinnlichkeit]] auch so [[allgemein]] begreifen, wie sie im [[Allgemeinen]] auch durch das [[Begreifen]] ihrer [[wirklichen]] [[Lebensverhältnisse]] als vereinzelte Sinnlichkeit erkannt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Gesellschaft]] war die erste [[Gesellschaft]], in der sich die Menschen durch die Modernisierung (siehe [[Moderne]]) ihrer [[Produktionsmittel]] freiwillig isoliert hatten (Marx). Über ihre [[Veräußerungen]] durch moderne [[Technologien]] konnten sie zwar die [[persönlichen]] Bindungen des [[Feudalismus]] überwinden. vereinsamten aber in der [[Vergesellschaftung]] ihrer [[wirklichen]] [[Beziehungen]] durch den [[Warentausch]], durch die [[Gesellschaftlichkeit]] abstrakt bestimmter, also [[entäußerter]] [[Lebensäußerungen]] der [[burgherrlichen]] [[Lebensverhältnisse]]. Ihr gesellschaftlicher Zusammenhang existiert darin eben nur gebrochen in der [[Form]] ihrer Erzeugnisse, einer ungeheueren Warensammlung, in der ihr [[Reichtum]] existiert. Sie kann durch die [[Teilung der Arbeit]] und dem [[Dasein]] der Produkte nur in der [[Form]] unzähliger [[Trennungen]] existieren. Das [[Ganze]] der Getrenntheiten in ihren [[Verhältnissen]] kann daher als solches nur [[wahr]] sein, wenn das [[Einzelne]] darin wenigstens als [[abstrakten]] [[Beziehung]] auf das Ganze bewahrt ist. Und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur [[wahr]] sein, weil es seiner selbst nur im [[Ganzen]] [[wirklich]] ist. Und es ist sich durch seine [[Wirkungen]] im Ganzen gewahr, weil es durch seine [[Einzelheit]] das [[Ganze]] bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann - weil es darin eben sich selbst in seiner [[Allgemeinheit]] [[wahrhat]] die aus ihm begründet ist. Denn dies geht ihr [[geschichtlich]] voraus, bevor es allgemein (siehe auch [[Begriff]]) existieren, [[gesellschaftlich]] [[wesentlich]] werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings bewegt sich in der [[Religion]] noch das Allgemeine als [[abstrakter]] Mensch vom Himmel herunter und steigt auch dahin wieder auf. Aber der [[Übermensch]] umarmt den [[wirklichen]] Menschen um seine [[Isolation]] zu beherschen, seine Spaltung (siehe auch [[Teilung]]) zu [[totalisieren]] und sie ihm als allgemeine [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] mitzutilen, Der [[abstrakt allgemein]]e Mensch herrscht durch den [[Tod]] und verachtet den Menschen und seine [[Wirklichkeit]], weil sie die [[Notwendigkeit]] seiner wirklichen [[Wesensnot]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erkenntnis]] kann nur entstehen, wo die Frage nach ihrer [[Wahrheit]] schon in ihrer [[Wahrnehmung]] aufgelöst, wo also [[Täuschung]] ausgeschlossen ist. Aber [[Täuschung]] erscheint heute allmächtig, weil die [[Medien]] und [[Methoden]] der [[Wissenschaften]] selbst schon ihre [[Wahrnehmung]] von vorn herein relativieren, sie wie Produkte einer bloßen [[Gegebenheit]] (siehe hierzu [[Positivismus]]) oder einer Lebenskonstruktion begriffen wissen wollen (siehe hierzu [[Konstruktivismus]]), und sei diese auch nur [[strukturell]] vorauszusetzen (siehe [[Strukturalismus]]). Was durch &#039;&#039;täuschend echte&#039;&#039; Imagination mit den [[Algorithmen]] der &#039;&#039;technischen Intelligenz&#039;&#039; gemacht werden kann, lässt sich leicht [[kulturpolitisch]] normativ verwenden und praktisch jede [[Persönlichkeit]] herstellen oder verfälschen. Wer [[Erkenntnisse]] nur [[persönlich]] machen kann, wird sich jenseits aller [[gegenständliche]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] und den Konflikten ihrer [[Selbstwahrnehmungen]] und ihrem [[selbstgerechten]] [[Moralismus]] (siehe [[Spießertum]]) aufreiben müssen - um darin vielleicht eine &#039;&#039;wahre Persönlichkeit&#039;&#039; mit einer durch ihren [[Selbstwert]] [[abgetöteten Wahrnehmung]] zu werden (siehe [[Selbstveredelung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor aller [[Erkenntnis]] muss daher schon ein [[Sinn]] für Wahrheit durch die Auflösung von [[Enttäuschungen]] [[entwickelt]] sein, wie er in einer Gesellschaft [[beliebig]] [[austauschbarer]] [[Beziehungen]] zwangsläufig nötig ist. Um die [[Wahrnehmung]] als Zeugnis des [[Lebens]] zu [[begreifen]] musss ihre [[elementare]] [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]], ihre [[Empfindung]] im [[Verhältnis]] zu ihren [[Gefühlen]] bewahrt und [[sinnlich]] bewährt sein und bedarf von daher auch der [[Analyse]] einer dem entsprechend [[politischen Ästhetik]], eines [[Kults]] der [[Selbstwahrnehmung]] in einer [[Gesellschaft]] der [[Selbstgefühle]], in der die [[Ideale]] über jede [[Wirklichkeit]] herrschen (siehe hierzu auch [[abstrakt menschliche Gesellschaft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den [[Ideen]] und ihrer [[Wirklichkeit]] herrschen [[Ideologien]], die nicht [[wirklich]] wahr sein könen, weil sie keinen [[Sinn]] durch sich selbst haben und finden, nichts wirklich [[empfinden]] können, weil sie Sinn an sich gegen Sinn für sich, weil sie [[widersinnig]] sind, ihren Sinn aus sich selbst folgern und zugleich sich hierdurch begründen. Wahrheit ist die Auflösung von [[Widersinnigkeiten]] ihrer [[Selbstgerechtigkeit]] (siehe auch [[Moral]]) durch die [[analytische]] Aufklärung und [[Erklärung]] einer tautologischen [[Beziehung]] (siehe [[Selbstbeziehung]]) von [[Grund]] und [[Folge]], die in eine unendlichen Beziehung geraten ist. Darin gelten sich [[Ursache]] und [[Wirkung]] substanziell gleich, sind in ihrer [[Gleichgültigkeit]] [[ausschließlich]] an einander und durch einander identifiziert und daher wesentlich ununterscheidbar geworden (siehe hierzu auch [[Positivismus]]), in ihrer [[Anwesenheit]] zugleich [[abwesend]]. So besteht der Sinn ihrer [[Geschichte]] nur aus bloßen [[Tatsachen]], die sich durch ihre Folgerungen im [[Verhalten]] ihrer [[Verhältnisse]] begründen und antreiben, sich nurmehr im [[Trieb]] ihrer [[Gewohnheiten]] als Produzenten und Produkte ihrer [[Scheinwelt]] bestimmen und wiederfinden, sich in dem [[erkennen]], worin sie sich schon vor aller [[Erfahrung]] [[kennen]] (siehe auch [[Gedankenabstraktion]], [[Realabstraktion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit gibt es keinen Anfang und kein Ende der [[Erkenntnis]] - sie selbst macht [[Geschichte]] und ist nur durch sie (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Bevor ein [[Einzelnes]] sich [[kennt]], war es schon in [[allem gemein]] von dem, was ist (siehe [[Sein]]). Im [[Glauben]] an ihre [[persönliche]] [[Selbstverwirklichung]] verwirklichen [[Ideologien]] aber nur den [[Widersinn]] einer [[Selbsttäuschiung]] über ihre persönliche [[Identität]], eine [[Täuschung]], die nicht [[enttäuscht]] sein will und daher in den [[Absichten]] einer ihnen [[fremden]] und daher [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentität]], aus der [[Verkehrung]] ihrer Bewahrheitung gegen das, was sie [[wahrhat]] zu sich kommt (siehe auch [[hermeneutischer Zirkel]]). Die Umkehr solcher [[Wahrnehmung]] kann zunächst nur durch konsistente, also widerspruchsfreie Darstellung ihrer [[Verhältnisse]] bewahrheitet werden, aus der auch der [[Grund]] ihrer [[Selbsttäuschung]] erklärlich wird. Hierdurch wird auch deren [[Absicht]] aus der [[Reduktion]] ihres [[Wesens]] auf die [[Erscheinungen]] aus den [[Tatsachen]] ihres [[Daseins]] deutlich, als Rückbeziehung, als re-ligio auf die Kreisläufe in deren [[Abstraktionen]] bezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d&#039;honneur [Ehrenpunkt], ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist. “ [[(MEW 1, S. 378f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[widersinn]] der [[Religionen]] erklärt sich aus dem [[Verhalten]] eines [[abstrakt Allgemeinen]] (siehe hierzu [[Dialektik]]) das aus den [[Reduktionen]] ihrer [[Natur]] gegen die [[einzelnen]] Gründe die [[Formen]] und [[Formbestimmungen]]ihrer [[Wirklichkeit]] ersichtlich wird (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]) und immer zweideutig bleibt. Denn was nicht eindeutig wird, bleibt ungewiss, im Grunde [[abergläubisch]]. Es kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, ist nur zwischen Unterschiedenem identisch (siehe auch [[Dazwischensein]]), aber ohne Wahrheit und also nur [[zweifelhaft]] da. Es existiert im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]], der seine [[Gründe]] und [[Folgerungen]] durch seine in sich schon identifizierten Entgegensetzungen im Kreis dreht, tautologisch ist. In ihrer Beziehung aufeinander müssen sie sich gleichbleiben und also von sich absehen. Darin [[verallgemeinert]] sich beides in einem [[abstrakt Allgemeinem]], in einer Identität der [[Wahrnehmung]] (siehe [[Wahrnehmungsidentität]]), einer [[Allgemeinheit]], die eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] bewahren und bewähren kann (siehe [[Dialektik]]). Und diese lässt sich auch nur [[abstrakt]] [[entwickeln]], wird geschichtslos und dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammerthales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“ [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen Inhalt zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] [[objektiv sein soll]], ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Herkunft, [[Klasse]], Alter oder Geschlecht, sondern auch in dem, was für sie als wahr gilt, was sie zwischen [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] unterscheiden. Immerhin entsteht durch alles, was ihre [[Wahrnehmung]] mit sich identisch werden lässt die entscheidende [[Substanz]] der [[Sinnbildung]] und des darauf gründenden Urteilskraft, den [[Verstandes]], der Urteilskraft des [[Gefühls]] in einer Welt, in der die [[unmittelbare]] [[Gewissheit]], die wahre [[Selbstgewissheit]] des [[Lebens]] unentwegt gebrochen wird. Die Empathie hierfür wird daher in einem wie [[selbstverständlich]] scheinenden [[Dasein]] (siehe auch [[Scheinwelt]]) zersetzt, welches die [[Empfindungen]] der Menschen nur [[abstrakt]] zusammenführt (siehe auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) und sie durch den [[Glauben]] an ihre [[Ewigkeit]] ersetzt. Darin wird es unmöglich ihnen dessen wahre Zusammenhänge zu eröffnen, die ihre [[Seelen]] aus den dumpfen Ahnungen ihrer naturgetrübten Gedankenwelt heraustreibt und zu einem menschlichen [[Bewusstsein]] [[emanzipiert]]. Denn nur dieses kann die gesellschaftliche Voraussetzung und der [[Inhalt]] eines menschliche [[Selbstbewusstseins]] sein. Und von da her hat dies strenge Folgen für jegliche &#039;&#039;Informationsverarbeitung&#039;&#039; in allen Lebensbereichen, den [[persönlichen]], [[zwischenmenschlichen]] und [[politischen]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was ihre lebendige [[wahrnehmung (siehe auchtote Wahrnehmung) ausmacht, ist dieWahrheitihrerWahrnehmungfür sich, das für wahr nehmen ihresLebensund seinerGründein dieser Welt in ihrerGeschichteundGegenwart. Was für die einen einGlaubean das Glück auf Erden oder an einenGottder Schöpfung oder an das Vaterland ihresHeilsist, mag für die anderen einGlaubean die &#039;&#039;FreiheitderWissenschaft&#039;&#039;, an dieVernunfteines Weltgeistes oder an die Botschaften des Internets, der Werbung, den Weltuntergang usw. sein. Letztlich bestehen ihreErkenntnissedaraus, was sich ihnen alsWahrheitfür ihrLebeneröffnet hat, was für sie sich über dessen verschiedene Momente als das bewahrt hat, was für sie gültig geworden ist, was Geltung in ihrem Lebensbereich bekommen hat, die soallgemeinwie aucheinzelnstimmig ist und sich über ihreStimmungenhinweg erheben kann. Eine Wahrnehmungsidentität ist von da her dieWahrheiteinerWahrnehmung, wie sie sich im Lebenszusammenhang der Menschen bewährt und bewahrt und sich darin durch dieUmständeihrer gesellschaftlichen oderzwischenmenschlichen Beziehungenerschlossen hat oder auch verschlossen bleibt. Es ist, was sich alsGanzesauch in einer gebrochenenWahrnehmungerwiesen hat, auch für das gilt, das nicht wahrnehmbar ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiNert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begriffen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen, den [[Formbestimmungen]] ihrer [[Strukturen]] zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder die in der [[isolierten]] [[Einzelheit]] ihres [[Daseins]] ihre Wahrheit zufällig und positiv begründen will (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann dies alles nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]] und durch seine Selbstbeschränktheit zum Fetisch der Wahrnehmung, zu einer in sich [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentät]] wird. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. So erweist sich, dass es anders ist (siehe [[Anderssein]]) als das, wie es in seiner bloßen [[Anwesenheit]] zu sein scheint, weil es in dem [[abwesend]] ist was seine [[Qualität]] ausmacht, die also [[unmittelbar]] nicht [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist. Es kann also nicht [[wirklich]] [[sein]], was es [[objektiv sein soll]], was es [[sein]], was es [[sein]]wesentlich ist, aber in Wahrheit nicht als dieses da sein kann, weil es durch seine [[sein]]Wesensnotbestimmt ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist das [[Ganze]] einer Stimmigkeit, die Übereinstimmung dassen was dessen Zusammenhang ist mit dem was es sein soll. [[Widersinniges]] kann nicht wahr sein. Was letztlich keinen eindeutigen [[Sinn]] finden kann, ihn nicht empfindet, ist zweifelhaft (siehe [[Zweifel]]), kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, weil es keinen [[wrklichen]] [[Sinn]] für das Einfache, keine [[Identität]] (siehe hierzu auch [[Wahrnehmungsidentität]]) im allem gemeinen [[Sinn]] für das [[Einzelne]] hat. Es kann in den unterschiedlichen Sinnhaftgkeiten im [[Allgemeinen]] nur in dem [[identisch]] sein, was zwischen dem Einen und dem Anderen (siehe [[Dazwischensein]]) nur relativ, was also weder das Eine noch das Andere wirklich ist und ist daher [[nur widersinnig]] [[exstent]], also ohne Wahrheit [[da]](siehe z.B. die [[Preise]] der [[Waren]] im [[Warentausch]] als [[Relationen]] der [[Tauschwerte]] im Unterschied zum [[Wert]] einer [[Sache]], zum [[Wesen]] ihrer [[Natur]]). Die Unterschiede der [[Einzelheiten]] existieren im [[Allgemeinen]] nur im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]] (siehe [[Wertform]][[)]] durch ein gemeinsames Drittes ([[abstrakte Arbeit]]) und haben in dessen [[Allgemeinform]] eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] (siehe [[Dialektik]]), sind somit letztlich nur als bloße [[Tatsachen]] wahr. In deren Einfältigkeit existiert das [[Einzelne]] [[getrennt]], [[isoliert]] von seinem Zusammenhang, [[wesentlich]] nur durch sich selbst als Natur für sich, abstrakte Natur, als [[Formbestimmung]] seiner [[Geschichte]]. Es kann sich daher nicht durch sine [[Inhalte]] [[entwickeln]], dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]], wird geschichtslos indem er seine Existenzformen gegen ihre [[Inhalte]] [[verkehrt]], sich von seinem [[Wesen]] [[entfremdet]] (siehe z.B. [[Fetischismus]]), weil er darin seine eigenen [[Äußerungen]] in ihrer wirklichen [[Gegenstandlichkeit]] nicht gesellschaftlich bewahrheiten und also auch nicht als eine [[Entäußerung]] seines praktischen Lebens [[erkennen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch . Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis. ([[MEW Bd.3, S. 533]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[praktische]], die [[wirkliche]] [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als einzelne Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen [[Inhalt]] zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] sein soll, ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begrifen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder das auch in der isolierten Einzelheit seines Daseins seine Wahrheit zufällig und positiv begründen kann (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann es nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]]. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. Es ist dann etwas andere als das, wie es darin zu sein scheint, in dem abwesend ist was eine [[Qualität]] ausmacht, die als diese aber nicht [[unmittelbar]] [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist, das also nicht [[wirklich]] [[sein]] kann, was es [[sein]] soll, was es wesentlich, aber in Wahrheit nicht als dieses da ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wahr ist, muss nicht [[wirklich]] sein und was [[wirklich]] ist, muss nicht wahr sein. Aber [[Wirklichkeit]] kann nicht [[unmittelbar]] wahr und [[unmittelbar]] unwahr sein. Sie kann aber zugleich eine [[Unwirklichkeit]] enthalten, sich selbst [[entwirklicht]] haben. Darin ist sie wahr und unwahr zugleich, weil sie zweierlei in einem, also Vertauschtes als Identisches, weil sie also [[Täuschung]] ist. Die Fragen, die aus [[Wahrnehmung]] hervorgehen, sind daher immer Wahrheitsfragen. Ihr [[Zweifel]] formuliert sich als Feststellung: &#039;&#039;Das kann nicht wahr sein!&#039;&#039;. Und er befähigt die Frage, was denn wesentlich wahr und was denn bloße Erscheinung ist. Diese Frage ist die Frage nach dem wahren [[Sein]] im [[Dasein]], nach dem Dritten seiner Wahrheit, denn jede Wahrnehmung setzt die [[körperliche]] oder [[geistige]] [[Gegenwart]] eines [[Gegenstands]] voraus, sein [[Dasein]] in [[Zeit]] und [[Raum]] als Verhältnis natürlicher Wesenskräfte so wie sie durch ihre [[Geschichte]] geworden auf der Welt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Wahrnehmung nicht wahr sein kann, da [[reduziert]] sich ihr Gehalt für den Menschen - nicht einfach nur die Kognition, Sehen, Hören, Riechen usw., sondern das ganze menschliche Leben - auf das, was es nur zu sein scheint[[)]], ohne wesentlich wahr sein zu können. Das aber ist wirklich &#039;&#039;täuschen echt&#039;&#039;. Es ist nicht durch eine Verblendung der Wahrnehmung getäuscht (siehe [[Theodor W. Adorno]]) und auch nicht durch eine allgemeine eine &#039;&#039;Seinsvergessenheit&#039;&#039; der Menschen (siehe [[Martin Heidegger]]), sondern sein wirkliches Lebensverhältnis dort, wo den einzelnen Menschen ihr [[Leben]] auch [[wirklich]] wahr zu sein scheint, ohne dass es für sie im [[Allgemeinen]] auch [[wesentlich]] wahr sein kann, weil es sich von ihnen und sie von sich entzieht, sie [[enteignet]], sich ihnen [[entfremdet]]., wodurch sie sich in ihren [[wirklichen]] [[Lebensverhältnissen]] auch [[selbst fremd]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist nicht auf [[logische]] Sätze oder Aussagen zu [[reduzieren]], weil sie weit über die [[Sprache]] hinausgreift. Sie bestimmt sich rein [[praktisch]] mit der [[Aufhebung]] einer [[Täuschung]], aus dem [[Beweis]], dass etwas, was ist, nicht [[wirklich]] wahr sein kann. Und sie verfolgt dessen [[Sinn]] in der Befragung seines [[Daseins]], was darin unbedingt und also bedingungslos als wesentliches [[Sein]] zu [[erkennen]] ist, was also ein [[Wesen]] hat, auch wenn es [[abwesend]] ist, nicht als dieses [[erscheint]]. und so zum [[Gegenstand]] der [[Kritik]] wird (siehe auch [[Kritische Theorie]]). Darüber hinaus erübrigen sich alle Wahrheitsfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme – ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i. e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens – das von der Praxis isoliert ist – ist eine rein scholastische Frage. [[(MEW 3, Seite 5)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings kann auch die Beweisführung selbst trügerisch sein, wenn sie nicht das [[Ganze]] bedenkt, das hierbei wesentlich ist; denn ein [[Wesen]] kann nur ganzes Wesen sein, auch wenn es in vielen [[Teilen]] [[existiert]], in seiner [[Wirklichkeit]] zerteilt ist. Wahr kann also nur sein, was in seiner [[ganzen]] [[sinnlichen Gewissheit]] oder aus Rückschlüssen hieraus zweifelsfrei aufgeklärt ist - oft auch nur, bis wiederum ein [[Zweifel]] hieran entsteht, wenn der Beweis ihr im [[Ganzen]] [[fremd]] wird, also im [[Begrifff]] einer [[Entfremdung]] steht, deren [[Wesen]] noch nicht [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit als solche - eine [[ewige]] Wahrheit - gibt es nicht, weil sie keine [[Substanz]] jenseits dessen hat, was als wahr im [[Ganzen]] seiner [[Wirklichkeit]] [[begriffen]] ist (siehe auch [[Dialektik]]), was also sich [[subjektiv]] mit [[Objektivem]] auch in der Form seiner [[Entfremdung]] als [[Wesen]] in seiner [[Verkehrung]] erkennt (siehe auch [[notwendiger Schein]]), in seiner [[Gegenwärtigkeit]] sich durch seine [[Abstraktion]] im [[Allgemeinen]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]) auch verkehrt [[bewahrheiten]] kann (siehe auch [[Beweis]]). Was in der Vielfalt seiner [[Bestimmungen]] als eins, als etwas [[Ganzes]] auch in seiner [[Abwesenheit]] zu verstehen ist - auch wenn es als dieses nicht ins Auge fällt, nicht mit sich einig [[da sein]] kann - ist in seiner negativen Gegenwart als Teil eines Ganzen durch seinen Mangel an Gegenwart &#039;&#039;ex negativo&#039;&#039; zu entdecken. Wenn es in seiner [[Anwesenheit]] [[widersinnig]] ist, sich selbst schon [[widerspricht]], in sich gegensätzlich ist, lässt es sich als Wahrheit im [[Ganzen]] schlussfolgernd erweisen, wenn seine Gegensätze in Einheit da sind, sich widersinnig verhalten, und als Widerspruch aufgeklärt werden, so dass man sich hierüber nicht mehr hinwegtäuschen kann. Im [[Widerspruch]] ist der Mangel als [[Negation]] selbst schon wesentlich, weil er im Grunde zur [[Nichtung]] führt, wenn er nicht [[aufgehoben]] wird (siehe auch [[Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit hat daher auch die [[Eigenschaft]] der Wirksamkeit einer [[Kritik]] von [[Widersinnigkeiten]] - die [[Eigenschaft]] einer Aussage, einer [[Wahrnehmung]] oder einer Begrifflichkeit und anderem, die eine [[Täuschung]] entdeckt und ihre vertauschte [[Substanz]] aufdeckt. Dies steht grundsätzlich im Gegensatz zum [[Konstruktivismus]], der sich der [[Täuschung]] allein durch [[Selbstbehauptung]] (siehe auch [[Selbstwahrnehmung]]) zu entziehen sucht und von daher jede objektiv begründete Kritik - vor allem auch der Kritik einer [[ästhetischen]] Kultur - von sich abweist und ausschließt. Kritiklos wird somit in der [[Täuschung]] Unterschiedenes verschmolzen und also austauschbar, [[Gleichgültigkeit]] erzeugt, der [[Sinn]] von [[Erkenntnis]] aufgehoben, [[Geist]]losigkeit durch [[Widersinnigkeit]] produziert und jedwede subjektive [[Substanz]] der [[Erkenntnis]] geleugnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit aber wird ihre [[Identität]] wie ihr Unterschied in ihrem [[Begriff]] bewusst. Denn Wahrheit ist nichts Übersinnliches. Sie ist dem [[Bewusstsein]] notwendig, weil sie in Ihrer [[Wirklichkeit]] erkannt und substanziell begriffen sein muss, um bewusst zu werden und dem entsprechend handeln zu können (siehe [[Begriffssubstanz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solches [[Begreifen]] setzt voraus, dass etwas auch bezweifelbar ist, der Zwiespalt ihm also vorausgeht, weshalb nur ein [[Beweis]] den [[Zweifel]] auflösen kann, ihn also gedanklich schon im Begriff aufhebt, seine Wahrheit als Wirklichkeit zu formulieren versteht. Wahrheit setzt daher schon [[Erkenntnis]] voraus, die in der Lage ist, zwiespältig zu sein, setzt also die [[Fähigkeit]] voraus, einen [[Unsinn]] zu erahnen, durch den man zu [[täuschen]] wäre, weil und wo er sich nicht erklären lässt, also etwas anderes [[sein]] muss, als was es [[erscheint]]. - Oder weil man sich hie und da auch mal gerne über das hinwegtäuscht, was man [[wahrhat]], weil der Augenschein [[reiz]]voller ist als der Zweifel hierüber. Aber eine wirksame [[Kritik]] der [[Wirklichkeit]] setzt die Wahrheit ihres [[Begriffs]] voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit oder [[Täuschung]] machen den Unterschied der [[Wahrnehmung]], also das, was sie in die Lage versetzt, durch das Auseinandersetzen ihrer [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] durch deren Bedenken zu einer [[Erkenntnis]] zu reifen, sich seiner [[gewiss]] zu werden in dem, was erwiesen werden kann, [[Identität]] im [[Wissen]] zu finden - oder sich im [[Ungewissen]] zu verlieren, sich im Kreis zu drehen, schwindelig oder sogar bewusstlos zu werden (siehe hierzu auch [[Bewusstsein]]). Diese [[Identität]] besteht aus der [[Fähigkeit]], das zu [[denken]], was in dem für wahr genommen wird, was [[wahrgehabt]] ist. Von daher wird ihre [[Erkenntnis]] erst in dem wahr, was daraus zu begreifen ist, was es also besagt. Wahr oder unwahr kann daher letzlich nur der [[Begriff]] dessen sein, was etwas bedeutet. Dieses hebt sich aus der [[Wahrnehmung]] in [[Sprache]] auf, welche die [[Verhältnisse]] und [[Beziehungen]] richtig oder [[falsch]] für wahr nimmt, sie in ihren [[Bedeutungen]] oder [[Gefühlen]] unzweifelhaft oder zweifelhaft darzustellen vermag (siehe [[Zweifel]]) und hierdurch zu einem [[kritischen]] oder unkritischen [[Bewusstsein]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aussage kann über den Zusammenhang von [[Beziehungen]] [[hinwegtäuschen]], wenn sie deren [[Inhalte]] mit ihren [[Formen]] vertauscht, ihren Sinnzusammmenhang in sein Gegenteil [[verkehrt]] oder einen [[Teil]] für etwas [[Ganzes]] erklärt und sich damit im [[Widerspruch]] hierzu [[verallgemeinert]] (siehe hierzu auch [[Dialektik]]). Sie verhindert dann das Begreifen wirklicher Zusammenhänge, indem sie deren [[Beziehungen]] [[isoliert]], ihre [[Wirkungen]] durch sich selbst [[verursacht]] erklärt und damit in in ihrer [[Selbstbezüglichkeit]] zu einer &#039;&#039;täuschend echten&#039;&#039; [[Allgemeinheit]] [[aufhebt]], ihnen einen falschen [[Grund]] zuweist, der keine Schlussfolgerungen mehr zulässt, die ihre [[Erkenntnis]] im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] erhellen könnten (siehe hierzu auch [[Ideologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine solche Begrifflichkeit wird die [[Form]] solcher Beziehungen mit dem [[Inhalt]] ihrer [[Verhältnisse]] [[vertauscht]], weil damit etwas [[Ganzes]] durch sich selbst begriffen sein will (siehe auch [[Positivismus]]). Im [[Begriff]] einer solchen Totalisierung [[erscheinen]] diese dann als etwas ganz anders, als was sie [[wesentlich]] sind (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Die [[widersinnige]] [[Vernittlung]] ihrer [[Beziehungen]] betreibt dann schon in ihrer Erklärung durch ihre [[Verallgemeinerung]] die [[Verkehrung]] von [[Mittel]] und [[Zweck]] der [[Verhältnisse]] und hebt die Konsistenz ihrer [[Substanz]], ihren wesentlichen Zusammenhang auf. Sie [[verfälscht]] damit ihren [[Begriff]] durch ein Vorurteil (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), wodurch dessen [[Moral]] sich gegen die [[Erkenntnis]] seiner wirklichen Bezogenheiten behauptet die ihre bloße [[Selbstgerechtigkeit]] bestärkt. Wo dies zugleich den wirklichen [[Verhältnissen]] entspricht (siehe auch [[Realabstraktion)]], wird deren [[Täuschung]] verdoppelt, ihre [[Kritik]] verunmöglicht, das [[Bewusstsein]] stumpf, tumb, dumm. Es müsste sich zuerst mit den [[Schmerzen]] seiner Fehlbeurteilungen durch seine eigenen [[Selbstbezogehheiten]] (siehe auch [[Psyche]]), mit seinem [[Erlkenntnisvermögen]] befassen (siehe auch [[Erkennnistheorie]]), bevor es seine [[gegenständliche]] [[Wirklichkeit]] erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist daher nicht der Lüge entgegengesetzt, denn Lüge weiß schon ihre Unwahrheit zu formulieren. Wahrheit wendet sich gegen [[Täuschung]] in einer Welt, in welcher die Dinge auch vertauschbar und austauschbar sind, und daher als etwas [[erscheinen]] können, was sie nicht sind. In Wahrheit erscheint ihre Unterschiedenheit in einer ihnen selbst [[fremden]], in einer paradoxen Einheit, in ihrer [[Widersinnigkeit]]. Wo sich [[Zweifel]] hierüber einstellt, ist Wahrheit nötig, auch wenn sie nur zur [[Erkenntnis]] des [[Widerspruchs]] führt, der zweifeln lässt, der eine Inkonsistenz in der Einheit entdeckt, die wahr sein soll, aber nicht wahr sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die [[Erkenntnis]] eines [[Widerspruchs]] die [[wirklich]] mögliche Wahrheit, über die nachzudenken ist. Und die Methode, ihre [[Logik]] zu ergründen ist die [[Dialektik]], weil sie die Einheit der [[Gegensätze]] als Form ihrer[[Entfremdung]] beschreibt, als ihre [[Entfremdung]] von sich, als eine [[verkehrte]] [[Einheit]] ergründet, die sie gleichgültig macht und ihre [[Gleichgültigkeit]] als [[Bestimmung]] ihrer [[Form]] nötig hat ([[Formbestimmung]]). Es ist die Form vertauschter [[Wesen]], die sich selbst in ihrer Vertauschung bewirken, Ursache und Wirkung zugleich sind, weil ihre Grundlage, ihr substanzieller Grund in ihrer Form verkehrt erscheint, als Verkehrung sich selbst befolgt, prozessierende [[Täuschung]] ihres [[abstrakt]] gewordenen Wesens ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Widerspruch ist daher wesentlich ein Selbstwiderspruch, eine sich selbst [[nichtende]] Einheit (siehe [[Nichts]]), die ihre Negativität als [[Position]] bestärkt. Und wer täuschen will, der täuscht daher vor allem sich selbst, da er in seinem [[Leben]] sich selbst von dem trennt, was ihn wesentlich ausmacht, es von sich abscheidet und in der [[Trennung]] zugleich nötig hat. Er gerät in die an ihrer Unendlichkeit verzweifelnde [[Notwendigkeit]], sich in dem zu gewinnen, durch was er sich fortwährend verlieren muss. Wahrheit ist der Zusammenhang, der zerbricht, wo die [[Teile]] nicht mehr zusammen sein können, weil sie vertauscht werden müssen, um ihre [[Form]] zu finden, um [[Wirkung]] zu haben, um [[wirklich]] zu sein. Das Gebrochene hat Täuschung nötig, um sich zu erhalten und sich mit dem Vertauschen in seiner [[Wirklichkeit]] aufrecht zu halten, sich selbst als das auszuhalten, was es nicht ist, seine [[Form]] durch einen fremden [[Inhalt]] zu bestimmen (siehe [[Formbestimmung]]), um darin selbst - wenn auch [[verkehrt]] - [[wirklich]] zu sein. Aber indem sich darin deren [[Erkenntnis]] selbst substanziell ausscheidet, verliert sie ihre [[Substanz]], bescheidet sich mit dem Positiven, das seine [[Negation]] nur noch zu leugnen hat, um sich daran im Jenseits ihrer Wirklichkeit festzuhalten, sich [[allgemein]] durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spekulationen der absoluten Kritik zerstören von daher gerade das, was ihre Wahrheit zu erweisen hätte. Sie suchen sich nur selbst zu beweisen, indem sie die Welt wie ein Beispiel iher [[Logik]] abhandeln:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist für Herrn Bauer wie für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die absolute Kritik spricht von Wahrheiten, die sich von vornherein von selbst verstehen. (...) Eine Wahrheit, die sich von selber versteht, hat für die absolute Kritik, wie für die göttliche Dialektik, ihr Salz, ihren Sinn, ihren Wert verloren. Sie ist fad geworden wie abgestandnes Wasser. Die absolute Kritik beweist daher einerseits alles, was sich von selbst versteht, und außerdem viele Dinge, die das Glück haben, unverständig zu sein, sich also niemals von selbst verstehen werden. Andrerseits versteht sich ihr alles das von selbst, was einer Entwickelung bedarf. Warum? Weil es sich bei wirklichen Aufgaben von selber versteht, daß sie sich nicht von selber verstehn. (Karl Marx, Hl. Familie, [[(MEW 2, S. 83)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bescheidenheit wird zum Bescheid, dass alles ganz anders wäre. Und das Andere wird in die Unendlichkeit des Ununterscheidbaren gezogen, um es unterschiedslos und also unentscheidbar zu machen. Die Wahrheit herauszufinden, kann daher unendlich schwer sein. Am Ende einer [[Geschichte]] mag sie wesentlich leichter zu erkennen sein, als in deren Verlauf, der zumeist auch subjektiv von [[Täuschungen]] und Lügen durchdrungen ist. Doch objektiv und also auf Dauer herrscht die Stetigkeit der Geschichte vor, an der die Täuschung zerbricht. Lügen haben nur deshalb &#039;&#039;kurze Beine&#039;&#039;, weil Wahrheit immer etwas länger braucht. Sie ist das [[Ganze]] ihrer [[Teile]], die durch [[Trennung]] nur zusammenhalten, weil sie unentbehrlich sind, deren Zusammenhang aber in seiner [[Wirklichkeit]] unwahr bleiben muss, in einer [[Form]] erscheint, die ihm unwesentlich ist, und die daher wesenlos bleiben muss, solange die [[Täuschung]] herrscht. In Wahrheit ist darin die Einheit Not-wendig gespalten und nur durch[[Abstraktion]] vermittelt, also in der Wahrheitsnehmung schon vertauscht, [[Wesen]] und [[Erscheinung]] îm [[Widerspruch]] zu sich. Diesen zu erkennen ist dem Leben notwendig, solange es sich täuschen lässt, da es sich darin verliert und seinen [[Geist]] nur aufgeben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um dies zu überwinden ist [[logisches]] [[Denken]] notwendig, denn Wahrheit als solche gibt es nicht wirklich. Sie wäre bloße [[Religion]]. Aber es gibt sehr wohl eine Wahrheit der Wirklichkeit, eine innere Einheit, [[Schönheit]] und [[Geist]]. Und es gibt sie zugleich als [[Täuschung]], in vertauschte Wahrheiten, [[Identität]] im [[Gegensätzlichen]], [[Widersprüchlichkeiten]]. Und es gibt wahre Aussagen und [[Empfindungen]] hierzu, welche in der Lage sind, die Täuschung zu enttäuschen, sie zu veräußern, aus sich herauszusetzen und durch [[Analyse]] ihre wahren Inhalte zu beschreiben und durch [[Logik]] zu [[beweisen]]. Wahrheit ist eine Frage der [[Erkenntnis]] und nicht des [[Seins]]. Deshalb kann es auch keine &#039;&#039;wahre&#039;&#039; [[Wirklichkeit]] geben (siehe [[Realität]]), die von einer &#039;&#039;falschen&#039;&#039; zu unterscheiden wäre; - auch kein &#039;&#039;richtiges&#039;&#039; [[Leben]] im Unterschied zu einem &#039;&#039;falschen&#039;&#039; (siehe [[Adorno]]). Es gibt eine verkehrte Wirklichkeit im [[Tausch]], nicht aber, weil dieser einfach nur &#039;&#039;falsch&#039;&#039; wäre, sondern weil er in einer bestimmten gesellschaftlichen Form noch nötig ist, solange deren [[Formbestimmung]] herrscht, solange ihre politische Form und ihre substanzielle Form einander in ihrer [[Ausschließlichkeit]] [[bedingen]] und also [[bestimmen]], im [[Widerspruch]] zu einander stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Martin Heidegger]] ist Wahrheit das [[eigentliche]] [[Sein]], das im [[Seienden]] verborgen ist, das also nur erkannt wird durch den Denker, der sie &#039;&#039;entbirgt&#039;&#039;. Das [[Eigentliche]] ist in dieser Auffassung hinter allem [[Dasein]], ein von diesem selbst unterschiedenes [[Wesen]], das als solches nicht im [[Dasein]] wirkt, sondern sich in ihm &#039;&#039;lichtet&#039;&#039; ([[Heidegger]] ) und nicht in der [[Wirklichkeit]], sondern vom &#039;&#039;wahrhaftigen Denken&#039;&#039; nur [[erkannt]] werden könne. Das aber ist vor allem die Grundlage für die [[Selbstveredeleung]] eines [[Denkens]], das alles [[fremd]] scheinende als Uneigentliches setzt und es somit als wesenlos behauptet, als eine Form von [[Seinsvergessenheit]]([[Heidegger]]) zu verfassen sucht, dem das Wesen entgangen ist. In diesem Verständnis wird Wahrheit zu etwas [[Übersinnlichem]], zu einer fundamentalen [[Ontologie]] und von daher zu einer vollständig selbständigen [[Objektivität]] der [[Existenz]] schlechthin, die den Menschen vorbestimmt und diese ihm daher sinnlich unterworfen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Wahrheit objektiv wäre, ist genauso unsinnig, wie die Behauptung, dass sie nur subjektiv sei. Es gibt kein an und für sich wahres [[Subjekt]] und keine wahre [[Objektivität]]. Wahrheit kann überhaupt nicht in irgendeiner [[Form]] [[bestimmt]] sein. Wahrheit ergibt sich in der Aufhebung von [[Zweifel]], in der [[Erkenntnis]] von zwiespätigen Beziehungen, in denen sie nicht sein kann. Aber nicht der Untrschied lässt Zweifel aufkommen, sondern die Vermittlung von Einheit. Wahrheit ist die Erkenntnis des Zusammenhangs des Unterschiedenen auf der Grundlage einer innerer Einheit, die niemals wirklich eins sein kann, die aber ihre verschieden Existenzweisen bejaht, eben weil sie organisch immer substanziell einem Ganzen zugehörne. Gerade weil sie substanziell nicht ohne einander sein können ohne selbst anders zu werden, ist die Substanz ihrer Erkenntnis die Wahrheit ihres Zusammenhangs. In [[Wahrheit]] ist alles eins, wie immer es sich in Wirklichkeit verhalten mag. Alle [[Verhältnisse]] haben eine solche [[Substanz]] zu ihrem [[Inhalt]]. Zugliech können sie sich darin aber auch von sich [[entfremden,]] indem sie davon absehen, sich [[gleichgültig]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist alles eins. Aber es erscheint als Einheit, wo es unwesentlich ist, wo seine Wirklichkeit nur als Form für sich sein kann, nicht Form durch ihren Inhalt ist. Es ist also als Form mit sich nur im [[Schein]] einig und sein Wesen ist die substanzielle Einheit hinter ihrer Formbestimmtheit, der Stoff, der nicht wirklich wahr sein kann, weil er nur in seiner [[Entfremdung]] wirklich [[da ist]]. Darin erschein alles mit sich selbst einig, wie verschieden es auch in [[Wirklichkeit]] sein mag. Wahrheit ist [[Identität]] - nicht nur in konsistenten Aussagen, auch nicht in der bloßen Schönheit (siehe [[Ästhetik]]) oder in rein materiellem [[Sein]] als solches oder in der [[Seele]] oder dem puren [[Erleben]] u.dgl.. Wahrheit ist das [[Ganze]] in jedem Moment, wo dieses im Ganzen eins, in seiner [[Erkenntnis]] ungebrochenes, wenn auch in Wahrheit widersprüchliches [[Leben]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Ganze ist das Wahre (Hegel) Das Ganze ist das Unwahre (Adorno)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Komplex will sich Adorno von Hegel absetzten, indem er darin einen Totalitarismus des Hegelianischen Denkens sieht, der ja auch immerhin bei den Rechtshegelianern vertreten wird. Doch in der Entgegensetzung des Ganzen dieses schon als als Unwahrheit zu behaupten und hierauf seine [[Negative Dialekti]]k zu begründen, kommt Adorno der Wahrheit ksin bisschen näher, es sei denn, er würde sagen: Es gibt sie nicht. Doch ihn kümmert dann nur noch das Richtige gegen das Falsche und so verheddert er sich in einer Theorie der [[Falschheit]] in einem an sich nur dualistischen Denken, das zwar recht sinnfällig die Phänomene eines &#039;&#039;beschädigten Lebens&#039;&#039; aufgreift, um diesem dann aber nur eine Zukunft in einem &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen. Und Zukunft ist immer unendlich, so dass seine immer wieder zu einem Appell an die Unendlichkeit des Denkens gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit setzt [[Wahrnehmung]] und auch [[Wahrhaben]] ebenso voraus, wie dies ihr auch dadurch zufolge ist, dass Täuschung in der Auflösung ihres Zwiespalts untergeht, die Wahrnehmung der [[Notwendigkeit]] ihres [[Zweifels]] folgt und mit dem Wahrgehabten vereint wird. Diese Notwendigkeit macht nicht für sich Ganzes aus, wird aber ganz im Prozess der Wahrheitsfindung aufgehoben. Das Ganze ist darin wahr, dass es alles darin in Einem ist, in einem Ganzen zusammenhängt, sich als Teil seiner [[Beziehung]] im Ganzen wahrnimmt und als dieses auch wahrhat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit kann man nicht wahrnehmen, man muss sie [[erkennen]], wo man sich in seiner Wahrnehmung selbst entzweit hat, sich von sich ebenso unterscheidet wie von ihrem [[Gegenstand]]. Wo Täuschung herrscht, da ist Wahrheit eine Notwendigkeit der Wahrnehmung - und steht die Frage hiernach an, so zeigt das eine Not, der Wahrnehmung gegen ihre Wahrheit, das Prinzip, was die Wahrnehmung beherrscht, was ihre [[Formbestimmung]] ausmacht. Es ist die [[Logik]] dessen, was ihr genommen ist, die [[Systematik]] ihrer [[Abstraktion]], die sie für sich erkennen muss, um ihren Gegenstand begreifen zu können, einen Begriff seiner Entäußerung als fremden Zusammenhang, als [[Entfremdung]] erkennen muss, um durch die Wahrnehmung auch wirklich zu werden, tätig und erkennend in einem zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Wahrheitsfrage hat ihren Sinn und Ursprung in der Wahrnehmung, nicht aber den Beweis (dies gegen die [[Phänomenologie]]). Wo diese Frage aufkommt, ist diese im [[Zwiespalt]]. Und so zeigt hierin die Wahrnehmung, dass sie nicht erkennen kann, was sie als Wahrheit nimmt, dass sie etwas [[wahrhat]], das in ihrer Wahrnehmung nicht wahr sein kann. Die Wahrheit ist ihr also noch äußerlich, ihre zweifältige Wahrheit, [[fremde]] [[Identität]]. Es kann Wahrnehmung zwar nicht unwahr sein, aber ihre Wahrheit ist nicht durch sie. Wahrheit kann nicht genommen werden, unterscheidet sich daher wesentlich von den [[Gegebenheiten]]. Sie ist genauso in dem, was wahr gehabt wird. Wahrheit kann nur jeder Mensch für sich haben. Es liegt weder am Verständnis, noch an der Vernunft, ob etwas wahr ist. Jeder Mensch ist im Grunde nicht verstehbar und unvernünftig . Was der andere Mensch wahrhat, lässt sich nicht in der Wahrnehmung erkennen. Wer Schmerzen hat, ist darin zweifellos anders als der, welcher Schmerzen wahrnimmt, auch wenn beide in derselben Wirklichkeit sich zu einander verhalten, der eine vielleicht als Arzt, der andere als Hilfsbedürftiger. Auch ein Blindgeborener ist in gewisser Weise unverstehbar für einen Sehenden und umgekehrt. Nicht nur, weil ihre Wahrnehmung sich unterscheidet, sondern auch, weil sie ihr Leben anders wahrhaben. In der Wahrheit ist jeder Mensch nur für sich wahr, und dies macht ja eben seine Identität aus und er erleidet, was er hieran nicht erkennt, nicht als das nimmt, was es ist. Die Wahrnehmung ist für sich bloße Form einer Wahrheit, weil und sofern sie sich in ihrem Sein noch nicht wirklich bewahrheitet. Die Wahrnehmung ist lediglich das Element der Wahrheit. Sie ist also die [[Elementarform]] der [[Erkenntnis]], ohne für sich und durch sich Erkenntnis zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem der Wahrnehmung ist also nichts anderes als der Zwiespalt ihrer Wahrheit, die Wahrheit, die sie nicht haben kann, weil sie von ihr nur das nehmen kann, was sie nicht wahrhat. Von daher ist die Wahrheit darin praktisch als [[Zweifel]] tätig, der erst die Notwendigkeit einer Erkenntnis enthält. Im Zweifel erfährt der Zwiespalt der Wahrnehmung seine Wahrheit als Wahrnehmung, die gegenständlich, die also sich in ihrem [[Gegenstand]] einig wird. Sie wird darin praktisch, dass sie gegenständlich wird, ohne damit für sich gegenständlich zu sein. Sie gewinnt ihre Erkenntnis in ihrem Gegenstand, weil und sofern darin ihre Subjektivität ihr Objekt erkennt. Zugleich erkennt sie darin ihren Zweifel als wirklich begründet, sich selbst in ihrer Zweifältigkeit, die sie nicht nur äußert, sondern durch die sie auch bedingt ist. Sie erkennt ihre objektive Bedingtheit, und das ist die Arbeit ihrer Erkenntnis. Eine objektive Wahrnehmung gibt es nicht, weil und sofern sie subjektiv durch das bedingt ist, was ein Mensch [[wahrhat]] und weil sie nur wahr sein kann, wenn sie sich darin subjektiv einig wird. Und indem sie sich bedingt erkennt, ist sie praktisch, denn Wahrheit kann wesentlich nur praktisch sein. Aber die Praxis weiß von Wahrheit nur über ihre Resultate, über ihre Wirklichkeit. Insofern ist Wahrnehmung eben nicht einfach subjektiv, einfaches Auffassen, sondern auch unpraktisch, theoretisch. Sie benötigt [[Wissen]] um sich, um außer sich [[Gewissheit]] zu erlangen. Sie ist objektiv und subjektiv in einem. Damit enthält jede Wahrnehmung eine zwiespältige Wahrheit: Waahrheit, die sie nicht sein kann, die sie aber haben muss. Wahrnehmung erkennt ihre Not in dem Außersichsein ihrer Wahrheit. Sie setzt einen äußeren [[Gegenstand]] voraus, also einen Gegenstand, der ein anderes [[Sein]] hat als der wahrnehmende Mensch, und sie hat zugleich die Wahrheit, die ihm durch seine objektive Bestimmtheit [[gegeben]], wie auch dem wahrnehmenden Menschen zu [[eigen]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Suche nach Wahrheit ist für Menschen in ihrem Alltag schon so essenziell und wichtig, dass sie täglich Wahrheitsfragen verfolgen, auch wo sie dies unmittelbar gar nicht nötig hätten (z.B. im Kriminalroman oder Kriminalfilm). Dabei spielt man Untaten, [[Undinge]], [[Fakten]]. Psychologie und [[Logik]] so herbei, dass sie mehr oder weniger gute Beispiele für eine gelungene Wahrheitsfindung abgeben. Und sie zeigen auch schon, was das Material einer Wahheitssuche ist - bis auf das, was Wahrheit ausmacht und was im [[Medium]] untegegangen ist: Die [[Identität]] des Dargestellten im [[Sein]] des Produzenten der Darstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Kein Wunder, dass ein guter Teil der Ideologievermittlung inzwischen in den täglich ausgestrahlten Filmen erfolgt, welche [[Ideologie]] ganz einfach als praktische Notwendigkeit gegen das Unheil erscheinen lassen, Wahrheitsfindung also als Erkenntnis des [[Bösen]] verkaufen. Es verbleibt das Medium selbst als die Täuschung durch das Gute, das sich als Wahrheitsvermittler auftut. Doch genau das kann nicht wahr sein. Vermittelte Wahrheit ist immer nur die Wahrheit des Mittels.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ergibt sich zunächst aus der Überwindung einer Täuschung, aus der [[Gewissheit]], dass, was täuschte, nicht ist, dass es nur scheinbar oder etwas ganz anderes ist, nicht wirklich da, aber eigentlich doch oder einfach nur Lüge, Ablenkung, Kitsch. Sie ist die Gewissheit von dem, was nicht stimmt, die Stimme der Gewissheit. Wahrheit ist, wo etwas stimmt, wo [[Bestimmungen]] richtig erkannt sind und also sich im [[Urteil]] hierüber richtig scheiden und entscheiden lassen. Wahr ist, was eine richtige Beurteilung ergibt und richtig ist, was dies in seiner Bewährung erweist und [[beweist]]. Doch gerade darin fängt die Befragung der Wahrheit erst an: Was bewährt sich da? Der Augenschein, der Verstand, das Prinzip Hoffnung, die göttliche Idee, die Determinanten der Natur? Die Suche nach Wahrheit befragt also genauer: Was ist von dem, was es sei, und was ist nicht da vom dem was ist. Sie selbst formuliert also schon einen Unterscheid von [[Seiendem]] und [[Sein]], ist selbst schon eine [[Dasein]]sfrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter jeder Wahrheitsfrage steckt also immer schon die Frage nach einem Grund für das, was so ist, wie es ist, ein [[Wissen]], dass ohne [[Grund]] nichts sein kann. Die Wahrheitsfrage ist eine Seinsfrage, also unabhängig von der jeweiligen [[Zeit]], zeitlos. Sie ist außerhalb der wirklichen [[Geschichte]], [[Reflektion]] ihrer Wirklichkeit und ihres Grundes. Sie ist die Frage, ob das, was geschah, geschieht oder geschehen wird, wirklich wahr ist. Ist das, was geschieht, auch wirklich so, wie wir es [[denken]]? Sie kann aber auch im Interesse einer Lüge gestellt werden als eine Wahrheitsbehauptung oder Unwahrheitsbehauptung, worin alleine eine Täuschungsabsicht Wirkung erzeugen will, dass das, was ist oder war, nicht gewesen sein könne (vergl. z.B. die Holocaust-Verleugnung). In jedem Fall entsteht die Frage, ob das, was ist, auch so ist, wie es scheint, wie es dem Augenschein nach ist, ob es also das ist, als was es wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jenseits hiervon oder zugleich kann die [[Wahrnehmung]] auch selbst unwahr sein, befangen von ihrem eigenen [[Sein]], im [[Wahn]] oder in zwiespältiger [[Beziehung]] oder ähnlichem. Auch hierzu besteht die Frage nach ihrer Wahrheit: Ist sie wahre Wahrnehmung oder ist die Wahrnehmung selbst geblendet, bedrängt, ungenau, [[verrückt]], irre usw.? So entwickelt sich die Frage nach der Art und Weise des Wahrnehmung, ob, wie wir die Welt wahrnehmen, sie auch so ist, dass wir sie verstehen können, so dass sie sich uns auch erschließt. In allen möglichen Erkenntnistheorien wird daher die Frage verfolgt, ob es eine eigenständige Wahrheit, etwa eine [[Vernunft]] der Wahrnehmung gibt, der wir folgen müssen, um Wahrheit erkennen zu können, oder ob es das Unhinterfragbare an sich, das Undenkbare, einen Gott gibt, der uns lediglich seinen Ratschluss erkennen lässt. Doch all dies widerspricht unserer Fähigkeit, solche Frage überhaupt stellen zu können, unserer Selbstevidenz, die ihr schon vorausgesetzt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Hinterfragung der Wahrnehmung aber ist das Wahrgenommene nun schon doppelt in Frage gestellt, sowohl für sich wie auch durch die Wahrnehmung: Gibt es das überhaupt, gibt es das [[wirklich]], oder ist es nur scheinbar (siehe [[Schein]]), unwesentlich. Ist es ein wirkliches [[Wesen]] oder ist es wesentlich unwirklich oder ist es beides in einem?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am schwersten ist die Frage nach der Wahrheit zu beantworten, wenn sie unmittelbar zwischen den Menschen steht, wenn sie sich um ihre Wahrnehmungen streiten, sich ihre Wahrnehmung streitig machen. Da geht es dann um die Wahrheit des Lebens selbst, um Liebe und Hass, um das, was [[Leben]] und das, was [[Tod]] ist, was die Menschen für sich selbst in Wahrheit sind, was überhaupt in ihnen [[lebend]] und was [[tot]] ist. Es ist für jeden Menschen die innigste Identitätsfrage die Frage, was er überhaupt von seinem Leben kennt und erkennt. Wenn in solcher [[Selbsterkenntnis]] Menschen seelische Macht über andere gewinnen, entsteht im Streit um die Wahrnehmung [[Irrsinn]], pure Gewalt gegen die Wahrheit, gegen [[Identität]] schlechthin. Daran werden die Menschen beiderseits der Wahrheit [[verrückt]]: Die Besiegten und die Sieger. Wer die Wahrheit nicht [[erkennen]] will, der steht in der [[Bestimmung]] einer [[Negation]] seiner Kenntnisnahme, im [[Nichts]], und betreibt durch die Erzeugung von Nichtigkeit [[Vernichtung]]: Abtötung, Abstumpfung, Verdummung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Leben]] selbst steckt in allen Wahrheitsfragen, ist die Wahrheitsfrage schlechthin: Was ist wesentlich Leben, was [[Scheinwelt]], was Täuschung? Was verstellt uns unser Sein, was macht es unwesentlich, [[fremd]], tot? Was hat die Kraft hierzu? Ist es ein Unwesen, eine Macht der Phantasie oder der Täuschung? Und worauf sieht es dieses ab, wovon sieht es ab, worauf reduziert es sich, was ist seine [[Absicht]], was macht es wesentlich und was bringt es zur Verwesung? Um das zu erkennen, muss ich es herausfinden. [[Erkenntnis]] hat Wahrheit nötig, ist ihre Formulierung. Was ich erkannt habe, das halte ich auch für wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Erkenntnistheorien zur Wahrheitsfindung, die aber alle in dem Mangel stehen, Wahrheit als prinzipiell vorhanden vorauszusetzen und den Prozess des [[Lebens]] als etwas abgetrennt [[Objektives]], als [[Objektivität]] schlechthin zu unterstellen, somit Wahrheit auf eine Frage der [[Logik]] der [[Wahrnehmung]] zu reduzieren, die sich sprachlich artikuliert, die nur wahre oder falsche Aussage kennt. Aber die Frage nach der Wahrheit ist eine Frage der eigenen [[Identität]], der [[Gewissheit]] darin, worin ich mir in meinem [[Leben]] einig bin, z.B. in der Frage: will ich, meine ich das wirklich, ist das richtig, was ich da sage oder tue oder fühle usw. Die Frage nach der Wahrheit wird gestellt, weil man sich im einzelnen seiner Wahrnehmung und Tätigkeit nicht trauen kann, sich also nur etwas zutrauen kann, wenn man es im [[Ganzen]] erfasst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Kleinen, so ist es auch im Großen. Das wirkt auch in jedes einzelne Dasein hinein und macht seine Wahrheit wesentlich aus. Was ich für mich bin, wird auch nur im [[Verhältnis]] zu anderen wahr. Nichts kann wahr sein, das von seinem Gegenüber nichts weiß, dem Zusammenhang, in dem es steht, in dem es selbst gegenständlich ist, [[seiend]] für sich und für andere. In der [[Beziehung]] auf anderes und andere verhalte ich mich auch zu mir, wie ich mich auch zu anderem verhalte, wenn ich mich auf mich [[beziehe]]. Dies verändert keine [[Abwesenheit]] oder [[Anwesenheit]], wenn es wahr ist. Meine Selbstgewissheit hat solche [[Gegenwärtigkeiten]] nur als [[Umstand]], als [[Erleben]], nicht wesentlich. Sie ist nur davon abhängig, wie gewiss ich mir meiner Welt, meiner Zugehörigen, meiner Gesellschaft usw. bin. Die individuelle I[[dentität]] ist immer Teil der [[menschlichen Identität]] überhaupt. &#039;&#039;Wahr ist nur das [[Ganze]]&#039;&#039; (Hegel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Wahrheitsfrage meist auf [[Sprache]], auf die Qualität von Aussagen reduziert wird, ist ihre sinnliche Grundlage unbefragt, der Wahrnehmungsprozess als selbstverständlich und natürlich vorausgesetzt, der entweder in sich scheitert ([[verrückt]] oder [[irrsinnig]] wird) und von daher aus der Wahrheitsfrage ausscheidet, oder &#039;&#039;konsistent&#039;&#039; ist und Aussagen erzeugt, also Wahrheit diskutierbar macht. Im [[Diskurs]] wird damit Wahrheit als logisch obsiegende Behauptung ermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach allem, was bisher mit Wahrheitsbehauptungen angestellt wurde, würde man gerne sagen, dass es Wahrheit nicht gibt. Doch dieser Satz selbst wäre schon widersinnig, weil er dann auch nicht wahr wäre - eben weil es keine Währheit geben dürfte. Es ist wie beim Paradox des Epimenides, der das Problem mit der Wahrheit durch den Satz &#039;&#039;Ich bin ein Lügner&#039;&#039; evident gemacht hat: Wäre er wahr, so wäre er notwendig falsch, denn er kann nur wahr sein, indem er unwahr ist. Das Problem, was Wahrheit, was Täuschung ist, bleibt uns bis in die höchsten Sphären der Philosophie und Mathematik. Schien doch bislang wenigstens in der formalen Logik die Wahrheit einer Schlussfolgerung gesichert. Doch selbst dort herrscht seit der Entdeckung des Russel&#039;schen Widerspruchs die Wahrheitskrise : Die reine Logik kann Spuren von Gedaanken erschließen; als Form des Denkens gibt sie für ihre Wahrheit aber keinen Beweis. Die Form für sich, wie sie jede Struktur, Menge oder [[Zahl]] darstellt, hat ohne ihren Inhalt keine Wahrheit, weder Richtiges noch Falsches, weil sich im Gemenge vieler Formen auch auf die von ihr ausgeschlossene Menge notwendig beziehne muss. So kann es auch keine allgemeingültigen Beziehungsaussagen geben: Der Satz, dass Widerspruchsfreiheit Wahrheit gewährleistet, ist ebenso unsinnig, wie die Behauptung, dass die Erkenntnis einer Widersprüchlichkeit schon die Erkenntnis einer [[Täuschung]] wäre - im Gegenteil: Meist ist sie der Beginn einer Erkenntnis dessen, was wirklich wahr und in Wahrheit wirklich ist. Die [[Logik]] als solche kann sich nicht selbst als Wahrheit voraussetzen, nicht selbst evident sein, ohne sich durch anderes zu begründen. Was aber kann überhaupt wahr sein, wenn es keine reine logische Wahrheit gibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte fast behaupten, dass Wahrheit nichts anderes sei, als die Erkenntnis von Täuschungen, das Vermögen, Vertauschtes mit Gewissheit zu unterscheiden, zu erkennen, dass etwas in anderem erscheint. Aber Wahrheit bliebe so nur [[subjektiv]], reine Erkenntnistätigkeit, die in einer unendlichen Wahrheitssuche von einer Erkenntnis zur nächsten fortzuschreiten - etwa, wie dies der kritische Rationalismus ausgemacht hatte. Tatsächlich aber zeigt sich eine solche Täuschung, worin etwas Wesentliches anders erscheint als es ist, auch [[objektiv]], z.B. als die [[Gegebenheiten]] des Alltags (siehe z.B. [[Geld]] und [[Kapital]]) oder auch an den Menschen selbst (siehe z.B. Psychische [[Symptome]]). Was einfach wahrgenommen nur praktisch gut und [[nützlich]] scheinen kann, kann zugleich in seiner Güte nicht wirklich wahr sein, sondern erbringt Unnutz und [[Entfremdung]]. und manchmal auch [[Zerstörung]] (siehe Krise). Wodurch ist dies beides, die so gut scheinende Entfremung möglich, die eine so verheerende Unwirklichkeit hat; wodurch erkenne ich sie, ihre Wahrheit? Ist es eine metaphysische Wahrheit, die Leben nicht als das sein lässt, als was es erscheint? Oder ist es die [[Vernunft]], der [[Verstand]], die [[Gewissheit]], die mir die Wahrheit sichert, auch wenn sie mich erschlägt? Oder ist es die [[Dialektik]] an sich oder die Rückführung des [[Seienden]] auf seine [[Ontologie]] ([[Heidegger]])?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst zur [[Mytologie]]: Nichts kann sein, was nicht wahr sein kann, aber das [[Sein]] hat keine Wahrheit für sich. Es gibt viele Wahrheiten, aber die Wahrheit ist nichts jenseits von sich, aber auch nichts durch sich selbst. Kein einziges Computerprogramm könnte funktionieren, wenn es nicht zwischen wahr und unwahr (zutreffend und nicht zutreffend, 1 und 0, an und aus) unterscheiden könnte. Aber was soll wahr daran sein, wenn das Zutreffen ein beliebiges Treffen ist: Es bleibt doch bloßer [[Zufall]], der nur in einer binären Konstruktion gebahnt ist und jenseits davon auch nur als Zahl oder Zahlenwerk oder Information wahr werden kann! Ist eine [[Zahl]] nicht dasselbe wie eine etwas abstraktere Mythologie, oft als Wahrheitspseudonym irgendeiner Statistik, die durch irgendeine andere &#039;&#039;widerlegt&#039;&#039; wird?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was also ist wahr, wenn es kein wahres Sein gibt? Ist es das wahre [[Bewusstsein]], das vernunftbegabte [[Wissen]] der Aufklärung, das Wissen, das durch &#039;&#039;wissenschaftliche Methodik&#039;&#039; geprüft und durch konsistente Theorie interpretiert, beurteilt und hierdurch bewiesen oder abgewiesen, also wahr oder falsch ist? Dann wäre die Vernunft der Wissenschaft der Anker der Wahrheitssuche und das hierdurch geklärte, also das aufgeklärte Wissen die Wahrheit schlechthin, die Wahrheit der Proffession. Als Laien hätten wir ihr Folge zu leisten! Doch Vernunft gilt für den [[Aufklärer]] selbst nur als [[Prinzip]] und hat als solches nur eine Regel, aber längst noch keine Wahrheit. Im Gegenteil: Sie enthält ja geradezu eine gewaltige Täuschung über die notwendige Regelwidrigkeit der Regel, damit sie Sinn haben kann: Wo alle das tun, was notwendig ist, kann nichts wirken, nichts wirklich sein. Gerade deshalb besteht ja auch die Regel, weil sie gegen das Regelwidrige gestellt, hieraus sortiert ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit für sich ist immer unauflösbar, weil es sie nicht durch sich selbst gibt. Der [[Verstand]] mag die Funktion unserer Auffassung erfüllen, aber auch was wir nicht verstehen ist dadurch nicht unwahr, nur weil wir keinen Verstand dafür haben, etwas nicht fassen können. Letztlich geht es doch darum, ob unser Wissen über das was ist, unser bewusstes Sein, unser Bewusstsein, wirklich wahr ist, ob wir in unserer Wirklichkeit uns dessen gewiss sind, was auch in Abwesenheit wahr ist und dies auch wissen. Dies macht das Wissen in uns, das selbstgewisse Sein in der Welt und in uns, im Gefühl, im [[Gedächtnis]], in uns als ganzen Menschen aus. Es geht darum, worin wir uns in der Welt einig sind, worin wir uns selbst in ihr auch erkennen können, was uns darin zu [[eigen]] ist, [[Sinn]] für uns hat und unsere Sinnlichkeit ausfüllt, weil wir darin sinnlich sind und uns äußern, also [[leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwar keine Wahrheit des Seins (siehe [[Ontologie]]), aber es gibt eine Wahrheit der Erkenntnis darin. Wahrheit ist die Einheit der [[Erkenntnis]] im [[Sein]] mit ihrem [[Gegenstand]]. In Wahrheit ist alles eins. Das Unwahre gibt es nicht (siehe Kritik an [[Adorno]]). Das Resultat der Erkenntnis ist das bewusste Sein als [[Bewusstsein]]. Gegenstand der Wahrheitsfrage ist das [[Fremde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Sein ist in sich, das heißt, in dem, was damit ist, evident falsch. In der Frage nach dem &#039;&#039;Sinn des Lebens&#039;&#039; erschließt sich eine [[Entfremdung]] von dieser Sinnlichkeit, ist der so fragende Mensch sich doch seines [[Lebens]] selbst nicht gewiss und also auch unfähig, wirklich zu [[zweifeln]]. Der Grund für die Frage nach der Wahrheit ist diese [[Entfremdung]] des Lebens selbst, die Hinterfragung, ob es überhaupt ist und ob dies eigentlich [[Leben]], eigentliches Sein, lebendige [[Eigenschaft]] des Menschseins ist - ein Widersinn in sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiernach ist die wesentliche Vorraussetzung zur Wahrheitsfindung die Unterscheidung von [[Eigenem]] und [[Fremden]]. Fremdes wäre aber bloß unheimlich, wenn es nichts eigenes wäre und Eigenes wäre unsinnig, wenn es nicht geäußert würde. Fremdes als Form von Eigenem wiederum könnte nicht einfach fremd sein. Es bleibt alles in sich eins, wenn es wahr sein soll, und nur deshalb erkennen wir auch seine Entfremdung: Nur sofern wir uns in der Welt erkennen, können wir auch ihre [[Entfremdung]] von uns erkennen. Die Erkenntnis der Entfremdung ist nichts anderes als die Erkenntnis des Eigenen im Fremden und ich kann dies nur erkennen, wenn ich meine Wahrheit in allem erkenne. Kurz gesagt heißt dies: In Wahrheit ist alles eins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit als Ursprung und Resultat aller [[Erkenntnis]] ist die [[Gewissheit]], im Einzelnen wie wissendes Sein überhaupt. Sie ist die Basis eines jeden [[Wissens]] und dessen Errungenschaft zugleich, dessen Himmel und dessen Hölle. Solche Erkenntnis kann nicht einfach sein, sie selbst ist der geschichtliche Akt des leibhaftigen [[Bewusstseins]], das sich handelnd und fragend verhält, so praktisch ([[praktisches Bewusstsein]]) wie theoretisch ([[theoretisches Bewusstsein]]) als fortschreitende [[Selbstgewissheit]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissheit kann nur wahr sein, wenn sie keine Ungewissheit enthält. Das mag bei einem heißen Ofen noch leicht auszumachen sein, sind doch die Sinne sich zumindest dort gewiss, wo sie Gefahr für Leib und Leben erkennen. Dies aber ist nicht einmal eine [[Wahrnehmung]] und bedarf keiner Gedanken über Wahrheit: Der heiße Ofen ist so gewiss, wie er schmerzt. Aber wo die Dinge oder Ereignisse nicht so gewiss sein können, ist ihre Wahrheit nicht alleine schon mit einer einzigen Empfindung gegeben. Sie sind für uns ungewiss, soweit sie auch für sich bestimmt erscheinen. Was in unserem Leben täglich aufgeht weil wir selbst darin aufgehen, bewährt sich von selbst. Was wir darin bewirken, ist für uns [[selbstverständliche]] [[Wirklichkeit]] - fast schon [[Gewohnheit]]. Ungewiss und daher im Zweifel ist eine Wirklichkeit, die eine Wirkung auf unsere Selbstgewissheit hat, die nicht unmittelbar sinnlich ist, aber unser Leben voll und ganz betrifft. Da besteht [[Zweifel]] über den [[Grund]] solcher [[Wirklichkeit]] und es muss sich Gewissheit erst einstellen, sich uns erschließen, bevor es uns bewusst sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit jedoch ist unser Leben nicht falsch. Es ist aber als solches unkenntlich, soweit wir es nicht in unserer [[Wirklichkeit]] erschlossen und uns selbst darin lebend erwiesen haben. Es kann uns selbst unwahrhaftig erscheinen, wenn wir Sachen, Bilder, [[Lebenswerte]], [[Gefühle]] oder Gebote in uns aufnehmen, die nicht für uns wahr sein können. Wir müssen also beurteilen können, was für uns wahr ist, was wir daran finden und wie wir es finden. Die Frage nach der Wahrheit verlangt also eine notwendige Reflexion unserer [[Empfindung]] - nicht, weil sie selbst zweifelhaft oder zwiespältig wäre, sondern weil sie nicht unmittelbar als [[Erkenntnis]] in unserer [[Wahrnehmung]] aufgeht. Die Frage nach der Wahrheit ist also die Frage nach einer Vermittlung, die uns nicht gewiss ist und die wir noch nicht wissen, solange wir uns nicht darin gewiss sind, was uns [[fremd]] [[bestimmt]], was also unsere [[Selbstentfremdung]] bewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Doch die Frage greift weit, enthält sie doch die Befragung unserers Daseins überhaupt: Wo kommmen wir her, wo gehen wir hin, was ist der Sinn aller Beziehungen, Zusammenhänge und Vermittlungen? Nur ein [[Gott]] kann in Sachverhalten oder in menschlichen Verhältnissen eine Wahrheit vermitteln, die als Gebot einer höheren Ordnung besteht, z.B. als Sünde gegen Gott oder als Erkenntnis Gottes (Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen). Gottesurteile sollen menschliche Beurteilung unmöglich machen, wollen eine höhere Wahrheit verkünden, welcher der Mensch unterworfen sei - und sie sind für Menschen wahr, die sich unterworfen sehen und verstehen. Um sich solchem Urteil zu entwinden, muss erkannt sein, was den Menschen ausmacht, was sein [[Leben]] und [[Sein]] außer Gott ist.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Um dies zu beurteilen, muss das Leben überhaupt erschlossen sein. Da sind wir noch nicht allzu weit gekommen. Wir wissen, wie es funktioniert und können in dessen Funktionen sogar schon tief eingreifen. Aber die einfachsten und umfänglichsten Probleme des Lebens, Hunger und [[Krankheit]] weltweit, der Gegensatz von [[Armut]] und [[Reichtum]], Krieg und Frieden, die ökonomischen und kulturelle [[Krisen]] und die Zerstörung der Lebensbedingungen, der Artenvielfalt und Ressourcen treiben sich in erschreckendem Ausmaß in einer Art und Weise fort, dass zu fürchten ist, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen deshalb zu zerstören im Begriff sind, um ihre Zerstörung zu überleben. Das ist ein Widersinn in sich. Man muss sich der ganzen Zusammenhänge des Lebens, seiner [[Ganzheit]] gewahr werden, um zu einem Ur-Teil zu gelangen, zu einem Teil, das alle Wahrheit seines Zusammenhangs enthält. Das umfasst das Wissen um die Gründe, um die Folgen, die darin angelegt sind, die Unterscheidung von Ursache und Wirkung, Form und Inhalt und die Erkenntnis des Wesentlichen, das in allen Erscheinungen des wirklichen Zusammenhangs ist. Im Zusammenhang all dieser Momente kann ich es begreifen und habe einen Begriff von ihm. Ich kann solche Ganzheit als Gefühl haben oder als Erkenntnis im Geist, letztlich ist sie identisch darin, dass ich mir dessen gewahr geworden, also auch mit mir im Verhältnis hierzu einig bin (siehe [[Identität]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist das Problem von [[Erkenntnis]] schlechthin. Wann weiß ich, was wahr ist, und wie kann ich es wissen? Die Erkenntnis von allem [[Seienden]], die Erkenntnis des [[Seins]] überhaupt macht diese Frage - selbst als Hinterfragung der Frage nach der Wahrheit. Ist die Frage nach der Wahrheit überhaupt möglich? Muss Wahrheit nicht selbst evident sein? Kann es sein, dass der oder die Fragende sich in der Frage schon selbst betrügt, - so, als gelte es, einen Gottesbeweis der Wahrheit anzutreten? Friedrich [[Nietzsche]] hat den Christenglaube an die Erlösung, an den Gottmenschen, der von sich sagt: &#039;&#039;Ich bin die Wahrheit und das Leben&#039;&#039;, als die größte Lüge der Menschheit bezeichnet. &#039;&#039;Gott ist tot!&#039;&#039; ist ein gewaltiger Protest gegen die Lebenstäuschung einer [[Heil]]serwartung. Doch hat Nietzsche zugleich den Menschen die Fähigkeit zur Wahrheit abgesprochen und das [[Heilsprinzip]] durch den [[Übermenschen]] ersetzt. Die religiöse Spekulation war lediglich profan geworden und damit nicht wahrer, nein, die Entstellung selbst sollte bei ihm zum Prinzip der Wahrheit werden, welche das Verborgene zum Leben bringt: zum Kampf der Kultur zwischen Horde und Herrschaft. Und der wurde zum [[Zynismus]] gegen die Widersprüche der Menschen selbst, zum Herrschaftsbewusstsein der Bohème, das mit der Kritik am [[Glauben]] zugleich die subjektive Kraft jeder gesellschaftlichen Veränderung zerstört: Die [[Menschenliebe]]. Die Kritik der [[Täuschung]] muss die Ent-Täuschung in der Erkenntnis überstehen, dass sie selbst nicht wahrer ist als sie. Es bliebe eine Falle der Erkenntnis, wenn die Frage nach der Wahrheit nicht zur Befragung ihres [[Gegenstands]], der menschlichen Wirklichkeit wird: Was ist wirklich wahr, wenn Wahrheit nicht wirklich ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist alles eins. Wahrheit gibt es nur in der Einheit des [[Ganzen]]. Sie erweist sich als Identität des Vielfachen darin, wenn sie dessen Teilung und Bezogenheit begriffen hat und sich dieser Begiff in allen Bewegungen des Ganzen bewährt. Wahrheit kann also nur die Bewährung des Begriffs sein; und weil er nur durch sie Begriff ist, ist Wahrheit [[Begriff]]. Sie hat kein Sein und keine [[Gegenwärtigkeit]], kein [[Wesen]] für sich und ist nur durch die begriffene [[Bestimmtheit]] seiender [[Beziehungen]] in menschlichen [[Verhältnissen]]. Wahr oder unwahr kann also nur der Zusammenhang von Erkenntnissen sein, die sich widerspruchsfrei oder widersprüchlich begreifen lassen. Die Wahrheit besteht allein in der Fähigkeit, Täuschung nachzuweisen und der Ideologie die [[Schein]]haftigkeit ihrer Begriffe als ihren imanenten Willen zu entnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahr kann nur die Einheit im Begriffenen sein, die im [[Begriff]]der Verhältnisse als Zusammenhang ihrer bewährten [[Beziehungen]] entfaltet ist. Die Gegenwärtigkeit, unmittelbare körperliche An- oder Abwesenheit ist hierbei gleichültig (Ausschwitz muss man nicht erlebt haben, um es als geschichtliche Wahrheit zu erkennen, wenn man die Bestimmungen des Faschismus verstanden hat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit mag als Wort ein Begriff der Erkenntnistheorie sein. In [[Wirklichkeit]] existiert sie aber als Prozess auch materiell und sinnlich in der [[Empfindung]], die in der Täuschung lebt, im [[Widerspruch]] von [[Wahrhaben]] und [[Wahrnehmen]], der sich in dem aufhebt, was [[wahrgemacht]] wird. Es ist dies die Form der [[Erkenntnis]], welche als System [[isolierter]] Wahrheiten die [[bürgerliche Kultur]] ausfülltt. Wahr oder unwahr ist so auch ein Sinn, der Sinn für eine Täuschung. Er erweist seine Wahrheit nur praktisch, z.B. in der Kunst oder Sprache oder im [[Gefühl]] im sinnlichen Verhältnis von wesentlicher und scheinhafter Empfindung oder auch als [[Leben]] in fremder Wahrheit ([[Verrücktheit]]). Es gibt keine wahre oder unwahre Empfindung, wohl aber Empfindungen, die [[Absichten]] oder [[Willen]] enthalten und daher nicht ihre [[Bestimmung]] finden, weil sie wahrmachen müssen, was sie fühlen wollen, um sinnliche Identität zu haben (siehe z.B. [[Wahnsinn]], [[Zwang]], [[Sucht]], [[Depression]]). Es sind scheinhafte [[Empfindungen]], in welchen Menschen ihre Widersprüche zu ihren eigenen Gefühlen mächtig verneinen und die in dieser Selbstverneinung auch erweisbar sind als [[objektive Gefühle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit kann in der [[Wahrnehmung]] bedrängt sein durch seelische [[Absichten]]. Dies kann Menschen ihre Wahrheit (Identität) nehmen oder stören ([[Verrücktheit]]), wenn sie diese als als Lebensbedingung haben. Oft ist die Bewahrung der [[persönlichen Integrität]] innerhalb kultivierter Lebensräume der Grund, warum die von solchen Personen abhängigen Menschen verrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Relativierung des Wahrheitsverständnises wird neuerdings mehrfach in psychologischer Absicht betont (vergl. [[Foucault]]). Bei [[Nietzsche]] wird dies noch begründet. Er weist sich in seiner Philosophie der Verstellung selbst aus. Und er sagt auch warum. Wahrheit sei relativ, wenn sie einem anderen Prinzip unterliegt, das für Nietzsche und Nachfolger das höchste Prinzip der Natur ist, absoluter Ursprung des Lebens: Der [[Wille]] zur [[Macht]].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Vorlaeufig</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &#039;&#039;Theoriebildung am offenen Denken&#039;&#039; wird dieser Text als eine derzeit laufende Bemühung vorgestellt. Sie soll lange vor ihrer Druckreife schon öffentlich sein, damit auch bei der Entstehung des Textes schon beigetragen und diskutiert werden kann und Gedanken angeregt werden oder in die Theorieentwicklung eingebracht werden können, die sonst verloren wären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Formulierungen sind noch unvollständig und vorläufig und weitgehend unüberarbeitet. Sie können in keiner Weise dem Anspruch eines/r nachvollziehenden Lesers/in gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stand der Textentwicklung wird durch die laufende Versionsnummer angezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir bitten darum, ihn nur für eigene Überlegungen zu verwenden und nicht weiter zu reichen und auch nicht zu zitieren. Alle Rechte bleiben beim Verfasser dieses Textes.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Verwertungszwang&amp;diff=11341</id>
		<title>Verwertungszwang</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertenden Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung – also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.. (K. Marx, Kapital I, [[MEW 23, Seite 168)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verwertungszwang entsteht in der [[Geldzirkulatioon]], worin [[Kapital]] durch [[Geld]] nur gebildet werden kann, wenn es den [[Wert]] von [[Gebrauchswerten]] in seinem [[Geldumlauf]] zweimal darstellen und einlöst: Einmal beim [[Verkauf]] (W-G) als [[Zahlungsmittel]], und zugleich beim [[Kauf]] (G-W) als[[Kaufmittel]]. Denn seine Funktion als [[Kapital]] bereichert den [[Geldbesitzer]] nur dadurch, dass er zwischen dem [[Warentausch]] zweifach - einmal als [[Verkäufer]] von [[Waren]] und zugleich als [[Käufer]] von gekauften [[Waren]] auftritt, – z.B. als [[Verkäufer]] der [[Produkte]], welche nach dem [[Preise]]Kauf von [[Arbeitszeit]] deren [[Wert]] durch die Funktion der [[Preisbildung]] doppelt realisiert: einmal als [[Maß der Werte]] und zugleich als [[Maßstab der Preise]]. Die [[Gebrauchswerte]] mussten wertmäßig also doppelt so oft gehandelt wie produziert werden. Weil ohnedies [[Geld]] an [[Wert]] verliert und Halden unverkaufter oder vernichteter [[Waren]] bildet (siehe [[Inflation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das einzelne Kapital beendet seinen Kapitalumschlag mit einem [[Mehrwert]], den es auf dem Warenmarkt erst [[realisieren]] muss, um ihn tatsächlich als [[Profit]], als relative Erhöhung der [[Preise]], als [[geldwerten]] Ertrag zu [[besitzen]]. Im [[allgemeinen]] [[Verhalten]] der Kapitalisten [[konkurrieren]] sie um diese Preisspanne indem sie die [[Masse]] des hierfür angewandten [[Kapitals]] vergrößern. So treibt jeder den anderen zu einer Aufsummierung seines Vermögens, das ganz allgemein ein im Prinzip endloses [[Wertwachstum]] nötig hat, das zu einem [[Wirtschaftswachstum]] (siehe [[Produktivität]]) pro Umschlagzeit zwingt. Darin werden zum Einen die [[Ressourcen]] monetarisiert, zum Anderen immer mehr [[Geld]] kapitalisisiert. Auf Dauer fressen hierbei die Kaitalumschläge nicht nur das [[Material]] ihrer [[Natur]] auf, sondern auch den [[Wert]], den das Einzelkapital realisieren müsste. Das Einzelkapital kommt aber nach jedem Kapitalumschlag (G-G&#039;) monetär immer nur an seinen Ausgangspunkt zurück, wobei sich sein [[Wert]] im Verhältnis zu seiner [[Masse]] dezimiert, um zugleich seine Produktion zu intensivieren, die mit fortschreitender [[Produktivität]] nicht nur den [[Wert]] der [[Arbeit]] [[reduziert]], sondern zugleich immer mehr [[Kraft]] und [[Material]] (siehe hierzu [[Stoff pro Arbeit]]) für sich nutzen und also anziehen muss, - schon allein um sein Vermögen in seinem [[Wert]] zu erhalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Sobald der gesamte Kapitalwert, den ein individueller Kapitalist in einem beliebigen Produktionszweig anlegt, den Kreislauf seiner Bewegung beschrieben hat, befindet er sich wieder in seiner Anfangsform und kann nun denselben Prozeß wiederholen. Er muß ihn wiederholen, soll der Wert sich als Kapitalwert verewigen und verwerten. Der einzelne Kreislauf bildet im Leben des Kapitals nur einen Abschnitt, der sich beständig wiederholt, also eine Periode. Am Abschluß der Periode G ... G? befindet sich das Kapital wieder in der Form des Geldkapitals, das die Reihe der Formverwandlungen, worin sein Reproduktions- resp. Verwertungsprozeß einbegriffen ist, von neuem durchläuft. Beim Abschluß der Periode P ... P befindet das Kapital sich wieder in der Form der Produktionselemente, welche die Voraussetzung seines erneuerten Kreislaufs bilden. (K. Marx, Kapital II, [[MEW 24, Seite 156)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wert]] stellt ein [[politisches]] [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Existenzen]] zu einander so dar, wie sie sich als [[gesellschaftlich]] [[gegenständliches]] [[Verhältnis]] vermitteln (siehe hierzu [[Kritik der politischen Ökonomie]]). Verwertung ist die Vernutzung (siehe [[Nutzen]]) eines Menschen, einer Sache oder der [[Natur]], um hieraus einen wertmäßigen Zugewinn, einen [[Mehrwert]] zu beziehen. Verwertung ist also eine [[Wertbildung]], die sich aus der Nutzung ergibt; im Gewinn stellt sich dar, was über den Verschleiß des Nutzobjekts hinaus für den Nutzer entstanden ist. Es versetzt ihn in die Lage, nicht nur einen [[Wert]] zu [[haben,]] sondern auch über die Wertbildung zu bestimmen, also sich selbst in der Verwertung [[fortzubestimmen]]. Was jedoch als [[Wert]] auf der einen Seite zugesetzt wird, entzieht der anderen den [[politischen]] [[Wert]], den sie in ihren [[wirklichen]] [[Lebensverhältnissen]] hat (siehe hierzu [[Verwertungslogik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwertung der [[Lebens]] überhaupt stellt sich in der [[Entwertung]] des [[zirkulierenden]] [[Geldes]] dar und verlangt schon von daher nach einer erweiterten [[Reproduktion]] der [[Arbeit]] und erzeugt von daher Einen Verwertungszwang, der in eine Entwertungssprirale übergeht, wenn der gebildete Neuwert die [[Entwertung]] nicht mehr ausgleichen kann und dadurch in eine [[Stagflation]] übergeht und damit die [[Produktivität]] überhaupt mindert und finale [[ökonomische Krisen produziert]].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Verrueckteempfindung&amp;diff=11340</id>
		<title>Verrueckteempfindung</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wenn die Empfindungen, Leidenschaften etc. des Menschen nicht nur anthropologische Bestimmungen im [engeren] Sinn, sondern wahrhaft ontologische Wesens-(Natur-)bejahungen sind – und wenn sie nur dadurch wirklich sich bejahen, daß ihr Gegenstand sinnlich füör sie ist, so versteht sich, 1. daß die Weise ihrer Bejahung durchaus nicht eine und dieselbe ist, sondern vielmehr die unterschiedne Weise der Bejahung die Eigentüömlichkeit ihres Daseins, ihres Lebens bildet; die Weise, wie der Gegenstand füör sie, ist die eigentüömliche Weise ihres Genusses; 2. da, wo die sinnliche Bejahung unmittelbares Aufheben des Gegenstandes in seiner selbständigen Form ist (Essen, Trinken, Bearbeiten des Gegenstandes etc.), ist dies die Bejahung des Gegenstandes; 3. insofern der Mensch menschlich, also auch seine Empfindung etc. menschlich ist, ist die Bejahung des Gegenstandes durch einen andren, ebenfalls sein eigner Genuß; 4. erst durch die entwickelte Industrie, i.e. durch die Vermittlung des Privateigentums, wird des ontologische Wesen der menschlichen Leidenschaft sowohl in seiner Totalität als in seiner Menschlichkeit; die Wissenschaft vom Menschen ist also selbst ein Produkt der praktischen Selbstbetätigung des Menschen; 5. der Sinn des Privateigentums – losgelöst von seiner Entfremdung – ist das Dasein der wesentlichen Gegenstände füör den Menschen, sowohl als Gegenstand des Genusses wie der Tätigkeit. [[(MEW 40, S. 562f)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Abstraktionskraft]] ist die [[Wirkung]] einer [[antäußerten]] [[Beziehung]]. Sie entsteht im [[Trieb]] ihres Unfriedens in einer unbefriedigten [[Beziehung]], die sich [[sinnlich]] [[verselbständigt]] hat, die also gewalttätig wird, wo und weil sie [[unsinnig]] geworden, wo sie [[substanziell]] außer sich geraten ist und im [[Trieb]] ihrer [[wesentliche]] [[Lebensäußerung]] entstellt und in ihrer Entstellung entstellt sit, die sie [[verrückt]] macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist die [[Intelligenz]] der [[Natur]] (siehe auch [[Naturempfindung]]) als [[Natur]] ihrer [[Intelligenz,]] als die [[Fähigkeit]], [[Gegebenes]] durch eigene [[Wahrnehmung]] aufzufassen und anzueignen und es auch als etwas [[Eigenes]] füör sich [[wahr]] zu [[machen]], so wie es füör das wahrnehmende [[Subjekt]] auch schon vor aller [[Erfahrung]] [[wahr]] ist, weil es seinen [[Gegenstand]] auch von [[Natur]] aus [[kennt]], bevor es ihn durch seine [[Erkenntnisse]] auch aneignen, füör sich [[wirklich]] finden, seine Empfindung [[verwirklichen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung entsteht schon mit der [[Fähigkeit]], Inneres und Äußeres zu unterscheiden und sich mit eigenem [[Zweck]] hierauf zu beziehen, um sich mit der [[Befriedigung]] der hierauf bezogenen [[Bedüörfnisse]] fortzubilden. Jede Empfindung verkörpert das Finden von dem, was sie außer sich füör sich [[wahrhat]], was also eine [[Wahrheit]] zwischen einem empfindenden [[Wesen]] und seinem [[Gegenstand]], was schon vor aller [[Erfahrung]] von [[Natur]] aus wahr ist, was dem empfindenden [[Individuum]] [[subjektiv]] und [[objektiv]] organisch ebenso vorausgesetzt ist wie es auch von ihm fortgebildet wird, wie es also füör sich [[gegenständlich]] als [[Gefüöhl]] füör ein natüörliches [[Wesen]] zu [[entwickeln]] ist, durch das sich auch die [[Fähigkeiten]] eines jeden [[Subjekts]] bilden und fortbilden kann (siehe auch [[Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung nimmt die [[Eigenschaften]] eines [[körperlichen]] [[Gegenstands]] wahr, ist die [[stoffliche]] [[Wahrnehmung]] der [[Sinne]], - nicht einfach ihre Kognition, sondern auch ihre [[sinnliche Gewissheit]], ihre [[unmittelbare]] [[Wahrheit]], die hierbei &#039;&#039;gefunden&#039;&#039; und aufgenommen und zu einem Befund der [[Wahrnehmung]] wird. Finden ist die einfache [[Beziehung]] auf einen [[Gegenstand]], seine Kenntnisnahme und Anerkennung, Voraussetzung seiner [[Erkenntnis]]. Eine Empfindung ist das abgeschlossene Finden, das &#039;&#039;zu Ende gefunden haben&#039;&#039; (sprachlich ist &#039;&#039;emp-finden&#039;&#039; eine Wendung der germanischen [[Bedeutung]] von &#039;&#039;ent-finden&#039;&#039;), die Wirkung einer Kenntnis von etwas, das schon vor jeder Empfindung als etwas [[Eigenes]] bekannt ist, das man schon [[kennt]], bevor es [[wirklich]] [[da ist.]] Sie ist eine Ent-Deckung, die unmittelbare [[Beziehung]] einer Identifizierung der [[Gegenstände]] des [[Lebens]], ihre Bezeugung, wie sie erzeugt und wahrnehmbar sind, ganz gleich in welcher [[Form]] sie sich befinden, so objektiv wie subjektiv sind. In der Empfindung werden sich stoffliche wie geistige [[Beziehungen]] gewahr, ihres [[Gegenstands]] [[sinnlich gewiss]], denn darin finden Menschen was ihre [[Verhältnisse]] [[substanziell]] ausmacht, was ihnen vorausgesetzt und zugleich ihnen zufolge [[wahr]] ist, was sie in ihrer [[Wahrnehmung]] füör sich, und durch sich und zugleich gegenständlich [[wahrhaben]], weil es zugleich ihre Außenseite ist, ihre Äußerungen betrifft, die objektive Form derselbsen Substanz, die sie auch durch sich und füörs sich haben, was sie also objektiv wie subjektiv sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der Mensch ein leibliches, naturkräftiges, lebendiges, wirkliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ist, heißt, daß er wirkliche, sinnliche Gegenstände zum Gegenstand seines Wesens, seiner Lebensäußerung hat oder daß er nur an wirklichen, sinnlichen Gegenständen sein Leben äußern kann. Gegenständlich, natüörlich, sinnlich sein und sowohl Gegenstand, Natur, Sinn außer sich haben, oder selbst Gegenstand, Natur, Sinn füör ein Drittes sein, ist identisch. Der Hunger ist ein natüörliches Bedüörfnis; er bedarf also einer Natur außer sich, eines Gegenstandes außer sich, um sich zu befriedigen, um sich zu stillen. Der Hunger ist das gestandene Bedüörfnis meines Leibs nach einem außer ihm seienden, zu seiner Integrierung und Wesensäußerung unentbehrlichen Gegenstandes. [[(MEW 40, S. 578)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur [[stofflich]], sondern auch [[geistig]] wird ein [[Gegenstand]] empfunden, eben so wie Stoffe durch ihre [[natüörliche Intelligenz]] auch begeistert sein können (siehe hierzu auch das [[Leib-Seele-Problem]]). Nicht alles, was es gibt, kann von Menschen wahrgenommen werden. Empfindung ist nur möglich, wo die sensorischen Organe die ihnen entsprechende objektive [[Wahrheit]] finden können, wo sie also in der Lage sind, [[Gegenständen]] ihrer [[Wahrnehmung]] gewahr zu werden, sie füör wahr zu nehmen. Jede Empfindung ist die [[Beziehung]] eines [[Subjekts]] auf ein [[Objekt]], eines Subjekts also, welches die [[Eigenschaften]] seines Objekts als [[Form]] füör sich erkennen kann, mit ihm eine [[Identität]] in ihrer [[sinnlichen]] [[Form]] hat und worin sie in ihrem [[Dasein]] aus ihrem [[Sein]] heraus &#039;&#039;gefunden&#039;&#039; wird. In seiner idealistischen Manier formuliert Hegel ein ähnliches Verhältnis als &#039;&#039;seelisches Erwachen&#039;&#039;. Darin begegnet die [[Idee]] ihrem [[Sein]], die &#039;&#039;wache Seele&#039;&#039; ihrer Inhaltbestimmtheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In dem Füörsichsein der wachen Seele ist das Sein als ideelles Moment enthalten; sie findet so die Inhaltsbestimmtheiten ihrer schlafenden Natur, welche als in ihrer Substanz an sich in derselben sind, in sich selbst, und zwar füör sich. Als Bestimmtheit ist dies Besondere von der Identität des Füörsichseins mit sich unterschieden und zugleich in dessen Einfachheit einfach enthalten, - Empfindung. (Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 399)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Empfinungen grüönden ihre [[Gefüöhle]] füör sich und füör ihre [[Sachen]] und zu Menschen üöberhaupt so, wie sie [[erfahren]] werden, wie [[einzeln]] oder [[allgemein]] sie beisammen, als menschliche [[Kultur]] [[da sind]]. In menschlichen [[Beziehungen]] haben sich Menschen vor allem im anderen Menschen zum [[Gegenstand]], [[erkennen]] sich in ihm [[subjektiv]] wie [[objektiv]] beziehen sich in dieser [[Form]] gegenständlich auf sich als Mensch und auf ihre [[Sache]] als ihr Erzeugnis, als Zeugnis ihres Zusammenwirkens und somit immer [[gesellschaftlich]]. Von daher und hierdurch ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Kultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Menschen durch ihre Sinnesorgane [[empfinden]] ist das, was sie von sich, von ihrer [[Natur]], [[Kultur]], [[Gesellschaft]], Dingen, Menschen usw., also von ihrem [[Leben]] durch ihren [[Gegenstand]] füör sich finden, was sie in ihrem [[Dasein]] von ihrem [[Sein]] [[wahrhaben]]und von diesem in sich füöhlen. Weil ihre Wahrnehmung auch ihren körperlichen [[Eigenschaften]] entspricht, was ihnen in ihrem [[Sein]] sowohl vorausgesetzt als auch durch sie in den [[Sinn]] kommt, ist durch den empfindenden Menschen mit seinen Organen in der Welt seiner [[Kulturen]] da und diese sind durch sein Tun und Lassen zugleich ihm zu Folge. Es ist das, was die Menschen durch ihr Sehen, Riechen, Hören, Tasten und Schmecken sind, was sie geschaffen haben und auch als [[Gegenstand]] ihres [[Lebens]] [[wahrnehmen]] können, weil und soweit es ihrer [[Natur]] entspricht. Dieses [[Verhältnis]] ihrer [[Wahrnehmung]] ist das [[Dasein]] ihrer [[natüörlichen Intelligenz]] und somit auch die [[Elementarform]] ihrer [[Wahrheit]], ihrer [[sinnlichen Gewissheit]], in der sie sich von ihren Gegenständen sowohl unterschieden wie auch einig, sich in eins mit ihnen und ihrer Welt füöhlen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo keine wirklichen [[Gegenstände]] als Produkte menschlicher [[Lebensäußerung]] sinnlich gewiss sind, gibt es auch keine unzweifelhaften [[Wahrnehmungen]]. Diese sind gespalten. Nicht [[Erkenntnis]] aus der [[Kenntnis]] ihrer Erzeugung bildet sich darin fort. Es ist ihr bloßes[[Dasein]] das ihr [[Sein]] bestimmt. Das [[Erleben]] ihrer [[Wirklichkeit]] macht die [[Inhalte]] ihrer isolierten, ihrer aparten [[Wahrheiot]] . Deren [[Empfindung]] ist dann allerdings bloßes [[Gefüöhl]] von [[Leben]], ganz gleich, welchen [[Sinn]] es haben mag. Und sich im Gefüöhl findet und [[ereignet]] ist nicht das, was die [[Empfindung]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Ereignisse]] ausmacht, in denen sie entsteht. Im [[Gefüöhl]] gestaltet zwar die [[Empfindung]] ihre [[Erinnerung]], verliert sich aber auch darin, soweit und sofern das [[Gefüöhl]] nicht auf das [[Ereignis]] zurüöckkommen kann, das es erinnert. Es erfährt seinen [[Sinn]] aus dessen [[Erleben]] und reflektiert dies in sich, muss aber zugleich von seiner Sinnesform abstrahieren, um als [[Gefüöhl]] auch füör sich zu bestehen, bestehen zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnlich kann die [[Wahrnehmung]] immer nur das sein, was sie füör sich findet, was ihre [[Empfindung]] ist. Doch die Empfindung vergeht schon im nächsten Moment der [[Wahrnehmung]], weil sie [[unmittelbar]] ist, eben nur das finden kann, was ihr außer sich schon vorausgesetzt ist. Sie setzt also voraus, dass sie das schon durch ihre [[Natur]] kennt, was ihre [[Wahrheit]] ist. Aber als [[Gefüöhl]] ist sie ihrem Inhalt nach ein Gedanke von dem, was die [[Empfindung]] füör sie ist, was sie [[wahrhat]]. Was sich im Gefüöhl bildet, was als Bild ihrer Empfindung bedacht und [[gedacht]] ist, kann füör die [[Wahrnehmung]] im [[Ganzen]] [[wahr]] oder unwahr sein, kann ineinader gehen oder aus sich heraus zerfallen, sich widersprechen oder sogar gänzlich außer sich sein. Die [[Wahrnehmung]] ist darin in einer anderen Form, in einer [[Erinnerung]] an ihre [[Empfindungen]]. Im [[Gefüöhl]] ist die Empfindung innerlich in der Form, in der sie außer sich war. Und außer sich ist sie ein bloßes [[Erlebnis]]. Dieses ist in den [[Ereignissen]] verbunden, welche sich im [[Erleben]] verinnerlicht haben. Es ist daher die [[Elementarform]] der Wahrnehmung, üöber die nachzudenken ist und die selbst auch eine Form der Gedankenwelt, also des [[Denkens]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren [[Gefüöhlen]] entwickeln sich ihre [[Empfindungen]] zu den [[Fähigkeiten]], die es den Menschen ermöglichen, neue [[Eigenschaften]] ihrer Gegenstände zu entdecken, zu erfinden, zu erzeugen und zu genießen. Im [[Gefüöhl]] entwickelt sich, was Menschen aus ihren Empfindungen machen und in ihren Lebensverhältnissen, in ihrem Umgang als ihre [[Kultur]] [[wahrnehmen]], [[wahrhaben]] und [[wahrmachen]] und als Geschichte ihrer [[Naturmacht]] fortbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Gemeinschaften]], in denen [[Geldbesitz]] - [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] - das [[wesen]]tliches [[gesellschaftliches]] [[Verhältnis]] der Menschen ist, da ist ihre sachliche Beziehung [[allgemein]] gleichgeltend, [[gleichgüöltig]] gegen ihre Entstehung, gegen die [[Geschichte]] ihres Werdens, ihr gewordenes [[Sein]]. Darin sind ihre [[Gefüöhle]] auf das Füörsichsein ihrer Empfindungen beschränkt und von daher in ihrer [[Kultur]] [[isoliert]] und also selbständig füör sich und durch sich (siehe auch [[Ästhetik]]). So wird hier auch die [[Sinnbildung]] der Menschen durch ihre [[verselbständigte]] [[Kultur]] in der [[Getrenntheit]] von ihrem gesellschaftlich tätigen [[Sinn]] füör sich bestimmt. Weil sie sich darin nicht üöber ihre gegenständliche [[Tätigkeit]], ihre Lebensäußerung und [[Arbeit,]] durch ihre lebendige [[Geschichte]] mitteilen und vermitteln, besteht ihre [[Beziehung]] nur zwischen ihnen in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]], in der sie [[ausschließlich]] selbst als unmittelbarer [[Gegenstand]] ihrer [[Wahrnehmung]] füör einander, füör sich und unter sich erscheinen, als Menschen, die füör einander [[da sein]] müössen, um ihr [[Leben]] als Mensch [[erkennen]] zu können, um sich als Mensch zu finden, sich durch andere also als Mensch zu empfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung nimmt den [[objektiven]] [[Inhalt]] einer [[sinnlichen]] [[Beziehung]] [[subjektiv]] wahr. Sie lebt durch die [[Aufmerksamkeit]] und zugleich [[Neugier]] der Sinne, wiewohl sie nur das [[wahrnimmt]], was sie außer sich als das [[erkennen]] kann, was sie von sich schon [[weiß]] (siehe [[sinnliche Gewissheit]]). Eine Empfindung ist daher zunächst der Zusammenhang einer Sensorik, also die [[Wahrnehmung]] eines oder vieler [[Eindrücke]] in einem, welche jede [[sinnliche Gewissheit]] ausmacht und wodurch sie für sich [[wahr]] ist, gleich, was sie außer sich auch sonst noch [[wahrhaben]] kann. Auf dieser gründet die Arbeit eines jeden Organismus, die sich als Vermittlung von seiner Außenwelt zu seiner Innenwelt vollzieht. Im [[Gefühl]] für das, was sie hierbei wahrhat, bezieht sich die Empfindung schließlich wieder auf ihre Welt, so wie sie sich darin gefunden hat und einfinden kann und wodurch sich die [[Fähigkeiten]] eines Organismus entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Evolution]] des [[Lebens]] ist die Empfindung der Ursprung [[natürlicher Intelligenz]], die [[Beziehung]] eines Naturwesens auf seinen [[Gegenstand]], ganz gleich, ob dieser natürlich war oder nicht. Sie kennt ihn schon, bevor sie ihn findet und sie empfindet, was er für sie ist oder sein kann. Diese [[Naturempfindung]] ist damit die unausweichliche Grundlage eines jeden [[Stoffwechsels]] und der vielfältigen Gestalten, die er im Lauf der [[Geschichte]] bis in die menschliche [[Kultur]] hinein gebildet hat und darin zum [[Gedächtnis]] ihrer Entstehung und [[Entwicklung]], zu einem [[Gefühl]] für unsere Welt, für Menschen und Sachen geworden ist. Empfindung ist alles, was wir in unseren [[Gefühlen]] [[erinnern]] können und scheidet unsere Wahrnehmung in dem, für was wir einen Sinn haben, was wir also wissen können, von dem, was uns nicht sinnlich gewiss werden kann, für das wir keinen [[Sinn]] haben (z.B. bestimmte Lichtfrequenzen und Strahlungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung setzt das Werden von Subjekt und Objekt der Wahrnehmung voraus, sei es durch die Naturentwicklung ([[Evolution]]), oder der Entwicklung der menschlichen [[Gesellschaft]] als [[Naturmacht]] (siehe [[Produktivkraft]]). Sie meint wörtlich schon das &#039;&#039;Zu-Ende-Finden&#039;&#039;, also die Verwirklichung einer sinnlichen Identität mit einem Gegenstand der Empfindung, sei er Sache oder Mensch oder Tier oder Pflanze oder [[Natur]] überhaupt. Auch ohne die [[Gegenwart]] seines Werdens wird er aufgrund der Identität seiner Eigenschaften mit seiner Lebensform empfunden. Die einfachsten Empfindungen bestehen aus der zunächst objektiven Wahrnehmung seiner [[Form]] und ihres [[Zustands]], oft auch nur als formale Differenz des Menschen zum Gegenstand, wenn er z.B. als heiß, kalt, bedrohlich oder gefügig empfunden wird. Jede Empfindung enthält ein [[Wissen]], das die [[Sinne]] schon vor dem [[Leben]] der einzelnen Individuen gebildet hatten und das sich in ihr und durch sie sowohl bestätigt wie auch zu [[Gefühlen]] fortbildet (siehe [[Sinnbildung]]), die für die Lebensäußerungen der Tiere und Menschen und zur [[Bildung]] und Ausbildung ihrer [[Fähigkeiten]] grundlegend sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor und mit der Geburt eines Menschen besteht sie als weltliche Verbundenheit, nicht jenseits seiner [[Wirklichkeit]] - etwa in einem übernatürlichen Kosmos der Gefühle - sondern absolut diesseitig, als [[wirkliche]] [[Natur]] dieser Beziehung, als natürliche Empfindung, wie sie auch alle Kulturbeziehungen enthalten (siehe hierzu [[Naturempfindung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen sind so subjektiv wie objektiv, weil sie sich nur in ihrem [[Gegenstand]] erkennen können. Sie sind zwar natürlich und haben [[natürliche Intelligenz]], doch sie empfinden nicht, ob etwas natürlich ist. Sie hatten schon immer belebte und unbelebte Materie gleichermaßen zum Gegenstand und geben keine Gewähr für ihre [[Natur]], haben keine natürliche [[Wahrheit]] für sich, machen keine Natur aus und nichts zur Natur. Doch wo sie schon [[Gefühl]] haben, erkennen sie auch sich schon im Stoffwechsel mit der Natur einbezogen, ihren [[Gegenstand]] als ihre [[Sache]], die sie belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unnatürlichen Verhältnissen empfinden sie also nicht einfach Unnatur, sondern nur die [[Wirkung]], die sie auf einen [[Körper]] in dem Zustand hat, in dem er auch wirklich ist. So können z.B. Schmerzempfindungen eine völlig andere Natur erfahren, als die, für welche sie unmittelbar sinnvoll wären. Wenn sie selbst durch [[Gefühle]] bestimmt sind, die sich gegen ihre Natur behaupten, ihre Unnatur veräußern müssen, so können auch die Empfindungen sich in ihren Sinn versteigen (z.B. als Schmerzgedächtnis im Phantomschmerz oder in traumatischen Erlebnissen). Von daher können sich Empfindungen selbst [[verkehren]], wenn sie verkehrten Verhältnissen unterworfen sind, wenn sie den [[Notwendigkeiten]] [[objektiver Gefühle]] folgen, und darin ihre [[Subjektivität]] überwinden müssen. So kann Äußerliches auch sehr bestimmend für Innerliches sein und [[Erinnerung]] beherrschen. In diesen inneren Verhältnissen werden auch Gefühle selbst zur [[Bedingung]] von Empfindungen, aber nicht als abgelößt von aller Welt, sondern als innere Darstellung [[veräußerlichter]] Erfahrungswelten. Von daher können Empfindungen, die sich nicht in [[Kritik]] aufheben und [[emanzipieren]], zu [[Gefühlen]] einer [[Selbstentfremdung]] werden, sich also selbst in ihrer [[Form bestimmen]]. In einem Menschen stellt sich dann eine verkehrte Welt auch als [[Verkehrung]] seiner [[Selbstwahrnehmungen]] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist die [[Tätigkeit]] der Sinnesorgane in der Art und Weise und dem Moment ihrer Gewahr-Nehmung eines [[Gegenstands]], der eine [[Sache]], ein Mensch oder auch selbst [[Sinn]] sein oder haben kann. Er wird in der Empfindung erst [[gewiss]], weshalb man auch von einer sinnlichen [[Gewissheit]] spricht. Aber so frisch und neu diese [[Gewissheit]] erscheinen mag, so setzt sie schon immer [[Sinn]] voraus, der darin nicht neu sein kann, weil er sich ansonsten seiner nicht gewiss wäre, ebensogut eine [[Erscheinung]] von anderem, bloße [[Reflexion]] sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Empfindung ist die unmittelbare, also unvermittelte [[Beziehung]] auf einen [[Gegenstand]], mit dem sie vor aller [[Erfahrung]] schon verbunden ist. Sie ist daher nicht bloßes sinnliches Auffassen, organische Tätigkeit einer hiervon unabhängigen Sensibilität, sondern Identifizierung, Tätigkeit einer Identität eines Subjekts zu seinem Objekt in der [[Wahrnehmung]], das unabdingbare Moment der [[Wahrheit]], das Finden ihrer [[Gegenwart]]. In der Empfindung findet die [[Wahrnehmung]] ihren[[unmittelbaren]] [[Gegenstand,]] die unmittelbare [[Gewissheit]] ihrer [[Sinne]] als das, was dieser im Einzelnen durch seine [[Eigenschaften]] für sie für wahr, also auch wirklich so sinnlich ist, wie er auf die Sinne wirkt. Wirkung hat er eben in soweit, wie das Objekt der Wahrnehmung ihr zu eigen ist, wie ihren Eigenschaften entspricht, wie [[subjektive]] [[Eigenschaften]] in der [[Beziehung]] auf [[objektive]] Eigenschaften auch [[wahr]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist also zunächst die sensorische Wahrnehmung einer sinnlichen [[Gewissheit]], einer Begegnung im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Existenz, das Wissen um die [[Anwesenheit]] ihres Gegenstands, nicht jedoch dessen erwiesene [[Wahrheit]], weil sie ihren [[Sinn]] auch schon ohne diese [[Beziehung]] zu ihrem bestimmten [[Gegenstand]] hat, und weil dieser schon sinnlich ist, auch ohne empfunden zu werden. Die [[Wahrheit]] der Empfindung ist alleine die Begegnung mit einem Gegenstand, einem Menschen, einer Sache oder der [[Natur]], die [[Anwesenheit]] von [[Subjekt]] und [[Objekt]] der Empfindung als [[Ganzes]] für sich, als dies Eine hier und jenes Andere dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil hierbei die Empfindung immer [[Sinn]] hat, weil sie [[unmittelbar]] sinnlich ist, ist sie die lebendige [[Gegenwärtigkeit]] einer [[Beziehung]], die sie aus [[sinnlichen]]Wahrnehmungen der Sinnesorgane und [[Eindrücke]] bezieht, was immer diese auch [[wirklich]] an [[Sinn]] haben mögen. In ihrem objektiven Verhältnis besteht die Empfindung nur durch diesen Eindruck. In ihrer [[subjektiven]] [[Bestimmtheit]] durch ihren [[Sinn]] ist sie voraussetzungslos und doch schon so [[intelligent]] wie ihre Organe es zu sein vermögen (siehe hierzu [[natürliche Intelligenz]]). In der Sinnesgeschichte eines Menschen vermittelt sich von daher auch immer schon die Sinnesgeschichte der ganzen Menschheit, also alles, wozu es die Sinne in ihrem Wahrnehmungsvermögen gebracht haben. Objektiv aber ist der Sinn immer nur unmittelbare Subjektivität, die ihren [[Gegenstand]] nur so auffassen kann, wie er noch ganz ohne [[Gefühl]] hierfür da ist (siehe [[Dasein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenstand der Wahrnehmung begegnet ihr zunächst eben nur als eine [[Gegebenheit]], die ihren Inhalt nicht wirklich [[wahr machen]] kann, weil sie für sich genommen nur [[unmittelbar]] ist. In ihrer [[objektiven]] [[Gleichgültigkeit]] gegen ihren Gegenstand kann die Empfindung selbst in ihrem [[Sinn]] nur eine [[unmittelbare]] [[Wahrheit]] für sich haben, die Wahrheit ihrer [[Gegenwart]]. Ihre [[Gewissheit]] bezieht sie daher auch nicht aus der einfachen und rein objektiven Beziehung einer Sensorik auf einen Gegenstand, auf einen Menschen oder eine Sache. Sie kann nur gegenwärtig sein, wo und weil sich der empfindende Mensch auch als fühlender vergegenwärtigen kann, immer zugleich sinnlich wie [[geistig]] da ist. Sie ist also die [[Wahrnehmung]] in einer [[Beziehung]], wie sie [[wirklich]] und für einen Menschen in einem Moment ist, worin sich auch sein [[Gefühl]] entwickelt und bewahrheitet in dem, was es [[wahrhat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genommen ist Empfindung aber nicht unbedingt eine wirkliche Beziehung auf anderes, also nicht unbedingt auf ein Objekt gerichtet. Sie kann auch [[Selbstempfindung]] sein, wenn das entsprechende Organ durch sich selbst oder durch eine [[Selbstbeziehung]] bestimmt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die menschlichen Sinne sind nicht ohne den Menschen tätig. Jeder [[Sinn]] ist abhängig von der ganzen Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung. So kann ein Mensch z.B. im Wahnsinn gänzlich anders riechen, sehen und hören, weil seine Gegenwärtigkeit hierdurch bestimmt ist. Umgekehrt können Sinne ihre rein physiologische Funktion durchaus übertrumpfen, wenn z.B. Blinde auf ihre Weise &#039;&#039;sehen&#039;&#039;, indem sie das Zusammenspiel anderer Sinne hierfür ausbilden. Empfindung betrifft immer den ganzen Menschen. Ihm wird in der Empfindung zugleich der Zusammenhang seiner Sinne gegenwärtig, die sich in ihr bilden und sich in ihren [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] gewiss machen (siehe [[Sinnbildung]]), sich darin ihrer selbst vergewissern. Von daher entsteht ihr [[Wissen]] aus der [[Gewissheit]] eines empfundenen [[Gefühls]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung erweist eine [[Beziehung]] durch sich selbst, durch das Finden von jemanden oder etwas, das darin sich als [[Sinn]] einer Beziehung eindrücklich [[vergegenwärtigt]], als [[Eindruck]] wahrnehmbar ist, ohne [[ausdrücklich]] wahr zu sein. Was ihre [[Bedingung]] ist, die sie [[wahr hat]], ist ihr nicht unbedingt gegenwärtig, auch wenn sie deren [[Gegenwärtigkeit]] als [[Gefühl]] im Sinn hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung unterstellt Gegenständlichkeit, die ihren [[Inhalt]] ausmachen. Sie ist alleine schon dadurch gegenständlich, dass sie sinnliche [[Gegenstände]] im Sinn hat, also auch ihre eigenen Organe. Der empfindende Sinn ist notwendig für ihre Gegenwärtigkeit, anders als der gegenständliche. Der Gegenstand entspricht zwar in der Empfindung dem Menschen, ist aber dennoch nicht durch die Empfindung bestimmt. Er steht ihr immer als etwas anderes gegenüber, auch wenn sie sich in ihm [[identifiziert]]. Der Gegenstand ist immer auch natürlich und eher durch Gefühle bestimmt, insgesamt aber ein [[Ganzes]] vieler Eigenschaften, die nicht unbedingt alle sinnlich wahrnehmbar sind (z.B. Radioaktivität oder auch das Sehen eines blinden Menschen). Von daher ist Wahrnehmung auch nicht alleine durch Empfindung bestimmbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gegenübersein ist gegenständliche [[Wirklichkeit]], die in der Empfindung schon bezogen ist, indem sie darin wirkt. Ich empfinde eine [[Sache]] oder einen Menschen oder mich, wie sie oder er auf mich wirkt oder ich auf mich wirke. Und solange diese Wirkung anhält, habe ich noch kein [[Gefühl]] hierzu. Empfindung ist immer wirklich [[gegenständlich]], weil sie immer ein [[wirkliches]] Gegenüber hat, auch wenn ich das selbst sein kann. Sie unterstellt immer zweierlei [[Gegenwärtigkeit]] von [[Sinn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im reinen Gegenüber ist sie noch äußerlich und doch schon Inhalt, denn empfinden können wir nur, was für uns [[Sinn]] hat, sinnlich ist und unseren Sinnen entspricht. Alleine schon dadurch, dass unsere [[Wahrnehmung]] hierdurch - also in ihrem Sinn - gebildet ist, ist unsere Empfindung nicht nur unmittelbar, sondern auch das Dasein von einer kulturellen [[Geschichte]], welche von der [[Naturempfindung]] bis in unsere Wirklichkeitserfassung fortentwickelt ist. Wir können daher immer nur empfinden, was in unserer [[Natur]] steckt (im Unterschied z.B. zu Strahlungen, für die wir keine [[Gewissheit]] und also keine Empfindung haben). Aber was wir empfinden, welche Töne, Farben, Geschmäcker usw. wir gut oder schlecht finden, ist deren natürlicher wie auch kultureller Inhalt (siehe [[Kultur]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung ist von daher auch das Befindung einer [[Wahrnehmung]], ihr unmittelbarer Sinn im doppelten Sinne des Wortes: Sie hat den Sinn für den Menschen, den sie für ihren [[Gegenstand]] hat. Ich schmecke, rieche, höre, sehe, usw., wie sich mein Sinn hiernach und hierzu befindet und gebildet hat. Die schönste Blume, das feinste Kristall, kann ich nicht empfinden, wenn ich keinen Sinn hierfür habe. Das beste Essen, das tollste [[Ereignis]] kann mich kalt lassen, wenn ich in schlechter Gesellschaft bin. Empfindung ist völlig ohne [[Nutzen]], aber absolut notwendiger Inhalt einer [[Beziehung,]] Unmittelbarkeit meiner Sinne darin und dem, was in ihnen gebildet ist, was sie entwickelt hat und was ihr [[Gedächtnis]] enthält. Empfindung ist eine Befindlichkeit, die in die Lage versetzt, zu befinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Von daher kann sie auch zu einem [[Urteil]] werden, wie es durch das [[Befinden]] bestimmt ist. Der empfindsame Mensch lebt oft in der Befangenheit seiner Befindlichkeit, wenn er diese als seine Gefühlsgrundlage nimmt. Darin aufgehoben bewahrt sich Empfindung jenseits ihrer Wirklichkeit als [[Gefühl]] für sich, das sich durch [[Empfindungsurteile]] abschließt und sich ihrem Herkommen verschließt und dieses zu seinem [[Umstand]] werden lässt. Von da her sind solche Gefühle die [[Reaktion]] der Empfindung.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zum [[Gefühl]] ist Empfindung ohne jede Refexion und enthält auch keine [[Erkenntnis]] außer der unmittelbaren Begegnung, wenn auch darin die Geschichte sinnlicher Begebenheit als [[Gedächtnis]] der Erfahrung eingeht, aber nicht als Reflexion, sondern dem Inhalt nach. Sie folgt nicht der Einfühlung in ihren Gegenstand, weiß nichts von Funktion, [[Stoff]] oder [[Schönheit]] (siehe [[Ästhetik]]). Sie ist der unmittelbare Sinn, den [[Kultur]] als gesellschaftliche Form der [[Naturempfindung]] und des sich in [[Gesellschaft]] Befindens der Menschen überhaupt hat, gleich, in welche Gefühle sie sich vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Empfindung ist also eine Beziehung zu ihrem [[Gegenstand]], die dem Akt des Empfindens auch vorausgesetzt ist und sich darin ereignet und erinnert. Wir können qualitativ nur empfinden, was mit uns zu tun hat, wie es da ist (siehe [[Dasein]]), nicht, warum es da ist oder wie es geworden ist. Wir finden in der Empfindung etwas, das wir darin zugleich befinden als etwas, das wir dem Sinn nach oder von Natur aus durchaus kennen, das aber darin oder [[qualitativ]] uns erst in seiner Gegenwärtigkeit gewiss wird. Empfindung ist die Form der Erkenntnis eines Unbekannten, das wir dem Sinn nach kennen, die Beziehung auf einen Gegenstand, eine Sache oder einen Menschen, der in unsere Wahrnehmung geraten ist, weil darin Sinn von dem ist, was uns sinnlich ausmacht, was also auch gewahr für uns ist, Moment unserer [[Wahrheit]]. Wessen ich nicht gewahr werde, das empfinde ich nicht. Und was keine Wahrheit für mich hat, das nehme ich auch nicht wahr (vergleiche hierzu z.B. die Empfindung für Gott, das Finden von Gott in sich). Empfindung setzt eine Welt als Gegenständlichkeit von und für Menschen voraus, die in ihr so ist, wie sie für den Menschen ist, wie sie von ihm in [[Wahrheit]] genommen, [[wahrgenommen]] wird, weil er darin seine Lebensäußerung erkennt. Von daher kann es keine richtige oder falsche Empfindung, keine wahre oder unwahre geben (vergl. [[Kritik]] an [[Adorno]]). Empfindung ist elementar, auch wenn sie gestört werden kann bis hin zu ihrer Auflösung, zerstört durch [[Gefühle]] oder [[Gedanken]], bedrängt oder [[verrückt]] durch ihr [[Gedächtnis]]. Mehr noch: Empfindung kann selbst einer fremden [[Identität]] gehorchen (siehe hierzu [[Hörigkeit]]), beherrscht werden von den [[Absichten]] der [[Seele]], welche der [[Selbstverwirklichung]] sinnesmächtiger Persönlichkeiten unterworfen sind (siehe hierzu [[Irrsinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wir finden das, was wir empfinden, so, wie wir es vorfinden und jeder Mensch empfindet dies anders, sogar im Zeitablauf verschieden (z.B. ist es uns morgens eher kühl als abends, weil sich unsere Physis im Tageslauf und je nach Tätigkeit ändert). Befinden und Empfinden sind ein Begriffspaar, das aufzeigt, dass das Befinden als [[Urteil]] identisch ist mit dem Befinden eines Menschen bei der Wahrnehmung eines Gegenstands (insofern ist dieses Urteil auch die Grundlage unseres Gefühls hierfür, das [[ästhetische Urteil]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Empfindung ist im Befinden ein abgeschlossener [[Zustand]] dessen, worin wir uns befinden, was wir darin suchen und finden. Als abgeschlossener Zustand des Findens bestätigt sich der Begriff Empfindung tatsächlich auch ethymologisch (empfinden = entfinden = zu Ende finden). Dies besagt, dass eine Suche unterstellt ist, eine [[Beziehung]] zum Gegenstand der Empfindung, eine Identität, die in der Empfindung lebt, weil sie auch außer ihr ist, ihr vorausgesetzt wie folgend ist, also gegenwärtig und [[geschichtlich]] zugleich als das, was in der Empfindung für den Menschen auch von ihm existiert, sinnliche Gegenwart wie Vergangenheit in einem. Als dieses ist Empfindung Voraussetzung und Inhalt der Wahrnehmung, wie auch für das Gefühl, welches sich im Menschen ereignet und so zum [[Ereignis]] seiner empfundenen Beziehung wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So unmittelbar wahr wie dies scheint, wäre kein Gedanke hieran zu vergeuden und alle Theorie über Empfindung nur bloße [[Sophisterei]], hätten wir nicht selbst Probleme mit dem Empfinden, wären wir nicht durch sie auch bedrängt, wäre sie nicht für uns selbst eine Frage nach dem, was daran überhaupt [[wahr]] ist, wenn sie nicht unwahr sein kann, was uns darin [[getäuscht]] sein lässt, was [[Mystifikationen]] transportiert oder [[Fetische]] erzeugt oder sie in fremde Gefühle und [[Scheinwelten]] geborgen sein lässt (siehe auch [[Kitsch]]). Was haben wir in der Empfindung selbst schon wahr, wenn wir durch sie unsere Welt wahrnehmen? Was läßt dieselbe Wahrnehmung andere Empfindung sein? Was kann einfache Wahrnehmung sein und doch unser [[Leben]] bis zum [[Tod]] bestimmen (z.B. Platzangst, Verfolgungswahn). Wiewohl eine Empfindung nicht unwahr sein kann, ist es in unserer Gesellschaft doch ein Problem, darin wahr zu bleiben, d. h. in einer Identität von [[Wahrnehmen]] und [[Wahrhaben]] zu leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindung findet, was sie kennt, ohne es zuvor wahrgenommen zu haben. Von da her zeigt sie sich als Form der [[Erkenntnis]]. Wir empfinden Bekanntes und Fremdes, sofern unsere Wahrnehmung hierfür frei, also nicht selbst in der [[Form bestimmt]] ist. Der Unterschied von Eigenem und Fremden ist selbst das treibende [[Ereignis]] der Empfindung, ihre Neugier. Fremdes ist nur durch Eigenes auch wirklich fremd und somit Wirklichkeit, die mir zu eigen werden kann, wenn ich meine Beziehung hierzu entdecke, mein [[Tätigsein]] und [[Leiden]] hierin. Erst wo diese Beziehung nicht entstehen kann, wo also Fremdheit (siehe [[Fremdarbeit]]) allgemein ist, wird Wahrnehmung zu einer eigenen Allgemeinheit kommen, zu Empfindungen und [[Gefühlen]], die uns zu eigen werden, weil und sofern sie keine Fremdheit kennen, und wir darin unsere Gefühle als Verhältnis zu uns selbst aufheben (siehe [[Selbstgefühle]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich gibt es auch Gegenstände der Fantasie, die wir nicht empfinden können, vielleicht aber fühlen (siehe [[Gefühl]], [[Regung]]). Aber hierin selbst regt sich keine [[Entfremdung]]; es ist ein Spiel mit dem, was wir kennen, das beiher spielen des [[Gedächtnisses]], Beispiele der Erkenntnis (siehe auch [[Traum]]). Wir können aber nichts empfinden, was wir nicht in irgendeiner Art wirklich kennen, und sei es auch nur im Unterschied unseres Daseins, in der Unterscheidung von Seinsweisen unserer Wahrnehmung, den Zuständen unserer Sinne. Gefühle, die uns selbst beschäftigen oder mit denen wir uns mit uns selbst beschäftigen, entstehen erst vollständig, wo uns eine Welt vollständig fremd ist. Diese allerdings ist zugleich jenseits der Empfindung, etwas, was wir in Gefühlen verspüren, aber nirgends finden, nicht be[[wahrheit]]en können, etwas Ungewisses, das nur dadurch ungewiss sein kann, dass es eine fremde [[Gewissheit]] enthält (siehe [[Unheimliches]]). Diese Beziehung der Empfindung setzt voraus, das sie formbestimmt und aus ihrer Form ihr Inhalt in doppeltem Sinn zu erschließen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Inhalt der Wahrnehmung macht Empfindung im Menschen wahr, was auch außer ihm wahr ist und ist somit die Grundlage der [[Erkenntnis]], ihre einfache [[Wahrheit]]. Sie enthält immer eine sinnliche Beziehung zu einem Gegenstand und ist somit auch seine [[Gewissheit]] für den Menschen, Sinn seiner [[Erkenntnis]] in der Bewahrheitung ihrer [[Identität]] von Sache und Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektiv ist die Empfindung [[Leiden]] wie auch [[Tätigkeit]] der Wahrnehmung, das Nehmen eines [[Gegenstands]] als eigene [[Wahrheit]]. In der Wahrnehmung nimmt die Erkenntnistätigkeit ihren Ausgang und bleibt solange [[zweifels]]frei (wahr), wie sie diesen als [[Ganzes]] - also ungeteilt - erfassen, beschreiben und behandeln kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezieht sich die Empfindung nicht auf Gegenstände sondern ist sie Moment einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]], so ist ihr Gegenstand selbst unmittelbar subjektiv, also ein Mensch (oder viele Menschen), der nicht unbedingt ist, als was er wahrgenommen wird. Seine Seinsweise als Mensch ist zugleich das [[Dasein]] eines [[Lebens]], welches der Empfindung nicht entspricht, welches aber dem Gefühl von diesem Leben zukommt. Hierdurch stellt sich das [[Gefühl]] in einen Unterschied zur Empfindung. Es hat wahr, was nicht unbedingt wahrnehmbar ist, was sogar gegen die Wahrnehmung selbst stehen kann, weil es von Leben kündet, auch wenn es nicht erkennbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gefühl wird so zum Träger eines Verhältnisses von Menschen, die sich nicht über ihre Gegenstände aufeinader beziehen, sondern sich selbst unmittelbar gegenständlich wie auch [[Mittel]] füreinander sind, ihr Leben füreinander äußern, vermitteln und haben und daher wahrhaben, was es für sie mit anderen ist (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Die Beziehung, die Menschen in gegenstandslosen [[Lebensräumen]] miteinander haben, sind reine Gefühlsbeziehungen, in denen sie sich empfinden, wie sie für ihre Gefühle sind. Diese Verhältnisse sind die Grundlagen der [[bürgerlichen Kultur]], die nur in dieser Selbständigkeit bestehen kann. Ursprünglich entwickelte sich diese in den Gesellschaftsschichten, die durch ihren [[Besitz]] sich autonom erscheinen konnten, weil dieser ein kleinerer oder größerer Geldbesitz war. Inzwischen gibt es ganze [[Gesellschaften]], die auf den Verhältnissen des [[Geldbesitzes]] gründen (siehe [[Dienstleistungsgesellschaft]]). Dies bestimmt Empfindung selbst, den Sinn der Wahrnehmung, zur abgetrennten Leidensform der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies bestimmt auch den allgemeinen Gebrauch dieses Begriffs. Würde man ihm Glauben schenken, so wäre Empfindung eine einfache [[Wahrnehmung]] von Gegenständen (Sachen wie Menschen), die als Bilder, Töne, Gerüche, Geschmack, Berührung, allgemein also als [[Reize]] auf die sensorischen Sinne treffen und unsere &#039;&#039;fünf Sinne bewegen ([[Kognition]]). In dieser Beziehung ist Empfindung ganz passiv, einseitig und naturhaft verstanden: Ist der Ofen zu heiß für einen Organismus, so empfindet ein Mensch - wie auch ein Tier - Schmerz. Entspricht er der Hauttemperatur, so empfindet er nichts dergleichen. Empfindung, so ganz objektiv und natürlich verstanden, nimmt Unterschiede wahr, die Menschen wie alle Organismen zwischen sich und der Welt haben (dies ist das einzige Moment des Begriffs, was die [[Skinner]]sche Theorie des [[Lernens]] aufgefasst hatte und was ihre psychologische Forschung zur Tierforschung machte). In dieser naturhaft fixierten Beziehung gibt es gute oder schlechte Empfindungen nur im Maßstab der Quantitäten, worin physische Schwellen der Wahrnehmung festgestellt und daher auch nur zum Maß der Stimulation werden. Schlecht sind dann Empfindungen, welche die Beanspruchbarkeit (&#039;&#039;Absorbtionsfähigkeit&#039;&#039;) des entsprechenden Organs überschreiten, erträgliche Empfindungen, wo sie noch ertragen werden können und gewöhnliche Empfindungen, die nur auffallen, wenn ungewöhnliche waren, die also im Wechsel der Empfindungen wahrgenommen werden und voll und ganz dem Gefühl entsprechen, in welchem Gegenstände für den wahrnehmenden Menschen sind. Derlei Theorie kann nur ein Interesse verfolgen: die Belastbarkeit und [[Nutzbarkeit]] und Manipulierbarkeit von Menschen auszumessen und ihm die Gegenstände seiner Empfindung unerkennbar, wenn vielleicht manchmal auch durch [[Gewöhnung]] (&#039;&#039;Erhöhung der Adaptionstoleranz&#039;&#039;) erträglicher werden zu lassen (z.B. Angsttherapie).&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Du träumst davon, dich endlich wieder wohl in deiner Haut zu fühlen? Zurück zu deinem UR-ICH: Energiegeladen, Gesund, Erfüllt und Verbunden mit Geist und Körper (Werbung für die UR-ICH-Methode)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Zeitenwende zum 20. Jahrhundert allgemein gewordene [[Lebensangst]] hatte die Bemühungen der [[Wissensbildung]] in der zeitgeössische [[Psychologie]] beflügelt. Der [[bürgerlichen]] [[Familie]] sollte die Aufgabe ihrer [[erzieherische]] Funktion für das [[Ganze]] der [[Gesellschaft]] erklärlich gemacht werden, um den [[bürgerlichen Staqt]] gegen eine anstehende &#039;&#039;kulturelle Verwahrlosung&#039;&#039; zu rüsten. Die [[Psychoanalyse]] spricht seitdem von einem Urvertrauen, das ein Mensch in seiner ersten Kindheit auf seine [[Umwelt]] [[bezieht]] und seine [[Wahrnehmungsidentität]] begründen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das so genannte Urich der analytischen [[Philosophie]], namentlich der [[Phänomenologie]] Husserls ist geradezu dessen Gegenteil: Es sei das [[Wesentliche]] einer aus sich geschöpften [[Selbstbeziehung]] und Selbstbejahung. Die &#039;&#039;Entdeckung&#039;&#039; der Selbstgleichheit im Sinne einer persönlichen Identität nach Fichte (siehe [[Ich=Ich]]), die Konsistenz einer [[Selbstwahrnehmung]] als das Kontinuum eines objektivierten Vermögens einer [[eigenen]] [[Wahrheit]] ihrer [[Urteilskraft]], die dadurch in der Lage wäre, sich in einer Welt einer [[absoluten]] [[Ungawissheit]] allen [[Seins]] seiner selbst [[gewiss]] und gleich zu bleiben (siehe hierzu auch [[Fundamentalontologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Phänomenologie]] konnte ihre [[idealistische]] Herkunft über Fichte und Hegel in der Bedrängnis einer niedergehenden [[Kultur]] um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhunderts nicht mehr durch ihre [[Ideale]] zerstreuen. Da die [[Phänomenologie]] von Edmund Husserl (wie auch von [[Martin Heidegger]]) als [[erkenntnistheoretisch]] begründete [[Wissenschaft]] gelten sollte, welche die [[Erscheinungen]] selbst als [[Substanz]] ihrer [[Erfahrungen]] sich [[verstehen]] lassen sollten, galt ihr alles durch sich selbst und voraussetzungslos bestimmt: Ihr [[Objekt]] als [[Subjekt]] an und für sich, wie es schon von Fichte gemeint war: &#039;&#039;Dasjenige, dessen Seyn (Wesen) bloss darin besteht, dass es sich selbst als seyend setzt, ist das Ich als absolutes Subject. So wie es sich setzt, ist es; und so wie es ist, setzt es sich; und das Ich ist demnach für das Ich schlechthin nothwendig. Was für sich selbst nicht ist, ist kein Ich.&#039;&#039; (Fichtes Werke. Band 1, Seite 97) Für Husserl ergab sich hieraus seine [[Methode]] der [[Urteilsbildung]]: Die &#039;&#039;[[eidetischen Reduktion]]&#039;&#039;. Die machte allerdings den Urteilenden zum Subjekt, den Beurteilten durch die Gestalt seiner Äußerungen zum Objekt. Das Subjekt konnte sich selbst in seiner [[Wahrnehmung]] auf sich beziehen (siehe [[Selbstbeziehung]]), das [[Objekt]] ist ihm nach dem [[Belieben]] einer [[Interpretation]] seiner objektiv behaupteten Beurteilung ausgeliefert – besonders weil es durch die Ordnungsmacht einer [[Institution]] gestützt wird. Das &#039;&#039;wissenschaftliche&#039;&#039; Subjekt wird hierdurch mit [[Qualitäten]] ausgestattet, die ihrem Objekt abgesprochen werden: Es ist einfach &#039;&#039;sehendes&#039;&#039; [[Subjekt]] gegen das blinde Objekt – und es gilt damit wie [[selbstverständlich]] durch sich und seine einschlägige [[Bildung]] begründet. Um [[wissenschaftlich]] anerkannt zu sein, müssen phänomologische Beurteilungen sich durch [[allgemein]] gültige Aussagen über das [[Einzelne]] erheben, ihm ein [[Wesen]] aus der [[Anschauung]] zuweisen, wodurch alle [[Einzelheiten]] sich aus sich und an sich selbst [[aufklären]] ließen. Doch in der bloßen Anschauung, im &#039;&#039;Sehen&#039;&#039; ist die [[Selbstverständlichkeit]] der phänomenal bestimmten Begegnung ganz offensichtlich nur von den [[Erfahrungen]] des therapeutischen [[Subjekts]] bestimmt, wodurch dessen [[Objekt]] immer weiter in sich hinein getrieben und bestimmt wurde. Das so genannte Ur-Ich war Husserls logische Konsequenz. Daraus kann schließlich eine [[totalitäre]] [[Theorie]] entstehen, die eine unendliche Vermengung ihrer Selbstverständlchkeiten in den Untiefen ihrer [[Praxis]] erschließt. Das konnte [[wissenschaftlich]] nicht einfach hingenommen werden: &#039;&#039;Die zentrale Frage ist, wie die eigentümliche Einzigkeit des Ur-Ich zu verstehen ist. Die Radikalisierung der Reduktion führt zu einem scheinbar merkwürdig anmutenden Ergebnis, daß das Ur-Ich weder als eines noch als vieles zu charakterisieren ist. Dieser eigentümliche Charakter des Ur-Ich wird im VI. Kapitel anhand der Lehre von der intentionalen Modifikation eingehend erörtert. Dabei spielt eine charakteristische ,Rückwirkung’ der Modifikation auf den Urmodus eine zentrale Rolle. Die Erörterung dieser Modifikationsstruktur führt zu dem Resultat, daß die sogenannte ,Monadisierung’ bzw. ,monadische Pluralisierung’ des Ur-Ich nicht als – sei es reale oder metaphysische – Produktion zu interpretieren ist, in der sich aus dem einzigen Ursprung mehrere Resultate gleichermaßen ergeben. Diesem ,Produktionsmodell’ wird eine ursprüngliche unübersteigbare Perspektivität entgegengesetzt, die zur intentionalen Modifikation des Ich wesentlich gehört. In diesen Erörterungen wird sich herausstellen, daß die Lehre von der intentionalen Modifikation – insbesondere von der ,Sinnesverdoppelung’ – Einzigkeit und Vielheit der Subjektivität nicht als disjunktive Alternativen, sondern in ihrer ,Urspaltung’ und wesentlichen Zusammengehörigkeit zum Verständnis bringt.&#039;&#039; (Shigeru Taguchi &#039;&#039;Das Problem des Ur-Ich bei Edmund Husserl) Husserl war immerhin gezwungen, ein [[Subjekt]] seiner [[wissenschaftliches]] [[Methode]] zu begründen. Das Schelling&#039;sche &#039;&#039;Ich==Ich&#039;&#039; der [[Phänomenologie]] war zu einem durch die [[normative]] Erfahrung [[institutionalisierter]] [[bürgerlicher Wissenschaft]] bestimmten Ur-Ich zu einer Lehre vom [[selbstevidenten]] [[Dasein]] seiner [[monadisch]] verstandenen [[Objekte]] einer &#039;&#039;[[Egologie]]&#039;&#039; geworden. Schon von da her war es ein selbstverständlicher Fortgang des phänomenologischen Denkens, sobald ihm der &#039;&#039;Zeitverlauf&#039;&#039; – sprich Geschichte – gleichgültig geworden war, einen Wesenskern des Ich als ein [[Objekte]] einer &#039;&#039;[[wirklich]] [[Objekte]] einer &#039;&#039;[[abstraakt Allgemeines]] der Anschauug, als ein Ur-Ich zu proklamieren. Damit sollten die Probleme dieser &#039;&#039;Wissenschaftichen Grundlage&#039;&#039; einer &#039;&#039;an der Jahrhundertwende in der Philosophie zum Durchbruch gekommene neuartige deskriptive Methode und eine aus ihr hervorgegangene apriorische Wissenschaft&#039;&#039; schon aufgehoben gelten. Zur gleichen Zeit arbeitete [[Martin Heidegger]] an seiner [[Fundamentalontologie]], die den Anspruch verfolgte, die durch ihn erneuerte &#039;&#039;Frage nach dem Sinn des Seins&#039;&#039; als Grundfrage aller Philosophie neu gestellt zu haben&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]). Hätte sich Husserl nicht als Erfinder einer &#039;&#039;genetischen Phänomenologie&#039;&#039; verstanden, so hätte er sich mit seinem Freund Heidegger beim gemeinsamen Spaziergang auf den schwarzwälder Holzwegen streiten müssen, denn was dieser dem vereinzelten Menschen zumutete, war für den &#039;&#039;[[Fubndanetalexistenialisten]]&#039;&#039; eine Sache des Volkes – nämlich &#039;&#039;die ursprünglichde gestimmte, wissende Entschlossenheit zum Wesen des Seins {zu erheben}. Und die geistige Welt eines Volkes [...] ist die Macht der tiefsten Bewahrung seiner erd- und bluthaften Kräfte als Macht der innersten Erregung und weitesten Erschütterung seines Daseins.&#039;&#039; (Martin Heidegger in seine Freiburger Rektoratsrede im Mai 1933 unter dem Titel: &#039;&#039;Die Selbstbehauptung der deutschen Universität&#039;&#039;). So blieb der Streit um das &#039;&#039;Ur-Ich&#039;&#039; und der &#039;&#039;Urgesellschaft&#039;&#039; unaufgelöst. Aber er war wohl auch nicht auflösbar, denn für die Phänomenpologie war das ja sowieso Einunddasselbe. &#039;&#039;Durch eingehende Untersuchungen der Husserlschen Evidenzkritik wird deutlich, daß der traditionelle Begriff der ,Apodiktizität’ als höchster Evidenz beim späten Husserl eine grundsätzliche Umdeutung erfährt. Die ,Apodiktizität’ des Ego ist nicht als diejenige Evidenz aufzufassen, die etwa einem kleinen ,reglosen’ Gebiet des Bewußtseins zukäme, sondern als das allerursprünglichste – einfachste und selbstverständlichste – Medium allen Bewußtseinslebens, das letztlich die Lebendigkeit des Lebens selbst ausmacht. Dabei wird eine eigentümliche Struktur der ichlichen Apodiktizität ,Ich gehe mir selbst vorher’ deutlich. Aufgrund dessen ist die radikale Vorgängigkeit des Ur-Ich als innere Differenz und unüberwindbare Fremdheit meines eigenen Ich-Seins für mich selbst zu deuten. Dies ermöglicht es in weiterer Folge, einerseits die Apodiktizität des eigenen Ich-Seins als die letzte Instanz der ,selbstverantwortlichen’ Aussage der Philosophie zu beanspruchen, andererseits den ,radikalen Entzug’ meiner eigenen Apodiktizität als eine lebendige ,Freiheit’ zu verstehen, mich von jedem objektiv Festgestellten lösen zu können und dieses – auch meine eigenen Gedanken und Aussagen – der offenen Kritik zu unterziehen.&#039;&#039; (Shigeru Taguchi &#039;&#039;Das Problem des Ur-Ich bei Edmund Husserl&#039;&#039;) Und das passte gut in die Zeit des Niedergangs der [[bürgerlichen Gesellschaft]] am Ende des 19. Jahrhundertss. Wo der [[vereinzelte]], der [[isolierte]] Mensch – der von seiner [[Gesellschaft]] [[abgetrennte]] Mensch – durch die [[allgemeine]] [[Vereinzelung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] (siehe [[Kapitalismus]]), durch sein [[existenzielles]] Privatvermögen (siehe auch [[Geldbesitz]]) – einen [[Selbstwert]] für sich erkennen kann, kann er die dadurch produzierten [[gewöhnlichen]] [[Minderwertigkeitsgefühle]] aus sich heraus setzen, sich selbst durch seine [[Erlebnisse]] in einer [[Kultur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] verwerten. Er wird seine [[Isolation]] nicht mehr [[wahrnehmen]], wohl aber die [[Kulte]] der [[Selbstverwertung]] mit und durch Seinesgleichen im [[Allgemeinen]] [[wahrhaben]]. Da jede [[Verwertung]] die [[Einzelnen]] von einander [[ausschließt]] stehen sie auch Kulturell in einem [[Konkurrenzverhältnis]] zu einander, können also auch nicht füreinander einstehen. Ihre [[Selbstbehauptungen]] erzeugen wie von selbst außer ihnen selbst eine [[mächtige]] [[Subjektivität]] der [[Vereinzelung]], ein [[&amp;gt;bürgerliches Subjekt]], das nichts außer sich sinnvoll findet und [[empfindet]], weil es keine Identität jenseits seiner [[Nützlichkeit]] für Andere geben kann. Aber gerade das macht es brauchbar für das [[Bedürfnis]] auf [[Einverleibung]] seiner gesellschaftlichen [[Substanz]] als [[Privatperson]] zwischen den Menschen (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher bekommt es ein [[kulturelles]] [[Wesen]] zugesprochen, das dem [[Wesen]] seiner [[wirtschaftlicchen]] Verhältnisse im [[Warentausch]] – dem [[Austausch]] von [[Gebrauchtwerten]] – der [[Form]] nach in der [[Selbstverwertung]] weitgehend entspricht (siehe [[).]] Wie ein Händler mit [[Gebrauchswerten]] seinen [[Besitz]] im [[Warentausch]] vergesellschaftet, vergesellschaftet es sich selbst als besonderer Mensch (siehe auch [[Selbstveredelung]]), der seine [[Selbstbezogenheit]] [[veräußert]] (siehe [[Tausch]]). Zu seiner [[Selbsttäuschung]] steht ihm ein &#039;&#039;[[Ich]]&#039;&#039; zu, das die [[gesellschaftlichen]] [[Institutionen]] hegen, um auch die [[bürgerliche Kultur]] als Maß und Ziel ihrer [[Verhältnisse]] zu pflegen – je verwahrloster sie sind, desto eilfertiger erschien die [[Notwendigkeit]] ihrer Verfolgung (siehe uch [[Dekadenz]]). Das sogenannte &#039;&#039;ICH&#039;&#039; gibt es aber nirgendwo [[wirklich]]. Es ist lediglich ein Konstrukt der Identitätsphilosophie, der [[Phänomenologie]] und der [[Psychoanalyse]] und soll substantivieren, was eine [[Selbstbehauptung]] ausmacht, was ihr [[Interesse]] [[subjektiv]] darstellbar und &#039;&#039;korrigierbar&#039;&#039; machen soll. Es ist aber ein absurdes Konstrukt, das aus einem eindeutig einzelnen Hinweis auf sich selbst eine kategoriale [[Verallgemeinerung]] macht. Diese soll darüber hinwegtäuschen, dass ein einzelner Mensch sich als Individuum nicht wissenschaftlich begreifen lässt, dass also eine [[Substanz]] aus substantivierten &#039;&#039;Fürwörtern&#039;&#039; nicht beweisbar sein kann. Um &#039;&#039;Ich&#039;&#039; zu sagen, bedarf es keiner Kategorie, weil Personalpronomen nicht schon der Beweis von mir sein kann. Ich bin schon im Reden, Schreiben, Machen usw. evident, meiner selbst mächtig. Weil es das so vermeinte &#039;&#039;Ich&#039;&#039; nur als [[Selbstbeziehung]] gibt und sich daher nur aus den [[Verhältnissen]] begreifen lässt, kann es nur eine [[Selbstbehauptung]] meinen. Schon Husserl, der Begründer der phänomenologische Methode hatte ein Problem, diese aus der Einfühlung wissenschaftlich – und also substanziell – zu belegen. Ein &#039;&#039;Ich&#039;&#039; wäre eigentlich nur ein persönliches Fürwort, ein Personalpronomen, das absurderweise zu einem Substantiv geworden wäre. Aber es war Fichte, der seine [[Logik]] auf der Formel &#039;&#039;Ich=Ich&#039;&#039; gegründet hatte, die er als [[Begriff]] der [[Subjektivität]] wie [[Objektivität]] in einem begriffen [[wissen]] wollte. Es bestünde schon durch diese leere Formel &#039;&#039;der Erklärungsgrund aller Thatsachen des empirischen Bewusstseyns, dass vor allem Setzen im Ich vorher das Ich selbst gesetzt sey&#039;&#039;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 95) Richtig mag sein, dass ich mich nicht als &#039;&#039;Nicht-Ich&#039;&#039; denken kann, aber die Umkehrung, dass ich dudurch mir schon gleichbleiben würde, dass ich mir auch immer durch ein Fürwort [[persönlich]] gleich blieb, nur weil ich der [[Form]] nach oder nominell ich für mich sein sollte und auch nur als dieses bleiben könnte, ist der Ausgangspunkt einer [[schlechten Unendlichkeit]] einer [[Selbstbeziehung]]. Die große Unbekannte der vermeintlichen [[Selbstgewissheit]] bliebe eine [[Abstraktion]], das große &#039;&#039;X&#039;&#039; bei Fichte. Ich könnte dann nämlich nur [[subjektiv]] sein, indem ich von mir absehe, um als Ich zu verbleiben, weil dies zugleich immer auch anders bliebe: &#039;&#039;etwas sey, das sich stets gleich, stets ein und dasselbe sey; und das schlechthin gesetzte X lässt sich auch so ausdrücken: Ich=Ich; Ich bin Ich&#039;&#039;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 94) Die Unterschiede von Wesen und Erscheinung wurde schließlich von Husserl in einen Unterschied ihres Zeitverlaufs &#039;&#039;logisch&#039;&#039; modifiziert: „Die neue Phänomenologie des Zeitbewusstseins in Husserls Bernauer Manuskripten“, in: Die erscheinende Welt. [...] In dieser Abhandlung sieht Bernet die Bernauer Manuskripte als Teil der „neuen Beschreibung des Zeitbewusstseins im Rahmen einer genetischen Phänomenologie“ an. Es heisst: „Den entscheidendsten Fortschritt über die früheren Zeittexte hinaus erzielen die Bernauer Manuskripte [...] vielmehr durch den neu entwickelten und konsequent durchgeführten Übergang zu einer «genetischen» Phänomenologie“. (zitiert nach Takeru Eguchi über &#039;&#039;Husserl: Der Anfang einer &#039;&#039;Phänomenologie der Phänomenologie&#039;&#039;) Nach Husserl ist eine [[wissenschaftliche]] Urteilsbildung (siehe [[Urteil]]) von ihrem &#039;&#039;Denkverlauf&#039;&#039; nicht zu unterscheiden, [[Gegenstand]] und [[Bewusstsein]] Einunddasselbe. Damit wird das [[Denken]] selbst als real aufgefasst, die ganze [[Wirklichkeit]] als herrschendes [[Dasein]] von [[Gedanken]] – ganz im Sinne von [[Martin Heideggers]] [[Fundamentalontologie]] – die ganze Welt nur ein Produkt von Gedanken, die Welt selbst nur eine [[Konstruktion]] des [[eigentlich]] [[Seienden]] (siehe [[Konstruktivismus]]). Die [[Wahrnehmung]] ist im [[Dasein]] ihrer [[Erfahrungen]] rein [[subjektiv]] und [[erscheint]] aus dem [[Belieben]] der [[Subjekte]] schon durch ihre [[Selbstverständichkeiten]] aus ihren [[Gewohnheiten]] erwiesen. Bei ihrer [[Wahrnehmung]] sind sie also immer zunächst [[ausschießlich]] [[einzeln]] und in einer [[Gesellschaft]] der [[Vereinzelungen]] für sich und durch sich schon rein phänomenal (siehe [[Phänomenologie]]) [[wahr]]. Ein [[Zweifel]] hierüber lässt sich Von daher nicht widerlegen. Aber was sie in [[Wahrheit]] im Großen und [[Ganzen]] sind, lässt sich durch eine [[Analyse]] ihrer [[Vereinzelung]] [[ergründen]], also in dem [[beweisen]], was zwischen den [[Einzelheiten]], was im [[Dazwischensein]] ihrer [[Gegenstände]] ihren Zusammenhang ausmacht und also empirisch durch ihre [[Beziehung]] zusammenhängt, so verbunden ist, wie es im [[Allgemeinen]] [[erfahren]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Dasjenige, dessen Seyn (Wesen) bloss darin besteht, dass es sich selbst als seyend setzt, ist das Ich als absolutes Subject. So wie es sich setzt, ist es; und so wie es ist, setzt es sich; und das Ich ist demnach für das Ich schlechthin nothwendig. Was für sich selbst nicht ist, ist kein Ich. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 97)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Husserl ergab sich hieraus seine [[Methode]] der [[Urteilsbildung]]: Die &#039;&#039;[[eidetischen Reduktion]]&#039;&#039;. Die machte allerdings den Urteilenden zum Subjekt, den Beurteilten durch die Gestalt seiner Äußerungen zum Objekt. Das Subjekt konnte sich selbst in seiner [[Wahrnehmung]] auf sich beziehen (siehe [[Selbstbeziehung]]), das [[Objekt]] ist ihm nach dem [[Belieben]] einer [[Interpretation]] seiner objektiv behaupteten Beurteilung ausgeliefert – besonders weil es durch die Ordnungsmacht einer [[Institution]] gestützt wird. Das &#039;&#039;wissenschaftliche&#039;&#039; Subjekt wird hierdurch mit [[Qualitäten]] ausgestattet, die ihrem Objekt abgesprochen werden: Es ist einfach &#039;&#039;sehendes&#039;&#039; [[Subjekt]] gegen das blinde Objekt – und es gilt damit wie [[selbstverständlich]] durch sich und seine einschlägige [[Bildung]] begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um [[wissenschaftlich]] anerkannt zu sein, müssen phänomologische Beurteilungen sich durch [[allgemein]] gültige Aussagen über das [[Einzelne]] erheben, ihm ein [[Wesen]] aus der [[Anschauung]] zuweisen, wodurch alle [[Einzelheiten]] sich aus sich und an sich selbst [[aufklären]] ließen. Doch in der bloßen Anschauung, im &#039;&#039;Sehen&#039;&#039; ist die [[Selbstverständlichkeit]] der phänomenal bestimmten Begegnung ganz offensichtlich nur von den [[Erfahrungen]] des therapeutischen [[Subjekts]] bestimmt, wodurch dessen [[Objekt]] immer weiter in sich hinein getrieben und bestimmt wurde. Das so genannte Ur-Ich war Husserls logische Konsequenz. Daraus kann schließlich eine [[totalitäre]] [[Theorie]] entstehen, die eine unendliche Vermengung ihrer Selbstverständlchkeiten in den Untiefen ihrer [[Praxis]] erschließt. Das konnte [[wissenschaftlich]] nicht einfach hingenommen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die zentrale Frage ist, wie die eigentümliche Einzigkeit des Ur-Ich zu verstehen ist. Die Radikalisierung der Reduktion führt zu einem scheinbar merkwürdig anmutenden Ergebnis, daß das Ur-Ich weder als eines noch als vieles zu charakterisieren ist. Dieser eigentümliche Charakter des Ur-Ich wird im VI. Kapitel anhand der Lehre von der intentionalen Modifikation eingehend erörtert. Dabei spielt eine charakteristische ,Rückwirkung’ der Modifikation auf den Urmodus eine zentrale Rolle. Die Erörterung dieser Modifikationsstruktur führt zu dem Resultat, daß die sogenannte ,Monadisierung’ bzw. ,monadische Pluralisierung’ des Ur-Ich nicht als – sei es reale oder metaphysische – Produktion zu interpretieren ist, in der sich aus dem einzigen Ursprung mehrere Resultate gleichermaßen ergeben. Diesem ,Produktionsmodell’ wird eine ursprüngliche unübersteigbare Perspektivität entgegengesetzt, die zur intentionalen Modifikation des Ich wesentlich gehört. In diesen Erörterungen wird sich herausstellen, daß die Lehre von der intentionalen Modifikation – insbesondere von der ,Sinnesverdoppelung’ – Einzigkeit und Vielheit der Subjektivität nicht als disjunktive Alternativen, sondern in ihrer ,Urspaltung’ und wesentlichen Zusammengehörigkeit zum Verständnis bringt. (Shigeru Taguchi Das Problem des Ur-Ich bei Edmund Husserl)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Husserl war immerhin gezwungen, ein [[Subjekt]] seiner [[wissenschaftliches]] [[Methode]] zu begründen. Das Schelling&#039;sche &#039;&#039;Ich==Ich&#039;&#039; der [[Phänomenologie]] war zu einem durch die [[normative]] Erfahrung [[institutionalisierter]] [[bürgerlicher Wissenschaft]] bestimmten Ur-Ich zu einer Lehre vom [[selbstevidenten]] [[Dasein]] seiner [[monadisch]] verstandenen [[Objekte]] einer &#039;&#039;[[Egologie]]&#039;&#039; geworden. Schon von da her war es ein selbstverständlicher Fortgang des phänomenologischen Denkens, sobald ihm der &#039;&#039;Zeitverlauf&#039;&#039; – sprich Geschichte – gleichgültig geworden war, einen Wesenskern des Ich als ein [[Objekte]] einer &#039;&#039;[[wirklich]] [[Objekte]] einer &#039;&#039;[[abstraakt Allgemeines]] der Anschauug, als ein Ur-Ich zu proklamieren. Damit sollten die Probleme dieser &#039;&#039;Wissenschaftichen Grundlage&#039;&#039; einer &#039;&#039;an der Jahrhundertwende in der Philosophie zum Durchbruch gekommene neuartige deskriptive Methode und eine aus ihr hervorgegangene apriorische Wissenschaft&#039;&#039; schon aufgehoben gelten. Zur gleichen Zeit arbeitete [[Martin Heidegger]] an seiner [[Fundamentalontologie]], die den Anspruch verfolgte, die durch ihn erneuerte &#039;&#039;Frage nach dem Sinn des Seins&#039;&#039; als Grundfrage aller Philosophie neu gestellt zu haben&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]). Hätte sich Husserl nicht als Erfinder einer &#039;&#039;genetischen Phänomenologie&#039;&#039; verstanden, so hätte er sich mit seinem Freund Heidegger beim gemeinsamen Spaziergang auf den schwarzwälder Holzwegen streiten müssen, denn was dieser dem vereinzelten Menschen zumutete, war für den &#039;&#039;[[Fubndanetalexistenialisten]]&#039;&#039; eine Sache des Volkes – nämlich &#039;&#039;die ursprünglichde gestimmte, wissende Entschlossenheit zum Wesen des Seins {zu erheben}. Und die geistige Welt eines Volkes [...] ist die Macht der tiefsten Bewahrung seiner erd- und bluthaften Kräfte als Macht der innersten Erregung und weitesten Erschütterung seines Daseins.&#039;&#039; (Martin Heidegger in seine Freiburger Rektoratsrede im Mai 1933 unter dem Titel: &#039;&#039;Die Selbstbehauptung der deutschen Universität&#039;&#039;). So blieb der Streit um das &#039;&#039;Ur-Ich&#039;&#039; und der &#039;&#039;Urgesellschaft&#039;&#039; unaufgelöst. Aber er war wohl auch nicht auflösbar, denn für die Phänomenpologie war das ja sowieso Einunddasselbe. &#039;&#039;Durch eingehende Untersuchungen der Husserlschen Evidenzkritik wird deutlich, daß der traditionelle Begriff der ,Apodiktizität’ als höchster Evidenz beim späten Husserl eine grundsätzliche Umdeutung erfährt. Die ,Apodiktizität’ des Ego ist nicht als diejenige Evidenz aufzufassen, die etwa einem kleinen ,reglosen’ Gebiet des Bewußtseins zukäme, sondern als das allerursprünglichste – einfachste und selbstverständlichste – Medium allen Bewußtseinslebens, das letztlich die Lebendigkeit des Lebens selbst ausmacht. Dabei wird eine eigentümliche Struktur der ichlichen Apodiktizität ,Ich gehe mir selbst vorher’ deutlich. Aufgrund dessen ist die radikale Vorgängigkeit des Ur-Ich als innere Differenz und unüberwindbare Fremdheit meines eigenen Ich-Seins für mich selbst zu deuten. Dies ermöglicht es in weiterer Folge, einerseits die Apodiktizität des eigenen Ich-Seins als die letzte Instanz der ,selbstverantwortlichen’ Aussage der Philosophie zu beanspruchen, andererseits den ,radikalen Entzug’ meiner eigenen Apodiktizität als eine lebendige ,Freiheit’ zu verstehen, mich von jedem objektiv Festgestellten lösen zu können und dieses – auch meine eigenen Gedanken und Aussagen – der offenen Kritik zu unterziehen.&#039;&#039; (Shigeru Taguchi &#039;&#039;Das Problem des Ur-Ich bei Edmund Husserl&#039;&#039;) Und das passte gut in die Zeit des Niedergangs der [[bürgerlichen Gesellschaft]] am Ende des 19. Jahrhundertss. Wo der [[vereinzelte]], der [[isolierte]] Mensch – der von seiner [[Gesellschaft]] [[abgetrennte]] Mensch – durch die [[allgemeine]] [[Vereinzelung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] (siehe [[Kapitalismus]]), durch sein [[existenzielles]] Privatvermögen (siehe auch [[Geldbesitz]]) – einen [[Selbstwert]] für sich erkennen kann, kann er die dadurch produzierten [[gewöhnlichen]] [[Minderwertigkeitsgefühle]] aus sich heraus setzen, sich selbst durch seine [[Erlebnisse]] in einer [[Kultur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] verwerten. Er wird seine [[Isolation]] nicht mehr [[wahrnehmen]], wohl aber die [[Kulte]] der [[Selbstverwertung]] mit und durch Seinesgleichen im [[Allgemeinen]] [[wahrhaben]]. Da jede [[Verwertung]] die [[Einzelnen]] von einander [[ausschließt]] stehen sie auch Kulturell in einem [[Konkurrenzverhältnis]] zu einander, können also auch nicht füreinander einstehen. Ihre [[Selbstbehauptungen]] erzeugen wie von selbst außer ihnen selbst eine [[mächtige]] [[Subjektivität]] der [[Vereinzelung]], ein [[&amp;gt;bürgerliches Subjekt]], das nichts außer sich sinnvoll findet und [[empfindet]], weil es keine Identität jenseits seiner [[Nützlichkeit]] für Andere geben kann. Aber gerade das macht es brauchbar für das [[Bedürfnis]] auf [[Einverleibung]] seiner gesellschaftlichen [[Substanz]] als [[Privatperson]] zwischen den Menschen (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher bekommt es ein [[kulturelles]] [[Wesen]] zugesprochen, das dem [[Wesen]] seiner [[wirtschaftlicchen]] Verhältnisse im [[Warentausch]] – dem [[Austausch]] von [[Gebrauchtwerten]] – der [[Form]] nach in der [[Selbstverwertung]] weitgehend entspricht (siehe [[).]] Wie ein Händler mit [[Gebrauchswerten]] seinen [[Besitz]] im [[Warentausch]] vergesellschaftet, vergesellschaftet es sich selbst als besonderer Mensch (siehe auch [[Selbstveredelung]]), der seine [[Selbstbezogenheit]] [[veräußert]] (siehe [[Tausch]]). Zu seiner [[Selbsttäuschung]] steht ihm ein &#039;&#039;[[Ich]]&#039;&#039; zu, das die [[gesellschaftlichen]] [[Institutionen]] hegen, um auch die [[bürgerliche Kultur]] als Maß und Ziel ihrer [[Verhältnisse]] zu pflegen – je verwahrloster sie sind, desto eilfertiger erschien die [[Notwendigkeit]] ihrer Verfolgung (siehe uch [[Dekadenz]]). Das sogenannte &#039;&#039;ICH&#039;&#039; gibt es aber nirgendwo [[wirklich]]. Es ist lediglich ein Konstrukt der Identitätsphilosophie, der [[Phänomenologie]] und der [[Psychoanalyse]] und soll substantivieren, was eine [[Selbstbehauptung]] ausmacht, was ihr [[Interesse]] [[subjektiv]] darstellbar und &#039;&#039;korrigierbar&#039;&#039; machen soll. Es ist aber ein absurdes Konstrukt, das aus einem eindeutig einzelnen Hinweis auf sich selbst eine kategoriale [[Verallgemeinerung]] macht. Diese soll darüber hinwegtäuschen, dass ein einzelner Mensch sich als Individuum nicht wissenschaftlich begreifen lässt, dass also eine [[Substanz]] aus substantivierten &#039;&#039;Fürwörtern&#039;&#039; nicht beweisbar sein kann. Um &#039;&#039;Ich&#039;&#039; zu sagen, bedarf es keiner Kategorie, weil Personalpronomen nicht schon der Beweis von mir sein kann. Ich bin schon im Reden, Schreiben, Machen usw. evident, meiner selbst mächtig. Weil es das so vermeinte &#039;&#039;Ich&#039;&#039; nur als [[Selbstbeziehung]] gibt und sich daher nur aus den [[Verhältnissen]] begreifen lässt, kann es nur eine [[Selbstbehauptung]] meinen. Schon Husserl, der Begründer der phänomenologische Methode hatte ein Problem, diese aus der Einfühlung wissenschaftlich – und also substanziell – zu belegen. Ein &#039;&#039;Ich&#039;&#039; wäre eigentlich nur ein persönliches Fürwort, ein Personalpronomen, das absurderweise zu einem Substantiv geworden wäre. Aber es war Fichte, der seine [[Logik]] auf der Formel &#039;&#039;Ich=Ich&#039;&#039; gegründet hatte, die er als [[Begriff]] der [[Subjektivität]] wie [[Objektivität]] in einem begriffen [[wissen]] wollte. Es bestünde schon durch diese leere Formel &#039;&#039;der Erklärungsgrund aller Thatsachen des empirischen Bewusstseyns, dass vor allem Setzen im Ich vorher das Ich selbst gesetzt sey&#039;&#039;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 95) Richtig mag sein, dass ich mich nicht als &#039;&#039;Nicht-Ich&#039;&#039; denken kann, aber die Umkehrung, dass ich dudurch mir schon gleichbleiben würde, dass ich mir auch immer durch ein Fürwort [[persönlich]] gleich blieb, nur weil ich der [[Form]] nach oder nominell ich für mich sein sollte und auch nur als dieses bleiben könnte, ist der Ausgangspunkt einer [[schlechten Unendlichkeit]] einer [[Selbstbeziehung]]. Die große Unbekannte der vermeintlichen [[Selbstgewissheit]] bliebe eine [[Abstraktion]], das große &#039;&#039;X&#039;&#039; bei Fichte. Ich könnte dann nämlich nur [[subjektiv]] sein, indem ich von mir absehe, um als Ich zu verbleiben, weil dies zugleich immer auch anders bliebe: &#039;&#039;etwas sey, das sich stets gleich, stets ein und dasselbe sey; und das schlechthin gesetzte X lässt sich auch so ausdrücken: Ich=Ich; Ich bin Ich&#039;&#039;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 94) Die Unterschiede von Wesen und Erscheinung wurde schließlich von Husserl in einen Unterschied ihres Zeitverlaufs &#039;&#039;logisch&#039;&#039; modifiziert: „Die neue Phänomenologie des Zeitbewusstseins in Husserls Bernauer Manuskripten“, in: Die erscheinende Welt. [...] In dieser Abhandlung sieht Bernet die Bernauer Manuskripte als Teil der „neuen Beschreibung des Zeitbewusstseins im Rahmen einer genetischen Phänomenologie“ an. Es heisst: „Den entscheidendsten Fortschritt über die früheren Zeittexte hinaus erzielen die Bernauer Manuskripte [...] vielmehr durch den neu entwickelten und konsequent durchgeführten Übergang zu einer «genetischen» Phänomenologie“. (zitiert nach Takeru Eguchi über &#039;&#039;Husserl: Der Anfang einer &#039;&#039;Phänomenologie der Phänomenologie&#039;&#039;) Nach Husserl ist eine [[wissenschaftliche]] Urteilsbildung (siehe [[Urteil]]) von ihrem &#039;&#039;Denkverlauf&#039;&#039; nicht zu unterscheiden, [[Gegenstand]] und [[Bewusstsein]] Einunddasselbe. Damit wird das [[Denken]] selbst als real aufgefasst, die ganze [[Wirklichkeit]] als herrschendes [[Dasein]] von [[Gedanken]] – ganz im Sinne von [[Martin Heideggers]] [[Fundamentalontologie]] – die ganze Welt nur ein Produkt von Gedanken, die Welt selbst nur eine [[Konstruktion]] des [[eigentlich]] [[Seienden]] (siehe [[Konstruktivismus]]). Die [[Wahrnehmung]] ist im [[Dasein]] ihrer [[Erfahrungen]] rein [[subjektiv]] und [[erscheint]] aus dem [[Belieben]] der [[Subjekte]] schon durch ihre [[Selbstverständichkeiten]] aus ihren [[Gewohnheiten]] erwiesen. Bei ihrer [[Wahrnehmung]] sind sie also immer zunächst [[ausschießlich]] [[einzeln]] und in einer [[Gesellschaft]] der [[Vereinzelungen]] für sich und durch sich schon rein phänomenal (siehe [[Phänomenologie]]) [[wahr]]. Ein [[Zweifel]] hierüber lässt sich Von daher nicht widerlegen. Aber was sie in [[Wahrheit]] im Großen und [[Ganzen]] sind, lässt sich durch eine [[Analyse]] ihrer [[Vereinzelung]] [[ergründen]], also in dem [[beweisen]], was zwischen den [[Einzelheiten]], was im [[Dazwischensein]] ihrer [[Gegenstände]] ihren Zusammenhang ausmacht und also empirisch durch ihre [[Beziehung]] zusammenhängt, so verbunden ist, wie es im [[Allgemeinen]] [[erfahren]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon von da her war es ein selbstverständlicher Fortgang des phänomenologischen Denkens, sobald ihm der &#039;&#039;Zeitverlauf&#039;&#039; – sprich Geschichte – gleichgültig geworden war, einen Wesenskern des Ich als ein [[Objekte]] einer &#039;&#039;[[wirklich]] [[Objekte]] einer &#039;&#039;[[abstraakt Allgemeines]] der Anschauug, als ein Ur-Ich zu proklamieren. Damit sollten die Probleme dieser &#039;&#039;Wissenschaftichen Grundlage&#039;&#039; einer &#039;&#039;an der Jahrhundertwende in der Philosophie zum Durchbruch gekommene neuartige deskriptive Methode und eine aus ihr hervorgegangene apriorische Wissenschaft&#039;&#039; schon aufgehoben gelten. Zur gleichen Zeit arbeitete [[Martin Heidegger]] an seiner [[Fundamentalontologie]], die den Anspruch verfolgte, die durch ihn erneuerte &#039;&#039;Frage nach dem Sinn des Seins&#039;&#039; als Grundfrage aller Philosophie neu gestellt zu haben&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]). Hätte sich Husserl nicht als Erfinder einer &#039;&#039;genetischen Phänomenologie&#039;&#039; verstanden, so hätte er sich mit seinem Freund Heidegger beim gemeinsamen Spaziergang auf den schwarzwälder Holzwegen streiten müssen, denn was dieser dem vereinzelten Menschen zumutete, war für den &#039;&#039;[[Fubndanetalexistenialisten]]&#039;&#039; eine Sache des Volkes – nämlich &#039;&#039;die ursprünglichde gestimmte, wissende Entschlossenheit zum Wesen des Seins {zu erheben}. Und die geistige Welt eines Volkes [...] ist die Macht der tiefsten Bewahrung seiner erd- und bluthaften Kräfte als Macht der innersten Erregung und weitesten Erschütterung seines Daseins.&#039;&#039; (Martin Heidegger in seine Freiburger Rektoratsrede im Mai 1933 unter dem Titel: &#039;&#039;Die Selbstbehauptung der deutschen Universität&#039;&#039;). So blieb der Streit um das &#039;&#039;Ur-Ich&#039;&#039; und der &#039;&#039;Urgesellschaft&#039;&#039; unaufgelöst. Aber er war wohl auch nicht auflösbar, denn für die Phänomenpologie war das ja sowieso Einunddasselbe. &#039;&#039;Durch eingehende Untersuchungen der Husserlschen Evidenzkritik wird deutlich, daß der traditionelle Begriff der ,Apodiktizität’ als höchster Evidenz beim späten Husserl eine grundsätzliche Umdeutung erfährt. Die ,Apodiktizität’ des Ego ist nicht als diejenige Evidenz aufzufassen, die etwa einem kleinen ,reglosen’ Gebiet des Bewußtseins zukäme, sondern als das allerursprünglichste – einfachste und selbstverständlichste – Medium allen Bewußtseinslebens, das letztlich die Lebendigkeit des Lebens selbst ausmacht. Dabei wird eine eigentümliche Struktur der ichlichen Apodiktizität ,Ich gehe mir selbst vorher’ deutlich. Aufgrund dessen ist die radikale Vorgängigkeit des Ur-Ich als innere Differenz und unüberwindbare Fremdheit meines eigenen Ich-Seins für mich selbst zu deuten. Dies ermöglicht es in weiterer Folge, einerseits die Apodiktizität des eigenen Ich-Seins als die letzte Instanz der ,selbstverantwortlichen’ Aussage der Philosophie zu beanspruchen, andererseits den ,radikalen Entzug’ meiner eigenen Apodiktizität als eine lebendige ,Freiheit’ zu verstehen, mich von jedem objektiv Festgestellten lösen zu können und dieses – auch meine eigenen Gedanken und Aussagen – der offenen Kritik zu unterziehen.&#039;&#039; (Shigeru Taguchi &#039;&#039;Das Problem des Ur-Ich bei Edmund Husserl&#039;&#039;) Und das passte gut in die Zeit des Niedergangs der [[bürgerlichen Gesellschaft]] am Ende des 19. Jahrhundertss. Wo der [[vereinzelte]], der [[isolierte]] Mensch – der von seiner [[Gesellschaft]] [[abgetrennte]] Mensch – durch die [[allgemeine]] [[Vereinzelung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] (siehe [[Kapitalismus]]), durch sein [[existenzielles]] Privatvermögen (siehe auch [[Geldbesitz]]) – einen [[Selbstwert]] für sich erkennen kann, kann er die dadurch produzierten [[gewöhnlichen]] [[Minderwertigkeitsgefühle]] aus sich heraus setzen, sich selbst durch seine [[Erlebnisse]] in einer [[Kultur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] verwerten. Er wird seine [[Isolation]] nicht mehr [[wahrnehmen]], wohl aber die [[Kulte]] der [[Selbstverwertung]] mit und durch Seinesgleichen im [[Allgemeinen]] [[wahrhaben]]. Da jede [[Verwertung]] die [[Einzelnen]] von einander [[ausschließt]] stehen sie auch Kulturell in einem [[Konkurrenzverhältnis]] zu einander, können also auch nicht füreinander einstehen. Ihre [[Selbstbehauptungen]] erzeugen wie von selbst außer ihnen selbst eine [[mächtige]] [[Subjektivität]] der [[Vereinzelung]], ein [[&amp;gt;bürgerliches Subjekt]], das nichts außer sich sinnvoll findet und [[empfindet]], weil es keine Identität jenseits seiner [[Nützlichkeit]] für Andere geben kann. Aber gerade das macht es brauchbar für das [[Bedürfnis]] auf [[Einverleibung]] seiner gesellschaftlichen [[Substanz]] als [[Privatperson]] zwischen den Menschen (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher bekommt es ein [[kulturelles]] [[Wesen]] zugesprochen, das dem [[Wesen]] seiner [[wirtschaftlicchen]] Verhältnisse im [[Warentausch]] – dem [[Austausch]] von [[Gebrauchtwerten]] – der [[Form]] nach in der [[Selbstverwertung]] weitgehend entspricht (siehe [[).]] Wie ein Händler mit [[Gebrauchswerten]] seinen [[Besitz]] im [[Warentausch]] vergesellschaftet, vergesellschaftet es sich selbst als besonderer Mensch (siehe auch [[Selbstveredelung]]), der seine [[Selbstbezogenheit]] [[veräußert]] (siehe [[Tausch]]). Zu seiner [[Selbsttäuschung]] steht ihm ein &#039;&#039;[[Ich]]&#039;&#039; zu, das die [[gesellschaftlichen]] [[Institutionen]] hegen, um auch die [[bürgerliche Kultur]] als Maß und Ziel ihrer [[Verhältnisse]] zu pflegen – je verwahrloster sie sind, desto eilfertiger erschien die [[Notwendigkeit]] ihrer Verfolgung (siehe uch [[Dekadenz]]). Das sogenannte &#039;&#039;ICH&#039;&#039; gibt es aber nirgendwo [[wirklich]]. Es ist lediglich ein Konstrukt der Identitätsphilosophie, der [[Phänomenologie]] und der [[Psychoanalyse]] und soll substantivieren, was eine [[Selbstbehauptung]] ausmacht, was ihr [[Interesse]] [[subjektiv]] darstellbar und &#039;&#039;korrigierbar&#039;&#039; machen soll. Es ist aber ein absurdes Konstrukt, das aus einem eindeutig einzelnen Hinweis auf sich selbst eine kategoriale [[Verallgemeinerung]] macht. Diese soll darüber hinwegtäuschen, dass ein einzelner Mensch sich als Individuum nicht wissenschaftlich begreifen lässt, dass also eine [[Substanz]] aus substantivierten &#039;&#039;Fürwörtern&#039;&#039; nicht beweisbar sein kann. Um &#039;&#039;Ich&#039;&#039; zu sagen, bedarf es keiner Kategorie, weil Personalpronomen nicht schon der Beweis von mir sein kann. Ich bin schon im Reden, Schreiben, Machen usw. evident, meiner selbst mächtig. Weil es das so vermeinte &#039;&#039;Ich&#039;&#039; nur als [[Selbstbeziehung]] gibt und sich daher nur aus den [[Verhältnissen]] begreifen lässt, kann es nur eine [[Selbstbehauptung]] meinen. Schon Husserl, der Begründer der phänomenologische Methode hatte ein Problem, diese aus der Einfühlung wissenschaftlich – und also substanziell – zu belegen. Ein &#039;&#039;Ich&#039;&#039; wäre eigentlich nur ein persönliches Fürwort, ein Personalpronomen, das absurderweise zu einem Substantiv geworden wäre. Aber es war Fichte, der seine [[Logik]] auf der Formel &#039;&#039;Ich=Ich&#039;&#039; gegründet hatte, die er als [[Begriff]] der [[Subjektivität]] wie [[Objektivität]] in einem begriffen [[wissen]] wollte. Es bestünde schon durch diese leere Formel &#039;&#039;der Erklärungsgrund aller Thatsachen des empirischen Bewusstseyns, dass vor allem Setzen im Ich vorher das Ich selbst gesetzt sey&#039;&#039;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 95) Richtig mag sein, dass ich mich nicht als &#039;&#039;Nicht-Ich&#039;&#039; denken kann, aber die Umkehrung, dass ich dudurch mir schon gleichbleiben würde, dass ich mir auch immer durch ein Fürwort [[persönlich]] gleich blieb, nur weil ich der [[Form]] nach oder nominell ich für mich sein sollte und auch nur als dieses bleiben könnte, ist der Ausgangspunkt einer [[schlechten Unendlichkeit]] einer [[Selbstbeziehung]]. Die große Unbekannte der vermeintlichen [[Selbstgewissheit]] bliebe eine [[Abstraktion]], das große &#039;&#039;X&#039;&#039; bei Fichte. Ich könnte dann nämlich nur [[subjektiv]] sein, indem ich von mir absehe, um als Ich zu verbleiben, weil dies zugleich immer auch anders bliebe: &#039;&#039;etwas sey, das sich stets gleich, stets ein und dasselbe sey; und das schlechthin gesetzte X lässt sich auch so ausdrücken: Ich=Ich; Ich bin Ich&#039;&#039;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 94) Die Unterschiede von Wesen und Erscheinung wurde schließlich von Husserl in einen Unterschied ihres Zeitverlaufs &#039;&#039;logisch&#039;&#039; modifiziert: „Die neue Phänomenologie des Zeitbewusstseins in Husserls Bernauer Manuskripten“, in: Die erscheinende Welt. [...] In dieser Abhandlung sieht Bernet die Bernauer Manuskripte als Teil der „neuen Beschreibung des Zeitbewusstseins im Rahmen einer genetischen Phänomenologie“ an. Es heisst: „Den entscheidendsten Fortschritt über die früheren Zeittexte hinaus erzielen die Bernauer Manuskripte [...] vielmehr durch den neu entwickelten und konsequent durchgeführten Übergang zu einer «genetischen» Phänomenologie“. (zitiert nach Takeru Eguchi über &#039;&#039;Husserl: Der Anfang einer &#039;&#039;Phänomenologie der Phänomenologie&#039;&#039;) Nach Husserl ist eine [[wissenschaftliche]] Urteilsbildung (siehe [[Urteil]]) von ihrem &#039;&#039;Denkverlauf&#039;&#039; nicht zu unterscheiden, [[Gegenstand]] und [[Bewusstsein]] Einunddasselbe. Damit wird das [[Denken]] selbst als real aufgefasst, die ganze [[Wirklichkeit]] als herrschendes [[Dasein]] von [[Gedanken]] – ganz im Sinne von [[Martin Heideggers]] [[Fundamentalontologie]] – die ganze Welt nur ein Produkt von Gedanken, die Welt selbst nur eine [[Konstruktion]] des [[eigentlich]] [[Seienden]] (siehe [[Konstruktivismus]]). Die [[Wahrnehmung]] ist im [[Dasein]] ihrer [[Erfahrungen]] rein [[subjektiv]] und [[erscheint]] aus dem [[Belieben]] der [[Subjekte]] schon durch ihre [[Selbstverständichkeiten]] aus ihren [[Gewohnheiten]] erwiesen. Bei ihrer [[Wahrnehmung]] sind sie also immer zunächst [[ausschießlich]] [[einzeln]] und in einer [[Gesellschaft]] der [[Vereinzelungen]] für sich und durch sich schon rein phänomenal (siehe [[Phänomenologie]]) [[wahr]]. Ein [[Zweifel]] hierüber lässt sich Von daher nicht widerlegen. Aber was sie in [[Wahrheit]] im Großen und [[Ganzen]] sind, lässt sich durch eine [[Analyse]] ihrer [[Vereinzelung]] [[ergründen]], also in dem [[beweisen]], was zwischen den [[Einzelheiten]], was im [[Dazwischensein]] ihrer [[Gegenstände]] ihren Zusammenhang ausmacht und also empirisch durch ihre [[Beziehung]] zusammenhängt, so verbunden ist, wie es im [[Allgemeinen]] [[erfahren]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Durch eingehende Untersuchungen der Husserlschen Evidenzkritik wird deutlich, daß der traditionelle Begriff der ,Apodiktizität’ als höchster Evidenz beim späten Husserl eine grundsätzliche Umdeutung erfährt. Die ,Apodiktizität’ des Ego ist nicht als diejenige Evidenz aufzufassen, die etwa einem kleinen ,reglosen’ Gebiet des Bewußtseins zukäme, sondern als das allerursprünglichste – einfachste und selbstverständlichste – Medium allen Bewußtseinslebens, das letztlich die Lebendigkeit des Lebens selbst ausmacht. Dabei wird eine eigentümliche Struktur der ichlichen Apodiktizität ,Ich gehe mir selbst vorher’ deutlich. Aufgrund dessen ist die radikale Vorgängigkeit des Ur-Ich als innere Differenz und unüberwindbare Fremdheit meines eigenen Ich-Seins für mich selbst zu deuten. Dies ermöglicht es in weiterer Folge, einerseits die Apodiktizität des eigenen Ich-Seins als die letzte Instanz der ,selbstverantwortlichen’ Aussage der Philosophie zu beanspruchen, andererseits den ,radikalen Entzug’ meiner eigenen Apodiktizität als eine lebendige ,Freiheit’ zu verstehen, mich von jedem objektiv Festgestellten lösen zu können und dieses – auch meine eigenen Gedanken und Aussagen – der offenen Kritik zu unterziehen.&#039;&#039; (Shigeru Taguchi &#039;&#039;Das Problem des Ur-Ich bei Edmund Husserl&#039;&#039;) Und das passte gut in die Zeit des Niedergangs der [[bürgerlichen Gesellschaft]] am Ende des 19. Jahrhundertss. Wo der [[vereinzelte]], der [[isolierte]] Mensch – der von seiner [[Gesellschaft]] [[abgetrennte]] Mensch – durch die [[allgemeine]] [[Vereinzelung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] (siehe [[Kapitalismus]]), durch sein [[existenzielles]] Privatvermögen (siehe auch [[Geldbesitz]]) – einen [[Selbstwert]] für sich erkennen kann, kann er die dadurch produzierten [[gewöhnlichen]] [[Minderwertigkeitsgefühle]] aus sich heraus setzen, sich selbst durch seine [[Erlebnisse]] in einer [[Kultur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] verwerten. Er wird seine [[Isolation]] nicht mehr [[wahrnehmen]], wohl aber die [[Kulte]] der [[Selbstverwertung]] mit und durch Seinesgleichen im [[Allgemeinen]] [[wahrhaben]]. Da jede [[Verwertung]] die [[Einzelnen]] von einander [[ausschließt]] stehen sie auch Kulturell in einem [[Konkurrenzverhältnis]] zu einander, können also auch nicht füreinander einstehen. Ihre [[Selbstbehauptungen]] erzeugen wie von selbst außer ihnen selbst eine [[mächtige]] [[Subjektivität]] der [[Vereinzelung]], ein [[&amp;gt;bürgerliches Subjekt]], das nichts außer sich sinnvoll findet und [[empfindet]], weil es keine Identität jenseits seiner [[Nützlichkeit]] für Andere geben kann. Aber gerade das macht es brauchbar für das [[Bedürfnis]] auf [[Einverleibung]] seiner gesellschaftlichen [[Substanz]] als [[Privatperson]] zwischen den Menschen (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher bekommt es ein [[kulturelles]] [[Wesen]] zugesprochen, das dem [[Wesen]] seiner [[wirtschaftlicchen]] Verhältnisse im [[Warentausch]] – dem [[Austausch]] von [[Gebrauchtwerten]] – der [[Form]] nach in der [[Selbstverwertung]] weitgehend entspricht (siehe [[).]] Wie ein Händler mit [[Gebrauchswerten]] seinen [[Besitz]] im [[Warentausch]] vergesellschaftet, vergesellschaftet es sich selbst als besonderer Mensch (siehe auch [[Selbstveredelung]]), der seine [[Selbstbezogenheit]] [[veräußert]] (siehe [[Tausch]]). Zu seiner [[Selbsttäuschung]] steht ihm ein &#039;&#039;[[Ich]]&#039;&#039; zu, das die [[gesellschaftlichen]] [[Institutionen]] hegen, um auch die [[bürgerliche Kultur]] als Maß und Ziel ihrer [[Verhältnisse]] zu pflegen – je verwahrloster sie sind, desto eilfertiger erschien die [[Notwendigkeit]] ihrer Verfolgung (siehe uch [[Dekadenz]]). Das sogenannte &#039;&#039;ICH&#039;&#039; gibt es aber nirgendwo [[wirklich]]. Es ist lediglich ein Konstrukt der Identitätsphilosophie, der [[Phänomenologie]] und der [[Psychoanalyse]] und soll substantivieren, was eine [[Selbstbehauptung]] ausmacht, was ihr [[Interesse]] [[subjektiv]] darstellbar und &#039;&#039;korrigierbar&#039;&#039; machen soll. Es ist aber ein absurdes Konstrukt, das aus einem eindeutig einzelnen Hinweis auf sich selbst eine kategoriale [[Verallgemeinerung]] macht. Diese soll darüber hinwegtäuschen, dass ein einzelner Mensch sich als Individuum nicht wissenschaftlich begreifen lässt, dass also eine [[Substanz]] aus substantivierten &#039;&#039;Fürwörtern&#039;&#039; nicht beweisbar sein kann. Um &#039;&#039;Ich&#039;&#039; zu sagen, bedarf es keiner Kategorie, weil Personalpronomen nicht schon der Beweis von mir sein kann. Ich bin schon im Reden, Schreiben, Machen usw. evident, meiner selbst mächtig. Weil es das so vermeinte &#039;&#039;Ich&#039;&#039; nur als [[Selbstbeziehung]] gibt und sich daher nur aus den [[Verhältnissen]] begreifen lässt, kann es nur eine [[Selbstbehauptung]] meinen. Schon Husserl, der Begründer der phänomenologische Methode hatte ein Problem, diese aus der Einfühlung wissenschaftlich – und also substanziell – zu belegen. Ein &#039;&#039;Ich&#039;&#039; wäre eigentlich nur ein persönliches Fürwort, ein Personalpronomen, das absurderweise zu einem Substantiv geworden wäre. Aber es war Fichte, der seine [[Logik]] auf der Formel &#039;&#039;Ich=Ich&#039;&#039; gegründet hatte, die er als [[Begriff]] der [[Subjektivität]] wie [[Objektivität]] in einem begriffen [[wissen]] wollte. Es bestünde schon durch diese leere Formel &#039;&#039;der Erklärungsgrund aller Thatsachen des empirischen Bewusstseyns, dass vor allem Setzen im Ich vorher das Ich selbst gesetzt sey&#039;&#039;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 95) Richtig mag sein, dass ich mich nicht als &#039;&#039;Nicht-Ich&#039;&#039; denken kann, aber die Umkehrung, dass ich dudurch mir schon gleichbleiben würde, dass ich mir auch immer durch ein Fürwort [[persönlich]] gleich blieb, nur weil ich der [[Form]] nach oder nominell ich für mich sein sollte und auch nur als dieses bleiben könnte, ist der Ausgangspunkt einer [[schlechten Unendlichkeit]] einer [[Selbstbeziehung]]. Die große Unbekannte der vermeintlichen [[Selbstgewissheit]] bliebe eine [[Abstraktion]], das große &#039;&#039;X&#039;&#039; bei Fichte. Ich könnte dann nämlich nur [[subjektiv]] sein, indem ich von mir absehe, um als Ich zu verbleiben, weil dies zugleich immer auch anders bliebe: &#039;&#039;etwas sey, das sich stets gleich, stets ein und dasselbe sey; und das schlechthin gesetzte X lässt sich auch so ausdrücken: Ich=Ich; Ich bin Ich&#039;&#039;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 94) Die Unterschiede von Wesen und Erscheinung wurde schließlich von Husserl in einen Unterschied ihres Zeitverlaufs &#039;&#039;logisch&#039;&#039; modifiziert: „Die neue Phänomenologie des Zeitbewusstseins in Husserls Bernauer Manuskripten“, in: Die erscheinende Welt. [...] In dieser Abhandlung sieht Bernet die Bernauer Manuskripte als Teil der „neuen Beschreibung des Zeitbewusstseins im Rahmen einer genetischen Phänomenologie“ an. Es heisst: „Den entscheidendsten Fortschritt über die früheren Zeittexte hinaus erzielen die Bernauer Manuskripte [...] vielmehr durch den neu entwickelten und konsequent durchgeführten Übergang zu einer «genetischen» Phänomenologie“. (zitiert nach Takeru Eguchi über &#039;&#039;Husserl: Der Anfang einer &#039;&#039;Phänomenologie der Phänomenologie&#039;&#039;) Nach Husserl ist eine [[wissenschaftliche]] Urteilsbildung (siehe [[Urteil]]) von ihrem &#039;&#039;Denkverlauf&#039;&#039; nicht zu unterscheiden, [[Gegenstand]] und [[Bewusstsein]] Einunddasselbe. Damit wird das [[Denken]] selbst als real aufgefasst, die ganze [[Wirklichkeit]] als herrschendes [[Dasein]] von [[Gedanken]] – ganz im Sinne von [[Martin Heideggers]] [[Fundamentalontologie]] – die ganze Welt nur ein Produkt von Gedanken, die Welt selbst nur eine [[Konstruktion]] des [[eigentlich]] [[Seienden]] (siehe [[Konstruktivismus]]). Die [[Wahrnehmung]] ist im [[Dasein]] ihrer [[Erfahrungen]] rein [[subjektiv]] und [[erscheint]] aus dem [[Belieben]] der [[Subjekte]] schon durch ihre [[Selbstverständichkeiten]] aus ihren [[Gewohnheiten]] erwiesen. Bei ihrer [[Wahrnehmung]] sind sie also immer zunächst [[ausschießlich]] [[einzeln]] und in einer [[Gesellschaft]] der [[Vereinzelungen]] für sich und durch sich schon rein phänomenal (siehe [[Phänomenologie]]) [[wahr]]. Ein [[Zweifel]] hierüber lässt sich Von daher nicht widerlegen. Aber was sie in [[Wahrheit]] im Großen und [[Ganzen]] sind, lässt sich durch eine [[Analyse]] ihrer [[Vereinzelung]] [[ergründen]], also in dem [[beweisen]], was zwischen den [[Einzelheiten]], was im [[Dazwischensein]] ihrer [[Gegenstände]] ihren Zusammenhang ausmacht und also empirisch durch ihre [[Beziehung]] zusammenhängt, so verbunden ist, wie es im [[Allgemeinen]] [[erfahren]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Durch eingehende Untersuchungen der Husserlschen Evidenzkritik wird deutlich, daß der traditionelle Begriff der ,Apodiktizität’ als höchster Evidenz beim späten Husserl eine grundsätzliche Umdeutung erfährt. Die ,Apodiktizität’ des Ego ist nicht als diejenige Evidenz aufzufassen, die etwa einem kleinen ,reglosen’ Gebiet des Bewußtseins zukäme, sondern als das allerursprünglichste – einfachste und selbstverständlichste – Medium allen Bewußtseinslebens, das letztlich die Lebendigkeit des Lebens selbst ausmacht. Dabei wird eine eigentümliche Struktur der ichlichen Apodiktizität ,Ich gehe mir selbst vorher’ deutlich. Aufgrund dessen ist die radikale Vorgängigkeit des Ur-Ich als innere Differenz und unüberwindbare Fremdheit meines eigenen Ich-Seins für mich selbst zu deuten. Dies ermöglicht es in weiterer Folge, einerseits die Apodiktizität des eigenen Ich-Seins als die letzte Instanz der ,selbstverantwortlichen’ Aussage der Philosophie zu beanspruchen, andererseits den ,radikalen Entzug’ meiner eigenen Apodiktizität als eine lebendige ,Freiheit’ zu verstehen, mich von jedem objektiv Festgestellten lösen zu können und dieses – auch meine eigenen Gedanken und Aussagen – der offenen Kritik zu unterziehen. (Shigeru Taguchi Das Problem des Ur-Ich bei Edmund Husserl)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das passte gut in die Zeit des Niedergangs der [[bürgerlichen Gesellschaft]] am Ende des 19. Jahrhundertss. Wo der [[vereinzelte]], der [[isolierte]] Mensch – der von seiner [[Gesellschaft]] [[abgetrennte]] Mensch – durch die [[allgemeine]] [[Vereinzelung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] (siehe [[Kapitalismus]]), durch sein [[existenzielles]] Privatvermögen (siehe auch [[Geldbesitz]]) – einen [[Selbstwert]] für sich erkennen kann, kann er die dadurch produzierten [[gewöhnlichen]] [[Minderwertigkeitsgefühle]] aus sich heraus setzen, sich selbst durch seine [[Erlebnisse]] in einer [[Kultur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] verwerten. Er wird seine [[Isolation]] nicht mehr [[wahrnehmen]], wohl aber die [[Kulte]] der [[Selbstverwertung]] mit und durch Seinesgleichen im [[Allgemeinen]] [[wahrhaben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da jede [[Verwertung]] die [[Einzelnen]] von einander [[ausschließt]] stehen sie auch Kulturell in einem [[Konkurrenzverhältnis]] zu einander, können also auch nicht füreinander einstehen. Ihre [[Selbstbehauptungen]] erzeugen wie von selbst außer ihnen selbst eine [[mächtige]] [[Subjektivität]] der [[Vereinzelung]], ein [[&amp;gt;bürgerliches Subjekt]], das nichts außer sich sinnvoll findet und [[empfindet]], weil es keine Identität jenseits seiner [[Nützlichkeit]] für Andere geben kann. Aber gerade das macht es brauchbar für das [[Bedürfnis]] auf [[Einverleibung]] seiner gesellschaftlichen [[Substanz]] als [[Privatperson]] zwischen den Menschen (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher bekommt es ein [[kulturelles]] [[Wesen]] zugesprochen, das dem [[Wesen]] seiner [[wirtschaftlicchen]] Verhältnisse im [[Warentausch]] – dem [[Austausch]] von [[Gebrauchtwerten]] – der [[Form]] nach in der [[Selbstverwertung]] weitgehend entspricht (siehe [[).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Händler mit [[Gebrauchswerten]] seinen [[Besitz]] im [[Warentausch]] vergesellschaftet, vergesellschaftet es sich selbst als besonderer Mensch (siehe auch [[Selbstveredelung]]), der seine [[Selbstbezogenheit]] [[veräußert]] (siehe [[Tausch]]). Zu seiner [[Selbsttäuschung]] steht ihm ein &#039;&#039;[[Ich]]&#039;&#039; zu, das die [[gesellschaftlichen]] [[Institutionen]] hegen, um auch die [[bürgerliche Kultur]] als Maß und Ziel ihrer [[Verhältnisse]] zu pflegen – je verwahrloster sie sind, desto eilfertiger erschien die [[Notwendigkeit]] ihrer Verfolgung (siehe uch [[Dekadenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte &#039;&#039;ICH&#039;&#039; gibt es aber nirgendwo [[wirklich]]. Es ist lediglich ein Konstrukt der Identitätsphilosophie, der [[Phänomenologie]] und der [[Psychoanalyse]] und soll substantivieren, was eine [[Selbstbehauptung]] ausmacht, was ihr [[Interesse]] [[subjektiv]] darstellbar und &#039;&#039;korrigierbar&#039;&#039; machen soll. Es ist aber ein absurdes Konstrukt, das aus einem eindeutig einzelnen Hinweis auf sich selbst eine kategoriale [[Verallgemeinerung]] macht. Diese soll darüber hinwegtäuschen, dass ein einzelner Mensch sich als Individuum nicht wissenschaftlich begreifen lässt, dass also eine [[Substanz]] aus substantivierten &#039;&#039;Fürwörtern&#039;&#039; nicht beweisbar sein kann. Um &#039;&#039;Ich&#039;&#039; zu sagen, bedarf es keiner Kategorie, weil Personalpronomen nicht schon der Beweis von mir sein kann. Ich bin schon im Reden, Schreiben, Machen usw. evident, meiner selbst mächtig. Weil es das so vermeinte &#039;&#039;Ich&#039;&#039; nur als [[Selbstbeziehung]] gibt und sich daher nur aus den [[Verhältnissen]] begreifen lässt, kann es nur eine [[Selbstbehauptung]] meinen. Schon Husserl, der Begründer der phänomenologische Methode hatte ein Problem, diese aus der Einfühlung wissenschaftlich – und also substanziell – zu belegen. Ein &#039;&#039;Ich&#039;&#039; wäre eigentlich nur ein persönliches Fürwort, ein Personalpronomen, das absurderweise zu einem Substantiv geworden wäre. Aber es war Fichte, der seine [[Logik]] auf der Formel &#039;&#039;Ich=Ich&#039;&#039; gegründet hatte, die er als [[Begriff]] der [[Subjektivität]] wie [[Objektivität]] in einem begriffen [[wissen]] wollte. Es bestünde schon durch diese leere Formel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;der Erklärungsgrund aller Thatsachen des empirischen Bewusstseyns, dass vor allem Setzen im Ich vorher das Ich selbst gesetzt sey. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 95)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtig mag sein, dass ich mich nicht als &#039;&#039;Nicht-Ich&#039;&#039; denken kann, aber die Umkehrung, dass ich dudurch mir schon gleichbleiben würde, dass ich mir auch immer durch ein Fürwort [[persönlich]] gleich blieb, nur weil ich der [[Form]] nach oder nominell ich für mich sein sollte und auch nur als dieses bleiben könnte, ist der Ausgangspunkt einer [[schlechten Unendlichkeit]] einer [[Selbstbeziehung]]. Die große Unbekannte der vermeintlichen [[Selbstgewissheit]] bliebe eine [[Abstraktion]], das große &#039;&#039;X&#039;&#039; bei Fichte. Ich könnte dann nämlich nur [[subjektiv]] sein, indem ich von mir absehe, um als Ich zu verbleiben, weil dies zugleich immer auch anders bliebe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;etwas sey, das sich stets gleich, stets ein und dasselbe sey; und das schlechthin gesetzte X lässt sich auch so ausdrücken: Ich=Ich; Ich bin Ich. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 94)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterschiede von Wesen und Erscheinung wurde schließlich von Husserl in einen Unterschied ihres Zeitverlaufs &#039;&#039;logisch&#039;&#039; modifiziert: „Die neue Phänomenologie des Zeitbewusstseins in Husserls Bernauer Manuskripten“, in: Die erscheinende Welt. [...] In dieser Abhandlung sieht Bernet die Bernauer Manuskripte als Teil der „neuen Beschreibung des Zeitbewusstseins im Rahmen einer genetischen Phänomenologie“ an. Es heisst: „Den entscheidendsten Fortschritt über die früheren Zeittexte hinaus erzielen die Bernauer Manuskripte [...] vielmehr durch den neu entwickelten und konsequent durchgeführten Übergang zu einer «genetischen» Phänomenologie“. (zitiert nach Takeru Eguchi über &#039;&#039;Husserl: Der Anfang einer &#039;&#039;Phänomenologie der Phänomenologie&#039;&#039;) Nach Husserl ist eine [[wissenschaftliche]] Urteilsbildung (siehe [[Urteil]]) von ihrem &#039;&#039;Denkverlauf&#039;&#039; nicht zu unterscheiden, [[Gegenstand]] und [[Bewusstsein]] Einunddasselbe. Damit wird das [[Denken]] selbst als real aufgefasst, die ganze [[Wirklichkeit]] als herrschendes [[Dasein]] von [[Gedanken]] – ganz im Sinne von [[Martin Heideggers]] [[Fundamentalontologie]] – die ganze Welt nur ein Produkt von Gedanken, die Welt selbst nur eine [[Konstruktion]] des [[eigentlich]] [[Seienden]] (siehe [[Konstruktivismus]]). Die [[Wahrnehmung]] ist im [[Dasein]] ihrer [[Erfahrungen]] rein [[subjektiv]] und [[erscheint]] aus dem [[Belieben]] der [[Subjekte]] schon durch ihre [[Selbstverständichkeiten]] aus ihren [[Gewohnheiten]] erwiesen. Bei ihrer [[Wahrnehmung]] sind sie also immer zunächst [[ausschießlich]] [[einzeln]] und in einer [[Gesellschaft]] der [[Vereinzelungen]] für sich und durch sich schon rein phänomenal (siehe [[Phänomenologie]]) [[wahr]]. Ein [[Zweifel]] hierüber lässt sich Von daher nicht widerlegen. Aber was sie in [[Wahrheit]] im Großen und [[Ganzen]] sind, lässt sich durch eine [[Analyse]] ihrer [[Vereinzelung]] [[ergründen]], also in dem [[beweisen]], was zwischen den [[Einzelheiten]], was im [[Dazwischensein]] ihrer [[Gegenstände]] ihren Zusammenhang ausmacht und also empirisch durch ihre [[Beziehung]] zusammenhängt, so verbunden ist, wie es im [[Allgemeinen]] [[erfahren]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Die neue Phänomenologie des Zeitbewusstseins in Husserls Bernauer Manuskripten“, in: Die erscheinende Welt. [...] In dieser Abhandlung sieht Bernet die Bernauer Manuskripte als Teil der „neuen Beschreibung des Zeitbewusstseins im Rahmen einer genetischen Phänomenologie“ an. Es heisst: „Den entscheidendsten Fortschritt über die früheren Zeittexte hinaus erzielen die Bernauer Manuskripte [...] vielmehr durch den neu entwickelten und konsequent durchgeführten Übergang zu einer «genetischen» Phänomenologie“. (zitiert nach Takeru Eguchi über Husserl: Der Anfang einer Phänomenologie der Phänomenologie)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Husserl ist eine [[wissenschaftliche]] Urteilsbildung (siehe [[Urteil]]) von ihrem &#039;&#039;Denkverlauf&#039;&#039; nicht zu unterscheiden, [[Gegenstand]] und [[Bewusstsein]] Einunddasselbe. Damit wird das [[Denken]] selbst als real aufgefasst, die ganze [[Wirklichkeit]] als herrschendes [[Dasein]] von [[Gedanken]] – ganz im Sinne von [[Martin Heideggers]] [[Fundamentalontologie]] – die ganze Welt nur ein Produkt von Gedanken, die Welt selbst nur eine [[Konstruktion]] des [[eigentlich]] [[Seienden]] (siehe [[Konstruktivismus]]). Die [[Wahrnehmung]] ist im [[Dasein]] ihrer [[Erfahrungen]] rein [[subjektiv]] und [[erscheint]] aus dem [[Belieben]] der [[Subjekte]] schon durch ihre [[Selbstverständichkeiten]] aus ihren [[Gewohnheiten]] erwiesen. Bei ihrer [[Wahrnehmung]] sind sie also immer zunächst [[ausschießlich]] [[einzeln]] und in einer [[Gesellschaft]] der [[Vereinzelungen]] für sich und durch sich schon rein phänomenal (siehe [[Phänomenologie]]) [[wahr]]. Ein [[Zweifel]] hierüber lässt sich Von daher nicht widerlegen. Aber was sie in [[Wahrheit]] im Großen und [[Ganzen]] sind, lässt sich durch eine [[Analyse]] ihrer [[Vereinzelung]] [[ergründen]], also in dem [[beweisen]], was zwischen den [[Einzelheiten]], was im [[Dazwischensein]] ihrer [[Gegenstände]] ihren Zusammenhang ausmacht und also empirisch durch ihre [[Beziehung]] zusammenhängt, so verbunden ist, wie es im [[Allgemeinen]] [[erfahren]] wird.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Ungluecklichesbewusstsein</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wahrheit bemisst sich „an dem ..., was das Bewußtseyn innerhalb seiner für das an sich oder das Wahre erklärt, haben wir den Maßstab, den es selbst aufstellt, sein Wissen daran zu messen.“ Hegel, Gesammelte Werke, Bd. 9, Seite 59)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Hegel bestand das Unglück des [[Bewussteins]] der Weltgeschchte aus der Entzweiung von [[Begriff]] und [[Sache]], aus der Unwahrheit des [[Wissens]] um seinen [[Gegenstand]], aus einem noch unvollständigen [[Bewusstsein]] (siehe [[Schmerz]]). Für Hegel impliziert also die [[Notwendigkeit]] des Wissens eine Erfüllung einer ungestörten &#039;&#039;Ruhe der Erkenntnis&#039;&#039; zu finden (siehe auch [[Empfindung]]). In seiner &#039;&#039;Phänomenologie des Geistes&#039;&#039; hatte er die Weltgeschichte durch einen Anspruch auf eine absolute [[Wahrheit]] mit einem [[Weltgeist]] verbunden, in der dieser absolut zu sich kommen würde – an und für sich wahr zu werden. Dagegen hatte Karl Marx in seiner [[Kritik]] eines bloß unglücklichen [[Bewusstsein]] den Anspruch entwickelt, aus dem unglücklichen [[Bewusstsein]] das [[Bewusstsein]] eines [[wirklichen]] Unglücks herzustellen, und dessen [[Geschichte]] als [[Verwirklichung]] der lebenden [[Subjekte]], aus der [[Subjektivität]] der menschlichen Selbsterzeugung, aus der [[Geschichte]] der [[Lebensäußerungen]] ihrer [[Arbeit]] ihre [[Entfremdung]] von sich und ihrer [[Gesellschaft]] zu begreifen (siehe [[historischer Materialismus]]), die bislang nur in der [[Geschichte]] ihrer [[Lebensverhältnisse]] verwirklicht ist (siehe [[Klassengegensatz]]) und deren Aufhebung daher in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] nur in der [[Sehnsucht]] der Menschen erträumt werde (siehe [[Traum]] einer [[Sache]]). Daraus leitete er die [[Notwendigkeit]] ab, die [[Träume]] des Unwissens, deren &#039;&#039;[[Gespenster]] und Sparren&#039;&#039; mit den [[Widersprüchen]] ihrer [[Wirklichkeit]] zu konfrontieren, um den Trämereien zu einer [[Verwirklichung]] ihres wahren [[Lebens]] als erneuerte Lebenspraxis zu verhelfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es wird sich ... zeigen, daß die Welt längst den Traum von einer Sache besitzt, von der sie nur das Bewußtsein besitzen muß, um sie wirklich zu besitzen. Es wird sich zeigen, daß es sich nicht um einen großen Gedankenstrich zwischen Vergangenheit und Zukunft handelt, sondern um die Vollziehung der Gedanken der Vergangenheit. Es wird sich endlich zeigen, daß die Menschheit keine neue Arbeit beginnt, sondern mit Bewußtsein ihre alte Arbeit zustande bringt. [[(MEW 1, S. 346)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Träume bilden in der Nacht aus den [[Erinnerungen]] der [[Empfindungen]] des Tages [[Gefühle]] und können auch Konflikte zwischen [[Gefühlen]] und [[Selbstgefühlen]] in den Hintersinnigkeiten ihrer [[Selbstwahrnehmungen]] darstellen, sie durch [[Traumbilder]] bezeichnen. Ein Traum sucht eine [[Wahrnehmungsidentität]] vieler [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] herzustellen, indem er aus ihnen innere [[Bilder]] macht, die in sein Erinnerungsvermögen auch ohne [[Bewusstsein]] eingehen und deshalb im Wachen vergessen werden können. Jeder Traum ist also ein Identitätsstifter im Individuum, sofern er die Zusammenhänge der [[Empfindungen]] durch Traumbilder [[entgegenwärtigen]] kann und damit zunächst die [[Wahrnehmungen]] von der Mühe der wachen [[Erkenntnis]] entlastet. Allerdings belastet er damit zugleich die [[Gegenwärtigkeit]] des Erkenntnisvermögens, das [[Abwesendes]] als seine [[Ungewissheit]] bewahrt und als innere [[Wahrheit]] gegen ihre [[Wirklichkeit]] bewähren muss, um sie von den Organen der [[Wahrnehmung]] abzudrängen (siehe [[Verdrängung]]) und als Körpergedächtnis im Hintergrund der [[Wahrnehmung]] als [[Unbewusstes]] zu bewahren. Eine Störung der [[Wahrnehmung]] verlangt daher die Aufarbeitung von Träumen im Wachzustand. Es ist dann also eine Anstrengung mit dem Ziel nötig, auf diesen Umweg wesentliche [[Erkenntnisse]] aus einer wiederhergestellten [[Wahrnehmungsidentität]] zu beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede [[Empfindung]] hat ihre[[Wahrheit]] durch die hieraus gebildeten [[Gefühle]], in der das Wahrgenommene als ein auch [[wirklich]] [[Wahrgehabtes]] die [[Wahrnehmungsidentität]] seines [[Gedächtnisses]] bewährt und sich darin [[bilden]] und [[fortbilden]] kann. Oft kann man diesen Prozess an [[Traum]]bildern [[erkennen]], die ihre Verbindung in der [[Traum]]arbeit erneuern und rekonstruieren. Wo dies - z.B. durch Schlafstörungen - nicht geschieht, können sich [[Gefühle]] auch im Menschen selbst durch [[Erregungen]] [[isolierter]] [[Regungen]] verrücken, ihn [[verrückt]] machen (siehe auch [[Wahnsinn]] ).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Traum bezieht sich die Nacht der [[Gefühle]] auf die [[Empfindungen]] des Tages, die Ruhe des Innern auf die [[Notwendigkeit]] der [[Erinnerung]] (siehe auch [[Sinnbildung]]). Der Traum enthält Gedanken in [[Bildern]], ist eine [[Arbeit]] des [[Denkens]] an [[Empfindungen]], wo sie sich nicht unmittelbar aus dem Gedächtnis der einfachen [[Wahrnehmung]] zu [[Gefühlen]] ihrer Wahrheit gewiss werden können, weil sich ihr Gefühlszusammenhang erst im Traum als eine besondere [[Wahrnehmungsidentität]] erschließen muss, um schließlich im [[Gedächtnis]] [[erinnert]] zu werden, zu seinem inneren werden können, das schließlich die Selbstgefühle der [[Psyche]], ihre Stimmungen ausmacht und bewegt. Von daher kann man unterstellen, dass im Traum eine Spannung zwischen dem [[Gedächtnis]] und der Erinnerung von neuen [[Empfindungen]] aufgehoben, zu einer eigenen [[Stimmung]] eines neuen Gefühlszusammenhangs wird. So sind Schlaf und Traum ganz elementare [[Beziehungen]] der [[Wahrnehmung]], durch deren Störung des Erkenntnisvermögens schwere [[seelische Krisen]] entstehen können.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Umlaufgeschwindigkeit</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Von der zirkulierenden Geldmenge gehen keine eigenständigen Wirkungen auf die Produktion und Preise aus. Sie ist deren Resultat. Originär sind die Preise. Sie und das Handelsvolumen sind die Grundla- ge für die Zirkulation dei Geldes. Voraussetzung für die Erhöhung der umlaufenden Geldmenge ist die vollzogene Steigerung der Preise. Der Zusammen- hang wird durch die Umschlagsgeschwindigkeit des Geldes modifiziert, aber nicht grundsätzlich geän- dert. Die Geldmenge weicht ab von der Preissumme, wenn die Umschlagsgeschwindigkeit des Geldes ver. schieden ist von 1. Beträgt die Preissumme des Gü- terangebots QP gleich 1.000 Mrd. Euro und werde eine Geldeinheit (1 Euro) durchschnittlich einmal in der Periode für Zahlungen eingesetzt (die Umlaufgeschwindigkeit V ist gleich L 1), dann sind 1.OOO Mrd. Euro notwendig, um die Waren zu bezahlen.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Hier das falsche ökonomische Dogma: die Warenzirkulation bedinge ein notwendiges Gleichgewicht der Käufe und Verkäufe, weil jeder Kauf auch Verkauf und vice versa - womit gesagt werden soll, jeder Verkäufer bringe auch seinen Käufer mit zu Markt. 1. Kauf und Verkauf sind einerseits ein identischer Akt zweier polarisch entgegengesetzter Personen, andrerseits zwei polarisch entgegengesetzte Akte einer Person. Die Identität von Kauf und Verkauf schließt daher ein, daß die Ware nutzlos ist, wenn sie nicht verkauft wird, und ebenso, daß dieser Fall eintreten kann. 2. W - G als Teilprozeß ist zugleich ein selbständiger Prozeß und schließt ein, daß der Erwerber des G den Zeitpunkt wählen kann, wo er dies G wieder in W verwandelt. Er kann warten. Die innere Einheit der selbständigen Prozesse W - G und G - W bewegt sich eben wegen Selbständigkeit dieser Prozesse in äußeren Gegensätzen, und wenn die Verselbständigung dieser abhängigen Prozesse eine gewisse Grenze erreicht, macht sich die Einheit geltend durch eine Krise. Deren Möglichkeit also schon hier gegeben. [[(MEW23. S.169)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[unmitelbaren]] [[Wahrheit]] der [[Geldzirkulation]] hat [[Geld]] nur den [[Wert]] des [[Materials]], der reale Transaktionen und des Metals der Münzen, die es transportiert. Ansonsten ist es nur ein Wertzeichen. Als dieses stellt es nur einen [[Preis]] dar, der dem [[Tauschwert]] der damit veräußerten Ware entsprechen soll. Als bloßes Wertzeichen ist sein ursprünglicher [[Wert]] darin nur repräsentiert und lediglich durch die [[Prominenz]] seiner Erscheinung gegenwärtig und dabei so wertvoll, wie es sein Auftreten auf dem Markt im [[Wert]]Verhältnis von [[Kauf]] und [[Verkauf]] von [[Waren]] nötig hat. Es mag prominenter sein, wenn dieselbe [[Ware]] [[getauscht]] wird, doch mit der Häufigkeit seines Auftretens für dieselbe Geldform wird seine Darstellung selbst immer wertloser und kann nur durch die Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit der [[Preisbildung]] gewahrt werden (siehe auch [[Geldzirkulation]]). Von daher werden die [[Preise]] [[selbstständig]] gegen ihre Wertdarstellung weil sie sich zunehmend auf die Geschwindigkeit bezieht, welche das Geld als Währung einer nationalen Geldform im [[Tauschhahdel]] mit [[Geld]], also mit der Häufigkeit des Wechsels der [[Kaufmittel]] im [[Geldbesitz]] betreibt (siehe auch [[Inflation]]). Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes gibt an, wie häufig das sich im [[Umlauf]] befindliche Geld (Wertpapiere, Banknoten etc.) den Besitzer wechselt. Berechnet wird sie, indem das nominale Bruttoinlandprodukt (BIP) durch die nominelle Geldmenge des Geldumlaufs dividiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Gesamtprozeß also ein Kreislauf von Käufen und Verkäufen. Warenzirkulation. Diese ganz verschieden vom unmittelbaren Produktenaustausch; erstens werden die individuellen und lokalen Schranken des unmittelbaren Produktenaustauschs durchbrochen und der Stoffwechsel der menschlichen Arbeit vermittelt, andrerseits zeigt sich hier schon, daß der ganze Prozeß von gesellschaftlichen Naturzusammenhängen bedingt ist, die von den Handelnden unabhängig sind. Der einfache Austausch erlosch in dem einen Austauschakt, wo jeder den Nichtgebrauchswert gegen Gebrauchswert austauscht, die Zirkulation geht unendlich voran.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Hier das falsche ökonomische Dogma: die Warenzirkulation bedinge ein notwendiges Gleichgewicht der Käufe und Verkäufe, weil jeder Kauf auch Verkauf und vice versa - womit gesagt werden soll, jeder Verkäufer bringe auch seinen Käufer mit zu Markt. 1. Kauf und Verkauf sind einerseits ein identischer Akt zweier polarisch entgegengesetzter Personen, andrerseits zwei polarisch entgegengesetzte Akte einer Person. Die Identität von Kauf und Verkauf schließt daher ein, daß die Ware nutzlos ist, wenn sie nicht verkauft wird, und ebenso, daß dieser Fall eintreten kann. 2. W - G als Teilprozeß ist zugleich ein selbständiger Prozeß und schließt ein, daß der Erwerber des G den Zeitpunkt wählen kann, wo er dies G wieder in W verwandelt. Er kann warten. Die innere Einheit der selbständigen Prozesse W - G und G - W bewegt sich eben wegen Selbständigkeit dieser Prozesse in äußeren Gegensätzen, und wenn die Verselbständigung dieser abhängigen Prozesse eine gewisse Grenze erreicht, macht sich die Einheit geltend durch eine Krise. Deren Möglichkeit also schon hier gegeben. [[(MEW23. S.169)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zur [[Geldzirkulation]] geht es beim [[Geldumlauf]] nicht um den [[Inhalt]] des Wertträgers, nicht allein um die [[Wertsubstanz]] des [[Geldes]], sondern um den Kreislauf seiner gesellschaftlichen Funktion als die [[Ware]] Geld, um die [[Verhältnisse]] ihrer [[Formen]], also um das, was [[Geld]] an und für sich umtreibt, wenn es sich als [[Maß der Werte]] verhält und hierbei zugleich als dieses im gesellschaftlichen [[Maßstab der Preise]] fungiert. Die [[Geldzirkulation]] hat an sich gezeigt, dass beides zugleich nicht existieren kann, weil dasselbe Geld als Wertzeichen vielfach wiederholt auftritt, als Wert aber nur einmal produziert worden sein kann. Das spaltet die gesellschaftliche Funktion des Geldes in zwei voneinander getrennte Teile: Der [[Wert]] des [[Geldes]] stellt sich einerseits dar als [[Wert]] der Preissumme aller gekauften Waren, als [[Wert]] eines [[Kaufmittel]]s, als [[Geld]] das in der Warenzirkulation auf den Warenmärkten dargestellt wird, andererseits als [[Wert]] eines [[Zahlungsmittels,]] als [[Geld]] für die Produktionskosten ([[Arbeitskraft]], Technologie und Rohstoffe) die als [[Aufwand]] in die Produktion vorgschossen werden mussten. Die Kosten für die Selbsterhaltug der [[Arbeitskraft]], Technologie und Rohstoffe werden im Produktwert einfach &#039;&#039;durchgereicht&#039;&#039;. Aber der [[Geldwert]] kann sich erst nach vollzogenem Tauschhandel der Produkte als Einheit des Wertes der [[Kaufmittel]] aus der Warenzirkulation mit dem Wert der [[Zahlungsmittel]] aus der Geldzirkulation darstellen. Zwischen der Wertrealisation im [[Verkauf]] (W-G) der Produkte und der Warenproduktion mit der Verausgabung des Werts für den [[Einkauf]] (G-W) der hierfür nötigen [[Produktionsmittel]] fungiert das [[Kapital]] als Wertbildner, das aus der Spanne zwischen [[Einkauf]] (G-W) und [[Verkauf]] (W-G) für deren geltende und realisierbaren Preise einen [[Mehrwert]] (W-G-G&#039;-W) realisiert, der sich nur in der Wertsumme des Geldes darstellt und diese bereichert. Der Produktwert realisiert also einrseits den [[Wert]] der Produktionskosten als [[Wert]] aus vergangener Produktion einer [[bezahlten Arbeit]]und einem [[Wert]] der über sie hinaus durch den Eintausch der Produkte und Mehrprodukte der damit bezahlten und erneuerten Produktion auf den Warenmärkten als [[Mehrwert]] einer [[unbezahlten Arbeit]] realisiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Bei W - G - W kann zwar auch Wertverschiedenheit der Extreme bestehn, aber diese ist für diese Zirkulationsform rein zufällig, und W - G - W wird nicht absurd, wenn die Extreme wertgleich sind - im Gegenteil, dies ist vielmehr Bedingung des normalen Verlaufs.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wiederholung von W - G - W findet Maß und Ziel an einem außer ihm liegenden Endzweck, der Konsumtion, der Befriedigung bestimmter Bedürfnisse. In G - W - G dagegen sind Anfang und Ende dasselbe, Geld, und dadurch schon die Bewegung endlos. Allerdings ist G + DG verschiedne Quantität von G, aber doch auch bloß eine beschränkte Geldsumme; würde sie verausgabt, so hörte sie auf Kapital zu sein; würde sie der Zirkulation entzogen, so bliebe sie als Schatz stationär. Ist das Bedürfnis der Verwertung des Werts einmal gegeben, so existiert es so gut für G&#039; wie für G, und die Bewegung des Kapitals ist maßlos, weil ihr Ziel am Ende des Prozesses ebenso unerreicht ist wie am Anfang.... Als Träger dieses Prozesses wird der Geldbesitzer Kapitalist. [[(Engels, Konspekt über das Kapital MEW 16 Seite 256f]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geldumlauf ist der Gegenstand der [[Finanzindustrie]] sobald die [[Verselbständigung]] der [[Geldverhältnisse]] es zulassen, dass [[Geld]] als reines [[Verhältnis]] zu sich selbst erscheinen kann, als ob [[Geld]] in der Lage wäre, die Fortbildung de Geldes und seines [[Reichtums]] zu bestimmen - das &#039;&#039;Geld arbeiten&#039;&#039; könnte (siehe hierzu [[Kapitalfetisch]]). Es ist aber immer nur die Wiederkunft, die &#039;&#039;Revenue des Geldes&#039;&#039; als [[Kapital]] (siehe auch [[Schatzbildung]]), das außer sich [[arbeiten]] lässt, um als ein größeres Wertquantum auf sich zurück zu kommen. Das [[Wertwachstum]] stellt sich daher auch nur in der Geldzirkulation wirklich dar, durch die alle Finanzpolitik sich realisiert, die Kaufkraft des Geldes zeigt und der [[Mehrwert]] als vermehrter [[Geldwert]] zur Wirkung kommt (siehe auch [[Wertrealisierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes [[Geldverhältnis]] realisiert seinen [[Wert]] in einer [[Geldzirkulation]], die nichts anderes sein kann als die in der Warenzirkulation entstehenden [[Preise]], die der [[Wert]] der [[Waren]] realisiert hat (siehe [[Wertrealisation]]), in der das [[Geld]] sich im Unterschied zu seinem Ausgangsquantum als [[Zahlungsmittel]] durch seine Funktion als [[Kaufmittel]] vermehrt hat. Weil es sich nicht anders von sich selbst unterscheiden kannn als durch das vorhandene Geldquantum, muss es sich selbst als Subjekt der Selbstunterscheidung in seinem Dasein als [[Kaufmittel]] und als [[Zahlungsmittel]] selbst produzieren. Weil Geld kein wirkliches Lebensmittel oder Existenzmittel sein kann, wäre es selbst unsinnig, wenn es aus sich selbst heraus auch wirklich gesellschaftlich verhalten könnte. Es kann dies nur im Widerschruch seiner Anwendung im Kauf gegen seine Anwendung im Verkauf. [[Geld]] selbst ist ein leibhaftiger [[Widersinn]], der aus dem [[Warentausch]] hervorgegangen und von daher in einem [[Verhältnis]] ist, das auf [[Geld]] als allgemeines Mittel der [[Wer]]tdarstellung gründet, das also nicht aus einer einzelnen [[Beziehung]] (z.B. einer Warenbeziehung) besteht, sondern das Verhalten von [[Geld]] selbst als [[Kaufmittel]] und [[Zahlungsmittel]] in einem, als [[Maß der Werte]] und [[Maßstab der Preise]] ausdrückt. Von daher kann ein Geldverhältnis nicht als Bezug auf einzelne [[Waren]], sondern nur als Verhalten von Geld zu Geld als allgemeinste Ware zu sich, durch seine allseits mächtigen Funktion als [[Kaufmittel]] im Gegensatz zu seiner einzelnen Funktion als [[Zahlungsmittel]] in sich selbst, also als Grundlage einer [[Kapital]]beziehung als allseits mächtiges [[Kaufmittel]] im Zahlungsverkehr bestehen. Diese Beziehung setzt voraus, dass Geld schon erzeugt ist und sich als Kapital verhalten kann, also aufgeschatzt und daher zum Vorschuss, zur Investition in eine zu erwartende &#039;&#039;Wertschöpfung&#039;&#039; ist (siehe auch [[Giralgeldschöpfung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Globalisierung]]des [[fiktiven Kapitals]] wurde das Verhältnis von Wertbildung und [[Preisbildung]] des [[Geldes]] umgekehrt, die Mehrwertproduktion zu einer [[Negativverwertung]] des [[fiktiven Kapitals]] getrieben und durch ein [[Schuldgeldsystem]] der [[Realwirtschaft]] entzogen und totalisiert. Jeder [[Schuldner]] muss [[Mehrwert]] im Nachhinein seiner Geldaufnahme schaffen, um seine Zahlungsversprechen einzulösen und das darin fiktiv formulierte Kapital als Geldwert zu realisieren. Es ist damit der Prozess der Machtverhältnisse im Verhältnis der [[Produuktion]] zur [[Geldzirkulation]] zwar umgekehrt, bleibt aber nach wie vor bestimmt durch die Mehrwertproduktion, weil [[fiktives Kapital]] die Mehrarbeit als [[unbezahlte Arbeit]] zur Wertdeckung des Geldes erzwingt. Nicht mehr das Produkt stellt jetzt allerdings die Macht des Kapitals dar, das teuer verkauft wird, um Mehrwert zu realisieren, sondern die Kaufkraft des Geldes, das durch die [[Preisbildung]] über [[Eigentumstitel]] - wie z.B. Wertpapiere, Gebühren, Mieten oder Termin- und [[Derivatenhandel]] - dem zirkuliernden [[Kaufmittel]] [[Wert]] enztieht, um die Wertdeckung von [[fiktivem Kapital]] zu erfüllen. Dessen Macht verhält sich dann über den Konsum relativ wertloser Güter gegen die Ohnmacht der [[Arbeit]] als Notwendigkeit der Schuldentilgung durch [[unbezahlte Arbeit]] im Nachhinein. Die [[Klassengegensätze]] sind damit nicht verschwunden. Sie haben sich in ihrer Existenzform zu einem [[Existenzwert]] der Armut gegen den Reichtum an [[fiktivem Kapital]] totalisiert und sich in Staaten und Agenturen der Schuldpflichtigkeit (z.B. über ein gigantisches Maß an [[Staatsverschuldungen]]) institutionalisiert. Der allgemeinste [[Klassengegensatz]] besteht zwischen Gläubigerstaaten und Schuldnerstaaten. Sie betreiben insgesamt die [[Ausbeutung]] von Mensch und [[Natur,]] die sich über ein weltweites [[Schuldgeldsystem]] vervielfacht hat, das seine Schulden über den [[Existenwert]] von [[Eigentumstitel]], über eine rücksichtslose [[Austeritätspolitik]] gegen die politisch erzeugte und allgemeine grassierende [[Armut]] auf der Welt eintreibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Uk3033</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Kulturstaat als Gemeinkultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem durch die Gleichschaltung aller kulturellen Bedeutungen eine &#039;&#039;Volkskultur&#039;&#039;, eine wirklich allgemeine kulturelle Abstraktion im Begriffszusammenhang eines abtrakten Subjekts, eines &#039;&#039;[[Volks]]&#039;&#039; enstanden ist, wurde ein Gemeinwesen begründet, das als Kulturwesen zugleich ein politisches Wesen ist, das also auch Staatswesen sein kann. Was es der Möglichkeit nach ist, wird es notwendig dadurch, dass die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen sich dieser Allgemeinheit gegenüber nicht mehr behaupten kann, dass sie jegliche Selbstgewissheit im [[Allgemeinen]] aufgeben muss, weil es keine kulturelle Allgemeinheit mehr gibt und sie von daher selbst zur Fremdwahrnehmung vom Standpunkt eines allgemeinen Subjekts getrieben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite, auf der Seite des politischen Staats, ist in einer [[repräsentativen Demokratie]] die Differenziertheit der Meinungsbildung als [[Wählermeinung]] das Maß der Einflussnahme der Bürger auf politische Entscheidungen, soweit sie überhaupt eine Wirkung jenseits der politischen Ökonomie und ihres Sachzwangs haben können. Je komplexer und undurchsichtiger die sozialen, politischen und ökonomischen Verhältnisse werden, desto abstrakter wird auch die Meinungsbildung. Die kulturellen Differenzierungen, die Staat und Kultur noch auseinandergehalten hatten, verlieren sich in dem Verlangen nach einer ursprünglich scheinendenden Identität, nach einem übermenschlichen Subjekt, einer Menschenführung, einem großen Bruder oder dem prominenten Partner. Was sich in der politischen Kultur als Notwendigkeit eines allgemeinen abstrakten Subjekts ausentwickelt hat, vereint sich jetzt vermittelst der Abstraktion der Meinungsbildung im gemeinen der Nation: Die abstrakte Subjektivität der Kultur fällt mit der abstrakten Objektivität des Staates zusammen. Das objektive Subjet stellt sich als übermenschliche Persönlichkeit des Staates dar, der sich nun auf der nationalen Kultur begründet. Die Vielfalt der Lebensverhältnisse wird in diesem Prozess auf die schlichte Einfalt des Kulturstaats gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen verlangen nur deshalb nach einer solchen abstrakten Einheit, weil sie sich weder ökonomisch noch kulturell mit ihrem Leben identifizieren können, weil sie als Mensch einer solchen Kultur nun wirklich überflüssig geworden sind und sich lediglich in ihrer Überflüssigkeit durch ihre Verfestigung als politischer Bürger, durch ihre freiwillige Fixation als Staatsbürger sich eines politischen Sollens befleißigen können, das weder Sinn noch Nutzen für sie hat. Ihre gesellschaftliche Wirklichkeit ist daher für sie vollständig unwirklich geworden - sowohl aus der Unmöglichkeit der Gesellschaft, dem einzelnen Menschen überhaupt noch sinnvoll zu begegnen, als auch aus der [[zwischenmenschlichen Beziehung]] der vereinzelten Menschen heraus, die sich in ihren Geselligkeiten durch die Dichte ihres [[Selbsterlebens]] selbst entwirklicht hat. Die allgemeine [[Selbstlosigkeit]] wird hierdurch zum Prinzip: Alles Selbsterleben, das den [[Selbstwert]] aufleben ließ, wird zum Fremderleben, worin er jetzt untergeht, weil er in einer Gesellschaft lebt, worin sich jeder Mensch nur noch selbst unter dem Wert seiner Gesellschaftlichkeit, wie sie wirklich für und durch ihn ist, also gesellschaftlich minderwerig [[erleben]] kann. Die Gemeinkultur wird in dem Maße zum Maß aller Minderwertigkeiten, wie sich das [[Gemeinwesen]] darin aufzuwerten versteht. Kultur als solche wird auf diese Weise &#039;&#039;überflüssig&#039;&#039; und zum bloßen Medium der Politik. Sie selbst verliert ihren Wert durch ihre Institutionalisierung im politischen Allgemeinwesen. Dieses subsumiert die Kultur unter seine Verwertungsinteressen, wodurch es politisch und kulturell vollständig zu einem wirklich äußerlichen Gemeinwesen wird, das im allgemeinen Wesen menschlicher Selbstentfremdung aufgeht. Die Selbsttäuschung der Wahrnehmung, wie sie in der politischen Kultur angelegt war, wird nun zu einer allgemeinen kulturellen Wirklichkeit, zu einer wirklichen Kulturmacht des politischen Gemeinwesens, das sich damit gegen die Menschen und zugleich an sie wendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin verliert sich im Prinzip jede Subjektivität in einer Objektivierung, in welcher die Menschen durch sich selbst objektiv bestimmt erscheinen. Ihr objektives Kulturwesen wird zu ihrem wirklich veräußerten Allgemeinwesen, zu einem Wesen, wovon sie als Individuen nun auch wirklich beherrscht werden. Alle Formen, welche sie zur Vermittlung ihrer Individualität haben, werden nun selbst zur Allgemeinform ihrer Kultur, von der sie nur noch als Objekte bestimmmt sind, gleich, ob sie sich mit ihr identifizieren oder auch nicht. Diese institutionalisiert sich nicht aus ihrer Einzelheit, sondern aus ihrem politischen Allgemeinwesen und ist von daher vollständig politisch, wiewohl sie von kulturellen Interessen auch vollständig bestimmt ist: vollständig politische Kulturmacht. Diese wird aus dem Befinden der Selbstwahrnehmung als Reaktion auf die Mängel des allgemeinen Kulturverhältnisses heraus allgemein begründet und vernittelt sich daher auch über die politischen Formen der Ökonomie durch die repräsentative Demokratie, wie sie als politische Staatsform des Kapitalismus gegeben ist. Die Staatskultur wird zum Kulturstaat, Staatsgewalt zur Kulturmacht. Mit Kultur und Staat als solches hat dies aber nichts mehr zu tun. Es ist eine rein ästhetische Form hiervon, die vollständige Objektivierung der Selbstwahrnehmung zur politischen Macht eines politischen Willens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade weil sich der Staat nicht mehr wirklich aus seinem sozialen und ökonomischen Zweck heraus begründen kann, weil er eben nur noch als Gläubiger wie Schuldner des Finanzkapitals existent ist, bleibt ihm seine politische Funktion allein in einer rein völkischen Ästhetik, als Allgemeinform des [[ästhetischen Willens]]. Hierzu muss er nicht nur als Hort allgemeinmenschlicher [[Gesinnnung]] auftreten, die sich im Prinzip der [[Heilserwartung]] zum Übermenschen, zu einer übermenschlichen Selbstermächtigung entwickelt hatte, sondern zugleich auch wirklich völkischen Sinn stiften, worin die Menschen selbst ihren Willen als ihr Sollen unter allgemeinen ästhetischen Bestimmungen zu finden haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bisher staatskulturelle Äußerungen waren, wie z.B. Volkssport oder Volkszirkus, das wird nun selbst völkisch bestimmt und organisiert. Der Zweck des Kulturstaates ist nicht eine einfache Selbstbestätigung des Staats als Kulturwesen. Im Gegenteil: Sein kulturelles Unwesen tritt nun in einer Kulturstiftung ausdrücklich hervor als Gemeinwesen der Ausbeutung menschlicher Selbstwahrnehmung durch eine Elite von Kulturfunktionären, welche die Menschen dahin treiben, sich als das anzusehen, was sie sein sollen. Das ist der wirkliche Kern eines jeden Rassismus, dem letztlichen Kulturwerkzeug eines unmenschlichen Gemeinwesens, das nun erst seine Wirkung allgemein entfalten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen sind durch ihr kulturelles Verhältnis nun doppelt negiert: Sie sind nichts für sich und zugleich auch nichts außer sich. Sie sind gedoppeltes Nichts und können nur in ihrer politischen Form sich allgemein einfinden. Sie schließen sich in der Wahrnehmung ihrer Kultur gegenseitig aus und bilden darin ihr allgemeines Kulturwesen zu einem Staatswesen aus, zu einem Kulturstaat, worin sich ihre Selbstwahrnehmung allgemein aufheben muss, weil die Menschen darin im Grunde überflüssig geworden sind, numehr als dessen Funktionäre funktionieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.1 Der Volkskörper als unendlich entäußertes Erleben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War die &#039;&#039;Volksgesundheit&#039;&#039; bisher noch Reflexion, die sowohl wirtschaftliche wie auch kulturelle Strebungen enthalten hatte, wird nun das körperliche Erleben selbst in einem Zweck bestimmt, der vor allem die Unterwerfung der Menschen unter eine Staatskultur betreibt. Die Menschen werden darin &#039;&#039;mit Haut und Haar&#039;&#039; politisiert, ihre Körperlichkeit zur Natur des Staatswesens. Das ist ökonomisch wie kulturell durch die Krisen erforderlich, welche die Gesellschaft durchziehen. Durch die Pflege des Körpers wird zugleich das Körperliche der ganzen Gesellschaft behandelt, ein höherer Wert erwirklicht, der den realen Körper zu seinem Objekt gemacht hat. Damit wird sowohl der Aufwand für die Gesunderhaltung minimiert, als auch der Kulturwert der ästhetischen Reinheit im Allgemeinen vollzogen, der alles, was bisher körperlich war, in den Dienst einer allgemeinen Körperästhetik genommen. Doch körperlich sind in dieser Kultur ja nur die [[zwischenmenschlichen]] [[Erfahrungen]] und [[Erlebnisse]]. Und die waren im Einzelnen nur von minderem kulturellen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Menschen in ihrer Kultur [[erlebt]] hatten, bricht sich in einer unendlichen Kette von Kulturversagen, also in der Unmöglichkeit, sinnvolle Lebenszusammenhänge ohne äußeren Druck aufrecht zu erhalten. Das Kulturerleben geht im Allgemeinen nicht mehr auf. Es geht unter in dem politischen Zweck, dass die Staatsethik zur körperlichen Ästhetik, zur Naturalisierung der [[Selbstwahrnehmung]] wird. Die Menschen sollen in ihrer Unterworfenheit am Staatsganzen, das jetzt als kulturalisierte [[Naturmacht]] erscheint, beteiligt werden als Menschen, die sich in ihrer Unterwerfung selbst verwirklichen, ihre Selbstunterwerfung verwirklichen, indem sie sich selbst verwerfen, um wirklich unterworfen sein zu können, ihrer Verworfenheit dienstbar zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Dies geschieht meist auch durch gegenseittige Denunziation, durch Anschwärzen und Verleumden der Nachbarn, die sich aus dem Allgemeinen Kulturkörper der Volksgemeinschaft noch herauswagen.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das körperliche [[Selbsterleben]] der Menschen wird nun durch allerlei Körperästhtik bestimmt. Der Staat selbst stellt sich als kultivierter Volkskörper dar, der gepflegt sein will und muss. Verwerflich, wer sich da nicht rein hält. Die Reinheit selbst wird zum Staatsprinzip einer Staatskultur, in welcher sich nichts anderes mehr verwirklichen kann als ein allgemeiner ästhetischer Wille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die körperliche Minderwertigkeit des allgemeinen Selbstgefühls entsteht durch das allgemein entäußerte Selbsterleben in den Medien und Arenen der Gesellschaft. Dies begründet eine kulturelle Körpermacht der Allgemeinwahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.1.1 Der Volkssport&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht der Staat als solcher, der sich um die körperliche Ertüchtigung schert. Es ist zunächst eine kulturelle [[Notwendigkeit]], die Bewegung im Stillstand verlangt. Die kulturelle Lähmung, welche Menschen in der von ihnen exekutierten Selbstlosigkeit entwickeln, schafft nicht nur &#039;&#039;gesundheitliche Probleme&#039;&#039;, sondern hat auch eine gesellschaftliche Verdrossenheit zur Folge, die sich auch als Politikverdrossenheit und schließlich als Staatsverdrossenheit auswirkt. Mit den gesellschaftlich virulenten Krisen herrscht auch in den zwischenmenschlichen Verhältnissen ein sublimer Entzug an Verbundenheit, an subjektiver Begeisterung für die größeren Zusammenhänge ihres Lebens. So ermangelt es der Bevölkerung an Kraft, durch die sie die herrschende Kultur zu bestärken hätten. Das politische Interesse ist nicht nur durch die Undurchsichtigkeit der politischen Aktivitäten blockiert, sondern auch durch die entsprechene Geistlosigkeit gelähmt, die keine politische Begeisterung mehr aufkommen lässt. Nicht nur die Menschen, auch die politischen Aktivitäten der staalichen Institutionen erweisen sich gemessen an ihren Aufgaben immer erfolgloser und also auch immer überflüssiger. Im Grunde heißt daher das kulturpolitische Programm hiergegen immer noch Ansporn eines jeden, &#039;&#039;Kraft durch Freude&#039;&#039; (KdF): Volkssport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Volkssport soll die politische Impotenz des Staates ersetzen. Er wird daher erst durch die verallgemeinerte Individualität des Ansporns zu einer kulturellen Negation des Staatswesens, zu einem staatspolitischen Kulturinteresse. Der Staat wehrt sich darin gegen seine &#039;&#039;Überflüssigkeit&#039;&#039;, die er in den Krisen des Kapitals und in seiner Verschuldung gegenüber dem Finanzkapital offenbahrt und die in Wahrheit immer als Verpflichtung der Staatsbürger der gegenwärtigen und zukünftigen Generationen existiert. Um sich im &#039;&#039;Volk&#039;&#039; einverleibt zu regenerieren wird das geschmähte Leben nun zur Lebensbereinigung befördert und der Staat zum Agent der Lebensertüchtigung. Ob ideologisch ausgesprochen oder nur institutionell verwaltet ist dabei gleich; zentral wird die Maßnahme, über die der Staat in das körperliche Leben der Menschen eingreifen kann, in der er also den Menschen vermittelt, dass ihr Körper ein Teil des &#039;&#039;Volksganzen&#039;&#039;, [[Volkskörper]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat nutzt gegen das Siechtum seiner Politik nun natürlich die Gelegenheit, der Bevölkerung nun durch sportliche Ertüchtigung einen Sinn zu vermitteln, der in ihrem beruflichen oder familiären Lebensalltag nicht mehr geäußert wird: Der Sinn für die eigene Tätigkeit. Der kulturelle Alltag wird von einem Interesse zum kulturpolitischen Ausgleich bestimmt, die Sportarenen zum Schauplatz raffinierter sportlicher Leistungen, an denen sich eine Kulturgemeinschaft entwickelt, die oft auch &#039;&#039;über die Stränge&#039;&#039; haut. Immerhin kommt darin eine Verbundenheit auf, die nichs mit dem wirklichen Leben der Menschen zu tun hat, wohl aber dieses ausfüllt mit Kämpfen um Leistung, Erfolg und Geschichtlichkeit. Die Tabellen der sportlichen Erfolge erscheinen dann wie eine Sinnerfüllung eines Wettkampfs, der auch der wirtschaftlichen [[Konkurrenz]] der Wertproduktion einen[[abstrakten Sinn]] verleiht. So kann die Vereinigung des individuellen und des gesellschaftlichen Ansporns tatsächlich einen Erfolg vermitteln, der auch Kultur und Staat in ihrer körperlichen Darstellung zusammenführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese &#039;&#039;Volkskörperschaft&#039;&#039; mag sich mit den Selbstgefühlen der Menschen decken oder nicht, sie wird schon rein formell zu einer hervorragenden [[Institution]] der Lebensverwaltung des Staates werden, in der sich die Bürgerinnen und Bürger als dem unterworfene Kulturobjekte, als Moment einer kulturellen Ermangelung wahrnehmen müssen. Der staatlich bestimmte Volkssport verwirklicht sich daher besonders intim im Ansporn der körperlichen Leistungsfähigkeit, im Leistungssport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.1.2 Der Leistungsssport&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein kulturell verstanden erscheint Leistungssport zunächst unsinnig: Warum sollen Menschen in ihrer Hochkultur, die doch schon eine so intensive körperöiche Ästhetik entwickelt hat, nochmal zusätzlich auf eine eigenständige Form der körperlichen Leistung gebracht werden? Reicht es nicht, dass man sich [[schön und gut]] fühlt, dass alles Selbstgefühl darin bereits aufgehoben ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht hierbei eben nicht mehr um ein [[Selbstgefühl]]; eher um sein Gegenteil: Um ein Körpergefühl der [[Selbstlosigkeit]]. Angespornt durch die institutionelle Macht ihrer Gesellschaft wird das [[Selbsterleben]] im Fremderleben integriert. Der Leistungssport bietet die hervorragende Möglichkeit der politischen Körperkultur zu einem grundlegenden Moment der Staatskultur zu werden, deren Ziel die allgemeine Ertüchigung zu [[fremd]] bestimmter Leistung ist. Diese kann allerdings nicht nur privat betrieben werden; sie muss auch zur Schau geboten werden, an welcher jeder einzelne Mensch zumindest als [[Kulturkonsument]] mit seiner [[Wahrnehmung]] Anteil an der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.1.3 Die Arena&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sportliche Darbietung In den Arenen bieten nicht nur den sportlichen Wettkampf der einzelnen Leistungen angespornter Körper. Vielmehr wird deren Wahrnehmung selbst zum Erlebnis fremder Körperwelten. Vor allem auch über die Medien wird hierdurch eine Gemeinschaft der Leidenschaften vermittelt, die im Einzelnen nichts mehr mit Körper und Sport zu tun hat, allgemein aber sehr wohl gerade durch ihre Begeisterung auch sinnliche Beziehungen auf die [[Staatskultur]] zur Folge hat. Mögen diese anfangs auch nur aus beigefütterten [[Reizen]] bestehen, so werden sie bald selbst zur Ausdruckform einer gemeinen Körperwelt, die auch ohne Körper auskommt. Der Wettkampf als solcher wird zum Glanzstück einer Kultur, in der es schon im Lebensalltag um &#039;&#039;Sein oder Nichtsein&#039;&#039; geht. Früher waren es die Gladiatoren, an denen sich das Volk in seiner Überlebensfähigkeit bestärkt fühlen konnte - auch und gerade wenn diese zu Tode kamen. Der Körper selbst wird dabei bedeutungslos. Auch die Leistungssportler verstümmeln Anteile ihres Körpers, bevor sie ihre besondere Leistungsfähigkeit vorführen und zum Erfolg bringen können. Was den wahren Anreiz ausmacht ist das Überleben in einer übermenschlichen Belastungssituation. Die Gemeinschaft darin bewahrheit ihre absolute Ausschließlichkeit derer, die darin obsiegen. Sie wird zur Lebensgemeinschaft eines ausgeschlossenenen Überlebens, der Sieg über alle Konkurrenzlagen und Vernichtungsgefühle. Von daher war Gemeinschaft von Staat und Bevölkerung, die völkische Verbrüderung, schon immer durch &#039;&#039;Brot und Spiele&#039;&#039; gewährt und zum intensivsten Performator der Staatskultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind die Wettkämpfer in den Arenen noch voller Kraft und wirklicher Leidenschaft, so können ihre Akklamateure ruhig fett im Sessel hängen, ihre Chips futtern und ihr Bier konsumieren; es ändert sich nichts an ihrem Körperleben. Der Rausch verläuft in einer Gefühlsgemeinschaft, in welcher sich der durch die Begeisterung übermächtig gewordene Geist des Kampfes zu einer [[Volksseele]] des vergemeinschafteten [[Selbsterlebens]] ausbildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Arenen des Sports wird Kultur dadurch befriedet, dass die Menschen in diesem entfremdeten Selbsterleben zugleich sich als das Fremde erleben, das sie leiden und das sie hier mitleiden können. Im Grunde ist es das darin aufgehobene Mitleid mit derm Sportler oder der Sportlerin, das sie teilhaben lässt an dem Geschick und den Fähigkeiten, die hier ihre Veranstaltung dadurch finden, dass sie als zeitgeschichtliche Gegenwart aufgeführt und prominent gemacht werden. Was ein körperlicher Mangel für den Einzelnen ist, was seine Unfähigkeiten ihn leiden lassen, erscheint darin aufgehoben, seine Isolation überwunden und eine eigene Gesellschaft als Institution gegründet. Diese Gesellschaft verkörperlichter Optimierung erscheint gegen die einzene Existenz übermenschlich, weil darin die Prominenz eines übermäßigen Körpers aufgeführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Wiedererkennen ihres eigenen Leidens, das hier professionell aufgehoben erscheint, erkennen die Menschen hierin die Aufhebung ihrer Überflüssigkeit, erscheinen sie sich selbst prominent in den sportlichen [[Bewertungen]] oder ihrer Fähigkeit, an solcher [[Bewertung]] teilzunehmen. Diese wird mit Tabellen illustriert und mit der Macht der Darbietung aufgefüllt, die sich nurmehr assoziativ bewegt und zu einer Kulturszene entwickelt, die sich aus dem Erleben der Wiedererkennung, aus erlebtem Mitleiden, das Gemeingefühl einer verflossenen Mitmenschlichkeit entwickelt. Kein wirkliches Maß einer Leistung oder Fahigkeit wird hier vermittelt, sondern das Allgemeinmaß einer aufgeführten Prominenz einer bestimmten Szene wird hier erst durch ihren Kult erzeugt. Der sportliche Wettbewerb verschwindet in der optimierten Volkstümlichleit der Veranstaltung, im Dabeisein der Vielen unter der Macht der Institution, die wie eine stattliche Einrichtung funktioniert, obwohl sie sich nur aus der Zusammenfügung einer Prominenz wertvoll gewordener Akteure ergibt. Es ist der Wert ihrer Aufführung, die sich hier selbst vorantreibt, wodurch sich darin ein Bewertungssystem der Leistungsbereitschaft verselbständigt hat. Dieses ist das Kulturmaß einer veräußerten Körperlichkeit, die sich zur Institution gebracht hat und sich nun wie ein Staatskörper als Mensch verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.2 Die Volksseele als unendlich entäußerter Geist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kulturelite funktioniert nur dadurch, dass sie als notwendig geistige Eigenschaft eines Gemeinwesens auftritt. Die einzelnen kulturellen Bedürfnisse lässt sie nicht nur einfach unter sich; sie stellt sich ausdrücklich gegen diese, indem sie deren Geist als Ungeist, als Entartung des gewohnten Menschseins beschwört. Das Außergewöhnliche der Eigenheiten wird darin in gleicher Weise behoben, wie jede Unart darin ausgeschaltet ist. Die Volksseele wird als geistige Art num Naturbestandteil eines Staatswesens. Die Form des Staats wird damit zur geistig tragenden Kulturform, wie sie im bisherigen deutschen Faschismus deutlich zum Tragen kam. Im Führerprinzip kam nichts anderes zu Tage, als die Selbsterhebung eines vollständig entäußerten Geistes, der sich nur noch aus einer völkischen Kultur erklären ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Mangel dieses Prinzips ist ihre Niederträchtigkeit und der darin notwendigen Borniertheit. Letztlich müssen solche Kulturstrebungen immer daran scheitern, dass sie vernichten müssen, was ihnen im Wege steht. Jede Abweichung bedeutet hierfür höchste Gefahr, zeigt sie doch schnell, dass jede Bewegung in dem völkischen Korsett dieses unmittebar zu sprechngen droht. Die kulturellen Ereignisse entwickeln sich dadurch in einer Spirale der Selbstdisziplin, welche alles vernichten muss, was sich hiergegen regt. Die selbstvernichtenden Ereignisse des Faschismus (Konzentrationslager, Weltkrieg) sind hinlänglich bekannt. Der bisherige Totalitarismus beruhte auf einer Volksgemeinschaft, Diese ist in diesem Sinne ist undenkbar geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur kann nur wirklich total werden, wenn die politische Kultur selbst als Ästhetik einer Gesellschaft angelegt wird, als vollständig entäußerte Kultur zum absoluten Sinnstifter wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit eines Allgemeinwesens kultureller Selbstentäußerung wird durch den Mangel an gesellschaftlicher Selbstgewissheit gegründet und mündet in einem kulturellen Gemeinwesen geistiger Abstraktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.2.1 Die Regeneration der Gesinnung zum generierten Sinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein geistlos gewordener Sinn muss sich als Sinn gegen seinen Geist bestimmen um sich selbst zu erreichen, sich zu regenerieren. Was im ästhetischen Willen noch als dessen Absicht Sinn hatte wird nun in seiner Absicht unmittelbar ausgeschlossen, zu einem objektiv faktischen Sinn, der sein muss, um sinnlich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesinnung entsteht nicht aus irgendeiner beliebigen Indoktrination, sondern als ein aus einer notwendigen Lebensform bestimmter Wille, dem zu folgen allgemein nötig wird, um die Sinnlosigkeit einer allgemein vereinzelten Existenz zu überstehen. Auch wenn sich dies mit staatlichen Notwendigkeiten deckt, so hat es nichts mit einem sachlichen Staatsinteresse zu tun. Es ist die Vorstellung des Staates als ein notwendiges Gemeinwesen, das aus der völlig abgetrennten und isolierten Sinnlichkeit des Lebens geboren wird. Nur von daher kann die Gewalt einer Gesinnung ihre Kraft gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin regeneriert sich nicht das Leben, sondern lediglich eine allgemeine Lebensvorstellung, - dies aber in seelischer Wucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik als Mittel gesellschaftlicher Selbstbegründung und der Regeneration des ästhetischen Willens als Reduktion von gesellschaftlichem Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.2.2 Die Regeneration der Kunst zur generierten Kunst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunst wird sich als reine Ästhetik selbst zur Form ihres künstlerischen Willens. Sie vertieft sich in ihrer seelischen Wahrnehmung zu einer totalen Beseelung, die in Wahrheit so flach wie ihre Selbstempfindung vertieft wird. Die Bezuglosigkeit auf ihren Gegenstand wird durch die Form ihrer Wahrnehmung dem Sinn nach so verdichtet, dass sie auch für sich stehen und Wirken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zeit wird sich ihr Selbstzweck zu einem allgemeinen Zweck ihrer Begeisterung hervortun und dem Allgemeinen Selbstgefühl zum ureigensten Stoff werden. Kust wird ausschließlich, wenn sie sich darin regeniert, wenn sie also darin ihre Generate und Generationen bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunst als Mittel gesellschaftlicher Selbstbegründung und der Regeneration einer kulturellen Reduktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.2.3 Der Kulturstaat als politische Gemeinde des Menschseins&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur wird zu einer allgemeinen und absoluten Form, worin sich alle Momente der Wahrnehmung zusammenschließen und als solche Lebensbedingung wahrgehabt werden. Es ensteht ein darin gemeines Menschsein, das sich selbst als völkische Gemeinde gilt und als Selbstgefühl einer übermenschlichen Gemeinschaft empfunden wird. Als diese wird der Staat dann selbst absolut - nicht weil er das nur aus Sachzwang heraus müsste, sondern weil dies auch zum wirkliche Gemeinen der Selbstwahrnehmung wird. Auch wenn das sein &#039;&#039;Geschäft&#039;&#039; erleichtert, so hat das gefühlte Gemeinwesen doch einen ganz eigenen Sinn: Es ist die Totalität aller menschlichen Beziehungen in der Form eines totalitären Zwischenmenschen: Als Staatskultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kulturelle Allgemeinwesens als Wesen kultureller Selbstentäußerung durch den Mangel, durch die Entleerung politischer Selbstgewissheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.3 Die verstaatlichte Kultur (Staatskultur als Institution unendlich entäußerter Kultur)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Wahrnehmung als Form der Selbstbeziehung war, die sich selbst wahrgehabt hatte, also in eigener Absicht Wahrheit genommen hatte, ist nun zur allgemeinen Prominenz des Persönlichen schlechthin geworden, das als Kulturelite politische Macht erlangt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Träger des Menschlichen ist die Übermenschlichkeit der Wahrnehmungskultur, welche sich aus der Prominenz der übermenschlichen Persönlichkeiten dieser Elite ergeben hatte. Vor allem die Medien stellen diese Kultur vor, Deren wichtigste Eigenschaft ist, die Selbstentfaltung der Menschen als Selbsterlebnis eines kulturellen Gemeinwesens zu gestalten, in welchem sich alle Mängel ihrer Wirklichkeit in der allgemeinen Form eines wirklichen Erlebens aufgehoben haben: Notwendige Überlebensform als Institution allgemeinen Selbsterlebens. Diese besteht nicht aus lebender Begegnung, welche Wirkungen in den menschlichen Sinnen hat, sondern aus den Sinnen selbst, welche Gegenstände einer Wahrnehmungskultur geworden sind, die sich selbst in den Zusammenhängen der Wahrnehmung als eigene Form gestaltet, sich institutionalisiert. Als deren Objekte bewirken die Menschen den Zusammenhang, der sie auch vollständig voneinander abhängig macht, weil sie in der Abstraktion ihrer Kulturform als Institution ihrer Kultur selbst die Abstraktion produzieren, die sie überhaupt nur sinnlich sein lässt. Was sie sind, das sind sie nur durch diese und was sie für diese sein müssen, müssen sie auch für sich sein. Die persönlichen Charaktere erscheinen nun als Charaktere institutionalisirter Kultur, als in sich begründete Autorität, Esoterik und Flexibilität der Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen erkennen sich in dieser Kultur in ein und derselben Bestimmung als gleichgeschaltete Objekte der Kulturformationen. Von daher sind sie sich auch wirklich gleich, denn innerhalb der Kulturinstitution können sich ihre Äußerungen in nichts von dem unterscheiden, was sie allgemein sein sollen. Sie beeindrucken sich durch genau das, was sie ausdrücken und gestalten ihre Ausdrücke nach Maßgabe der Eindrücklichkeit, die sie bewirken können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Verhältnis sind sie in ihrer äußersten Eindrücklichkeit auch äußerst gemein, kommen zueinander in dem, worin sich ihre Eindrücke ausdrücken: In ihrem Dasein als Kulturvolk, das zu seiner Kultur gezwungen ist, um eine Gemeinschaft zu haben, die ihrer auseinanderfallenden Wirklichkeit nötig ist und ihrer symbiotischen Wahrnehmung entspricht. Das Gemeine ist darin das Menschliche schlechthin, worauf alles zurückkommt, was sich als Mensch fühlen, erleben, wahrnehmen usw. will und zugleich muss. Das Selbstgefühl ist zum Gefühl des allgemeinen Menschseins geworden, an dem die Menschen teilhaben, um sich als Einzelwesen menschlich zu gewinnen, um sich selbst als menschliche Institution zu erleben. Die Not ihrer Einzelheit wird zum Gewinn einer Gemeinschaft, die nur durch die Not selbst ist: Notwendige Gemeinschaft als Volksgemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Selbstlosigkeit macht Kulturelite im Grunde überflüssig. Kultur bestimmt sich selbst durch die Niedertracht einer zwischenmenschlichen Persönlichkeit, wie sie in jedem steckt, der sich beständig um sein Leben sorgen und sich vor seinem Leben zugleich schützen muss, der das bedingungslos aufnimmt, was er unbedingt sein muss, weil es ihn am &#039;&#039;gesellschaftlichen Leben&#039;&#039; teilnehmen und hierdurch leben lässt. Diese allgemeine und wechselseitige Selbstlosigkeit macht eine Volksgemeinschaft aus, die als solche gar nicht mehr auftritt, die also in ihrer Selbstdisziplin auch selbst sich als pures Kulturwesen erscheint, ohne irgendeine Kultur im Sinn zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstbestimmung des kulturellen Gemeinwesens zur übermenschlichen Kulturgemeinschaft als Verhältnis zu sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.3.1 Der Menschenpark (der allgemein ausgegrenzte Mensch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Ende des Humanismus&#039;&#039;, wie es von Martin Heidegger festgestellt worden war, hat nicht nur seine Ideengeschichte, sondern ist dadurch wirklich zur Welt gekommen, dass die Menschen sich selbst nicht mehr nötig haben. Sie gewinnen sich als Reflex für sich, als persönliche, seelische und leibliche Reflexion, indem sie in ihrer entäußerten Gesellschaftlichkeit selbst den Sinn erfahren, den sie für sich nicht mehr haben können. Wie Insassen eines großen Zoos erwarten sie die Zuführung von Sinn und dieser wird ihnen gerade von der Elite zugewiesen, die sich als ihre Überlebensform in Form von Theorie-, Kultur- oder Psychoangeboten überstellt und sich als Notwendigkeit ihrer Ohnmacht herausgebracht hat. Indem solche Elite das bietet, was dem &#039;&#039;Sein zum Tode&#039;&#039; (Heidegger) nötig ist, macht sie sich zu dessen höchstem Funktionär. Sie vermittelt das menschliche Leben nun als persönlichen Gewinn, der dem zukommt, der sich den Gebotenheiten überlässt. Im Angebot selbst schon werden hierdurch die [[Gegebenheiten]] individualisierter Existenzen verabsolutiert. Nichts kann besser für das Kapitalverhältnis im Ganzen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die modernere Version solcher Anmaßung ist die Formulierung eines [[Menschenparks]] durch den Heidegger-Schüler Peter [[Sloterdijk]]. Er trifft allerdings damit auch den Nagel auf den Kopf: Die Menschen sind unter den geschilderten Bedingungen nicht in der Lage, ihre eigene Kultur zu entwickeln, solange sie nicht alle bestehende Kultur ihrem Sinn nach umstürzen. Aber genau letztres will Sloterdijk vermeiden und stellt sich auf die altbewährte Seite des platonischen Gedankens, dass Menschenführung nötig sei und dass diese von besonders hierzu gebildeten Menschen betrieben werden müsse. Die Menschen seien durch sich selbst entgrenzt und müssten daher im Gehege einer bildungsbürgerlichen Elite und Geistesgewalt begrenzt werden. Aber dies kann nur gelingen, wenn diese Gewalt nicht wirklich auftritt, sondern per Befriedigung ihrer sogenannten &#039;&#039;Grundbedürfnisse&#039;&#039; Frieden stiftet. Gemeint ist damit wohl das schlechthin Abstrakte ihrer wirklichen Bedürfnisse: Beschäftigung, Futter, Heimat und Sex.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen sind durch solche Existenzbedingung tatsächlich auf den Hund gekommen. Eine hündische Natur wäre nötig, um solcher Elite auch Folge zu leisten. Nur dadurch, dass diese in dieser Form nicht auftritt, sondern bestenfalls in Zirkeln der Politik und Wissenschaft diskuruert und plant, was hierfür zu verfügen und verfügbar zu machen sei, kann dies funktionieren. Das Führerprinzip selbst hat längst ausgesorgt. Führung entsteht durch Ausgrenzung und durch die Handhabe der damit erzwungenen Gefügigkeit. Gewalt funktioniert am besten, wenn sie durch Entzug des Nötigen vermittelt wird und indem sie gerade dadurch süchtig macht, dass dies in einer vertauschten Form, in der Erlebensform eines Allgemein-Events zugeführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pfleger und Gärtner des Menschenparks müssen dann zwar sein, aber sie treten als beständige Helfer und neuartige Intimpartner auf. Der &#039;&#039;große Bruder&#039;&#039; (Orwell) ist nun wirklich allgegenwärtig geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die formelle Selbstbestimmung des kulturellen Gemeinwesens durch den politischen Willen als Wille der Abstraktion von menschlicher Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.3.2 Tittytainment (der in allem verschmolzene Mensch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die menschlichen Sinne sind nicht nur ausgegrenzt, sondern finden in ihrer Ausgrenzung nur einen Sinn für sich: Die Entleibung von allem, was auf sie Wirkung hat durch die absolzte Entgegenständlichung jedweden Bedürfnisse. Sie hängen an den gebotenen Reizen der Konsumwelt wie an einer übermenschlichen Lebensquelle, deren wesentlicher Inhalt nicht die ernährung, sondern das absolute Selbsterleben ist, ein Erleben ohne jegliches Ereignis, stumpfe Sättigung mit Nichts, das nur dadurch reizboll ist, dass sich überhaupt in ihnen etwas regt, also durch Reize, wie sie völlig losgelöst und veselbeständigt sind. Ein kalifornischer Wirtschaftmanager hat diesen Zustand als einzige wirklich e Möglichkeit des Kapitalismus bezeichnet, durch die er noch bei wachsender Arbeitslosigkeit fortbestehen kömme, und nannte dies [[Tittytainment]]. Der Begriff trifft die Sache nicht schlacht: Das globale Kapital, das zu 98% nichts anderes mehr ist, als eine Machtvorstellung des fiktiven Kapitals und das auf einem bloßen Erpressungsprinzip durch Aktienmärkte beruht, braucht unendlich viele Schuldner, die ihm ihr Vermögen weitgehend ohne Sinn dafür einzahlen. Und das muss ihnen als ihre Sucht verschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr sinnliches Vermögen wird durch sinnentleerte Befriedigungen verflüssigt und ihre Abhängigkeit dadurch totalisiert, dass diese Verflüssigung in der Ausgrenzung jeglicher wirklichen Selbsterneuerung geschieht. Soweit die Menschen selbst noch als Schuldner des Kapitals funktionieren, ihre Lizenzgebühren an die großen Immobilien-, Verkehrs-, Medien- und Kommunikationsukonzerne abführen und auch mit ihren Steuereinzahlungen einen unvorstellbaren [[Staatsverschuldung]]szirkus finanzieren, werden sie mit Konsum bis zum Abwinken belohnt. Konsum als solcher muss daher billig sein, um möglichst viele ökonomischen und kulturellen Krisen in einem aufzulösen. Die Kultur ist damit dem Kapital vollständig subsumiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die inhaltliche Selbstbestimmung des kulturellen Gemeinwesens durch unendlichen Konsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333.3.3 Der totale Gemeinmensch(Die Kultur entseelter Selbstentleibung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Selbsterleben erweist sich als unendlicher Prozess der Selbstentleerung, einer Seelbstauflösung durch Konsumtion der eigenen Sinne. Weil diese ihr Leben für sich selbst entleiben, kann ihre Lebensproduktion nur Selbstvernichtung sein. In der kapitalistischen Kultur hat sich menschliche Sinnlichkeit nun &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; in ihren eigenen Staats- und Kulturinstitutionen ausgeschlossen und verflüssigt. Die Menschen sind sich darin nun auch objektiv identisch, weil sie subjektiv ausschließlich und auch der Form nach Objekte ihrer Selbstwahhrnehmung geworden sind. Als solche liegen sie sich in den Armen und bekämpfen sich zugleich, ohne einen Sinn hierfür zu haben oder hiervon zu kennen. Sie müssen es tun, solange sie in dieser Kultur ihr zwischenmenschliches Erleben finden, weil sie getrieben sind von den Reizen, die ihre Selbsterregungen in einem Prozess der Selbstentleibung durch Einverleibungen beliegiger Art verschmolzen hat. Und sie flüchten zugleich vor diesem Prozess, indem sie ihn politisch durch ihr Verhältnis zu ihrem Gemeinwesen potenzieren. Sie sind objektive Subjekte ihrer Selbstbestimmung als kulturelle Verhältnisform ihrer subjektiven Bestimmtheit geworden. Der Kulturstaat ist damit perfekt und für alle Menschen notwendig, die sich der politischen Kultur überlassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur ist nun insgesamt sowohl der Form nach als Institution, als auch dem Inhalt der Selbstwahrnehmung entsprechend zu einer leibhaftigen und allgemeinen Selbstsucht für Menschen geworden, die es nicht mehr wirklich gibt, die ihr einzelnes und ihr allgemeines Dasein nicht mehr unterscheiden kann, weil ihr politisches Verhältnis und ihr kulturelles wirklich gleich ist und darin also auch allgemeine Gleichgültigkeit herrscht. Ihr Äußeres und ihr Inneres sind ununterscheidbar, dennn ihre Äußerungen sind leere Verinnerlichungen einer Sache, die keinerlei Wirklichkeit hat: Sie selbst. Mit Begeisterung konsumieren sie ihre Sachen und Ereignisse, die ihnen geboten werden, weil sie darin sich selbst suchen. Ihre Existenz ist für sie eine allgemeine Begebenheit, worin sie sich nur selbst Geben können. Von daher erscheinen sie auch sich selbst als blinde Gegebenheit ihrer Existenz, als Subjekt und Objekt ihrer Weltverlorenheit, Menschen, die nichts mehr sein können, weil ihnen ihr Sein selbst zum abstrakten Menschen geworden ist, zu einem Menschen, der unendlich von sich absehen muss, weil er weder außer sich noch für sich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um in allgemeiner Beziehung und Vermittlung so zu sein, wie sie für sich nicht sein können, geben die Menschen alles von sich, um nur dabei zu sein und um das Gemeine als ihr veräußertes Wesen in irgendeiner beliebigen Form zu ergattern. In dieser Sucht ist ihnen ihr Leben selbst gleichgültig, denn nur in dieser Form lebt ihre Hoffnung auf ein Anderssein. Unter ihnen findet ein Wettkampf um dieses statt, in welchem der [[Selbstwert]] das ausschließliche Kriterium des Erfolgs ist und als solcher einen ungeheuerlichen Machtbefdarf expandiert. Dieser versammelt sich in kulturellen Eliten, welche alle Selbstwahrnehmung dadurch beherrscht, dass sie den Menschen ihr Äußeres als ihre Innerlichkeit vorzustellen versteht. Diese gesellschaftlichen Eliten der medialen Selbstveräußerung rekrutieren sich aus dem Erlebenswert ihrer Selbstwahrnehmung, die ihren Selbstwert nun allgemein für und durch andee gewinnen und die dadurch sich selbst auch als diese abgehobene allgemeine Selbstwahrnehmung erscheinen, die sie kulturmächtig vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Individualität ist nun dadurch allgemein, dass sie sich im Allgemeinen unmittelbar aufhebt. Es bedarf keiner kulturellen Prominenz mehr, um prominent zu sein. Was allgemein zählt und dominiert, ist allein der elitäre Selbstwert, wofür und worin sich alle Selbstwahrnehmung verdichtet. Die Individuen promenieren jetzt selbst als Gemeinmenschen, denen jede Äußerung möglich, die auf sie aufmerksam macht, und die zugleich dadurch enteignet sind, dass sie sich äußern nur zu diesem ausschließlichen Zweck äußern können, dass sie mit ihren Reizungen also dem allgemeinen Sein der Gegebenheiten vollständig entsprechen müssen, ihre Sinne und ihre je einzelne und vereinzelte Leben nur Augenblicke eines allgemeinen und abstrakten Sinns, Momente einer allgemeinen Ästhetik der Veräußerung sind. Wer dem nicht gebeugt ist, fällt gesellschaftlich aus. Keine wirkliche Autorität weist sie darin zurecht, keine Esoterik verlangt Altäre des Wohlgefühls. Die Menschen erscheinen sich so, wie sie da sind. Ihr Dasein erscheint dadurch vollständig, weil es nun ein wirklich unendlich veräußertes Sein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch in dieser Erscheinung ist ihre Selbsttäuschung perfekt. Denn nichts Äußeres existiert von all diesen Äußerungen wirklich. Aber die Gegebenheiten sind produziert. Sie werden veranlasst von einer Kulturelite, welche die Wahrnehmung produziert, die keine Wirklichkeit mehr hat und die Menschen zwingt, ihr Äußerstes hierfür zu geben. Die Menschen haben die Produktionen dieser Elite wahr, und beugen sich jeder Macht durch die Abhängigkeit von diesen. Sie entleeren sich als Menschen, indem sie sich darin allgemein mit ihrer eigenen Leiblichkeit verfüllen und ihr Leben zu einer allgemein politischen Sache machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und gerade hierdurch entsprechen sie nun vollständig dem Geld des fiktiven Kapitals, das sie erhalten und ausgeben, ohne dass das Geld noch irgendeinen wirklichen Wert darstellt. Was sie dafür arbeiten und geben müssen, ist ihnen gänzlich äußerliche Bedingung. Ihre Kultur erfüllt se mit Blindheit gegen all dies Äußerliche, indem sie nurmehr dazu dient, ihnen jedwede Äußerung zu ermöglichen. Es erscheint nun als eigene Kultur, was sie darin eben dürfen, was ihnen mit den Mitteln möglich ist, die ihnen geboten sind. Die Mittel des fiktiven Kapitals sind überwiegend Lizenzen und Rechte, Mieten und Verkerhsmittel, Mittel der Information und Agenturen der Vermittlung selbst. Der darin allseitig vermittelte Mensch ist aber nichts anderes, als ein nur sich selbst und in seiner ausschließlichen Selbstwahrnehmung vermittelnde Mensch. Seine Existenz hat er durch Rechte zu besorgen und seine Rechte werden existenziell beschnitten, wenn er dies nicht kann (siehe zum Beispiel [[Arbeitslosigkeit]]). Geld jedenfalls muss er sich immer noch verdienen, auch wenn es keine menschliche Entwicklung und Geschichte mehr darstellt, nicht mal den [[Mehrwert]], worin das [[Mehrprodukt]] sich darstellt. Dieses ist zur Gänze reines Objekt der Spekulation, die es nimmt, wo immer es [[Wert]] abwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaft der [[abstrakt menschlichen Arbeit]] gerät daher immer mehr aus dem Blick und wird durch die Vereinfältigung [[abstrakt menschlicher Sinnlichkeit]] aufgehoben. Der Kreis hat sich geschlossen, wenn er nicht durchbrochen wird ... (siehe &#039;&#039;[[Kritik der politischen Kultur]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Kritik der politischen Ökonomie]]&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur ist in Inhalt und Form zur politischen Form der Selbstwahrnehmung geworden: Allgemeine Staatskultur der Allgemeinwahrnehmung, Identität von Selbstwert und ökonomischem Wert als allgemeine Fremdbestimmung des menschlichen Lebens schlechthin, als vollständige seelische wie ökonomische Ausbeutung, als beseelte Selbstentleibung des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zur Gesamtübersicht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Uk3032</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332. Die Staatskultur als Heilsprinzip (Die Übermenschlichkeit des Volksganzen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Gesinnung war die politische Form eines Volksganzen als notwendiges Interesse der Bürger einer Nation herausgestellt, die sich als Kulturvolk bestimmen. Es war hierdurch eine Ganzheit unterstellt, die sich nur gesinnungsgemäß realisieren ließ, indem dieser Begriff ein [[Volk]] für ausgemacht befand, das es weder wirklich noch in Wahrheit gibt. Der Kulturbegriff des Volkes hat selbst schon den Mangel in sich, der in jener Ganzheit des [[ästhetischen Willens]], in der Totatlität einer [[Heilserwartung]] begründet ist: Ein &#039;&#039;Kulturvolk&#039;&#039; kann sich nur als Ganzes bestimmen, wenn es sich gegen seine Gebrochenheit vereint, wenn es die Widersprüche und Kämpfe seiner sozialen Verhältnisse der abstrakten Gewalt einer Volkseinheit unterwirft, die eine Gemeinschaft überhebt, die sich überhaupt nur gegen die Verunsicherung, die Armut, die Not als Formation eines Gemeinwillens erhebt. Und dieser kann seine wirklichen Verhältnisse daher auch nur negativ darin bestimmen, dass sie sich die Menschen gegen ihre eigene Gebrochenheit, gegen ihren Selbstverlust vereinen; und dies wiederum kann sich nur gegen sie selbst wenden, indem sich die &#039;&#039;Volksgemeinschaft&#039;&#039; aus ihrem wirklichen Leben herausgesetzt, also zu einem fremden Wesen wird (siehe auch [[Fremdenfeindlichkeit]]), gegen das sich nun auch jeder wie von selbst verstehen lässt. Indem sich Menschen hiergegen wenden, sich als Volk behaupten (&#039;&#039;Wir sind das Volk&#039;&#039;), begründen sie sich gegen ihre wirkliche Kultur. Die wird dadurch verbraucht, dass sie in einer politisch allgemeinen Bestimmung aufgehoben wird, die alles in Dienst nimmt, was kulturelle Wirkung hat und populistisch prominent gemacht werden kann, namentlich die Medien, die Kunst und der Sport. Darin werden nun alle sozialen Verhältnisse der Wirtschaft, der Kultur und des Staatswesens vereint. Und darin wird der Zerfall des repräsentativen Parlamentarismus, der sozialen Integrität und der Wählermeinung aufgelöst und vereint in einen bloßen Edelmut einer unwirklichen - aber sehr wirksamen - Allgemeinheit, dem Volk mit seinen Volksgenossen. In ihrer sich selbst verstärkenden Not sitzen ja nun auch wirklich &#039;&#039;alle in einem Boot&#039;&#039; (A. Hitler).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hatte schon Grund genug gegeben, der [[Masse]] des ästhetischen Willens jede Grundlage in der Masse des Volkes abzusprechen. Nun wird gerade dies umgekehrt zur Notwendigkeit eines [[Ganzen]] in der Gebrochenheit der Masse. Die beseelte Kulturgesinnung, wie sie im völkischen Rassismus begründet worden war, verlangt notwendig nicht nur nach einer &#039;&#039;Volkskultur&#039;&#039;, was immer das auch sein mag, sondern nach einer Verdoppelung des Heils, nach einer heilen Ganzheit, wie sie im Rassismus schon angelegt ist. Dieser entsteht nicht aus dem Ganzen, sondern aus dem Gebrochenen, aber er entwickelt das Heilsprinzip in der Beziehung auf ein Ganzes, das für sich nicht heil sein kann. Jetzt muss es sich als Gesinnung bewähren und wird zu einer positiven Kulturmythologie der völkischen Seele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist icht nur irgendeine ideologische Vorstellung, sondern eine politische Notwendigkeit der Kultur: Die Heilskultur. Darin ist die Art und Weise vergangenen Lebens zur Bedingung einer Kultur geworden, die es noch gar nicht gibt. Die Kultur, welche immer Vergangenheit hat und von daher auch als Konserve des menschlichen Lebens bewährt ist, wird so zugleich zu einer Vision des heilen Volkes, was sich in der Ideologie eines fundamentalen Konservatismus sich artikulieren lässt. Als diese Vision war die Sittlichkeit des ästhetischen Willens zur Ethik einer Volksseele geworden. Doch das war bloße Spekulation. Nun geht es um deren wirkliche Macht, wie sie aus dem Volksganzen gewonnen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332.1 Die Massenpsyche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 2. Abschnitt hatte sich durch die Entäußerung der Selbstgefühle zu einer Aufhäufung des ästhetischen Willens eine Kulturpersönlichkeit gebildet, in der sich Ästhetik an Menschen verkörperte, um ihre Ohnmacht zu veredeln, damit zu negieren und sich hiergegen mächtig darzustellen. Der vereinzelte Mensch fand darin die Möglichkeit einer [[Selbstbehauptung]], die ihn, soweit er diese Kulturform nötig hatte, nun an einem gemeinen Machtgefühl teilhaben ließ. Auf diese Weise hatte sich eine verallgemeinerte Ästhetik kultiviert. Sie war noch reine Aufsammlung von wirkungsvollen Eindrücken, die zwar keine persönliche [[Gegenwärtigkeit]] zuließen, wohl aber schon die Übermenschlichkeit einer [[Selbstbeziehung]] vermittelten. Die auf diese Weise regenerierten Selbstgefühle bildeten so die Grundlage für eine kulturelle Einheit, die nun Volk verstanden wird, als Ganzheit einer politisch, geografisch und kulturell begrenzten und behüteten Kultur. Durch diese Nationalisierung des ästhetischen Willens kann nun dieses Ganze auch zur Gänze kulturell wirksam werden. Sie bestimmt die bisher unbestimmte Masse zu einer politischen Größe, die sich alleine durch die Bestimmungen eines Lebensraums zu einer umschriebenen Gemeinschaft werden lässt. Der ästhetische Wille wird zu einer nationalen Gefühlsmasse, die sich zunächst nur an diesem Lebensraum festmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt wirkt sie in dieser Masse der völkischen Persönlichkeiten fort, die sich persönlich aufgehoben haben und ihren seelischen Zusammenhalt in einer Massenpsyche des Volkes, in einer Identität völkischer Selbstwahrnehmung finden. Hierdurch werden alle kulturellen Eigenschaften zu Eigenschaften eines Volkes, alle Gewohnheiten zum Schauplatz öffentlicher Selbstbezogenheiten. Sitten und Gebräuche, Kulturgewohnheiten und Mythologien werden ihrer Geschichte entrissen und zu Metaphern einer urtümlichen Kulturwesnheit, die sich über das Leben der Menschen hinweg bewahrt und sich nicht nur daraus bestimmt hat, sondern nun selbst bestimmend wird, da sich darin das überhistorische Menschsein reflektiert, sich also auch das Übermenschliche offenbahrt. Konservatismus und Traditionalismus, die sich bislang nur ideologisch aufgeführt hatten, beflügeln sich nun zur Produktion kultureller Wesenheiten, an der sich die Seelenlage der Menschen ausrichtet - nicht nur, weil sie es muss, sondern weil sie es will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Masse]] seelischer [[Gewohnheit]] wäre aber nichts anderes als die massenhafte Bewegung der einzelnen Selbstwahrnehmungen, würde sich dabei nicht eine seelische Verdichtung ergeben, welche die Aufmassierung dieser Selbstwahrnehmungen nicht selbst zu einer ästhetischen Notwendigkeit machen. Menschen, die sich darin ergeben, erfahren ihre Selbstbezogenheit als Massenerhebung und bewegen sich wie von selbst in und durch diese Masse. Die Gesetze der seelischen Massenbewegung entspringen der Gesetzmäsigkeit einer ästhetischen Verdichtung, wie sie im jeweils vereinzelten Selbstgefühl in Masse aufkommt. Der Reiz der [[Dichte]] einer [[Menschenmasse]] ist die Grundlage einer Massenpsyche und ihrer Bewegung, der einzelne Menschen selbst zu Diensten sind. Eine Massenpsyche als solche gibt es nur als Bewegungsmasse von Menschen, die für sich keine Wahrnehmung mehr haben, aber in der ästhetischen Dichte der massenhaften Selbstwahrnehmung sich mit allem vereint fühlen, was sie selbst nicht mehr sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entsteht nun eine Auftrennung des Seelischen: Wer sich in der Massenpsyche verliert, ängstigt sich vor dem, der sich hiergegen bewahrt, denn diese ist eine Vorleistung auf ein Heil, das von denen bedroht erscheint, die daran nicht teilnehmen. Die auf diese Weise Ausgeschlossenen erscheinen den Heilsträgern daher heillos und es verlangt eine Selbstbestärkung durch kultische Inszenierungen eines heilen Volkes, damit sie ihre seelischen Vorleistungen in ihren öffentlichen Beziehungen - und das sind nun auch ihre vorwiegenden Beziehungen - wahrnehmen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332.2 Der Kult des heilen Volks&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Massenpsychologisch wird durch die Ästhetik von Massenveranstalungen ein Wesen des Heils als heiles Wesen zur Welt gebracht, das sich in jedem Menschen zu regen vermag, der vor ihm nicht erschrickt. Es ist die erste Erfüllung einer massenhaften Selbstwahrnehmung, die in heillosen Verhältnissen Identität stifttet, indem sie die Menschen unmittelbar allem Unheil entzieht. Auf Konzerten, Sportveranstaltungen, Aufmärschen usw. wird eine Kultur geboten, die sich dem Leben der Bevölkerung längst enthoben hat und ihr in einem Format dargeboten wird, worin sich alle medialen Mächte vereinen. Deren Masse selbst wird zum Subjekt einer Identitätsstiftung, mit der sich seelische Übermenschlichkeit gewinnen lässt. Jede Liebe wird so übermenschlich, wie auch Kraft, Politik und Weltschmerz usw.. Die mediale Macht selbst befördert eine Idolisierung menschlicher Regungen, die sich darin in Masse einfinden und wiederfinden, sich also als Masse auch empfinden. Jeder davon erfasste Mensch wird für sich zun einem Übermenschen und ist erlöst aus den Realitäten seines Alltags.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idolisierung der Massenpsyche durch Personifikation der Erlösung, dem Prinzip des Heils, verlangt allerdings auch eine ungeheuerliche Selbstkontrolle. In der Masse zerfließt alles, was sich in den Menschen regt und destabilisiert die inneren Zusammenhänge der Selbstwahrnehmung. Nur durch Selbstkontrolle finden die darin erfassten Menschen eine im reinen Gefühl gefundene Selbstwahrnehmung. Zur Empfindung gelangt diese durch die Kontrolle über andere Menschen. Es muss daher der bereits in dieser Bestimmung entdeckte [[autoritäre Charakter]] die Beziehungen der Menschen beherrschen, der sich hier zu einer politischen Gewalt der Massenpsyche gestaltet, die sich nun vor allem gegen die unheimlichen Kräfte der Selbstentfremdung, der fremden Macht im Innern der eigenen Integrität stellt. Seine Basis ist nun aber nicht mehr die Privatpersönlichkeit, sondern die [[Nation]], seine Legitimationsbasis die Verfremdungstheorie durch Ausländer, die Fremdenfeindlichkeit und die Ausgrenzung internationaler Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332.3 Der Übermensch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übermensch ist eine Idealisierung des Menschen, der in seiner ästhetischen Wirkung zum Maßstab des Kulturmenschen wird, in welchem sich kulturelle Autorität begründet. Als diese Autorität ist er ein Vorgriff auf eine Zukunft, die sich durch ihn erst ergeben kann, also als Vorstellung eines Menschseins, das die Menschen über sich hinaustreibt (siehe hierzu auch [[Nietzsche]]). In ihm soll sich das Genie der Masse als Genius eines neuen Menschseins verkörpern, als Mensch, der aus dem Kult der Massenpsyche hervorgeht und sich gegen das gegenwärtige Menschsein stellt. Kultur wird darin zu einem Subjekt, das Menschen Wege und Ziele vermittelt. Hierdurch wird der Übermensch zur kulturellen Begründung einer Kulturmacht aber nicht durch Ideologie, sondern durch die kulturelle Notwendigkeit, einen Maßstab des Menschlichen zu Institutionalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Genie des Übermenschlichen gehen alle Mängel der Gegenwart positiv auf: In ihm trifft sich Ästhetik und Wille als Überlebensprinzip einer degenerierten Kultur, das Heil einer Vision, die schon im Mangel Wirkung hat und also sic aus ihm auch zu begründen scheint. In Wahrheit ist es die Angst der kulturellen Vereinzelung, der Selbstlosigkeit der Slbstwahrnehmung, die sich in ihm aufhebt. Aber wo sonst nichts ist, wo Gesellschaft nur noch hieraus besteht, wird sie selbst zu einem Prinzip der Vergemeinschaftung im Übermenschlichen, im Heil des Ganzen. Das Heilsprinzip kann nun in diesem Maß aufgehen. Darin erst wird das Völkische zu einer wirklichen kulturellen [[Identität]] der Massenpsyche. Sie wird zur Basis einer neuen gesellschaftliche Identität, zur Identität einer Gesellschaft, die nirgendwo stattfindet, in der aber alle Zukunft idealisiert vorliegt: Zu einer darin kollektivierten kulturellen Selbstwahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332.3.1 Die Regeneration der Seele im Kult der Massenpsyche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übermenschliche Selbstwahrnehmung erfordert übermenschliche Kraft, um sie zu erhalten. Diese kann nicht aus dem einzelnen Individuum kommen. Es fühlt sich hiergegen schwach und wertlos. Die Minderwertigkeit des einzelnen Menschen, welche somit allgemein geworden ist, kann sich nur in der Menschenmasse aufheben, die kulturelle Identität hat. Die Massenpsyche muss sich daher permanent als Massenkult des Übermenschlichen veranstalten, um die einzelnen Seelen in sich aufzusaugen. Zugleich negiert sie den Einzelnen in seinem wirklichen Leben, macht ihn zum Objekt einer übermenschlichen Seele, die ihn beseelt. Seiner Wirklichkeit enthoben machen sich in den so begeisterten Menschen Kräfte frei, die bislang in deren Verarbeitung seelisch gebunden waren. Die Psyche der Einzelnen begeistert sich am Kult der Massenseele, indem sie in der Masse eine seelische Autorität sieht, die ihre Wirklichkeit meistern kann. Dies wird zu einer Sucht, wenn sich der Kult allgemein durchsetzt und damit sein eigenes Treibmittel wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sucht selbst benötigt Volksmasse, um Kraft zu finden, im unbestimmten Menschsein Sinn zu bekommen, um sich also durch die Masse konkreter Menschen völkisch zu verkörpern und aufzuheben, sich zu befrieden. Die von allerlei Widernissen aufgeregte Masse findet durch den Kult der Massenpsyche ihre Ruhe durch den Adel des Allgemeinen Menschen, weil er nun als Übermensch der Selbstlosigkeit fungiert. Und sie wird gewalttätig, wenn ihr dies entzogen wird. Die einzelne Seele, die sich in der Masse verloren hat, besteht einerseits aus einem im Massenkult totalisierten Idealismus, andererseits aus Neid und Hass gegen jeden, der sich davon lösen kann. Von daher wird alles, was sich nicht hierin einfügt, alles, was noch individuelle Identität aufweist, gehasst, z.B. Intellektuelle, Künstler oder Juden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hass auf bewahrte Individualität äußert sich als Erregung des massenhaften Selbstschutzes, die sich als Gewalt gegen die Abweichung von kultisch gewordenen Gewohnheiten der Massenveranstaltung einer übermenschlichen Selbstbezogenheit äußern muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332.3.2 Der Antisemitismus (Die Kulturalisierung des heilen Volks als Seele übermenschlicher Selbstermächtigung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die abstrakte Identität eines massenpsychisch begründeten Selbstgefühls in der Begeisterung für die eigene Nationalität als Massenveranstaltung einer übermenschlichen Selbstwahrnehmung aufgehen soll, muss Nationalität selbst zu einer psychischen Identität werden. Diese kann sich aber nur aus dem Gleichklang in der Masse, aus der Sortierung der Nationaliäten und dem Vergleich der Menschengruppen ergeben, die in diesem übermenschlichen Sinn identifiziert werden oder sich auch selbst darin identifizieren. Solche aus dem Seelischen gewonnene Massenidentität gewinnt sich aus kultureller Selbstdefinition, welche Nationalität selbst zu einem übermenschlichen Selbstgefühl veredelt, das mit jedem &#039;&#039;Volk&#039;&#039; sich darin in Konkurrenz um eine seelische Identität ihrer Massenpsyche verstehen muss. Von daher werden kulturelle Eigenschaften des Lebensraums einer bestimmten Bevölkerung zu Wesenseigenschaften eines Anderseins im Selbstadel, zu übermenschlichen Bestimtheiten, die sich aus Sitten, Gebräuche, Religionen usw. ableiten. Das Volk als übermenschliche Bestimmung kann massenpsychologisch nichts anderes sein als die Ausgrenzung von allem, was sich seiner durch Selbstfdefinition empfundenen kulturellen Wesenheit entzieht. An dem identifiziert sich der Neid und Hass aller bislang unterdrückten wirklichen Regungen und die davon getriebenen Erregungen konzentrieren sich nun auf die &#039;&#039;Feinde des Volkes&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird zudem noch in kulturellem, historischem oder religiösem Kontext einer hierin gefassten Menschengruppe selbst eine Besonderheit des Selbstadels zugewiesen und dieser mit eigener Kultur versehen, z.B. ein &#039;&#039;auserwähltes Volk&#039;&#039; zu sein, so wird sie zu einem allgemeinen Objekt des Hasses auf fremde Identität. Die übermenschliche Selbstermächtigung der Massenpsyche, die schon massenhaft bedroht ist durch die Minderwertigkeit der Sonderbarkeiten der Einzelnen darin, die damit gegeben ist, die Unwertigkeiten von &#039;&#039;unangepasstem Leben&#039;&#039;, findet nun ihren Feind außer sich in einem &#039;&#039;Volk&#039;&#039;, das keines ist, und in nationalistischer Logik also aus einer Verschwörung bestehen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies macht besonders den [[Antisemitismus]] zur Basisideologie der Massenpsyche, die solche Gefühle nun mit einer Art weltlicher &#039;&#039;Vernuft&#039;&#039; überziehen soll. In den [[Juden]] wird eine Weltbedrohung ausgemacht, gerade weil das Judentum einerseits als Volk genommen wird, aber nicht national eingrenzbar ist, also auch nicht durch Staatsgewalt zu beherrschen ist. Es bedroht tatsächlich, was der Nationalist als sein Heil in dieser Gewalt sucht. Das Judentum stellt für diesen Verstand ein Gemeinwesen dar, das sich nicht als Nation fassen lässt. Nicht mehr nur die Angst um das eigene Innere, um die innere Verworfenheit, welche durch das Heilsprinzip aufgehoben werden soll, treibt den Nationalismus zum Antisemitismus, sondern auch der Anspruch auf ein fremdes Heil, auf ein heiliges Land, das er im Judentum wahrnimmt. Der Antisemit sieht sich durch jüdische Aphorismen bedroht, da Heil hier durch einen fremden Übermenschen, durch eine fremde Religion begründet wird, die zugleich weltlich als Volk ohne Nationalität ist. Solches Heil kennt der staatsideologisch getragene Übermensch nicht. Der Heilsbegriff, welcher Nationalität selbst zu einem Heilsbegriff eines räumlich umschriebenen Lebensraums gemacht hatte, muss nun ein &#039;&#039;Volk&#039;&#039; fürchten, das sich international verhält und bezieht, weil es aus seiner Religion heraus keine Massenpsyche nötig hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Antisemitismus ist daher nicht nur Ideologie, sondern allgemeine Befindlichkeit der Nationalisten, die sich darin auch selbst veredeln, dass sie die Juden als Träger des nationalen Unheils sehen. Es ist die Basis einer nationalen Identität, den Feind der Nation aufzubauen und sich in seinem Ausschluss bis hin zu seiner Vernichtung zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Judenhass, der durch die deutsche Vernichtungsindustrie final durchgesetzt wurde und auf eine ethnische Ausrottung des Judentums zielte, ist eine notwendige Konstruktion des Nationalismus, der in vielen durch globale Krisen bedrängte Staaten immer wieder aufkommt. Das Judentum wird hierbei als Träger des Weltkapitals diffamiert, weil es selbst international ist und ihm der Schacher und Wucher der zusammenbrechenden Banken zugewiesen wird. Da Juden schon lange zuvor von den Christen aus den Handwerksbetrieben in die unanständigen Berufe des Kaufmannskapitals abgedrängt worden waren, gelangten viele auch aus ihrer geschichtlicher Notwendigkeit heraus auf die Finanzmärkte. Im Antisemitismus war ihre diesbezüglich Rolle längst schon [[kulturalisiert]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Zur Zeit des 1000jährigen Deutschen Reichs gab es auch in anderen nationalistisch bestimmten Ländern starke antisemitische Sammlungen und Veranstaltungen, besonders auch in den USA, die mehr oder weniger zufällig bzw. durch den Weltkrieg der ihnen vorauseilenden deutschen Krieger sich gegen diese richten und von daher ihren Nationalismus auf andere Weise bestärken konnten.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Antisemitismus erst ließ sich die nationale Kultur als hoch veredelte Kultur errichten, denn im Feindbild bildet sich immer die [[Abstraktion]] des [[Eigenen]] als Eigentlichkeit des eigenen [[Wesens]]. Erst hierduch kann die Sittlichkeit der Gesinnung auch wirklich zur Staatsgesinnung werden. Die Fähigkeit des Staates, die Nation vor ihren Feinden zu schützen, trifft auf das Schutzbedürfnis seiner Bürger in Krisenzeiten. Es ist das Mittel, dem innern der sozialen Zerwürfnisse eine kulturelle Macht entgegen zu stellen, die sich als antisemitisch begründete Staatsmacht am Besten durchsetzen kann, und sich von daher auch für hieraus erklärlicher Gewaltanwendung des Staates legitimieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der Antisemitismus ist nur eine Kulturalisierung eines religiös bestimmtesn Volkes zur Gefahrenquelle der eigenen Nation. Jedes darin implizierte Heilsverständnis ist eine folgenschwere Ideologie für militärischen Aufrüstung und Kriegsführung. So sind auch andere Kulturalisierungen von Feinden der Nation oder der &#039;&#039;Achse des Guten&#039;&#039; möglich, z.B. der Antiislamismus, der im Islam einen religiös begründeten Kulturkampf wähnt (vergl. [[Huntington]]). Indem der Islam für den aufkommenden Terror durch einen paradiesischen Erlösungsglauben im Märtyrerrtum identifiziert und verantwortlich gemacht wird, gilt jede Gewaltanwendung von dort schon durch eine religiös bestimmte Kultur erklärt, die für ein nationales Unheil, für die Bedrohung der eigenen Nation herhalten muss. Das Volksheil wird jedenfalls zum Subjekt einer seelischen Strömung, die einem sozialisierten Bedrohungsgefühl folgt und alle Gesinnung hiernach bemisst und bestärkt. Die Massenpsyche funktioniert daher jetzt als ein eigentümlicher Angstmechanismus, der ein unheimliches Volk wähnt und zugleich völkische Folgsamkeit zur Machtausstattung des Nationalstaates hiergegen bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332.3.3 Die gleichgeschaltete Sittlichkeit der Massenpsyche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das durch äußere Feinde folgsam gewordene [[Volk]] funktioniert nun vor allem seelisch und wird damit zu einer wirklich politischen [[Substanz]]. Am Äußeren bildet sich das Innere nun als Reduktion des konkreten Menschen zu einem Teil des gemeinen Kulturmenschen, dem Menschen also, der die Absehung vom sinnlich konkreten Menschen als seine [[Absicht]] betreibt, als wirkliche Absicht [[abstrakt menschlicher Sinnlichkeit]]. Alles Bestreben ist auf Minimierung von Individualität, Meinung und Chaos ausgerichtet. Die Sittlichkeit eines folgsamen Volkes konzentriert sich daher auch auf die Gleichschaltung und Ordnung der seelischen Antriebe, denen die Menschen nun massenhaft unterworfen sind. Sie folgen der Autorität der Masse, indem sie sich in dieser in einem hoch verdichteten Menschsein begeistern. In dieser Begeisterung bildet sich die wesentliche Identität mit dem Allgemeinen einer Nation und erweckt hierfür die absurdesten Zuneigungen und Selbstverleugnungen, insgesamt Unterwerfung unter nationale Autoritäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar reduziert sich das konkrete Leben auf ein unterworfenes Menschsein, enthebt es aber sogleich der Selbstverlorenheit des einzelnen Menschseins. Indem sich der einzelne der nun als Nationalgefühl mächtigen Massenpsyche unterwirft, identifiziert er sich zugleich mit allen ihr unterworfenen Menschen und beseelt die allgemeinen Sitten und Gebräuche durch seine Mittäterschaft. Das Produkt ist eine Sitte und Moral, die sich aus dem Heil des Ganzen, also nicht nur aus einer Erlösung von dem Übel, sondern aus einer quasi religiösen Zukunftshoffnung durch ein völkisches Kulturwesen ergibt. Was ihr dienlich ist, wird so auch sitttlich und moralisch gut. Die Kultur gilt allein im Maßstab der Sittlichkeit, die sich nun als nationale Gesinnung sich auch aufführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran bemessen sich die Menschen, die sich darin vereint sehen. Sie vergleichen sich allesamt an diesem hohen Zweck, der durch massenhafte Angst geschaffenen wurde. Die gleichgeschaltete Massenpsyche erledigt daher die notwendige Ordnung des Heils wie von selbst. Auch wenn dies in nationalem Interesesse des Staates liegt und auch von dort bestärkt wird, erscheint diese Sittlichkeit wie aus innerer Not geboren. Jedenfalls ist das nationale Interesse mit dem eigenen Schutzbedürfnis nun so verschmolzen, dass eine seltsame Beruhigung aufkommt, die allein dem Seelischen zu &#039;&#039;verdanken&#039;&#039; ist, das sich im selben Interesse gleich ausrichtet und im Gleichschritt der Gefühle auch selbst gleichschaltet. In der Masse wird Angst aufgelöst - wenigstens bei denen, die vor der [[Masse]] keine Angst haben müssen. So kann schließlich auch die eigentlich sehr reale Existenzangst zergehen und sich durch Nationalgefühl ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 333. Der Kulturstaat]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Uk3031</title>
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&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Das Volk als gemeine Kulturpersönlichkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner heilen Welt und Heilserwartung hatte der [[Massenmensch]] auch in seiner [[Selbstlosigkeit]] immer noch eine - wenn uch illusorische - [[Gesellschaft]]. Doch diese hat ihn aus seiner Kultur herausgenommen, die keinen anderen Sinn als den der [[Masse]] kannte. Kultur kann ihm jetzt nur noch durch herrschende Strukturen zukommen, die ihm Gebot und Anleitung hierfür liefern. Was die Masse noch dem Erleben nach zu bieten hatte, wird nun als kultureller [[Unsinn]] einer gesellschaftlichen [[Institution]] mächtig, die aus einer politischen [[Formation]] besteht, die keine Gesellschaft mehr hat, die also völlig gesellschaftslose Menschen verbindet und zusammenzwingt. Denn gerade weil auch sie [[Gesellschaft]] nötig haben, muss sie sich nun als reine Institution kultur einer höheren [[Gemeinschaft]], als herrschender [[Gemeinsinn]] vermitteln - nicht als irgendeine höhere Kultur, sondern als Kultur der [[Masse]], wie sie eine [[Institution]] durch [[Glaube]]nsmacht an ihre Gemeinde zu beherrschen versteht. Sie ist die Grundlage eines [[Kulturstaates]], wie er hier nun darzustellen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich ist eine [[Masse]] nichts wirkliches, sondern lediglich der Zustand einer [[Dichte]] von etwas, wie es substanziell eben näher bestimmt ist durch die Art und Weise seines Zusammentreffens, durch die Form der [[Anwesenheit]] also, in welcher sie für Menschen besteht und auch wieder auf die Menschen zurückkommt. Diese Form ist nur durch Dichte bestimmt, die sich allerdings nur in den Verhältnissen der Menschen bewegt, also letztlich körperliche Dichte ist, abstrakte Körperlichkeit des Zwischenmenschen, der zu einer geschlossenen [[Wirklichkeit]] gewordene [[abstrakt menschliche Sinn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich enthält diese Masse die [[Notwendigkeit]] der Sittlichkeit und den Zweck eines [[ästhetischen Willens]]. Die kulturellen Beziehungen der Menschen sind daher allgemein nurmehr als abstrakte Beziehung von [[Sitte]] und [[Wille]] zu begreifen. Sie selbst sind nun vollständig [[selbstlos]]. Und weil ihr Lebenszusammenhang zugleich völlig gesellschaftslos ist, wird diese Masse selbst als Form des allgemeinen Lebenszusammenhangs für sie bestimmend und ausschließlich, also zu einer [[ausschließlichen]] Bestimmung für sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeingefühl eines [[Willens]], wie er ästhetisch bestimmt war, ist die Masse dadurch bestimmend geworden, dass sich Menschen darin in ihrem [[ästhetischen Willen]] zum Willen einer [[Ästhetik]] verdichten, welche damit übermächtig geworden ist. Weil sich die Individuen durch die Allgeinheit ihrer [[Selbstgefühle]] [[ästhetisch]] auch verallgemeinert haben, ist der Einzelne im Allgemeingefühl des ästhetischen Willens auch wirklich aufgehoben, die persönliche [[Selbstveredelung]] in allgemeinem Adel einer nur räumlich definierbaren Masse aufgegangen. Für ihn gibt es keine Grundlage irgendeines anderes Willens mehr. Er selbst ist damit in diesem Verhältnis zwar nichts mehr für sich, zugleich aber Moment der Masse des Zwischenmenschlichen. Schon im Massengefühl des ästhetischen Willens war dier Realisierung einer Gemeinschaft einer eigenständigen Wahrnehmung angelegt; im Rassismus war sie blind unterstellt und jetzt steht sie über die Institutionen der bürgerlichen Gesellschaft vor Augen. Die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] sind insgesamt im Verhalten eines zwiespätigen Menschseins aufgegangen, in einer [[Persönlichkeit]] des Zwischenmenschen schlechthin. Um für sich in diesem Zwiespalt zu existieren ist für diese nichts wichtiger, als die Zwietracht der Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] zwischen Sitte und Wille aufzulösen und Einheit als [[Gemeinschaft]] zu stiften. Was die Rasisten mit ihrer Ausschließlichkeit der guten Art angestrebt hatten, kann daher jetzt auch zum Zweck der staatlichen Institutionen werden, denn mit der Definition und Ausgrenzung fremder Art kann er seine Gewalt nach innen stabilisieren und ausweiten. Je fremdenfeindöicher die Bügrer werden, desto inniger lassen sie sich als [[Bürger]] und Bürgen für den [[Staat]] einbinden und verpflichten. [[Rassismus]] zielt auf eine Persösnlichkeit der Gemeinschaft und verlangt zugleich die Unterwerfung der artigen und ihre Teilhabe an der Ausgrenzung der Abartigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ganz diese Persönlichkeit nämlich zu sein scheint, so zerfallen ist sie in sich: Die Menschen als Moment von ihr müssen sich daher jetzt vollständig kontrollieren, um als Teil hiervon zu bestehen. Es gibt nichts wirklich Ganzes, keinen allgemeinen Zusammenhang von Menschen, kein gesellschaftliches Zusammenwirken, das in Wirklichkeit wahr ist. In der absoluten Selbstlosigkeit erscheint Gesellschaft gerade weil sie nicht mehr wirklich, sondern als ästhetischer Wille ist, nun selbst als eine Persönlichkeit, die diesen Willen zwar durch Gefühlsmasse äußern kann, selbst aber vollständig gefühhllos ist, dies sein muss, weil sie kein einzelnzes Slbstgefühl verkörpern kann, um als Wille zu funktionieren. Der Einzelne wird daher, sofern er diesen Willen darstellt, in seiner ganzen Isolation jeder eigenen Lebensäußerung verlustig, ignoriert oder sogar bedroht, weil er allgemein persönlich zu sein hat. So wird er ausschließlich zum Teil eines Ganzen, von dem er in Wirklichkeit allgemein ausgeschlossen ist: Zum Teil eines [[Volkes]], das wie eine Kulturpersönlichkeit wirkt und also auch die Wirklichkeit einer solchen allgemeinen Persönlichkeit sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Volk wird zu einem Kulturbegriff, indem es für einen gesitteten Allgemeinwillen in einem durch die Grenzen einer Region oder Kultur definierten Form bestimmt wird. Es wird so als Wille einer allgemeinen Sittlichkeit einer kulturell bestimmten Menschenmenge bestimmt. Hierdurch wird deren Güte konkret und praktisch, ihre Ethik zum seelischen Beweggrund, alles Seelische dem Volk als Allgeimeinwillen unterworfen. So bieder hierdurch das Leben der Menschen wird, so geistig erscheint es aus der Natürlichkeit des Lebens schlechthin begründet. Der kultivierte Begriff des Volkes will die Naturmythologie einer Sittlichkeit, wie sie allgemein gewollt wird, dogmatisieren. Jetzt geht es um das praktische Verhältnis dieses Prozesses, der Bildung einer [[Gesinnung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirklichkeit im Leben der Bevölkerung ist als einfache Lebenspraxis vollständig abgetrennt von der Sittlichkeit des Willens. Es ist für eine Kultur, die sich zu einer Ästhetik des sittlichen Willens verselbständigt hat, lediglich äußeres Lebensmoment, also Stoff für diesen. Von daher bildet er sich heraus zu einer praktischen Förmlichkeit, zur Gesinnung, die vom Standpunkt einer &#039;&#039;Volkskultivation&#039;&#039; auf die Menschen übertragen werden muss, die zu einem Prinzip ihrer Lebensführung wird - nicht, weil es finstere Agenten so wollen, sondern weil die für sich selbst empfindungslos gewordenen Menschen dies zu ihrer quasi religiösen Selbstverklärung nötig haben, um darin Gesellschaft zu bilden. Ihre Empfindungen werden selbst durch Kulte urtümlicher Gesellschaftlichkeit, durch Symbole und Rituale ihrer Ursprünglichkeit erzeugt und fortgebildet. So wird solche gesellschaftliche Notwendigkeit selbst zu einem Mittel der Vergesellschaftung abstrakt menschlicher Sinnlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sie verläuft die konkrete Selbstfindung der einzelnen Menschen die sich darin als Moment einer besonderen Art, einer völkischen [[Rasse]] finden muss. Darin wird die Kultur zu einer artigen Allgemeinhheit, auf welche alle Menschen zurückkommen müssen, um in Gesellschaft zu sein. In den Ritualen dieser Gesellschaft füllen sich alle Seelen mit der Masse des sittlichen Willens und werden zur Massenpsyche. Darin steckt das Ganze des beseelten Volkes als übermenschliche Erwartung, als Heilserwartung, deren Sehnsucht jetzt auch gesellschaftliche Wirkung erfährt, also Wirklichkeit wird. Im Übermenschen regeneriert sich zwar kein wirklicher Mensch, aber die Seele wird als Gleichschaltung der Masse darin wirklich und also für jeden einzelnen zur wirklichen Existenzgrundlage - und damit zur Macht gegen jedes Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesinnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.1 Die Seele des sittlichen Volkes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Behauptung eines Volksganzen bringt vielerlei Probleme mit sich, eben weil es dieses nicht geben kann und weil es auf der Selbstlosigkeit der Menschen darin gegründet ist. Was soll den allgemeinen Antrieb solcher Gemeinschaft ausmachen, wenn diese völlig gesellschaftslos ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Masse war ein Allgemeinwille als allgemeine Form des ästhetischen Willens entstanden und begründet sich nun als allgemeines politisches Subjekt durch den Begriff des Kulturvolks. Mit dem Prinzip der heilen Welt, also mit dem Heilsprinzip war auch schon die kulturelle Eigenliebe als Notwendigkleit allgemeiner Menschlichkeit herausgestellt, wie sie schon als Menschenrecht und Inbegriff des Religiösen vorliegt. Das Volksganze kann also subjektiv nur durch diese Eigenliebe einer nicht vorhandenen Gesellschaft bewegt werden, durch völkischen Narzismus. Und dies ist daher auch der Antrieb einer derart politisch gewordenen Gemeinschaft. Darin gegen gehen alle Momente der Kultur ein und werden in diesem Zweck gebraucht und aufgebraucht. Das sittliche Volk ist eine Kulturpersönlichkeit, die zum Verbrauch ihrer Kultur getrieben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ästhetische Moment jeder Religion ist das Gemeingefühl des abstrakt Menschlichen. Es handelt sich nun aber um eine Religiosität der Masse als Persönlichkeit einer [[Kultivation]]. Die [[Selbstbehauptung]] als Subjekt einer ästhetischen Menschenliebe wird darin zum Allgemeingefühl dieser kultivierten Persönlichkeit, zum perfiden Fühlen des allgemein Menschlichen in allem und jedem. Darin ist das entäußerte Selbstgefühl, das schon ohne Empfindung war, nun auch selbst gefühllos geworden, zur Grimasse einer leiblich vorhandenen Masse: Zum Volk als Wille einer politischen Macht. Darin wird Religiosität zum wirklichen Sinnbild und konkret, die Masse zum Körper einer allgemeinen und gleichgeschalteten Seele, die keine Empfindung mehr für ihr Leben hat, weil sie auf der Grundlage einer ästhetisch gewollten Sittlichkeit nur das Verlangen nach Gesellschaft schlechthin, nach abstrakter Gesellschaftlichkeit wahrhaben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.2 Das Ritual der Heilserwartung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Objekt einer gefühligen Masse ist das Ganze, das Heil des Volkes, wie es zunächst nur als Selbstgefühl vorhanden ist, als Stoz auf eine Nationalität, welche an und für sich bloß einen formellen Rahmen des politischen Willens abgibt. als Rahmen eines ästhetischen Willens wird dieser nun beseelt und zum Begriff eines Ganzen, welches gegen das Unheil der Wirklichkeit wirksam werden soll. Doch diese gibt es nur in der Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher muss sie auch als Vorstellung existieren. Alle Möglichkeit, sie durch bestimmte Gebräuche und Rituale verbindlich zu machen, werden nun auch genutzt. Die Gemeinde wird in der Notwendigkeit der Behauptung einer Gemeinschaft, die durch sich selbst nicht sein kann, alle Medien der Kultur einsetzen, um sich darin zu vergewissern und zu versichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Heilserwartung wird zur Grundlage einer Volksgemeinschaft, zur Kultur der Selbstfindung im Heil, zur Heilskultur. Als Vorstellung wird dies versinnlicht durch Rituale des Volks als Ganzes, durch die Erwartung einer seelischen Ganzheit eines unwirklichen Volkes, welches die politische Wirklichkeit desselben ersetzen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.2.1 Die Selbstfindung als Kult eines naturalisierten Gemeinwesens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus ihrem Unheil heraus und für sich waren die Menschen selbstlos geworden. Ihre innere Unsicherheit verlangt nun dringend nach einem Gemeinwesen, das sie auch vor ihrer eigenen Unsittlichkeit und Unartigkeit schützt, das also eine allgemeine Natur zur Grundlage haben soll. Soweit sie das Unheil in sich selbst und Ihresgleichen wahrnehmen, müssen sie ihre völkische Seele, wie sie in der Sitte begründet ist, nun als Volksnatur ansehen, um sich gegen sich selbst zu [[totalisieren]]. Nur als ein &#039;&#039;natürliches Ganzes&#039;&#039; kann sich eine Volksgemeinschaft auffassen und als solche auch gegen die Unart - letztlich die Abart - stellen. Es ist die Grundlage für jeden [[Totalitarismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.2.2 Die Natur der Volksgemeinschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine totale Volksgemeinschaft besteht aus der Abgrenzung zu anderer Gemeinschaft im Ausschluss der Arten. Die Bestimmung einer Art lässt sich als bestimmte Masse von Eigenarten fassen. Eine &#039;&#039;artgerechte&#039;&#039; Volksgemeinschaft definiert sich daher aus einer bestimmten Natur der Eigenarten der Menschen, die darin abstrakt, also die bloße Masse vergemeinschafteter Menschen sein sollen, eine leibhaftig gewordene Kulturvorstellung eines politisch bestimmten Menschseins. Ihre Natur erkennen die Menschen als Menschenmasse im Massenausdruck der Grundlagen ihrer Kulturvorstellungen, in deren [[ästhetischen Willen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der allgemeine ästhetische Wille ist nicht ein verallgemeinerter Wille, sondern die bloß vorgestellte Allgemeinheit einer allgemeinen Ästhetik, wie sie sein sollte, um darin die ausschließliche Natur eines Gemeinwesens zu begründen. Von daher kann der Einzelne nicht unmittelbar seinen Willen, wohl aber die Ästhetik seiner Vereinzelung aufgehoben finden. Er muss hierfür zwar seinen Willen zu einer persönlichen [[Ästhetik]] verdichten, um an dem allgemeinen ästhetischen Willen teilzuhaben und artgerecht, also artig sein zu können, er kommt damit aber in den - wenn auch zweifelhaften - &#039;&#039;Genuss&#039;&#039; einer Veregenwärtigung seiner Selbstlosigkeit, in den Genuss der abstrakten Gemeinde, worin jeder &#039;&#039;zählt&#039;&#039;, weil jeder zwar für sich nichts, aber Teil von ihr ist und sich daher als Teilhaber fühlen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heil der eigenen Art wird als Eigenart der Selbstwahrnehmung entwickelt, wird zu einer Wahrnehmung, die allen ja auch längst schon gemein, aber noch nicht zur Natur geworden ist. Die Volksgemeinschaft wird erst als Gemeinde der Selbstwahrnehmung begründet und schließlich als Willensgemeinschaft verwirklicht. Der individuelle Wille steht hiergegen und muss darin aufgehoben werden. Das Mittel der Willensbildung ist die Vervollkommnung des ästhetischen Willens, welcher zur &#039;&#039;Natur der Volksgemeinschaft&#039;&#039;, zu ihrem abstrakten Wesen wird. Es ergibt sich so die politische Form, die Willensform der Kultur als Grundlage eines abstrakten Gemeinwesens, als Natur einer Willensformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Natur, von aller menschlichen Natur &#039;&#039;befreit&#039;&#039;, ist nun selbst politisch sehr zweckhaft: Sie steht im Prinzip einer Reinheit und setzt die Bereinigung der Menschen zum Zweck der Fortbildung dieser Volksgemeinschaft fort. Und Bereinigung besteht ja aus der Auswahl des Zweckhaften, der Säuberung des an sich Natürlichen, also aus der Wiederherstellung einer &#039;&#039;eigentlichen Natur&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Naturwissenschaft eilt diesem Zweck gerne zu Hilfe, besteht ihre Denkdisziplin doch selbst aus der Bereinigung der vielen Störungen des Naturverlaufs. [[Darwin]] hatte diese Denkdisziplin mit großém Erfolg auch dargelegt und ausgeführt: Nach ihm entwickeln sich die Arten durch Auslese und Vermehrung (Fortpflanzung) des Ausgelesenen. Die Auslese wiederum bestimmt sich durch die Zweckhaftigkeit bestimmter Eigenschaften, darin, wie sie sich in ihrer Umwelt durchsetzen können. Er setzt also eine zufällig entstandene Vielfalt voraus, aus der sich durch Auslese Einfalt ergibt, die den Vorzug der Durchsetzungsfähigkeit hat. Dies ist etwa auch das Denkmuster völkischer Ideologie, die nicht auf [[Intelligenz]], sondern auf die Durchsetzungsfähiglkkeit eines auserlesenen Willens zielt. Hieraus leitet sich die völkische [[Ideologie]] des [[Nationalismus]] ab.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.2.3 Der Nationalismus (Der Körper des sittlichen Volkes)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Natur der Volksgemeinschaft hat sich das heile Naturwesen als politischer Zweck eines Gemeinwesens herausgestellt, welches die Bereinigung der Lebensvielfalt auf die politische Einfältigkeit eines Volkes verfolgt. Diese Positivbestimmung einer sogenannten Volksnatur verlangt nach einer selbständigen Macht des politischen Willens, wie er sich als Wille des gesitteten Volks ergeben hatte. Er muss sich also vor allem gegen fremden Willen richten, der ihn beschädigigen oder verunreinigen könnte. Dies Bestreben verfolgt der Nationalismus, der das Heil der eigenen Art dadurch gewähren will, dass er das Unheil der Vielfalt, der Vermischung mit fremden Völkern, mit allen Mitteln des Staates abzuwehren sucht. Die Ästhetik des reinen Willens wird so zur völkischen Ästhetik, zu einer Politik des ästhetischen Volkes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heilsprinzip verkörperlicht sich immer schon als Ausgrenzung von Unheil, das nun näher zu begreifen ist als ein Wille, der nicht der eigenen Ästhetik entspricht, also als &#039;&#039;Ausgeburt eines unästhetischen Willens&#039;&#039;. Durch diese Negativabgrenzung wird der ästhetische Wille zur abstrakten Bestimmung einer eigenen Art, einer Natur. Eine abstrakte Natur von eigener Art grenzt sich gegen andere Art nur durch ihr Anderssein ab. Sie muss daher rein sein, um Grenzen zu ziehen und hierdurch Heil und Erlösung zu bewirken. Nur als abgeschlossenenes Ganzes wird sie das Unheile ausräumen und &#039;&#039;Kraft durch Freude&#039;&#039; finden. Das Unheil wird damit erst wirklich bestimmt: Es ist das Unreine und Unnatürliche, das &#039;&#039;Widernatürliche&#039;&#039;. Das sittliche Volk muss einen geeinten und also vom Trieb seiner &#039;&#039;Wildheit&#039;&#039;, seiner Individualität bereinigten [[Körper]] haben, muss sich im Gemeinen befriedigen und ordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kulturpersönlichkeit, welche ein Volk ausmachen soll, wird daher jetzt selbst zu einem Körper, der sich aus einem [[Lebensraum]] bestimmt, der &#039;&#039;artgerecht&#039;&#039; mit Menschen gefüllt erscheinen soll. Nationalisten sind daher immer Rassisten, die Politik als Ästhetik betreiben, das &#039;&#039;Gute&#039;&#039; als Reinheit, das &#039;&#039;Böse&#039;&#039; als Mischung nur kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.3. Das Prinzip der sittlichen Ästhetik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rassismus]] war nicht nur Ideologie, sondern vor allem ein Produkt der [[Selbstgefühle]], welche nun die Funktion von notwendigen Allgemeingefühlen haben. Die Notwendigkeit begründet sich aus einem Gefühl der eigenen Unangemessenheit, einem [[Gefühl]] der Ungeborgenheit, die Trauer um den Verlust des geborgenen Lebens, des Lebens im Verborgenen, in der Heimlichkeit. Es hatte sich aus der Unmöglichkeit des Verborgenen, aus der unmitelbaren Not seiner Isolation, aus seiner Unnatur herausgestellt als ein notwendiges Verlangen nach einer gesellschaftlichen Natur, deren Zusammenhalt zwar unwirklich, aber vollständig vorgestellt ist: Die Gesellschaft als kosmische Natur der Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt wird diese &#039;&#039;Natur&#039;&#039; zur Begründung einer Institutionalisierung dieses Kosmos als ein absolutes Gemeinwesen, in welches sich der ästhetische Wille versetzen soll: Zum Staatswesen eines kultivierten Volksganzen, das sich selbst gleich sein soll, also alles auch gleichschalten muss. Der Rassismus bekommt daher jetzt selbst Staatsformation und wird zu einem sittlichen Prinzip der Formierung eines Gemeinwesens. Darin werden die Menschen selbst durch dieses bestimmt zu objektiv bestimmten Wesen der eigenen Art, die sich aus den zur &#039;&#039;menschlichen Natur&#039;&#039; gewordenen Eigenarten gesitteter Menschen ermisst. Alle individuellen Eigenarten der Menschen müssen &#039;&#039;bereinigt&#039;&#039;, also dieser Natur gebeugt werden, um sie auf ihre allgemeine Art zu bringen, sie daran zu gewöhnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht Staatsagenten und Propaganda begründen solches Verlangen, sondern das Unheil, was die Kultur allgemein in ihrem Zusammenbruch beherrscht, und sich nun vom Misstrauen gegen die &#039;&#039;wilde Individualität&#039;&#039; zur ausschließlichen und Individualität ausschließenden Volkskultur wendet. Dies kann daher keine Kultur der Bevölkerung sein, sondern muss eine allen überstellte Hochkultur sein, woran sich die Menschen gewöhnen müssen, um aus ihrer Heimlichkeit herauszutreten und daran teilhaben zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gewöhnung]] des Unheimlichen an die Kultur des gesitteten Volks wird zum Maß eines allgemeinen Schutzbedürfnisses, das sich im Rassismus gegen fremde Eindrücke, als [[Fremdenfeindlichkeit]] entwickelt und zur [[Selbstveredelung]] entwickelt wird. Darin tritt der verborgene Mensch nun als gesitteter Volksgenosse auf: Als notwendiges Moment einer sich selbst natürlich scheinenden Volksgemeinschaft, als gemeine Art oder Rasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.3.1 Die Sittlichkeit der Volksseele als Volksganzes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ursprünglich aus der bürgerlichen Kultur als sittliches Prinzip ihrer [[Vernunft]] nötig geworden war, wird nun zu einem Herrschaftsprinzip, welches der Nationalismus mit sich bringt. Nicht mehr der Zweck sittlichen Handelns, sondern der Zweck einer Bereinigung der Menschen zu einer bestimmten Sittlichkeit, zur Herstellung einer bestimmten Kultur, wird nun im Zweck einer Volksseele betrieben, die sich aus dem Lebensraum dieser Kultur bestimmt (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.3.2 Die Pflicht des Volksganzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Verhalten ist bezogen auf Verhältnisse, worin es entsteht. Sind diese Verhältnisse kulturbestimmt, so auch das Verhalten. Es soll für diese Kultur gesittet sein. Jede Sittlichkeit stellt also schon eine Verpflichtung dar, dass ein bestimmtes Verhalten für das Leben in einem bestimmten Kulturzusammenhang erforderlich ist. Dieses leitet sich aus den Möglichkeiten und Notwendigkeiten eines kulturellen Verhältnisses ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun besteht dieses Verhältnis als nationalistisch bestimmtes nicht mehr aus dem Verhalten von Menschen in einer Kultur, sondern als Verhalten eines Ganzen zu den einzenen Menschen. Es wird zu einer Verpflichtung der Menschen gegenüber dieser Ganzheit, ihrer Nationalität. Die Pflicht, sich hierzu gesittet zu verhalten ist daher etwas gänzlich anderes, als was Sittlichkeit bisher ausgemacht hatte. Für die Menschen erscheint der Übergang indes fließend. Was in der sittlichen Moral noch aus dem Zusammenleben der Menschen in einer bestimmten Kultur erschienen war, wird nun von einer Notwendigkeit unterlegt, die ihre Nation als Ganzes ausmachen soll, der Not, in welches dieses von unheimlichen Mächten gerät, wenn sich ihm Fremdes untermischt, wenn also seine Reinheit bedroht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Pflicht werden alle Bereinigungstendenzen des ästhetischen Willens daher auch in dem Maße mächtig, wie diese Not durch Erfahrungen von Unheil unterlegt wird. Aus der Angst vor Vermengung entsteht eine absurde Vermengung der Angst: Diese bestärkt sich durch die Abwehr, durch ein Schutzbedürfnis, welches die Nazion als Ganzes nun politisch hiergegen beantworten soll. Die Nationalität selbst wird zum Medium der Sicherheit. Was der Staat sachlich zu bewerkstelligen hatte, wird nun Nationalgefühl, die wie eine seelische Bindung sich verantwortet und daher die Menschen auch seelisch verpflichtet. Sie soll bestimmen, was sie im Sinn haben müssen, um gesichert zu sein: Gesinnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331.3.3 Die Gesinnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Sinn]] hat in sich nichts [[Ganzes]], ist gegen jede Totalität unangemessen und hat auch nichts damit im Sinn. Ist das Ganze eines Volks zur seelischen Pflicht der Bürger einer Nation geworden, so muß dieser Sinn außer sich sein und als solcher politisch fixiert werden. Als [[Gesinnung]] wird er zu einem pollitischen Maß einer abstrakten Gesellschaftlichkeit, eines Gemeinwesens, das der Staat zwar immer zu tragen hat, das er aber als nationales Gemeinwesen zugleich durch sich bestimmt versteht. Von daher wendet sich das Gemeinwesen gegen das [[Meinen]], das der privaten Existenz entspricht. Die Meinung ist nicht mehr gefragt; ihr Sinn muss jetzt bestimmt werden, damit sie der zu vermittelnden Gemeinschaft auch entspricht und diese Gemeinschaft, die ja nicht wirklich wahr sein kann, ausfüllt. So wird die Gesinnung als die geadelte Meinung herausgestellt, als die im gemeinen Ideal des Gemeinen erhobene Meinung und zur Erfüllung dieses Ideals verpflichtete Meinung notwendig. Sie muss kulturell durchgesetzt werden, damit sie auch die Wählermeinung ersetzen kann. Gelingt dies, kann auch in einer Diktatur von Demokratie gesprochen werden, denn der im abstrakten Kollektiv gesonnene Wähler wählt den Diktator durch seine Gesinnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesinnung wird daher auch substanziell staatstragend, zum Zuspruch, die ein Nationalstaat in seinen Krisen dringend benötigt, das Opfer der Bevölkerung abverlangt und ihn als Ganzheit des Gemeinwesens bestärkt. In der Gesinnung wird die politische und die kulturelle Gestalt des Willens zur Deckung gebracht. Sie wird in dem Maße politisch gewollt, wie sich der Staat selbst als Macht gegen sein eigenes Unheil, gegen soziale und ökonomische Widernisse verhalten muss, wie er seine Bürger zu Leistungen verdingen muss, die sich nicht mehr aus ihren Lebensinteressen erklären lassen. Von daher wird die Gesinnung zum kulturellen Medium eines [[feudalkapitalistischen]] Staatswesens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 332. Die Staatskultur als Heilsprinzip]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Uk3030</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Einleitung in die Massenkultur einer übersinnlichen Gesellschaft als Kulturstaat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war in diesem Band der Kritik der [[politischen Ästhetik]] zunächst das [[zwischenmenschliche Verhältnis]] der Menschen [[objektiv]] [[allgemein]] geworden, indem es zunächst sittlich geworden war, für sich selbstlos werden musste und schließlich [[gläubig]] geworden ist, um den Menschen in diesen [[Verhältnissen]] einen [[Sinn]] zu vermitteln, der sie [[übersinnlich]] begründen sollte. Dieser [[Sinn]] war zu einer objektive Form einer allgemeinen [[Selbstveredelung]] in einem [[ästhetischen Willen]] wirksam geworden, der sich zu einer Heilskultur, zu einer Kulturmacht der Selbstheilung fortentwickelt hatte, bis diese im Sog ihres Unheils sich als Massenbedarf nach einer [[heilen Welt]] herausstellen musste. Erst jetzt aber kann sich dieser Bedarf durch seine [[Institutionalisierung]] auch verwirklichen, sich wirklich wahr machen, indem er zum Inhalt eines [[Kulturstaats]] wird. Darin erfährt er jetzt einen politischen [[Lebensraum]], in dem sich alles aufhebt, was von wirtschaftlichem [[Nutzen]] war, was ihn aber sinnlos gemacht hatte, weil die [[kapitalistische]] [[Wirtschaft]] selbst den [[Notwendigkeiten]] ihres [[Wertwachstum]] nicht wirklich [[allgemein]] folgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Kultur hat von da her nun auch in dieser Form ihren [[politischen Willen]] als politischen Raum, als gesellschaftlich bestimmten [[Lebensraum]], durch den sie als reine Kulturgemeinschaft die Lebensverhältnisse der Menschen bestimmen kann, auch wenn und gerade weil sie weder [[Sinn]] noch [[Nutzen]] für die Menschen hat. Aber hierin können sich die allgemeinen Formationen der [[Selbstwahrnehmung]] in ihrer Gegensinnigkeit vereinen, wie sie in ihrem jeweiligen [[Trieb]] zwischen [[Selbstverwirklichung]], [[Selbstbehauptung]] und [[Selbstbeherrschung]] [[allgemein]] entwickelt wurden, und sich nun aus sich selbst heraus, also sich in ihrem Widersinn gegenseitig bestärken und reproduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies [[Ganze]] hat jetzt eben seinen inneren wie auch seinen äußerlichen [[Grund]]. Mit den Verwertungskrisen des [[Geldes]] schwindet der [[Nutzen]] der [[Wirtschaft]] für die Menschen und es verstärkt sich ihre Existenzangst im Allgemeinen. Was sie in ihrer Eigennützigkeit als Persönlichkeit ihrer zwischenmenschlichen Lebensverhältnisse erwerben konnten, erscheint damit ebenso bedroht, wie sie darin im Einzelnen auch immer weniger [[Sinn]] finden können. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse einer Gesellschaft zusammenbrechen, bleibt mit der Erfahrung ihrer [[Nichtung]] im Allgemeinen die [[Wahrnehmung]] einer Selbstauflösung im Einzelnen. Da ihre Kultur nur noch als Lebenszusammenhang durch diese [[Wahrnehmung]] in der Form ihrer [[Selbstwahrnehmung]] bestätigt werden kann, bestimmt sich darin nun auch deren [[Allgemeinheit]] als [[Selbstgefühl]] einer allgemein bedrohten [[Subjektivität]] fort, als Allgemeingefühl einer bedrohten [[Kultur]] überhaupt, als Massengefühl einer überdimensionalen [[Selbstauflösung]], die als Gefühlsmasse einer [[Massenkultur]] zum Objekt eines jedweden [[Populismus]] wird. Dieser kehrt die Ursprungssehnsucht einer [[Scheinwelt]], welche die [[heile Welt]] des [[ästhetischen Willens]] ausgemacht und endlos gemacht hatte, in die [[Heilserwartung]] einer übermenschlichen Auflösung aller Vernichtungsängste, zur [[Formation]] einer endlich allgemeinen rein politischen Lösung, zur allgemeinen [[Vorstellung]] einer Endlösung durch politische Kulturmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Allgemeinkultur bezieht ihre politische Kraft nur mehr aus der gesellschaftlichen Not einer Gesellschaft, die nicht mehr für die Menschen politisch handeln kann, weil sie als wirkliche gesellschaftliche Macht der Menschen zerstört ist. Der politische Wille soll dadurch verwirklicht werden, dass er ihrer wirklichen [[Vernichtung]] [[ästhetisch]] entgeht, dass er die Wahrnehmung ihrer [[Wirklichkeit]] selbst [[nichtet]]. Sie wird von daher zum Zentrum aller politischen [[Aufmerksamkeit]], die weiterhin auch eine [[Aufmerksamkeit]] der [[politischen Ökonomie]] bleibt, die sich aber in der Wahrnehmungsform der bedrohten [[Selbstbezogenheit]] vor allem kulturell auswirkt. Politische Ökonomie und politische [[Ästhetik]] münden auf diese Weise in einen Fokus, welcher mit dem Begriff einer Volkskultur aufgerufen wird, und von daher den politischen Begriff des Volks mit dem kulturellen Volksbegriff gleichsetzt. Dies führt zur Kulturform einer allgemeinen Institutionalisierung, welche sich nicht mehr aus den Selbstgestaltungen der Menschen und ihren zwischenmenschlichen Beziehungsformen, auch nicht mehr nur aus ihrer Selbstlosigkeit, sondern aus ihrer Überflüssigkeit als Mensch begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Volk]] wird zu einem Kampfbegriff als Kulturbegriff, indem es für einen gesitteten Allgemeinwillen steht, der als [[Wille]] einer allgemeinen Sittlichkeit zu einer allgemeinen [[Gesinnung]] werden soll, zur sittlichen [[Institution]] jedweder Sinnlichkeit. Hierdurch wird deren [[Güte]] als Ästhetik ihres Willens konkret und praktisch, ihre Ethik zum seelischen Beweggrund, alles Seelische dem [[Volk]] als ein ästhetisch geadelter Allgemeinwille unterworfen und ihr [[Geist]] staatlich übereignet. So bieder hierdurch das [[Leben]] der Menschen wird, so geistlos erscheint es aus der Natürlichkeit des Lebens schlechthin begründet. Der kultivierte Begriff des Volkes will die Naturmythologie einer Sittlichkeit, wie sie allgemein gewollt wird, dogmatisieren. Jetzt geht es um das praktische Verhältnis dieses Prozesses, der Bildung einer Gesinnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirklichkeit im Leben der Bevölkerung ist als einfache Lebenspraxis vollständig abgetrennt vom der Sittlichkeit des Willens. Es ist für eine Kultur, die sich zu einer Ästhetik des sittlichen Willens verselbständigt hat, lediglich äußeres Lebensmoment, also Stoff für diesen. Von daher bildet er sich heraus zu einer praktischen Förmlichkeit, zur Gesinnung, die vom Standpunkt einer &#039;&#039;Volkskultivation&#039;&#039; auf die Menschen übertragen werden muss, die zu einem Prinzip ihrer Lebensführung wird - nicht, weil es finstere Agenten so wollen, sondern weil die für sich selbst empfindungslos gewordenen Menschen dies zu ihrer quasireligiösen Selbstverklärung nötig haben, um darin Gesellschaft zu bilden. So wird solche gesellschaftliche Notwendigkeit selbst zu einem Mittel der Vergesellschaftung abstrakt menschlicher Sinnlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sie verläuft die konkrete Selbstfindung der einzelnen Menschen der sich darin als Moment einer besonderen Art, einer Rasse finden muss. Darin wird die Kultur zu einer artigen Allgemeinhheit, auf welche alle Menschen zurückkommen müssen, um in Gesellschaft zu sein. In den Ritualen dieser Gesellschaft füllen sich alle Seelen mit der Masse des sittlichen Willens und werden zur Massenpsyche. Darin steckt das Ganze des beseelten Volkes als übermenschliche Erwartung, als Heilserwartung, deren Sehnsucht jetzt auch gesellschaftliche Wirkung erfährt, also Wirklichkeit wird. Im Übermenschen regeneriert sich zwar kein wirklicher Mensch, aber die Seele wird als Gleichschaltung der Masse darin wirklich und also für jeden einzelnen zur wirklichen Existenzgrundlage - und damit zur Macht gegen jedes Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesinnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Teil III.33.1 Das Volk als gemeine Kulturpersönlichkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323 Die behütete, gehütete und verhütete Kultur (Kulturformationen von Familie, Gemeinde und Nation)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politische Kultur bezieht sich nun auf Kultur überhaupt durch das, was sie durch einen [[ästhetischen Willen]] geworden ist, was sie also nicht nur sittlich zur [[Religion]] gebracht hatte, sondern was sie nun in der Eigenwelt der Gewohnheiten, besonders des [[Wohnens]] und Sorgens als öffentliches Medium der politischen Kultur darstellt. Über die [[Medien]] der Kultur war der subjektivierte Geist zur [[Prominenz]] seiner Kulturmächtigkeit gelangt, ist von daher selbst zu einer allgemeinen Kulturmacht kultureller [[Subjektivität]] geronnen, die sich nicht nur [[populistisch]] von der [[Politik]] verwerten lässt. sondern selbst in der Wahrnehmung und [[Meinung]] der Bevölkerung vergegenwärtigt ist. Sie ist zu einer formierten [[Subjektivität]] der kulturellen [[Prominenz]] geworden, die sich nicht nur öffentlich, sondern nun auch in den eigenen [[Räumen]] bestärkt und sich [[schön und gut]] finden kann, weil sie sich darin heil gegen alles [[Unheil]] erscheint. Alle gesellschaftlichen Inhalte der Kultur zwischen den Menschen werden hierdurch in ihrer formellen Gegenwärtigkeit eines geschlossenen [[Lebensraums]] in der [[Form]] der [[Wahrnehmung]], der [[Information]] absolut bestätigt und bestärkt, ohne dass sie noch irgendeinen Bezug haben müssen zu dem, was Menschen darin wahrgehabt haben oder [[wahrhaben]] werden. Die [[Erinnerung]] der Menschen ist damit entsubjektiviert und hat die Form einer allgemeinen [[Gegenwärtigkeit]] eingenommen. Darin gestaltet sie nun von jeder [[wirklichen]] Wahrnehmung enthoben selbst objektiv den öffentlichen und privaten [[Lebensraum]] der Menschen, die sich darin ihrer selbst vergewissern müssen, weil ihnen jede [[Gewissheit]] ihrer selbst darin vergangen ist und vergehen muss, weil sie durch ihre [[Allgemeinheit]] abstrahiert, gegen sich selbst [[abstrakt]] werden (siehe auch [[abstrakt Allgemeines]]). Sie ist zum absoluten Medium geworden, das aus der Gegenwart eine Zukunft des Vergangenen bezieht. In solcher Vision von Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem entsteht eine Macht, die weniger der Wahrnehmung folgt, als sie sich immer mehr in ihren [[Regungen]] verbinden und oft seltsame Verbindungen zum [[Selbsbewusstsein]] der Menschen eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin wendet sich Kultur in eine politische Kraft, die sich nun gegen ihre Brüche und Niederträchtigkeiten richtet, indem sie sich endlich als etwas [[Ganzes]] behaupten kann, wenn sie sich ihren eigenen [[Raum]] erobert hat und darin heil für sich erscheint, indem sie die [[heile Welt]] nurmehr verspricht, die in der Entwicklung des [[ästhetischen Willen]] gerade gescheitert war. Sie muss sich nicht mehr aus der [[Wahrnehmung]] berstätigen, denn sie kann nun die Wahrnehmung bestimmen, indem sie sich als eine natürliche Grenze gegen das [[Böse]] vermittelt, durch ihre lebensräumlichen Grenzen von eigenen, in sich natürlichen Beziehungen bestimmt gelten soll, damit darin alle [[Geltungsbedürfnisse]] vereinigen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstbestimmung der Wahrnehmung war schon in der [[Selbstverwirklichung]] der eigenen [[Persönlichkeit]] und der [[Selbstvergegenwärtigung]] in den[[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] erhofft, aber nicht wirklich gelungen. Und es war auch schon mit dem Naturbedürfnis des [[ästhetischen Willen]]s kein substanzielles Verhältnis entstanden, das ihn ganz zu verwirklichen vermocht hätte. Mit all den Mitteln, Rezepten und Verschönerungen hat sich nichts wirklich Gutes außer dem ergeben, was allein der Wahrnehmung als gut erscheint. Nun soll ihre Grenze durch die Begrenzung ihres Lebensraums selbst politisch mächtig werden, um die [[Güte]] ihrer [[Erscheinung]] abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin &#039;&#039;sitzen alle in einem Boot&#039;&#039;, hatte Adolf Hitler dereinst bemerkt, und damit die kulturelle Not zu einem notwendigen Lebensraum der Kultur verwandelt, zur Lebensgemeinschaft einer übermächtigen [[Privatpersönlichkeit]], welche die Fähigkeit hat, sich Familie und Staat [[einzuverleiben]], indem sie zu einer Kulturnotwendigkeit der Nationalität gemacht wird, in der die Zugehörigkeit selbst hörig macht. Was in der heilen Welt des ästhetischen Willens entstanden war und in den Medien des Meinens und Dafürhaltens zum Unterhalt der Selbstwahrnehmung gedient hatte, wird nun als Kulturform von Heim und Welt durch die Bezwingung jeder Abweichung zu einer inneren Gewalt, zu einer Beziehungswelt, die alle [[erziehen]] muss, um als eigene gute Welt erscheinen zu können. Die Menschen ziehen einander zu einem [[Gemeinsinn]], der selbst den Lebensraum einer [[ausschließlichen]] und ausschließenden [[Selbstbezüglichkeit]] formatieren soll, indem er jede [[Meinung]] durch seine [[Gesinnung]] zu beherrschen trachtet. In ihrer Einheit und Einigkeit, wird das Heil der [[Kleinbürger]] zum Material der Politik überhaupt, zum politischen [[Selbstverständnis]] eines groß aufgemachten Kleinmuts, in dem politische und ökonomische Machbesterebungen zwangsläufig sich vereinigen müssen, um in der Abgrenzung von einer abtrskten Bedrohlihkeit der Macht selbst mächtig zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch in dieser Erscheinung stellt sich keine menschlcihe Wirklichkeit, sondern immer nur ein Verhältnis zu dem dar, was als [[böse]] gelten soll, weil dieses dann eben auch als Bedrohung eines an sich heilen, also unbeschadeten Wesens, als die [[Eigentlichkeit]] des [[Guten]] erscheinen muss. Was gut oder [[böse]] ist kann sich im Ganzen hier nur als Kulturraum erweisen, als seine Ideale und deren Antagonisten in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] selbst, die diese Kultur betreiben. Weil Kultur gesellschaftslos geworden ist und ausschließlich als Macht einer zwischenmenschlichen Gemeinschaft wirksam werden kann, kann ihre [[heile Welt]] sich auch nur noch von der unheilen abgrenzen, um überhaupt heil sein zu können. Ihr [[Heil]] beruht darauf, ist pure Idealität, die sich wie eine wirklich[[menschliche Identität]] gibt, ideale Geltung für sich haben soll, die jede substanzlos gewordene Wahrnehmung hörig macht. Von daher vollzieht sich die wirkliche Idealisierung in den engen Grenzen ihrer [[Lebensräume]], die sich zugleich nur aus dem nähren, was sie sich vorstellen, was sie außer sich als wirkliches Ideal unterstellen und für sich zugleich nur als [[Unheil]] [[wahrhaben]]. Ihr Lebensraum enthält somit eine wirkliche Idealität, die zwar nicht wirklich ideal sein kann, aber ihre [[Idee]] von sich in einer Welt verwirklicht, vor der es ihr zugleich [[graut]]. Die Farblosigkeit ihrer Idee muss durch den Glanz einer absurden Popularität aufgepomt werden, denn eine solche ausschließlich auf sich selbst reflektierende [[Wirklichkeit]] kann sich nur in ihrer Mangelhaftigkeit erfahren, sich im Mangelgefühl ihrer Lebensform [[empfinden]] und von daher einen Bedarf an unendlicher Ausdehnung im Grunde nur als [[Grausamkeit]] gegen das Leben überhaupt entwickeln, um sich selbst zu zu erfüllen. Ohne dies fühlt sie sich so entleert, wie sie ist. Die [[Selbstlosigkeit]] der Zwischenmenschen kann sich nur durch ihre [[Vergemeinschaftung]] selbst wie ein Mensch gebärden indem sie als gesellschaftliche Macht glänzt, die leicht in die Hände hervorragender [[Kulturbürger]] gelangt, die das kulturelle [[Heilsversprechen]] politisch zu wenden verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird jedes fassbare [[Gemeinwesen]] zu einem Kulturraum und die Gemeinschaft selbst zu dem, wozu sie von einer Kulturelite bestimmt wird. Nur durch eine Gemeinkultur werden die Eliten zum Träger der idealen Gemeinschaft, weil sie das Maß bestimmen, in dem die Bereinigung sich darin vollziehen muss. Um heile Welt zu sein, muss Unheil bestimmt und ausgegrenzt werden. Die hierin vereinigte Notwendigkeit der Kultur wird zum politischen Subjekt einer Schutzgemeinschaft, zu einem Raum, in dem Kultur verbindlich sein muss, um sich in den Menschen als einzelne Persönlichkeit auch als Lebensverpflichtung geltend zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Lebensverpflichtung wird der ästhetische Wille nun auch in seinem politischen Raum wirklich mächtig. Er hat ja schließlich auch die Welt kulturbestimmter Persönlichkeiten zu seiner auschlaggebenden Substanz. Nur was sie hierfür veräußern, was sie an politischem Willen für diesen Raum aufbringen, kann hier den Raum als Lebensraum auch verbindlich halten. In den Personen wird das als Verpflichtung bestimmt, was sie in diesem Raum des Heils verbindet - eben nur, damit auch das Heil des ästhetischen Willens durch die Heilsgemeinschaft einer Zukunftserwartung sich erhalten lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Raum]] kann vieles sein, am einfachsten schon als [[Lebensraum]] der [[Familie]], eines Vereins, einer Gemeinde oder Nation und dergleichen. Wir haben ja schon im 2. Buch diese Formen zwischenmenschlicher [[Selbstvergegenwärtigungen]] beschrieben. Jetzt geht es darum, ihre Substanz als allgemeines Kulturverhältnis zu verstehen. Doch wie sich bereits gezeigt hat, besteht der Zweck der selbstlos gewordenen Kultur jetzt nur noch in ihrer ästhetischen Form, in der alles verpackt ist, was in ihr keimt, alle Verhältnisse, wie sie bisher erläutert wurden und nun nur noch gut verpackt erscheinen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Lebensraum]] der jetzt zur kulturellen Bestimmung geworden ist, wird zum [[Raum]] der politischen Kultur. Wesentlich ist für alle öffentliche Kultur nun mal der verbindliche Zweck, der die [[Gemeinschaft]] zur Lebensbestimmung getrieben hat. Im ästhetischen Willen ist der jedoch nur noch formell und von daher ungemein gemein. Wer ihm zuwider ist, wird selbst als Unheil gefasst und bedrängt, ausgegrenzt oder gar vernichtet. Jedes Heil verlangt Entsagung und die ist als notwendiges Opfer eines derart bestimmten Gemeinwesens ausdrücklich nötig, da seine Ausgrenzung ja gerade die Stabilität des Heils dieser Gemeinschaft erst ausmacht. Von daher ist er zur positiven Bestimmung einer behüteten Kultur geworden. Wer sich der sittlichen Wahrnehmung widersetzt, wird unterdrückt. Und die alles, weil das Gemeingefühl zu einer Lebensbestimmung geworden ist, zu einer Heilkraft, die sich im Schutz und Trutz gegen das [[Böse]] versteht, das sie rein ästhetisch birgt und verborgen halten muss, weil es sich mit der ausgeschlossenen Welt verschwören kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als erstes bestimmt sich das Lebensgefühl in diesem ästhetisch begründeten Lebensraum durch seine Ohnmacht, den Bedrohlichkeiten der von ihm ausgegrenzten Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.1 Die heile Welt der Kulturformationen (Das Gemeingefühl der Ohnmacht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die politische Ästhetik zu einer allgemeinen Kulturmacht kultureller Subjektivität geronnen, formierte Subjektivität der kulturellen Prominenz geworden ist, die sich auch in den eigenen [[Räumen]] bestärkt und darin ihr Heil sucht, tritt ihr Unheil nun auch aus diesen Räumen hervor, das sich nur daraus bestimmen kann, dass es sich dem entgegenstellt, denn das Heil kann nur durch die Bedrängung eines Unheils bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letze Form, die Subjektivität von [[Gesellschaft]]lichkeit bietet eine [[Kultur]], die sich aus den Nischen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] hervortut, dort ihr Heil sucht und dieses schließlich als ihre Welt zu eigen haben will. Was darin an [[Wahrnehmungen]] ins [[Verhältnis]] gesetzt ist, wird im abgetrennten Jenseits der gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]] vor allem als allgemeine [[Selbstwahrnehmung]] kulturell fortbestimmt, entspringt einem Schutzbedürfnis, das zugleich nur durch das Unheil fortbestimmt wird, das es zu meiden hat. Von daher befördert jeder Schutz auch die Angst, welche darin gemieden ist und muss ängstlich auf all das achten, was der Wahrnehmung von Unheil ähnelt, was also ästhetische Abweisung und Unterdrückung von dem verlangt, was Ohnmacht verheißt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ästhetisch begründeten Unterdrückung in einer [[heilen Welt]] setzt sich das Maß des Heilvollen durch. Im Prinzip oder dem Begriff nach wendet es sich gegen jeden Menschen innerhalb des von ihm be[[wohnten]][[Lebensraums]], denn jeder ist von der Konjunktur der [[Güte]] dieses Sittlichkeitssiegels abhängig. Doch das Siegel ist brüchig: Was heute noch gut gilt, kann morgen schlecht sein, wenn die politischen Ereignisse es verlangen. Jeder Mensch ist hiergegen ohnmächtig, soweit er in diesem Lebensraum sich lebendig verhält, sich seinen Erlebnissen nicht unterwirft. Ohnmacht gibt es eben letztlich nur dadurch, dass Menschen ihr Eigenes und also ihre Macht nicht erkennen und sich selbst an ihre Eigentumslosigkeit gewöhnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Ereignishaftigkeit der virulenten Güte des &#039;&#039;Heilvollen&#039;&#039; muss sich daher selbst eine Substanz bilden, die sich als selbstverständliches Gemeingefühl so einrichtet, dass sie die nötigen Gewohnheiten und Gebräuche hinreichend langfristig definieren kann. Vorzugsweise sind es nun die Medien und Kommunikationswerkzeuge, die hierfür taugen. Sie entgrenzen den Raum zwischen den Menschen und bündeln diese zu einem einhelligen [[Glauben]] an den Sinn der ästhetischen Willensgemeinschaft, in der sich die einzelnen Persönlichkeiten aufheben müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings kann dies nur im Widerspruch verlaufen, bestehen die einzelnen Persönlichkeiten doch weiterhin aus vereinzelten Personen, die nur durch den gemeinen Willen verbunden sind. Dieser bestimmt sich daher im [[Populismus]] fort, in welchem alles Einzelne dadurch untergeht, das es in einer allgemeinen [[Gleichgültigkeit]] aufgehen soll. Dieser setzt sich durch und bestimmt die einberaumte &#039;&#039;Volksmasse&#039;&#039; als Schutzprinzip der entgrenzten Persönlichkeiten, die keine mehr sind. Es ist die Macht des [[abstrakt Allgemeinen]] einer den Menschen fremd gewordenen Kultur und von daher zugleich die Ohnmacht der Menschen. Und die massenhafte Ohnmacht bestimmt wiederum die Macht der Masse durch die Notwendigkeit des Schutzbedarfs in einer heilen Welt. Die massenhafte Vereinigung der Menschen führt zu einem Prozess der Entsubstantivierung der Meinungen und der Persönlichkeiten, die sich nurmehr als Volksmeinung halten und bestärken können. Die Ohnmacht der Menschen geht darin als Machtgefühl auf. Der [[Bürger]] als Wähler wird zum Avantgardisten der staatsbürgerlichen [[Gesinnung]], wie sie heilsnotwendig ist. Und die Gesinnung selbst wird zu einem familiaren Selbstbezug. Der Deutsche Verein wurde zum Verein der Deutschen nur, weil die Menschen darin ihrer Ohnmacht nicht mehr gewahr wurden. Aber ihre einzige Gewähr für ihren Lebensraum ist die Masse der Beteiligten, die sich in diesem zu ihrer Schutzmacht bestimmten Lebensraum ihr verbindlich und also verpflichtet erweisen, zugleich aber nur als vereinzelt Einzelne darin auftreten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.1.1 Die ästhetische Selbstisolation (Die Selbstbefriedung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Selbstsucht]] allgemein herrscht und [[Selbstlosigkeit]] erzwingt, wo alles Bestimmte nur [[gleichgültig]] bleiben kann, um allgemein zu bestimmen was gültig sein soll, wo also jede Identifizierung kulturell unmöglich ist, da erscheint sich ein in diesen Verhältnissen [[isolierter]] Mensch nur noch durch sich selbst fähig, sich gegen seine [[gesellschaftlche]] [[Not]] zu behaupten. Stofflich und materiell bleibt er nur noch sich selbst übrig in dem Maß, wie seine Isolation betrieben ist. Die gesellschaftlichen Getriebenheiten wirken in ihm fort als [[Trieb]] zu sich selbst und erwecken Wahrnehmungen, die ihren Sinn auch nur durch sich haben können. Die Organe der Wahrnehmung werden selbst zur Wahrnehmung ihrer rein stofflichen Natur, ihres Körpers, der nun in der Bestimmung sich [[wahrhat]], dass er sich gegen diese Isolation der selbstsüchtigen Selbstlosigkeit behaupten muss. Seine [[Isolation]] wird zum Medium gegen die gesellschaftlichen Getriebenheiten und in diesem Schutz befördert er zugleich die Isolation vor allen der dort erzeugten [[Gefühle]] und [[Selbstwahrnehmungen]]. Was die [[Lebensburg]], der [[Zwischenmenschlichkeit]] war (siehe [[Familie]]) wird nun zum [[Körper]] der Selbstaneignung. Doch in dem Maße, wie er seine [[Regungen]] in den verschiedenen Akten der [[Selbstbeziehung]] abreagiert, verliert er auch seinen Sinn für sich, wird selbst zum Körper der [[Selbstwahrnehmung]], - und in demselben Maß abhängig von den gesellschaftlichen [[Erregungen]] und Umtriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich werden die kulturellen Events nun auch zum bloßen [[Mittel]], diese allgemein gewordene und nur noch zwischenmenschlich erscheinende Erregtheiten zu befriedigen. Von daher wird die Selbstbefriedung auch zu einer Selbstbefriedigung. Und so wird mit dem [[Sinn]] für sich auch der Sinn für andere [[nichtig]]. Die Kultur selbst wird zu einem Allheilmittel der Befriedung durch eine [[Befriedigung]], die von der körperlichen Allgegenwart von Menschen zehrt, die für sich selbst weder Sinn noch Macht haben. Ihre Ohnmacht wird für sie selbstverständlich, soweit ihre Gleichgültigkeit gegen sich und andere sich durch ihre Sinnlosigkiet bestärkt und keinen Sinn zu einer [[Kritik]] dieser [[Selbstentfremdung]] findet, weil und soweit sich kein Sinn mehr finden lässt, keine [[Empfindung]] mehr wahrnehmbar ist, weil und sofern sie von der allgemeinen [[Erregung]] beherrscht ist. Doch dies ist nur temporär möglich, da [[Geschichte]] immer sich ereignet, auch wo und wenn die Einzelnen sie nicht immer wahrnehmen. An der [[Wahrheit]] seiner Zeit und [[Geschichte]] kommt niemand wirklich und dauerhaft vorbei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch mit der Selbstbefriedung wird zunächst das gesellschaftliche Getriebe auf die [[gleichgültige]] Erregtheit der Masse gewendet, die sich in ihren fiktiven Erlebnissen ebenso bestärkt, wie in den Casinos der Finanzmärkte das [[fiktive Kapital]] seine Glaubenswelten zu bereichern sucht. Der [[Glaube]] mag einige selig machen, nicht jedoch, was allgemein wirklich ist. Selbst wenn man sich Konsum unendlich vorstellt, wie das die Ideologen des [[Tittytainments]] drauf haben, so gerät dennoch die kapitalistische Wirtschaftsweise in unauflösbare Zerwürfnisse mit der Kultur des Kapitals. Der geschichtliche Selbstwiderspruch des [[Kapitalismus]] entwickelt sich zugleich zu einem Selbstwiderspruch der [[bürgerlichen Kultur]], die sich in einem [[feudalkapitalistischen]] System nicht wiedererkennen kann und immer deutlicher zeigt, dass sie zunehmend nurmehr ihrer geselllschaftlichen Zerstörung begegnen kann (siehe auch [[Dekadenz]]) und sich zu einer Entgegnung entwickeln muss. Darin aber muss sich dann das Heil des [[ästhetischen Willens]] [[aufheben]] und seine [[heile Welten]] sich in den [[Institutionden]] einer staatlichen Kulturmacht fortbestimmen - dann allerdings auch in einer Substanz der staatlichen Institution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zunächst werden die Fiktionen kulturell mächtig, wenn auch eher nur als verkörperlichte Visionen, denn als kulturelle Wirklichkeiten. Sie werden zunächst nur visuell mächtig, um sich in den Menschen gegen ihre gesellschaftliche Wirklichkeit - und schließlich auch wirklich gegen die Menschen selbst - mächtig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.1.2 Computerspiele (Die mediale Selbstverwirklichung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das höchste [[Gut]] der Kultur ist der Sinn, den ihr die Menschen einer bestimmten Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit in ihrem zeitbestimmten Lebensraum geben und an dem sie sich auch sinnlich fortbilden, indem sie ihn genießen und bereichern. In einem [[feudalkapitalistischen]] System fehlen aber vor allem die [[wirklichen]] Lebenszusammenhänge, worin sie sich erkennen und sich im anderen Menschen wiedererkennen können. Hierfür hatten sich deshalb in den öffentlichen [[Medien]] zum großen Teil die [[Bedürfnisse]] des [[Kulturbürgertums]] durchgesetzt, die ihre Kultur natürlich [[schön und gut]] finden, weil sie darin nichts anderes mehr außer sich finden, als es ihre [[heile Welt]] bieten kann, die sie wirklich für sich hatten, weil ihr [[ästhetischer Wille]] sich darin zu verwirklichen schien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schön und gut]] ist in der medialen Kultur aber letztlich nur, was ihre [[Persönlichkeit]] prominent macht. Die [[Medien]] bieten eine Vielfalt fremder [[Prominenz]], welche die eigene Existenz einfältig erscheinen lassen. Herrschende Kultur ist eben immer schon die Kultur der Herrschenden. Doch auch wenn sie in ihrer [[Scheinwelt]] unter sich sind, so lassen sie sich auch in ihren Medien erkennen und ihre [[Selbstlosigkeit]] als [[Selbstsucht]] eines Medienkonsums begreifen, der vielen Menschen als wirklich tröstliche Alternative zur Welt nicht möglicht ist. Die heile Welt der herrschenden [[Wahrnehmung]] hat daher auch den wesentlichen Mangel, sich darin selbst zu verlieren, zum [[Kitsch]] ihrer [[Egozentrik]] zu verschmelzen und gerade zum Teil der Ödnis zu werden, der sie sich widersetzen sollte. Dem entgegen steht der Eingriff in das Medium selbst, einem Griff im weitesten Sinne des Wortes zum Spiel mit den Medien, zur Wirklichkeit eines Spiels, das keinen Sinn mehr sucht, weil es den ausschließlichen Sinn hat, sich mit [[Gegebenheiten]] zu befassen, die nicht wirklich gegeben sind, die also in einer Art [[Wirklichkeitskonstruktion]] gegen die herrschende Kultur zu gebrauchen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Computerspiele]] ermöglichen, dass sich ein Mensch selbst in den Zweck seiner immer guten Sache auch dann wirksam macht, wenn ihm die Wirklichkeit von beidem abgeht, sowohl von seiner Persönlichkeit wie auch von seiner Sache - wirksam allerdings nur für die Selbstwahrnehmung über einen Bildschirm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese steht zwangsläufig in dem Widerspruch zu jeder anderen Wirklichkeit, wie sie sich aus dieser ja gerade entfernt und abgehoben, als sich gegen sie selbständig gemacht hat. Im Computerspiel bekommt die geringste Kraft der Selbstverwirklichung eine Ästhetik, die weit über alle andere Verwirklichungen und Wirklichkeiten hinausgeht. Sie kleidet sich mit den Attributen des Computerprogramms und seiner Grafik und ist im Prinzip nur duch den Raum und die Zeit beschränkt. Kein Wunder, wenn Menschen dies manchmal verwechseln und auch Raum und Zeit vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Computerspiele simulieren Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Wahrnehmung am Computerbildschirm oder durch Eingabesysteme, die mehr oder weniger nah an eine Motorik und Sensibilität herankommen, die einer wirklichen Handlung analog ist. Im Unterschied zu dieser ist solches Handeln aber in Wirklichkeit völlig folgenlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem erfassen Computerspiele lediglich Verhaltensbereiche, die sich als bekanntes und gewöhnliches Verhaltensmuster fassen und systematisieren lassen. Nur innerhalb dieses Verhaltenssystems lasssen sie sich auch quantifizieren (bemessen), können also nur besonders heftige oder schwächere Reaktionen darin darstellen und sind nur in ihrer Quantifizierung entsprechend gewöhnlich oder ungewöhnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher produzieren sie ein Verhalten, das alle Eindrücke der Wahrnehmung in diesem Spiel auf einen technischen Sinn der Reaktionsmöglichkeit reduziert, das Handeln im Sinne des Musters, das als Verhaltensmuster geboten ist, verselbständigt. Produziert wird ein Sinn für die Technik von Reaktionsmöglichkeiten innerhalb des Spiels und kultiviert wird hierbei eine Ästhetik (Grafik) dieser Technik, die sich der realen Empfindung sowohl nähert, wie sie sich ihr zugleich in Wirklichkeit entzieht, indem sie lediglich das Bild an sie angleicht, um jede Wirkung beherrschbar zu machen. Es wird auf diese Weise eine Welt zum Erleben gebracht, die ohne diese Form der Wirklichkeitsaufhebung unerträglich wäre. Das hat zur einzigen Folge, dass es für das im Spiel mögliche Verhalten keine Hemmschwelle mehr geben kann. Es wird in seiner Wirkung auf andere unendlich bestimmbar, wohingegen die Anderen in Wahrheit völlig wirkungslos für den Spieler sind. Es herrscht eine Gleichgültigkeit gegen jedweden Gegner, während das eigene Tun mit wachsendem Spielerfolg zu einer Kette von Heldentaten gerät. Was zum einen totale Isolation von der Wirklichkeit ist, ist zum anderen totale Selbstüberhebung gegen sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die reale Folgenlosigkeit des Verhaltens wird in der Selbstwahrnehmung allerdings übertrumpft durch einen Sinn für das technisch Machbare; - reale Empfindungslosigkeit wird erzeugt, wo technische Machbarkeiten obsiegen. Computerspiele sind somit effektive Grundlagen für empfindungsloses verhalten. Von daher hatte schon der US-Präsident Ronald Reagan ihre subjektive Brauchbarkeit für die Heranbildung der Mititärs erkannt und ihre Entwicklung und Nutzung empfohlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektiv erscheint sich der Spieler als potentieller Herrscher, indem er sich mit den Möglichkeiten der ihm verfügbaren Technik identifiziert. Auch thematisch wird dies in den Spielen selbst angesprochen, wenn sie in einer von Gegnern beherrschten Welt durch heftiges Klicken auf entsprechenden Tasten oder joisticks deren Untergang bewirken können, meist aus Gründen, die rein objektiv erscheinen, indem sie im Spiel als selbstloser Befreier hilfloser Menschen auftreten. Hierdurch entsteht eine moralische Skupellosigkeit, wie sie in der Handhabung von Computerspielen schon vorgegeben ist. Die Spieler erleben sich selbst als Handlanger einer rein abstrakten Größe und Macht, die bedingungslos nötig erscheint. Ihre technische Fähigkeiten, sich durch die Reize und Geschwindigkeiten einer ihnen fremden Welt hindurch zu arbeiten werden durch den Spielerfolg belohnt, der meist mit der Anzahl der überwundenen Hindernisse oder der vernichteten Gegner bemessen wird. Darauf beruht das Gefühl der Kontrolle über das Böse schlechthin. In dieser künstlichen Welt erscheinen sich die Spieler als Willensträger des Guten, das letztlich nur sie selbst, bzw. ihr technischen Handungsvermögen sein kann. Indem sie sich mit ihrer Rolle gegen die aufgebotenen Ungeheuer oder Ungeheuerlichkeiten identifizieren, identifizieren sie auch ihr Kontrollvermögen mit dieser Technik. Dies ist wohl der Grund, warum Computerspiele manche Menschen auch süchtig machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiervon zu unterscheiden sind Computerspiele, die sportliches Verhalten in technisches Verhalten umsetzen (z.B. Boxkämpfe, Fussball oder Golf, Kegeln usw.). Hier werden die Menschen in die Illusion eines sportlichen Vermögens durch technisches Vermögen versetzt, das sie meist nur für sich und getrennt von allen natürlichen Bedingungen vollziehen. Es geht hier um die vollständige Denaturierung des Sports und seiner sozialen Wirklichkeiten und Bedürfnisse. Aber auch die somit verselbständigte Computererlebenswelt befriedigt eine Scheinwelt der Selbstwahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.1.3 Fanatismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Fanatismus]] ist eine Reaktionsbildung auf die Zerstörung von [[Selbstachtung]] durch eine Kultur, die desolat gegen jede [[Sinnbildung]] geworden ist. Wo Liebe nach Verwirklichung sucht, erscheint sie in einer [[Eventkultur]] entwirklicht, wo Leben nach Erleben sucht, erscheint es in den [[Formationen]]einer allgemein [[gleichgültig]] gewordenen Kultur nur noch verödet und wird in seiner [[Dekadenz]] als Potential einer umfassenden Vernichtung erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist kein Wunder und keine individuell aufklärbare Gewalt, die sich aus dem [[Hass]] einer vorwiegend jungen Bevölkerung, die in solcher Kultur keine Zukunft für sich erkennen kann, einer übermenschlichen [[Sinnbildung]] zuwenden, die ihre [[Selbstwahrnehmung]] zumindest wirksam werden lässt. Wo [[Selbstsucht]] allgemein herrscht, die in ihrer [[Selbstbeziehung]] [[Selbstlosigkeit]] erzwingt, wird alles Bestimmte, was zwischen Menschen gelten soll, [[gleichgültig]]. und [[verkehrt]] sich in einen Sinnverlust, in eine [[Dekadenz]]. Die schließt jede [[Sinnbildung]] aus, weil diese immer ein Verhältnis von Menschen zu Menschen, eine menschliche [[Kultur]] nötig hat. Nichts scheint mehr [[wirklich]], nichts mehr gültig für die Menschen und jede [[Selbstachtung]] ist somit prinzipiell unmöglich. Da erscheint sich ein in diesen Verhältnissen [[isolierter]] Mensch nur noch durch sich selbst fähig, sich gegen seine [[gesellschaftlche]] [[Not]] zu behaupten (siehe auch [[Lebensburg]], [[Familie]]). Und wo diese [[Selbstbehauptung]] keine [[Wirkung]] hat, also auch keine [[Wirklichkeit]] erfährt, und sich daher zudem in ihrer Wirkungslosigkeit [[isoliert]], also in einer verdoppelten Isolation leben muss, treibt sie sich in eine [[Gemeinschaft]], in der die Ausgeschlossenheit sich selbst fortbestimmt, sich zu einem gemeinschaftlichen [[Trieb]] gegen die [[Ausschließlichkeit]] der normativen Kraft der herrschenden [[Gewohnheiten]] subjektiviert (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]), z.B. in [[Sekten]], Religionsgemeinschaften (siehe auch [[religiöser Fanatismus]]) oder politischen Gruppierungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Fanatismus]] ist eine [[Leidenschaft]] von höchster Intensität (lat. fanaticus: göttlich inspiriert), die sich ausschließlich aus einer vergemeinschafteten Fixierung auf bestimmte Ideen, politischen Vorstellungen, Tätigkeiten oder Äußerungen (Kunst, Konzerte u.a.) konzentriert, bzw. diese für sich fokusiert. Die Ausschließlichkeit speist sich aus einer Abgrenzung gegen das gewohnte Leben, gegen die [[Gewöhnlichkeit]] und ist die verselbständigte [[Sehnsucht]] eines darin ausgeschlossenen [[Lebens]], das sich durch seine Reinheit selbst bestimmt, die sich gegen die fremdbestimmten Gelüste der allgemeinen [[Selbstsucht]], der [[Dekadenz]] zu bewähren hat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Fanatismus ist zugleich auch die Unmöglichkeit, diese ausschließliche Leidenschaft als [[wirkliches]] Leben auszudrücken. Er radikalisiert sie im Fokus einer dem [[Selbstgefühl]] entsprungenen Sehnsucht in einer [[Gefühlsmasse]], in welcher tiefe Einsamkeit zu hohen [[Erregungen]] versammelt wird. Fanatismus setzt die [[Zerstörung]] eines Lebenszusammenhangs voraus, der sich in der [[Isolation]] des [[Leidens]] mächtig macht und das ausgeschlossene Leben in der Idealisierung einer verallgemeinerten [[Selbstbeziehung]] durch die [[Masse]] der [[Gefühle]] liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist Fanatismus ein in dieser Beziehung verselbständigtes [[Leiden]] einer [[Liebe]], die sich gänzlich entäußert hat, die sich nur außer sich wahrnehmen lässt und sich nur außerhalb des konkreten Lebens, das nurmehr aus den [[Gewohnheiten]] des Lebens besteht, [[wahrhaben]] kann. Die Abtrennung dieses Leidens von seinem Lebensursprung reflektiert selbst eine [[Formbestimmung]], welche in dem ist, was nicht mehr gelitten werden kann und die durch ihn selbst schon überwunden sein soll. Dies kann äußere Gründe haben (z.B. Bedrohung durch Gewalt, durch Macht oder andere fremde Zerstörungsinteressen) oder innere ([[z.B. Selbstveredlung]]). Erstres kann sich in blindwütigen Gewalttaten entladen, die kein bestimmtes Ziel haben (z.B. [[Amok]]), letztres ist z.B. auch ein Motiv des [[Fan-Kults]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der religiöse Fanatismus unterscheidet sich vom gewöhnlichen [[Fanatismus]] durch seinen Bezug auf die All[[macht]] und die Ewigkeit [[Gottes]], einem übernatürlichen, [[übermenschlichen]] [[Wesen]], das den wahren Menschen als ewige [[Wahrheit]], als absolutes und also absolutistisches Subjekt beherrscht und richtet. Ein solcher Fanatismus hat sich - wie jeder andere auch - in eine [[schlechte Unendlichkeit]] begeben, durch welche die Menschen selbst sich am Abgrund einer Scheidemarke (siehe auch [[Urteil]]) wahrnehmen, was ihnen erkären soll, warum sie ihr [[abgetrenntes]] und erniedrigtes [[Leben]] - ihr Leben in einer absoluten [[Isolation]] - nur noch in einer permanten [[Lebensangst]] vor etwas[[abstrakt Allgemeinem]] wahrhaben. Darin wird jede [[Angst]] dumpf und jede Dumpfheit muss Angst machen. Der Grund ihrer Verdummung ist zugleich das, woraus sie sich speist und zu retten sucht: In einem [[Gott]], der sie und alles, das All schlechthin &#039;&#039;nach seinem Bilde&#039;&#039; geschaffen haben soll. Sie können ihre Angst vor seiner Macht nur in der Hoffnung auf ihn in der Gemeinde, in der Teilung und Mitteilung seiner Gotteskindschaft [[aufheben]], der sie somit nicht nur zugehörig, sondern auch [[hörig]] im [[Gehorsam]] sein müssen. Das [[Heil]] solcher Kindschaft entlastet die Menschen dadurch, dass sie sich nicht durch ihre Welt, sondern durch das [[Böse]] bedroht fühlen, das vom Ungläubigen in sie gebracht sein soll. Hierdurch bestimmt sich solcher Fanatismus als [[Glaube]] schlechthin in jeder Hinsicht unendlich, macht sich zu einer endlosen Bestrebung, die das zerstören muss, was ihn auf sich verwirft und ihn somit bedroht, indem er ihn in das profane Leben herabzieht und damit endlich, zu einem Widersinn per se machen würde (siehe hierzu auch [[Sektiererei]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.2 Das Objekt der Masse als Gefühlsmasse der Macht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In menschlicher Gestalt ist der [[politisch Wille]] nun zugleich [[ästhetischer Wille]] geworden und hat darin sein [[Material]] gefunden. Jede Empfindung und jedes [[Gefühl]] ist daher jetzt immer auch objektiv politisch. Von daher war wirkliche Individualität untergegangen. Selbstlose Menschen beziehen sich nicht mehr aufeinander und setzen sich daher auch nicht mehr auseinander. Sie empfinden und fühlen in der [[Masse]] und sich als [[Masse]], in der ihre [[Gefühle]] selbst zu einer [[Gefühlsmasse]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Beziehung]] auf andere Menschen, [[Gegenstände]] oder [[Ereignisse]] reflektieren sich [[Gefühle]] aus [[Empfindungen]], aus denen sie [[bestimmt]] waren, die an sich zeitlos im [[Gedächtnis]] verbleiben können, das sie in ihrer [[Abwesenheit]] [[erinnert]]. Von daher sind sie an und für sich nicht unbestimmt, jedoch nur in der [[Form]] der [[Anwesenheit]] dieser [[Beziehungen]] wahr. Doch in ihrer Aufhäufung durch die [[Abwesenheit]] von [[widersprechenden]] Empfindungen, durch deren [[Isolation]], worin sie sich zwangsläufig [[abstrakt]] und also [[fremd]] werden, verlieren sie ihre bestimmte Inhalte mit der [[Dichte]] ihrer Fremderfahrungen. In der [[Masse]] solcher [[Gefühle]] entsteht in den Menschen eine Gefühlsmasse, die ihre [[Psyche]] beherrscht. Darin radikalisieren sich deren [[Erregungen]] zu einem Erregungssturm, der auch auf die [[Masse]] der [[Gefühle]] zurückwirkt. Im [[Verhältnis]] zu dieser entsteht eine Wechselwirkung der inneren [[Isolation]] mit der immer äußerlicher werdenden [[Wirklichkeit]] eines [[Verhältnisses]] innerer und äußerer Gefühlsmassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gefühlsmasse ist die bloße [[Dichte]] von [[Gefühle]]n, die sich in der [[Masse]] vereinen, zu einem Massen[[ereignis]] verschmelzen und ihre [[Subjektivität]] [[objektiv]] aufheben. Dadurch geht ihre Subjektivität nicht verloren, sondern entwirklicht sich, erzeugt also durch die [[Wirkung]] der Masse auf sie eine [[Wirklichkeit]], die in der [[Masse]] massenhaft zurückkommt, sich also in der Einheit mit [[Fremdem]] aufmassiert, bestärkt und verfremdet, zu einer fremden Stärke sich auftürmt. Unter bestimmten [[Bedingungen]], besonders unter Anleitung durch [[Religion]], Idole, Rituale oder [[Populisten]] kann sie zu einem [[Massengefühl]] und darin [[fanatisch]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gefühlsmasse ist immer objektiv. [[Gefühle]] können aber auch schon durch ihre einzelne Äußerung [[objektiv]] werden, indem sich Menschen darüber verbinden und diese auch als Zusammenhang ihrer [[Kultur]] darstellen, äußern und gegenständlich gestalten. In ihren Häusern, Kunstwerken, Mahlzeiten, Bräuche usw. stellt sich nicht nur ihre Lebensweise dar, sondern auch, was die Menschen damit im [[Sinn]] haben. Dieser Sinn lässt sich nicht vermengen; er bleibt immer der bestimmte [[körperliche]] Gehalt als [[Inhalt]] der Formgebung, auch wenn von ihm [[abstrahiert]] wird. Nur dessen [[Form]] kann sich hiergegen erheben und selbstständig werden, wo sie in einer [[Masse]] der [[Gefühle]] verschmelzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo sich [[Gefühle]] nämlich als [[Selbstgefühle]] versammeln, stellen sie ihre reine [[Selbstbezogenheiten]] dar, die sich nicht [[wirklich]] zusammenfinden, also nicht in gegenständlichem Zusammenhang finden können. Solche Versammlung wird zu einer rein [[körperlichen]] Grundlage von [[Empfindungen]], die nichts mit den bestimmten Gefühlen zu tun haben, sondern nur durch ihre [[Dichte]] bestimmt sind. Von daher wird eine Aufmassierung von Gefühlen zu einer [[Formbestimmung]] ihrer [[Empfindungen]], zu einer Gefühlsmasse, die ohne Empfindung für sich sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Masse]] von Menschen, in Ansammlungen von [[Selbstgefühlen]] in sportlicher, kultischer, religiöser oder politischer [[Gemeinschaft]] entstehen [[Gefühle]] die sich aus dem ver[[dichte]]n, was für den einzelnen Menschen nicht ist, etwas, das seine [[Isolation]] ausmacht, die gerade im Massengefühl einer Gefühlsmasse aufgehoben ist. Es die [[körperliche]] Umkehrung, die [[Negation]] der gewöhnlichen Lebensgefühle, in denen [[Gefühle]] zusammenkommen, die für sich nicht sein können und die den einzelnen Menschen in ungeahnten Übermut reißen können, weil sie das sind, was er nicht fassen kann (vergleiche z.B. missionarische oder [[psychologische]] Erweckungsveranstaltungen). Für den einzelnen Menschen sind das zwar [[verkehrte]] Gefühle, doch gerade die Verkehrung entzieht ihm seine Not, da sie sich durch ihre [[Dichte]] schon aller [[Notwendigkeit]] enthoben hat, die seiner Verlassenheit entspricht. So findet der verlassene Mensch zu einem [[Gott]], einem Idol oder einem [[Heil]], das ihm seine Gottverlassenheit austreibt - wenigstens solange, wie der Gefühlsrausch der [[Masse]] anhält. Das Massengefühl ist ein Rausch, der die Masse der [[Gefühle]] als Suchtmittel [[nutzt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gefühlsmasse ensteht daher in der massenhaften Produktion von [[Selbstgefühl,]]sei es durch Rede, Provokation, Kunst oder anderer Mittel des [[Populismus]]. Es ist hierfür lediglich eine Masse von Menschen vorausgesetzt, die sich in einen [[Gemeinsinn]] einstimmen lassen, ganz besonders dann, wenn diese Gefühle vertauscht, individuell gebrochen, für sich unglücklich sind. Hierzu dienen vor allem Massenveranstaltungen, wie z.B. Konzerte oder Sportereignisse, - eben die Events, die schon weitgehend Kult geworden sind. Darin geschieht eine höchst sonderbare Verwandlung in den Individuen, die im Grund eihrer Isolationgeschuldet ist: Die massenhafte Produktion von Selbstgefühl durch die Masse und für die Masse. Was z.B. in der Musik noch Ausdruck von [[Gefühlen]] sein kann, wird so in der [[Eventkultur]] zur Produktion von einem hoch verdichteten [[Selbstgefühl]], einem [[Gefühl]] für jeden, der sich dabei durch die [[Energie]] der [[Dichte]] selbst vergessen kann oder vergessen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Beziehung]] auf andere Menschen, [[Gegenstände]] oder [[Ereignisse]] reflektieren sich [[Gefühle]] aus [[Empfindungen]], aus denen sie [[bestimmt]] waren, die an sich zeitlos im [[Gedächtnis]] verbleiben können, das sie in ihrer [[Abwesenheit]] [[erinnert]]. Von daher sind sie an und für sich nicht unbestimmt, jedoch nur in der [[Form]] der [[Anwesenheit]] dieser [[Beziehungen]] wahr. Doch in ihrer Aufhäufung durch die [[Abwesenheit]] von [[widersprechenden]] Empfindungen, durch deren [[Isolation]], worin sie sich zwangsläufig [[abstrakt]] und also [[fremd]] werden, verlieren sie ihre bestimmte Inhalte mit der [[Dichte]] ihrer Fremderfahrungen. In der [[Masse]] solcher [[Gefühle]] entsteht in den Menschen eine Gefühlsmasse, die ihre [[Psyche]] beherrscht. Darin radikalisieren sich deren [[Erregungen]] zu einem Erregungssturm, der auch auf die [[Masse]] der [[Gefühle]] zurückwirkt. Im [[Verhältnis]] zu dieser entsteht eine Wechselwirkung der inneren [[Isolation]] mit der immer äußerlicher werdenden [[Wirklichkeit]] eines [[Verhältnisses]] innerer und äußerer Gefühlsmassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gefühlsmasse ist daher eine in ihrer Masse allgemeine aufhobene abstrakte Beziehung von [[Selbstgefühlen]], die massenhafte [[Selbstbeziehung]] in einem verschmolzenen Gefühls[[erlebnis]], die durch [[Gefühle]] entsteht, welche sich aus [[Empfindungen]] in der [[Dichte]] [[anwesender]] Menschen gleicher Gefühle ergeben. Es entsteht hierbei eine [[ästhetische]] Verdichtung der Gefühle, die sich aus der [[Körperlichkeit]] der Menschen ergibt, der Art und Weise, wie sie sich äußern und bewegen. Sie assozieren hierdurch Inhalte ihres [[Selbsterlebens]] zu einer eigenen [[Masse]] des Gefühls, das sich darin von jeder [[Empfindung]] löst, sich also in der [[Selbstwahrnehmung]] entgrenzt und zu einem allgemeinen [[Selbstgefühl]] wird. Hierdurch erfährt das Gefühl in der Gefühlsmasse eine [[magische]] Dimensionen (siehe hierzu auch [[Fanatismus]]) und erzeugt von daher [[Erregungen]], die außer Kontrolle sind. Sie sind zugleich das Mittel des [[Populismus]], der durch die Medien und die Politik darin entwickelt und ermächtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Masse ist subjektiv nichts und objektiv alles. Subjektiv ist sie die durch Masse bestimmte Bewegung. Ihr Objekt ist Fokusierung ihres Zwecks, die Konzentration ihrer subjektiven Macht. Das konzentrierte Selbstgefühl wird zum Navigator der Masse. Die Gefühlsmasse als Macht der Gefühle. Das Heil der Masse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Mensschen[[menge]] entstehen Massengefühle, wenn sich darin [[Gefühle]] als Lebensäußerungen in der [[Masse]] von Menschen vereinen. Die [[Gemeinschaft]] der Gefühle versammelt [[körperlich]], was im [[Einzelnen]] keine [[Anwesenheit]] hat und wird von daher wie eine Beglückung wahrgenommen, die der Gemeinschaftskörper des Masssengefühls bereitet. Wenn die Menschenmasse jedoch zu einem bloßen Gemenge der Gefühle werden, kehrt sich das Massengefühl in eine [[Gefühlsmasse]], welche die einzelnen Gefühle beherrschen und ihnen jede [[Gegenwärtigkeit]] nehmen kann. Von daher können Kulturereignisse unmittelbar zu einer politischen [[Mystifikation]] werden, indem sich darin jedes Gefühl im Gemenge der Gefühle verzaubert und für jede [[Selbsttäuschung]] bereit steht, weil darin das Gefühl einen Massenkörper bekommt, der ihm seine Wahrnehmung enteignet, sie in der Masse [[einverleibt]]. und sich von daher ihr [[entfremdet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Masse]] von Menschen, in Ansammlungen von [[Selbstgefühlen]] in sportlicher, kultischer, religiöser oder politischer [[Gemeinschaft]] entstehen [[Gefühle]] die sich aus dem [[Ereignis]] der massenhaften [[Anwesenheiten]] heraus zu einer Einheit ver[[dichte]]n, die für den einzelnen Menschen nicht ist, etwas, das seine [[Isolation]] ausmacht, die gerade im Massengefühl einer [[Gefühlsmasse]] aufgehoben ist. Es die [[körperliche]] Umkehrung, die [[Negation]] der gewöhnlichen Lebensgefühle, in denen [[Gefühle]] zusammenkommen, die für sich nicht sein können und die den einzelnen Menschen in ungeahnten Übermut reißen können, weil sie das sind, was er nicht fassen kann (vergleiche z.B. missionarische oder [[psychologische]] Erweckungsveranstaltungen oder die [[Familienaufstelungen]] [[Bert Hellingers]]). Für den einzelnen Menschen sind das zwar [[verkehrte]] Gefühle, doch gerade die Verkehrung entzieht ihm seine Not, da sie sich durch ihre [[Dichte]] schon aller [[Notwendigkeit]] enthoben hat, die seiner Verlassenheit entspricht. So findet der verlassene Mensch zu einem [[Gott]], einem Idol oder einem [[Heil]], das ihm seine Gottverlassenheit austreibt - wenigstens solange, wie der Gefühlsrausch der [[Masse]] anhält. Das Massengefühl ist ein Rausch, der die Masse der [[Gefühle]] als Suchtmittel [[nutzt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Massengefühl ensteht daher in der massenhaften Produktion von [[Selbstgefühl,]]sei es durch Rede, Provokation, Kunst oder anderer Mittel des [[Populismus]]. Es ist hierfür lediglich eine Masse von Menschen vorausgesetzt, die sich in einen [[Gemeinsinn]] einstimmen lassen, ganz besonders dann, wenn diese Gefühle vertauscht, individuell gebrochen, für sich unglücklich sind. Hierzu dienen vor allem Massenveranstaltungen, wie z.B. Konzerte oder Sportereignisse, - eben die Events, die schon weitgehend Kult geworden sind. Darin geschieht eine höchst sonderbare Verwandlung in den Individuen, die im Grund ihrer Isolationgeschuldet ist: Die massenhafte Produktion von Selbstgefühl durch die Masse und für die Masse. Was z.B. in der Musik noch Ausdruck von [[Gefühlen]] sein kann, wird so in der [[Eventkultur]] zur Produktion von einem hoch verdichteten [[Selbstgefühl]], einem [[Gefühl]] für jeden, der sich dabei durch die [[Energie]] der [[Dichte]] selbst vergessen kann oder vergessen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.2.1 Das entäußerte Selbstgefühl als Persönlichkeit der Masse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das individuelle Selbstgefühl ist als Objekt der Masse aus einem doppelten Grund unendlich nichtig geworden: Zum einen ist es als deren Teilmenge unendlich gefordert, zum anderen ist es objektiv zugleich unendlich nichtig. Die Menschen befinden sich kulturell allgemein wie einzeln in einer absoluten Krise ihrer Selbstwertigkeiten. Für sich gelten sie nur durch andere etwas, richten sich an einer allgemeinen Massenästhetik aus; für andere müssen sie zugleich Träger dieser Ästhetik sein, ohne wirklich ästhetisch sein zu können: Sie sind häßlich und leben von ihrem Hass auf andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand kann sich selbst genügen, weil alle ihrer persönlichen Entäußerung gehorchen müssen. Sie sind im Grude nicht nur einsam, sondern verworfen, Randfiguren einer Gefühlsmassse, die zugleich nur durch sie getragen wwerden muss, Pathos der Selbstlosigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Zugehörigkeit hierin ist ihre Selbstentfremdung, die sich nur durch ihre Nähe zur gefühlten Masse, zu einer raunenden Bewegung in ihr substanzialisieren kann. Unendlich verworfen und unendlich hassend können sie im Pathos ihrer Selbstlosigkeit als Persönlichkeit dieser Masse zumindest ästhetisch fungieren, als kleine Selbstvergegenwärtiung in einer Führerschaft einer Massenbewegung, die selbst nichts anderes ist als eine Anmutung des bewegten Seins schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch als Masse hat es Körper. Das Pathos erscheint dadurch ungemein sinnlich und wird auch dadurch zu einem Sinn persönlicher Erregung, dass es sich darin selbst als Masse, sich als massenhaft erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstverlorenheit der Selbstlosen gerät zu einem Selbstgenuss allgemeiner Bewegtheit und Erregtheit, die ihren Sinn durch eine absurde Verallgemeinerung findet: als Persönlichkeit der Masse und ihrer Bewegung. Die macht die Grundlage eines bewegten Willens aus, wie er in der Ästhitik solcher Kultur angelegt ist. Der Einzelne hebt sich darin vollständig auf und wird im Grunde völlig gleichgültig. Er ist Teil einer Führerüpersönlichkeit, die durch die Massenbewegung jedem zukommt. Damit übersteht er alles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und im Grunde ist es auch gleichgültig, wer dann wirklicher Führer wird. Es sind hierfür keinerlei persönliche Besonderheit oder wirkliche Fähigkeiten nötig, außer der vollständigen Selbstaufgabe des persönlichen Willens und dessen Aufhebung und Erektion als allen gemeiner Wille, die vollständige Einverleibung eines Bewegungungsvermögens der Masse durch einen ästhetischen Willen, der sich darin bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er nährt sich von einer Willenssymbiose, die kosmische Ausmaße bekommt. Gerade durch die Bodenlosigkeit des ästhetischen Willens wird er nun zum Träger übersinnlichen Erscheinungen, zur Gewalt des Mythos, der aus allen Zufällen des Magischen gewonnen wird. Der Zauber der Masse, der für sich schon aus ihrem magischen Sinn kommt, wird in der Persönlichkeit der Masse zu einem Sinn des Magischen, zu einem Tiefsinn der Oberflächkeiten, die nichts anderes mehr sind, als was sie massenhaft scheinen, und dadurch tief sind, dass sie in die Breite gehen. Die Pfützen der Gefühlsduseligkeiten werden zum Ozean der Machtwillkürlichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.2.2 Die Masse der ohnmächtigen Persönlichkeiten (Die Gehässigkeiten des ästhetischen Willen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der [[Lebensraum]] eines verbindlich gewordenen ästhetischen Willens zur Lebenssubstanz einer Willensgemeinschaft bestimmt und darin auch begrenzt ist, wird die Verbindlichkeit der darin beschlossenen Personen zu einer allgemein notwendigen Verpflichtung - und damit zur politischen Basis ihres Lebensverhältnisses. Aber diese Basis ist völlig stofflos und leer. Es sind lediglich die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]], die sie ausfüllen können, die aber für sich keinen Grund haben, einem ästhetischen Heil dienstbar zu sein, wenn sie nicht aus ihren Verhältnissen heraus eine ihnen äußerliche Gemeinschaft nötig haben. Die Baisis eines solchen Lebensraums sind also entleerte [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] in einem entleertem Kulturraum. Seine Güte hängt davon ab, wieweit sich die einzelnen Personen in die hierin geborgende politische Ästhetik einfügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch damit wird das [[Schöne und Gute]] der heilen Welt in Wirklichkeit zum Ekel gegen jede andere Welt. Wer ihr sich nicht in Treue und [[Gesinnung]] verbindet, wird zu einem Aussätzigen, dem die veredelte Gemeinschaft nicht gelingt, der ein Unheil darstellt, wo das Heil herrscht, der nicht formulieren will, was hierin zu einer höheren Natur erhoben ist, und ihn die alles als widernatürlich versteht, was nicht der von ihr nur vorgestellten Natur entspricht. Darin bricht die Substanzlosigkeit ihrer Gemeinkultur als Selbstverlust auf, der sie nur durch Ausgrenzung einer vorgestellten Unnatur erhalten kann. Der Gemeinsinn kann hier in [[Wahrheit]] nur durch einen ausgegrenzten Sinn bestehen und es ist eine Ästhetik der [[Gesinnung]], welche die Menschen hier binden muss. Wo sich diese nicht einstellt, treten die Gehässigkeiten des ästhetischen Willens in Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer in dieser ästhetischen Naturbestimmung von anderer Art erscheint, wird zum Gegenstand eines Hasses, in welchem sich die Angst vor dem [[Nichts]], dem Unheil aller [[Selbstbezogenheiten]] entlädt. Er ersetzt die [[Lebensangst]], die darin wirksam ist, durch eine Gewalt gegen alles, was fremd erscheint. Er hat mit ihm direkt überhaupt nichts zu tun, sondern nur mit den Symbolen seiner andersartigen Natur, die zum Diskriminationsmerkmal seiner fremden Persönlichkei geworden ist. Sie wird zur Unperson, die nicht nur den Sinn der Gemeinschaft stört, sondern ihn durch ihre einfache Gegenwart schon bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.2.3 Fremdenfeindlichkeit (Die Unperson der Masse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unperson der ästhetisch verfassten Kulturgemeinde ist im Grunde nur eins: Fremd. Und das Fremde ist die Sache, die überwältigt werden muss, um die Grenzen des verfassten Lebensraums nun neu, nämlich kulturell in einer Ästhetik zu bestimmen, die vorhandene Kultureigenschaften in ihrer Wahrnehmung zusammenfasst, durch die sie in Konkurrenz zu anderen Kulturen tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes [[Konkurrenz]]verhältnis ist das Prinzip der Verwertung menschlicher [[Fähigkeiten]] und [[Eigenschaften]], seine [[Substanz]] die [[Abstraktion]] einer gesellschaftlichen [[Macht]], die [[Ausschließlichkeit]] des Gemachten, die [[Isolation]] der Menschen und Produkte durch deren Abtrennung von ihrer Lebenstätigkeit, die mit der [[Verwirklichung]] des Einen die Entwirklichung des anderen betreibt, das Getrennte gegeneinander ausspielt und einander [[fremd]] macht. Jeder wird darin zum Fremden als Feind des anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Konkurrenz]] ist die [[Wirklichkeit]] des [[Wert]]verhältnisses, die Gewalt des Vergleichs im [[Warentausch]] und der kulturellen [[Gleichschaltung]] von allem, was auf den Markt kommt. Fatal, dass sie oft gerade von den Menschen am stärksten verinnerlicht wird, die nur ihre [[Arbeitskraft]] veräußern können oder selbst am Rand der Gesellschaft leben. Wo sie ökonomisch unterliegen, suchen sie einen Ausweg durch eine Selbstbewertung, die zwangsläufig in [[Selbstverwertung]] mündet. Und wo sie hierüber kein [[Bewusstsein]] erlangen, können sie sich hiergegen nur noch [[persönlich]] als [[Bürger]] einer Nation behaupten, durch die sie sich letztlich noch [[politisch]] bestimmen (siehe auch [[Nationalismus]]) und sich darin [[selbstlos]], sich selbst zum [[Kollektiv]] vereinigter [[Bürger]], zum [[Volk]] machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fremdenfeindlichkeit ist eine Selbstbehauptung, die in sozialen Krisen und den darin auftretenden [[Lebensängsten]] Selbstsicherheit aus einer [[kollektiven]] [[Selbstgerechtigkeit]] beziehen will. Darin entsteht eine Selbstversicherung (siehe auch [[Sicherheitsbedürfnis]]) durch die Behauptung einer normativen [[Substanz]] der [[Selbstwahrnehmung]], die als Rechtswesen von eigener Art hergenommen wird. Mit der [[Projektion]] von Symbolen artfremder [[Eindrücke]], wird die [[Mythologie]] einer Unart zu einer Wesensfremdheit verschmolzen, gegen welche die artgerechte Selbstwahrnehmung veredelt (siehe auch [[Selbstveredelung]]) und die Selbstbehauptung mit [[Edelmut]] verfüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Symbole werden aus Wahrnehmungen von fremden Eigenarten geschaffen, aus der Geste eines fremden Selbstverständnisses, oft aus dem Inhalt ihres [[Glaubens]] und ihrer [[Sitten]], aber auch aus der Hautfarbe oder Körperform, die mit gesellschaftlichen Rollen und [[Sitten]] assoziiert wird. In fremden Selbstverständnissen liegt eine unerschöpfliche Quelle der [[Mythologisierung]] und Begründung von Selbstschutzeinrichtungen. Sie dienen wie eine objektive Notwendigkeit dazu, sich nicht auf sie zu beziehen und mit ihnen auseinanderzusetzen zu müssen, sondern sie selbst schon als eine überdimensionierte Bedrohlichkeit aufzubauen. So werden einzelne Positionen darin zu einem Monster aufgebläht, das jenseits aller wirklichen Interessen die Vernichtung der eigenen bedroht. Der religiös formulierte Anspruch der [[Juden]], ein &#039;&#039;auserwähltes Volk Gottes&#039;&#039; zu sein, genügte zum Beispiel schon, sie als wirkliche Verschwörung gegen die eigene Welt anzusehen. Und auch einige Textstellen aus dem Koran eigneten sich dazu, Front gegen Muslime zu machen, die ebenso erschrocken vor den Attentaten ihrer Landsleute standen, daraus eine absurde Radikalität ihres Islamismus bezogen. Mit der Feindbildung löst sich die [[Lebensangst]] der eigenen Welten auf wunderbare Weise auf, weil sie etwas zu tun haben soll mit der endlich personifizierbaren Gefahr, gegen die auch endlich was zu tun ist. Und das schließt die Menschen zusammen, die sich plötzlich im Boot einer Gemeinschaft wiederfinden, das einem &#039;&#039;[[Kampf der Kulturen]]&#039;&#039; entfliehen soll, das allerdings schnell auch viel zu voll hierfür sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden die Bilder einer [[abstrakten]] Bedrohungslage in den Kreislauf einer Selbstbestärkung einbezogen und hierbei zusammengemengt und zu einer Symbolkonstruktion, worin [[Gefühle]] der [[Selbstentfremdung]] zur Form eines feindlichen [[Unwesens]] konzentriert werden, das schon durch seine fremde Art zur Aufwertung der Selbstwahrnehmung, zur Begründung einer hochwertigen Eigenart dienen. Eigenarten werden auf diese Weise zu Symbolen einer Ausgrenzung, die sich in der [[Selbstgerechtigkeit]] der eigenen Lebensart gegen eine Wesensfremdheit veredelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verunsicherungen der gesellschaftlichen Beziehungen eines [[Lebensraum]]es werden dadurch gegen eine Selbstsicherheit ausgetauscht, die aus nichts anderem besteht, als aus der Bereinigung der heimeligen Lebensart (siehe [[heile Welt]]) durch die Ausgrenzung von Eindrücken fremder Art, durch die Selbstermächtigung eines [[Edelmuts]], der sich mit einem [[ästhetischen Willen]] bewaffnet. Aus einem [[Sicherheitsbedürfnis]] entwickelt sich die Bereinigung der Selbstwahrnehmung (siehe auch [[Reinheit]]) aus der [[Selbstveredelung]] gegen Monster aus fremden Welten, durch die Mythologisierung von fremder Lebensart, fremder Kultur, mit der die [[Selbstentfremdung]] in der eigenen überwunden werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fremdenfeindlichkeit hat nichts mit [[Entfremdung]] und [[Fremdem]] zu tun. Es ist die notwendige Schuldzuweisung einer in den [[Institutionen]] des [[Kleinbürgertums]] und seinem [[abstrakt allgemeinen]] [[Lebensmittel]] [[Geld]] allgemein herrschenden [[Lebensangst]], die sich in der Bekämpfung von [[Fremdem]] überhaupt stark macht, weil es sich in seinem [[Geldbesitz]] so allgemein versteht, wie es seinen Kulturbesitz darin so innig [[wahrhat]], dass sein [[Sicherheitsbedürfnis]] sich in absoluten [[Kontrollbedürfnissen]] [[verwesentlicht]] und sich dem entsprechend auch [[ideologisch]] verfüllt. Darin treten die Begründer von Rassismus und Bücherverbrennung hervor, sobald es ihnen möglich ist, ihre [[Gefühlsurteile]] durch ihre [[Medien]] auch allgemein vorherrschen zu lassen, als [[allgemeine]] [[Meinung]] zu installieren, die jederzeit zu einer vorherrschenden [[Wählermeinung]] werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ensteht durch den im wesentlichen auszugrenzende Fremden eine seltsame Umkehrung seiner Funktion als Unperson der Gemeinde. Gerade weil ein Lebenraum auf der Grundlage eines äshetischen Willens keine wirkliche Lebenssubstanz aufzuweisen hat, befördert er als das Hassobjekt der substanzilosen Kulturgemeinschaft eine persönliche Substanz, eine übernatürlichen Persönlichkeit der Gemeinschaft, die zum Gesinnungsträger als Erlöser von ihrem Übel wird. Er ist das gemeine Resultat einer Gemeinschaft in ohnmächtigen Bestimmmtheit, die von der Ausgrenzung des Eingegrenzten, dem Infiltrat einer bösen Welt zehrt. Es ist ein Betäubungsmittel aller inneren Leere, die diese Gemeinschaft ausmacht, die äußere Substanz einer fremd erscheinenden Sinnlichkeit, die in ihrer Negativität die Gemeinschaft bestärkt, die sich von ihr bedroht fühlt. Sie begründet einen Lebenswillen, der in dieser Gemeinde ohne sie nicht möglich wäre. Je entleerter eine Kultur in diesem Lebensraum ist, desto notwendiger wird der Fremdenhass. Das Fremde wird zum Suchtmittel einer Selbstbeziehung, das sich im Hass nur zu veredeln versteht. Es ist der [[Edelmut]], der schließlich zum Rassismus wird, sobald er die Masse beflügelt, ihre leere Gemeinschaft stiftet, letztlich zum Inhalt eriner Volksgemeinschaft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.3 Die Masse als übermenschliche Persönlichkeit (Die Masse des ästhetischen Willens)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[ästhetische Wille]] hat eine [[Übersinnlichkeit]] hervorgebracht, für welche die Menschen ihre Beiträge zu leisten hatten, um sich in den Widersprüchen ihrer Kultur heil zu halten, um ihre Kultur in einem fortwährenden, also unendlichen Heilungsprozess für sich zu erhalten. Es sind hierbei Unmengen von Kulturleistungen in einer anschaulichen Welt aufgehäuft, die zwar keinen Sinn mehr durch sich haben, wohl aber einen Sinn für alle darstellen, die sich diesen &#039;&#039;Leistungen&#039;&#039; zuordnen können, sei es aus politischen oder auch ökonomischen [[Formbestimmungen]] heraus, jedenfalls immer als [[Teil]] einer fomell bestimmten [[Ganzheit]]. Es genügt alleine die so bestimmte Form, um sich an der aufgehäuften [[Selbstveredelung]] beiteiligt zu sehen, sich als Teil eines ganz [[allgemeinen]] [[Edelmuts]] zu begreifen. Als fremd bestimmte Form ist dieser Edelmut tückisch, wer ihn teilen will, erliegt der Heimtücke seiner Fremdbestimmung, der [[abstrakten Allgemeinheit]] seiner [[entäußerten]] [[Substanz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Masse]] aller [[Kulturarbeiten]] hat nun auf diese Weise einen allgemein besonderten Sinn, der ohne Anschauung nur [[Unsinn]] wäre, weil er den Menschen äußerlich bestimmt ist. Er kann aber nicht ohne [[Gefühl]] sein. Für sich ist dieses von der Macht der Gemeingefühle beherrscht und von daher - eben weil das Gefühl immer auch ein Gefühl für andere ist - nicht nur [[gleichgültig]], sondern gegen sich selbst bestimmt. Die Masse des Willens ist ein massenhafter Selbsthass, [[Selbstverachtung]], die nur durch eine Massenbewegung ihre [[Erregung]] auflösen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mittel gegen diese [[Selbstverachtung]] ist aber in ihrer entäußerten Form kein Mittel der Selbstachtung. Ihr Mittel ist leer und zugleich gegen alles bestimmt, was nicht Selbst ist, Verachtung individueller Selbstlosigkeit in der Bestimmung der Masse, also der allgemeinen Selbstlosigkeit. Mittel hierfür sind alle fremdbestimmte Kultursubstanzen, Äußerungen also, die das verachten, was man selbst nicht ist, was aber im Zweck einer absoluten Selbsterhöhung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Mittel ergibt sich aus der Gefühlssubstanz der Masse, aus menschlicher [[Dichte]] und der Verdichtung ihrer Gefühle. Das Gefühl identifiziert sich im Allgemeinen sinnlichen Sein als Gefühlsform an sich, als reiner Sinn, reiner Ton, reine Empfindung oder kurz: Als Gefühlsform des sinnlich Ganzen, des Kosmos der eigenen Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rassismus]] hat darin seinen Grund, dass er absondert, was nicht von eigener Art erscheint und als Anderes eigenartig gemacht wird. Das Bedrohliche der Eigenartigkeiten ersetzt hiermit den Selbsthass, der die eigene Identitätslosigkeit ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das entäußerte Selbstgefühl braucht nun eine wirkliche Persönlichkeit, an der es überhaupt zu sich kommen kann, in der sich die Masse der Selbstgefühle treffen. Es ist eine Persönlichkeit, welche zunächst rein theoretisch der Masse zukommt als Form ihrer Sittlichkeit, Gestalt der in ihr geborenen Ethik. Ob dies ein Papst oder ein Führer der öffentlichen Moral, ist eigentlich gleichgülten, wenn und sofern sie sich als Medium des ästhetischen Willens, als Theorema geben kann und will. Sie wird zur Seelengestalt eines Volks, dass darin endlich seinen Kult hat, seine kultivierte Seele, die Persönlichkeit des Volkes. Darin wird der Wille selbst zum Inhalt einer Rückbindung der Bevölkerung an ihre Sitte und Kultur, zur Religion der Kultivierung, zur Volksbewegung. Es kommt für diese Persönlichlkeit allerdings nicht jeder Mensch in Frage. Es ist die Ausrichtung des [[autoritären Charakters]], der hierfür am besten taugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der autoritäre Charakter verfolgt ein Kontrollbedürfnis, das sich aus einem Nützlichkeitsprinzip heraus entwickelt hat. Was ihm nicht nützt ist schädlich und muss abgewehrt werden. Er betreibt die Abwehr aber ausschließlich objektiv funktional und subjektiv diffamierend, um selbst nicht in Erscheinung zu treten. Er verbirgt seine [[Absichten]] durch objektiv strukturelle Handhabe mit allem, was ihm nicht dient. Hierdurch borniert er sich selbst und verhält sich in einer Spirale der Selbstverdummung, die nur durch zwischenmenschliche oder politische Machtpositionen gehalten werden kann. Deshalb strebt er auch nach Ämtern, die ihn einerseits heimlich weiterbringen, in denen er aber den Verlauf bestimmt, was Fortgang und Resultate betrifft.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Dieser Charakter riecht jede Unangepasstheit und ist von daher der beste Funktionär des [[ästhetischen Willens]]. Er ist ja vor allem durch seine Funktionalität für die Macht und die Machterhaltung erst wirklich tätig und bildet sich als politischer Funktionär einer allzeit reagierenden Persönlichkeit aus, die sich überhaupt nur in hohen und umfangreichen Sphären der Politik wirklich begründet und bestätigt weiß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Er ist der objektive Egoist, in dieser Selbstbeziehung aber absolut selbstlos. Selbst unterwirft er sich wesentlich der Funktion, indem er die Menschen zu bestimmen sich. Auch Menschen gegenüber unterwirft er sich nicht ihnen, sondern ihrer objektiven Rolle. Was ihn subjektiv abhängig macht ist allerdings der Mensch, der eine kulturell tragende Rolle hat. Von daher versammeln sich jetzt solche Charaktere in einer politischen Szenerie, welche die Kultur zu bestimmen sucht.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.3.1 Die Natur der kosmopolitischen Persönlichkeit und der Untermensch der Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur, welche nurmehr aus fremdbestimmten Kultursubstanzen besteht und also keinen wirklichen Sinn für die Menschen mehr hat, erscheint nun als eine unendliche Bestimmung, als ein Wesen höherer Art, worin reine [[Natur]] herrscht, reines Menschsein und reiner Sinn für alles und jedes. Die Menschen sind in der [[Masse]] einerseits in sinnloser Selbstlosigkeit bestimmt, andererseits besteht aber solche [[Masse]] auch nur durch sie. Die Kultur wird nun selbst massenhaft erfahren und von daher nur in der Bestimmtheit ihrer Dichte. Die Menschen erscheinen sich wie Naturalisierungen einer kosmischen Masse der Kultur, die sich in allerlei Kulte äußert: Sie zelebrieren ihr Leben selbst als Massenkult. Die Masse bekommt damit eine höhere Wesenheit, das Wesen einer jenseitigen Selbstachtung, welche durch das Menschsein im menschlichen Kosmos begründet scheint und sich von daher aus der Natur schlechthin einen Begriff von sich macht. Dieser vermittelt das Selbstgefühl einer Übermenschlichen Ganzheit, wogegen jedes einzelne Leben nur untermenschlich bestimmt sein kann. Der ästhetische Wille hat damit seinen innersten Trieb verwirklicht, nämlich selbst als veräußerte Vollendung, als absolute Formvollendung sich zu verwirklichen. Er ist nicht mehr nur Sinnbild, sondern Inbegriff des Heils, den die Menschen in der ästhetischen Macht ihrer Kultur suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin hat alles seinen Zusammenhang und seine Art als allgemeine Art. Die Natur erscheint nicht mehr einfach nur als das, was sie ist, als Materie und Leben, sondern als ein Kosmos, der über all dieses hinausgeht und also auch einen höheren Sinn erfüllt, nicht unbedingt religiös, nicht unbedingt kulturell, aber auf jeden Fall als Persönlichkeit einer Macht, die über allem Persönlichen steht. Es schält sich ein Sinn heraus, der über all diese Rückbindungen an wirkliche Natur und Menschlichkeit hinausgreift: Das Ganze als Menschsein schlechthin, das sich nicht mehr wirklich besondert und also auch gänzlich unwirklich ist. Aber in solcher Allgemeinheit würde sich Menschlichkeit selbst aufheben, wäre nicht auch sie aus einem Menschsein jenseits wirklicher Menschen begründet, so dass die eigene Art nur in einem Mensch der höheren, der reinen Art begründet sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber ist alle Wirklichkeit unrein, und das heißt jetzt: Wesensfremd. Die eigene Art, was immer das auch ist, kann daher nur durch Ausgrenzung fremder Eigenarten überhaupt gewonnen werden, wie immer die sich auch begründen lassen. Die Masse des Selbsthasses wird somit zu einer Masse des Willens, eine allen gemeine Art als Wesen der eigenen Natur, wie sie außer sich ist, zu entdecken und diese als eine abstrakte Gemeinschaft zu kultivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher erscheint jetzt Natur als eine Ganzheit für sich, der Mensch selbst nur als Moment einer kosmischen Persönlichkeit, in welcher sich nun der ästhetische Wille allgemein veräußert und veredelt. [[Rassismus]] ist das Resultat und der Antrieb solcher [[Selbstveredelung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.3.2 Der Rassismus (Die persönliche Wahrnehmungsdichte des ästhetischen Willens)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rassismus gründet auf einer substanziellen [[Fremdenfeindlichkeit]], auf einer [[Selbstbehauptung]], die in sozialen Krisen und den darin auftretenden [[Lebensängsten]] Selbstsicherheit aus einer [[kollektiven]] [[Selbstgerechtigkeit]] beziehen will. Darin entsteht eine Selbstversicherung (siehe auch [[Sicherheitsbedürfnis]]) durch die Behauptung einer normativen [[Substanz]] der [[Selbstwahrnehmung]], die als Rechtswesen von eigener Art hergenommen wird, das aus den [[Konkurrenzen]] seiner [[Wirklichkeit]] enthoben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Konkurrenz]]verhältnis ist das Prinzip der Verwertung menschlicher [[Fähigkeiten]] und [[Eigenschaften]]. [[Konkurrenz]] ist die [[Wirklichkeit]] des [[Wert]]verhältnisses, die Gewalt des Vergleichs im [[Warentausch]] und der kulturellen [[Gleichschaltung]] von allem, was auf den Markt kommt. Wer sich selbst [[veräußern]] muss, wer nur seine [[Arbeitskraft]] [[verkaufen]] kann, um an seine [[Lebensmittel]] zu gelangen, um sich zu [[reproduzieren]], der muss hierbei von sich selbst absehen und alles geben, um [[Arbeit]] zu bekommen, um &#039;&#039;arbeiten zu dürfen&#039;&#039; und seinen &#039;&#039;Arbeitsplatz&#039;&#039; auch zu behalten. Und indem er von sich selbst absieht, sieht er auch von allem ab, was er wirklich ist, reduziert er sich selbst auf das, worauf sich seine [[Tätigkeit]] körperlich und geistig abstrahieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ein Mensch von sich selbst absieht, unterliegt er allerdings freiwillig der [[Substanz]] der [[Abstraktion]] einer gesellschaftlichen [[Macht]], der [[Ausschließlichkeit]] des Gemachten, und bestärkt die [[Isolation]] der Menschen und Produkte durch deren Abtrennung von ihrer Lebenstätigkeit (siehe [[Teilung der Arbeit]]), also auch der [[Trennung]] des Produkts von seiner Herstellung, den Lebenssubstanzen, die darin vergegenständlicht sind. Mit der [[Verwirklichung]] des Einen wird die [[Entwirklichung]] des anderen betrieben, denn einfache [[Ausschließlichkeit]], die [[Abstraktion]] des Einen verwirklicht nur seine Einseitigkeit und spielt das Getrennte gegeneinander aus und macht es für einander [[fremd]]. Durch die [[Konkurrenz]] wird jeder dem Anderen fremd und zugleich zu seinem Gegner. Jeder ist durch sie der Fremde als Feind des anderen (siehe auch [[Fremdenfeindlichkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fatal ist, dass das Konkurrenzprinzip oft gerade von den Menschen am stärksten verinnerlicht wird, die nur ihre [[Arbeitskraft]] veräußern können oder selbst schon sozial exkommuniziert sind und sich in der Spirale einer Selbstentwertung sehen, verstehen und empfinden. Wo sie ökonomisch unterliegen, suchen sie einen Ausweg durch eine Selbstbewertung, die zwangsläufig in [[Selbstverwertung]] mündet, durch die sie sich um so [[selbstloser]] machen, wie sie sich wertlos fühlen. Und wo sie hierüber kein [[Bewusstsein]] erlangen, können sie sich hiergegen auch nur noch [[persönlich]] als [[Bürger]] einer Nation behaupten, durch die sie sich letztlich noch [[politisch]] bestimmen (siehe auch [[Nationalismus]]) und sich darin [[selbstlos]], sich selbst zum [[Kollektiv]] vereinigter [[Bürger]], zum [[Volk]] machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin verschmelzen völlig gegensinnige Existenzen in einem Kult des abstrakt Eigenen, der [[Selbstbehauptung]] schechthin. Die politische [[Klasse]] der [[Bürger]] und die der Arbeitsleute lässt sich darin nicht mehr unterscheiden (siehe zierzu auch [[Klassenbewusstsein]]). Und damit werden die Bilder einer [[abstrakten]] Bedrohungslage in den Kreislauf einer Selbstbestärkung einbezogen und hierbei zusammengemengt und zu einer Symbolkonstruktion, worin [[Gefühle]] der [[Selbstentfremdung]] zur Form eines feindlichen [[Unwesens]] konzentriert werden, das schon durch seine fremde Art zur Aufwertung der Selbstwahrnehmung, zur Begründung einer hochwertigen Eigenart dienen. Eigenarten werden auf diese Weise zu Symbolen einer Ausgrenzung, die sich in der [[Selbstgerechtigkeit]] der eigenen Lebensart gegen eine Wesensfremdheit veredelt. Mit der [[Projektion]] von Symbolen artfremder [[Eindrücke]], wird die [[Mythologie]] einer Unart zu einer Wesensfremdheit verschmolzen, gegen welche die artgerechte Selbstwahrnehmung veredelt (siehe auch [[Selbstveredelung]]) und die Selbstbehauptung mit [[Edelmut]] verfüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Masse]] der Menschen hat sich in ihrer [[Selbstlosigkeit]] nun eine Persönlichkeit geschaffen, die nichts anderes als die von jeder persönlichen Eigenschaft absehende Naturperson sein kann, der Naturmensch, der zum [[Übermenschen]] geworden ist, wo und weil wirkliche Menschen gegenüber ihrer Kultur ohnmächtig sind. Als diese &#039;&#039;kosmische Persönlichkeit&#039;&#039; stellt sich der sinnliche Mensch selbst zu einem rein abstrakten Menschen her, einem Menschen, der überhaupt nur rein sein kann und nichts sein darf, was ihn verunreinigt. Das verlangt [[Erziehung]], [[Zucht]] und Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Prinzip]] der Reinheit resultiert aus der Verdichtung seiner Art, ist seine Höchstform an [[Selbstveredelung]], die es allerdings nicht wirklich, sondern nur noch in der Verselbständigung von menschlichen Eigenschaften gibt. In ihnen ist die [[heile Welt]] mit sich zusamengeschlossen und es hindert nichts mehr daran, sie auch zum Heil der Welt zu erklären. Als dieses Abbild des [[Übermenschlichen]] veredelt sie jedes Gefühl zu einem allgemeinen Selbstgefühl, das sich lediglich noch Persönlichkeiten suchen muss, die dem nahe kommen, um sich an ihnen seiner selbst zu versichern und einer eigenen mächtigen Wahrheit gewahr zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Verschwinden wirklicher menschlicher Verhältnisse hat sich der Übermensch nun tatsächlich durch ein allgemeines Verlangen zur Wirklichkeit gebracht, indem er die eigene Bewegung in der Ohnmacht eines Allgemeingefühls ihrer Überwundenheit zur Vollendung bringt, sie in seine Machtvorstellung zu einem Willen der eigenen Art verkehrt, die alles für abartig halten muss, das sich nicht in ihr identifiziert und das daher unterhalb ihres Menschseins bestimmt sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist dieser Rassismus die Hochform der [[Egozentrik]] der bürgerlichen Persönlichkeit, die ihre [[Selbstgerechtigkeit]] zu einem allgemeinen Naturwesen gemacht hat, eben so, wie es sich aus der Selbstaufgabe der Menschen [[notwendig]] ergeben hat, damit der &#039;&#039;Menschenwolf&#039;&#039; (Thomas Hobbes) auch überleben kann. Sie besteht aber nur unwirklich, rein ästhetsch, und stellt sich von daher nur im Widerspruch des [[Selbstgefühls]] heraus, das einerseits aus Vorstellungen vom Heil der Welt besteht, zugleich aber von dieser in Wirklichkeit nur ausgeschlosen sein kann, weil er in Wahrheit das [[Unheil]] zugleich bejaht. Der rassist will der besonders Allgemeine sein und kann seine Besonderheit aber erst durch eine [[abstrakte Allgemeinheit]] erlangen, die ihn entwertet. Sie Selbstwahrnehmung dreht sich darin im Kreis und sucht ihren Halt in einer Ästhetik des Abartigen. Durch diese [[Ästhetik]] ihres widersprüchlichen Selbstgefühls stellt sich die darin erstrebte [[Selbstveredelung]] als ein Wille heraus, in welchem schon als wirklich erscheinen soll, was nicht mehr durch sich sein kann, weil es wesentlich sinnlos ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Masse der hierin gebundenen Verhältnisse ist die [[Selbstlosigkeit]] nicht nur bestätigt und bestärkt, sondern zugleich in der Verneinung der allgemeinen Stärke, also nur als negierte Einzelheit wirklich, also als Stärke, die wesentlich nur Schwäche einer Persönlichkeit sein kann, worin sich der Einzelne zwar gewinnt, aber nur indem er seine [[Selbstwahrnehmung]] völllig aufgibt. In der vertieften [[Gemeinschaft]] solcher Vermassung, die nur unwirklich sein kann, verneint sich zugleich jeder einzelne auf seine besonders aussschließliche Einzelheit der Selbstverwirklichung und kann sich nur im Übermenschlichen bejahen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre doppelte Selbstverneinung, ihrem massenhaften Hass auf die Selbstverworfenheit einer enteigneten Existenz, das abgrundtiefe [[Selbstgefühl]], ein Opfer zu sein, das nur Nichts werden könnte und also der Venichtungslogik unterliegt, wird solche Masse zu einer unendlichen Bindung für jeden, der dies nicht wirklich kritisieren und bekämpfen kann, weil er einfach nur selbst Täter sein will. Dieser erkennt sich nur in der Teilhabe an der Masse. In seiner Teilhabe regt sich daher immer das Ganze, das Heil der Endlösung, und dieses treibt sich in eine Massenerregung der Wahrnehmung fort, die wie eine elektrische Spannung funktioniert. &#039;&#039;Elektrizität der Masse&#039;&#039; hatte das dereinst auch Göbbels genannt. Er hat damit das Selbstgefühl des [[Rassismus]] beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin werden alle Kulte, besonders die [[esoterischen]], welche der Massenbewegung kosmische Grundlagen verschaffen, zum Klebstoff der Massengefühle. Die Massenverschmolzenheit ist damit selbst als allgemeines Phänomen naturalisiert, als kosmisches Ganzes, als Sinn des Kosmos in jedem ideologisiert. Tatsächllich aber handelt es sich hierbei nicht einfach nur um eine [[Ideologie]]. Es entspricht solche Ideologie dem, das die Menschen darin auch wirklich und ausschließlich nur durch sich fühlen, das sie vor allem als allgemein ausgeschlossenes Selbstgefühl unter sich und ihresgleichen unter einer in der wirklichen Masse noch ausgeschlossenen, aber als Masse selbst schon mächtige Selbstbestimmtheit naturalisierter Masse haben: Ihre Natur an sich, ihre Eigenart als Vollkommenheit ihrer Natur, als Rasse. Von sich selbst fühlen sie ja nur, was sie für sich nicht sind und nicht sein können. Ihre Selbstgefühle gehen daher in solchem Kosmos auch wirklich auf, werden wirklich durch einen Kosmos bewegt, den sie nicht mehr beherrschen können, sondern der sie beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ungemeine ästhetische [[Dichte]] vernichtet alle Wirklichkeit der Wahrnehmung, wie sie zugleich die Form einer allgemeinen Selbstermächtigung des Unwirklichen, ein ungemeines Machtgefühl des Ganzen ist, das sich mit der kosmischen Bewegung identifiziert. Die Götter sind nun die Übermenschen, die sich der wilden Horde überstellen und sie zu führen vermögen, weil sie sich selbst als Inbegriff kosmischer Macht verhalten, erleben und fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt ganz auch im Zweck einer dem äußerlichen Notwendigkeit: Die Gleichschaltung und Bedrohung der Einzelnen, um im Ganzen eine Not des Ganzen abzuwenden. Der Zweck dieser ästhetischen Verdichtung erweist sich somit auch allgemein als nützlich. Er will die Bildung einer Masse, die das Besondere als Artfremdes abstoßen kann, um jedes Einzelne zu bedrohen, damit es sich ihm auch ganz wirklich unterwerfe. Politisch genommen ist der Wille der Masse die Bindung einer in sich aufgehobenen, entleerten Eigenschaftlichkeit, die bedingungslose Versammlung eigenschaftsloser Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323.3.3 Der Kulturrassismus (Wille als Masse in der Masse des Willens)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vernichtung des Besonderen kann sich nur als Vernichtung des Absonderlichen herausstellen und legitimieren. Die [[Masse]] einer Bevölkerung mit einem hoch verdichteten Willen will dessen Vernichtung, der darin vorgestelllte Grund seiner Bedrohung, um damit auch ihren Selbshass zu vernichten, der ihre allgemeine Besonderheit ausmacht, ihren abgrundtiefen Selbstzweifel, den jeder Mensch darin verspüren muss, dass er nichts mehr bewirken und sein kann. Er will seiner [[Selbstwahrnehmung]] Identität verleihen, die diese nicht mehr hat, sich ästhetisch in der Masse aufgehoben wissen, weil er fühlt, dass er in Wahrheit schon aufgehoben ist, bevor er ihr beitritt. Bevor er Massenmensch werden kann, muss er sich als Mensch längst verloren haben. Er ist nichts, und nimmt sich als [[Nichts]] wahr, und kann daher nur alles zugleich sein wollen, was für sich nichts ist: Masse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was seine Not war, bevor er in sie eingetreten ist, wird nun zur [[Notwendigkeit]]: Zur notwendigen Vernichtung des absonderlichen, dem, was seiner kosmischen Natur widerspricht, dem Unheilen und Unartigen: Dem Abartigen. Dessen Vernichtung wird so zu einem allgemeinen Willen der Masse und zur Selbstbegründung eines Volks, das sich selbst dem wirklichen Menschsein entsagt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch als dieses nichtssagende [[Volk]] kann sich dessen Sittlichkeit nicht mehr aus den unmittebaren[[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] bilden und bestätigen. Seine Kultur besteht jetzt selbst nur aus [[Abstraktionen]], aus [[Vorstellungen]] ihrer Besonderheit, die sich als Masse in ihrer [[Gleichgültigkeit]] verallgemeinern muss. Das kann sie nur dann durch nichts, wenn sie anderes als andere Kultur gegen sich konzentriert, die Fragemente des Andersseins gegen die als eigene Sittlichkeit vorgestellte Masse gegen sich verallgemeinert. Diese Fragmente lassen sich aus [[Eindrücken]] symbolisch zusammenfassen und ver[[dichte]]n, die sich in den [[Gewohnheiten]], [[Sitten]] und [[Gebräuche]] des ganze Anderen einer fremd scheinenden [[Kultur]] konzentrieren. Dieses ganz Andere wird zu einem Subjekt der Bedrohung des &#039;&#039;eigentlich&#039;&#039; Eigenen (siehe hierzu [[Heideggers]] [[Fundamentalontologie]]). Nicht der bloß auf Natureigenschaften reduzierte und verdichtete Rassismus (z.B. Hautfarbe), die sich durch ihre spezifisch soziale Verteilung zur Begründung von sozialen Zerwürfnissen und Klassenkonflikten hernehmen ließen, kann diese Bedrohung &#039;&#039;erklären&#039;&#039;. Es ist die Sittlichkeit, ganz besonders die [[Religion]], die dazu in der Lage ist. In der Kulturmasse wird Rassismus zu einem [[Kulturrassismus]]. Allgemein bekannt sind in diesem Sinne der [[Antisemitismus]] und der [[Antiislamismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Selbstbegründung formiert sich ein Prinzip der Absonderung, in welchem sich Kultur institutionalisiert und hierdurch selbst den Charakter einer Staatsform bekommt. Da repräsentative Demokratie auf der Repräsentanz einer allgemeinen, einer verdurchschnittlichten Meinung beruht, taugt sie durchaus auch dazu, einen Kulturstaat dahin zu befördern, sich als Staatskultur zu etablieren. Dieser ist die institutionalisierte Form der Masse eines Willens, der als ästhetisches Ganzes zu einer fatalen Wirklichkeit gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Masse ist die Vermengung von vielem, [[bestimmung]]sloses Zusammengehen unterschiedlichster [[Qualitäten]] zu einem Gemenge, das nichts [[Ganzes]] zum Inhalt hat. Im Unterschied zu einer [[Menge]], worin Einzelheiten zusammenkommen, ohne ihre [[Form]] zu ändern, ist die Masse das Volumen einer [[Dichte]] (physikalisch: Masse = Dichte mal Volumen), die bestimmungslose Form alles [[Körperlichen]] an und für sich, das jede [[Formbestimmung]] annehmen kann. Von einer Masse spricht man, wenn keine andere [[Bestimmung]], also keinerlei [[Qualität]] erkennbar ist, welche die Besonderheit der Form der Körper bestimmt. Diese Qualitätslosigkeit hat zur einzigen [[Substanz]] die Dichte [[anwesender]] Körper, ist also die [[Quantität]] von körperlicher [[Anwesenheit]] als Dichte schlechthin, abstrakte Körperlichkeit als Quantum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse ist nichts [[Eigenes]] und hat nichts Eigenes. Die Masse ist ein Gemenge des Enteigneten. Sie enthält von daher auch den [[Trieb]], sich in der Masse der Eigentumslosen als reine Körpergestalt zu bereichern, durch sie [[Körper]] - und damit auch körperliche Macht - zu erwerben, zumindest als Körpermacht zu erscheinen. Diese bekommt von da her ein geistiges Format und begeistert die Vielen, die darin sich zu finden glauben (siehe auch [[Körperfetischismus]]). Es geht hierbei um eine Größe durch sich selbst, die von ihren Gläubigen [[Demut]] verlangt, weil sie sich durch eine Masse behaupten kann, die sich nurmehr [[esoterisch]] begründet. Es ist daher eine Größe, die sich nicht durch sich bestärkt, sondern durch ihren Widerschein, durch ihre Reflexion in der Masse, in der alle Gründe [[abwesend]]sind. Und letztlich ist es auch die Angst vor der Masse, die ehrfürchtig macht, weil darin der absolut abstrakte Grund sich durch sie hindurch verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überhaupt ist Masse die Aufhäufung von [[Raum]] ohne [[bestimmten]] Inhalt und [[Sinn]], aber doch voll anwesender [[Körper]], reines [[Sein]] abtrakter Körperlichkeit, Form [[abstrakter Sinnlichkeit]]. Masse ist das Quantum, welches die Sinne in ihrem [[Raum]] haben. Und weil Raum als abstrakter Körper begriffen die [[Begriffssubstanz]] von abstrakt menschlicher Sinnlichkeit ausmacht, ist die Masse deren Größe als Quantum von anwesender Körperdichte, von identitätsloser Körperlichkeit. In zwischenmenschlichen Beziehungen ist Masse die Quantität des [[abstrakt menschlichen Sinnes]]. Masse ist also der [[Begriff]] für menschliche Identitätslosigkeit. Sie kann von da her auch [[magische]] Qualität bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Masse bestehen alle Beziehungen nur durch Volumen, durch eine räumlich bestimmte Menge, deren Sinn allein auf der Dichte, der Anziehung gleichgeltender Körper beruht, - das sind Körper, die in ihrem Sein, ihrer Geschichte und Bildung [[gleichgültig]] füreinander sind und also hiervon absehen und als das gelten, was sie für die Wahrnehmung sind. Allein in der Form der [[Anwesenheit]], in der Nähe und Ferne, insgesamt also in der Dichte der Körper haben sich unter dieser [[Bestimmung]] die Menschen wahr, nehmen sie die Wahrnehmung ein, die sie als Wahrheit füreinander haben (siehe [[Wahrhaben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wille der [[Masse]] ist die Vernichtung aller Eigentümlichkeiten, die totale Aufhebung jeder eigenen Wirklichkeit - sowohl der einzelnen Menschen, als auch des Menschseins schlechthin. Es ist der Wille des Übermenschen, der hier zur tragenden Figur wird, zum Übermenschen als Herrenmensch, der als [[Heilsprinzip]] zu jedem Moment des Unheils emporgehalten wird - oder als Institution, die dieses verkörpern soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundlage einer Verfassung, die sich aus der politischen Kultur begründet und die Nation als Kulturnation bestimmt sieht und ist von daher die Grundlage des [[Kulturstaats]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 333. Der Kulturstaat]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Das Kulturbürgertum (Der subjektivierte Geist der Kulturmächtigkeit oder die Gesinnung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturbürger]] sind [[bürgerliche Subjekte]], die sich aus der [[Wertschätzung]] der [[bürgerlichen Kultur]] [[politisch]] begründen, also Menschen, die sich als kulturelle Elite begreifen, sich aber über diese durch eine transkulturelle Hoheit über die wirklichen kulturellen Beziehungen stellen (z.B. aus aus einem religiösen [[Glauben]] heraus) und sich hierdurch politisch verpflichtet geben, um ihre [[Interessen]] vor allem im Zweck des [[Wirtschaftswachstums]] zu [[kulturalisieren]]. Ihre [[Kulturwerte]] leiten sich daraus ab, dass sie einer unergründlichen Macht dienen, die sich als Glaubensmacht bestärken soll, die sich aus der bürgerlichen Kultur ableitet, sich aber durch ihre Mythologie hiervon zugleich abhebt und letztlich nur durch [[Geldbesitz]] zu verwirklichen ist. Ihr Selbstverständnis war besonders in der Zeit der [[Aufklärung]] entstanden, in der die Vermittlung hoher [[Kulturwerte]] allgemein politisches Ziel geworden war, das sich als [[Vernunft]] der Mündigkeit, der [[Freiheit]] durch [[Gemeinsinn]] auszugeben verstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Glaube]] hatte die [[Widersprüche]] einer Kultur der Sittlichkeit in sich dadurch aufgehoben, dass er ihre einzelnen Gegensätze durch eine &#039;&#039;höhere Wahrheit&#039;&#039; ersetzte, die darüber hinwegtäuscht, dass Kultur in selbstlosen Verhältnissen ihren Sinn verliert, indem sie ihn selbst zum [[allgemeinen]] Zweck erhebt (siehe hierzu[[abstrakt Allgemeines]]), um darin die gesellschaftlichen Verhältnisse jenseits ihrer widersprüchlichen Subjektivität zu veredeln. Durch ihren hierin gewonnenen [[Edelmut]] können zwar alle Menschen sich aufrichten und aufrechten (siehe [[Selbstgerechtigkeit]]), sie verlieren zugleich aber darin auch ihre [[wirklichen]] [[Eigenschaften]], letztlich ihre ganze persönliche [[Wirklichkeit]]. Es sind dann ihre sozialen Konflikte zwar auch wirklich in einer sozialen Hoheit aufgegangen und aufgelöst, soweit sie sich darin veredelt finden lassen, weil sie für sich zu einem ganzen Lebenszweck geworden sind, durch den Glauben an das Edle zu einer Heilsvorstellung, zum Streben nach einem [[Heil]] irgendwelcher Art aufgelöst wurden. Aber diese Beziehung ist wesentlich von übermenschlicher Natur, welche die Natur der einzelnen Menschen gegen ihre [[natürliche Intelligenz]] bestimmt. Im Herzen der Menschen mag sich vielerlei auflösen lassen, soweit es selbst schon sich der [[Gewissheit]] seiner Wirklichkeit enthoben hat. Eine solche Aufhebung kann aber nur gelingen, wenn sie ihren [[Glauben]] an einen [[Gott]] nicht nur von ihrer wirklichen Welt abwenden können, sondern ihn auch zu sozialisieren, in einer sozialen Glaubensmacht zu ersetzen verstehen. Erst hierdurch können sie sich aus dem Inneren ihrer [[Seele]] heraus nach einem ihnen fremden Allgemeinwillen, einem wirklich allgemein mächtigen [[Gemeinsinn]], nach seiner [[Gesinnung]] auch wirklich allgemein verhalten und ihre [[Psyche]] ausrichten und [[gleichschalten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zunächst sind die allgemeinen öffentlichen Verhältnissen der Kultur ob ihrer [[Widersinnigkeit]] zwischen ihrer [[Ästhetik]] und ihrem Zweck noch nicht in der Lage, dem zu folgen. Darin erweist sich diese Lösung - ihr ästhetischer Zweck - auf Dauer noch nicht als realisierbar. Die Konflikte zerbrökeln in den Widersinnigkeiten der für sich vereinzelten [[Psychen]], die sich im Lebensalltag der Menschen im Maß ihrer Verallgemeinerung in ihrem Lebenszusammenhang immer barbarischer und sittenloser gestalten müssen, weil sich die Verhältnisse, deren existenzielle Grundlagen sich nicht mehr erkennen lassen, nur noch in [[Willkür]] gegen das [[Subjekt]] des Glaubens begründen lassen. Dieses soll von der Art des [[Guten]] sein und lässt somit die Konflikte nur noch als soziale Abweichung durch Gesinnungslosigkeit, durch die [[&#039;&#039;Seinsvergessenheit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) der Ungläubigen erscheinen, die dem gegenüber für die [[Selbstwahrnehmung]] nun äußerlich, rein abartig gegen ihren gesellschaftlich behaupteten Sinn geworden sind. Der bloße Glaube reicht für einen höheren Gemeinsinn noch nicht hin, das &#039;&#039;eigentliche&#039;&#039; Wesen des Seins (siehe [[Eigentlichkeit]]) zu überwinden, seine Unnatur zu beherzen. Der bisher nur ästhetisch geborene Wille wird zu einer Forderung an das &#039;&#039;Seiende&#039;&#039;, einer Forderung von überhistorischer Natur (siehe hierzu auch [[Fundamentalontologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das bleibt nicht ohne Wirkung. Die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] haben dadurch jetzt immer zwei Seiten, die sich in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] entfalten, indem sie einander ausschließen und sich durch ihre Wechselseitigkeit dennoch bedingen: Subjektiv erscheinen sich die Menschen in ihrer sittlichen Qualität, in ihrer [[Güte]] und [[Freiheit]] jenseits aller [[Notwendigkeiten]] besonders menschlich; doch in der Besonderheit ihres sozialen [[Wesens]] sind sie objektiv wie alle, sind sie gerade hierdurch nur Menschen ohne wirklichen Sinn, Menschen schlechthin mit einem bloß [[abstrakt menschlichen Sinn]] fürs [[Ganze]]. Es sind Menschen, die dem gewöhnlichen [[Sein]] im Grunde mit ihrer ganzen Existenz unterworfen sind, gegen sich selbst gleichgültig, weil sie objektiv gleichgeltend besonders sittlich sein müssen, um in ihrem Dasein, dessen [[Gegebenheiten]] in der Kultur [[zwischenmenschlicher Verhältnisse]] dienstbar zu sein, um sich über sich selbst nun auch wirklich gesellschaftlich herverzubringen, nicht als Persönlichkeit voller Eigensinn, nicht als Subjekt seiner Selbstverwirklichung, sondern als Mensch der nur über seine allgemeine [[Gleichgültigkeit]] ein besonderer Mensch sein kann, der eben wirklich besonders allgemein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit [[verkehren]] sich nun auch dessen [[zwischenmenschlicher Verhältnisse]] zu einer [[Kultur]] eines [[übernatürlichen]] [[Zwischenmenschen]]. Die Menschen können damit öffentlich und allgemein ihre [[Güte]] als ausschließliche [[Substanz]] ihrer Kultur herausstellen, sich darin [[geborgen]] finden, und sich dennoch zugleich in der Verallgemeinerung bekämpfen, weil schon innerhalb der religiösen Sittlichkeit jeder Glaube den anderen ausschließen musste, um für sich allgemein gültig sein zu können, und sich jetzt durch seine soziale Bewährung auch wirklich ermächtigen kann. Er hat schließlich als immer noch ausschließliches [[zwischenmenschliches Verhältnis]] keinerlei Gegenständlichkeit in den menschlichen Verhältnissen. Kein Lebenszusamenhang ist noch ersichtlich, keine wirkliche Ursache kenntlich. Damit ist ein [[Grund]] für das [[Unheimliche]] entstanden, der jeden Glauben in [[Zweifel]] zieht. Der Glaube wandelt sich daher von der Veredelung durch Gott jetzt gegen ein [[Unheil]], das aus einer bösen Unterwelt heraus monsterhaft begründet erscheint. Der Glaube hat nicht geholfen. Die Sittlichkeit der Menschheit steht auf dem Spiel. Und das Assoziale dringt in die [[Wahrnehmung]] der guten Bürger vor, mit dem sie nichts zu tun haben wollen. Und wo sie ihre [[Selbstbeziehung]] nicht darin begründet erkenen, wo ihn kein wirkliches [[Bewusstsein]] möglich ist, muss nun Ihr [[Selbstgefühl]] allgemein werden,. Denn um hiergegen zu existieren und noch ihr [[Leben]] in einem[[abstrakt allgemeinen Sinn]] zuusammenzufassen müssen sie sich alle wappnen, ihren Spieß packen und Spießbürger werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unheil ist eine Mythologisierung krisenhafter Verhältnisse, die als [[unheimlich]] [[empfunden]] werden. Gleich, wie diese wirklich sind und wirklich auch auflösbar sein können, erscheinen sie der religiös gewordenen Wahrnehmung nurmehr unheilig, weil sie im [[Ganzen]] aus der gewöhnlichen Wahrnehmung des sittlichen Verhältnisses herausgesetzt wurden. Solche Wahrnehmung entfaltet sich daher auch besonders reichhaltig in Krisenzeiten, wo das Bedürfnis, einen unsichtbaren Feind sichtbar zu machen, besonders verbreitet ist. Wenn und weil alles unheil, also nicht mehr ganz wirklich und also auch nicht wirklich ganz ist, wird es für dieses Bedürfnis zu einem [[Unheil]] schlechthin totalisiert und wird daher auch nur das Interesse erwecken, eine ungebrochene, eine [[heile Welt]] zu suchen, eine Welt, in welcher die [[Schmerzen]] der [[Erkenntnis]] [[aufgehoben]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Kultur hat sich in der Sittlichkeit des Glaubens von ihren ausgänglichen zwischenmenschlichen Verhältnissen nun vollständig abgelöst und bestimmmt diese Verhältnisse selbst zum Mittel ihres Bestrebens, zu einem [[Sinn]], der über das Gebrochene erhaben ist. Die durch diese Sinnstiftung gewonnene [[Selbstwahrnehmung]] ist jeder Wahrnehmung darin überlegen, dass sie ihre Verwirrung gegen den Irrtum in einen Sinn aufgehoben hat, der über alle [[Zweifel]] dadurch erhaben ist, dass er sich selbst zur unmittelbaren Sittlichkeit bestimmt, dass er sich also gegen Gebrochenheiten selbst als Mensch schlechthin erscheinen kann, indem er selbst eine übermenschliche Sittlichkeit will. Die Sinnstiftung im gesitteten Menschsein, worin das Gute nun als das Heile sich gestalten muss, treibt eine [[Selbstveredelung]] voran, die sich niemals gerecht wirklich werden kann und gerade deshalb nur auf sich selbst herabschauen kann - und natürlich auf alle Menschen ihresgleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Religion war sie subjektiv noch im [[Glauben]] an einen Übermenschen gegründet. Objektiv konnte sie allerdings nur die Liturgie einer Religion sein, wenn und solange sie nicht in der Lage war, die Lebenszusammenhänge der Kultur selbst mit einem [[Sinn]] zu füllen, der die Wahrnehmung unterscheidet, die &#039;&#039;passende&#039;&#039; von der &#039;&#039;unpassenden&#039;&#039; trennt. Den &#039;&#039;Passer&#039;&#039; macht jetzt das, was die Menschen in ihrer [[Wahrnehmung]] voneinander auch wirklich [[wahrhaben]], also die [[Wirkung]] des Wahrgehabten in sich selbst. Hieraus zieht die Selbstwahrnehmung des heilen Menschseins nun ihre übermenschliche Güte und verobjektiviert diese durch ihren [[Willen]] zum &#039;&#039;Guten und Schönen&#039;&#039;, aus dem schließlich ein wirklich übermenschliches Menschsein gegenständlich und also auch zu einem gesellschaftlichen [[Gegenstand]] wird, der gegen alles Unheil den Vorzug hat, nun in der Selbstwahrnehmung ganz allgemein auch wirklich ganz zu sein - zwar nicht wirklich, doch in einer unendlichen Annäherung und Abstoßung zu einer eigenen [[Wirklichkeit]], zu einer [[Selbstverwirklichung]], die nur noch daraus besteht, nicht für sich selbst [[wirklich]] sein zu können. Ganz im Gegenteil steht sie in einem Prinzip der Selbstentwirklichung, welche Selbstlosigkeit produziert. Dennoch erscheint sie zunächst noch durch sich selbst bestimmt zu sein, wenn auch in der bloßen Abstoßung von allem, was darin sinnlich wahr ist; - also durch die Bewahrung des Adels, der sich als abstrakter Sinnbezug der Menschen über sie erhebt, durch die [[esoterische]] Ganzheit ihrer [[Selbstentfremdung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung, wie sie in der einzelnen Selbstwahrnehmung geläufig war, tritt dabei zunehmend in den Hintergrund: Nicht ihre vordergründige Selbstbezogtenheit kann Sinn in zwischenmenschlichen Beziehungen stiften, sondern ihre Bewährung in zueinander passenden Wahrnehmungen, ihre bewährte [[Ästhetik]]. Diese unterscheidet nach einer [[Wahrheit]] der Angewöhnung, also nach einer Art der Wahrnehmung, wie sie sich in dem, was in den zwischenmenschlichen Beziehungen gewöhnlich wahrgehabt wird, bewährt hat. Das ist eine Wahrnehmung, die ihre Artigkeit im Erfolg der sittlichen Beziehungen gezeitigt hat und sich auf sich selbst wie auf eine unendliche Wahrheit bezieht. Die vergangene Wahrnehmung wirkt darin wie ein in sich verfangenes Gedächtnis gegen die [[gegenwärtige]] - jetzt aber nicht als deren Kränkung, wie wir es aus den Verrückungen und Irrsinnigkeiten des geborgenen Lebens kennen (siehe [[Verrücktheit]]), sondern als wirkliche gesellschaftliche Macht der Sittlichkeit.. Hiergegen wird jede Wahrnehmung ausgegrenzt und also nichtig, die nicht von solcher Art ist, die nicht den [[Gewohnheiten]] artiger Selbstwahrnehmung entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in den [[zwischenmenschlichen Beziehung]] noch pure [[Egozentrik]] der Wahrnehmung einzelner Persönlichkeiten, eine Sinnstiftung durch persönliche Selbstwahrnehmung war, wird zur Bezichtigung der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]], wenn sie sich gegen deren Mängel verhält, wenn die allgemeine [[Entfremdung]] der Zwischenmenschen sich selbst als Wille gegen ihre Nichtigkeiten errichtet. Dieser Wille ist im Kern nach wie vor religiös und von daher auch Produkt einer Religion, die sich jetzt allerdings von Gott abwendet und sich selbst als Kultursubjekt bestimmt. Sie kann sich als solches aber nur bestimmen, wo sie die Macht hierzu hat, wo also die Mängel der zwischenmenschlichen Beziehungen als Nichigkeiten und Vernichtung wirklicher Lebensverhältnisse wirklich wahr werden, Unheil stiften und vom Standpunkt eines Willens nach ästhetscher Ganzheit darin auch erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo der einzelne Mensch sich in seiner [[isolierten]] [[Selbstwahrnehmung]] allgemein nicht mehr in irgendeiner Form bestätigt und bestärkt findet, empfindet er das [[Allgemeine]] als eine [[Prominenz]], an der er gemessen wird und kann sich somit natürlich nurmehr im Mangel gegen diese [[empfinden]], sich als unprominente Einzelheit in einer Welt voller prominenter [[Selbstwahrnehmungen]] fühlen. Ein solches [[Selbstgefühl]] steht in der Notwendigkeit, sich zumindest dem anzugleichen, was ihm als Wahrnehmung prominent erscheint und ihm somit als allgemeine Gebotenheit erscheint. Sein Wille wird in dieser [[Notwendigkeit]] nur aus seiner [[Selbstwahrnehmung]] in einer Welt [[selbstveredelter]] Sitten begründet und wird hierdurch zu einem ästhetischen Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiergegen kehrt sich der Wille gegen das Unreine als ästhetischer Wille heraus, als Macht- und Ermächtigungsprinzip durch eine Ästhetisierung der Selbstwahrnehmung, als nun wirklich [[ästhetischer Wille]]. Dieser bildet aus der Natur der Selbstwahrnehmung eine Selbstveredelung, welche das Unreine zum Selbstgenuß und zur Selbstbestätigung diese Willens bringt. Er wird wirklich, indem er die zwischenmenschlichen Beziehungen selbst als Begründung einer Kontrollmacht inthronisiert, eine restriktive Allgemeinheit aus der dort kursierenden Selbstwahrnehmung zur Ikone des guten Menschseins installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiewohl sich diese aus der bloßen Subjektivität des Leidens an der Welt begründet, wird sie dadurch objektiv, dass sie die Verhältnisse der Menschen bestimmt. In ihnen selbst herrscht Isolation. Diese war schon die Grundlage der Religion, um im vereinzelten Menschen Gefühlszusammenhänge zu [[idealisieren]]. Nun geht es um die [[Ästhetik]] dieser Idealisierung: die Ikonisierung des Ideals. Sie bildet sich im Medium der [[Idealisierung]] selbst durch eine Verdopplung der [[Gefühle]] jenseits ihrer [[Empfindungen]]. Indem idealisierte Wesenheiten zur einfachen Betimmtheit zwischenmenschlichen Beziehungen werden, wird die Wahrnehmung selbst wesentlich durch äußerliche Eindrücke beherrscht - nicht mehr nur gereizt, sondern zur Befriedung innerer Regsamkeiten gezwungen. Die ästhetische Maske wird das beherrschende Bild der Persönlichkeiten, die sich prominent machen, indem sie dem Alltäglichen den Sinn einer höhreren Individualität, eines Massenindividuums verleihen. Jedes wirkliche Gefühl gerät hierbei in die absurde Beziehung einer übermenschlichen Güte, die es nun auch wirklich bestimmt. Es verdichten sich darin die Gefühle zu allgemeinen herausragenden Gefühlen, die von den kulturellen Medien angesprochen werden, um [[objektive Gefühligkeit]] in den Menschen zu bewirken. Die Wahrnehmung wird nun in ihrer [[Subjektivität]] ud Objektivität verschmolzen, in den Menschen zu einem allgemeinen Wahrnehmungszustand, worin alle persönlichen Wahrnehmungen durch prominente Wahrnehmung allgemein aufgehoben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in der zwischenmenschlichen Persönlichkeit noch [[autoritärer Charakter]] war, wird nun zu einer Institution des mächtigen Willens, zum politischen Willen einer gütigen Macht. Diese Institution wird als bürgerliche Institution vorgefunden (z.B. in den Vereinen und Privatkulturen und den Einrichtungen der repräsentativen Demokratie, dem bürgerlichen Staat und dergleichen). Sie werden für den ästhetischen Willen funktional, wenn sie ihre eigene Begründung, ihre formale konstitution nicht mehr erhalten können und also als Formation bürgerlicher Politik nicht mehr haltbar sind. Dann kann in ihnen sich der autoritäre Charakter zu einem objektiven Monstrum einer abgehobenen Selbstwahrnehmung werden, in welcher sich die zwischenmenschlichen Verhältnisse zu einem Verhalten einer zwischenmenschlich begründeten Administration verkehrt und zu einer personifizierten Kultur des politischen Willens, zu einem persönlichen Willen der Kultur wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur wird durch ästhetische Handhabungen selbst zum allgemeinen politischen Werkzeug dieses Prinzips, welches sich nicht mehr kulturell, sondern wesentlich staatspolitisch bestimmt. Der einzelne Wille lässt sich daher auch unmittelbar als staatspolitische Bestimmung auffassen, die sich im einzelnen Menschen begründet oder besser: In der kulturellen Vereinzelung der Menschen. Was seiner Selbstwahrnehmung zum Wohl gereicht, sie zu einer wohligen Algemeinheit erhebt, das soll nun auch allgemein gültig werden. Was den Einzelnen bislang nur in Abwägung zu anderen einzelnen Menschen zum Recht verholfen hatte, wird nun als allgemeines Recht von Einzelnen, die dem wohligen Ganzen verpflichtet sind, zuerkannt, zur kulturbestimmten Allgemeinheit einer moralischen Totalität, zur Notwendigkeit eines allgemeinen Wohlergehenens, dem der wirklich vereinzelte Mensch sich beugen muss, damit die Menschheit im Allgemeinen wieder heil wird, zu ihrem Heil gelangt. Hierdurch wird das [[Heilsprinzip]] selbst zu einem staatspoltischen Prinzip, das von einer abstrakt menschlichen Ganzheit, einer politischen Totalität, einem abstrakten Gemeinwesen zu beanspuchen ist und über die einzelne Menschen verfügen muss und sich daher über das bürgerliche Rechsstaatsprinzip stellt: Nicht die Verfolgung nachgewiesener oder zumindest nachweisbarer Delikte bestimmen das Verhalten der Exekutiven, sondern die Vorbeugung von Vergehen überhaupt, die Bekämpfung von Unheil kündenden Erscheinungen, um das Sichtbarwerden und Ausbrechen wirklichen Unheils, wirklicher sozialer Brüche zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Einzelnen erscheint aber nur die Einzelheit bedroht. Nicht das allgemeine Prinzip, sondern die einzelne Not steht hier im Zentrum der Menschen, die sich in ihrer Selbstlosigkeit jetzt allgemein beziehen, ihre Egozentrik als ihre Meinung veräußern. Die kultivierte Persönlichkeit bezieht sich in ihrer Meinung sowohl auf ihre Meinigkeit, wie sie diese allgemein erfährt. Ihtre Meinung wird politisch. Und die repräsentative Demokratie ist daher auch die Allgemeinform einer solchen politisch gewordenen Kulur. Damit verhält sich Kultur selbst als Mweinung wie auch als Meinungsbildnerin. Es geht schließlich um das Heil eines jeden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Heile Welt, welche die Basis des Heilsprinzips ist, wird damit zur Grundlage einer Politik des Weltenheils, die ganz allgemeine Strategien verfolgt. Damit wird nicht nur eine Vorstellung umgesetzt, die jederzeit an den Möglichkeiten ihrer Verwirklichung scheitern könnte, sondern ein Gemeinwesen geschaffen, das selbst überhaupt nur aus einem Willen der Kulur besteht: Ein esoterisches Gemeinwesen, das sich ästhetisch gegen die Auswirkungen der wirklichen sozialen Verhältnisse stellt. Alles, was durch diese bedrängt oder &#039;&#039;beschmutzt&#039;&#039; wird, muss vor dem Über der Wirklichkeit bewahrt werden, gilt als Monster des Bösen, welches &#039;&#039;das Gute&#039;&#039; bedroht. Umgekehrt wird auch, wer dem &#039;&#039;Guten&#039;&#039; nicht frönt oder etwa dessen Mängel kennzeichnet, zum &#039;&#039;Nestbeschmutzer&#039;&#039;. Das Artige ist damit gegen das Abartige eindeutig bestimmt und wird zu einer Schablode ästhetischer Urteile, die sich bis zu einer Rassentheorie entwickeln kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überwunden erscheint dadurch die allgemeine Sinnentleerung der kulturellen Wirklichkeit, wie sie sich in den zwischenmenschlichen Verhältnisse einer allgemein abstrakt gewordenen Kulur zuträgt. ,Eine nun errichtete allgmeine Esoterik der Kultur bestrebt eine unendliche Fülle von Erhabenheiten, die im Prinzip der Güte ein Heil für die Menschen versprechen, durch das sie sich von ihrer unheil gewordenen Wirklichkeit abwenden können; Es ist das Heil eines ästhetischen Willens, der dem entleerten Ego übermenschliche Dimensionen verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was den allgemeinen Egoismus der bürgerlichen Kultur bestärkt hatte, wird nun gebeugt durch die unendliche Allgemeinheit einer Selbstbeziehung, dies sich nur in einer eigenständigen Totalität verwirklichen kann: Dem Kult einer Politik des Heils. Totalitarismus ist immer das Herausbrechen aus einer Dialektik, in welcher sich das Ganze durch die Beziehung seiner Teile fortbestimmt. Und dies kann nur dort sich auch wirklich verselbständigen, wo sich mächtige Gegensätze zu einer Abstraktion, zu einem mythologischen Ganzheit vereinen lassen: Staat und Kultur. Hier wird die Elite zum selbständigen Maßstab gegen den &#039;&#039;Rest der Gesellschaft&#039;&#039;, also gegen jene, welche sie auch wirklich bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Absichten, welche die Sittlichkeit in dieser Gesellschaft ausgemacht hatten, werden nun, nachdem sie ihren wirklichen Sinn verloren haben, durch das Heil bestimmt, dem sie sich in der Totalität dieser Esoterik verdanken. Die Sinnlosigkeit des Kulturverhältnisses hatte sich zum bloßen Nichts des Sinnlichen verdoppelt und wird nun zu einer außerwirklichen Sinnlichkeit, die sich nur im Widerschein, als Glanz einer Wirklichkeit darstellt, die für sich trist und öde ist. Alles erscheint nun im Licht einer großartigen Reflexion, die als Reflex des Großartigen unter die Menschen kommt. Ihre Not ist darin zu nichts veronnen und das ist ihre einzige Wahrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wo nichts ist, da kann nur etwas sein sollen, das nicht ist, eine [[Wahrheit]], die sein soll, auch wenn sie nicht wahrnehmbar ist. Es wird daher die Natur des Sittlichen sich nicht mehr an dem bemessen, was Sitte und Brauch war, sondern was wahr sein muss, damit die Menschen sittlich miteinander umgehen. Es muss eine [[Wahrheit]] sein, die es nicht gibt, damit die Menschen überhaupt in dieser ihre Einheit finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ensemble aller [[Selbstwahrnehmungen]], welche sich gegen die [[Wirklichkeit]] entfaltet haben, sind seelisch. Wo nichts ist, kann die Wahrnehmung nur solche Wahrheit haben. Diese Wahrheit kann daher auch nur den Gefühlen entspringen, welche dem Seelischen entsprechen, [[Selbstgefühlen]] also, die keine andere Wirklichkeit haben, als jene des Gefühls, worin sich die persönlichen [[Selbstwerte]] versammeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher wird nun sie [[Psyche]], die ja das persönliche Wesen unwirklicher Selbstgefühle war, nun zum Selbstgefühl einer Wirklichkeit, die keinen Sinn mehr hat. Dies hat eine Selbständigkeit des Psychischen zur Folge, welches allerdings zunächst nur [[Sehnsucht]] ist. Sinnlose Wirklichkeit erzeugt in der Sehnsucht nach den seelischen Ursprüngen, welche eine wesenhafte Allgemeinheit darstellen, [[Archetypen]] des Seelenlebens, [[Phänomenologie]] der Träume und der Wünsche, welche der [[Sitte]] übermenschlichen Sinn verleihen. Es ist die [[Ursprungssehnsucht]] in einer rauhen Kultur, in welcher die Menschen nur noch den reinen [[Willen]] entwickeln können, um solche ursprüngliche Menschlichkeit zu finden oder herzustellen, eine Sitte zu errichten, die unmittelbar sein und wirken muss und unmittelbar nur übermenschliche [[Ethik]] sein kann. Der [[Wille]] beruht in Wirklichkeit nur darauf, dass alles unmenschlich Gewordene [[unmitelbar]] menschlich werden soll und dass alles, was ist, anders werden muss. Die Borniertheit der Sitte wird darin offenkundig, dass sie sich selbst bezwingt, dass sie nur noch als Wille nach einer Ethik des Andersseins sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man befindet sich selbst in einem Zustand der Menschenlosigkeit. Je massiver und massiger die Sinnlosigkeit der Sitte ist, desto seelenloser wird sie: Unschön. Die Not der Sittlichkeit ist ihre seelische Unwirklichkeit in der Masse, die dies als Unmöglichkeit einer beseelten Ethik erlebt. Sie ist damit unästhetisch, ohne irgendeine Form der Menschlichkeit, ohne Liebe. Die [[Güte]] menschlicher Gefühle steht mit der Sinnlosigkeit menschlicher Gemeinschaft in dieser Kultur wirklich in Frage - und damit ihre Basis. Was sitlich ist, muss auch gewollt werden. Der ästhetische Wille bildet sich wie von selbst aus den Widersprüchen der Selbstwahrnehmungen, die sich nur in Selbstverleugnung sittlich gestalten können. Eine rein aufklärerische Sittlichkeit gibt es nicht wirklich und schon gar nicht in der Masse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So verwirklicht sich der [[ästhetische Wille]] jetzt auch nicht mehr [[körperlich]] in der Körpermasse, sondern in deren Durchbrechung, in der Ohnmacht der Seele, welche nach Seelengemeinschaft verlangt. Darin wird der [[Glaube]], der dem Selbstgefühl schon in der einfachen Wahrnehmung zugrunde liegt, zur gemeinen [[Notwendigkeit]]. Es ist der allgemeine Glaube an die Güte der selbständigen Gefühlswelt - nicht als theoretisches Verhalten einer Gebotenheit, sondern praktisch als Sehnsucht nach einer Ganzheit des Lebens voller Sinn und Liebe - eben nach einer [[heilen Welt]] für sich. Diese Sehnsucht kann sich in der [[Wirklichkeit]] nur als eigene [[Wirkung]], als eigenständige Ästhetik des Willens durchsetzen, und dies wiederum nur durch ästhetische Versinnlichung des Gemeingefühls, durch die Wirklichkeit persönlicher Allgemeinheiten als [[Gesinnung]], die in ihrer ästhetischen [[Form]] dann natürliche Gemeinschaftlichkeit, als als eine Gemeinpersönlichkeit von reiner Natur, als eine übernatürliche Persönlichkeit erscheinen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin erscheint die sittliche Masse nun sich selbst äußerst persönlich und verlangt nach einer persönlichen Gestaltung ihrer Sehnsucht und also nach einer [[Persönlichkeit]], in welcher sie sich erkennen kann, ohne wirklich darin sein zu müssen - eben als Person, die nicht wirklich da ist (siehe [[Dasein]]). Die Masse der Selbstgefühle werden darin zu einer Massenpsyche des allgemeinen sittlichen Selbstgefühls, zur Persönlichkeit der [[Gesinnung]] selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322.1 Die Prominenz des Meinens und Wohlgemeinten, der Populismus als Erweckung und Sendung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kultur sich nurmehr aus ihrem Design, also [[ästhetisch]] begründet, existiert alles Eigene in der Refexion und Abweisung des [[Fremden]], in der Rückbeziehung auf das Meinige als [[Meinung]], die aber nur einzeln sein kann, vereinzelte Reflexion ist. Sie trifft sich mit anderen daher auch nur an einzelnen [[Ereignissen]], die in den Meinungen der Bevölkerung jenseits ihrer [[Wirklichkeit]] als Eigenes verfasst, in der Meinung zugeignet werden. Im Meinen und Dafürhalten kann sich der Mensch unter Menschen nun in [[Gesellschaft]] fühlen, wenngleich auch seine [[Meinung]] gegen andere Meinung steht. Denn es macht die Meinung aus, sich als Entgegnung zu verstehen und entgegen zu setzen, ohne als [[Kritik]] aufzutreten. Sie erscheint als persönliche Freiheit, weil ein Mensch als wirklicher Mensch hierbei ungebunden und unverbindlich ist. Und gerade deshalb kommt es darauf an, wie sich Meinungen selbst verbünden und bündeln. Sie müssen prominent werden, um sich über ihre momenthafte Aussage zu bewahren. In der [[Wählermeinung]] erst findet sich eine Beziehung zu ihrer Wirkung in der [[Wirklichkeit]], auch wenn sie sich dabei nur im politsch Allgemeinen repräsentieren kann. Von daher ist deren politisch allgemeine Form auch die repräsentative Demokratie, die Demokratie per Repräsentation hierin prominent werdender Meinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prominenz ist eine [[Akkumulation]] von [[Gegenwärtigkeiten]], die &#039;&#039;ins Auge fallen&#039;&#039;. Sie ist eine Verdichtung (siehe [[Dichte]]) der [[Wahrnehmung]] selbst, wie sie z.B. ausdrücklich durch Werbung oder Anreizung (siehe [[Reiz]]) erzeugt wird. Prominenz kann daher nur entstehen, wo [[Isolation]] herrscht, denn dem vorausgesetzt ist die Beziehungslosigkeit zwischen Menschen, die in der Prominenz ihre [[Gleichgültigkeit]] [[aufheben]] und überwinden.Was zunächst einzeln und unauffällig ist, kann durch bloße Gefälligkeit dann prominent werden, wenn es für die [[Wahrnehmung]] [[durchschnittlich]] wird und zugleich besonders [[dicht]] auftritt oder in [[Gemeinschaft]] mit einer [[allgemeinen]] Besonderheit (z.B. [[Mode]]) ins Auge fällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prominenz]] entsteht durch die kulturelle [[Geltung]] eines [[Ereignisses]], einer [[Sache]] oder einer [[Person]]. Sie ist zum einen [[subjektives]] Resultat eines [[Geltungsbedürfnisses]], das kulturell bestärkt wurde, zum anderen Resultat eines [[objektiven]] Mangels an Identifikationsmöglichkeiten für Menschen, die hierauf angewiesen sind. Sie füllt also das Vakuum von [[selbstlosen]] Verhältnissen aus, wo sich Geltung vor allem durch [[Selbstveredlung]] und Überhebung einnehmen lässt. Von daher ist sie das [[Subjekt]] eines [[ästhetischen Willens]], dem es gelungen ist, sich über die [[Medien]] in Beziehung zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prominenz ist daher die Form eines Verhältnisses zu einer allgemein wahrnehmbaren [[Persönlichkeit]], die überhaupt nur durch [[Vorstellung]] und [[Glauben]] wahrgenommen wird. Es ist ein Wahrnehmungsverhältnis, wodurch etwas in den Vordergrund (Promenieren = Vorbeiziehen) gelangt, das sich aus einer [[allgemeinen]] [[Besonderheit]] ergibt, die erhöhtes [[Begehren]] verkörpert und zugleich einem [[allgemeinen]] Mangel folgt, das also in jedem Einzelnen etwas ausfüllt und befriedet, das nur allgemein und öffentlich [[Wirkung]] hat und somit auch für den einzelnen Menschen wirksam und also [[wirklich]] werden kann, dies zumindest seiner [[Vorstellung]] verspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prominenz ist die [[Wirklichkeit]] in der Nachwirkung, eine [[Scheinwelt]] auf der Grundlage allgemein wirkender Mangelerscheinungen, die [[Idole]] entstehen lassen, wo keine wirklichen [[Bedürfnisse]] realisierbar sind, weil ihnen ein Allgemeingefühl unterstellt ist, das insgesamt durch seineen Stimmungswandel und seine Willkür nur unbefriedigend sein kann und das nun zu einer trauten Verbindlichkeit, zu einem verbindlichen, weil verbindenden Gemeingefühl exponiert werden muss, weil und sofern alle anderen Verbindlichkeiten, besonders die der [[Religionen]] nicht mehr bestärkt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildung eines allem vorausgesetzten Allgemeingefühls entsteht aus der Not, welche der gewöhnliche Wille mit sich selbst hat. Er wird für sich selbst unschön und primitiv, wenn er sich nur für sich behaupten und durchsetzen soll. Die Gegenwart des primitiven Wollens und Verlangens, wie sie noch das leidende Herz in der Religion veräußern konnte, kann in der wirklichen Kultur keine kulturelle Gegenwart finden. Die Vergegenwärtigung des Begehrens und der Getriebenheiten kann sich kulturell nur darstellen und mitteilen, wenn es über das Sittliche selbst hinausgeht, sich in seinem Zweck nicht nur in einer allgemeinen Vernunft begründet, sondern in deren besonderen [[Güte]]. Das Besondere wird dadurch selbst zu einer kulturellen Allgemeinheit, welche die Not der gewöhnlichen Sittlichkeit überschreitet und sich aus dem Jenseits derselben als das allgemein besonderte Gute zu erweisen sucht. Die Menschen verlieren damit ihre kulturelle Gegenwärtigkeit überhaupt und beugen sich der Güte des allgemein und also auch in seier Allgemeinheit besonderten Sinns als allgemeinen Zweck der Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Erläuterung ihrer Güte wird allerlei herbeigezogen, nichts Wirkliches und auch nichts Konkretes, aber alles, was Not im Allgemeinen - und damit eben allgemein Nötiges - aufzeigt. Schien die deutsche Politik in Not, so hieß es: &#039;&#039;Du bist Deutschland&#039;&#039;, und schon wurde jeder zum Teil einer allgemein gebotenen Güte, die sich selbst und auch alles andere zu übertreffen trachtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gewohnheiten haben sich entleert, so dass sie den Notwendigkeiten der Selbstwahrnehmung widersprechen. In der Leere des bloß gemeinhin kultivierten Menschen kann sich ein Mensch nicht mehr selbst wahrnehmen, wenn er darin seine abstrakte Selbstbegründung als seine Leere und Ödnis verspürt. Selbstwahrnehmung begründet sich daher jetzt negativ zu allem, was außer ihm ist. Er selbst muss sich durch Negation der Wahrnehmungen, die er von der Welt hat, begründen. Er ist nicht einfach als Mensch da, so wie er Menschen und sich unter Menschen wahrnimmt; er ist als die besondere Wahrheit unter ihnen, irgendwie ein bisschen wie Gottes Sohn, der eingebohrene Geist einer Kultur, die ansonsten keine Wirklichkeit außer ihm selbst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gewöhnliche zieht ihn daher geradezu von sich ab; er muss es von sich abstoßen und findet allerlei Negationen der menschlichen Gewohnheiten, die ihm insbesondere als jeweils einzelne Kränkung gegenüberstehen. Umgekehrt stellt er sich ihnen entgegen, indem er sich darüber erhebt, indem er das Abstoßende des Gewöhnlichen zum Ausschluss bringt, es von sich aussschließt bund sich ihm auch verschließt. Wiewohl er in Wirklichkeit genausoviele Gewiohnheiten und Außergewöhnlichkeiten hat, wie andere Menschen, begründet er sich selbst in der besonderen Außergewöhnlichkeit, sich als der besonders Empfindsame, besonders sensible, besonders gefühlige Mensch, der seine Kränkungen als Grunderfahrungen seines Lebens ausführlich zu schildern versteht. Er ist erweckt, durch besonderes Wissen oder durch höhere Erkenntnis begnadet, ohne dieses Wissen oder diese Erkenntnis überhaupt auf andere Menschen wirklich zu beziehen. Er wird dadurch populär, dass er jedem nahe erscheint, der seine Macht in ihm sucht, um sich aus seiner Ohnmacht herauszuheben ohne selbst aufständig zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Populismus]] beruht auf der Versinnbildlichung von [[Ohnmacht]], die durch die [[Verallgemeinerung]] von negativen [[Eindrücken]] prominent gemacht wird. Dies soll [[Gesinnungen]] erzeugen, durch deren [[Masse]] [[Ressentiments]] politisch angereichert werden, die den [[Glauben]] an eine Erlösung [[personifizieren]], indem sie diese als in sich geschlossene [[heile Welt]] eines [[allgemeinen]] [[guten]] [[Willens]] [[vorstellen]] (siehe auch [[Heilserwartung]]). Nicht in ihren Verhältnissen wird hierdurch Ohnmacht zum Gegenstand eines Protestes, sondern schon gewendet in einen monströsen Gehalt, der durch die [[Güte]] und [[Selbstgerechtigkeit]] von prominenten [[Moralismen]] aufgehoben erscheinen soll. Im Jenseits der wirklichen Lebensverhältnisse wird daher die Selbstermächtigung eines [[persönlichen]] [[Edelmuts]] erstrebt, der als [[Gemeinsinn]] der [[Gesinnungen]] in deren [[Selbstlosigkeit]] aufgehen soll und damit eine Abart erfindet, die zumindest den Gesinnungsgenossen artig macht und hierdurch [[persönlich]] und [[allgemein]] mächtig wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem zu diesem [[Zweck]] in diesem Sinn heilsnotwendige menschliche [[Eigenschaften]] zu einem [[ästhetischen Willen]] zusammengefasst werden, wird der darin implizierte [[politische Wille]] dadurch vermenschlicht, dass er als Ausdruck des [[Willens]] von starken [[Persönlichkeit]]en im [[schönen und guten]] Leben [[prominent]] gemacht wird. Populismus betreibt also die [[Personifikation]] von [[Meinungen]], die selbst sich an der [[Allgemeinheit]] einer dem entsprechenden [[Gesinnung]] orientieren, also selbst eine allgemeine [[Meinung]] wie eine [[prominente]] [[Persönlichkeit]] darstellen. Populär wird hierdurch ein [[Gemeinsinn]], wodurch eine [[Gemeinschaft]] als das &#039;&#039;[[Völkische]]&#039;&#039; einer [[Meinung]] geschaffen werden soll (siehe auch [[Nationalismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Populisten wollen [[Meinung]] bilden durch die Aufladung politischer Inhalte mit der [[Erregung]] aus sozialen Ängsten und Nöten, die in einen ihnen [[entäußerten]]Bezug gestellt werden, also durch die Behauptung einer [[Beziehung]], die im [[Wesentlichen]] nicht [[wahr]] ist (siehe z.B. [[Antiislamismus]], [[Fremdenfeindlichkeit]]), sehr wohl aber die Phänomene einer Bedrohlichkeit zu [[isolieren]] versteht (siehe [[politischer Nominalismus]]). Es handelt sich hierbei also um eine Verwesentlichung von [[Wahrnehmungen]] zu einem politischen Zweck, der sich diesen in einer Weise zuwendet, mit der er unerkennbat bleibt und unmittelbar zum [[Ressentiment]] wird. Das Ziel ist eine Macht der Mehrheit, die hierfür an oberflächlichen Wahrnehmungen und [[Selbstbehauptungen]] zugerichtet wird. Das Resultat ist ein poltischer Terror der [[Mehrheit]], einem [[politischen Willen]], an dem die Indivuduen schließlich bis zum Ausschluss ihrer Individualität relativiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Beziehung errichtet sich der [[Populismus]] einer allgemeine gewordenen und allgemein gemachten Meinung, die über die Niederungen der bornierten Einzelinteressen, aus der allgemeinen Gewohnheit des Meinens und Dafürhaltens sich erheben will. Es ist diese Wonne des Ungewohnten und das Gefühl der Besonderung, die Selbstwahrnehmung des Erhabenen, was diese allgemeine Güte ausmacht und die als solche jetzt zur Grundlage einer Kultur wird, in welcher die Menschen einen höheren Sinn erwerben: Die Hochkultur. Darin wird erweckt, wozu sie sich berufen fühlen können, weil sie Fähigkeiten besitzen oder erworben haben, die über das bloße Überleben des kulturell Notwendigen hinausführen und höhere Sinne wecken, die wie ein Ruf aus höheren Sphären, wie Berufung erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist dies nichts anderes als die erhabene Fähigkeit als Befähigung zur Erhabenheit, der Dienst am Altar eines Willens, der über das wirkliche Leben der Menschen hinausgeht und sie überragt. Solcher Beruf begründet sich aus der Besonderheit der Ästhetik von Kultur, der allgemein besonderen Beschaffenheit von [[Kulturgütern]], ihrem besondren ästhetischen Wert übergeschichtlich scheinender Güte und beschaffenheit. Er macht vor allem das Selbstverständnis der höheren Kulturbürger, der Medien und der Beamten aus. Und das ist schließlich auch das, was nicht nur als Sendung zu verstehen ist, sondern das, was auch auf Sendung geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Werte verschaffen der menschlichen Zivilisation überhaupt einen allgemein besonderten Sinn, eben dern der höheren Kultur, gegen welche die Gebundenheit der Sinne an Leib und Seele unkultiviert erscheint, ja, als Begründung einer Archaik des Menschentiers (Nietzsche), einer Horde, welche als Trieb die Menschen beherrscht. Kultur wird damit zum Mittel der Befreiuung des Menschen aus der vermeintlichen Barbarei seiner Natur - und auch zur Grundlage der Bekämpfung jeder Unkultur, als welche andere Kulturen dann erscheinen (siehe hierzu den &#039;&#039;[[Kampf der Kulturen]]&#039;&#039;). Der Kulturbürger verhält sich jetzt als Kulturprofi gegen die Begierden des &#039;&#039;kleinen Mannes&#039;&#039;. Er sieht sich in einem Licht, das von oben kommt und wonach er strebt, worin er sein Glück nicht nur religiös ergreifen kann, sondern als wirkliche Lebensfreude zu ergreifen sucht. Was seiner Persönlichkeitsbildung noch als Selbstverwirklichung nützlich war, wird jetzt zu einem Streben nach höherer Selbstigkeit, die sich von den Begehrlichkeiten dieser Welt angewidert abwendet und sich selbst zu einem Sinn bringt, den sie allein durch ihre Selbstvermittlung hat, durch die Erweckung der höheren Sinnlichkeit in den Menschen, einem Allgemeingefühl, das sich über die Sinne hinwegsetzt und deren Inhalt bestimmt, indem es sich als allgemeine Kulturwirklichkeit diesen voraussetzt..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322.2 Die Gesinnung als Kulturmacht ästhetischer Verhältnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Meinungen verhalten sich insgesamt objektiv als Form eines [[Zweifels]] an der Begründbarkeit von Handeln, wie es sich in der Kultur ergeben müsste. Sie verschleißen daher in ihrem praktisch unendlichen Wechsel zwischen dem Dafürhalten und Dagegenhalten die Restlichkeiten der [[Vernunft]], die sie enthalten mögen und die sie für ihre Argumentation im Meinungsstreit nützen. Weil sie damit sich selbst zunehmend als sinnlos erweisen, treten sinnhafte, also zur praktischen Handhabung sinnvoll scheinend Begründungen in den [[Medien]] und politischen Institutionen zunehmend in den Vordergrund. Der in der wirklichen Konfrontation ohnmächtig werdende Streit der [[Kulturbürger]] in der Öffentlichkeit wird daher auch zunehmend von den [[Medien]] und [[Populisten]] bestimmt, die aus ihrer herausgesetzten Position ihnen nach dem Mund reden und zugleich darin praktisch tätig sind, dass die durch Unterhaltung im &#039;&#039;Großen und Ganzen&#039;&#039; [[Befriedung]]smöglichkeiten schaffen, in denen die Not des [[Selbstzweifels]] der Meinungen untergehen kann. Diese konfrontieren sich daher zunehmend aus der Negation der Reflexionen heraus, die in den Meinungen enthalten sind und werden deshalb darin mächtig, dass sie &#039;&#039;in den Sinn fahren&#039;&#039;. Von daher werden sie als [[Gesinnung]] zu einem hintergründigen Regelwerk des Dafürhaltenns, das die öffentliche Meinung zunehmend bestimmt und später auch beherrscht, sobald sie von den politischen Medien in Dienst genommen werden, durch sie schließlich der Gesinnungsfriede auch diktiert wird. Doch nicht das Diktat entwickelt die Verhältnisse, sondern die Zustimmung aus der Ohnmacht [[kulturalisierter]] Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Versinnlichung der Meinungen wird die Gesinnung zur Gesamtheit von [[Absichten]], welche die Menschen im [[Sinn]] haben, sobald sie sich darin verbünden und in ihren Vereinigungen einen Gemeinsinn einrichten können. Im Unterschied zu einem [[Willen]] ist die Gesinnung eine Form des Sentiments, worin sich ein kultureller Habitus, z.B. auch als Ressentiment ausmacht. Ideell ist sie eine abstrakte Bestrebung, worin sich auch die [[Reflextion]] eines [[Menschenbildes]] äußert, dessen Verwirklichung erstrebt wird und das sie dann auch in dessen [[Negation]] verfolgt, also zur [[Erlösung]] aus einem [[Unheil]] weltlicher Zustände als [[Heilsversprechen]] aufführt und zum Beispiel als Gesinnungsjustiz betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sie von einem [[Sinn]] kündet, der nicht ist, muss sie ihr Bild vom [[Menschen]] als Maßstab für eine darin verlangte [[Objektivität]] durchsetzen. Für sich ist die Gesinnung bloß negativ, [[Gewissheit]] untergangener Sinnlichkeit, die [[Grauen]] erweckt und sich hiergegen erhebt. Als Moment des Grauens und zugleich als Erhebung hierüber dient Gesinnung politisch wie kulturell zur Erhebung über die gesellschaftliche Not (siehe [[Krise]]) und wird in der Verneinung wirklicher Not zur [[notwendigen]] Selbstbeziehung von [[Bürgern]] und Intellektuellen, die ihren hierdurch [[abstrakt]] gewordenen Sinn nur in diesem [[Wissen]] als zwangsläufig [[grausames]] [[Selbstverständnis]] finden können. Für den Intellekt wird Gesinnung als Form des abstrakten [[Wissen]] um die [[Notwendigkeit]] von [[Sinn]] und von da her als [[Reflex]] [[abstrakter Sinnlichkeit]] zur [[ästhetischen]] Position: Selbsterregung der Notwendigkeit ihres Vollzugs als [[Perversion]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]]. Dies macht die [[Gewalt]]süchtigkeit der Gesinnung bis zur [[Grausamkeit]] aus, welche Menschen zu Handlangern fremder Kulturkräfte ([[fremde Kraft]]) macht. Sie ist die subjektive Bedingung für die [[Existenz]] und das Fortdauern des [[Faschismus]], die Form, in welcher sich die [[Meinung]] der Menschen zu einer Kulturgewalt verstaatlicht (siehe [[Kulturstaat]]). Sie richtet sich vorwiegend gegen die Unmittelbarkeit menschlicher [[Bedürfnisse]], um ihnen eine mächtige Vermittlung &#039;&#039;einzubrennen&#039;&#039; und sie fremder [[Macht]] gefügig zu machen (s.a. [[Nietzsche]]). Die [[Ästhetik]] der Gesinnung als [[Selbstgefühl]] (s.a. [[Gefühl]]) ist der [[Sadismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Not der Entwirklichung menschlicher Beziehungen, die in der Entgegenwärtigung der Kultur erzeugt wird, impliziert nun eine positive Bestimmung, in welcher Kulturwerte diese Not beantworten, ohne auf ihre Gründe zu reagieren. Es enststeht aus der Reaktion eine Beziehung, die Kultur ohne Gegenwart reflektiert, die das einzelne Sein der Privatexistenz als allgemeine Position des Meinens und Dafürhaltens für sich nimmt und geltend machen will. Die Meinung ist die Position einer Selbstverwertung, die sich selbst auch als Wert schlechthin versteht, als persönlicher Sinn für das Gute in einer gefährdeten Welt. Und so existiert die Meinung als Verhältnis von persönlichen Bewertungen, die sich auch im bürgerlichen Staat durch dessen Repräsentanten auf politische Positionen reduzieren lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was immer auch die objektiven Inhalte solcher Meinungen sein mögen, ihre Substanz, also das, wodurch sie sich als das Meinige von vielen kultivieren und dies auch sind und bleiben, ist letztlich ein kulturell bestimmter Wert, der sich aus den Bewertungen der Persönlichkeiten über ihre Dafürhaltungen und Gutheißungen, aus ihrer persönlichen Güte ergeben. Diese Werte begründen sich auf einem allgemein Gefühl der Selbstwahrnehmung, auf einer allgemeinen Position des Guten gegen die Beschränktheit des einzelnen Selbstgefühls. Das Maß der Güte entsteht aus dem Nichts und wird alles mit Inhalten erfüllen, die lediglich formell begründet sind. Die Medien werden zum Träger dieser Güte und personifizieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Medien selbst keine inhaltliche Bestimmung haben, greifen sie alle Inhalte auf die ihnen bestimmend erscheinen. Hierdurch entsteht erst eine Allgemeinheit der Wahrnemung, die es ohne Medien garnicht geben kann. Jedes Medium kehrt ins Allgemeine, was in seiner Allgemeinheit ihm zum Gegenstad wird, was also allgemein öffentlich bestimmend erscheint. Durch diese Verallgemeinerung entstehen erst die Gegenstände der Wahrnehmung, die nicht unbedingt wirklich wahrnehmbar sein müssen. Je weiter sich die Menschen von ihren wirklichen Gegenständen entfernen, haben sie diese nurmehr in Abstraktionen ihrer Gefühle wahr, in welchem diese sich für sich gut bewahren müssen, um sich ihrer Wirklichkeit auch entgegenstellen zu können. Von daher entsteht und bestimmt sich ein Medium der Güte, die nichts wirklich erkennt, aber alles nach ihrem ästhetischen Einklang und Eindruck zu [[bewerten]] versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die so hervorgebrachten Werte stellt sich ein Wille dar, der sich von allem abhebt, was Menschen wirklich wollen und planen und tun. Es ist die Grundform eines reinen politischen Willens, der aus der Abstoßung von jedem praktischen Willen begründet ist, der in sich die Absicht allgemein und politisch objektiv betreibt, in welcher sich konkrete Willensverhältnisse auflösen und darin ihren Sinn aufheben. Der Wille erscheint nun, so trivial er in Wahrheit ist, als Zustand einer höheren Befugnis unde Reife: Als höhere Bildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Güte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322.3 Das Medium von Schön und Gut (Die höhere Bildung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstvergegenwärtigung]] hat sich durch die [[Notwendigkeit]] eines gesitteten Allgemeingefühls umgekehrt: Nicht das Sich-Einfühlen in einen - wenn auch äußerlichen - Kulturzusammenhang begründet das gesellschaftiche Zusammenwirken der Menschen, sondern die [[Notwendigkeit]], ein [[allgemeines]] Kulturverhalten zu vollziehen, in welchem das Einzelne nurmehr Moment des Ganzen ist, worin das [[Ganze]] zugleich zum Allgemeinwesen des Einzelnen wird. In der Abtrennung, in der Vereinzelung fühlen sich die Menschen daher jetzt wirklich allgemein und verstehen sich aus ihrem [[ästhetischen Willen]] heraus als Allgmeinwille, gegen den jeder, der ihn nicht teilt gefährlich, als &#039;&#039;Nestbeschmutzer&#039;&#039; begriffen wird. Was bis dahin nur [[Heile Welt]] war, wird jetzt zu einer übermächtigen [[Selbstgerechtigkeit]], worin die Menschen sich allgemein wiedererkennen und hieraus die Macht ihrer Bildung als [[Edelmut]] ihrer [[Selbstverwirklichung]] beziehen. Im [[Kult]] der Medien von &#039;&#039;[[Schön und Gut]]&#039;&#039; wird sie jetzt [[prominent]] und soll verbinden, wo keine [[Beziehung]] mehr möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kulturprominenz wird dadurch verbindlich, dass sie nun Personen, die bis dahin sich trotz aller Gemeinschaftlichkeit noch als einzelne Individuen sehen und fühlen konnten, nun über die Versicherung ihrer allgemeinen Wahrnehmung zu einer positiven Prominz von guter Wahrnehmung verbunden werden. In diesem Zusammenhang verbindet sich ihre Selbstwahrnehmung zu einer Ganzheit mit der medialen Wahrnehmung, worin deren wirkliche Bezogenheit zu einer Großartigkeit des Fühlens herausgesetzt wird. Nicht, was die Menschen wirklich verbindet, treibt diese [[Entwicklung]] voran, sondern was einer Verbundenheit des [[Guten]] nahe steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Allgemeine hat keinen anderen Grund, als allen gemein zu sein, hier also eine allen gemeine Güte zu verkörpern. Aber [[Güte]] kann sich nicht selbst begründen und entwickeln; sie ist in dem, was im Gebotenen, in den Gegebenheiten der Kultur als gut erscheint, was ihre besonder Qualität als qualitative Gegebenheit ausmacht, in der Form, wie es sich begibt. Die nahestehende Begebenheit ist daher die [[Substanz]] der Prominenz des Guten, deren Bedeutung sich alleine in der [[Dichte]] zur Wahrnehmungaus ihrer [[Masse]] heraus ergibt. Es mag die größten Katastrophen auf der Welt geben, wenn das, was das Herz ergreift, z.B. ein leidendes Affenbaby im Zoo, gut präsentiert wird, so ist alleine diese Güte für die Wahrnehmung prominent. Das Gute steht eben nicht aus irgendeinem objektiven oder moralischem Grund nahe, sondern dessen Dichte zur Selbstwahrnehmung in der Wahrnehmung von anderem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Wahrnehmung in dieser Beziehung begeistert, das wird auch zum Geist derselben, reduziert also auch die Wahrnehmung selbst auf den Gesit, der ihr schon vorausgesetzt ist. Hierdurch kehrt sich Ursprung und Resultut der Kultur, das Sein und Vermögen menschlicher Sinne, um: Es wird ihnen diese Güte praktisch im Vorhinein unterstellt, wonach sich das einzelne dan auch wirklich ausrichten muss - nicht nur durch Ethik oder Moral oder Benehmen, sondern als Zweck und Grund der eigenen Gegenwart. Es wird in solchem Verhältnis nichts anderes mehr zur Wirkung gebracht und also von der Wirklichkeit zugelassen, als der in diesem und zu diesem Zweck gebildete Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser hat in dieser Wirklichkeit kein anderes Sein als das der Allgemeinbildung. Was der persönlich wirklich ist, hat keinen Belang. Sofern er zumindest in diesem Zweck zur Güte der Kultur gebildet ist, kommt er auch in dieser abgehoben Sphäre der Kultur, in der Hochkultur zur Wirkung. Das Gewohnte wird in der Ikone einer kulturellen Güte prominent und von daher ungewöhnlich, wenngleich massenhaft. Es ist letztlich das Ungewohnte dieser Masse, das massenhaft ikonisierte Individuum, das hier zur Gewohnheit gebracht wird. Es sind die aus dem Gewöhnlichen elaborierten Wahrnehmungen, welche erlebbar gemacht werden und sich als gehobene Gewohnheit in den Menschen niederlassen, indem sie ihnen die Maske einer mitmenschlichen Güte verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idealisierung des Gewöhnlichen ist nötig und wirksam, weil die vereinzelten Menschen ihren idealen Mitmenschen auch wirklich nötig haben. In der Wahrnehmung selbst verdoppelt sich daher die Selbstwahrnehmung zu einer Wahrnehmung der idealen Selbstbeziehung. Die trivialen Inhalte des Alltags werden aus ihrer isolierten Gefühlswelt herausgenommen und zum Ideal der Alltägkeiten. Damit werden vor allem die Gefühle ihrer Empfindungen allgemein enthoben und die allgemeine Selbstbeziehung zur bestimmenden Form der Wahrnehmung, zur Grundlage von Empfindungen, die keine andere Welt mehr haben und brauchen, als das Medium ihrer Selbstbezogenheit, der Wohnraum des Gewohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es spielt dabei der bestimmte Inhalt dieser Kultur überhaupt keine Rolle mehr. Die rein materielle Form der Darbietung bestimmt die Prominenz und die Prominenz der Darbietung macht hierdurch bestimmte Selbstwahrnehmung prominent. Lediglich die sachliche Form des Mediums, also die Stofflichkeit der Beziehung des Dagebotetenen zur Wahrnehmung bestimmt das Verhälnis. Von daher sind die Fromen der Hochkultur auch nur darin zu unterscheiden, wie sie sich stofflich lokalisieren, ob auf der Bühne, auf der Leinwand, auf dem Bildschirm usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322.3.1 Die Theaterbühne als Form öffentlicher Hochkultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für junge Menschen bietet das Theater vielerlei Anreize zur Selbstreflektion und Selbsterfahrung, soweit sie darin ihr kulturelles Selbsterleben reflektieren können - eben weil und sofern sie es auch jenseits der Aufführung haben und kennen. Für sich und auf Dauer ist die Bühne aber vor allem eine Kulthandlung des Kulturerlebens selbst. Was in den Flachheiten der bürgerlichen Gewohnheiten abgeht und Sinnlosigkeiten erbracht hat, das findet auf der Bühne mit entsprechender Sinnesvertiefung statt. Das Schauspiel zeigt eben nicht nur Leben, wie es ist und Probleme und Geistesinhalte, wie sie wirklich sind, sondern gibt ihnen sinnliche Tiefe durch eine Entbergung ihrer öffentlichen Relevanz, durch die Öffnung eines Vorhangs, der ihren privaten Schleier aufzulösen scheint. Auf der Bühne ist das Kommen und Gehen eingerahmt und zu einer Choreografie geordnet, die ihre Wirkung als Gesamtwerk dadurch entfaltet, dass die Stimulanzen stimmen, die Fokussierung, die Beleuchtung, der Pathos, die Gestik usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird Hochkultur wirklich durch eine Erhöhung der Darbietung den Menschen gestiftet, die sie im Theater als ästhetische Darstellung ihrer Selbstwahrnehmung erleben, als ihre Vollkommenheit in ihrer Szenerie. Man könnte sagen, dass hier die native Form der Hochkultur sich äußert und unter die Menschen kommt: Der Fokus des Tiefsinns, der nur durch den Bühnenraum schon sinnlich gegeben ist und der darin erhaben wird, dass das Gewohnte selbst als Schau erfahren wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322.3.2 Der Kinofilm, das Parkett der Hochkultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kulturelle Leben ist für sich wesentlich reizloser, wenn auch vielfältiger. Im Film kommt die Vielfalt in einer flachen Darbietungsform auf der Leinwand zum Tragen. Szenen wechseln ständig, Menschen werden platter und lediglich als Bild erlebt. Und der Fortgang der Geschichte vermittelt Reize, Aktionen und Eindrücke in einem Zeitablauf, der keinerlei Wirklichkeit mehr nötig hat. Die Eindrücke sind informativ und schnell wechselnd und bringen allerhand Stoff beiher. Aber sie bleiben Beispiele der Wirklichkeit, Interpretationen des Lebens und der Beziehungen der Menschen, durch welche die Darsteller überhaupt beispielhaft werden. Das Leben selbst wird hierdurch in seiner Idealität vorgeführt, also in seinem Glück, seinen Problemen und Krisen auf eine Idealität hin fokussiert, wie sie nicht wirklich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kino betreibt daher auch die Idolisierung der Leinwandhelden zu Stars, weil es in der Lage ist, unwirkliche Menschen zu produzieren, ihnen den Glanz des Lichtes von der glatten Leinwand heraus ins Gesicht zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden zu Figuren einer platten Wirklichkeit, die sie auch in ihrem sonstigen Leben für diejenigen darstellen, die im Parkett sitzen. Die Medienprominenz hat darin ihren Höhepunkt, dass die Menschen selbst als Beispiel ihrer Prominenz, als Idol einer Unwirklichkeit gefeiert und mit vielen Preisen für ihre rein ästhetische Leistung geziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322.3.3 Fernsehen und Rundfunk, das Wohnzimmer der Hochkultur (Die mediale Selbstermächtigung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War das Theater und der Film noch geschichtlich und ereignishaft auf wirkliche Wahrnehmung bezogen und von daher auch in ihrer Ungegenwärtigkeit noch irgendeine Art der reflektierten Wahrnehmung, so wird diese durch Fernsehen und Rundfunk nun als mediale Wahrnehmung von Wirklichkeit selbständig. Im Grunde verkehrt sich ihr reflektiver Gehalt zu einer Art Selbstbestärkung des allgemeinen Fühlens, worin die mediale Prominenz nun selbst im Menschen gegenwärtig wird. Die Wahrnehmung bekommt Masse durch die Anteilnahme, welche die Menschen ihr zollen, und wird dadurch zu einem Allgemeingefühl des [[Gewohnten]] Menschseins, das nun als schön und gut empfunden wird, weil es sich im wesentlichen nurmehr bestärkt wisssen will. Von daher liegt es in der [[Absicht]] der medialen Beteiligung am Weltgeschehen und den Ereignissen in der Nachbarschaft, dass sie in ihrer [[Dichte]] sich hervortut und diese [[Form]] der Wahrnehmung also selbst Größe bekommen muss, um das eigen Sein selbst zugleich als prominentes Dasein darzustellen. Diese Selbständigkeit des Mediums ist erst möglich, sobald die Trennung von ihrem Gegenstand total ist, also einerseits vollkommen getrennt von seiner Gegenwart ist und dennoch zugleich höchst gegenwärtig die eigene Situation erfüllt und also in seiner Ungegenwärtigkeit absolut gegenwärtig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fernsehen und Rundfunk bieten zwar wie alle anderen Medien vielerlei kulturelle Inhalte und Reflexionen, deren Kultur aber besteht in Wirklichkeit nur daraus, in einem Sessel zu sitzen oder einem Bett zu liegen oder dergleichen, um sich solcherlei Reflexion zur Unterhaltung zu machen. Was die Menschen inhaltlich davon zum Bedenken, Informiertsein oder für ihre Bedürfnisse und Begierden haben mögen, sind die Inhalte, wie sie überall vorkommen. In der Tat aber bietet es vor allem Eindrücke, die unterhaltsam sind und oft auch praktisch entspannen, dem praktischen Leben Inhalte vermitteln, die entspannen oder beruhigen oder Verbundenheit repräsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Medien haben damit eine doppelte Funktion der Kulturmedien aufgehoben: Die Trennung von Unterhaltung und Bildung wird darin eins, dass Bildung selbst Unterhaltung ist und sein muss, die lediglich dadurch medial ist, dass sie als Prominenz mitten im Leben der Menschen sich mitteilt und vermittelt. Sie gehört nicht mehr nur zum Lebensunterhalt, sondern ist selbst als Unterhaltung lebensfüllend - und zwar lebenserfüllend in dem Sinn, dass sich Menschen als Medium ihrer selbst, also sich in der Prominenz des Mediums erkennen. Dies verwirklicht sich nicht über die bloße Unterhaltung, sondern durch das sich selbst Herabsetzen der Prominenz in die Welt der Umgebung, welche Fernsehen und Rudfunk bei sich haben: Das gewöhnliche Leben, meist das Wohnzimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gewöhnliche Leben ist somit selbst Gegenstand medialer Konsumtion, ihr wirkliches Subjekt und Objekt in einem. Diesem muss alles entsprechen, was hier geboten wird und es wird geboten, was dem entspricht. Es entstehen Augenfälligkeiten der besonderen Art: Das allgemein besonders Gewöhnliche, das als Reiz für den Alltag, also als etwas ungewöhnliches geboten sein muss, das vor allem dadurch mediale Prominenz bekommt, dass es das Gewohne ungewöhnlich produziert und das Ungewöhnliche die Gewohnheiten erträglich macht, obwohl sie für sich nur trist sind. Aber in der Hervorkehrung des besonders Allgemeinen solcher Einzelheiten bekommen sie auch den Charme des Mediums selbst, werden zu einer allgemeinen Botschaft, an der sich die Menschen auch ausrichten und beglücken. Indem es somit wirkliche Verallgemeinerung des Einzelnen ist, wird dieses hierdurch zu einem beliebig Einzelnen herabgesetzt. Gerade dort entstanden, wird durch das mediale Hervorkehren der Ursprung eines medial gebotenen Ereignisses zu dessen flüchtigem Moment, das Medium zu dessen einzig wirklichen Fortbestand - eben dadurch, dass es zum nächsten Ereignis fortschreiten kann, ohne dass sich das Medium hierfür sonderlich ändern müsste. Es war Produkt des medialen Interesses und wird nun selbst zu dessen Produzent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird vieles für diese Herabsetzung getan, welche Medien betreiben müssen, um &#039;&#039;auf der Höhe&#039;&#039; zu sein, und das heißt: gute Einschaltquoten zu haben. Und das verlangt eine Art mediale Selbsterniedrigung zu dem Zweck, dass jeder &#039;&#039;dabei sein&#039;&#039; kann. In Talk Shows oder Dschungel-Camps werden Stars dafür bezahlt, dass sie sich entblättern oder sogar selbst bezwingen lassen (z.B. Fußballstars, die sich von Ratten blutig beißen lassen). Und es ist nicht die absurdeste Perversität, die sie davor abschrecken könnte, denn auch den Stars ist es im Grude gleichgültig, wer sie in Wahrheit sind. Geld alleine reicht schon, dass sie alles täten, was den Zuschauer &#039;&#039;anmacht&#039;&#039; oder begeistert. Und ihn begeistert nicht das wirkliche Leben, wie es manchmal im Fernsehen auch vorbeihuscht; ihn begeistert die Selbsterhöhung, die er dadurch genießt, dass er die Selbsterniedrigung prominenter Persönlichkeiten &#039;&#039;miterleben&#039;&#039; kann, indem er sie einfach als Medium seiner Wahrnehmung wie seine Wirklichkeit erlebt: Der öffentliche Mensch als Mensch wie Du und Ich, das Ich wie ein prominenter Mensch, selbst wie Öffentlichkeit, in der &#039;&#039;alle Menschen gleich&#039;&#039; sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist das Fernsehen - vor allem auch in Hinsicht auf seine noch möglichen interaktiven Entwicklungen - das absolut öffentliche Medium der politischen Kultur. Es ist die selbst zur allgemeinen Kulturmacht gewordene Subjektivität, die sich als Bild auf dem Schirm äußert - praktisch unerkennbar als Macht, weil diese nur aus seiner Prominenz besteht, dafür aber allseitig darin wirklich tätig, indem sie alle gesellschaftlichen Inhalte der Kultur zwischen Ausbildung, Information, Kunst , Unterhaltung usw. informell überträgt, also in die Form der Wahrnehmung wandelt und vermittelt. Sie werden damit als Vision von Vergangenem, Gegenwärtigen und Zukünftigen mächtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 323 Die Masse als Persönlichkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Die Heimat des ästhetischen Willens (Der objektive Geist der Kulturmächtigkeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerinnen und [[Bürger]], die zu ihrer [[Selbstveredelung]] hohe [[kulturelle Werte]] verfolgen, begreifen ihre unmittelbaren Lebensverhältnisse als Lebensmaßstab schlechthin. Sie verspüren in sich daher einen starken Unwillen gegen die Verwerfungen der Welt und neigen dazu, ihre Gefühle ästhetisch zu [[idealisieren]], um damit Störungen im Vorhinein durch [[Ekel]] abzuwehren, und das Störende selbst in einer allgemeinen [[Selbstwahrnehmung]] vorgreifend [[auszuschließen]] suchen. Nicht allein ihr Heim macht ihre hierdurch bereinigte [[Lebensburg]] aus, sondern die [[gesellschaft]]lichen Strukturen und [[Institutionen]] ihrer [[Kultur]] höchstselbst. Durch ihren [[Willen]] zu solcher [[Reinheit]] [[entwickelt]] sich eine [[heile Welt]], die sich selbst genügen soll und von daher durch sich [[selbst bestimmt]] erscheinen muss. Ein solches Gebilde stellt die [[Verhältnisse]] eines ästhetischen Willens dar, der nach einer [[körperlichen]] Verwirklichung seiner [[Kulturwerte]] als Allgemeinstruktur ihrer [[Egozentrik]] strebt. Es ist die [[politische Reaktionsbildung]] auf [[dekadent]] gewordene kulturelle Verhältnisse, wie sie sich in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] in Zeiten ihrer Belastungen und Stagnation, also in kulturellen [[Krisen]]zeiten herausstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Gewohnheiten]] das [[Leben]] dadurch beherrschen, dass sie es unentwegt [[befrieden]], Auseinandersetzungen durch [[Einverleibung]] und Verleiblichung [[nichtig]] machen, da gilt jeder Abweichung eine besondere [[Aufmerksamkeit]]. Alles [[Fremde]] steht darin unmitttelbar unter dem Zwang, Vertrauen zu erheischen, sich gemein zu machen, um den Frieden der [[Befriedeten]] nicht zu stören. Dadurch wird [[Entfremdung]] selbst vertraut, weil das Vetraute schon von vorne herein entfremdet ist. Es ist die Gewohnheit der Entfremdung, die hier herrscht und als persönliche Macht in [[zwischenmenschlichen]] Lebensverhältnissen auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wo diese selbst als [[Entfremdung]]smacht übermächtig werden, weil sie vorgeblich ein unterstelltes Kollektiv, eine zwingende [[Gemeinschaft]] aus [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] darstellen, also [[Isolation]] per se überwunden haben wollen, da werden die wirklichen [[Beziehungen]] der [[Zwischenmenschen]] schon im Vorhinein abstrakt aufgehoben, in ihrer [[abstrakten Allgemeinheit]] ihrer Unterschiedenheit selbst zu einer allgemeinen Artigkeit, zu einer Art von Leben, das sich im Unterschied von sich selbst enthebt, weil es sich darin nur versöhnen darf. Und wenn sich in solchem artigen Leben die [[Beziehungen]] der Menschen gegeneinander abscheiden, sich entgegenwärtigen und in ihrer [[Abwesenheit]] als permanente Störung [[anwesend]] sind, entsteht eine Unfähigkeit, [[Sinn]] und [[Unsinn]] dieser Verhältnisse zu unterscheiden. Und dies beinhaltet eine Einheit in der Entgrenzung, ein Gefühl, das sich in einem allgemeinen [[Ekel]] zusammenfasst. Denn wo der einzelne Mensch sich in seiner [[isolierten]] [[Selbstwahrnehmung]] allgemein nicht mehr in irgendeiner Form bestätigt und bestärkt findet, empfindet er das [[Allgemeine]] als eine [[Prominenz]], an der er gemessen wird und kann sich somit natürlich nurmehr im Mangel gegen diese [[empfinden]], sich als unprominente Einzelheit in einer Welt voller prominenter [[Selbstwahrnehmungen]] fühlen. Ein solches [[Selbstgefühl]] steht in der Notwendigkeit, sich zumindest dem anzugleichen, was ihm als Wahrnehmung prominent erscheint und ihm somit als allgemeine Gebotenheit erscheint. Sein Wille wird in dieser [[Notwendigkeit]] nur aus seiner [[Selbstwahrnehmung]] in einer Welt [[selbstveredelter]] Sitten begründet und wird hierdurch zu einem ästhetischen Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne wird damit einer Welt gedient, deren [[Verstand]] mit ihrer [[Vernunft]] unentwegt in Konflikt gerät und deshalb ihre Probleme gerade dort verstärkt, wo sie ihrer Logik nurmehr blind gehorchen können und sich der Wahrnehmung entziehen müssen. Und wo die [[Wahrnehmung]] sich nicht mehr weltlich verstehen kann, weil die Welt sich nicht mehr [[wahr]] haben lässt, da stellt sie sich gegen diese in der [[Isolation]] von ihr, in ihrer Selbstisolation ins Jenseits ihrer Natur und bezieht sich selbst nurmehr auf ihre Naturalformen, auf die Organe ihrer [[Selbstwahrnehmung]]. [[Wahrheit]] nimmt sie dann in der bloßen [[Abstraktion]], der Absehung von jeglichem weltlichen [[Inhalt]] und versetzt sich von daher in die [[Absicht]] der Bereinigung, in der [[Selbstbehauptung]] einer [[Reinheit]], durch die [[Abstraktion]] von den Inhalten, die sie für wahr nicht mehr nehmen kann. Sie bezieht sich auf die [[Reinheit]] der [[Form]], auf die reine Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo unter dieser Bedingung Auszuscheidendes nicht abgeschieden werden kann, weil es Bestandteil einer notwendigen [[Selbstwahrnehmung]] ist, entsteht [[Ekel]]. Er ist die [[Empfindung]] einer unmöglich gewordenen Scheidung, die das Auszuschließende gegenwärtig mächtig macht, also eine verkehrte [[Entscheidung]] offenbart. Was [[abwesend]] sein soll wird mächtig und das Ausgeschlossene bleibt im Ekel [[anwesend]]. Ekel ist von daher die Empfindung einer Abweisung, die nicht wirklich abgewendet ist nd von daher das Selbstgefühl beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Ekel nicht mehr in Abwendung verwirklicht werden kann, so wendet er sich zur [[Ästhetik]] der Selbstwahrnehmung, oft auch nur in der Abweisung von fremden [[Selbstgefühlen]] als ästhetisches [[Selbstgefühl]], das dadurch gewonnen wird, dass es den Ekel, der ein Ekel vor sich selbst werden würde, einfach [[verdrängt]]. Damit allerdings wird aus einem Verhältnis der Wahrnehmung eine [[Selbstwahrnehmung]], die sich zu einem Verhängnis in den zwischenmenschlichen Verhältnissen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil er in der [[Isolation]] seiner Verdrängung keinen Gegenstand finden kann und somit ausschließlich wirkt, wird der Ekel unerkennbar mächtig, übernimmt eine unerkennbare Herrschaft über die Selbstwahrnehmung, die sie über das Wahrnehmungsverhältnis überhaupt gewinnt, indem sie jeden aufkommenden [[Selbstwert]] darin bekämpfen muss. Sie enthebt von daher die [[Selbstwahrnehmung]] der ihr nötigen [[Gewissheit]], indem sie ihre Verhältnisse beherrscht. Was in Wahrheit ihre [[Selbstentfremdung]] ist, wird darin als Selbst zwang zur Selbstlosigkeit bestimmend. In diesen Verhältnissen können die Menschen ihren [[Schmerz]] nicht mehr erkennen, denn sie können sich von ihrer WAhrnehmng nicht mehr unterscheiden und verlieren die Möglichkeiten einer Kritik, durch die sie ihre Selbstachtung erlangen könnten. Es kann dies nurmehr durch die Erzeugung eines [[ästhetischen Willens]] überwunden werden. Dieser wird somit allgemein in der zwischenmenschlichen Wahrnehmung zu einem meist völlig verkannten Machtfaktor, weil er alle Selbstwahrnehmungen isoliert und gegen sich wendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wo der einzelne Mensch sich in seiner [[isolierten]] [[Selbstwahrnehmung]] allgemein nicht mehr in irgendeiner Form bestätigt und bestärkt findet, empfindet er das [[Allgemeine]] als eine [[Prominenz]], an der er gemessen wird und kann sich somit natürlich nurmehr im Mangel gegen diese [[empfinden]], sich als unprominente Einzelheit in einer Welt voller prominenter [[Selbstwahrnehmungen]] fühlen. Ein solches [[Selbstgefühl]] steht in der Notwendigkeit, sich zumindest dem anzugleichen, was ihm als Wahrnehmung prominent erscheint und ihm somit als allgemeine Gebotenheit erscheint. Sein Wille wird in dieser [[Notwendigkeit]] nur aus seiner [[Selbstwahrnehmung]] in einer Welt [[selbstveredelter]] Sitten begründet und wird hierdurch in dem, wo diese sich Eindruck verschaffen kann, wo sie prominent wird, zu einem ästhetischen Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist der [[Eindruck]], den etwas oder jemand macht, immer [[prominenter]] als das, was darin zum Ausduck kommt, obwohl die [[Wahrnehmung]] von dem lebendigen [[Leiden]] bestimmt wird, das sich darin überträgt. Die sinnliche Form der [[Leidenschaft]], die sich wahrnehmbar ausdrückt unterscheidet sich wesentlich von den Inhalten, die [[Eindruck]] machen können. Jede Botschaft konzentriert isch in ihrer [[Wirkung]] auf die Wahrnehmung, während das wirkliche Leben, das sie darstellt lediglich als ihr Hintergrund existiert und gänzlich außer acht geraten und jede [[Aufmerksamkeit]] verlieren kann (siehe hierzu auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck (oder die Expression) unterscheidet sich von dem, was darin ausgedrückt wird, schon durch die besondere [[Leidenschaft]], die er enthält, also durch die besondere [[Beziehung]] auf den Menschen in seinem [[Leiden]], das in seinem [[Gegenstand]] nicht aufgehen kann, also durch die nicht gegenständlich verwirklichte Tätigkeit des Menschen, die im Ausdruck jedoch sich als [[Sinn]] ohne [[Gegenstand]] gestaltet hat, ausdrücklicher Sinn ist. Von daher ist die Beachtung der Ausdrücklichkeit ein [[Ereignis]] der [[Kultur]], die darin ihre [[Abwesenheit]] so [[verkörpert]], wie die Sehnsucht der Kunst nach der Wirklichkeit menschlicher [[Gegenstände]], menschliche Schönheit ([[Ästhetik]]) selbst ausdrückt und somit dieser eigenes Sein verleiht und darin ausdrückliche [[Verhältnisse]] stiftet, in denen Menschen sich als das geben, für das sie Sinn haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen sich als Form ihrer gewollten Sinnlichkeit und begründen darin einen [[ästhetischen Willen]], der außerhalb ihres wirklich gegenständlichen Seins ist: Der [[Wille]] der entäußerter [[Zwischenmenschlichkeit]]. Dies macht es möglich, dass Ausdruck dort, wo er [[Eindruck]] macht, vielerlei [[Täuschung]] dienen kann, wenn er sich an der Äußerlichkeit eines [[Eindrucks]], z.B. eines [[Reizes]], misst (s.a. [[Design]]). Im Eindruck existiert jeder Ausdruck sowohl in seiner sinnnlichen Form als Reiz für die [[Wahrnehmung]], wie auch als sinnlicher Gehalt dessen, was sie ihre [[Erinnerung]] bestätigt und bestärkt. Im Eindruck auf die Wahrnehmung kommt jeder Lebensausdruck doppelt vor und verschafft sich eine [[Prominenz]], die aus der [[Abwesenheit]] ihres Gehalts, aus seiner [[Abstraktion]] zehrt, der sich durch seine Erinnerung vergegenwärtigt und zugleich sich seiner [[Regung]] so vergewissert, dass er sich darin als bloße [[Erregung]] verselbständigen und durchaus gesellschaftlich mächtig werden kann. Die allgemeinste Verwirklichung kultureller Inhalte macht daher Inhalte prominent, die nurmehr als erregte Erinnerung zur Wirkung kommen und über [[Wirklichkeit]] zu herrschen in der Lage sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck wird zur [[Substanz]] eines jeden [[ästhetischen Verhältnisses]], wenn er darin durch seine [[Seele]] sich [[Eindruck]] verschafft. Der [[ästhetische Wille]] wird so erst zum wirklichen Ausdruck ihrer [[Absicht]] und will so ausgedrückt sein, wie er [[Eindruck]] machen soll. Er entspringt einem Sollen, das von der [[Abwesenheit]], also in der vollständigen [[Trennung]] von den leiblichen Substanzen der [[Wahrnehmung]] ausgeht. Es ist eine [[haptische]] [[Notwendigkeit]], das Entzogene, das aus dem [[Verhältnis]] der [[Einverleibung]] (siehe auch [[Kulturkonsum]]) Entgangene, äußerlich [[anwesend]] zu machen, ihm in der Existenzform und der Art und Weise seines [[Daseins]] eine sinnliche Gegenwart dessen zu entnehmen, zu [[vergegenwärtigen]], was nicht [[wirklich]] da sein kann. Darin betätigt sich der ästhetische [[Schmerz]], der Bruch der Wahrnehmung mit der [[Wirklichkeit]] dessen, was sie - ohne [[Wahrheit]] auch wirklich zu nehmen - längst [[wahr hat]]. Das erscheint als eine notwendige Forderung an die [[zwischenmenschliche]] Existenz, an die [[Ästhetik]], wie sie zwischen den Menschen und unter ihnen sein soll, im Gegensatz zur Wahrnehmung, wie sie ist. Es ist die Grundlage für die hartnäckigen Erfordernisse einer an und für sich [[heil]] sein sollenden Welt, also der Boden, worauf eine [[heile Welt]] zu errichten sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aufgrund ihrer [[Selbstlosigkeit]] subjektiv entgeisterte [[Kultur]] hatte in der Religiosität ihrer Sittlichkeit ein höheres Wesen geschaffen, in welchem das [[Leben]] selbst allgemein veredelt erscheint. Dieses Wesen mag auch rein ideell schon - also als Ideologie - für die Menschen Geltung gehabt haben, in der kulturellen Wirklickeit wirkt es zugleich aber auch praktisch - weil [[eindrücklich]] - auf die [[Sinne]] der Menschen zurück. Wesentlich kann diese Erscheinung daher nur durch ein objektiv bestimmtes kulturelles [[Leben]] sein, durch ein [[Leben]], das die Menschen selbst so zu erfüllen haben, wie es ihrer [[Selbstwahrnehmung]] nötig ist. Diese besteht aus einem Mangel an Sinn für sich, aus dem sinnlichen Manko, dass jede zwischenmenschliche Begegnung ihren menschlichen Sinn nur erfüllen kann, wenn sie ihre Empfindungen und Gefühle hiernach bestimmen können, wenn sie sich also so fühlen, wie sie sich selbst veräußern, wie sie für ihre Empfindungen außer sich sein müssen, um sich darin auch wirklich zu finden (Empfindung = zu Ende finden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur, wie sie in den wirklichen Lebensverhältnissen der Menschen wirkt, hat sich in der [[Selbstlosigkeit]] ihrer Beziehungen, in ihrer Sittlichkeit praktisch aufgehoben und erscheint als sinnliche Äußerung nur noch chaotisch, willkürlich und zusammenhanglos. Lediglich die sich darin aufeinander beziehenden Individuen scheinen noch wirklich, weil nur sie noch eine, wenn auch sogleich durch ihre selbstlose [[Selbstbeziehung]] aufgehobene Wirkung haben. Es hatte sich hierdurch eine wesentliche Änderung der [[Selbstbestimmung]] ergeben, durch welche alle [[Subjektivität]] nur noch in der Reflexion der objektiv wirksamen Vernunft dieses allen gemein gewordenen Wesens gebeugt sein kann, sich durch Läuterung reduzieren und bemessen lassen muss, um für sich zu sein, was auch für andere nötig ist. Im Grund besteht nun eine allgemein total individualisierte Kultur, die allerdings eine enorme allgemeine Macht hat, weil sie die Individuen von dem ausschließt, was sie verbindetn kann: Der Sinn, den ihre Individualität gesellschaflich hat. Indem er nicht mehr wirklich existiert, also nur durch seine Unsinnigkeit wirkt, existiert er durch seine [[Abwesenheit]], seine [[Negation]] in der Wahrnehmung selbst, die mächtig ist, wo sie sich sich selbst verallgemeinert hat und nur noch nichtige Wahrheiten erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wesentliche Resultat aus dem selbstlosen Verhältnis der Menschen in der Sittlichkeit ihrer Kultur ist nun eine [[Subjektivität]] der Menschen, die stark gefordert ist und zunehmend allgemeiner erforderlich wird und die sie zugleich völlig machtlos für sich sein lässt. Die Götter, an die sie gerade noch glaubten, haben sie längst verlassen, weil die geistige Erfüllung, die sie versprechen, ihre sinnlichen und leiblichen Zusammenhänge verbraucht haben. Es verbleiben leere Appelle, in der sich die Angst vor einer allgemeinen Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen Verhältnissen ergibt sich auf der einen Seite eine Prominenz angepasster Persönlichkeiten, die Sinn stiften wollen und sich allgemein präsent machen können, indem sie damit [[Eindruck]] machen, und auf der anderen eine massenhafte soziale, und also menschliche Verelendung, in der vor allem sich jede Sinnfrage unsinnig macht und man sich von daher mit vorgegebenem Sinn identifizieren muss. In den Konflikten zwischen ihnen wird kein neuer Sinn entwickelt, sondern nur der [[Unsinn]] verdichtet, der sich in unauflösbaren Verhältnissen nurmehr kreisförmig bewegt. Der [[Unsinn]] selbst wird dadurch mächtig, dass er durch nichts mehr zu ertragen ist, dass die Entleerung, die fortgetriebene Leere und Ödnis dieser Verhältnisse unerträglich ist und durch die Wirkung einer höheren Sinnlichkeit, die man nicht empfinden, wohl aber erspüren kann, überwunden werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhältnisse volstrecken aber nur dadurch ihre Entleerung, dass ihre Wahrnehmung der Welt selbstlos gemacht wurde, dass sie also weder Subjekt noch Objekt, keinerlei Gegenständlichkeit mehr haben kann, nicht mal mehr verdrängt oder unbewusst sein kann, weil sie in der Tat keinen Sinn mehr hat. Der Mensch selbst muss sich in solchen Verhältnissen einen Sinn verschaffen, den er nicht wirklich haben kann, der aber sehr wohl über ihn hinausgeht. Es braucht etwas wirklich Übermenschliches, das garnicht wirklich sein muss, ein Zarathustra der unmittelbaren Wahrnehmung, ein [[Wille]], der selbst nur noch aus Wahrnehmung besteht, ein nur in seiner vorgestellten Vollkommenheit bewahrheiteter Wille, der lediglich die Vollkommenheit einer Wahrnehmung beabsichtigt, weil ihre Gegenstände hierfür völlg gleichgültig geworden sind: Ein rein [[ästhetischer Wille]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ästhetische Wille entsteht aus einer abgehobenen Ohnmacht gegen die wirklichen Lebensverhältnisse, die als Niederungen profaner Schäbigkeiten durch den [[Edelmut]] eines gediegenen Kulturbürgertums ausgeschlossen und ausgewiesen werden. Er sucht [[Güte]] und bezieht sich auf die Welt, dass nicht sein darf, was da ist. Es ist ein [[Wille]], der ensteht, wo die [[Selbstwahrnehmung]] nicht mehr zuträglich ist und von da her nicht mehr ertragen wird. Die [[Egozentrik]] des bürgerlichen Subjekts fühlt sich bedroht, wenn es sich durch Irritationen der Wahrnehmung, die es nicht mehr für sich [[selbst gerecht]] nutzen kann, an [[Selbstwert]] verliert. Weil es sich somit nicht mehr kulturell in gewohntem Umfang behaupten kann, siehte es sich in seiner [[Selbstbehauptung]] dekultiviert und bedroht. Eine sich selbst fremd gewordene Selbstbehauptung sucht ihre Bestätigung im [[Glauben]] an eine [[Allgemeinheit]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] durch die [[ästhetische]] Ausgrenzung eines fremden [[Wesens]], das als solches nicht [[wirklich]] existieren kann, und von daher aus einer [[Verdichtung]] von [[Eindrücken]] der [[Wahrnehmung]] in [[Ressentiments]] gebildet wird, die sich vergemeinschaften lassen und darin eine eigene Größe als Gefühlsmasse bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ästhetische Wille ist daher ein [[Wille]], der das [[Dasein]] für sich bedingungslos schön haben will, indem er es in seinem Sinne ideell bereinigt, von allen Zwiespältigkeiten &#039;&#039;befreit&#039;&#039;, also von schädlich [[empfundenen]] [[Eindrücken]] ausgemerzt sehen will. Er sucht hierfür eine [[Ästhetisierung]] des [[Eigenen]] für dessen [[Heil]] zu betreiben, eine [[Wahrnehmung]] der [[Selbstveredelung]] zu bewirken, die es für sich haben soll, indem es [[Schönheit]] ohne [[Sinn]], [[Reinheit]] ohne [[Wahrheit]], [[Ordnung]] ohne Struktur für sich zu [[isolieren]] sucht. Durch die abstrakte Verselbständigung, durch das unendliche Zerteilen ihres [[wirklichen]] [[Wesens]] will er deren Zusammenwirken auflösen, welche dessen inneren [[Beziehungen]] nötig hat. Von daher ist er sowohl real wirksam, wie auch unwirkliche Position des [[Glaubens]] an eine unendlich mögliche [[Selbstveredelung]]. Er überwindet ihre [[Religiosität]] durch die Bestrebung, sie zu verwirklichen, sie [[wahrzumachen]] und ihre [[Selbstlosigkeit]] in eine mächtige Selbstsucht zu kehren, die alles auszuschließen sucht, was für die [[Wahrnehmung]] nicht wahr sein soll, was sie also dort verwesentlicht, wo sie für sich rein sein muss, um überhapt [[Identität]] zu erlangen. Es ist ihr innerer Zwang, der aus der [[Egozentrik]] einer selbstlosen Wahrnehmung entstanden war, wenngleich er auch nur die Identität einer [[Scheinwelt]] bilden kann, die eine [[heile Welt]] für sich haben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ästhetische Wille gründet von daher auf einem erhabenen [[Selbstgefühl]], dem religiösen Selbstgefühl, und reflektiert darin die [[Abwesenheit]] seiner wirklichen [[Selbstwahrnehmung]] als die Ungegenwärtigkeit ihrer Nichtigkeit, ihre Selbstauflösung und sucht sein [[Heil]] im [[Ganzen]] seiner [[Selbstwahrnehmung]] im Jenseits seiner [[Wirklichkeit]]. Er ist von daher die [[objektiv]] nötige [[Form]] einer [[Selbstwahrnehmung]], die an den Mängeln ihrer [[Selbstveredelung]] leidet. Er ergeht aus der [[Nichtung]] von [[Gefühlen]], wie sie sich in den Gegensätzen zwischen der relativen Selbstlosigkeit und der absoluten [[Egozentrik]] der [[Selbstveredelung]], aus der relativen Selbstverneinung im Zweck einer totalisierten [[Selbstentfremdung]] entwickelt, wie sie für den [[Glauben]] an ein Ganzes der Selbstwahrnehmung nötig ist, Er ist von daher das [[Leiden]] einer unendlichen Wiederkehr desselben [[Verhältnisses]] einer Versagung, aus der [[ausschließlich]] [[ästhetisch]]gewordenen [[Wahrnehmung]] eines [[Widerspruchs]], dem er mit einer ausschliesslichen Anpassung an die [[Form]] der Wahrnehmung begegnet, die ihre gegenteilige Form zugleich auch für sich [[wahrhaben]] will, ohne ihrer [[Ursache]] [[wirklich]] entgegen zu treten, ohne also ihre [[Wirklichkeit]] zu durchdringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein solcher Wille bildet er sich daher aus einer Reflexion für sich, aus der [[Ausschließlichkeit]] einer [[Selbstwahrnehmung]], die sich gegen die [[Wirkungen]] der Wahrnehmung auf die [[Selbstbeziehung]] stellt. Es veräußert sich hierbei die [[Selbstbeziehung]] zu einer [[Objektivität]], die sich im Nachhinein von Wahrnehmungen, die unerträgliche Zusammenhänge enthalten, einen ästhetischen Zusammenhang des Erträglichen vorkehren. Es geht also um eine Veräußerung einer positiven [[Selbstbeziehung]] gegen Widernisse von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], die als [[fremde Kraft]] bis in die Ebenen der [[Staatskultur]] [[empfunden]] werden. Diese wird hierdurch als [[Gefühl]] der [[Entfremdung]] umgekehrt zu einem [[Selbstgefühl]] einer [[selbstgerechten]] [[Ästhetik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstgestaltung der Kultur hat auf diese Weise aus den [[Absichten]], die in [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich gegenseitig bewirken, eine Sphäre des allgemein gütigen Menschseins geschaffen, eine allgemeine [[Psyche]] in welchem die Gefühle sich durch ihr Medium selbst, in aller Öffentlichkeit zu einer Psyche der [[Allgemeinheit]] verdoppelt haben: Der vereinzelte Mensch wird durch die Ikonisierung seiner Alltäglichkeit zu einem massenhaften Individualwesen, das sich selbst als Teil einer allgemeinen öffentlichen Meinung verstehen kann, weil es auch tatsächlich seine Dafühaltungen medial objektiviert wahrnehmen muss. In seiner medialen Vermittlung hat er die Grundlage seiner Vermassung erfahren und tritt aus der Masse nun als Träger ihrer Bestimmtheit durch eine &#039;&#039;eigene Meinung&#039;&#039; hervor, als Träger einer Notwendigkeit, welche das ganze Menschsein betrifft und wodurch er auch seine [[Persönlichkeit]] mit einer empfindungslosen [[Allgemeinheit]] ausstattet. Was er in der medialen Welt der Gemeingefühle [[empfindet]], wird nun durch die stoffliche Gegenwärtigkeit des Mediums selbst zu seiner wirklichen Lebensgrundlage in einer sinnentleerten Welt, die sich gegen die [[Selbstvergegenwärtigung]] durch die gewöhnlichen [[Erregungen]] und [[Reize]] wendet: Nicht die einzelnen Inhalte bereiten ihren Boden, sondern die verallgeinerte Not des Individuums selbst wird zu einer allgemeinen Wendung durch einen [[Willen]] gebracht, welcher seine Allgemeinheit nun auch ästhetisch in einem [[Selbstgefühl]] dieses Willens verwirklichen muss und darin jede wirkliche Empfindung von sich ausschließt, den Willen als [[Gefühl]] für sich [[popularisiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[Notwendigkeit]] des Massenindividuums hat also in der Objektivierung seiner Meinung zu einer Allgemeinheit des Dafürhaltens einen [[Willen]] erzeugt, der jenseits ihrer [[Wirklichkeit]] zunächst allgemein ausgegrenzt ist, weil er sich hiervon unabhängig erscheint, wiewohl er gerade hieraus bestimmt ist. Als Wille war er ja bisher nur ein Moment der [[Gewohnheit]], Machtbedürfnis der Gewöhnung, Seinsverständis des Wohnens schlechthin. Als solcher unterstellt er einen allgemeinen Wohnraum, welcher dem Selbstgefühl entspricht und ihm auch zu entsprechen hat, um als kultivierter [[Lebensraum]] zu gelten. [[Raum]] wird also zu einer [[Selbstverständlichkeit]] des [[Selbstgefühls]], das sich aller inneren Schranken entledigt hat, - jetzt also prinzipiell unbeschränkt sein soll. Dies wird sich nun als Trieb des ästhetischen Willens durchzusetzen suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Lebensäußerung erfährt nun im Raum seine Kulturbestimmung. Er wird den Lebensverhältnissen ganz allgemein als Prinzip des Notwendigen überstellt und alle Kulturinhalte verbleiben so ganz unmittelbar nurmehr als Residuum einer Kultur, die ästhetische Form, worin sich die Menschen reflektier, an der der Maßstab des Menschseins angelegt wird, ein Maß, welches die kulturelle Befriedung längst nötig hatte und die jetzt zu einer eigenständigen kulturellen Bestrebung geworden ist, die &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; im Willen der Menschen zutage tritt. Es ist ein Wille, der sich nicht aus ihrer sozialen oder ökonomischen Wirklichkeit heraus objektiviert; es ist eine Willenform, die sich in den Menschen so objektiv bildet, wie etwa der Schweiß in überhitzten Räumen. Solcher Schweiß einer überhitzten Kultur ist nun ein ästhetischer Wille, wenn er sich tatsächlich als Bestreben in jedem Menschen äußert, wenn ihm die Kultur unwohnlich wird. Mag ansonsten ein Wille äußerst willkürlich sein, hier tritt er als eine pure [[Notwendigkeit]] auf, als Wendungsbedarf einer ästhetischen Not. Die ästhetische Erregung zwingt die Menschen in ihrem [[Lebensraum]] zu einem ästhetischen Frieden zu gelangen, zwingt die Menschen zu einem allgemein bestimmten ästhetischen Sein, sofern sie diesen [[Raum]] nicht verlassen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im einzelnen sind es meist der Kultur äußerliche Bedingungen, meist ausweglose Beziehungsnöte oder Wirklichkeiten, an denen sich der ästhetische Wille entzündet. Aber er selbst zielt nicht auf die Veränderung dieser Bedingungen, sondern auf die Befriedung der Menschen in dieser nun als Lebensraum empfundenen Kultur, als Heilung unfriedlicher Beziehungen durch die Bereinigung dieses Lebensraums, als Gesundungsbedarf einer ganzen Kulturformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ästhetische Wille ist ein [[Wille]], der zur [[Ästhetisierung]] treibt. Er entsteht, wo ein grundlos scheinender Zerfall wahrgenommen wird und der [[Glaube]] an eine Lösung durch höhere [[Ordnung]] herrschen kann. Die bloße [[Wahrnehmung]] eines Zerfalls reflektiert Gebrochenes, zerstörte [[Einheit]]. Innerhalb der bloßen Wahrnehmung scheint sie überwindbar durch eine Einheit des Wahrnehmens, also durch eine Notwendung der Verhältnisse im wahrnehmenden Subjekt, also dadurch, wie sie in diesem wirken. Die Veränderung des wahrnehmenden Subjekts wirkt subjektiv wie eine Veränderung der Verhältnisse selbst, wenn das Objekt in der Form eines [[Ideals]] wahrnehmbar gemacht wird. Der ästhetische Wille verfolgt den Bedarf nach der Veränderung der Wahrnehmung, wie sie ihrem Gegenstand entsprechen soll und dieser ihr. Er verfolgt eine Subjekt-Objekt-[[Verkehrung]] in der Wahrnehmbarkeit eines Objekts, welches [[Gegenstand]] der [[Gefühle]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin herrscht dann dieser Wille, welcher aus Gründen der [[Ästhetik]] eines [[Selbstgefühls]] nötig ist, das sich in seinen [[Gewohnheiten]] des [[Guten und Schönen]] bedroht fühlte. Was er darin [[subjektiv]] zu verwirklichen sucht, entspricht der [[Notwendigkeit]] eines allgemeinen So-Sein-Sollens eines Verhältnisses, wie es einer zu [[Bilder]] der [[Erinnerung]] idealisierten Wahrnehmung entspricht. Er verfolgt letztlich ein identitäres Streben und er will Verhältnisse, die [[schön und gut]] erscheinen, gleich wie sie [[wirklich]] sind, ist also der Wille eines [[ästhetischen Verhältnisses]], das sich rein [[haptisch]] gegen die praktischen [[Bedürfnisse]] der Menschen wie eine eigenständige Kulturform [[objektiver Gefühle]]bestimmt. Er begründet sich subjektiv aus einem [[Ekel]] vor dem Zerfall und der persönlichen Abgrenzung hierzu und wendet sich an die [[Güte]] einer [[kulturalisierten]] [[Sitte]]. [[Objektiv]] wird hierbei der [[Reiz]] der Schönheit zum Gütesiegel schlechthin, zum [[Design]] einer höheren Kulturform gegen die zerfallende, Grundlage jeder [[Selbstveredelung]], die im [[Allgemeinen]] herrschen soll, um das Unbeherrschte und Unbeherrschbare zu bezwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das grundlegende Interesse des ästhetischen Willens bezieht sich auf die Lebensform selbst. Es will diese Form als Welt für sich gegen das Unheil fremder Bedingtheiten, will vor allem eine &#039;&#039;heile Welt&#039;&#039;, die von fremden Interessen frei gehalten wird. Je mehr sich die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit entzweien, desto stärker wird in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen nun Einheit erzwungen, je mehr sich Elite und Lebenswelt der Menschen aufspalten, desto sinnfälliger wird die Notwendigkeit einer kulturellen Einheit. Der ästhetische Wille speist sich daher nicht aus der Wirklichkeit, aus wirklicher Not, sondern aus der Notwendigkeit einer Einheitsstiftung, die einer zur Glaubensmacht gewordenen Sittlichkeit der Kultur Folge zu leisten hat. Der Lebensraum der Menschen wird daher zum Bestimmungsrahmen ihrer Sittlichkeit. Damit gelten im Prinzip alle anderen Lebensräume als unsittlich, also nicht nur fremdartig, sondern unartig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für das Kulturinteresse bislang völlig bedeutungslos war, kann nun zu einem Moment dieser im Raum bestimmten Kulturformation werden. Als erstes werden die politischen und ökonomischen Beziehungen hier einbezogen und als politische Substanz eines Kulturraums genommen. Der ökonomische, der politische und der kulturelle Lebensraum vermengen sich auf diese Weise zu einer eigenständigen Größe, so dass Kultur auch mit Nation gleichgesetzt wird. Was in der Formation des bürgerlichen Staats politisch nötig ist, gilt daher jetzt als kulturell notwendig. Der [[ästhetische Wille]] tritt hierdurch auch unmittelbar als politisch notwendige Meinung auf, in der sich die Gegensätze der wirklichen Verhältnisse aufheben, das Untere sich zum Oberen kehrt, die Unterschicht sich wie eine Oberschicht verhält, in der das Meinen zunächst zumindest ideell regiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gedoppelten Gefühle als notwendiges Selbstgefühl des Heilsamen in einem ästhetischen Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321.1 Die Not der Sitte und die Notwendigkeit der Güte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur als das Meine ist zu einem Lebensraum des Seinigen geworden und muss als dieses allgemein Seinige mächtig sein. Wer dies nicht befolgt, gilt in solcher Kultur nicht mehr nur befremdlich oder fremd, sondern als Feind. Der ästhetische Wile wird erst dadurch wirklich zum Medium der politischen Macht, dass er sich als Notwendigkeit einer allgemeinen Gesinnung betätigt, die jedem geläufig sein muss. In der Behauptung einer allgemeinen &#039;&#039;Seinigkeit&#039;&#039; steckt die Drohung des Allgemeinen Sollens, denn wer das Seinige verfolgt, verfolgt nicht seine Meinung, sondern ein allgemein notwendiges Meinen, das sich in der Kultur eines gegebenen Lebensraums bestimmen muss - woher sonst könnte eine allgemeine Meinung verbindlich sein. Menschen werden nach ihrem Bezug zu dieser Allgemeinheit sortiert und behandelt. Sie ist das Maß des ästhetischen Willens in dieser politischen Kulturbestimmung. Es wird zu einer Kulturdoktrin, die sich auch gewaltsam durchsetzen muss, wo sie sich nicht von selbst ergibt, besonders, wo ihr zuwider gehandelt wird. Die Häme des Allgemeinen kann sich nicht deutlicher zeigen als durch die Inschrift in dem Gitter des Ausgangstors des KZ Buchenwald: &#039;&#039;Jedem das Seine&#039;&#039;, das von innen nur leserichtig zu erkennen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ästhetische Wille ist von daher selbst zu einem politischen Subjekt des Meinen geworden, in welchem sich die Menschen auch wirklich identifizieren können, sofern sie in ihrer Meinung als Gesinnung Identität finden. Dies hängt ab von der Bedrängungslage, in der sie sich befinden. Einen Selbstwerts des Meinens gibt es am ehesten dort, wo allgemeine Gefahr herrscht, die als Gefährdung allgemeiner Beziehungen verstanden wird. Die Staatsbürger werden familiär, wo sie ihren bislang staatlich gewährten Schutz in Gefahr sehen. Sie müssen gegen alles argwöhnen, was ihnen in diesem Beziehungsraum nicht vertraut ist. Das Grundvertrauen bietet daher jetzt vor allem die Gesinnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rechte Gesinnung verschafft Sicherheit, die einer famikiären Geborgenheit entspricht. Das reaktionäre Bewusstsein sieht in allem, was den Menschen zu eigen ist und was sie als ihre Eigenheit veräußern, eine Gefährdung dieser Sicherheit. So definiert sich aus der Abgrenzung hierzu eine Ästhetik des Menschlichen schlechthin, die selbst bestimmend für die allgemeine Meinung, die Gesinnung wird. Das besondere Selbstgefühl einer allgemein geschützten Menschlichkeit wird zu einem vorausgesetzten Allgemeingefühl des Meinens - zum Stolz und zur Sünde des kultivierten Menschen. Die ästhetisch verfasste Meinung wird daher zum wesentlichen Medium des politischen Willens. Niemand konnte das besser darstellen als Leni Riefenstahl in dem Film: &#039;&#039;Triumph des Wilens&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Gesinnung wird auf diese Weise ganz allgemein zur guten Meinung für das Seinige. Der Meinungsstreit, den sich die Demokraten auf ihren Schir m schreiben, versiegt so in eine objektive Form der Meinung, in das das allgemeine Seine, in die dritte Person der Kultur, die ihren Gott verloren hat, sich dafür aber jetzt selbst vergöttert und als göttliche Beziehung, als Kult ihrer Sittlichkeit verwirklichen muss. Als Gott aller Meinung bestimmt sie die Natur des Meinigen, wird zur Allmacht dessen, was als natürlich gelten soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur wird daher jetzt selbst durch diese Naturvergötterung bestimmt, wird zur Form des Artigen und Schönen, des Edelmuts. Der Edelmut, den die Gesinnung selbst nötig hat, wird daher zu einer Allgemeinheit, worin sich jede Selbstveredelung einbegriffen haben muss, will sie auch wirklich gelingen. Das Edle ist die Art des Artigen, die letztlich aus der Natur des Reinen, aus der Reinheit der Art zu bemessen ist. Von daher werden auch die Wissenschaften kulturpolitisch bestimmt, kulturalisiert, indem sie zugleich naturalisiert werden. Die Naturalisierung der Wissenschaften treibt sie zu einer Naturdoktrin des reinen Geistes, zu einem totalen Idealismus, der sich mit den totalitären Idealen des ästhetischen Willens und der Gesinnung leicht einig wird. Die Kultur selbst nimmt eine Glaubensform der [[Zwischenmenschlichkeit]] ein, welche die Sittlichkeit der [[Gesinnung]] als [[Notwendigkeit]] der [[Menschenliebe]] vermittelt. Die Macht solcher sittlich begründeten Liebe besteht in der Verwirklichung ihrer Ästhetik in den Lebensformen der Familie, der Gemeinde und des Staates. Sie vollzieht und vollstreckt sich daher auch vor allem dort (davon später mehr imTeil C: [[Der Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Naturalisierung der Artigkeit, welche diese Sittlichkeit unterstellt, war als das Heil, das gute Ganze, begründet worden. Jetzt wird die Anpassung des Unheilen an das Heil vollzogen; die Verbrüderung der Klassengegensätze im Glauben der Kultur, dem kultivierten [[Heilsprinzip]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321.2 Das Monster der Kultur und der politische Glaube des kultivierten Selbstgefühls (Die gereinigte Kulturpersönlichkeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heile wird es nie [[wirklich]] geben, wo es Entwicklung und Geschichte gibt. Es ist zunächst nur eine Vorstellung der Reaktion, dem Wiederherstellen-Wollen von etwas Beschädigtem als das, was es &#039;&#039;eigentlich&#039;&#039; war, als es noch [[ganz]] war. Als Vorstellung kann dies auch nur eine zu einem Geistwesen reduzierte Kultiviertheit sein, ihre [[Esoterik]]. Von daher ist der Begriff des Heils diesem selbst äußerlich: Unheil. Der ästhetische Wille wird daher auch wesentlich aus dem Unheil bestimmt, - doch dies nur, weil das Unheil selbst unbestimmt wahrgenommen wird, weil es seine soziale Herkunft dadurch verdängt, dass es die Bereinigung durch den ästhetischen Willen vollzogen hat und das, was die [[Religion]] noch als Elend auf Erden für den Himmel aufbereitet hat, nun als Heiland prominenter Zurschaustellung gegen das Unheil postiert, als Spieß gegen die Unperson, gegen die Persönlichkeit fremder Gesichter. Das &#039;&#039;Gesicht&#039;&#039; war im ursprünglichen Sprachgebrauch eine Erscheinung fremder Mächte. Nun wird es durch den Sießer, durch die Prominenz der hervorgekehrten Tugenden der Sitte vermittels ihrer Medien zum Schild gegen das Böse, gegen die Monster, die von der promineten Vorstellung abfallen und in diesem Abfall selbst schon abartig bestimmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein unbestimmtes Unheil ist das unbestimmbare Wirken einer Macht, welche die Wirklichkeit bestimmt, ohne sich darin zu offenbaren. Die Menschen erfahren ein Unheil als etwas, das sie [[wahrhaben]], ohne erkennen zu können, was es wirklich ist. Indem es jetzt durch die Prominenz der Güte allgemein entmachtet wird, kann es in den zwischenmenschlichen Verhältnissen auch endlch persönlich werden. Gerade weil hier der Ort ist, an dem das Unheil seine sozialen Folgen zeigt, werden Menschen hierfür verortet, die sich ästhetisch nicht angemessen gebütert haben, die also unangemessene Kulturgüter repräsentieren. Auf der Ebene der Repräsentation werden die Unterschiede, die unter den Menschen durch ihre persönliche Kulturbeziehung gegben sind, zur Repräsentanz der Monster, die sich als total fremde Kultur vorstellen lassen. Es ist der Keim des [[Rassismus]], der in den Kulturbeziehungen verheerende Folgen hat. Er ist durch die Prominenz der zwischenmenschlichen Güte schon angelegt. Und er wird sich durchsetzen, sobald sich diese durch die Massenvorstellung des Unheils allgemein allgemein macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektiv mag das auch vom jeweiligen Bildungsgrad eines Menschen abhängen, ob und wann er in der Lage ist, Wirkungen zu durchschauen. Objektiv jedoch gibt es das Unheil schon in den einfachsten zwischenmenschlichen Beziehungen in der Erfahrung selbstvernichtender Kräfte, als [[Krise]] oder Unglück eines Verhältnisses, in welchem sich wirklich unlösbare Konflikte auftürmen. Die Unlösbarkeit einer Krise besteht aus einer schlechten Unendlichkeit der Verwertungslage, aus einer Zerstörung der Geldwerte, die vollkommen in einen Widerspruch zum realen Verhältnis der Produkte und der Produktion geraten sind. Das ist innerhalb der Lebenswelt der Menschen unerklärlich und tritt hier auch nur als Niedergang der Lebenssubstanzen auf. Dies wird als Niedergang der Kultur erfahren und in dieser Erfahrung manifest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese Lebenssubstanzen nun aber wirklich unbestimmt geworden sind und als solche auch nur äußerlich begründet erscheinen, also sich nicht mehr aus den bestimmten Lebenszusammenhängen eines bestimmten Lebensraumes erklären lassen, können sie nur fremder Macht zugeordnet werden, einer Macht aus den Nischen der Welt schlechthin, aus der Finstern der Ferne, die strikt getrennt ist von der eigenen Lebenswelt. Zunächst erscheint das Unheil daher als ein Subjekt der Finsternis, als negatives Geistwesen, welches in die eigene Welt hineinfiltriert, als ein Monster von weltlicher Macht, welche die heile Welt, das Heim und die Heimat bedroht. Es ist das Monster des schlechthin Unheimlichen, das Wesen von fremder Art, das vollständig Artfremde. Vielerlei Figurationen stehen zur Verfügung, um ihm einen Namen zu geben, z.B. Juden, Roma, Schwule, Kommunisten, Kapitalisten, Politiker usw. Doch um diese &#039;&#039;Fremdartigen&#039;&#039; geht es zunächst nicht wirklich; es sind dies alles erst mal Bezeichnungen für ein unheimliches Entfremdungsgefühl, das damit einen zunächst nur ästhetisch assoziierten Inhalt bekommt. In Wirklichkeit geht es um eine unheimlich gewordene Kultur, die sich tatsächlich wie ein fremdes Selbsgefühl über die Menschen erhebt. Sie können sich in der Allgemeinheit ihrer Lebensäußerungen nicht mehr erkennen, weil diese nichts mehr mit ihnen zu tun hat. Was sie durch ihre zwischenmenschlichen Beziehungen begründen, können sie nicht darin begründet sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich erzeugt diese Ausweisung innerer Gründe für ein Unglück zugleich eine Externalisierung jeder wirklichen Begründung. Das Fremde wird zu einem fremden Lebensraum, der auch allem zugewiesen wird, der Unheimlich wirkt. Das &#039;&#039;eigene Boot&#039;&#039; soll gerettet werden, indem das Fremde ausgebootet wird. Das Monster wird nur durch Ausgrenzung beherrschbar. Und hierdurch wird der ästhetische Wille zu einem unmittelbar wirksamen politischen Willen, welche in die politische Gesinnung eingeht. In dieser Einheit wird das Gefühl selbst unmittelbar politisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das politische Gefühl besteht an und für sich aus einem Allgemeingefühl, das sich als Gefühl für das Allgemeine, das allen gemeine kulturelle Sein, betätigt und bestätigt. Das ästhetische Ganze, das zu einem politischen Prinzip geworden ist, kann sich nicht unabhängig von den Menschen verwirklichen, wiewohl es aus der Absehung von ihnen begründet war. Um ihm zur Wirklichkeit zu verhelfen, müssen ihm Menschen zugewiesen werden. Es wird personifiziert. Aus der Personifikation des Unheimlichen entsteht nun ein politisches Selbstgefühl, das sich vom Selbstgefühl überhaupt nur dadurch unterscheidet, dass es einen ausschließlich allgemein bestimmten Selbstwert bildet. Als kultivierte Selbstgefühl wird es selbst zum Persönlichkeitsmerkmal eines &#039;&#039;kultivierten Menschen&#039;&#039; und die politische Persönlichkeit von daher objektiv: Gereinigt von allen Niederungen einer konflikthaften Welt. Es ist der gradlinige Weg zu einer Kulturpersönlichkeit der Politik, die sich nurmehr im ästhetischen Willen ihrer Macht zu begründen versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch um dies auch zu werden, verlangt es die Anteilnahme der allseitigen Artigkeit im poltischen Geschäft, wo nach wie vor die Probleme gelöst werden müssen, die in Wirklichkeit unlösbar geworden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321.2.1 Die politische Ästhetik des Willens oder die Esoterik (Die Artigkeit des objektiven Geistes)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kulturpersönlichkeit des [[politischen Willens]] kann sich nur aus einem höheren Willen begründen, einem höher begabten Willen, der konkret als ein allgemeines kulturnotwendiges Sollen aufzutreten vermag. Als solches ereignet er sich nicht im [[Bewusstsein]], sondern in ästhetischen Mustern, die sich aus archaischen Wahrnehmungsinhalten ergeben, aus einer Wahrnehmung von Wesenheiten, die sich nicht wirklich darstellen, aber gefühlsweise als nicht vorhandene, und also vermeintlich untergegangene Kultur erahnen lasssen. Im Unterschied zu religiösen Vorstellungen geht es hier um unverwirklichte Kultur und es wird diese nun als kultureller Inhalt einer nicht vorhandenen Welt &#039;&#039;wahrgefühlt&#039;&#039; und in solchem Gefühl zu einem allgemeinen Selbstgefühl der vereinzelten Menschen politisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das politische Selbstgefühl ist das Selbstgefühl des gerechten Menschen, also des Menschen, der durch sein Dafürhalten Recht und Ordnung schaffen kann. In diesem Gefühl hat sich die Politik einer höheren Ordnung verschrieben, einer [[Esoterik,]] durch die sie sich nicht mehr wirklich verhalten muss, sondern sich vom Standpunkt eines Geistwesens ihr nurmehr zuwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das entspricht dann insofern ihrer [[Wirklichkeit]], wie sie sich darin auch wirklich verloren hat, weil die politische Handhabe in den Parlamenten der repräsentativen Demokratie nicht mehr funktioniert. Die Positionen der Parteien zerfließen ineinander soweit, das die Auseinandersetzungen hierüber sich wechselseitig aufheben. Politiker erscheinen daher jetzt als Menschen, die über keine Sache mehr wirklich verfügen können, sind offensichtlich keine Persönlichkeiten mehr, die kraft ihrer Amtes handeln können, sondern sich nur durch ihren Willen verhalten, der zwar weiterhin Politik macht, aber vor allem ihrem Selbsgefühl gehorcht. Von daher ist ihre [[Esoterik]] nun zu ihrem wesentlichen Inhalt geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik ist daher jetzt einerseits zu einem bloßen Willensakt personifiziert, zugleich aber nur politisch, wenn die Person sich selbst objektiv, also ohne subjektiven Willen einzusetzen vermag. Diese Personifizierung ist die Grundlage einer Produktion von Selbstlosigkeit, denn solche Persönlichkeiten können nur persönliche Politik machen, wenn sie sich selbstlos geben. Selbstlosigkeit blüht allseitig auf, denn es ist der Zweck des ästhetischen Willens, sich durch das Allgemeine zu bestimmen. Jede Individualität, jede eigene Neigung, muss nun in objektiver Gestalt verfasst werden. Der Zweck des Übermenschlichen kann Politik nur dadurch bestimmen, dass er den Menschen eine Lebensweise, eine Artigkeit des Bürgers anträgt, durch welche das Ganze, das Volksganze, wieder gesunden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher wird das Heilsprinzip ein Prinzip der Lebensart, welches als Substanz des politischen Willens sich objektiv durchsetzen muss. Die &#039;&#039;richtige&#039;&#039; Lebensart reflektiert sich nicht mehr an den Notwendigkeiten des Lebens, denn diese sind im Unheil aufgegangen. Sie begründet sich selbst als Prinzip einer Heilung, welche der Politik als Prinzip der Erlösung aus dem Unheil unterstellt wird. Doch diese Erlösung hat keinen wirklichen Gegenstand, von dem es sich zu lösen gelte. Sie kann nur eine abstrakte Erlösung von dem Übel sein, eine Erlösung durch Reinhaltung des Lebens, wie es sich doch einmal bewährt hatte, eine Bereinigung des Lebens von allem, was es verletzt, verschmutzt und niedergemacht hat. Der selbstlose Mensch erwirbt sein Heil in einem ästhetischen Selbstwert der heilen Welt. Doch darin ist er absolut selbstsüchtig und autoritär. Im Heil steckt das Ganze, das total werden muss, um das zu verwirklichen, was nie wirklich sein kann: Die Reinheit der Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Selbstwert gestaltet sich nun in der Kultur als politische Persönlichkeit, als Wert der Reinhaltung und Ordnung. Die Bereinigung erweist sich selbst als Verwirklichung des Heilsprinzips als Produktionsstätte einer neuen Natürlichkeit, der Einzigartigkeit der Natur in jedem Menschen, der menshcliche Natur an sich, wie sei einzeln und allgemein zugleich ist. Das Subjektive der Meinung wird ästhetisch zur Einzigartigkeit einer Gesinnung, die sich aus der Natur des Menschseins in der gegebenen Kultur begründet und als diese zugleich allgemein wirksam sein soll. Das positiv ausschließliche Subjekt ist damit als reine Natürlichkeit der Kultur zur Welt gekommen. Von daher ist es ein objektiv natürlicher Geist, der sich in der Gesinnung fortbestimmen will, um eine Artigkeit der Menschen durch einen wesentlich objektiven Geist, einem Ungeist der Kultur, einer kulturellen Mythologie zu erzwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321.2.2 Das gemeinhin Geistige und die geistigen Allgemeinheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Mythologie ist eine Idealisierung in die Sphäre des abgelösten Geistes, der keine Geschichte mehr hat und sich daher selbst als Geschichte des idealisierten Wesens betreibt. In jeder geschichtslos begründeten Geschichte treiben Ursprünglichkeiten ihr Wesen, das sich nur durch die Tiefe seiner Ursprünglichkeit, also durch seine Wesensabstraktion bestimmen kann. Ein abstraktes Wesen ist ein Unwesen, das sich alleine durch seine Bedeutung, am innigsten durch eine Gedankenabstraktion, welche die Kultur selbst zu umfassen versteht. Alleine durch deren Symbolik raunt sich ihr Sinn durch die Geister und Gemächer des kulturellen Lebens. Zeichen und Runen bewegen den ästhetischen Willen in die Geistergeschichte einer Geistesgeschichte, die keine ist. Wesentlich ist alleine ihre psychologische Bedeutung, durch welche das Ursprungswesen als Einheit von Natur und Kultur abstrahiert und erzählbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ästhetische Idealismus, der sich hierbei erbaut, wird zur Quelle einer heilen Welt, die sich aus der Gegenwart selbst vertrieben hat, um als Zukunft für die Welt herzuhalten. Es herrscht sowohl kulturell wie auch politisch die Autorität des Ideals, das sich ohne Gegenwart und doch bruchlos als Einheit des Vergangenen und Zukünftigen darstellen lässt. Für die Gegenwart bedeutet es nur eins: Ihre finale Auflösung, die als Lösbarkeit der Wirklichkeit durch gemeinhin geistige Kraft vorstellbar gemacht wird. Es braucht nicht die politische Propaganda, um dies zu betreiben. Es steckt in der schlechten Unendlichkeit des Heilsprinzips. Aber die Politik lebt jetzt natürlich vor allem hiervon. Schließlich bietet ihr das die einzig mögliche Überbrückung der Gegenwartskrisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie beruft sich jetzt vorwiegend auf geistige Allgemeinheiten, welche kulturpolitisch von Bedeutung sind und versteht sich daher auch selbst als ein agierendes Kulturwesen. Das persönliche Heil war zwar ein Heil von persönlicher Wirkung, wird nun aber dadurch übermächtig, dass es in die finale Begründung einer notwendigen allgemeinen Selbstbeherrschung verfrachtet wird. Die Menschen gelten hiergegen nun selbst als ein Kulturproblem. Schließlich erscheint nur durch sie die kulturelle Verwahrlosung, welche die gesellschaftlichen Krisen hervorgebracht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem heraus bestimmt sich nun das übermenschliche Herrschaftsinteresse als Notwendigkeit gegen die Meute Mensch. Das mythologisierte und vorgestellte Allgemeine behauptet sich nun durch Sortierung, was Art und was Abart ist - nicht weil es hierfür eines handelnden Subjekts bedürfte, sondern weil die Menschen in ihrer Selbstbeherrschung das übermenschliche Herrschaftsinteresse für sich geltend machen. Die politische Funktion der Kultur wird hierbei nicht von Staats wegen entdeckt und ausgenutzt. Sie wird als absolute Kulturnotwendigkeit, als sittliche Notwendigkeit einer Bevölkerung empfunden, die sich gegen ihr Unheil wendet. Von daher wird dieses sittlich gewordene Interesse auch im Alltag der Menschen, in ihren Gemeinden und Familien umgesetzt. Das Allgemeine der Art, die sich als Wesensursprünglichkeit definiert hatte, wird so in das Verhältnis zur Artigkeit und Abartigkeit der Person gestellt, die sich daran orientieren muss, um gesellschaftlich akzeptiert und tätig zu sein. Jeder Mensch kollektivierte sich daran selbst in dem Maß, wie er gesellschaftlich ohnmächtig war. Nur in dieser Folgsamkeit konnte er sich aus der Meute Mensch befreien und in die Herde Mensch versetzen. Die Herde war zur Urkraft eines Volkes geworden, das darin bestimmt ist, folgsam zu sein, dem Herdentrieb zu folgen und alles zu tun, was für sie gut ist. Die Ursprungssehnsucht und die Triebe dieser Urkraft werden nun zum Treibmittel der Bevölkerung, die Kraft der Reinheit zur reinen Kraft der Masse. Sie erscheint als Bindemittel einer haltlosen Gesellschaft, aber als Gestaltungdmaß der Lebenskräfte kann sie nur deren Misslingen betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321.2.3 Der ästhetische Konsum (Der allgemein verbindliche Anreiz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in Brauchtum und Sitte noch als versinnlichte Selbstbeziehung im Allgemeinen erschien, wird nun geistig zu einem Träger der misslungenen Selbstgestaltung. Sie muss über eine objektiv gültige ästhetische Form in einer quasi übernatürlichen aufgehoben vermittelt werden, um damit jenseits der Selbstbezoegnheiten als Übemacht einer gelungenen Selbstlosigkeit wahr gemacht zu werden, als ein Archetyp &#039;&#039;tiefer Wahrheiten&#039;&#039;, die in abstrakten Formationen, aus Mustern der Wahrnehmung gewonnen werden, die eine höhere Gemeinschaft und deren Ethik bestimmen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die begründet sich selbst durch Prinzipien und Strukturen, die aus einer eidetischen Natur der Wahrnehmung entsnommen wirdd, worin Ästhetik als übernatürliche Wesenhaftigkeit hieraus Allgemeinheiten bezieht, wie sie auch in klassischen psychologischen Konstrukten nachvollzogen wurden (z.B. die Archetypen des C.G. Jung) oder neuerdings auch verschiedene [[Mustertheorien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz einfach anschaulich und praktisch wird hier eine Hoheit des Lebens eingeführt, die eigentlich so trivial ist wie das, was in jeder kulturbestimmten Ausbildung wie z.B. für Grafik, Architektur oder Kunst gelehrt wird: Die Erfahrungsmuster der menschlichen Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung. Jeder Werbegrafiker weiß, dass alles, was an menschliche Größenverhältnisse des Körpers oder der Gesichter angeglichen ist, weitaus wirksamer für seine Zwecke ist, als willkürliche oder zufällige Verhältnisse es sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Lebensweisheit einer naturnotwendigen [[Ethik]] heraus begründet laufen diese Begründungen auf eine übernatürliche [[Ontologie]] hinaus, eine Theorie des seinsbestimmten Überdauerns, auf ein wesentliches [[Sein]], das dem [[Dasein]] tieferen Sinn verleihen soll, der über alle wirkliche Geschichte hinweg seine Wahrheit zu haben hat. [[Martin Heidegger]] hatte darauf dereinst seine [[Fundamentalontologie]] begründet. Damit konnte auch er die Menschen an eine höhere Gewalt binden, indem er ihnen vorwarf, in ihrer [[Seinsvergessenheit]] nur Unwesentliches zu betreiben. Das Wesentliche muss dann allerdings definiert sein, um zu einer gesellschaftlichen Wirkung und Übereinkunft zu kommen. Bei ihm waren es die allem innig seienden Existenzialien, die Fundamente des Lebens, durch die aus einer Gesellschaft eine höhere Gemeinschaft bezogen werden kann. Als eine Gemeinschaft von höherer Güte kann sie nur funktionieren, wenn zur Stiftung und Begründung ihres Gemeinsinns die Naturform eines solchen Wesens verbindlich, als ein höheres [[Recht]] gültig gemacht wird, durch das die Konflikte darin eingeregelt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ensteht theoretisch wie auch praktisch eine Naturalform des Guten wird zu einer [[Güte]] eines Gemeinsinns naturalisiert und in entsprechender Gemeinschaft allgemein verstärkt. Es findet so eine Sinnstiftung durch die Ästhetik einer Gemeinde statt. Jede Liturgie funktioniert auf diese Weise gemeinschaftsstiftend und verschafft jeder Kirche ihr höheres Recht, aus dem Politik rein unpolitisch betrieben wird und das sich zugleich gegen die profanen Widernisse der gesellschaftlichen Wirklichkeit abzuheben versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden auch die Menschen in diesen Verhältnissen zu Muster ihrer eigenen Beziehungen. Angeleitet von den Abstraktionen ihrer Wahrnehmung werden sie zu Persönlichkeiten von höherer Natur und Wahrheit. Die fiktiven Persönlichkeiten solcher Wahrnehmungsverhältnisse werden zum Bild. Das Bild zur herrausragenden Realität, die alle Wirklichkeit hinter sich lässt. Das Design befriedigt das Bedürfnis, eine Gestalt zu haben, die ein schmuckvolles Bild ist, Schmuck als abstrakte Wahrheit der Bebilderung, als Schauer der Wahrheit in einer unwahren Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regeln des Design sind grafische Rituale des Selbstverständlichen, das sich selbst bricht. Es erschent als Naturgesetz von Raum und Beschränkung, welche als systematische Gestalt anerkannt ist. Aber es ist das System der Vergegenwärtigung abstrakter Form zur Formation eines Gemüts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321.3 Das ideale Kulturgut als gesellschaftliches Medium&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesellschaftliche Macht gibt es von daher auch nur in der Kultur. Wer dieser nicht entspricht, kann sich nicht mehr gesellschaftlich halten. Andererseits kann sich die Teilhabe an dieser Macht aber auch nicht mehr aus den persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten ergeben. Kulturmacht ist im Prinzip Feudalmacht. Wer nicht mächtig werden kann, wird ohnmächtig. Die Kultur verliert hiermit die Menschen, die sie bisher gebildet hatten. Nur eine Kulturelite kann noch kulturbestimend sein. Sie wird zum ästhetischen Träger des allgemeinen Willens und somit zugleich zum Träger der politischen Ideale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Ideale haben immer auch eine Zielbestimmung, weisen auf eine Vollkommenheit hin, derer es ermangelt. Sie werden als Negation eines wirklichen Mangels geboren und wirken als Idee einer vollkomman anderen Wirklichkeit. Diese Ideale werden nun selbst bestimmend für das gesellschaftliche Leben, das ohne dies nurmehr als verzweifeltes Kulturverhältnis besteht. Bestimmend werden sie, indem diese Verhältnis selbst als zwischenmenschlichenmenschliche Verhältnis behandelt wird. Jeder Mensch darin ist nicht mehr nur &#039;&#039;seines Glückes Schmied&#039;&#039; sondern beteiligt an der Schmiede einer guten Gesellschaft, wie sie nur ideell besteht, wenn alle Gesellschaftsmythologien in einen kulturellen Einklang gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ideale ergeben sich aus der Kultur und die Ideale der Politik werden zum unmittelbaren Kulturideal. Alles, was die Wissenschaftler, Künstler, Ingenieure usw. hervorgebracht haben und hervorbringen, wird zu einem allgemeinen Selbstgefühl der Kultur zusammengefasst, um sich als Kulturleistung bestätigt zu sehen und einen entsprechenden Kulturstaat zu errichten, um die idealisierte Gesellschaft daran nachzuziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Momente der Kultur werden daraufhin einem wirklichen Reinigungsprozess unterzogen, der sie zur Idealisierung tauglich macht, der sie heil macht, indem er ihre unheilen Anteile ausrottet. Diese Bereinigung zielt auf alles, was kulturell nicht einvernehmlich ist. Sie erfolgt nicht unbedingt in staatlichem Interesse sondern wird überall betrieben, wo Kultureliten sich als Kulturträger verwirklichen wollen (siehe z.B. die Bücherverbrennung, die vorwiegend von der deutschen Studenten- und Professorenschaft durchgezogen wurde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen Verhältnissen heraus hat sich medial ein neuer Nutzen herausgestellt, der das Design der kulturellen Prominenz herzustellen versteht, der dadurch nützlich ist, dass er die Reize des Guten und Schönen prominent macht, um ihre Güte zu popularisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.3.1 Das Design der Kunst und die Kunst als Design&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich mit dem ästhetischen Willen und seinem Dasein als heile Welt eine ganz neue Wirklichkeit ergeben, die in der Lage sein muss, die profane Wirklichkeit der ökonomischen Verhältnisse nun durch ihre Reize und Populisten zu betören versteht. Im Nutzen der hierfür ausgerichteten Schöpferkraft verkehrt suich ihre Wahrheit zu einer Geste der Idiotie. In ihrem Verhältnisschwachsinn wird sie zum Gottesbeweis einer höheren Tugend, die nurmehr durch ihren Edelmut ihr Wesen herausstellt und zum Maß aller Gesinnung macht, zur Lüge einer Sinnlichkeit, deren Täuschung gerade durch Kunst und Design transportiert werden muss, um kulturelle Wirkung zu erlangen, um das was in diesen Verhältnissen nicht mehr unterscheidbar ist, zum Verhältnis einer Massenkultur fortbestimmt, zu einer höheren Wahrheit des Unsuínns, den die darin verkehrten Sinne veräußern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harold Pinter sprach bei seiner Verleihung des Nobelpreises für Literatur im Jahr 2005:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es gibt keine klaren Unterschiede zwischen dem, was wirklich und dem was unwirklich ist, genauso wenig wie zwischen dem, was wahr und dem was unwahr ist. Etwas ist nicht unbedingt entweder wahr oder unwahr; es kann beides sein, wahr und unwahr.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunst kann nicht nützlich sein, weil sie mit Wahrheit zu tun hat, weil sie selbst in ihrer Nutzbarkeit für das ihr Fremde bleibt, was sie ist. Umgekehrt kann es nichts nützen, wenn etwas schön ist, weil es das Schöne nicht wirklich ohne das Hässliche gibt, weil der Reiz des Schönen schnell Kitsch ist, in heiler Welt nur Unheil verbirgt und seinen Glanz aus ihm bezieht, ihre Unwirklichkeit glänzen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hässliche braucht keine eigene Gestalt. Das gibt es überall. Das Schöne nicht minder. Es kann sehr anstrengend sein, es überhaupt für wahr zu nehmen, weil es nicht einfach da ist, weil es nur mit Aufwand ent-deckt wird in dem was wahr ist, was im Hässlichen auch schön sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bildungsbürger, der sich mit seiner Kultur zu veredeln versteht, wird dies nicht begreifen, weil er schon einen Begriff von sich hat, der ihm über die Institutionen politischer Kunstbetriebe vermittelt wird. Kunst verführt, wo Kunst Sinn bilden will. Und sie wird für sich selbst künstlich, wo sie eine höhere Wahrheit des Schönen und Guten einrichtet und sich an dieser ausrichtet, hierfür politisch tätig wird - ob das bewusst oder gewollt ist oder auch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der Vernunft in einer Welt der Sinnentleerung Sehen und Hören vergangen. Der Verstand kann das objektivieren, formulieren und benennen, wissenschaftlich untersuchen, analysieren und synthetisieren. Aber wo Menschen durch ihren Verstand als Aufklärer über das Leben schlechthin Sinn suchen, geraten sie entweder an das abstrakte Menschsein, an Gott, Geister, Magie, Mystik und Fetische jeder Art, oder sie finden in der Kunst wirkliche Menschenliebe. Wo Wissenschaft und Philosophie nur für sich tätig sein wollen, funktionieren sie auch nur für sich und sind dadurch politisch, dass sie sich ihrer Gesellschaft im Wesentlichen verweigern. Indem sie dem Erhalt der Gegebenheiten dienen, sind sie in einer Gesellschaft dadurch nützlich, dass sie ihrem Wesen fremd bleiben, - eben nur dienstbar sein wollen. Sie bleiben im Wesentlichen schal, Worthülse, &#039;&#039;Gebälk von Begriffen&#039;&#039; (Nietzsche). Und auch ihre Kunst, ihre politische Kunst wird dadurch widersinnig, ihrem gesellschaftlichen Wesen notwendig äußerlich, einer Allgemeinheit sinngebend, die nicht wirklich konkret sein kann, weil sie der Notwendigkeit entspringt, die Lebensverhältnisse in ein gesellschaftliches Lot zu bringen, sie einer ihnen fremden Allgemeinheit zu beugen, in der sie schon verloren haben, was sie dort finden sollen. All dies sind Formationen von Wille und Macht, letztlich politische Ökonomie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kunst zu einer höheren Kultur, zur Hochkultur fixiert wird, sich selbst total macht, indem sie die Ganzheit eines Bildes vom kultivierten Menschen errichtet, dient sie dem illusionären Zusammenhalt einer übermenschlicher Güte, die alle Widersprüche des Lebens unter sich lässt. Und dies ist niemals ungewollt. Es ist die Benutzung von Kunst für eine Politik, die hierdurch ihre Gewalt begründet, ihre Kriege zur Praxis einer Heilserwartung, zur Sittlichkeit einer hohen Botschaft, zum Herrschaftsinstrument einer höheren Art, eines kulturellen Rassismus kürt. Totale Kultur konstituiert einen Kulturkampf bis zum Niedergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.3.2 Die designierte Wahrnehmung (Die allgemeine Macht von Schön und Gut)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebenswelten der Fiktion sind das wirkliche Erschauern, das seinen Sinn dadurch hat, dass es die Wahrnehmung zugleich unterhält und tröstet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fiktionale Erleben besteht in dem Bedürfnis, an Bilder zu glauben um darin seine hervorragende Realität zu schaffen. Bilder folgen den Regeln des Designs, um zu wirken, wie gewollt. Durch die Dopplung der Wahrnehmung in Erinnerung und aktuellem Sinn, beides im Widerspruch, wird Wahrnehmung prominent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Emanation des Immergleichen in der Selbstunterscheidung ikonisiert die Wahrnehmung. Sie ist die absolute Gestalt der Mediums von Gedächtnis, Gedenken und Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstwahrnehmung der sittlichen Erlebenswelt wird zum Zweck der Ikonen, der aufgeschlüsselten Bilder, des Schreins der Gegenwart. Die Bebilderung der Geschichte macht Bilder selbst geschichtlich, versammelt und verdichtet Geschichte zu einem Bild, das so erscheint, als erzähle es Geschichte. In Wahrheit ist es ein Gebilde der Geschichte, welches im Sinn seiner Komposition die Gewissheiten der Sinne zu einer Form des Wissens bringen, die unmittelbar politisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur der Bilder ist eine immer aus den herausragenden Geschichten bestimmte Bildergeschichte, welche ein Wissen bildet, das keine andere Gewissheit hat als die des hervoragenden Bildes. &#039;&#039;Mach dir ein Bild. Bild dir deine Meinung.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Bilder, die sich ästhetisch vermitteln haben es in sich, weil sie nicht nur Information oder Schönheit, sondern auch einen Willen äußern. Wo der[[ästhetische Wille]] das Bindemittel zu einer [[heilen Welt]] geworden ist, kann das [[Schöne]] nicht einfach gut und das [[Gute]] nicht einfach schön sein. Es verpflichtet die Menschen zu einer [[Sittlichkeit]], die sich nicht mehr aus ihren kulturelllen Verhältnissen bestimmt, sondern daraus, dass sie schön und gut sein müssen, um den [[ästhetische Wille]]n als Allgemeinwille zu bestimmen, um das [[Heil]] der Welt zu halten oder dieses durch ihn zu erzeugen und zu bewähren, ihn allseitig gegenwärtig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstvergegenwärtigung]] hat sich durch die [[Notwendigkeit]] eines gesitteten Allgemeingefühls daher umgekehrt: Nicht das Sich-Einfühlen in einen - wenn auch äußerlichen - Kulturzusammenhang begründet das gesellschaftiche Zusammenwirken der Menschen, sondern die [[Notwendigkeit]], ein [[allgemeines]] Kulturverhalten zu vollziehen, in welchem das Einzelne nurmehr Moment des Ganzen ist, worin das [[Ganze]] zugleich zum Allgemeinwesen des Einzelnen wird. In der Abtrennung, in der Vereinzelung fühlen sich die Menschen daher jetzt wirklich allgemein und verstehen sich aus ihrem [[ästhetischen Willen]] heraus als Allgmeinwille, gegen den jeder, der ihn nicht teilt gefährlich, als &#039;&#039;Nestbeschmutzer&#039;&#039; begriffen wird. Was bis dahin nur [[Heile Welt]] war, wird jetzt zu einer übermächtigen [[Selbstgerechtigkeit]], worin die Menschen sich allgemein wiedererkennen und hieraus die Macht ihrer Bildung als [[Edelmut]] ihrer [[Selbstverwirklichung]] beziehen. Im [[Kult]] der [[Medien]] von &#039;&#039;[[Schön und Gut]]&#039;&#039; wird sie jetzt [[prominent]] und soll verbinden, wo keine [[Beziehung]] mehr möglich ist und wo die Bilder zum Medium des herrschenden [[ästhetischen Willens]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entsteht eine Bilderkultur, welche sich allen Organen der Wahrnehmung zuwendet, Auge, Ton und Text, und irgendwann wohl auch noch weiteren Sinnen. Diese allgemeine Verbilderung lässt eine Wahrnehmung, deren Widersinnigkeit noch zu spüren und zu erkennen ist, erblinden, stumpft sie ab, Die Güte der Bilder wird Bestimmung des Guten, zu einer Wirklichkeit, die selbst eine Bestimungsmacht in den Medien erfährt. Nicht nur definitiv und durch Sprache, sondern alleine im Umgang mit dem, was auf diese Weise schön und gut wird, wird der Ausschluss von einer Wahrheit betrieben, die nicht mehr von dieser Welt sein darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Zum Beispiel der Austausch der guten Menschen in den Talkshows usw. Ausgrenzung des Problems. Z.B. Stasivergangenheit des Vaters von ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrnehmung wird auf diese Weise zum Gebrauchsgut der Medien. Um etwas zur Promenenz zu bringen und als diese zu bestärken, wird das Leben von Menschen genommen, und in seiner Güte verwertet. Die Guten sind dabei natürlich die, welche die Löcher der Wirklichkeit ausfüllen und stopfen können (z.B. durch interessante Erlebnisse, durch Arbeit in der Dritten Welt, durch eklatante Leiderfahrungen, durch Originalität usw.). Das konkrete Leben wird nicht nur widergespiegelt, sondern bekommt eine Reflexion, die einen hohen Grund und Wert hat: Seine Vernichtungen und Nichtigkeiten gehen dadurch unter, dass sie von einer Medienwirklichkeit ersetzt werden, die dazu verhilft, sie zu relativeren, also auch erträglich zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es etabliert sich somit ein formiertes Wissen, die Information, als wichtigster Inhalt der Medienkultur, die hierdurch unmittelbar politische Kultur geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.3.3 Die mediale Bildproduktion (Der objektiv allgemeine Kulturträger der Information)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung ist nun völlig abgetrennt von der Realität, zugleich aber auch vollständig gegenwärtig als Inhalt des Wissens. Als dieser wird Wahrnehmung selbst zu einem Medium des Wissens, denn außer diesem hat nichts mehr eine Gewissheit. Die Menschen erkennen sich im Medium als Allgemeinheit ihrer Selbstbildung, als Teilhaber der hervorgetretenen Selbstwahrnehmung, die dadurch zu Wissen und als Wissen mächtig wird, dass sie zugleich prominent ist, gültig als Wissensform, als Information, wie sie sich in Bildern mitteilt, die mehr sind, als reine Form von wahrnehmbaren Inhalten. Die Bebilderung in ihrem weitläufigen Sinn macht das wesentliche Medium der Wissensbildung durch Information zu einem wesentlichen Kulturträger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bilder werden gemacht, mal mit [[Absichten]], die sich darin artikulieren, oder mit dem [[Bedürfnis]], etwas Schönes darzustellen, oder um [[Information]] zu verdichten oder in einem bestimmten [[Sinn]] zu erinnern. Sie sind immer Geschöpfe und [[Interpretationen]] von [[Wahrnehmungen]], die Anschauungen, [[Meinungen]] oder auch [[Gesinnungen]] aus den unterschiedlichsten Zwecken äußern, [[entäußern]] oder veräußern. Es gibt kein objektives Bild, das für sich [[wahr]] sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild kommt von Gebilde und ist von daher so [[subjektiv]] wie ein [[Traum]]. Bevor ein [[Gegenstand]] hergestellt wird, macht man sich ein Bild von diesem und nach dem Bild einen Plan, wie die Herstellung verlaufen muss. Man kann sich auch ein Bild von einer Lage, einer Sache oder einer [[Vorstellung]] machen und auch ganz allgemein &#039;&#039;im Bilde&#039;&#039; sein. All dies beschreibt Vorgänge, die nicht unmittelbar gegenständlich, nicht [[objektiv]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieweit ein Bild in der Vorstellung [[objektive]] [[Wirkung]] haben, hängt davon ab, in wieweit es die Menschen an Wahrnehmbares [[erinnert]], in wieweit es also mit dem [[Gedächtnis]] korrespondiert, in ihre Gefühöle eingreift, sich darin einmischt und deren [[Haptik]] bestimmt. Für sich genommen ist es ein [[Konstrukt]]. Als solches werden Bilder meist gemacht, z. B. gemalt oder gefilmt, und mit eigenständigen Inhalten und Zusammenhängen belebt (siehe [[Bildung]]). Dennoch haben sie Wirkung auf die Wahrnehmung. Durch den [[Lebensraum]], in welchem sie die [[Wahrnehmung]] be[[eindruck]]en und die [[Zusammenhänge]], die sie hierzu beitragen (siehe [[Medien]]), wirken in dem Maße, wie sie auf die [[anwesenden]] Gegenstände oder [[Umstände]] eingehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über diese können Bilder zu Beziehungsinhalten werden und Zusammenhänge den [[Gegenständen]] zuordnen, welche nicht [[wirklich]] mit ihnen zu tun haben. In der Verknüpfung dieser rein [[ästhetischen]] Beziehungen entstehen praktische [[Mythen]], die sich als [[gewohnheit]]smäßige Routine ([[Ritual]]) oder als [[Kult]] ereignen. Praktisch entsinnlichen diese die wirkliche Beziehung des Wahrnehmens und entheben sie in eine Welt der aufgelösten [[Empfindungen]], worin Bilder die [[Bildung]] der [[Selbstgefühle]] vorantreiben und in ihrer [[Haptik]] ausformen, worin sie schließlich ihr einziges Material haben: [[Abstrakt menschliche Sinnlichkeit]]. Darin verallgemeinern sich die [[Empfindungen]] als Naturstoff der Bilder zu einem Kulturstoff der [[zwischenmenschlichen Beziehungen]], zu einem [[Fetisch]] des [[Körperlichen]] (siehe [[Körperfetischismus]]), zu einem naturhaften Klischee der [[Gefühle]] (siehe [[Psyche]] in der [[Psychoanalyse]] als Erinnerungsbild eines [[Befriedigungs]]erlebnisses - nach [[Sigmund Freud]]). Das Bild wird so zu einer [[verdichteten]] [[Form]] der Wahrnehmung in [[gleichgültiger]] [[Bezogenheit]], zu einem selbständigen [[Sinn]] eines sinnlichen Typus, einer [[Vorstellung]] die Sinn hat und von daher auch sinnlich wird (z.B. in der Werbung oder im [[Design]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin sind die Zusammenhänge der Gewissheiten medial fixiert zu Verdichtungen der Wahrnehmung, welche Aussagen prominent machen, die nicht mehr für sich sprechen müssen, deren Inhalte nicht mehr promenieren, deren Herkunft also keinen Sinn mehr macht, weil nur ihre gegenwärtige Form Sinn hat. Es sind die Selbständigkeiten des Wissens, die als Informationen kursieren und Wissen als Konzentrat ihres Mediums vertreiben. Es werden damit alle Gewissheiten vetrieben, die daran zweifeln lassen und Wissen wird zum Medien gegen alles Ungewisse. Dessen Dichte erscheint nötig um die Eindrücke fassbar und damit unbezweifelbar zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Information]] wird auf diese Weise zur wesentlichen Formation der Selbstwahrnehmung, zum Bilderleben schlechthin, auch wenn es sachliche Informationen durch Text und Sprache betrifft. Informaion erzeugt Bilder. Bilder machen das aus, was Menschen in der Reduktion auf Wahrnehmungsdichte fassen können und verdichten damit die Auffassungen von dem, was ihnen fremd ist. Information erscheint als vertraute Fremdheit, die doch gegenwärtig ist. Und sie entfremdet auf diese Weise jedes Vertrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Information ist die Erstattung einer Neuigkeit, also auch der Ersatz eines bisher gültigen Wissens über das [[Notwendige]] ebenso wie über das Überflüssige, die Nachricht über [[Ereignisse]] im Ablauf des Alltags und den daraus herausragenden Abläufen, über [[Zufall]] und [[Schicksal]], [[Glück]] und Unglück, nicht um sich darin zu bilden, sich darin zu [[verstehen]], zu [[erkennen]] und [[gewiss]] zu werden, sondern um den [[Umgang]] damit zu [[lernen]]. Es ist ein rein phänomenales Wissen um Geschehnisse, die sich vergleichen lassen, um das Hervorragende ebenso, wie um den [[Gebrauch]] des [[Gewöhnlichen]], mit dem man [[Umgang]] hat oder sucht, das [[Wissen]] um die Funktion, um das Funktionieren des immer gleichen Verlaufs und [[Begriffs]], dessen innere [[Beziehung]] durch Information wirkungslos gehalten und durch sie auch [[gleichgültig]] wird. Wo Information nicht in neuem oder erneuertem [[Wissen]] aufgeht, also nicht in die [[Gewissheiten]] des [[Lebens]] gelangt, wendet sie sich gegen überkommenes durch einen flachen Austausch mit Informiertheit. Diese aber ist so unendlich, wie die [[Ereignisse]] selbst es sind. Information endet dann in den Tantalusqualen einer unendlichen Wissbegierde, die eine eigene Notwendigkeit errichtet. Information macht süchtig, weil die das große Loch der Uninformiertheit auftut. Da fällt ninein, wer die durch Information ertüchtigte Wirklichkeitswahrnehmung nicht teilen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Maß der Verselbständigung trennt sich die Information von jedem lebenden Gehalt. Der Sachzwang erscheint als Wissenszusammenhang und totalisiert sich darin. Abgelöstes Wissen ist daher notwendig unsittlich, hat keinen Sinn für das menschliche Leben selbst und konfrontiert sich diesem als Totalität gewisser Gegebenheiten, die eine sinnliche Entleerung der Gewissheiten betreiben. Die Menschen werden sich vielleicht &#039;&#039;überinformiert&#039;&#039; empfinden, aber sie sind der Macht der Bilder dennoch gebeugt. Die Welt erscheint verwirrt. Eine &#039;&#039;innere Autorität&#039;&#039; wird nötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 322 Die behütete Kultur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Uk3020&amp;diff=11329</id>
		<title>Uk3020</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Einleitung in die Veredelung der Hochkultur zur Heilskultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gottesglaube hatte die Sittlichkeit einer Kultur zu einer übermenschlichen Dimension gebracht, gegen welche alle Widersprüche und Kämpfe des wirklichen Lebens nurmehr als [[Unheil]] erscheinen können, weil sie eben auch wirklich unheilig sind. Mit dem [[Glauben]] an einen höheren [[Sinn]] wollten die Heiligen das Unheil beherrschen, indem er sich als Wille Gottes an die Menschen richtet, an die Reinheit Gottes die Selbstachtung der Menschen bindet und ihre Bereinigung vermittelt. Doch die vom Himmel zur Erde gebrachte Reinheit ist nichts anderes als eine sich selbst unterwerfende Selbstlosigkeit, durch die aus jedem Bürger ein Schutzpatron, aus jedem Warenbesitzer ein Spießbürger wird, etwa so, wie dereinst Martin Luther aus der Dogmatik des Glaubens der Kirchenpäpste den Pfaffen im Menschen selbst begründen wollte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Luther hat ... die Knechtschaft aus Devotion besiegt, weil er die Knechtschaft aus Überzeugung an ihre Stelle gesetzt hat. Er hat den Glauben an die Autorität gebrochen, weil er die Autorität des Glaubens restauriert hat. Er hat die Pfaffen in Laien verwandelt, weil er die Laien in Pfaffen verwandelt hat. Er hat den Menschen von der äußeren Religiosität befreit, weil er die Religiosität zum inneren Menschen gemacht hat. Er hat den Leib von der Kette emanzipiert, weil er das Herz an die Kette gelegt. [[(MEW 1, S. 385)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine religiös gewordenen Sitte stiftet ein soziales Verhältnis, das sich im Jammertal des Diesseits an die Menschen wendet und ihrer allgemein gewordenen [[Selbstlosigkeit]] nun auch [[Sinn]] stiftet, indem sie ihre Reinheit als Maßgabe für ihre Artigkeit sozialisisiert. Im zwischenmenschlichen Verhältnis muss das Herz der Menschen von diesem &#039;&#039;hohen Geist&#039;&#039; einer &#039;&#039;ewigen Wahrheit des menschlichen [[Daseins]]&#039;&#039; getroffen werden, welche die &#039;&#039;Entwurzelung&#039;&#039; der Menschen aufzugreifen versteht und sie auf den rechten Weg bringt. Sie verschafft sich im Trubel der Selbstverleugnungen eine Reinheit der Art, indem sie in ihrem hohen [[Sinn]] das [[Gute]] vom [[Bösen]] trennt und für sich frei macht, zu einem guten Meinen bringt, zu einer [[Meinung]], die als Gefühl für sich steht und das Meinige dafürhalten kann, wo es als [[allgemeine]] [[Güte]] auftritt und zu einem Allgemeingefühl der Heilsamkeit wird. Die Menschen sind aber nicht erst durch einen sittlichen [[Glauben]] zu sich selbst in ein [[mythologisches]] Verhältnis geraten. Es war schon mit der [[Selbstverwertung]] angelegt, welche die [[Psyche]] dazu getrieben hatte, ihre Verwirklichung in einer [[Selbstveredelung]] ui finden und zu [[empfinden]]. Ihr [[Edelmut]] wurde zum Mehrwert der [[Selbstwahrnehmung]], der ihr [[Selbstgefühl]] mit übermächtigen Fähigkeiten ausgestattet hatte. Er aber hatte in der bürgerlichen Persönlichkeit für sich noch keine Wirklichkeit gefunden und kommt nun erst im [[Verhältnis]] und Verhalten selbstlos gewordener Menschen zur Anwendung, wird darin zur Botschaft von einer höheren Sinnlichkeit, die nun auch ihre sozialen [[Beziehungen]] neu bestimmt, sie für ein höheres Dasein verpflichtet, das alle ihre Unschönheiten, ihre Störungen und Reibereien, ihre Begierden, Verfehlungen und [[Verrücktheiten]] zusammenfasst und ins Jenseits befördert. Was zwischen den Menschen (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]) und in der Welt geschieht, wird nurmehr unter einer Bestimmung wahrgenommen, die von [[Unheil]] kündet und [[Heil]] verspricht. Alle Verhältnisse, so klar auch ihre verstandesmäßige Beziehungen sein mögen, sind - schon bevor sie überhaupt Gegenstand der Erkenntnis werden können - für die Menschen von einem Prinzip erfasst, das nur daraus besteht, ein seelisches Unheil zu meiden, das mit dem Unheil der Welt in dem Maße sich decken lässt, wie auch die weltlichen Konflikte mystisch werden, sich nicht mehr durchdringen lassen, immer wirrer für die einzelne Wahrnehmung werden. Es hatte sich schon in der Bildung des Religiösen im Menschen eine Ordnung zugetragen, welche durch eine höhere Sinnstiftung des Werdens und Vergehens der [[Natur]] begründet wurde. Nun geht es um die Sinnstiftung einer [[heilen Welt]], die sich auch wirklich gegen alles [[Unheil]] stellen soll. Die Vergöttlichung der Kultur hatte die Naturalisierung des Sittlichen zur Voraussetzung. Sie hatte die Selbstwahrnehmung zum reinen [[Geist]] eines übermenschlichen Wesens herausgesetzt, dem die Menschen niemals gerecht werden können. Die einzelnen [[Absichten]] der Menschen werden auf diese Weise dem allgemeinen Übermenschen gebeugt und zu einer Ausdrucksform ihrer Sinne isoliert. Damit sind diese als eigenständige Momente des unterordneten Menschseins naturalisiert und können als allgemeine Naturnotwendigkeit nackter Individualität erscheinen, die sich an der sittlichen Allgemeinheit der Kultur relativiert. Das Sinnliche war also auf Eigenschaften der Individuen reduziert, die als Eigenschaften für sich in der Natur ihre Wesenseigenschaft gefunden haben müssen, um ihren Fortbestand als Natur von Bedürfnissen und Begierden zu bewahren, deren gesellschaftliche Natur im Grunde gleichgültig ist, weil Gesellschaft nurmehr rein geistig aufgefasst und erlebt wird. Die Natur wird damit zum Antagonisten des Geistes und der Geist zu einem notwendigen Machtfaktor der Kultur, zum Inhalt der Selbstbestimmung des Menschen, der jetzt nur noch eins erstreben kann: Die Veredelung seiner Selbst. Weil die sinnlichen Beziehungen nun ausschließlich naturgegeben erscheinen, werden die geistigen zu einem ausschließlichen Kulturphänomen der allgemeinen [[Selbstveredelung]]. Weil sie in ihrer &#039;&#039;Natürlichkeit&#039;&#039; nur unkultiviert gelten können, wird auch keine natürliche Kultur mehr in ihnen erkannt. Tatsächlich haben sie sich der Allgemeinheit einer kultivierten Natur vollständig enthoben und vergehen als Natureigenschaften schnell mit ihrer geistigen Befriedigung ins [[Übermenschliche]]. Ihre Kultur wird damit zu einer selbständigen Allgemeinheit, zu einem Sein jenseits aller Natur, das sich über deren profanes Dasein in der Kultur enthebt. Damit hatte die Kultur selbst nun die Bestimmung erworben, die zunächst nur religiös war. Im Gottesglauben und im Vollzug des reinen Gotteskultes liesen sich zwar sittliche Regeln vollziehen und vermenschlichen, aber der Mensch kann als göttliches Wesen nur Kultur haben, wenn er sich selbst zum Heiligen wird und von daher auch seine soziale Welt, und das schließt seine natürliche Erscheinung mit ein, auch wirklich zu kultivieren versteht. Seine materielle und soziale Wirklichkeit steht hiergegen aber bislang ab. Sie hat noch ihre rein &#039;&#039;sündige Gestalt&#039;&#039;, die sich im Bildungsbürgertum zu erlösen sucht. Das ganze kulturelle Verhältnis erscheint daher zunächst noch als Kränkung, als ein Verhältnis, worin sich kein Mensch erkennen kann, weil er sich darin nicht so will, wie er wirklich ist. Was als solche Kultur objektiv geworden war, war übermenschlich und kann subjektiv nicht gewollt sein. Das allgemeine Subjekt wird daher aus der Abkehr von einer objektiven Boshaftigkeit begründet: Die Heile Welt bekommt Subjektform gegen das Unheil der Welt, indem sich die Menschen an einem Heil bilden, das zunächst nur darin besteht, Unheil abzuwenden und auszuschließen. Es geht darin nicht mehr nur um eine Bergung des vor dieser boshaften Welt bewahrten oder zu bewahrenden Lebens, sondern um einen subjektiven Geist, der sich als Macht gegen die Bosheit zu entwicklen sucht, - als ein Wille, der sich zunächst als Naturrecht gegen das Böse herauskehrt, ein Naturrecht der Moral, das ein Überleben nicht nur verspricht, sondern selbst dessen Lebensform annimmt. Und das geschieht daher nicht einfach nur in der Vorstellung, sondern zwischen den Menschen selbst. Die übermenschliche Bestimmung ihrer Kultur wird nun zum Hinterhalt ihrer Sittlichkeit. Sie erfahren sich in der Wirklichkeit ihrer Überlebenskämpfe nämlich vor allem als Gegner und verschleißen ihre Beziehungen in unendlichen Konflikten zwischen Pflicht und Vergnügen. Und die sozialen Konflikte, die sich hierbei verdeutlichen, bilden den Stoff dieses natürlich scheinenden Rechts, das nun als Naturrecht auftritt, sich gegen Untergang und Vernichtung, sich gegen Unheil zu verhalten: Ein Recht im Sinne des Heils der Menschen. Die Wirklichkeit dieser Konflikte spielt dabei keine Rolle mehr; sie werden schlicht durch das Recht auf eine heile Welt ausgeschlossen, negiert und als Heilsprinzip gegen ihren Grund gerichtet. Gegen die soziale Wirklichkeit wird eine Esoterik des Guten gerichtet und diese zum Träger einer allgemeinen Sebstbezogenheit des guten Menschen, zu einer Kulturmacht der Güte. Wiewohl sich diese aus der bloßen Subjektivität des Leidens an der Welt begründet, wird sie dadurch objektiv, dass sie die Verhältnisse der Menschen bestimmt. In ihnen selbst herrscht Isolation. Diese war schon die Grundlage der Religion, um im vereinzelten Menschen Gefühlszusammenhänge zu [[idealisieren]]. Nun geht es um die [[Ästhetik]] dieser Idealisierung: die Ikonisierung des Ideals. Sie bildet sich im Medium der Idealisierung selbst durch eine Verdopplung der [[Gefühle]] jenseits ihrer [[Empfindungen]]. Indem idealisierte Wesenheiten zur einfachen Betimmtheit zwischenmenschlichen Beziehungen werden, wird die Wahrnehmung selbst wesentlich durch äußerliche Eindrücke beherrscht - nicht mehr nur gereizt, sondern zur Befriedung innerer Regsamkeiten bezwungen. Die ästhetische Maske wird das beherrschende Bild der Persönlichkeiten, die sich prominent machen, indem sie dem Alltäglichen den Sinn einer höhreren Individualität, eines Massenindividuums verleihen. Jedes wirkliche Gefühl gerät hierbei in die absurde Beziehung einer übermenschlichen Güte, die es nun auch wirklich bestimmt Diese Bestimmung ist zunächst eine esoterische Selbstigkeit, eine bloß ästhetische Konfiguration einer allgemeinmenschlichen Güte, die in der sozialen Welt dazwischentritt, wo sich Böses auftut. Es ist im Grunde ganz einfach: Das Böse erscheint selbst unbestimmt, z.B. als Verwahrlosung, Seuche, Sucht und dergleichen und wird durch eine einzige allgemeine Bestimmung bekämpft: durch ein Gesetz, das sein Auftreten verbietet, Diese Gesetz selbst erscheint wie jedes Gesetz allgemein nötig, richtet sich aber nicht gegen das wirklich Einzelne, das sich an einer allgemeinen Wirklichkeit &#039;&#039;vergeht&#039;&#039;, nicht gegen ein &#039;&#039;Verbrechen&#039;&#039;, das mit dem allgemein nötigen Verkehr bricht. Es richtet sich gegen die Möglichkeit, ein solches Verbrechen überhaupt möglich sein zu lassen - es richtet sich gegen den Kern des Bösen, das aus Prinzip verfolgt werden soll und deshalb auch als Prinzip vernichtet werden muss. Die prinzipielle Bekämpfung von sozialer Verwahrlosung jenseits ihrer Ursachen findet sich z.B. in der Theorie der &#039;&#039;[[Broken Windows]]&#039;&#039;, die in den USA besonders von dem einstigen New-Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani und seinem Polizeichef William Bratton vertreten wurde und die derzeitig in Deutschland auch von Innenminister Schäuble propagiert wird. Auf der Grundlage dieser These wurde das New Yorker Polizeimodell „Zero Tolerance“ entwickelt. Es sieht unter anderem vor, aus Gründen der Kriminalprävention frühzeitig und rigoros auch gegen Bagatellkriminalität und kleinste Ordnungsverstöße vorzugehen. Es handelt sich hierbei um eine Machtdemonstration gegen die &#039;&#039;Kräfte der Verwahrlosung&#039;&#039;, die erst mal einfach plausibel daherkommt. Es ist im Grunde eine Erstickungstheorie, wonach das Übel dort schon &#039;&#039;im Keim erstickt&#039;&#039; werden soll, wo es erscheint, seine Erscheinung also frühzeitig beseitigt werden muss, damit Übles nicht durchbrechen, sich nicht ausbreiten kann. Dies wird mit einer rein ästhetischen Begründung unterlegt: Wo ein oder zwei Fenster zu Bruch gehen, sollen sie unmittelbar und binnen Stunden ausgewechselt werden, damt die wahrnehmbare Zerstörung nicht zu weiterer Zerstörung anstiftet. Denn sind erst mal einige Fenster zu Bruch gegangen - so die Theorie - dann breitet sich Nachlässigkeit gegen die Zerstörung von Fensterscheiben aus; Verwahrlosung greift um sich. Gemeint ist damit natürlich nur das Prinzip von Erstickung der Ausbreitung durch Gegenmaßnahmen. Und dies soll vor allem die Bekämpfung sozialen Konflikten totalisieren. Durch krasse Bestrafung kleinerer Vergehen soll eine allgemeine Angst vor Betrafung überhaupt die Kriminalität überhaupt bekämpft werden. So werden z.B. Schwarzfahrer in der New-Yorker U-Bahn in Handschellen abgeführt und eingesperrt, weil dies eine drastische Wahrnehmung von Staatsgewalt vermittelt und allgemein beeindrucken soll. Es ist das billigste Mittel, um Angst vor Delikten und Abweichungen zu erzeugen. In Deutschland zeigt sich eine ähnliche Tendenz in der neueren Gesetzgebung, z.B. im bayerischen Versammlungsrecht und auch in den Durchführungsbestimmungen der Belauschung privater Daten. Die Naturalisierung des Sittlichen hat die Selbstwahrnehmung verkörperlicht und ihre Absichten ihres Sinns enthoben. Dies hat eine Selbständigkeit des Seelischen zur Folge, welches allerdings zunächst nur Sehnsucht ist. Je massiver und massiger die Sitte wird, desto seelenloser wird sie: Unschön. Die Not der Sittlichkeit ist ihre seelische Unwirklichkeit in der Masse, die dies als Unmöglichkeit einer beseelten Ethik erlebt. Sie ist damit unästhetisch, ohne irgendeine Form der Menschlichkeit, ohne Liebe. Die Güte menschlicher Gefühle steht mit der Sinnlosigkeit menschlicher Gemeinschaft in dieser Kultur wirklich in Frage - und damit ihre Basis. Was sitlich ist, muss auch gewollt werden. Der ästhetische Wille bildet sich wie von selbst aus den Widersprüchen der Selbstwahrnehmungen, die sich nur in Selbstverleugnung sittlich gestalten können. Eine rein aufklärerische Sittlichkeit gibt es nicht wirklich und schon gar nicht in der Masse. So bildet sich der [[ästhetische Wille]] auch nicht in der Körpermasse, sondern in deren Durchbrechung, in der Ohnmacht der [[Psyche]], welche nach [[Seele]]ngemeinschaft verlangt. Darin wird der [[Glaube]], welche dem [[Selbstgefühl]] schon in der einfachen Wahrnehmung zugrunde liegt, zur gemeinen [[Notwendigkeit]]. Es ist der allgemeine Glaube an die [[Güte]] der selbständigen Gefühlswelt - nicht als theoretisches Verhalten, sondern praktisch als Sehnsucht nach einer Ganzheit des [[Lebens]] voller [[Sinn]] und [[Liebe]]. Diese Sehnsucht kann sich nur als eigenständige [[Ästhetik]] des [[Willens]] durchsetzen, und dies wiederum nur durch ästhetische Versinnlichung des Gemeingefühls. Darin erscheint die sittliche Masse sich selbst äußerst persönlich und verlangt nach einer persönlichen Gestaltung ihrer Sehnsucht und also nach einer Persönlichkeit, in welcher sie sich erkennen kann. Die [[Masse]] der Selbstgefühle werden darin zu einer Massenpsyche des allgemeinen sittlichen Selbstgefühls, werden selbst zu einer [[Persönlichkeit]] der [[Gesinnung]]..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen sind aber nicht erst durch einen sittlichen [[Glauben]] zu sich selbst in ein [[mythologisches]] Verhältnis geraten. Es war schon mit der [[Selbstverwertung]] angelegt, welche die [[Psyche]] dazu getrieben hatte, ihre Verwirklichung in einer [[Selbstveredelung]] ui finden und zu [[empfinden]]. Ihr [[Edelmut]] wurde zum Mehrwert der [[Selbstwahrnehmung]], der ihr [[Selbstgefühl]] mit übermächtigen Fähigkeiten ausgestattet hatte. Er aber hatte in der bürgerlichen Persönlichkeit für sich noch keine Wirklichkeit gefunden und kommt nun erst im [[Verhältnis]] und Verhalten selbstlos gewordener Menschen zur Anwendung, wird darin zur Botschaft von einer höheren Sinnlichkeit, die nun auch ihre sozialen [[Beziehungen]] neu bestimmt, sie für ein höheres Dasein verpflichtet, das alle ihre Unschönheiten, ihre Störungen und Reibereien, ihre Begierden, Verfehlungen und [[Verrücktheiten]] zusammenfasst und ins Jenseits befördert. Was zwischen den Menschen (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]) und in der Welt geschieht, wird nurmehr unter einer Bestimmung wahrgenommen, die von [[Unheil]] kündet und [[Heil]] verspricht. Alle Verhältnisse, so klar auch ihre verstandesmäßige Beziehungen sein mögen, sind - schon bevor sie überhaupt Gegenstand der Erkenntnis werden können - für die Menschen von einem Prinzip erfasst, das nur daraus besteht, ein seelisches Unheil zu meiden, das mit dem Unheil der Welt in dem Maße sich decken lässt, wie auch die weltlichen Konflikte mystisch werden, sich nicht mehr durchdringen lassen, immer wirrer für die einzelne Wahrnehmung werden. Es hatte sich schon in der Bildung des Religiösen im Menschen eine Ordnung zugetragen, welche durch eine höhere Sinnstiftung des Werdens und Vergehens der [[Natur]] begründet wurde. Nun geht es um die Sinnstiftung einer [[heilen Welt]], die sich auch wirklich gegen alles [[Unheil]] stellen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergöttlichung der Kultur hatte die Naturalisierung des Sittlichen zur Voraussetzung. Sie hatte die Selbstwahrnehmung zum reinen [[Geist]] eines übermenschlichen Wesens herausgesetzt, dem die Menschen niemals gerecht werden können. Die einzelnen [[Absichten]] der Menschen werden auf diese Weise dem allgemeinen Übermenschen gebeugt und zu einer Ausdrucksform ihrer Sinne isoliert. Damit sind diese als eigenständige Momente des unterordneten Menschseins naturalisiert und können als allgemeine Naturnotwendigkeit nackter Individualität erscheinen, die sich an der sittlichen Allgemeinheit der Kultur relativiert. Das Sinnliche war also auf Eigenschaften der Individuen reduziert, die als Eigenschaften für sich in der Natur ihre Wesenseigenschaft gefunden haben müssen, um ihren Fortbestand als Natur von Bedürfnissen und Begierden zu bewahren, deren gesellschaftliche Natur im Grunde gleichgültig ist, weil Gesellschaft nurmehr rein geistig aufgefasst und erlebt wird. Die Natur wird damit zum Antagonisten des Geistes und der Geist zu einem notwendigen Machtfaktor der Kultur, zum Inhalt der Selbstbestimmung des Menschen, der jetzt nur noch eins erstreben kann: Die Veredelung seiner Selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die sinnlichen Beziehungen nun ausschließlich naturgegeben erscheinen, werden die geistigen zu einem ausschließlichen Kulturphänomen der allgemeinen [[Selbstveredelung]]. Weil sie in ihrer &#039;&#039;Natürlichkeit&#039;&#039; nur unkultiviert gelten können, wird auch keine natürliche Kultur mehr in ihnen erkannt. Tatsächlich haben sie sich der Allgemeinheit einer kultivierten Natur vollständig enthoben und vergehen als Natureigenschaften schnell mit ihrer geistigen Befriedigung ins [[Übermenschliche]]. Ihre Kultur wird damit zu einer selbständigen Allgemeinheit, zu einem Sein jenseits aller Natur, das sich über deren profanes Dasein in der Kultur enthebt. Damit hatte die Kultur selbst nun die Bestimmung erworben, die zunächst nur religiös war. Im Gottesglauben und im Vollzug des reinen Gotteskultes liesen sich zwar sittliche Regeln vollziehen und vermenschlichen, aber der Mensch kann als göttliches Wesen nur Kultur haben, wenn er sich selbst zum Heiligen wird und von daher auch seine soziale Welt, und das schließt seine natürliche Erscheinung mit ein, auch wirklich zu kultivieren versteht. Seine materielle und soziale Wirklichkeit steht hiergegen aber bislang ab. Sie hat noch ihre rein &#039;&#039;sündige Gestalt&#039;&#039;, die sich im Bildungsbürgertum zu erlösen sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze kulturelle Verhältnis erscheint daher zunächst noch als Kränkung, als ein Verhältnis, worin sich kein Mensch erkennen kann, weil er sich darin nicht so will, wie er wirklich ist. Was als solche Kultur objektiv geworden war, war übermenschlich und kann subjektiv nicht gewollt sein. Das allgemeine Subjekt wird daher aus der Abkehr von einer objektiven Boshaftigkeit begründet: Die Heile Welt bekommt Subjektform gegen das Unheil der Welt, indem sich die Menschen an einem Heil bilden, das zunächst nur darin besteht, Unheil abzuwenden und auszuschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darin nicht mehr nur um eine Bergung des vor dieser boshaften Welt bewahrten oder zu bewahrenden Lebens, sondern um einen subjektiven Geist, der sich als Macht gegen die Bosheit zu entwicklen sucht, - als ein Wille, der sich zunächst als Naturrecht gegen das Böse herauskehrt, ein Naturrecht der Moral, das ein Überleben nicht nur verspricht, sondern selbst dessen Lebensform annimmt. Und das geschieht daher nicht einfach nur in der Vorstellung, sondern zwischen den Menschen selbst. Die übermenschliche Bestimmung ihrer Kultur wird nun zum Hinterhalt ihrer Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erfahren sich in der Wirklichkeit ihrer Überlebenskämpfe nämlich vor allem als Gegner und verschleißen ihre Beziehungen in unendlichen Konflikten zwischen Pflicht und Vergnügen. Und die sozialen Konflikte, die sich hierbei verdeutlichen, bilden den Stoff dieses natürlich scheinenden Rechts, das nun als Naturrecht auftritt, sich gegen Untergang und Vernichtung, sich gegen Unheil zu verhalten: Ein Recht im Sinne des Heils der Menschen. Die Wirklichkeit dieser Konflikte spielt dabei keine Rolle mehr; sie werden schlicht durch das Recht auf eine heile Welt ausgeschlossen, negiert und als Heilsprinzip gegen ihren Grund gerichtet. Gegen die soziale Wirklichkeit wird eine Esoterik des Guten gerichtet und diese zum Träger einer allgemeinen Sebstbezogenheit des guten Menschen, zu einer Kulturmacht der Güte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiewohl sich diese aus der bloßen Subjektivität des Leidens an der Welt begründet, wird sie dadurch objektiv, dass sie die Verhältnisse der Menschen bestimmt. In ihnen selbst herrscht Isolation. Diese war schon die Grundlage der Religion, um im vereinzelten Menschen Gefühlszusammenhänge zu [[idealisieren]]. Nun geht es um die [[Ästhetik]] dieser Idealisierung: die Ikonisierung des Ideals. Sie bildet sich im Medium der Idealisierung selbst durch eine Verdopplung der [[Gefühle]] jenseits ihrer [[Empfindungen]]. Indem idealisierte Wesenheiten zur einfachen Betimmtheit zwischenmenschlichen Beziehungen werden, wird die Wahrnehmung selbst wesentlich durch äußerliche Eindrücke beherrscht - nicht mehr nur gereizt, sondern zur Befriedung innerer Regsamkeiten bezwungen. Die ästhetische Maske wird das beherrschende Bild der Persönlichkeiten, die sich prominent machen, indem sie dem Alltäglichen den Sinn einer höhreren Individualität, eines Massenindividuums verleihen. Jedes wirkliche Gefühl gerät hierbei in die absurde Beziehung einer übermenschlichen Güte, die es nun auch wirklich bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bestimmung ist zunächst eine esoterische Selbstigkeit, eine bloß ästhetische Konfiguration einer allgemeinmenschlichen Güte, die in der sozialen Welt dazwischentritt, wo sich Böses auftut. Es ist im Grunde ganz einfach: Das Böse erscheint selbst unbestimmt, z.B. als Verwahrlosung, Seuche, Sucht und dergleichen und wird durch eine einzige allgemeine Bestimmung bekämpft: durch ein Gesetz, das sein Auftreten verbietet, Diese Gesetz selbst erscheint wie jedes Gesetz allgemein nötig, richtet sich aber nicht gegen das wirklich Einzelne, das sich an einer allgemeinen Wirklichkeit &#039;&#039;vergeht&#039;&#039;, nicht gegen ein &#039;&#039;Verbrechen&#039;&#039;, das mit dem allgemein nötigen Verkehr bricht. Es richtet sich gegen die Möglichkeit, ein solches Verbrechen überhaupt möglich sein zu lassen - es richtet sich gegen den Kern des Bösen, das aus Prinzip verfolgt werden soll und deshalb auch als Prinzip vernichtet werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die prinzipielle Bekämpfung von sozialer Verwahrlosung jenseits ihrer Ursachen findet sich z.B. in der Theorie der &#039;&#039;[[Broken Windows]]&#039;&#039;, die in den USA besonders von dem einstigen New-Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani und seinem Polizeichef William Bratton vertreten wurde und die derzeitig in Deutschland auch von Innenminister Schäuble propagiert wird. Auf der Grundlage dieser These wurde das New Yorker Polizeimodell „Zero Tolerance“ entwickelt. Es sieht unter anderem vor, aus Gründen der Kriminalprävention frühzeitig und rigoros auch gegen Bagatellkriminalität und kleinste Ordnungsverstöße vorzugehen. Es handelt sich hierbei um eine Machtdemonstration gegen die &#039;&#039;Kräfte der Verwahrlosung&#039;&#039;, die erst mal einfach plausibel daherkommt. Es ist im Grunde eine Erstickungstheorie, wonach das Übel dort schon &#039;&#039;im Keim erstickt&#039;&#039; werden soll, wo es erscheint, seine Erscheinung also frühzeitig beseitigt werden muss, damit Übles nicht durchbrechen, sich nicht ausbreiten kann. Dies wird mit einer rein ästhetischen Begründung unterlegt: Wo ein oder zwei Fenster zu Bruch gehen, sollen sie unmittelbar und binnen Stunden ausgewechselt werden, damt die wahrnehmbare Zerstörung nicht zu weiterer Zerstörung anstiftet. Denn sind erst mal einige Fenster zu Bruch gegangen - so die Theorie - dann breitet sich Nachlässigkeit gegen die Zerstörung von Fensterscheiben aus; Verwahrlosung greift um sich. Gemeint ist damit natürlich nur das Prinzip von Erstickung der Ausbreitung durch Gegenmaßnahmen. Und dies soll vor allem die Bekämpfung sozialen Konflikten totalisieren. Durch krasse Bestrafung kleinerer Vergehen soll eine allgemeine Angst vor Betrafung überhaupt die Kriminalität überhaupt bekämpft werden. So werden z.B. Schwarzfahrer in der New-Yorker U-Bahn in Handschellen abgeführt und eingesperrt, weil dies eine drastische Wahrnehmung von Staatsgewalt vermittelt und allgemein beeindrucken soll. Es ist das billigste Mittel, um Angst vor Delikten und Abweichungen zu erzeugen. In Deutschland zeigt sich eine ähnliche Tendenz in der neueren Gesetzgebung, z.B. im bayerischen Versammlungsrecht und auch in den Durchführungsbestimmungen der Belauschung privater Daten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Naturalisierung des Sittlichen hat die Selbstwahrnehmung verkörperlicht und ihre Absichten ihres Sinns enthoben. Dies hat eine Selbständigkeit des Seelischen zur Folge, welches allerdings zunächst nur Sehnsucht ist. Je massiver und massiger die Sitte wird, desto seelenloser wird sie: Unschön. Die Not der Sittlichkeit ist ihre seelische Unwirklichkeit in der Masse, die dies als Unmöglichkeit einer beseelten Ethik erlebt. Sie ist damit unästhetisch, ohne irgendeine Form der Menschlichkeit, ohne Liebe. Die Güte menschlicher Gefühle steht mit der Sinnlosigkeit menschlicher Gemeinschaft in dieser Kultur wirklich in Frage - und damit ihre Basis. Was sitlich ist, muss auch gewollt werden. Der ästhetische Wille bildet sich wie von selbst aus den Widersprüchen der Selbstwahrnehmungen, die sich nur in Selbstverleugnung sittlich gestalten können. Eine rein aufklärerische Sittlichkeit gibt es nicht wirklich und schon gar nicht in der Masse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bildet sich der [[ästhetische Wille]] auch nicht in der Körpermasse, sondern in deren Durchbrechung, in der Ohnmacht der [[Psyche]], welche nach [[Seele]]ngemeinschaft verlangt. Darin wird der [[Glaube]], welche dem [[Selbstgefühl]] schon in der einfachen Wahrnehmung zugrunde liegt, zur gemeinen [[Notwendigkeit]]. Es ist der allgemeine Glaube an die [[Güte]] der selbständigen Gefühlswelt - nicht als theoretisches Verhalten, sondern praktisch als Sehnsucht nach einer Ganzheit des [[Lebens]] voller [[Sinn]] und [[Liebe]]. Diese Sehnsucht kann sich nur als eigenständige [[Ästhetik]] des [[Willens]] durchsetzen, und dies wiederum nur durch ästhetische Versinnlichung des Gemeingefühls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin erscheint die sittliche Masse sich selbst äußerst persönlich und verlangt nach einer persönlichen Gestaltung ihrer Sehnsucht und also nach einer Persönlichkeit, in welcher sie sich erkennen kann. Die [[Masse]] der Selbstgefühle werden darin zu einer Massenpsyche des allgemeinen sittlichen Selbstgefühls, werden selbst zu einer [[Persönlichkeit]] der [[Gesinnung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 321. Der Wille der Kultur]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Uk3013</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Sitte (Die objektive Vernunft der Subjektivität)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind dahin gelangt, dass sich die Menschen selbst in ihrem versachlichten Gattungswesen, in den selbstlosen Begattungen ihrer mißglückten Kultur auch als [[Sachen]] [[wahrhaben]] müssen, was ihre Verhältnisse pervertiert hatte. Sie können daher einander nur leiden, wo sie in ihrer [[Selbstlosigkeit]] doch wenigstend der Form nach einen [[Gemeinsinn]] finden. Sie müssen sich ansonsten ertragen, wie sie in der Ungestalt ihrer [[Gesellschaft]] sind und sind dennoch und vor allem auch deshalb in ihrem Mißgeschick verschmolzen, weil sie dieses im Mitmachen produzieren und es zugleich auch immer von sich &#039;&#039;persönlich&#039;&#039; abweisen können [[(1)]]. Im triebhaften Gebaren ihrer Reize ziehen sich gerade darin körperlich an, worin sie sich kulturell voneinander abstoßen. Ihre Kultur besteht aus ihrer allgemeinen Vereinzelung, die an und für sich kein unmittelbares Verhalten darin begründen kann. Es muss als persönliche Geste in einer [[Vernunft]] gäußert werden, die solche allgemeine Selbstlosigkeit zu verbinden und verbünden versteht. Die zwischenmenschliche Kultur besteht daher aus Bündnissen, die sich sittlich einig sind. Erst darin können die Menschen ihre persönlichen Hörigkeiten wirklich verlassen, ihre [[symbiotische Selbstbehauptungen]] veräußern und sich aus den Nöten und [[Notwendigkeiten]] ihrer Selbstvergegenwärtigungen entlassen. Ihre Sitten erscheinen daher auch als grundlegende Möglichkeit, die Verhältnisse in eine höhere [[Vernunft]] zu bringen, die [[Leben]] sein und Leben sein lassen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] waren bisher von dem Unglück getrieben, das sie bis zur Perversion ihrer Wahrnehmungen selbst produzieren und in der Wahrnehmung grenzen sich die [[Zwischenmenschen]] deshalb in den [[Empfindungen]] von den Verwirklichungen der Selbstwahrnehmung dort ab, wovor sie sich im [[Gefühl]] fürchten müssen. Ihre [[Reize]] konzentrieren sich auf eine ausschließliche [[Wahrnehmung]] dessen, was aus dem Blickwinkel der besorgten Wahrnehmung zu ertragen ist, was sie nicht ängstigt und nicht bedroht. Die vielen Monster der Aufreizungen, die sie für sich wahr hat, werden ausgeschieden in Personifikationen des schlechthin Fremden, dem Anderssein der Lebenswelten der Empfindungen und Gefühle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Liebe]], welche ihr geschlechtliche Wirklichkeit in ihren Selbstbehauptungen verloren hat, wird nun als ästhetische Verschmelzung wahr, als die Verkörperung eigener Wahrheit, die sich gegen die Welt in ihrer [[symbiotischen]] [[Beziehung]] mit ihr einen kann, wenn sie als sittliche Übereinkunft sich ergänzt. Die Liebenden werden in diesem [[Widerspruch]] zu Trägern dieser Einheit, zu Inhabern einer geeinten [[Ästhetik]] ihrer Wahrnehmung, die ihnen nun als ihre wahre kreative [[Kraft]] und in ihrer [[Gegebenheit]] zugleich als Kraft der Kreation und Kreatur schlechthin erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrnehmungsform wird damit erhaben und als solche zu einer besonderesn Sphäre des Sinnlichen, zu einem Sinn, der sich in seiner Unbewältigbarkeit und Ungewissheit eine eigen Lebensgestalt des Gefühls gibt, zu einem Gefühl für alles Hintersinnige, Ahnungsvolle, das nun mächtiger erscheinen kann, als das wirkliche Leben, besonders als Verbindung des Übersinnlichen, das nun sinnlich weird, indem es als gereinigte Lebensform der Liebe und ihrer &#039;&#039;Verstrickungen&#039;&#039; als selbst gefühlter Sinn der Selbstwahrnehmung wahrnehmbar wird. Es ist das Gefühl für eine Allmacht, die sich in die ganze Welt hinein erspüren lässt als gefühlte [[Abstraktion]] von den wirklichen Lebensgeschicken, ein Gefühl für die Allmacht des &#039;&#039;[[Schicksals]]&#039;&#039;, das sich als Wesen des Kosmos, als Sinn allen Seins in der Selbstwahrnehmung wirklich übermenschlich wahrnehmbar wird, dem der Mensch verpflichtet und also schuldig für die Mangelhaftigkeit seines Menschseins wird. Es ist die Grundform des religiösen Gefühls, der höchsten Form der Wahrnehmungsform der [[Selbstbeziehung]], das nun zu einem kosmischen [[Ich]] in einer übernatürlichen Natur sich wahrmacht und sich durch die [[Zufälle]] des Geschicks in der [[Absicht]] seiner Wahrnehmung bestätigt. Die wirklichen Menschen werden darin einerseits zu Winzlingen großartiger Macht, aber zugleich als Moment übermenschlicher Subjektivität über sich selbst hinaus unendlich erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Chaos bekommt darin nun seine [[Ordnung]], die &#039;&#039;Ordnung der Liebe&#039;&#039;, wie sie z.B. [[Bert Hellinger]] zum Lebenskosmos schlechthin erhoben und zu Gottes Geist auf Erden erbrochen hat. Doch dieser Kosmos ist nicht so rein und schön, wie sich eine Liebesordnung für Hellinger anfühlt. Er reduziert sich praktisch auch bei ihm nur auf eine Welt der Ahnungen unendlicher Verstrickungen, die in ihrer Einfachheit lediglich die [[körperliche]] Verbundenheit der Menschen sein kann, die Genealogie ihrer Religio, ihrer hintersinnigen Verbundenheit als Grundform einer naturhaft erscheinenden Beziehung, die keinen wirklichen Sinn mehr für die Menschen hat, dafür aber alle Liebe der Menschheit in der Erhabenheit ihrer Selbstliebe. Hier erscheint sie nun von allen üblen Wirkungen befreit, aus den Widersprüchen der Kultur heraus wieder möglich zu sein, denn die Nähe und Gewohnheit eint alles in der Kultur, was dem Inhalt nach auseinanderfällt. Die &#039;&#039;Ordnung der Liebe&#039;&#039; soll sich aus einem aparten Sinn ergeben, der hinter allem einfach deshalb sein muss, damit es sein kann; auch im Zerfall Fortbestand hat. Was im Sinnesleben nötig geworden ist, muss in seiner kulturellen Gegenwart ausgesondert werden, um vernünftig zu sein. Die Vernunft bezieht sich auf die Gestaltung des Sinnlichen selbst, auf die Lebensformen dessen, was sich eingewöhnen lässt, was also die Verhältnisse zumindest auf einen vernünftigen Boden stellt, auf den Boden für den, der über die Liebesbeziehung verfügen kann. Sie ist eine zum Fleisch dieser Beziehung gewordene Form der Wahrnehmung, die wie eine [[Moral]] des Ästhetischen die Menschen sortiert mit dem Schleier begüterter Sinne zum Sinn für das Gute macht. Überall, wo sie zu hören sind, die Kulturbürger des guten Liebens, des höheren Liebens, das vor allem sich im Sinn des Guten zu schmücken weiß und darin seine [[Selbstgerechtigkeit]] festigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit ist der Ausdruck eines [[Selbstgefühl]]s, das sich vollständig objektiviert hat und die [[Gefühle]] anderer Menschen hiergegen unterordnet, sich durch sie für sich einrichtet. Ein derart [[objektives Selbstgefühl]] sucht seine Stütze und seinen Bestand in jedweder [[Objektivität]] und betreibt von daher eine Abschätzung und Abschätzigkeit gegen andere. Die Basis hiervon sind [[zwischenmenschliche Verhältnisse]], in denen die [[Einverleibung]] von [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] [[Gewohnheit]] ist. Von daher ist Selbstgerechtigkeit als Ausübung eines [[Rechts]] zu verstehen, das sich ausschließlich auf den Ausübenden als [[Subjekt]] einer allseitig [[einverleibten]] [[Objektivität]], als [[Subjekt]] einer objektiven [[Selbstbezüglichkeit]], als allgemein veräußertes Subjekt von [[Sitte]] und [[Moral]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch dieses [[Selbstgefühl]], das seine Inhalte nicht mehr fühlen kann, weil sie ihm selbstverständlich sind, ist eine Rechtsprechung beansprucht, eine [[Theorie]], die zu einem Recht wird (siehe [[Ideologie]]), das die [[Gewohnheit]] seiner [[Egozentrik]] als ihren [[Selbstwert]] darstellt, d.h. für sich veräußert. So ist dies natürlich eigentlich gar kein [[Recht]], weil es kein Unrecht kennt außer dem, was nicht für sich selbst spricht. Es ist das &#039;&#039;Recht&#039;&#039; der [[Selbstbehauptung]], das [[Recht]] seiner[[Ausschließlichkeit]], das einen [[Selbstwert]] bedient, der sich nur in der Person bestärken kann, die sich durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] zu veredeln versteht (siehe auch [[Selbstveredelung]]). Weil dieser [[Wert]] einerseits [[total]] auf sich selbst gründet, also auf dem, was der oder die Ausübende für sein bzw. ihr [[Recht]] hält und sich in der [[Beziehung]] auf andere zugleich als [[allgemein]] gültig behauptet, ist es das Recht einer [[Selbstbehauptung]], die allgemein [[selbstverständlich]] sein soll - ein Widersinn in sich. Es ist im Grunde der Widersinn eines Selbstverlustes, der eintritt, wo [[Selbstwert]] seinen [[Grund]] verliert, wo er also kein [[Selbstgefühl]] hat, weil es keinen [[Sinn]] außer sich findet, also keinen Sinn [[empfinden]] kann. Von daher ist das Streben nach Selbstgerechtigkeit der [[Notwendigkeit]] einer [[Selbstveredelung]] geschuldet, die in Auflösung [[begriffen]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Selbstlosigkeit in diese Aphären sich abgehoben hat, wo der Sinn für sich selbst abgeht, stellt sich der Sinn für eine sich selbst genügsame Selbstgerechtigkeit ein. Gerade weil die Kultur sehr dicht geworden ist, muss hierin ein solcher Sinn wie der Sinn einer Kultivation des Guten aufgebracht werden, eine Vernunft der Notwendigkeiten, des Brauchs und des Gebrauchs eines allgemeinen sinnlichen Seins, das dadurch allgemein ist, dass es sich als menschliche Form begründet, welche sich der Nichtung der kulturellen Inhalte und des Gattungslebens, also der Dekadenz entgegenstellt. Es ist damit ein esoterischen Sinn selbst, der als total formalisierter Mensch nötig geworden ist, ein Sinn übergeordneter Zusammenhänge, der nur dadurch herrschen kann, dass die Kultur der Menschen ohne ihn sinnlos geworden ist. Darin erst wird Kultur wirklich allgemein und politisch in einem, zu einer politischen Kultur schlechthin, die der Politk des Kapitals Sinn verleiht. Und darin geraten schließlich auch ihre allgemeinen Inhalte unter die reelle Subsumtion des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.1 Die funktionelle Vernunft des Überlebens (Die Notwendigkeit der Gewöhnung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ein- und Ausgrenzung von gesellschaftlichen Gepflogenheiten in den kulturell notwendigen Bestand ist komplizierter, als es den Anschein hat. Man könnte meinen, es sei doch in der Kultur das einfach gut, was für alle auch vernünftig ist. Aber in Gepflogenheiten setzen sich nicht Prinzipien der Vernunft durch, die das gesellschaftlich Sinnvolle will, wie sie dieses als ihre Sache behauptet, sondern das sinnlich Notwendige, das sich gerne auch vernünftig gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gewöhnliche ist an und für sich sogar unvernünftig; es ist schlicht zweckhaft für sinnliche Absichten, die allgemein geworden sind. Und wo abstrakte Sinne allgemein sind, da bewährt sich ihre Herrschaft, die Herrschaft der Abstraktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen entwickeln diese in ihrer allgemeinen Ausgrenzerei, also dadurch, das jeder für sich den besseren Sinn hat, als ein anderer, von daher auch besser sinnlich ist und von daher auch einen höheren Anteil an Selbstwert erfahren kann. Doch genau dieses unendliche Ausgrenzen des Einzelnen befördert eine allgemeine Notwendigkeit, sich einem Sinn zu beugen, der allgemein wirklich notwendig ist, und sei er auch für jeden einzelnen dumm und nichtig. Man muss sich an die Verhältnisse gewöhnen, solange man irgendeinen Sinn darin befriedigen kann. Es geht also nun wirklich um den allgemein gleichgeltenden Sinn, dessen einziger Ertrag ist, jeden irgendwie Befriedigung zu verschaffen: Der Sinn, der wirklich gleichgültig gegen seine Bestimmtheit ist und sich gegen alles Bestimmte auch gleichgültig verhält, von daher sich als sinnliche Allmacht bewähren muss. Ein solcher Sinn kann nur bloße Sinnesform sein, die allgemein gemacht erscheint. Es beginnt damit , eine kulturelle Allgemeinheit als allgemeine Ästhetik wirksam zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.2 Die objektive Vernunft des Überlebens (Befriedungskultur)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die subjektive Vernunft der Kultur erwies sich als sinnlos, weil sie ihre eigene Allgemeinheit selbst nur willkürlich hat und von daher unvernünftig geworden ist, sich als Vernunft selbst aufgehoben hatte. Je leerer ihr Sinn und Zweck, desto nötiger wird eine Vernunft, die sich aus eben dieser Allgemeinheit selbst erhebt als allgemeine Notwendigkeit vernünftigen Seins, um siitliches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht hierbei zunächst um eine Art Regeneration des ganzen Verhältnisses in einem Sinn, den Kultur als solche haben soll, einen Sinn, den sie schon hatte, bevor sie sich darin aufgehoben hatte. Der ist jetzt allerdings nicht mehr unmittelbar sinnlich, sondern durch Gewohnheit bewährt, vergangenes Fühlen für gegenwärtige Sinnstiftung. Von daher besinnen sich die Menschen jetzt auf ihre Gewohnheiten, auf das Vergangene, was sich darin bewährt hat. Der Rückgriff auf die Art und Weise vergangenen Lebens ist nicht nur theoretisch (als Konservatismus) und bedeutet auch nicht den Verlust eigener Geschichte, er ist praktisch lebensnotwendig, um einen wirkliche Sinn zum Mittel menschlicher Beziehung zu machen. Das macht zunächst nur die Notwendigkeit, aus der Geborgenheit herauszutreten, sich einem öffentlichen Sinn zu widmen und gesittet zu leben. Das enthält zuerst die Möglichkeit, sich so auszudrücken, wie es öffentlich verstanden wird, wie es also in öffentlicher Anerkennung vermittelbar und vermittelt ist. Dies macht die Grundlage der Sittlichkeit aus: Nicht, weil es sich gehört, ist man sittlich, sondern weil man dazu gehören will, erkennt man einen öffentlichen Sinn an. Das Heraustreten aus der Geborgenheit, das Entbergen, macht Sinne zum Träger des Öffentlichen, unter welchen die Menschen sich vermitteln, finden und bestärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierfür hat sich in der Kultur ein mächtiger Apparat herausgebildet, der nun ihre Institution wird, zu einer öffentlichen und privaten Einrichtung, welche Sinn vermittelt und hierfür vorhandene Lebensprobleme aufgreifen muss und ethische und ästhetische Bedürfnisse darin erwecken muss, die auch den Lebenswerten dieser Geselllschaft ganz allgemein entsprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur sittlichen Öffentlichkeit des zwischenmenschlichen Zusammenlebens werden so die Lebenswerte, die der bürgerlichen Gesellschaft allgemein zu eigen sind, nicht, weil die Menschen damit belehrt werden, sondern weil sie in der Selbstaaufhebung ihrer Sinne, im Chaos verrückter Sinne nach einer sittlichen Ordnung verlangen, in welcher sich der Sinn durchsetzt, der hierfür geeignet scheint. Hierfür dienen nun alle Ordnungen, welche die Kultur zur Verfügung stellen kann und die sich jetzt als &#039;&#039;natürliche Ordnungen&#039;&#039; für die Probleme der Menschen einfinden. Der &#039;&#039;Fortschritt der bürgerlichen Kultur&#039;&#039; besteht also darin, in ihrem praktischen Lebenverhältnis eine Natürlichkeit der eigenen Lebenswerte herauszustellen und von daher auch die &#039;&#039;Gewalt der Natur&#039;&#039; in das gesellschaftliche Zusammenleben als Naturgewalt gesellschaftlicher Macht einzubringen. Die Selbstwahrnehmung wird dabei zu einer natürlich scheinenden Selbstigkeit entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.2.1 Moral und Mores (Die Gepflogenheiten des Sinnvollen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kultur geht es inzwischen zu wie im &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039;: Ein jeder dient dem andereen nur, um sich selbst zu dienen. Das Resultat aller Dienstleistungsverhältnisse ist die allgemeine Prostitution. Und Prostitution ist die Wirklichkeit der menschlichen Entleibung durch eine allgemeine gesellschaftliche, und also auch kulturelle Macht, durch das &#039;&#039;gesellschaftliche Faustpfand&#039;&#039;, die abstrakt allgemeine Rückversicherung des Allgemeinen im Einzelnen. In der bürgerlichen Ökonomie war es das Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die politische Kultur hatten wir es im ersten Band als Selbstwert des Erlebens kennengelernt und nun als &#039;&#039;Macht der Gewöhnung&#039;&#039; bezeichnet, worin sich Selbstwert allgemein wohnlich gemacht hatte. Das Resultat ist bedrückend. Für sich hat der gewöhnliche Mensch jeden Sinn verloren. Er muss auf das Allgemeine vertrauen, das ihm Sin stiftet, das sich durch Gepflogenheit bewährt hat und von daher auch brauchbar ist: Die sinnvoll scheinende Gepflogenheit oder das Brauchtum. Dieses entwickelt sich zunächst einmal aus dem, was die gesellschaftliche Wirkung der Selbstwahrnehmung ist, aus dem Eindruck, welchen das Gewohnte macht. Hierfür muss es sich zunächst durch eine besondere Form der Bewährung auszeichnen. Und hierüber wird vielerlei auch gestritten: Welcher Brauch hat für die Menschen Sinn gegen die Prostitution, gegen die Entleibung der kulturellen Gepflogenheiten und welcher nicht.?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich kann ein Streit hierüber nicht entschieden werden: Was den Menschen innerhalb ihrer Kultur als bewährt erscheint und für den kulturellen Selbsterhalt gut ist, das wird sich durchsetzen. Es ist kulturell schlicht und einfach nötig. Es entscheidet sich über den Durchsatz von Gewohnheiten und wird eingegrenzt von den Urteilen über das Gute und das Schlechte, über die Moral. Letztlich ist Moral und Brauchtum dasselbe, das eine in illegibler Form, das andere als Sinnesform. Man könnte sagen, dass Moral die Ideologie der Gepflogenheit ist. Der Begriff kommt ja schließlich auch von dem, was Gepflogenheit ist: Mores.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.2.2 Die Notwendigkeit des Allgemeinsinns (Das objektive Sollen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstbeziehung der Menschen ist zu einer Selbstverlorenheit geworden, in welcher sie auch den Sinn für sich verlieren, wenn sie ihn für andere verloren haben. Sinn aber bewahrt sich objektiv als das, was in allem Sinn hatte: Das Selbstgefühl. In dieser Verlorenheit aber kann es nicht für sich und einzeln bestehen. Es muss sich esoterisch aus allem Selbstgefühlten heraus ereignen, sich wie von selbst als selbstverständlich einstellen, als eine über alle Gewohnheiten hinweg verallgemeinerte Erhabenheit der Gepflogenheiten, als Sinn, welcher dadurch Kraft findet, dass er im Leben sinnvoll ist, ohne für sich sinnlich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein Sinn, der sein soll, weil in allem, was ist, Unsinn herrscht. Er überkommt die Menschen als Begeisterung für eine Stimmung, eine Kulthandlung, ein Brauchtum, das menschlichen Sinn allgemein verkörpert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Huldigung der Gebräuche, welche objektiv gewordene Gewohnheiten sind, wird ein vergangenes Selbstgefühl allgemein vergegenwärtigt, so dass es sinnliche Gegenwart alleine dadurch erfährt. Es ist die erste Form eines Allgemeinsinns, welcher die völlig divergierenden Menschen auf einer höheren Ebene wieder zusammenführt. Sie gewinnen sich nun in der Gemeinschaft eines Selbsterlebens, welche alles zurücklässt, was ihre alltägliche Belastung und Entfremdung mit sich bringt. Von daher entsteht in dem Maß, wie sich die wechselseitige Ausnützung durchsetzt, ein Halt, der seinen Boden und Grund nur durch die Notwendigkeit eines allgemeinen Slbstgefühls hat, dem sich alle unterordnen. Es ist eine ästhetisch gewordene Güte, welche sich im sittlichen Leben auch praktisch durchsetzt, weil es praktisch jedem Gemeinschaft verschafft. Der Gemeinsinn ist daher die Wirklichkeitsbestimmung einer Kulturnotwendigkeit, einer Sittlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.2.3 Die Macht der ästhetischen Güte (Die naturalisierte Menschenliebe)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ästhetische Güte des Allgemeinsinns bewährt sich durch die Kraft, die sie den Menschen vermittelt. Für sich aufgelöst, finden sie Beziehung durch dieses allgemeine Sollen ihrer selbstlos gewordenen Sinne. Sie finden darin die Bestätigung, die sie nirgendwo sonst mehr finden können. Und von da her werden sie zu ihren eigenen Sittenwächter. Sie tragen das Sollen in sich, soweit sie darin den Sinn außer sich für sich bestätigen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser beginnt nun alles, was der implizite Sinn einer jede Kultur dem Wesen nach ist, die praktische Menschenliebe, in den Dienst eines allgemeinen Selbstgefühls zu stellen und hierdurch einer Pervertierung der Menschenliebe zu betreiben, sie in einem Gemeingut aus ihrer Freiheit in die Notwendigkeit des Allgemeinen zu zwingen und selbst zur Sache zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies verschafft einen gänzlich neuen Nutzen: Den Nutzen der sich selbst erneuernden Kraft. Diese erscheint nun wie aus einer eigentümlichen Welt von außen einströmend, denn sie lässt sich nicht mehr aus dem Leben der Menschen erklären. Sie erscheint wie die Fügung eines allgegenwärtig Menschlichen, eines allgegenwärtigen Sinnes, welcher die Menschen ermächtigt, über sich hinauszuwachsen. Was im Charakter einzelner Menschen angelegt gewesen sein mag, wird nun objektiv. Die Macht des [[esoterischen Charakters]] beruht auf der kosmischen Natur der Seele, also auf einen Kosmos, in welchem die Seele natürlich erscheint. Darin findet der Allgemeinsinn seine Qualität, seine Güte, wird zur Basis eines gänzlich neuen Selbstgefühls. Die Seele erscheint darin als Naturgrund alles Übermenschlichen, als naturgegeben erscheinendes allmächtiges Selbstgefühl, als ein Selbstgefühl, worin eine pervertierte Menschenliebe zur Wirkung kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.3 Die Religion (Die Ästhetik des Glaubens)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Erde besteht das kulturelle Erleben aus einer bunten verwirrenden Vielfalt, welche die Sinne eng macht, die Welt klein. Ihre Dichte wird unerträglich für die persönliche Selbstwahrnehmung. Mit einer zur allgemein menschlichen Natur erhobenen und sittlich veräußerten Menschenliebe wird die Güte zu einer kulturellen Determination, zur Hoheit eines überpersönlichen Grundes. Der allgemeine Sinn, der darin gefunden wird, kann in einer Welt voller Unsinn nicht mehr wahr sein. Der Glaube an einen höheren Sinn, an eine Wahrheit jenseits dieser Welt, tröstet alle Sinne, die in sich nur noch verworren und in Verwirrung sind. Eine seelische Mythologie wird zur einzigen Bestimmung, worin Wahrheit noch Sinn haben kann: Der Gottesglaube. Er ist der Glaube, dass jeder Mensch nur Sinn durch eine andere Welt hat, durch eine Welt des Jenseits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als durch seine zwischenmenschliche Kultur erniedrigtes Wesen muss übermenschliches befreien. So klein der Mensch sich fühlt, so groß müssen daher seine Götter werden. Im Gefühl selbst herrscht die Unterwerfung und daher muss auch Gott gefühlt werden, um hierüber erhaben zu sein. Er besteht von Anfang an aus Schmuck und Kult. Und er befriedigt die Menschen durch den Genuss ihrer Unterworfenheit. Darin unterscheiden sich zwar die Glaubensrichtungen in der Darstellung und Darstellbarkeit ihrer Inhalte. Aber das Wesen des Glaubens ist die Hoffnung, die er kultiviert. Und diese muss sich ästhetisch nicht unbedingt als barockes &#039;&#039;Glanz und Gloria&#039;&#039; der katholischen Lithurgie ausdrücken, in welcher sich Menschen klein und unmündig vorkommen wollen. Sie kann auch als Ästhetik der Aufklärung die triste Botschaft einer über die profane Vernunft erhabene Vernunft Gottes beeindrucken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Ästhetischen her ist Religion die Rückbindung des Menschen auf das sittliche Wesen der Selbstwahrnehmung, auf die Weihe des allgemein hervorgetretenen Selbstgefühls, das geweihte Gemüt. Hier wird die Ikone zum Gedächtnis der Entgegensetzung der Irdischen in der Würde einer Abstraktion. Doch zugleich verlässt damit jeder konkrete Mensch seine Konkrete Welt und exculpiert sein Leben, indem er es in den Dienst einer Gotteskindschaft stellt. Er kann nur noch gegen diesen höchsten und abstraktesten Sinn des Lebens nur noch gegen ihn schuldig werden. Sein Verhalten wird nun hiervon bestimmt und wird gegen die wirklichen Menschen und ihr tun wesentlich gleichgültig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstgefühle erfahren dadurch allerdings allerhand Macht, haben sie doch nun Anteil an der Allmacht Gottes, wie sie in der Seele erscheint und sich artikuliert. Alles, was aus ihr kommt, ist nun gotttgewollt und Gottes Wille. So auch das Wissen, dass es keine Wahrheit unter den Menschen geben kann und dass die einzige Gewissheit in der Gotteserfahrung durch die eigene Seele sein kann. ies enthebt nun alle Sinne von ihrer Grundlage und macht sinnliche Gewissheit ausgeschlossen. Und dies macht einen höheren Sinn. Dieser ist prinzipiell nicht wirklich vermittelbar und bezieht sich nur über eine Art Seelenverwandtschaft auf andere Menschen, eine Gemeinschaft der Gotteskinder, in der sie jeden Trost finden können, was immer er auch in Wahrheit sei. Die Wahrheit allein ist das Gefühl für Gott in der Seele des Menschen. Aus deren Tiefe ruft er Gott an, und Gott erhört sein Gebet, Gott, der ihn erfreut von Jugend auf. Halleluja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Aus der Tiefe ruf ich Herr zu Dir, erhöre oh Herr mein Flehn. Lass meine Ohren achten Dein Wort und meine Lippen Dein Lob verkünden.&#039;&#039; (Psalm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip dr Religion ist Erlösung, Erlösung von Schuld, von Leid und von Missgeschick. Er vollzieht sich in einer gefühlten Anleitung, welcher der Glaube den Menschen zur Verfügung stellt und aus der sie die Kraft eines heiligen Geistes in sich verspüren. Der Prozess der Religion ist der Prozess der Totalisierung eines objektiven Selbstgefühls. Er errichtet einen unerschütterlichen Heilsgedanken, der Glaube an die unendliche Möglichkeit des Heilwerdens, Heilung schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.3.1 Die Reinheit im Gottesglauben (gemeine Überhöhung der Selbstwahrnehmung zum übernatürlichen Menschsein)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Heilung der verwirrten [[Selbstgefühle]] durch ein übernatürlichen Menschsein vermittelt eine übernatürliche Identität nicht durch ihr einzelnes Wohlgefühl, nicht durch ihre bloße Symbiose im Glauben. Sie vermittelt vor allem eine nirgendwo sonst bekömmliche Allseitigkeit menschlicher [[Selbstgefühle]]. Der allseitig geheilte Mensch ist nun selbst übernatürlich, seine [[Liebe]] [[übermenschlich]]. Er erfährt sein Glück nicht aus dieser Welt, sondern aus dem Heil seines Heilands. Die Religion vertröstet jedes [[Dasein]], das für sich keinen Sinn mehr macht, und erweckt alle Zeit den Gläubigen immer wieder zu höheren Wesenheiten seiner Gefühle, zum Glücksgefühl einer Geborgenheit, die es auf dieser Welt nirgendwo geben kann: Gotteskindschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man unter Religion ihrem ursprünglichen Sinn folgend Rückbindung der Menschen (Re-Ligio) versteht, so ist diese Hochform der [[Religion]] im Prinzip antireligios: Versinnlichter Geist als Hochgefühl für sich. Dieses verschafft sich ihr Gefühl durch eine Bereinigung, die ihr als Befreiung gilt, durch ihr Absondern und Ausgrenzen von allem, was ihr als unbekömmlich, als unrein gilt. Allein aus der wirklichen Ausgrenzung und der über göttliche Identität bezogene Zuwendung, also durch diese pervertierte Menschenliebe, verschafft sich ein Mensch die Beziehung zur Menschheit überhaupt. Durch sein Gefühl in dieser übernatürlichen Identität findet er Gott, so wie er ihn erfunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber er kann es nicht dabei lassen, dass sie nur ihm notwendig geworden ist. Er muss für diese Identität werben, um darin mit ihnen in Verbindung zu treten, um den Glaubensbund dieser Selbstgefühle gültig zu machen. Hieraus erwächst durch die Verehrung des somit verfassten Gottes ein religiöses System der Selbstverehrung in einem Mythos des Fühlens und Wirkens, des Märchens eigentlicher Ursprünglichkeit im fantastischen Sein der Individuen, in einem göttlichen Dasein der inneren Regungen in allen gemeiner Regsamkeit, im [[Kult]] um ein unmögliches Menschsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies hat weitreichende Folgen, denn eine Unnatur ist ein Unwesen und das Unwesen bestimmt alles wesentliche negativ. Aus den Bestimmungen einer Geisteswelt und Geisteskraft hieraus wird alles unmittelbar nichtig, was seinen Sinn darin nicht finden kann. Das wirklich sinnliche Leben wird zur Sünde. Was die darin lebenden Menschen überzeugt, ist die hiervon getrennte Wirkungswelt fantastischer Selbstgefühle, in denen der von der Welt verlassene Mensch sich allgemein wahr findet und als solche Wahrheit empfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reliquie, Richard Wagner, Ludwig I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
332&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.3.2 Die Sinnstiftung (Der abstrakte Mensch als gesittete Menschlichkeit schlechthin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herzlosigkeit der puren Selbstwahrnehmung kann sich im Grunde selbst nicht leiden. Wer aber in seinen Gefühlen gereinigt ist, sich selbst als reine Wahrheit empfindet, ist für sich auch das ausschließliche Wesen für den Sinn dieser Wahrheit. Er erkennt sich durch die Aussschließlichkeit die Selbstbestimmung als den Herrn oder die Herrin dieser Wahrheit, als das Herz seiner Kultur und Herrlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhebet die Herzen! Wir haben sie beim Herrn. Das Herz des abstrakten Menschen wird zum zwischenmenschlichen Sinn der religiösen Beziehung. Sie verlangt keine wirklichen Menschen mehr. Sie gestaltet sich durch ihre Stimmung, die den Menschen selbst in ihr konstituiert. Sie erzeugt eine hoch gestimmte Selbstwahrnehmung, das Gefühl seiner selbst als höheres Wesen in einem höhren Wesen. Das Hochgefühl der Selbstverherrlichung wird selbst zum Inhalt zwischenmenschlicher Beziehungen, zu einem Gemeinwesen jenseits der wirklichen [[Zwischenmenschlichkeit]], zum übermenschlichen Zwischenmenschen, zum praktischen Übermenschen schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst in ihrer zwischenmenschlichen Wirkung und Wirklichkeit kann der Übermensch auch wirklichen Sinn stiften. Hier verbindet er alles, was unverbunden bliebe, wird zur leibhaftigen Re-Ligio dadurch, dass Menschen sich in ihren Selbstgefühlen erhöhen und hierdurch bereichert erfahren. Erst hierdurch können sie ihren persönlichen Selbstwert aufgeben, weil er ihnen außer ihnen gewährt wird, weil er ihnen schon im Edelmut übermenschlicher Güte vorausgesetzt ist, bevor sie ihn in der Erhabenheit ihrer Gefühle erfahren, an ihm durch ihre Selbstlosigkeit teilhaben, ihn empfinden können, um sich in ihm erst wirklich zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das totale Selbstgefühl, das sich hierin verwirklicht, das alle Selbstverwirklichung dahin drängt, in seine Mission zu treten, um das Himmerlreich einer totalen Seelenherrschaft zu erreichten, &#039;&#039;wie im Himmel also auch auf Erden&#039;&#039;. Die Religion ist nicht nur eine Heilslehre, die Heilsbotschaft sein will, sie ist die in den Menschen sinnlich gewordene sittliche Übermenschlichkeit, die absolute Selbstrettung, die auch über Leichen gehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Menschen darin wirklich verbindet ist die Symbolik des Heils, an das sie glauben. Sie bekommt eine ungeheuere Gewalt für die Selbstwahrnehmung, indem sie menschliche Verehrung aufsaugt und sich ihre Demut einverleibt, um selbst als Heil der Welt leiblich bestärkt zu werden. Es ist ihr Kult des Heils, die Heiligenverehrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313.3.3 Der Kult oder die Liturgie der Selbstwahrnehmung (der Persönlichkeitskult)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kult des Heils finden sich die Mensch schließlich als bessere Menschen ein, als Persönlichkeiten der Heilkraft, in der sie ihre selbstlose Demut aufheben und in der Anonymität ihrer wirklichen Persönlichkeit sich persönlich, als Maske ihrer selbst gewinnen, indem sie dem Kultus des abstrakten Menschn dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Kult wird nun zur Liturgie hrer Selbstgefühle, an welchen sie sich nicht nur treffen, sondern ihre Mitte finden, sich unmittelbar vermittelt spüren. Die Liturgie der Selbstwahrnehmung ist der Kult, worin die mediale Macht ihrer Religion ihr wirkliches Wesen als wirkliches Unwesen ihrer Getriebenheiten offenbart und aufhebt. Es ist zugleich die Unterwerfung der eigenen Regung unter die Prominenz dses Allgemeingefühls, das darin empfunden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist &#039;&#039;der Geist einer geistlosen Welt&#039;&#039; (Marx), der die höchste aller Sitten prägt: Das Gesetzt Gottes als die göttliche Persönlichkeit, die absolute Kultur des geistlosen Geistes. Wer an ihn glaubt, wird &#039;&#039;Leben, auch wenn er stirbt&#039;&#039;, wenn er nur nicht wahrnimmt, woran er längst gestorben ist. In der Liturgie der abstrakten Selbstwahrnehmung herrscht der begeisterte Gotteskult, weil jeder Mensch darin sich selbst als Teil Gottes wahrnimmt. Die Naturalisierung des Geisthaften wird zur göttlichen Selbstwahrnehmung indem diese Liturgie als Selbstbewegung des Glaubens an kultureller Macht gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der göttliche Wille fällt auf die Erde zurück als das Gute und Schöne, das nichts anderes kann, als das Böse zu schaffen, dem er entgangen sein will. Es ist die blanke Gedankenlosigkeit dieser Geisterwelt, in der sich die &#039;&#039;Banalität des Bösen&#039;&#039; (Hannah Ahrendt) errichtet. Sie findet ihre Heimstatt im Schönen und Guten einer heilen Welt, die sich schließlich als Kulturform eines [[ästhetischen Willens]] gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[(1)]] Roger Behrens schreibt über das &#039;&#039;Mitmachen&#039;&#039; in Opal #11:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Mitmachen ist die Signatur des gegenwärtigen Gesellschaftscharakters, ist der psychologische Kitt, der die Subjekte innerhalb der Masse als Individuen handeln lässt, ohne die Ansprüche auf Individualität und Subjektivität als solche geltend zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern ersetzt das Mitmachen die Sittlichkeit und gerinnt zu einem kategorischen Imperativ, das Handeln einem allgemeinen Gesetz zu unterwerfen, für dessen Allgemeingültigkeit und Verbindlichkeit man so wenig verantwortlich sei wie für die Konsequenzen; der Katechismus des Mitmachens kennt keine Maxime außer der, stets glauben zu können, sich keiner Maxime unterworfen zu haben. – Das Mitmachen beschreibt insofern eine Ethik im Konjunktiv, ein Handeln im Modus permanent-potenzieller Entschuldigung, das alles tut, außer Verantwortung zu übernehmen. „Hätte ich das gewusst …“ ist der Leitspruch des Mitmachens, das schon im vornherein die Ausrede parat hat, man würde selbstverständlich nicht noch einmal mitmachen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 320. Einleitung in die Heilskultur (Die kultivierte Strenge)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Das Brauchtum - das entheimlichte Kultursubjekt im veräußerten Gemeinsinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
/td&amp;gt; Das [[Erleben]] einer Kultur voller Lebensereignisse erweitert zwar den [[Lebensraum]] des Überlebens, indem er sich auf nahezu beliebig viele Menschen ausdehen und [[verdichten]] lässt, nicht aber das [[Leben]] selbst. Ein Leben, das sich seinem Sinn und damit auch seiner Kraft nicht mehr [[gewiss]] werden kann, das keinerlei Bewahrheitung seines Gehalts mehr erkennen kann, hat sich aus jeder sinnlichen Beziehung herausgesetzt und seine Entsinnlichung in den Zweck des Überlebens jedweder Sinnwidrigkeit gestellt. In den Sinnwiderigkeiten einer Geschlechtskultur, in welcher das [[Geschlecht]] selbst nur [[Sache]] ist, wird jede Kultur zu einer Sache, die ihre Beziehung entmenschlicht, sich jeder [[Ästhetik]] entzieht. Darin hat jede Beziehung also nicht nur keinen Sinn, sondern wird in ihrem Verlangen nach [[Sinn]] selbst schon verhöhnt, wird zu einer Sache, die jeden Sinn ausdrücklich meidet: Die Reizkultur erhebt sich über ihre eigene Gründe, wird zynisch gegen das Verlangen, über das sie sich erhebt, worin sie sich aber selbst auch unentwegt begründet. Es ist diese Abhebung daher nicht unbedingt eine elitäre, wohl aber eine, die eine [[Selbstermächtigung]] durch Meidung jeder Beziehung betreibt, Grundlage einer [[Selbstveredelung]], die jeden [[Reiz]] umkehrt in eine Selbsterregung gegen seine Wirklichkeit. Die Abhebung von den gewöhnlichen Begierden wird zu einem Selbsterregungsprinzip, in welchem die Besonderung durch Verkehrung zu einem hinterhältigen Trieb wird. Inzwischen stellen die [[zwischenmenschlichen]] [[Ereignisse]] in ihrem beständigen Wechsel alleine eine Beständigkeit der Abwechslung dar, die ihren Sinn verloren hat und die sich hierüber zugleich erregt, in dem sie ihre Sinnlosigkeit kultiiviert. Die Ereignisse, die in solcher Dekadenz befriedigen, sind die Exaltierung des Geleugneten, des Geschlechts und der Ästhetik, die sich nur noch verkümmert und also auch kümmerlich darstellt. Die Selbstüberhebung wird zum [[Erlebnis]] einer Selbstzbeziehung, die nur daraus besteht, sich in ihrer Selbstlosigkeit zu bestätigen. Ihr Gegenstand sind die Verkümmerungen, die sie an sich selbst nicht mehr bemerken muss, weil sie dies außer sich gewiss macht, ihre Ereignisse und Erlebnisse daraus bildet, dass sie das Scheitern jedweden Sinns durch Überreizung produziert, ein Leben erzeugt, dass sie sich durch permanente Erregtheit dem Sinn und Inhalt ihres Lebens entzieht. Eine Kultur, welche durch die Erregung zwischenmenschlicher Wahrnehmungen sich entfaltet und dabei ihren Sinn verloren hat, bedarf nun endlich auch der Inhalte von dem, was ihr noch lebendig erscheinen kann, wiewohl es in ihrem Leben praktisch nicht merh vorkommen kann. Es sind die allgemein gültige [[Gewohnheiten]] des [[Bürgertums]], der überschüssige Lebensstandard ihrer Selbsterhaltung, ihrer Arbeiten und Institutionen, des Handwerks und der Landwirtschaft, der Männer und Frauen und Kinder aus den Familien und Gemeinden, worin sich nicht nur die [[Generationen]] erhalten, sondern worin sie auch zusammenfinden können, wo nichts anderes mehr ist. Das Brauchtum gründet auf Lebensprozessen, meist aus der [[Arbeit]] im Verhalten zur [[Natur]] und im [[Glauben]] an deren Allmacht, ist somit die Gewohnheit einer kulturell aufgehobebn Naturmächtigkeit und zugleich deren hintersinnige Verewigung (siehe auch [[Liturgie]]). So dient das Brauchtum auch als Lebensform für sich, als Kult der [[Geschichte]]. Darin hat es die Funktion, Gemeinschaften auf der Basis ihrer [[Kulte]] zusammenzuhalten und auch darin als Sitte zu fungieren, die ihm Brauch überschaubar ist, als die &#039;&#039;Sittlichkeit des kleinen Mannes&#039;&#039; der Großes tut und als Edelmut des Kulturbürgertums, das sich damit seine allgemeine Kultiviertheit auch im Besonderen beweist. So voller Lebensfülle die Erlebnisse erscheinen, so leer sind sie daher auch auf Dauer, weil sie selbst nur der Kurzweil der permanenten Negation folgen. Substanz bildet sich eben nur in menschlichen Beziehungen, in Zusammenhängen ihres wirklichen Seins, die auch die Reize ansprechen und in der damit erreichten Selbstwahrnehmung bezwecken. In einer Kultur der Reize aber verliert sich nicht nur der Inhalt ihrer Selbstwahrnehmung sondern auch der Inhalt ihrer Wahrnehmungen überhaupt. Im Grund nehmen sie nurmehr das wahr, was sie längst wahrhaben, was ihnen also bloße Gewähr einer Beziehung ist und bietet. Aber sie haben sich dabei nur in ihrer Nichtigkeit als Menschen wahr, weil ihnen nichts bleibt, außer ihre Wahrnehmung selbst, ihrre Wahrnehmung jenseits aller Selbstwahrnehmung, die aber keinen Gegenstand außer sich mehr kennt und erkennt. Die Dekadenz, welche solche Wahrnehmungsverhältnisse ausmacht, ist eine durch nichts aufgehobene, also eine alles aufbrauchende [[Selbstwahrnehmung]]. Denn was [[nichts]] ist, verbraucht jeden Stoff für sich, den es sich endlos, also unendlich oft [[einverleiben]] kann. Für einander sind die Menschen nur das, was sie reizend macht, ohne wirklich reizvoll zu sein. Ihre Selbstlosigkeit hat sich nicht nur in ihren reizvollen Erlebnissen nun wirklich erfüllt; sie füllt ihre Wirklichkeit jetzt auch durch Reize, in denen sie sich wirklich aufheben. Schlagartig tritt an die Stelle der Kurzweil, wie sie ihr Sinnesleben als Naturerleben gerade noch hatte, eine unendliche Langeweile. Die Menschen können in ihren Beziehungen selbst nicht mehr das geben, was sie voneinander erwarten. Sie erleben sich selbst als eine Beschränkung ihrer Selbstentfaltung, sich selbst als unangemessen. Es beziehen sich zwar die Absichten der persönlichen Gefühle weiterhin aufeinander. Sie können sich aber nur gegeneinander verwirklichen. Was der einen Persönlichkeit nötig ist, das bedrängt die andere. Die Selbstverwirklichung dadurch an ihre Grenzen, dass die Menschen in ihrem Erleben sich selbst ausschließlicher Gegenstand und daher auch einander ausschließend geworden sind. Sie entleeren ihre Beziehungen durch ihre Selbstwahrnehmungen, die sie darin haben. In diesem Zirkel um die somit total gewordene Selbbstwahrnehmung muss gerade das untergehen, was von lebendig zu sein scheint. Es ist eine Art Vampirismus der Wahrnehmung, was auf dieser Stufe der Kultur geschieht: Die Menschen können nur ihrem Untergang begegnen, wo sie Leben suchen. Ihr Leben ist gerade durch den [[Schein]] ihrer Lebendigkeit im Ausschluss von sich negiert. Von da her ist es nötig, dem Leben, wo es nicht ist, eine Form zu geben, eine Gestalt, worin es sich äußern kann, auch wenn es so nicht sein kann, weil es nur außer sich ist. Es ist keine wirklich reizvolle Wahrnehmung mehr, über welche sich Menschen in einer dekadent gewordenen Kultur beziehen; ihre Beziehung selbst erregt den einzigen Sinn, den sie in [[Wirklichkeit]] hat: Die [[Erregung]] von Wahrnehmung durch das Erheischen von [[Aufmerksamkeit]]. Der Reiz hat daher keine [[Schönheit]] mehr; Schönheit wird als Kulturform selbst reizend. Die Form des Lebens, das im [[Erleben]] noch als Anreiz aufleuchtete, wird nun zum [[Reiz]] einer Kultur, die sich im Grunde satt hat. Die Menschen verlassen dadurch die Ödnis ihrer zwischenmenschlichen Bezogenheit, dass sie ihrem Sinn eine Gestalt geben, die ihn hervorlockt, die ihn anreizt, anstachelt und anmacht. Die &#039;&#039;Anmache&#039;&#039; ist das hervortretende Merkmal solcher Reizkultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Erleben]] einer Kultur voller Lebensereignisse erweitert zwar den [[Lebensraum]] des Überlebens, indem er sich auf nahezu beliebig viele Menschen ausdehen und [[verdichten]] lässt, nicht aber das [[Leben]] selbst. Ein Leben, das sich seinem Sinn und damit auch seiner Kraft nicht mehr [[gewiss]] werden kann, das keinerlei Bewahrheitung seines Gehalts mehr erkennen kann, hat sich aus jeder sinnlichen Beziehung herausgesetzt und seine Entsinnlichung in den Zweck des Überlebens jedweder Sinnwidrigkeit gestellt. In den Sinnwiderigkeiten einer Geschlechtskultur, in welcher das [[Geschlecht]] selbst nur [[Sache]] ist, wird jede Kultur zu einer Sache, die ihre Beziehung entmenschlicht, sich jeder [[Ästhetik]] entzieht. Darin hat jede Beziehung also nicht nur keinen Sinn, sondern wird in ihrem Verlangen nach [[Sinn]] selbst schon verhöhnt, wird zu einer Sache, die jeden Sinn ausdrücklich meidet: Die Reizkultur erhebt sich über ihre eigene Gründe, wird zynisch gegen das Verlangen, über das sie sich erhebt, worin sie sich aber selbst auch unentwegt begründet. Es ist diese Abhebung daher nicht unbedingt eine elitäre, wohl aber eine, die eine [[Selbstermächtigung]] durch Meidung jeder Beziehung betreibt, Grundlage einer [[Selbstveredelung]], die jeden [[Reiz]] umkehrt in eine Selbsterregung gegen seine Wirklichkeit. Die Abhebung von den gewöhnlichen Begierden wird zu einem Selbsterregungsprinzip, in welchem die Besonderung durch Verkehrung zu einem hinterhältigen Trieb wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen stellen die [[zwischenmenschlichen]] [[Ereignisse]] in ihrem beständigen Wechsel alleine eine Beständigkeit der Abwechslung dar, die ihren Sinn verloren hat und die sich hierüber zugleich erregt, in dem sie ihre Sinnlosigkeit kultiiviert. Die Ereignisse, die in solcher Dekadenz befriedigen, sind die Exaltierung des Geleugneten, des Geschlechts und der Ästhetik, die sich nur noch verkümmert und also auch kümmerlich darstellt. Die Selbstüberhebung wird zum [[Erlebnis]] einer Selbstzbeziehung, die nur daraus besteht, sich in ihrer Selbstlosigkeit zu bestätigen. Ihr Gegenstand sind die Verkümmerungen, die sie an sich selbst nicht mehr bemerken muss, weil sie dies außer sich gewiss macht, ihre Ereignisse und Erlebnisse daraus bildet, dass sie das Scheitern jedweden Sinns durch Überreizung produziert, ein Leben erzeugt, dass sie sich durch permanente Erregtheit dem Sinn und Inhalt ihres Lebens entzieht. Eine Kultur, welche durch die Erregung zwischenmenschlicher Wahrnehmungen sich entfaltet und dabei ihren Sinn verloren hat, bedarf nun endlich auch der Inhalte von dem, was ihr noch lebendig erscheinen kann, wiewohl es in ihrem Leben praktisch nicht merh vorkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind die allgemein gültige [[Gewohnheiten]] des [[Bürgertums]], der überschüssige Lebensstandard ihrer Selbsterhaltung, ihrer Arbeiten und Institutionen, des Handwerks und der Landwirtschaft, der Männer und Frauen und Kinder aus den Familien und Gemeinden, worin sich nicht nur die [[Generationen]] erhalten, sondern worin sie auch zusammenfinden können, wo nichts anderes mehr ist. Das Brauchtum gründet auf Lebensprozessen, meist aus der [[Arbeit]] im Verhalten zur [[Natur]] und im [[Glauben]] an deren Allmacht, ist somit die Gewohnheit einer kulturell aufgehobebn Naturmächtigkeit und zugleich deren hintersinnige Verewigung (siehe auch [[Liturgie]]). So dient das Brauchtum auch als Lebensform für sich, als Kult der [[Geschichte]]. Darin hat es die Funktion, Gemeinschaften auf der Basis ihrer [[Kulte]] zusammenzuhalten und auch darin als Sitte zu fungieren, die ihm Brauch überschaubar ist, als die &#039;&#039;Sittlichkeit des kleinen Mannes&#039;&#039; der Großes tut und als Edelmut des Kulturbürgertums, das sich damit seine allgemeine Kultiviertheit auch im Besonderen beweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So voller Lebensfülle die Erlebnisse erscheinen, so leer sind sie daher auch auf Dauer, weil sie selbst nur der Kurzweil der permanenten Negation folgen. Substanz bildet sich eben nur in menschlichen Beziehungen, in Zusammenhängen ihres wirklichen Seins, die auch die Reize ansprechen und in der damit erreichten Selbstwahrnehmung bezwecken. In einer Kultur der Reize aber verliert sich nicht nur der Inhalt ihrer Selbstwahrnehmung sondern auch der Inhalt ihrer Wahrnehmungen überhaupt. Im Grund nehmen sie nurmehr das wahr, was sie längst wahrhaben, was ihnen also bloße Gewähr einer Beziehung ist und bietet. Aber sie haben sich dabei nur in ihrer Nichtigkeit als Menschen wahr, weil ihnen nichts bleibt, außer ihre Wahrnehmung selbst, ihrre Wahrnehmung jenseits aller Selbstwahrnehmung, die aber keinen Gegenstand außer sich mehr kennt und erkennt. Die Dekadenz, welche solche Wahrnehmungsverhältnisse ausmacht, ist eine durch nichts aufgehobene, also eine alles aufbrauchende [[Selbstwahrnehmung]]. Denn was [[nichts]] ist, verbraucht jeden Stoff für sich, den es sich endlos, also unendlich oft [[einverleiben]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einander sind die Menschen nur das, was sie reizend macht, ohne wirklich reizvoll zu sein. Ihre Selbstlosigkeit hat sich nicht nur in ihren reizvollen Erlebnissen nun wirklich erfüllt; sie füllt ihre Wirklichkeit jetzt auch durch Reize, in denen sie sich wirklich aufheben. Schlagartig tritt an die Stelle der Kurzweil, wie sie ihr Sinnesleben als Naturerleben gerade noch hatte, eine unendliche Langeweile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen können in ihren Beziehungen selbst nicht mehr das geben, was sie voneinander erwarten. Sie erleben sich selbst als eine Beschränkung ihrer Selbstentfaltung, sich selbst als unangemessen. Es beziehen sich zwar die Absichten der persönlichen Gefühle weiterhin aufeinander. Sie können sich aber nur gegeneinander verwirklichen. Was der einen Persönlichkeit nötig ist, das bedrängt die andere. Die Selbstverwirklichung dadurch an ihre Grenzen, dass die Menschen in ihrem Erleben sich selbst ausschließlicher Gegenstand und daher auch einander ausschließend geworden sind. Sie entleeren ihre Beziehungen durch ihre Selbstwahrnehmungen, die sie darin haben. In diesem Zirkel um die somit total gewordene Selbbstwahrnehmung muss gerade das untergehen, was von lebendig zu sein scheint. Es ist eine Art Vampirismus der Wahrnehmung, was auf dieser Stufe der Kultur geschieht: Die Menschen können nur ihrem Untergang begegnen, wo sie Leben suchen. Ihr Leben ist gerade durch den [[Schein]] ihrer Lebendigkeit im Ausschluss von sich negiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist es nötig, dem Leben, wo es nicht ist, eine Form zu geben, eine Gestalt, worin es sich äußern kann, auch wenn es so nicht sein kann, weil es nur außer sich ist. Es ist keine wirklich reizvolle Wahrnehmung mehr, über welche sich Menschen in einer dekadent gewordenen Kultur beziehen; ihre Beziehung selbst erregt den einzigen Sinn, den sie in [[Wirklichkeit]] hat: Die [[Erregung]] von Wahrnehmung durch das Erheischen von [[Aufmerksamkeit]]. Der Reiz hat daher keine [[Schönheit]] mehr; Schönheit wird als Kulturform selbst reizend. Die Form des Lebens, das im [[Erleben]] noch als Anreiz aufleuchtete, wird nun zum [[Reiz]] einer Kultur, die sich im Grunde satt hat. Die Menschen verlassen dadurch die Ödnis ihrer zwischenmenschlichen Bezogenheit, dass sie ihrem Sinn eine Gestalt geben, die ihn hervorlockt, die ihn anreizt, anstachelt und anmacht. Die &#039;&#039;Anmache&#039;&#039; ist das hervortretende Merkmal solcher Reizkultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.1. Der veräußerte Gebrauch (Die allgemein selbstlose Selbstbehauptung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hatte sich in der Selbstverwirklichung, wie sie im ersten Teil dargestellt worden war, noch eine abstrakte Entfaltung der sinnlichen Beziehungen ergeben, so muss sich jetzt eine Beziehung erst durch sich selbst gestalten, um solcherlei Beziehung überhaupt wahrnehmen zu können. Es genügt hierfür nicht reizvolles Erleben; das Leben muss in seinem Anreiz so gestaltet werden, dass die Menschen darin sich wie sie selbst auch fühlen. Nicht ihr wirkliches Selbstgefühl kann dies sein, sondern ein Gefühl für sich, durch bloße [[Einverleibung]] eines anderen Lebens, das nur durch seine besondere Allgemeinheit besonders ist: Das besondere Selbst in einem selbstlosen Leben - man muss besser sagen: Das objektive Selbst als übermenschliches [[Selbstgefühl]]. Weil dieses selbstlos geworden ist, kann es sich nur behaupten, indem es sich als [[Form]] einer allgemeinen [[Nützlichkeit]] erweist, also sich darin sozial bindet, dass es seinen [[Sinn]] aus seinem [[Nutzen]] für die [[Gemeinschaft]] erfährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brauchtum kommt vom Gebräuchlichen, von der Beständigkeit des [[Nutzens]], den jeder Gebrauch erbringt und für die Form eines menschlichen Verhältnisses Sinn hat und dieses zugleich darin formell bestärkt, dass es seinen [[Sinn]] an seine [[Gemeinschaft]] bindet und damit [[Gemeinsinn]] macht. Dessen Form wird damit zum Sinn einer [[Formbestimmung]], die sich im Gebrauch verstetigt hat und als [[Gegewärtigkeit]] sinnvoll erscheint, wiewohl sie nur vergangen Nutzen bestätigt. In dieser Verdoppplung erscheint im Brauchtum ein Sinn bewahrheitet, weil dieses Verhältnis als seine Bewährung betrieben wird, wiewohl es nur aus seiner Vergangenheit besteht und diese zu konservieren sucht. Es wird somit das gemeinsinnige Verhältnis von Sinn und Nutzen zu einer Herrschaft des Nutzens über jeden Sinn, indem sich dieser als stetige Vergangenheit in der [[Gegenwart]] darstellen soll, um die [[Selbstentfremdung]] der kultivierten Sinne als [[Edelmut]] eines entsinnlichten Verhältnisses erscheinen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses allerdings wäre in seinem Bezug auf Vergangenheit des Nutzens schnell verschliessen und von daher höchst langeweilig, würde sich darin nicht gerade der besondere Reiz des Augenblicks bilden, der [[Reiz]] der [[Ereignisse]], welche sich aus dem Gebräuchlichen dadurch hervortun, dass sie es als Erlebnis ungewöhnlich machen, dass das Ungewöhnliche selbst zum Kulturereignis wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.2 Die Reizkultur (Eventkultur)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstlosigkeit]] der Kultur erfüllt sich in den Menschen darin, dass sie einerseits ihre [[Gewohnheiten]] bestärkt, diese aber zugleich durch [[Ereignisse]] aufhebt, die sie als persönliche Lebensform darin verwirklicht, dass sie darin sich auf ihre Körperlichkeit zurückbesinnnt, auf den [[Reiz]] des [[Erlebens]], der die Selbstwahrnehmung in ihrer Selbstlosigkeit an ihre Sinnlichkeit erinnert. Indem die Menschen ihre [[Körper]] hierfür benutzen, verschaffen sie sich [[Sinn]], indem sie diese Körperlichkeit entgrenzen, sich in einer allgemeinen Selbstwahrnehmung der Selbstgefühle treffen, die mal diesem oder jenem dazu verhelfen, sich über alles [[Zwischenmenschliche]] zu erheben. In dieser Überhebung versetzt jeder den anderen in eine erniedrigte Wahrnehmung. Es entsteht eine allgemeine Niedertracht, in der sich die Arroganz der Eitelkeiten bewegt und dadurch vermehrt, dass immer meht Menschen sich ihr unterwerfen müssen, um der allgemein gewordenen Lebensgefahr, die sich über ihre Gefährten vermittelt, zu entgehen. Indem sie ihren Leib selbst ihrer ihnen fremd gewordenen Selbstwahrnehmung unterwerfen, konsumieren sie den Reiz ihrer Unterwerfung als Selbstgewinn. Derauf beruht das Prinzip der Selbstgestaltung, indem jeder sich als Herr fühlen darf, wenn er als Knecht der allgemeinen Selbstunterwerfung ästhetisch zu gewinnen vermag. Es ist das Prinzip einer Konsumkultur, die sich als Produzent ihrer Selbstverliebtheit versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem sich Kultur in dem Sinn entäußert, den sie mitteilt und aufteilt, wird sie selbst zu einer Hülle, worin das gemeine Funktionieren selbst verbindlich wird. Was bis hierhin noch Bedingung war, dass nämlich sich sinnliche Beziehungen veräußern und mitteilen lassen, wird nun selbst zur funktionalen Entäußerung durch seine [[Reize]], durch den Reiz als [[Gemeinsinn]]. Das Gemeine erhält seinen Sinn durch Vereinnahmung, durch allgemeine [[Einverleibung]] des gemeinhin Reizvollen: Durch Anmache. Ein [[Reiz]] will ein Verhältnis [[wahrmachen]], das ohne ihn nicht bestehen würde. Und so soll er etwas vorstellen, was [[Vorstellungen]] zu einem [[bestimmten]] Verhalten treibt, was also eine Vorstellung befördert und veranstaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reize verschaffen [[Eindruck]], erzeugen [[Aufmerksamkeit]], wo Menschen von sich aus nicht aufmerken würden. Diese entsteht durch die Besonderheit einer Wirkung des [[Eindrucks]] auf andere dadurch, dass jener einen Druck auf die Wahrnehmung über die [[Gewohnheiten]] der geschichtlich gegebenen [[Sinnbildung]] hinaus bewirkt. Durch besondere [[Ereignisse]] (Events) vermittelt er Signale für besondere [[Regungen]], welche schon durch sich erregend sein können und die von daher eine [[selbstbezogene]] [[Gewissheit]] erzeugen (siehe auch [[Eventkultur]]). Immerhin [[erleben]] die Menschen durch Reize etwas, was nicht aus ihrer [[Lebenstätigkeit]] kommt und dennoch [[Wirkung]] auf das [[Leben]] hat. Zwar hat auch jede [[Schönheit]] ihren Reiz. Aber um wirkliche [[Schönheit]] geht es selten, wenn von Reiz die Rede ist, bestenfalls von einer ausgefallenen Schönheit, einer besonderen [[ästhetischen]] Wirkung, welche einem bestimmten [[Erleben]] zukommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reize können nur durch ihre Darbietungsform einen ästhetischen Druck erzeugen, also damit, wie sie auf natürliche Wahrnehmung einwirken, also durch die Form, in der sie diese bestimmen. Jeder Reiz ist für sich genommen nur ein [[Ereignis]], in einem systematischen Zweck aber ist er das [[Mittel]], [[Aufmerksamkeit]] zu heischen und durch das so erzeugte [[Selbstgefühl]] [[Selbstwert]] zu bilden und zu bestärken. In diesem Zusammenhang werden Reize zu einer [[Formbestimmung]] der [[Wahrnehmung]] und hierdurch das Medium des [[Erlebens]], des für wahr genommenen [[Lebens]], die Bedingung also, [[Lebenswerte]] konstatieren zu können und hierdurch [[Selbstwert]] zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun erst wird jeder seines Nächsten Freund, weil in der Verallgemeinerung der Verwirklichung von Selbstwert durch die Reizverarbeitung eine wirkliche Gleichheit in den zwischenmenschlichen Beziehungen entstanden ist. Das Geimeine ist das, worauf sich eine gut formalisierte [[Gleichheit]] reduzieren lässt; und je aufwändiger die[[zwischenmenschlichen Beziehungen]] werden, desto mehr wird ein solcher Gemeinsinn angestrebt und notwendig. Dieser Sinn bezieht seine Macht aus der Vergemeinschaftlichung solcher Notwendigkeiten, wie sie sich in den Partikularisierungen des informellen Lebens ergeben und auftun. Der veräußerte Gemeinsinn ist daher zunächst mal nur eine Autorität der Gewohnheit und damit des Gewöhnlichen, wie es in Form gebracht werden kann: Es ist die erste formierte Allgemeinheit, worin die Sitte der Alltäglichkeiten zusammengefasst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch in dieser rein formellen Allgemeinheit würde es weiter nur Sinn aufzehren und entleeren, wenn sich zwischen den Menschen nicht eine neue Güte auftun würde, wenn sie nicht den Zweck ihre Gemeinsinns außer sich auf aufgreifen und nutzen könnten. Sie entdecken in dieser Form ihrer Beziehungen erst die unmittelbare gesellschaftliche Form ihrer Befriedigung, die Friedensgemeinschaft der Gemeinde, worin sie einen Gemeinsinn auch wirklich haben können. Es entsteht auf diese Weise eine Befriedungskultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.2.1 Die Selbstgestaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um sich selbst mitzuteilen und um sich dabei zu vermitteln, müssen die Menschen in den Verhältnissen des Kulturerlebens sich vor allem selbst gestalten. Ihre Originalität ist gefragt, aber nur im Sinn dieser Verhältnisse. Sie muss daher ausgestattet werden mit den Merkmalen ihrer Zeit und deren Reize. Wenn die Arbeit von Menschen keine Gegenstände mehr gestalten sondern sie selbst, so muss sich diese Gestaltung an den unmittelbaren Ausdrucksweisen von Menschen orientieren und sich an diese auch wenden. Die Selbstgestaltung wird zum Design einer allgemeinen [[Selbstwahrnehmung]], die aus dem versachlichten [[Zwischenmenschen]] selbst eine Sache des Designs macht, die ästhetisch das formuliert und formatisiert, was ein allgemeiner Ausdruck der Selbstwahrnehmung sein soll. Doch woraus kann sich der begründen? Was kann der Inhalt dessen sein, was einen Menschen als [[Zwischenmenschen]] ausdrücklich sein lässt, der sich über sein gegenständliches Leben verloren und zugleich darüber erhoben hat? Wo Menschen sich in dieser Kultur selbst zu ihrem Gegenstand machen, müssen sie sich einerseits dem anpassen, was diese zwischen den Menschen vor allem allgemein formuliert und sie andererseits für sich im Einelnen reizvoll sein lässt, indem sie die Gleichgültigkeit der Kultur gegen sich überwinden. Es wird der Unterschied hierin substanziell herausgestellt, der besondere Sinn für das Reizvolle, der zu einer eigenständigen Darbietung einer besonderen [[Zwischenmenschlichkeit]] wird. Der einzelne Mensch bringt sich hierin allgemein durch einen besonderen Sinn gegen die Kultur der Selbstlosigkeit zur Darstellung, indem er diesen so gestaltet, wie er allgemein dadurch wirkungsvoll ist, dass er seine [[Gleichgültigkeit]] verliert. Die selbstlose Kultur bekommt hierdurch einen übernatürlichen Sinn, der sich lediglich ihrer Materialien besinnt und diese als Reflexionsform, als Spiegel seiner Selbstdarstellung nutzt. Was erst die Religion geistig erreichen kann, wird hier schon ästhetisch eingeführt. Der zerfallende Mensch wird zum Gott der nurmehr zwischenmenschlich existenten Kultur. Jeder verzehrt sich im Ausdruck göttlicher Selbstwahrnehmung und verschafft sich den Eindruck eines über alle Wirklichkeit erhabenen Lebens. Der Fetisch des Kulturerlebens wird selbst zur Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Arbeit von Menschen keine Gegenstände mehr gestalten sondern sie selbst, so muss sich diese Gestaltung an den unmittelbaren Ausdrucksweisen von Menschen orientieren und sich an diese auch wenden. Die Selbstgestaltung wird zum Design einer allgemeinen [[Selbstwahrnehmung]], die aus dem versachlichten [[Zwischenmenschen]] selbst eine Sache des Designs macht, die ästhetisch das formuliert und formatisiert, was ein allgemeiner Ausdruck der Selbstwahrnehmung sein soll. Doch woraus kann sich der begründen? Was kann der Inhalt dessen sein, was einen Menschen als [[Zwischenmenschen]] ausdrücklich sein lässt, der sich über sein gegenständliches Leben verloren und zugleich darüber erhoben hat? Wo Menschen sich in dieser Kultur selbst zu ihrem Gegenstand machen, müssen sie sich einerseits dem anpassen, was diese zwischen den Menschen vor allem allgemein formuliert und sie andererseits für sich im Einelnen reizvoll sein lässt, indem sie die Gleichgültigkeit der Kultur gegen sich überwinden. Es wird der Unterschied hierin substanziell herausgestellt, der besondere Sinn für das Reizvolle, der zu einer eigenständigen Darbietung einer besonderen [[Zwischenmenschlichkeit]] wird. Der einzelne Mensch bringt sich hierin allgemein durch einen besonderen Sinn gegen die Kultur der Selbstlosigkeit zur Darstellung, indem er diesen so gestaltet, wie er allgemein dadurch wirkungsvoll ist, dass er seine [[Gleichgültigkeit]] verliert. Die selbstlose Kultur bekommt hierdurch einen übernatürlichen Sinn, der sich lediglich ihrer Materialien besinnt und diese als Reflexionsform, als Spiegel seiner Selbstdarstellung nutzt. Was erst die Religion geistig erreichen kann, wird hier schon ästhetisch eingeführt. Der zerfallende Mensch wird zum Gott der nurmehr zwischenmenschlich existenten Kultur. Jeder verzehrt sich im Ausdruck göttlicher Selbstwahrnehmung und verschafft sich den Eindruck eines über alle Wirklichkeit erhabenen Lebens. Der Fetisch des Kulturerlebens wird selbst zur Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Menschen sich in dieser Kultur selbst zu ihrem Gegenstand machen, müssen sie sich einerseits dem anpassen, was diese zwischen den Menschen vor allem allgemein formuliert und sie andererseits für sich im Einelnen reizvoll sein lässt, indem sie die Gleichgültigkeit der Kultur gegen sich überwinden. Es wird der Unterschied hierin substanziell herausgestellt, der besondere Sinn für das Reizvolle, der zu einer eigenständigen Darbietung einer besonderen [[Zwischenmenschlichkeit]] wird. Der einzelne Mensch bringt sich hierin allgemein durch einen besonderen Sinn gegen die Kultur der Selbstlosigkeit zur Darstellung, indem er diesen so gestaltet, wie er allgemein dadurch wirkungsvoll ist, dass er seine [[Gleichgültigkeit]] verliert. Die selbstlose Kultur bekommt hierdurch einen übernatürlichen Sinn, der sich lediglich ihrer Materialien besinnt und diese als Reflexionsform, als Spiegel seiner Selbstdarstellung nutzt. Was erst die Religion geistig erreichen kann, wird hier schon ästhetisch eingeführt. Der zerfallende Mensch wird zum Gott der nurmehr zwischenmenschlich existenten Kultur. Jeder verzehrt sich im Ausdruck göttlicher Selbstwahrnehmung und verschafft sich den Eindruck eines über alle Wirklichkeit erhabenen Lebens. Der Fetisch des Kulturerlebens wird selbst zur Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was erst die Religion geistig erreichen kann, wird hier schon ästhetisch eingeführt. Der zerfallende Mensch wird zum Gott der nurmehr zwischenmenschlich existenten Kultur. Jeder verzehrt sich im Ausdruck göttlicher Selbstwahrnehmung und verschafft sich den Eindruck eines über alle Wirklichkeit erhabenen Lebens. Der Fetisch des Kulturerlebens wird selbst zur Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.2.2 Die Mode als Darbietung einer selbstbestimmten Ästhetik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mode ist ein Signal der Selbstwahrnehmung, dient also eigentlich dem profanen Zweck, eigene Haltungen und Gewohnheiten zu signalisieren, um eine hierdurch bestimmte Beziehung zu erwerben und zu bestärken. In der Reizkultur aber wird Mode von ihrer profanen Herkunft enthoben und zum Medium des Ausdrucks von Konsumerwartungen. Erst durch [[Mode]] wird die zeitgerechte Ausstattung der [[Selbstdarstellung]] durch Symbole der [[Selbstwahrnehmung]], welche eine Kenntlichkeit solcher [[Absichten]] [[zwischenmenschlicher Beziehung]] bezweckt. Sie ist [[Zeitgeist]] und Lifestyle in einem, das aktuell Moderne an Kleidung, Einrichtung, Architektur usw., was dem [[Selbstgefühl]] und der [[Selbstdarstellung]] als gängigiges [[Design]] zur Verfügung steht, die Art und Weise des [[Ausdrucks]], mit dem man auf andere Menschen am ehesten [[Eindruck]] machen und sich darin [[erleben]] kann. Sie drückt damit die objektive [[Selbstwahrnehmung]] als allgemein kulturelles [[Medium]] der [[Selbstverwirklichung]] aus, wie es im Zweck von [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] nötig erscheint, sofern sie dem [[Selbsterleben]] dienlich sein müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mode überwindet leere objektive Kulturbestimmungen durch ihre ästhetischen Reize. Sie promeniert nicht nur auf Laufstegen, sondern in der Selbstwahrnehmung selbst. Die Selbstwahrnehmung wird durch die Mode prominent. Der ästhetische Wille beginnt daher auch wirkliche Gestalt anzunehmen. Allerdings fristet er innerhalb der Sitten noch ein kümmerliches Dasein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.2.3 Die Mode und der Gebrauch des Anreizes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstgestaltung, die auf dem Konsum der ästhetischen Unterwerfung beruht, beruht in Wahrheit darauf, dass sie durch die absolut vereinzelte und zugleich allgemeine Selbstüberhebung getragen ist, dass sie den Niedergang ihrer Selbstwahrnehmung dadurch befördert, dass sie ihn als Aufgang ihrer Eindrücklichkeit auf andere bezieht, dass sie Eindruck zu machen sucht, indem sie sich im Wechsel zu sich, im zeitlichen Verlauf ihrer Seölbstveränderung gestaltet - eben modisch wird. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter, an all den Selbstgefühlen, die damit zu verbinden sind, lässt sich persönliche Beziehung zur Zeit gestalten. So auch an der Zeitgeschichte selbst, an den Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten. Aber die Zeitgeschichte kommt in der Mode nicht als Geschte einer bestimmten Zeit zum Tragen, sondern als Anreiz, wie er in dieser Zeit möglich ist, als Form eines Lebensausdrucks, wie er darin verlangt, nötig iat, um reizvoll zu sein - also als subjektive Überwindung dessen, was in der Zeit fehlt, was durch Reize anwesend gemacht werden muss, weil es darin nur in der Besonderung, über den Durchschnitt des Gewöhnlichen hinaus wirken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mode wird zu einem Kult der Besonderheiten, die den [[Gewohnheiten]] enthoben werden, um deren Zerfall zu entgehen. Es ist der [[Kult]] einer Welt, die im Grunde nur abgesondert, also auch absonderlich ist, um die in ihrer Stetigkeit sinnentleerte, die [[enttäuschte]] [[Gewohnheit]] zu überstehen. Indem sie ihre [[Selbstwahrnehmung]] darin verneint, bestätigt sie zum einen, dass ihre Gewohnheiten selbst schon [[Täuschungen]], ihre Selbstlosigkeit nur täuschend echt sein konnte, und zum anderen gewinnt sich darin die selbstverneinende [[Wahrnehmung]] in einer ungewohnte Form der [[Selbstveredelung]] als Überlebensprinzip der [[Selbstwahrnehmung]], als Selbstbeziehung, die sich in ihrem Verfall gegen andere Wahrnehmng bestärkt, durch Fremdwahrnehmung die [[Beziehung]] ihrer Anreize konsumiert, und somit letztlich selbst ihrem Verfall verfällt. So produziert sich hieraus eine Konsumkultur, in welcher der über alles erhabene [[Ausdruck]] beeindruckt und als dieser konsumiert und also [[erlebt]] wird. Die Menschen werden sich gänzlich [[gleichgültig]], indem sie einander nurmehr durch sich selbst, durch ihre Selbstdarstellung gewinnen wollen, und sich somit einer selbstgewinnenden Wahrnehmung unterwerfen. Und sie erleben damit eine Selbsterhabenheit, die sie emporzieht, indem sie ihren Verfall in seiner Ungewöhnlichkeit zelebrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber im Design verlebt sich der Anreiz und kann sich nicht aus sich selbet heraus fortbestimmen, Mode muss immer das Ungewöhnliche suchen, das sich im Verfall auftut und wird dadurch zu einem ästhetischen Prinzip, das sich fortwährend selbst aufbraucht, sich in seiner Selbstwahrnehmung nur entleeren kann. Mode gerät dadurch zur Langeweile, dass ihre Bedürfnisse selbst nur in der Zeit sind und mit der Zeit untergehen. Mode kann selbstbestimmt wirken, niemals aber selbst bestimmmt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Mode selbst entsteht eine Notwendigkeit zur Unterhaltung, die sich dem anwesenden Sinn entzieht, die im Grunde völlig Ungegenwärtig ist, weil sie sich aus ihrer [[Abwesenheit]] heraus auf ihre Zeit bezieht. Ob im Smalltalk, in der Kleidung oder im Verkehr jedweder Art: Es wird schal, was in der Mode sich nur verbrauchen kann und sich zu gewinnen sucht, weil es verbraucht ist. Der Gebrauch besteht allein im Wechsel der Gegenärtigkeiten, der Zeit im Verlauf von [[Abwesendem]]. Das Gängige in der Wellenform des Wiederkehrenden (en vogue) macht die Unterhaltung aus. Kultur wird zur Gegebenheit des beständigen Wechsels. Unterhaltung ist die herausragende Beziehung, worin sich der Zeitgeist bewegt. Er befriedet die Langeweile alleine durch seine Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.3 Die entäußerte Aufmerksamkeit der Dekadenz (Der Zeitgeist und der Gestaltungsfetisch der Aufreizung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mode hat ihre Beziehung selbst nur in ihrem [[Reiz]] und bestätigt aufgereizte Sinne. Sie ist damit das Medium dessen, was nur als Zeitgeist Zusammenhang findet - einen Zusammenhang in einer Vergegenwärtiguzng, die an und für sich nur durch Abwesenheit begründet ist, also sinnlos ist. Dieser Zusammenhang der Sinnlosigkeit erscheint nun als ästhetische Gestalt und als ästhetisches Interesse allgemein. Doch er kann nicht wirklich als [[Allgemeines]] bestehen. Er verwirklicht sich allgemein nur in der hervorragenden Gestalt, in seiner ästhetischen Prominenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hierin hervorgekehrte Selbstwahrnehmung wird nun tatsächlich in den Lebensgestaltungen des Zeitgeistes als &#039;&#039;Lifestyle&#039;&#039; wahrgehabt. Die gesellschaftliche Wahrnehmung erscheint hierdurch verkehrt: Die Prominenz ist nicht Wahrnehmung einer wirklich gesellschaftlichen Gestalt der Wahrnehmung, sondern die gesellschaftlich bedurfte Wahrnehmung. Sie ist die Notdurft der Wahrnehmung in einer Gesellschaft, in welcher die Menschen keine Beziehung mehr zu sich selbst haben. Die Art und Weise des Vortragens dieser prominenten Gestaltenwird zu einem allgemein notwendigen Zweck, zu einer Gesellschaft, in der sich nur Gefälligkeit und Gfallsucht ausbreiten kann. Das Prominete wird zum Maß der Durchsetzungsfähigkeit des ästhetischen Willens, zum Maßstab der öffentlichen Wahrnehmung als allgemeine Selbstwahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein tut sich im modischen Zeitgeist die ästhetische Abgrenzung gegen das Individuum hervor. Im Einzelnen entwickelt sich darin die Urteilsbildung einer kulturellen Führerschaft, einer Kulturelite. Ihr Urteil steht gegen jede bestimmzte Selbstwahrnehmung und vermittelt durch ihre allgemeine Selbstwertigkeit ein allgemeines Minderwertigkeitsgefühl, was zur Grundlage aller gesellschaftlichen Ressentiments wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Inhalt der prominenten Wahrnehmung entsteht somit die ästhetische Prominenz des politischen Zwecks im allgemeinen, welche sich in der Voraussehung des Hervorragenden zu verwirklichen strebt. Im einzelnen entsteht so die Vorsicht, in welcher die allgemeine Voraussicht sich geltend macht. Der [[Reiz]] der [[Wahrnehmung]], hat seinen Sinn verloren und muss nun in seinem bloßen Bedarf mächtig werden, im Bedarf nach einen Sinn, der nur noch durch seine Prominenz existiert, durch die [[Ereignisproduktion]] einer [[Eventkultur]], die gerade den [[Sinn]] [[vernutzt]], der sich von ihre aufreizen lässt. Das [[Erleben]] einer Kultur voller Events erweitert zwar den [[Lebensraum]] des Überlebens, indem er sich auf nahezu beliebig viele Menschen ausdehen und [[verdichten]] lässt, nicht aber das [[Leben]] selbst. Ein Leben, das sich seinem [[Sinn]] und damit auch seiner [[Kraft]] nicht mehr [[gewiss]] werden kann, das keinerlei Bewahrheitung seines Gehalts mehr erkennen kann, hat sich aus jeder sinnlichen [[Beziehung]] herausgesetzt und seine Entsinnlichung in den Zweck des Überlebens jedweder Sinnwidrigkeit gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Sinnwiderigkeiten einer Kultur, in welcher der Leib selbst nur [[Sache]] ist, wird jede Kultur zu einer Sache, die ihre [[Beziehung]] entmenschlicht, sich jeder [[Ästhetik]] ihrer Selbstwahrnehmung entzieht, indem sie Ästhetik zu ihrem leibhaftigen Medium, zu ihrem völlig veräußerten Mitel macht. Darin hat jede [[Beziehung]] nicht nur keinen Sinn, sondern wird in ihrem Verlangen nach [[Sinn]] selbst schon verhöhnt, wird zu einer Sache, die jeden Sinn ausdrücklich meidet: Die Reizkultur erhebt sich über ihre eigene Gründe, wird zynisch gegen das Verlangen, über das sie sich erhebt, worin sie sich aber selbst auch unentwegt begründet. Es ist diese Abhebung daher nicht unbedingt eine elitäre, wohl aber eine, die eine [[Selbstermächtigung]] durch Meidung jeder Beziehung betreibt, Grundlage einer [[Selbstveredelung]], die jeden [[Reiz]] umkehrt in eine Selbsterregung gegen seine Wirklichkeit. Die Abhebung von den gewöhnlichen Begierden wird zu einem Selbsterregungsprinzip, in welchem die Besonderung durch Verkehrung zu einem hinterhältigen Trieb wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sinnliche [[Reiz]] gerät in eine veräußerte Körperwelt voller Nutzeffekte, die zwar im Erleben imponieren, in ihrer [[Beziehung]] aber sich schnell entleeren, sich sinnlos machen, weil ihr [[Sinn]] nur verbraucht wird. Das macht eben jede [[Nutzung]] aus, die sich von der Entstehung seiner nutzbaren [[Eigenschaften]] abgehoben hat. Deren [[Sinn]] benötigt vielfältige Beziehungen, um sich zu einem menschlichen Sinn zu entwickeln, ist aber schnell außer sich, wenn er nurmehr dem Anreiz für Beziehungen dient, die sich auf [[Ereignisse]] reduzieren, also eine [[Geschichte]] ihrer [[Verhältnisse]] schon von vorn herein aufgegeben haben, indem sie lediglich [[Zustände]] eines [[Verhaltens]] kassieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Urteil des Zeitgeistes entspringt ja in Wahrheit nur dem allgemeinen Mangel, den Prominenz ausmacht: Die Abwesenheit wirklicher Wahrnehmung. Die hervorgekehrte Wahrnehmung kann nur Anwesenheit erhalten, indem sie durch ihre Vorsicht Eindruck macht, sich als Brauchtum popularisiert, was nichts anderes ist, als Selbstverlust, wie er schon in der Selbstlosigkeit der Kultur angelegt, nun aber als individueller Edelmut in der Gefolgschaft einer prominet gewordenen Kultur ausgelegt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die reizvollen Großtaten, wie sie sich in den Medien darstellen. Die Medien treten aus der Vermittlung von Wahrnehmungen und Informationen dadurch heraus, dass sie den Zeitgeist selbst unterhalten und ihn zum allgemeinen Träger kultureller Vermittlung, zum allgemeinen Medium der Lebensgestaltung machen, indem ihre Mittel und Begriffe sich zum Medium einer allgemeinen [[Selbstgerechtigkeit]] entfalten. Darin wird das Brauchtum sittlich, findet seinen höheren Sinn im allgemeinen Nutzen der Kultur und entwickelt sich in seiner Sittlichkeit zu ihrem [[Übersinn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit ist die Gegenwärtigkeit des [[Gedächtnisses]] für die [[Wahrnehmung]], also das, was sie aufmerken lässt. Sie wird beeindruckt durch die [[Gefühle]], welche von dort in die [[Empfindungen]] eingehen. Von da her ist die Aufmerksamkeit abhängig von den [[Umständen]] und [[Inhalten]] der [[Wahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kann aber auch durch Überreizung (siehe [[Reiz]]) mehr ocer weniger vollständig zu selbständigen [[Wahrnehmungszuständen]] aufgehoben werden, weil sie sich auf wesentliche [[Inhalte]] ebenso fokussieren und verselbständigen kann, wie auf die [[Ästhetik]] einer Begegebenheit (z.B. übermächtige Geruchsempfindlichkeit). Damit einher geht dann eine Abwehr gegen bestimmte Wahrnehmungsinhalte, ohne dass diese [[verdrängt]] würden und ohne dass darin bestimmte [[Ursachen]] wirksam wären, diese unbestimmbar aber als leere Erregung in einem Menschen fortwirken. Es sind dies dann Surrogate von Inhalten, die übermäßig bestimmt sind (siehe auch [[Formbestimmung]]) und von daher ihren [[Lebensraum]] überdehnen würden und sich in ihrer [[Wirkung]] komprimieren (siehe [[Dichte]]), von daher sich ganz unbestimmt gegen dessen bestimmte [[Inhalte]] in der [[Wahrnehmung]] und sich schließlich gegen deren Aufmerksamkeit selbst richten (siehe das sogenannte &#039;&#039;Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Absehung von einem wirklichen Sinn entstehen [[Absichten]], die keinen sinnlichen Gegenstand mehr haben. Nicht die persönliche Beziehung auf andere noch zu sich selbst wird hierbei sinnlich bejaht. Im Grunde besteht die Substanz der Selbstwahrnehmung in solchen erzieherischen Beziehungsverhältnissen aus der Verneinung der eigenen sinnlichen Erkenntnis. Wo dem keine andere Welt mehr zugeordnet ist, ist jedes Erkennen innerhalb dieser Verhältnisse ein Verkennen der eigenen Wahrnehmungsinhalte und also eine Aufhebung der [[Selbstgewissheit]]. Die herrschenden [[Gewohnheiten]] mögen zwar noch als Zankapfel dienen, als Träger objektivierter Auseiandersetzungen, aber aus ihnen ist kein wirklicher Sinn mehr erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verhältnisse entleeren die Beziehung der Menschen in dem Maße, wie sie sich als gewöhnliches Leben etablieren. In Wahrheit erleben sich die Menschen darin ihrer Sinnlichkeit entrückt und täuschen sich hierüber vermittelst ihrer Gewohnheiten dadurch hinweg, dass sie sich verrückt zueinander verhalten. Der gewöhnliche Mensch, der das Leben nur noch als völlig veräußertes Erleben zu sich nimmt, erfährt sich selbst jetzt auch allgemein als Mensch voller Erlebnisse, die sich über die Gewohnheiten des Lebens erheben und ihn nun als Mensch schlechthin auszumachen scheinen. Wie ein Tourist die Kulturlandschaften der Einheimischen je nach Angebotslage und Preis deren ihm fremde Geschichte durchpflügt, so durchpflügt er die Seelenlandschaften der Menschen nach ihrem Erlebenswert. Er schafft sich so selbst die Grundlage seiner Beziehungen, die nötig machen, dass er seine Unheimlichkeiten abstreift und sich entheimlicht, sich veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese Veröffentlichung ist nur die Eröffnung seiner Selbstentfremdung und verallgemeinert sich in einer Kumpanei objektiv gewordener Gefühlswelten, in denen zwischenmenschliche Beziehungen, wie sie als Erziehung noch bestimmt waren, hiervon emanzipiert erscheinen können. Jeder Mensch kann so zu einem objektiven Subjekt in seiner Selbstentfremdung werden und seine Persönlichkeit dahin &#039;&#039;kanalisieren&#039;&#039;, indem er seine Regungen beherrscht, sich selbst hiervon enteignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem aber ein Mensch in solcher Objektivität sich eigene Regungen wirklich austreibt, seine Gefühle selbst negieren muss, um frei zu sein für die Wahrnehmung der Selbstenfremdung als eigentümliche Erlebenswelt, treibt er auch seine eigene Erregung aus. Er vermittelt sich selbst in einer Welt, wo er seine Zwecke verwirklicht sieht, macht sein Leben zum Selbstzweck dieser Welt. Alle Formen seiner Persönlichkeit beugen sich dieser Vermittlung, die durch die Erziehung erzwungen wurde und jetzt schlichte Notwendigkeit für &#039;&#039;intakte Beziehung&#039;&#039; ist. Die Menschen leiden unter diesen Verhältnissen nicht mehr wirklich an deren Gewalt, sondern äußern ihre Identätslosigkeit durch Gewalt gegen sich selbst, werden selbst zum Schauplatz öffentlicher Gewalt. Ein Mensch kann sich hierbei genauso gegen andere wie gegen sich selbst verhalten - es ist ununterschieden und für ihn ununterscheidbar. Das macht für ihn allerding nötig, seine Sinne selbst zum öffentlichen Medium zu machen, sie in einer Form dem öffentlichen Nutzen des Selbsterlebens verfügbar zu machen, in welcher er darin so genommen werden kann, wie er für andere wahrnehmbar sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen leiden unter diesen Verhältnissen nicht mehr wirklich an deren Gewalt, sondern äußern ihre Identätslosigkeit durch Gewalt gegen sich selbst, werden selbst zum Schauplatz öffentlicher Gewalt. Ein Mensch kann sich hierbei genauso gegen andere wie gegen sich selbst verhalten - es ist ununterschieden und für ihn ununterscheidbar. Das macht für ihn allerding nötig, seine Sinne selbst zum öffentlichen Medium zu machen, sie in einer Form dem öffentlichen Nutzen des Selbsterlebens verfügbar zu machen, in welcher er darin so genommen werden kann, wie er für andere wahrnehmbar sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich lebt er zugleich in einer Selbstwahrnehmung, sie sich in Gefühlen regt, durch welche er andere Menschen nurmehr heimlich wahrnehmen kann. Er hat nur sich wahr, indem er andere wahrnimmt - aber nicht in eigener Wahrheit, sondern als Selbstgefühl für andere. Seine Beziehung zu sich ist die seiner Negation, also eine Beziehung, die er durch die Beziehung auf andere gegen sich erzeugt. Das macht jetzt die erste Position einer verkehrten Welt der Gefühle aus, die Stiftung verkehrter Sinne: Die Perversion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese &#039;&#039;Sinnstiftung&#039;&#039; ist kein Akt der Erbauung, sondern der Erzwingung. Der nicht mehr gegenwärtige Sinn muss aus seiner Negativität heraus ein Erleben erzwingen, das den Sinn erfüllt, der ohne dieses nicht mehr ist. Das sinnlos scheinende Leiden besteht aus den Gefühl, sich nicht mehr zu spüren, nichts mehr zu fühlen und zu sein. Die Sinnstiftung ist die Erzwingung von Selbstgefühl. Es wird hierdurch mit Sinn erfüllt, was erst im Nachhinein des Verlustes von Selbstgewissheit entsteht, was also nicht aus dem Erlebten erzeugt wird, sondern Leben dadurch erzwingt, dass den Sinnen dadurch Lebendigkeit dadurch vermittelt wird, dass Empfindungen regelrecht beigebracht werden, dass Gefühle sie mit dem erregt, was aus sich nicht wirklich ist, durch Einwirkung auf das abstrakt gewordene Selbstbefinden aber als Empfindung wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundform hiervon ist eine Autoaggression, die z.B. oft durch das Einritzen der Haut mit Rasierklinken oder gergeleichen zu einem Selbstgefühl kommt. Im Grunde ist eine Pervrsion die durch beigebrachte Empfindungen erzeugte Herstellung von Selbstgefühlen in Verhältnissen, worin diese aufgehoben und im wahrsten Sinne ausgetrieben sind - aber nicht durch einen schmerzhaften Vorgang, sondern schmerzlos. Die Empfindung befördert das entschwundene Selbstgefühl hiernach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wahrnehmen eines anderen Menschen, welcher der Vernichtung seiner Gegenwart ausgesetzt wird, erzeugt ein Selbstgefühl gegen die eigene Sinneslähmung. Das Erleiden der zur Unwirklichkeit verdammten eigenen Sinne durch andere verschafft die Erregung einer Nähe zu sich selbst. Der anonyme Sinn fremder Menschen wird zum Stellvertreter des eigenen Lebens, wird in seiner Verkehrung erlebt, um dem Tod der eigenen Sinne zu widerstehen. In steter Regel tritt die perverse Regung auf und erzwingt Befriedigung, die ohne dies ein Gefühl der Selbstvernichtung entwickeln würde, weil es das ist, was der Betroffene wahrhat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Perversionen sind die Lebensformen abgetöteter Selbstvergegenwärtigung, die durch die Beherrschung der Gegenwart anderer Menschen im Erleben verkehrt wird. Sie dienen einer Identitätsgewinnung durch Herstellung von sinnlicher Gegenwart dessen, was in der Macht der Gewohnheiten untergegangen ist. Sie beziehen sich auf die Vergegenwärtigungsformen eigener Lebendigkeit, meist der eigenen Geschlechtlichkeit. Deren einfachste Form ist der Schau- und Zeigetrieb, der Exhibitionismus. Die Erlebenssucht des Leidens, der Masochismus, vergegenwärtigt eine entäußerte Selbstbeherrschung. Und die Quälsucht, der Sadismus, will eigenes Leiden durch andere entäußert wissen und an ihnen erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.3.1 Das pervertierte Selbstgefühl (Der Exhibitionismus)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstvergegenwärtigung eigener Erregung durch Erschrecken anderer kennt man schon als Kind z.B. beim &#039;&#039;Versteckspiel&#039;&#039;. Kinder erleben sich, indem sie sich durch Versteck entziehen und plötzlich und &#039;&#039;wie aus dem Nichts&#039;&#039; heraus auftauschen. So ähnlich kann man sich den bloßen Akt der Entblößung vorstellen. Doch es ist nicht die einfache Neugierde auf die eigene Wirkung auf andere, die dahin treibt, sondern die Unmöglichkeit des Selbsterlebens, wie sie unter der Bedingung objektiver Gefühle bestimmt ist: Nicht einfach Angst oder Sucht treibt zur Exhibition (Selbstausstellung), sondern die Notwendigkeit von Selbstvergegenwärtigung eines Gefühls für sich. Gerade in den Ruinen wohlständiger Ereignisse, nach der Ruinierung eigener Lebensäußerung, tritt diese selbst wie ein hintergründiges Verlangen auf: Sie will Wirkung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat eigentlich nicchts mit Verdrängung zu tun, wie es die Psychoanalyse meint, sondern mit einem Lebensverhältnis voller Entgegenwärtigungen. Es ist von daher die ursprünglichste Sinnverkehrung der sogenannte Zeigetrieb. Das Eigene ist in solchen Verhältnissen nicht verdrängt - so, als hätte es dieses eigentlich schon gegeben, sondern es ist verheimlicht und drängt auf Entheimlichung. Es lebt von seiner Heimlichkeit und wirkt nur dadurch unheimlich, dass es schlagartig und urplötzlich in den Alltag der gewöhnlichen zwischenmenschlichen Begegnungen eindringt. Im Grunde ist das ein Protest gegen die mächtigen Gewohnheiten objektiver Gefühlswelten, durch den hier Sinnerleben sprichwörtlich &#039;&#039;gewonnen&#039;&#039; wird. Menschen, die selbst in solchen Lebenswelten der Lebensburgen untergegangen waren, treten hierbei immerhin als lebende Menschen zu Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist dies auch die &#039;&#039;angepasste Perversion&#039;&#039;, also eine Sinnverkehrung, welche nur bei äußerst angepassten Menschen zu finden ist. Wo sie mit ihren Bedürfnissen und Gelüsten harmonieren können, wird sich kein Zeigetrieb ergeben. Es ist also zunächst einmal die einfach gescheiterte Anpassung, welche der Exhibitionist entblößt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.3.2 Das pervertierte Selbsterleben (Der Masochismus)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Masochismus werden Schmerzen als Notwendigeit eines Gefühls der Unterworfenheit erlebt. Letztres macht die Grundefahrung des objektiven Gefühls einer Lebensburg aus, worin die Mächtigen nur durch Unterwerfung geliebt werden konnten. Und sie waren und bleiben in solchen Gefühlen zugleich die Subjekte dieser Unterwerfung, weil eigene Gegenwart nur dadurch möglich ist, weil also die [[Selbstvergegenwärtigung]] als notwendige Identitätsstiftung dies nötig macht. Es geht hierbei also nicht um die Inhalte der Unterwerfung - die sind vollständig gleichgültig - sondern um die bloße Form. Nur in der schmerzhafte Beziehung des Selbstgefühls wird noch eigene Wirklichkeit geschaffen. Das vorherrschende objektive Gefühl besteht auch hier aus einer allgemeinen Gleichgültigkeit, die nur im Durchbruch des Schmerzes, der hierbei entäußert ist, gewonnen wird. Es ist sozusagen der Protest gegen das gleichgültige Gefühl, dessen Schmerz hier gelitten werden muss, um zu einer Identität zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das vorherrschende objektive Gefühl besteht auch hier aus einer allgemeinen Gleichgültigkeit, die nur im Durchbruch des Schmerzes, der hierbei entäußert ist, gewonnen wird. Es ist sozusagen der Protest gegen das gleichgültige Gefühl, dessen Schmerz hier gelitten werden muss, um zu einer Identität zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312.3.3 Die pervertierte Selbstbehauptung (Der Sadismus)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Quälsucht&#039;&#039; hat eigentlich nichts mit wirklichem Quälen zu tun, sondern eher mit den Qualen der Selbsterniedrigung, denen ein Sadist oder eine Sadistin durch Quälen anderer Menschen zuvorkommt. Auch er oder sie erleidet eine verstellte Selbstgewissheit unter der Herrschaft eines objektiven Gefühls, das ihn nicht sein lässt, was er oder sie ist, sondern sich der Selbstbeherrschung ergeben hat. Aber er oder sie hat sich bereits längst gegen diese gestellt. Als Domina oder Dominus vollziehten sich die Qualen mehr oder weniger kulthaft an anderen Menschen und entäußern Selbstbeherrschung durch Leiden anderer. Die noch verinnerlichte Macht der objektiven Gefühle wird als permanenter Kampf um seine oder ihre Selbstgewissheit, um [[Selbstempfindung]] geführt, also um eine Empfindung, deren Unbestimmtheit so unendlich ist, dass er oder sie sich erniedrigt fühlt, wenn er oder sie nicht darüber herrschen kann. Es gewinnt sich Selbstgewissheit durch Züchtigung anderer und hat in der Teilhabe an derselben Objektivität eine Gemeinschaft mit dem Masochismus. Die Entgegenwärtigung aber treibt auch zur Aufhebung dieser Gemeinschaft, zur Totalität einer vollständig ausgeschlossenen Sinnlichkeit, die ihren Sinn selbst als Macht über die Selbstwahrnehmung errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die noch verinnerlichte Macht der objektiven Gefühle wird als permanenter Kampf um seine oder ihre Selbstgewissheit, um [[Selbstempfindung]] geführt, also um eine Empfindung, deren Unbestimmtheit so unendlich ist, dass er oder sie sich erniedrigt fühlt, wenn er oder sie nicht darüber herrschen kann. Es gewinnt sich Selbstgewissheit durch Züchtigung anderer und hat in der Teilhabe an derselben Objektivität eine Gemeinschaft mit dem Masochismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entgegenwärtigung aber treibt auch zur Aufhebung dieser Gemeinschaft, zur Totalität einer vollständig ausgeschlossenen Sinnlichkeit, die ihren Sinn selbst als Macht über die Selbstwahrnehmung errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 313. Die Ästhetik als Übersinn]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die ungewohnte Selbstwahrnehmung (Die subjektive Vernunft des Überlebens)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waren die bisherigen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] durch den Antrieb (siehe [[Trieb]]) ihrer [[Selbstverwirklichung]] (Buch 1) und [[Selbstbehauptung]] (Buch 2) bestimmt, so geht es jetzt um deren Gesamtheit als Selbstdarstellung einer Kulturpersönlichkeit, die Selbstbezogenheiten im Allgemeinen verkörpert und sich im einzelnen bezieht. Dies allerdings unterstellt, dass darin [[Selbstbeziehung]] auch vollständig obejktiv, also kulturell veräußert ist, dass die Menschen selbst für sich vollständig [[selbstlos]] auftreten, um sich über ihr [[zwischenmenschliches Verhältnis]] zu gewinnen, sich also selbst nur aus ihrer objektiven Selbstveräußerung bilden und entwickeln. Damit dies gelingen kann, müssen darin auch alle menschlichen Äußerungen versammelt sein, ihr zwischenmenschliches und kulturelles Verhältnis überhaupt objektiv existent sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganze gesellschaftliche [[Wirklichkeit]] der Menschen existiert als ihr leibhaftiges Vermögen, ihre [[gesellschaftliche]] Natur zu verwirklichen, indem sie sich die [[Natur]] aneignen, ihre natürliche Welt für sich vermenschlichen und sich selbst als [[Naturmacht]] entwickeln. Die Vermenschlichung der Natur ist die geschichtliche Produktion und Aneignung ihres [[Lebens]], das Lebensverhältnis ihrer [[Geschichte]], in welchem sie ihr Leben verwirklichen. Ihre Lebenswirklichkeit ist der gesellschaftliche [[Reichtum]], worin sie dieses vergegenständlicht haben, in welcher [[Form]] auch immer er existiert. Was sie als sachlichen [[objektiv]] Reichtum bilden, ist zugleich das Vermögen ihrer geschichtlich entwickelten [[Macht]] im [[Verhältnis]] zu ihrer gesellschaftlichen [[Subjektivität]], zu ihrer Natur: ihre [[Kultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Losgelöst von dieser, also in der [[Trennung]] von ihrer gegenständlichen Welt, erscheint sie nurmehr als ihr subjektives Vermögen in der bloßen [[Formation]] ihrer kulturellen Verhältnisse, ihrer [[bürgerlichen Kultur]]. Ihr ganzes Gattungsverhältnis wird zu einem Begattungsverhältnis, worin ihr subjektives Vermögen sich aus ihrer [[zwischenmenschlichen]] Lebenswelt zu einer [[Objektivität]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] über sie erhebt und diese bestimmt. Um diese [[Bestimmungen]] geht es in diesem Teil der Kritik der Kultur des Kapitals. Sie entwickeln sich im Vermögen der Menschen in ihrem Dasein als Persönlichkeiten der Kultur, als Kulturpersönlichkeiten, welche die Kultur zur formellen und realen Formation einer [[übermenschlichen]] [[Zwischenmenschlichkeit]] entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solchen [[Persönlichkeiten]] ist Kultur als ihre Lebensgewohnheit vorausgesetzt. Doch diese hat den Mangel, dass sie das gewöhnliche Leben nicht mehr bildet, sondern nurmehr reflektiert, sich darin eingenistet hat und sich als ihr Reflex aus ihr erhebt und jedes einzelne Verhältnis in sich aufzuheben sucht. Von daher ist ihr Vermögen auch nur dort gegenwärtig, wo Kultur nicht als gesellschaftliche Wirklichkeit existiert, sondern nur gesellschaftliche Wirkung hat im Heim ihrer zwischenmenschlichen Besonderungen, sich also in gesellschaftlicher Heimlichkeit entfaltet und eine Welt voller gesellschaftlicher [[Unheimlichkeiten]] entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwischenmenschliche Persönlichkeit, die aus der [[Selbstverwirklichung]], aus der [[Wirklichkeit]] ihrer [[Selbstgefühle]] entstanden war und ihre [[Vergegenwärtigung]] in ihren [[Lebensburgen]] erfahren hat, erscheint daher jetzt von ihrer Ungegenwärtigkeit bedrängt und sucht ihr Überleben als Subjekt ihrer kulturell [[verselbständigten]] Lebenswelten in der [[Selbstlosigkeit]] einer kulturellen [[Vernunft]], die sich aus den [[Notwendigkeiten]] bedrohter Eigenheiten ergibt. Solche Vernunft versinnlicht sich in der [[Aufhebung]] besonderer Sinnlichkeiten. Sie wird hierin zum Subjekt ihrer Gewohnheiten durch die Beherrschung ihrer Gewöhnlichkeit, ihrer Sitte, und also zum [[Subjekt]] der bürgerlichen Sittlichkeit, in der sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] aus ihrer familiären [[Verrücktheit]] heraussetzen und sich hiergegen veredeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Selbstveredelung]] benutzt Menschen in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] als Attribut der [[Selbstwahrnehmung]], um diese aufzureizen, um ihr einen [[Sinn]] zu verschaffen, den es nicht gibt, der aber als Reflexion der Selbstwahrnehmung auf diese Weise eine [[Wirkung]] so bekommt, wie sie inszeniert wird. In Verhältnissen, worin [[wirklicher]] Sinn ausgeschlossen ist und [[Selbstlosigkeit]] herrscht, entsteht von daher eine [[Wirklichkeit]], worin Menschen nur als Rolle dieses Wirkungsinteresses [[bestimmt]] sind. Hierfür entscheidend und scheidend ist das Ausgeschlossene, was sinnlich nicht sein kann, weil es in sich [[verrückt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstveredelung will die Herstellung einer erhöhten [[Selbstwertigkeit]] im Sinne einer [[Güte]], die [[sittlich]] im Maßstab einer [[Vorstellung]] bemessen wird. Diese entspringt einem gesellschaftlichen Interesse an [[Selbstkontrolle]] - besonders in [[Verhältnissen]], worin soziale Konflikte sich nurmehr subjektiv als Verhalten (siehe [[Verwahrlosung]]) vermitteln. Sie entsteht daher zum einen in einem besonderen [[erzieherischen]] Interesse, zum anderen auch als [[Prinzip]] einer Selbstverstärkung, die sich gegen die eigene beziehungslose Selbstlosigkeit und Verwahrlosung wendet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bürgerliche Persönlichkeit hatte sich bisher noch aus ihrer Selbstverwirklichung in den zwischenmenschlichen Verhältnissen begründet und war in ihrer objektiven Geborgenheit als personifizierter Zwischenmensch verrückt geworden, weil sie ihre Selbstwahrnehmung entrückt, weil sie sich durch ein zur reinen Obejktivität entrücktes [[Selbstgefühl]] bestimmt hatte. Ihre [[Lebensburg]] erwies sich zwangsläufig als Falle ihrer [[Selbstbezogenheit]], weil sie diese von ihren wahren Grundlagen, der gesellschaftlichen Wahrnehmung entzogen hatte. Nun kommt sie auf ihre Gesellschaft zurück, indem sie sich gegen ihre Wohnstatt richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie muss hierbei ihre Selbstverrückung umkehren, um endlich als eine &#039;&#039;normale&#039;&#039; gesellschaftliche und gesellschaftsfähige Persönlichkeit zu leben. Doch die Gesellschaftlichkeit auf der Grundlage von Selbstwahrnehmung ist lediglich eine gesellschaftlich verallgemeinerte Vereinzelung. Es geht also jetzt darum, wie aus den vielen Individualisierungen, die der Bildungsprozess solcher Persönlichkeit hinter sich gelassen hat, eine gesellschaftliche Form sich bilden und fortbestimmen kann, in welcher solche verrückte Individualisierung aufgehoben ist und gesellschaftlich als eigenständige Kultur verwirklicht wird, als ein Sinn, in welchem sich die Verrücktheit der isolierten Sinnlichkeit einfindet und aufhebt..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen, die sich gerade noch in der Symbiose ihrer Lebensburgen abstrakt verallgemeinert hatten, müssen daher jetzt von sich selbst absehen, um sich in ihrer Wahrnehmung zu vergesellschaften, und sie müssen sich zugleich ästhetisch verwirklichen, um ihre Gesellschaftlichkeit zu kultivieren. Ihre Anreize und Befriedigungen stehen daher nicht mehr in einem unmittelbaren [[Verhältnis]]. Sie werden füreinander ungewöhnlich, benötigen ihr bestimmtes Anderssein, um durch ihre Besonderheit gesellschaftliche Wirkung zu erlangen. Sie ziehen sich an, indem sie sich abstoßen und sie stoßen sich ab, um durch ihre [[Abwesenheit]] anziehende Wirkung zu haben. Ihre [[Ästhetik]] bekommt jetzt erst den [[Reiz]] einer an und für sich wesenlosen [[Anwesenheit]], einer wirklich [[abstrakten Sinnlichkeit,]] die weder im Wahn noch in der Wirklichkeit der Selbstbezogenheit aufgehen kann, sondern selbst zu einer gesellschaftlichen Form bürgerlicher Ästhetik, wirklich bürgerliche Kultur wird. Hierdurch erst wird ihre Kultur gesellschaftlich mächtig als politisches Verhältnis der [[Selbstwahrnehmung]], das sich voll und ganz bestimmend verhält und alle [[Erkenntnis]] beherrschen kann, die von ihr ausgeschlossen werden muss. Doch ausgeschlossene Erkenntnis kann es nicht wirklich geben, selbst wenn sie &#039;&#039;verdrängt&#039;&#039; würde. Ausgeschlossen wird Erkenntnis nur dadurch, dass sie schon unterstellt ist, dass also die gewohnte Wahrnehmung an ihre Stelle tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis wird daher nurmehr wahr gehabt, aus sich selbst erschlossen und in sich verschlossen. Sie ist nun vollständig von der Wahrnehmung dadurch bestimmt, dass diese vor die Erkenntnis tritt, das schon für wahr immt, was erkennbar für sie ist. Die gewohnte Wahrnehmung wird zum Subjekt der Erkenntnis und die Inhalte der Erkenntnis nur wahrnehmbar, wenn sie ungewöhlich erscheinen, ungewöhnlich reizvoll, ungewohnt abartig usw. So wird Erkenntnis zur Aufhebung von [[Selbsterkenntnis]]. Sie wird in ihrem Sinn nun auch wirklich vertauscht und zu einer Erkenntnis außer sich: Erkannt wird alles in der Form, worin es unter dieser [[Bestimmung]] für wahr genommen werden kann. Der Sinn der Erkenntnis wird mit dem wirklich tätigen Sinn der Selbstwahrnehmung vertauscht. Von daher betreibt diese Form eine fortwährende und absolut werdende [[Selbsttäuschung]], ein totalitäres [[Prinzip]] der Selbstwahrnehmung, die zum vollständigen Erlebensinhalt der Menschen in und durch diese Aussonderung nun auch politisch nötig wird, nötig als [[Selbstwert]] eines politischen Prinzips, das sich nur dadurch bewähren kann, dass sich die Menschen in ihm täuschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildung einer zwischenmenschlichen Kultur von Einzelpersönlichkeiten war noch aus dem Mangel heraus geschehen, dass etwas nur Sinn haben kann, wenn dieser für andere auch ist, dass also das wechselnde Anderssein der Sinne sich über die Persönlichkeiten hinweg erst als sinnvoll erweist. Jede der beteiligten Personen beachtet hiernach die anderen nur in dem Zweck, eine optimale persönliche Verwirklichung in ihrer Gemeinschaft zu finden. Hatte sich im ersten Teil dieses Textes noch die Selbstwahrnehmung im Selbstwert der einzelnen Persönlichkeiten sinnlich und reizvoll verwirklicht und im zweiten Teil auf sich als solche Persönlichkeitswelt, als Gewohnheit des geborgenen Lebens bezogen, so gestaltet sie sich jetzt zu einer selbständigen und verselbständigten Kulturmacht der persönlichen Anreizungen, worin diese zunehmend selbstlos werden und sich als objektiver Wille einer politisch wirksamen Kultur durch die Anreize ungewöhnlicher Selbstwahrnehmungen durchsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her sind die sinnlichen Verhältnisse nicht mehr nur ästhetisch, also in reizvollen Verhältnissen. Ästhetik wird selbst zu einem Sinn. Der Sinn selbst hat daher eine rein ästhetische Form, deren Inhalt der bloße Sinneswandel der Menschen ist. In ihren Verhältnissen finden die Menschen nichts mehr, was für sie Sinn hat; sie gewinnen ihre Sinnlichkeit nurmehr aus der Teilhabe an einem Sinn, den ihre Gesellschaft ihnen abverlangt. Dieser erscheint so, wie er als Reiz auf die Selbstwahrnehmung wirkt und darin auch sinnlich gilt. Von daher enthebt er sich den Lebensgewohnheiten und gestaltet sich wesentlich im bloßen Reiz einer Allgemeinheit des Außergewöhnlichen. Er wird so zur Grundlage einer allgemeinen Vertauschung von [[Sinn]] und [[Reiz]], Grundlage einer gewaltigen Selbsttäuschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Not, welche die Kultur der persönlichen Zwischenmenschlichkeit in ihrer Geborgenheit und Verborgenheit entwickelt hatte, wird nun darin gewendet, dass sie durch die Reize ihrer Selbstwahrnehmung wirkliche Überlebensverhältnisse entwickelt, worin sich das einst Private nun selbst als öffentliche Kulturform hervorkehrt. Es ist dies der Zusammenschluss einer Selbstwahrnehmung, die aus der Not einer sinnlos gewordenen Kultur entsteht, also die Notwendigkeit eines Überlebens in dieser Kultur verwirklicht. Das öffentliche Kulturerleben wird zum Inhalt der politischen Kultur und der Politik mit Kultur bestimmt. Sie erscheint von daher durch sich selbst, also durch ihre Fähigkeit, Überleben zu versichern, vernünftig. Alles Ästhetische wird nun dadurch lebendig, dass es als Lebensträger zu einer eigenen Wirkung gelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann die Wirklichkeit, wo sie nicht mehr hinreicht, menschliche Gesellschaft darzustellen, drehen und wenden, wie man will: als Kultur erscheint sie immer menschlich, da sie zwischenmenschlich immer real ist und als Form der Zwischenmenschlichkeit auch Natur hat - auch wenn sie nicht unbedingt natürlich ist. Der Mensch wird in unmenschlichen gesellschaftlichen Verhältnissen kulturell &#039;&#039;zurückgewonnen&#039;&#039;, indem man diese Verhältnisse [[kulturalisiert]]. Aus demselben Grund nutzt man auch die Medien und öffentlichen Kulturüberlieferungen, um darin zu ergattern, was optimalen zwischenmenschlichen Verkehr ermöglicht. Die auf diese Weise gebildeten Wahrnehmungen vermittelten das in der Abstraktion gewiss gewordene [[Erleben]], das Kulturerleben, wie eine zwischenmenschliche Persönlichkeit, die durch sich nichts wirklich bildet, die aber alle Kulturgebilde reflektiert und in sich zu einem Kulturwissen aufgehoben und vereint hat, durch welches sich alles Leben in der zwischenmenschlichen Kultur zu arrangieren vermag. Die Kultur erscheint daher getrennt von allem wirklichen Leben selbst wie die Allgemeinheit personifizierter Selbstwahnehmungen, wie eine allgemein menschliche Persönlichkeit, worin alle Sinnzusammenhänge gegeben und bestätigt sind und wodurch alle Menschen an einem gesellschaftlichen Leben teilhaben, das sich in dieser Personifikation wie von selbst versteht, selbstverständlich und also natürlich erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist aber ein Leben, wie es natürlich nicht sein kann, wie es aber als notwendige Natur erscheint, weil es Not wendend auch nachvollziehen muss, was nicht wirklich, was aber nötig ist: die Kultur als Verwirklichung der menschlichen Natur. Die gewendete Kultur aber ist bloße Formation einer Natur, die nicht wirklich sein kann, weil sie selbst nur Reflexion, nicht wirklich menschliche Natur ist. Die Kultur wird von daher selbst zur Reaktion auf natürlich scheinende Gegebenheiten des Lebens, also wesentlich reaktionär. Jeder Mensch, der als Kulturbürger bzw. als Kulturbürgerin dieser Welt lebt, kann in solcher Kultur finden und empfinden, was ihm als lebensnotwendig erscheint, ohne dass er oder sie hierin sein oder ihr Leben geäußert haben muss. Und weil das Leben darin überhaupt nur abstrakt vermittelt, also an und für sich vollständig veräußerlicht ist, stürzt er von einem Loch ins andere und hat mehr damit zu tun, sich von seinen Blessuren zu erholen, als irgendeinen Sinn darin zu finden. Es ist ein unendlich tragisches Leben, dass sich nur daraus bestärken kann, dass die Tragödien auf der Bühne davon entlasten, wirkliche Lösungen für sich finden zu müssen. Sie bestätigen den Selbstgefühlen einerseits ihre ungebrochene Einzigartigkeit und vermitteln zugleich deren Schmerz in die Allgemeinheit eines Publikums, das zumindest zu dessen Wahrnehmung in der Lage ist - meist aber auch nicht zu mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine seltsame Unwirklichkeit entsteht in diesen Verhältnissen, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie als ausschließliche Wirklichkeit gilt. Natürlich ist alles, was sich im Kreis drehen muss, ausschließlich, solange sich dieses Müssen nicht durchbrechen lässt, solange also der Begriff seines Treibens nicht gefunden ist. Hier aber herrscht zugleich die ausschließliche Begriffslosigkeit als das Bedürfnis nach der Endlosigkeit solcher Triebe. Es war das Bedürfnis nach Bergung einzelner Personifikationen für Beziehungen, welche durch ihre Verallgemeinerung im Gemeinen der zwischenmenschlichen Persönlichkeit aufgehoben und also möglich erscheinen kann. Jeder Mensch wird darin zur Metapher einer Persönlichkeit, die es gar nicht wirklich gibt, worin aber die Wirklichkeit persönlicher Kulturen erscheinen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf an Hilfsmittel hierfür ist enorm. Man muss jedes Kulturereignis als Maßstab der eigenen Persönlichkeitsbildung erhaschen und jedes dargebotene Ereignis als Selbsterlebnis empfinden. Doch solange für alles, was abgeht, ein Ereignis verfügbar ist, wird der ewige Kreislauf abstrakter Kultivation irgendwie gelingen. Um sich glücklich zu fühlen, genügt dann eben auch ein Film zum großen Glück; und um sich kritisch zu verstehen, genügt auch schon die Befassung mit einer kritischen Dokumentation oder Lektüre. Sofern sich ganze Personengruppen damit begnügen, werden die kursierenden Verhältnisse letztlich durch die Heimatgefühle bestätigt, welche die entsprechenden Geisteshaltungen hierbei aneinander finden und durch die persönlichen Beziehungen, die sie darin empfinden und schließlich als Gesinnungsgrundlage ihrer Gefühle erwerben, lassen sich die Bornierungen des Sinneslebens auch ertragen, wird darin &#039;&#039;das Menschliche&#039;&#039; doch zumindest theoretisch gewahr. Hierin unterscheiden sich auch &#039;&#039;linke Gruppierungen&#039;&#039; wenig von den &#039;&#039;rechten Gruppen&#039;&#039;, solange dies ihren ausschließlichen Zweck ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Mensch ist durch die Verrücktheiten der Seele jedem anderen Menschen gänzlich äußerlich, sich selbst gänzlich innerlich geworden. Die Erfahrung ihrer verrückten Selbstbezogenheiten, die ihren entrückten Lebensräumen entsprechen, würde die erschrecken und den Umgang beschweren. Die Menschen sind daher zueinander in eine ängstlichen Beziehung geraten und spalten sich in eine vorsichtige Äußerlichkeit ihrer Bezugnahme und einer an und für sich geschützen Innenwelt, eine Welt, die ihren wirklichen Lebensraum aufgehoben und diesen auch in sich bewahrt hat. Sie verhalten sich daher nun öffentlich und wirklich zueinander wechselseitig als Inneres und Äußeres ihrer zwischenmenschlicher Beziehungen. Was dem einen zu innerst, verheimlicht sich dem anderen zu etwas Äußerlichem, stellt sich ihm nun wirklich unheimlich dar, als etwas, worin sein Menschsein verheimlicht ist. Alle Gefühle, soweit sie in zwischenmenschliche Beziehung geraten, sind im Grunde beängstigend. Sie eröffnen ungemeine Fallstricke, und locken und untergraben, was zum geistigen Selbsterhalt eines Menschen nötig bleibt. So werden sie zu einer bloßen Darstellungsform der Verheimlichung, zum Stoff der zwischenmenschlichen Gewohnheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles Unheimliche, was sich in den Wohnwelten der Seelen, in der Lebensburg der bürgerlichen Kultur entwickelt hatte, führte dazu, dass sich in vergemeinschafteter Isolation zwischenmenschlicher Abhängigkeit und Geborgenheit die Menschen von ihrem Sinn füreinander entrückt hatten und verrückt geworden waren, die einen in ihrer Selbstlosigkeit, die anderen durch Selbstvergewisserung in einer wirklichen Verrücktheit ihrer Wahrnehmung. Die scheinhafte Identität der Verhältnisse ihrer vertrauten Gewohnheiten und Wohnlichkeiten hat sie sich selbst entfremdet, sich in ihnen aufgehoben und Zustände der Wahrnehmung erzeugt, in denen dies sich ausgedrückt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war das Verhältnis der Selbstgefühle, welches in seiner kultiviertesten Form, im Wohnverhältnis selbst, ihre Selbstaufhebung aus Gewohnheit betrieben hatte. Die Kultur hat darin sich als Identität des zwischenmenschlichen Lebens überhaupt entäußert und sich den sinnlichen Grundlagen der Selbstwahrnehmung enthoben. Kultur kann sich daher nicht länger einfach ergeben; es bedarf einer allgemeinen Sinnstiftung, in welcher sie aufgehen muss, woraus ihre Verhältnisse nicht mehr resultieren, sondern wodurch sie bestimmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinn kann nicht einfach geschaffen werden, genau so wenig, wie er einfach verschwinden kann. Er kann nur seine Gegenwart verlieren und sich in einen anderen Sinn wandeln, hintersinnig werden und darin erneuert erscheinen. Indem die Menschen in ihrer öffentlichen Kultur ihr Menschsein allgemein und abstrakt versammeln, können sie sowohl ihre Selbstgefühle geborgen halten und zugleich ihr heimliches Menschsein in der Masse als öffentliche Menschen betreiben. Solche massenhafte Selbstverwirklichung steht im Widerspruch zu sich selbst und kann von daher sich nur in einer allgemeine Selbsttäuschung entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch in der [[Masse]] gelingt, was sonst Unsinn wäre. Kaum sind viele Menschen unter sich, da werden sie auch schon als Menschen anders. Da werden sie zu öffentlichen Menschen, die ihr eigenes Menschsein hinter sich lassen und jeden Menschen unter das Gebot des öffentlichen Menschseins zwingen. Sie bringen damit den [[Begriff]] der bürgerlichen Kultur, den [[abstrakt menschlichen Sinn]], mit seiner [[Begriffsgröße]], der [[Dichte]] menschlicher [[Anwesenheit]] in eins. Indem sich die Menschen aus eigener Not und jenseits ihrer Wirklichkeit in Masse zusammentun, wird dem Einzelnen das eigene Menschsein zum Überleben in dieser Masse aufgenötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin steckt das Geheimnis der massenhaften Anwesenheit, - also der Anwesenheitsmasse, die sich selbst zu bestimmen scheint, indem sie sich im Zeitlauf des Raumes ohne Wirkung fortbestimmt, also alles zur Wirkungslosigkeit bestimmt: Durch beständige Anwesenheit gewöhnt man sich an alles, was jenseits seiner Wirkungen anwesend ist, was also unwirklich ist und nur durch seine Ungewöhnlichkeit Wirkung hat. Umgekehrt gewöhnt man sich nicht nur durch die Massierung von Anwesenheiten an die eigene Unwirklichkeit. Durch anwesende Menschenmassen wird das Gewöhnliche selbst auch ungewöhnlich, das Moment zu seiner Allgemeinheit: Durch die unbestimmte Ausdehnung von Körperlichkeit entsteht mit der Macht der Ungewohnten zugleich die Gewöhnung an die Macht des Herausragenden, welche die Masse in einem bestimmten Lebensraum alleine schon durch sich selbst hat. Sie wird hierduch selbst zu einer formbestimmten Masse. Als Masse des Hervorragenden kann jeder Mensch darin sich wieder geborgen fühlen, wenn er das Gewöhnlich als seine Eigenart darin wiederfindet. Was auf der Bühne geschieht, hat für die Masse der Anwesenden immer Wirkung, wie unwirklich es für sich auch sein mag. Es ist die Grundlage der Oberfläche der politischen Kultur. Die einstigen Gründe für jene umständliche Gegenwärtigkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen sind zu Umständen der Masse aufgehoben und das Hervoragen darin gewöhnt die Wahrnehmung an ihre Grundlosigkeit, macht sie zum bloßen Moment der Selbstwahrnehmung, zu dem, was diese an Eindruck überhaupt bereitet. Darin verhalten sich jetzt die Unwirklichkeiten abstrakter Substanzen, das Quantum ihrer werdenden Masse und ihrer sich fortbestimmenden Masse, wodurch sie sich auch selbst als Masse ausdrückt, indem sie den Anschein einer Menschenmasse annimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hervorragende, das Ungewöhnliche ist vor allem zur Fixation des Gewöhnlichen selbst geworden, das Gewöhnliche zum [[Massenmenschen]]. Dieser ist der von allem isolierte Mensch, wie er in einer Menschenmasse überlebt. Er muss ja nur am allgemeinen Überleben sich beteiligen, darin eine ungewöhnliche Form für sich, eine ungewöhnliche Selbstwahrnehmung entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der Aufwand hierfür ist groß, besteht doch gerade die ungewöhnliche Selbstwahrnehmung aus Hervorkehrungen, die sich gegen die Masse abstoßen müssen. So potenziert sich die Arbeit an der Hervorkehrung ins Unermessliche. Sie kann nur durch eine Massenkultur getragen werden, bei der eine Menge Menschen mitwirken und sich darin eingewöhnen, dass sie ungewöhnlich sind. Es verlangt eine Kultur der Kitsch- und Schund-Produktion für ungewöhnliches Selbsterleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher wird die reaktionäre Seite der Gewohnheit total: Alles hängt von den Angeboten zur Vermittlung des Gewöhnlichen mit dem Ungewöhnlichen ab (z.B. Hard- und Softwareentwicklung). Darin ist jeder beteiligte Mensch immer ungewöhnlich und erlebt sich selbst im Wechselspiel von Gewohntem und Ungewohntem, in einem Zirkus und Zirkelschlusss unendlicher Selbsterfahrung, im ganz gewöhnlichen und beständig wechselndem Anderssein, so wie es aus einem totalen Fürsichsein gewollt wird, wenn dieses ausgehalten werden muss. Natürlich hat dies erhebliche Auswirkungen auf das Selbstverständnis der Menschen für ihr eigenes Tun. Es relativiert sich zunehmend und in Masse an den gegebenen Möglichkeiten der Selbstveränderung - vermittelst der Illusion, der Akklamation und der Automation. Den Fortschritt erbringt so nur noch der Massenmensch, wie er sich in dem automatisierten Selbsterleben einbringt, sei es in der Gefolgschaft eines Führers, eines Massenkults oder eines Befriedungsautomaten. Das besondere Massenerleben verschafft das Überleben einer Kultur, worin die Menschen keine wirkliche Bedeutung haben und die Bedeutung der Masse übermenschlich erlebt wird. Darin allerdings entsteht ein enormes Potential an Vernichtungslogik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.1 Die selbstlose Persönlichkeit als Gattungswesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Bedingung der bürgerlichen Kultur, also der Vereinzelung und Isolation menschlicher Sinnlichkeit, sind auch die Organe dieser Sinne selbständig, bleiben zunächst für sich, als ob sie von Natur aus durch sich selbst bestimmt wären, als hätten sie keinerlei gesellschaftlichen Sinn. Die Selbstwahrnehmung hatte sich daran gewöhnt. Aber gerade deshalb erscheinen jetzt die Regungen in den Organen, die ihrer Deprivation entstammt, nicht mehr als Getriebenheit enttäuschter Selbstbezogenheiten, sondern als Natur schlechthin. War Natur bisher darin verfälscht, als sei sie unmittelbar zwischenmenschliche Kultur, als enthalte sie keine wirklich organischen Beziehungen und sei bloß als heimliche Gewohnheit der Regungen und Erregungen im Menschen wahrzunehmen, als Triebe, welche die Selbstwahrnehmung und damit die Selbstverwirklichung antreiben, so wird sie jetzt zum Träger einer Bezogenheit getrennter Sinne, die sich selbst nur organisch verwirklichen kann. Um die jetzt gebotene gesellschaftliche Wirklichkeit, die allgemeine Entpersonifikation, auszuhalten, welche die gesellschaftliche Versachlichung der Menschen betreibt, wird diese Getriebenheit selbst zur Kultstätte zwischenmenschlicher Erfahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;[[Natur]] war eigentlich allen Lebensverhältnissen unterstellt; sie ging schon immer in jede Verbindung der Menschen (und Tiere) ein, sei es in ihrem Stoffwechsel, ihrer Ernährung oder ihrem Geschlecht. In den zwischenmenschlichen Beziehungen aber, welche sich über die Selbstverwirklichung zunächst ausschließlich hiergegen aus der selbständigen Natürlichkeit der Selbstwahrnehmung zum Verhältnis von Kulturpersönlichkeiten entwickelt haben, erscheint die menschliche Natur nun als der natürliche Rest des Menschseins, der auch Verbindungen sucht, wo gesellschaftlich keine mehr sind. Was den Menschen in ihren zwischenmenschlichen Verhältnissen, in ihren Lebensburgen, selbstlos und also unheimlich geworden war, das tritt nun als selbständige und einzelne Natur in ihnen hervor als reine Erregung ihrer naturhaft scheinenden Individualität. Ihr gesellschaftliches Sein, das in Wirklichkeit menschliche [[Naturmacht]] ist, erscheint nun selbst von einem Wesen beherrscht, das als das natürliches Wesen des einzelnen und vereinzelten Menschen, als Natur seiner Persönlichkeit, seiner individuellen Notwendigkeit auftritt.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles Persönliche, das noch Inhalt der zwischenmenschlichen Beziehungen in der Geborgenheit privater Lebensräume war, erscheint nun in der öffentlichen Zwischenmenschlichkeit fremd und also unheimlich bestimmt. Dort, wo es räumlich am Vertrautesten ist, wird es gänzlich selbstlos, wird es bloße Form einer &#039;&#039;höheren Vermittlung&#039;&#039;: In den menschlichen Organen, worin sich die Bedürfnisse bilden. Die Bedürfnisse der Menschen werden quasi entpersonifiziert. Das Verlangen des Menschen nach dem Menschen wird selbst zu einer unheimlichen Notwendigkeit, zu einer wirklichen Not, welche ihrer Vereinzelung entsprungen ist und was diese nicht mehr begreifen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht aus sich selbst bestimmten sich diese Bedürfnisse als notwendige menschliche Beziehung, sondern aus ihrem Gegenstand, aus Menschen, die gesellschaflich einfach da sind, weil öffentlich und allgemein verfügbar. Die zwischenmenschlichen Beziehungen haben keinerlei Selbstverwirklichung mehr im Sinn und auch keine Lebensbergung mehr nötig; sie sind durch ihren Gegenstand voll und ganz in ihrer [[Anwesenheit]] bestimmt, weil die Selbstwahrnehmung durch sich keinen Sinn mehr hat, weil sie keine Erkenntnis mehr nötig hat, weil sie also selbst die Überlebensform der Erkenntnis als Kenntnis ihres Gegenstands ist. In der [[Selbstlosigkeit]] der Wahrnehmung erscheinen nun alle zwischenmenschlichen Bedürfnisse als bloße Naturbestimmung einer Selbsterregung, einer [[Erregung]] die nun auch [[wirklich]] ohne jede [[Beziehung]] ist. In solcher Kultur erscheint der Mensch also nun selbst als Personifizierung von Natur überhaupt. Die Menschen bekommen als Menschen ein Verhältnis zu sich, indem sie sich wechselseitig in einer zum Individuum verselbständigten Natur bestätigen. Indem jeder Mensch den anderen als Individuum einer darin ganzen Natur verselbständigt wahrnimmt, totalisisiert er das Individuum zu einem Naturwesen schlechthin. Das Verlangen des Menschen nach dem Menschen erscheint jetzt nicht mehr als natürliches menschliches Verlangen, sondern als ausschließliches Verlangen der Natur in den zu Kulturpersönlichkeiten reduzierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Da gehen die Tiere doch in ihrer Natur selbst noch gesellschaftlicher miteinander um. Sogar in ihren tierischen Trieben geht mehr gesellschaftliche Beziehung ein, als in denen der menschlichen Kultivierung. Dies ist vielleicht ein Grund dafür, dass Menschen in den Tieren noch jene Subjektivität verspüren, die ihnen selbst nicht mehr möglich ist. Das Haustier kann höchsten Stellenwert für eine menschliche Beziehung auf sie bekommen und Ersatz für entbehrte Lebendigkeit, Bezogenheit und Geborgenheit sein. Der Zoologische Garten befriedigt dann weniger die Neugier, als er vielmehr mit den Tieren eine natürliche scheinende Subjektivität aussstellt.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur bekommt eine schlichte Form der Selbsterregung, die in jedem Individdduum nicht nur entsteht, sondern durch unheimliche Kräfte auch beherrscht ist. Das Heim ist verlassen und die Öffentlichkeit ohne Sinn. Jede sinnliche Öffnung verlangt daher die Anleitung der Individuen durch eine Kultur, die nur duch sie selbst öffentlich ist. In fieser widersprüchlichen Bestimmung von Sinn und Verhältnisform wird die Substanz der kulturellen Formbestimmung zur Substanzialisierung des Individuums durch die Natur. In Ermangelung menschlicher Bezogenheit in der so kultivierten Gesellschaft regen sich die Organe dieser Beziehung selbst nun zwar weiterhin in einem Mangelgefühl an zwischenmenschlicher Wirklichkeit, aber dieses wird nun zur menschlichen Natur schlechthin, zur [[Gemeinschaft]] einer kultivierten Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das allgemeinste Verhältnis, worin sich Personen im Mangelgefühl ihrer Einzigartigkeit ergänzen, erscheint daher als ein übermächtiges Naturwesen, worin menschliche Sinne wie Teile einer allgemeinen Naturmacht hervortreten. Geteilter Sinn kann aber nicht wirklih sein. Er kann sich überhaupt nur ästhetisch verwirklichen. Und wo man eigentlich konstatieren müsste, dass die bürgerliche Kultur durch ihre Selbstzerteilung mißraten ist; erfährt der an sich selbst gewöhnte Kulturbürger dies nur in der willkürlich scheinenden Natur seiner Sinne. Diese ist im Nachhinein ihrer Entstehung wie eine ihm äußere Persönlichkeit einer ihm nun innerlich gewordenenen Macht, welche die Menschen sowohl beglückt, als sie diese auch verrückt macht: Eine unheimliche Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwischenmenschlichen Verhältnisse haben nun ihr eigenes Potenzial als eine dem Menschen entfremdete [[Naturmacht]] zur Oberfläche ihrer Beziehungen verkehrt, sich selbst zu einer unheimlichen [[Natur]] gebracht. Sie sind zu einem entheimlichten Naturwesen geworden, welches die mächtigsten Erscheinungen im Geschlechtsverhältnis zeitigt, dem sie sich nun entgegenstellen müssen, um ihre Kultur zu erhalten und zu bewahren. Die Gefahr dieser Natur erscheint nun im Menschen selbst, in der Horde seiner Begierden und Triebe. Alles Verhältnis zur eigenen Natur und Geschlechlichkeit ist somit zu einem politischen Verhältnis geworden. Nirgendwo deutlicher wurde dies zu einem politischen Anliegen, wie in der [[Aufklärung]], worin alle Geisteskräfte ermächtigt werden sollten, um solcherlei menschliches Herdenwesen zu bändigen. Im deutschen [[Faschismus]] wurde es zum staatspolitischen Anliegen eines &#039;&#039;Kulturstaats&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist jede menschliche Kultur auf den Kopf gestellt: Ihre menschliche Naturmächtigkeit wird zur Ohnmacht des Menschen vor seiner Natur. Es geht bei diesem politischen Verhältnis, mit dem sie nun beherrscht werden soll, in Wirklichkeit natürlich nicht um ein übergeschichtliches Verhältnis der Natur und der Geschlechtstriebe, sondern um das, was es in der bürgerlichen Kultur ist: Das Erleben von Geschlecht als Geschlechtsverhalten der Sinne, die für sich selbst einander begehren. Die sind zum einen so, wie sie von Natur da sind, wenn man von aller Gewordenheit und Kultur absieht. Aber als dieses sind sie nicht wirklich da. Die geschlechtlichen Beziehungen sind somit ihrer Gattungs- und Begattungsgeschichte enthoben und erscheinen nun als die wesenlichen Beziehungen der Zwischenmenschen, die ihr Gattungswesen darin aufgehoben haben, weil sie nurmehr zwischen ihren vereinzelten Sinnen sich als Mensch fühlen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geschlechtsverhältnis ist daher die unmittelbarste Gesellschaftsform der Kultur zerteilter Sinne und von daher formbestimmend für ihre Selbstlosigkeit. Die Geschlechtsbeziehung wird zur Substanz ihrer Oberfläche, betreibt ihre ganze politische [[Ästhetik]] bis hin zur vollständigen Selbstauflösung der Menschen in einem abstrakten Gemeinwesen, das sich wie aus ihrer Natur heraus zu errichten scheint, aus der Lust und Not ihrer Geschlechtsbeziehungen. Das &#039;&#039;Spiel der Geschlechter&#039;&#039; wird zu eiem Gesellschaftsspiel und betreibt das Wechselverhältnis der Zwischenmenschen als gesellschaftliches Verhältnis, worin die Geschlechtswahrnehmung sich zum Allgemeinwesen der Wahrnehmung selbst entfaltet. Der [[ästhetische Wille]] tritt nun als Wille einer Formbestimmung ausdrücklich hervor, wird selbst zum unmittelbar gesellschaftlichen Willen, in welchem die Beziehungen der Menschen sich schon rein formell bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschlechtlichkeit für sich gibt es ja auch nicht wirklich. In der Tat sind geschlechtliche Beziehungen immer auch gesellschaftliche Beziehungen. Aber hier erscheinen sie nicht gesellschaftlich, sondern lediglich als Form einer unheimlichen Vereinzelung, die einem geschlechtlichen Willen gebeut ist. Wirklich sind die Sinne des Geschlechts in der bürgerlichen Kultur daher nur als notwendiges Verlangen nach Geschlechtserleben, als selbständiges Verlangen, das Geschlechtsnot zu wenden sucht (siehe [[Trieb]]). Und diese selbst ist schon dadurch gegeben, dass Identität solchem Verlangen nicht vorausgesetzt ist, sondern dass sie in solchen Verhältnissen erst durch das Erleben gefunden wird. So ist nicht das Verhalten der Gattung, das Gattungsverhältnis als Mann und Frau tragend, sondern das Verlangen nach Begattung, durch welche Männer und Frauen sich als Mensch fühlen können, weil sie menschliche Natur aneinander gefunden haben. Von daher sind sie keine Subjekte ihres Geschlechts, die sich in dem ergänzen, was ihr Menschsein erfüllt, sondern dessen Objekte, die vollständig davon abhängig sind, dass ihnen ihr Geschlechtlich-Sein auch gelingt, dass sie erreichen, was sie nicht kennen, was aber ihrem Streben nach Lebenserfüllung entsprechen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine wirkliche Empfindung geht mehr in solches Erfüllungs- und Überlebensverhältnis ein. Die Naturgestalt der Menschen schafft die Anreize in einer menschenlosen Gesellschaft. Gerade weil sie keine wirkliche Beziehung zueinander haben, erscheinen sich die Geschlechter als ästhetische Natur, als Wahrnehmungsgegenstand ihrer Erregung, die von zwiespältiger, also auch zweifelhafter Natur sind. Eben weil sie hier nur finden, was sie in ihrer Erregung nicht suchen können, weil sie unter dieser Bestimmung nicht wissen können, was ihre wirklichen Bedürfnisse nach einander sind, sind sie Objekte ihrer Geschlechtsnot. Diese bestimmt daher nun auch die Form ihrer Ästhetik, den Anreiz ihrer gesellschaftlichen Beziehung allein und ausschließlich durch die unerfüllte Geschlechtlichkeit ihrer zerteilten Sinne, die sich in den Geschlechtsrollen verselbständigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.2 Geschlechtskulte (Das enteignete Geschlecht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Resultat der selbstlosen Beziehungen zwischen den Menschen ist die Rücknahme ihrer sinnlichen Wahrnehmung, in der ihre Gattungsbeziehung, die sie dabei wahrhaben, in einer Geschlechtlichkeit aufgehobenwird, die nurmehr bloßes Ereignis sein kann und sich hierbei als Event kultiviert. Darin verschwindet ihr wirkliches Begehren und wird zu einem abstrakten Verlangen, das seine Not mit seiner Verwirklichung hat und erlebt. Die Geschlechtkulturen geraten in eine Beziehung, in der sich ihr Geschlecht nur noch mehr oder weniger gewaltsam durch setzen kann und als gewaltiges Triebereignis seine Verhältnisse bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt unter den Bedingungen einer Kultur, in welcher die Menschen ihre Not als Gewalt eines abstrakten Verlangens vollziehen und wenden, keine wirkliche Geschlechtlichkeit, keine gesellschaftlich verwirklichte Geschlechtskultur. Ihr Geschlechtsverlangen selbst trennt ihr Begehren und bestimmt es gegensinnig. Was sie noch im bloßen Erleben vereinigen und befriedigen kann, wird als gesellschaftliche Beziehung mächtig gegen sie, weil es sie wesentlich verschieden bestimmt, indem sie die Art und Weise ihrer Geschlechtlichkeit durch ihre Erlebensgemeinschaft voneinander trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschlechter waren für die Wahrnehmung schon immer verschieden und haben sich nur durch dies aufeinander bezogen und aus ihrer Verschiedenheit Leben gezeugt. So verschieden sie aussehen, so verschieden sind sie auch in der bürgerlichen Kultur, aber nicht als Verschiedenheit in ein und demselben Sinn, dem Geschlechtssinn, der nur durch einander wirklich und verwirklichbar ist, sondern als gesellschaftliche Form einer Geschlechtsästhetik, in welcher sie sich nurmehr aufreizen, um das zu erleben, was ihre Geschlechtsnot zu wenden vermag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus ihrer als Natur erscheinende Geschlechtlichkeit treiben sie ihr gesellschaftliches Gattungswesen auseinander, bis nur das übrigbleibt, was sich als ihr empirischer Unterschied ausmachen lässt. So wie ihre Organe sich unterscheiden, so unterscheiden sie sich jetzt auch in dem Sinn, der sich darin so äußert, wie er geschlechtlich kultiviert wurde, wie er sich also als männlicher und weiblicher Geschlechtssinn verselbständigt hat. Hierdurch hat auch das Geschlechtsverlangen eine gegensinnige Entwicklung zu durchlaufen. Männer und Frauen haben nicht nur körperlich, sondern auch in ihrem seelischen Verlangen völlig anderes im Sinn und erreichen auch unterschiedliche Ebenen ihrer Geschlechtlichkeit, ihrer Beziehung auf ihr individuelles, weil individualisiertes Geschlecht. Gerade der Sinn, der ganz wesentlich die gesellschaftliche Entwicklung der Kultur bestimmt, wird zu einer Ursprungsform einer Natur individualisiert, die in dieser Form niemals ihren Zweck vermitteln kann. Diese Individualität, das weibliche und das männliche Geschlechtsindividuum lässt sich so auch beschreiben: Zunächst ist dieser Sinn vollständig subjektiv, zu Innerst. Und das kann man natürlich weiblich nennen, gleich, zu wieviel Anteil diese Innerlichkeit auch in Männern vorkommt. Aber nur äußerliche Sinnlichkeit kann solchen Sinn auch erfüllen. Von daher entsteht eine Kultur der sinnlichen Unterworfenheit der Geschlechter unter die Kulturbestimmtheit ihres Zusammenlebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den zwischenmenschliche Beziehungen der Selbstverwirklichung waren sich die Menschen noch selbst Gegenstand und Mittel ihres Lebens, ausschließlicher Sinn füreinander, der sich schließlich von sich selbst ausgeschlossen hatte. Sie hatten darin zwar unmittelbare Beziehungen von Mensch zu Mensch - eben so, wie sich der eine im anderen findet und empfindet - und sie bezogen sich durch die Gefühle, die hierbei entstanden, so aufeinander, wie sich der eine durch den anderen fühlte. Aber sie hatten sich gegenseitig nicht als Menschen wahr, sondern nur darin wahr, wie sie sich wahrnahmen, wie sie also Wahrheit für sich und ohne weiterreichende Erkenntnis durch einander fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind nun aber keine wirklichen Selbstgefühle im Prozess der Selbstverwirklichung mehr, welche ihre Verhältnisse begründen, sondern Gefühle der vergemeinschafteten Wahrnehmung zu einer gesellschaftlichen Form der Geschlechtlichkeit, zu einer Kulturform, worin diese Gefühle durch individualisierte Geschlechtspersönlichkeiten wahrgehabt werden. Diese Form hat zwar nach wie vor menschliche Gestalt und Natur, sie ist aber keine Gestaltung eines unmittelbaren menschlichen Lebens, sondern lediglich die Form der Erlebenswirklichkeit ihrer verselbständigten Geschlechtlichkeit. Sie ist das Gelbilde des Erlebens zwischenmenschlicher Beziehungen, ist wie eine Kulturpersönlichkeit, worin die Gefühle, die zum Träger dieser Beziehungen geworden waren, sich einigen, indem sie sich gegeneinander kultivieren, jeder das hervorkehrt, wonach ihm der Sinn steht und was seinem Sinn entspricht, ohne dass seine Sinnbildung hierfür verlangt ist. Es sind Gefühle für einander, die so sind, wie sich die Kenntnis dieser Vorkehrungen entwickelt, ohne dass eine Erkenntnis dazwischen tritt, welche dies als kulturbedingt wissen kann. Es fühlt sich ein Mensch eben so an, wie man ihn kennt, ohne zu erkennen, was er wirklich ist. Es ist eine Gefühlswelt der Selbstgefühligkeiten, die sich von jeder Wirklichkeit getrennt hat und sich nur an den Erlebnissen voneinander und durcheinander so reflektiert, wie er sich darin auch als besonderes Wesen hervortun kann. Es sind dies Erlebnisse, die man miteinander so hat, wie man sie für sich beabsichtigt. Von daher sind die Gefühle zugleich Empfindungen und Gefühle die man durch einander hat, ohne darin sich wirklich wahr zu haben, sich also selbst nur durch andere wahrzuhaben. Das Geschlecht wird hierdurch zum Notbehelf kultureller Absichten, wie sie den Geschlechtern in den Vorkehrungen ihrer Selbstwahrnehmung vermittelt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Beziehungen sind wesentlich unwirklich. Aber zwischenmenschliche Beziehungen sind deshalb nicht wirklungslos; sie wirken aber jetzt vor allem in den Menschen, in ihren Vorstellungen und Erwartungen von einander und ihrem Glück oder Unglück miteinander, kurz: in ihrer seelischen Identität, die sie durch ihre kulturelle Identität finden und die sich hieran auch relativieren. Das erschien in der Selbstwahrnehmung noch als eine wirklich innere Identität, als Seele, erweist sich jetzt aber auch wirklich als eine äußere Identität einer Kultur, in welcher die gegensätzlichen Persönlichkeiten sich gerade dadurch finden, dass sie sich als ungewöhnliche Menschen hervorkehren und sich auch wirklich in ihren Gefühlen zueinander entgegensetzen, um sich darin zu verbinden. Die Persönlichkeiten der Selbstwahrnehmung werden hierin zu einer Welt, in der sie aneinander ihr Leben vermittelt fühlen; aber es ist nicht ihr Leben, sondern das Leben des Zwischenmenschlichen, der Persönlichkeit der bürgerlichen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese wird dadurch ungeheuer mächtig. Was darin persönlich gilt, wird zur Bedingung eigener Persönlichkeit. Kultur wird zum sozialen Subjekt jeglicher Beziehung und besonders zum Subjekt aller Liebesbeziehungen. Die Menschen können sich hierin als unmitelbare Gesellschaft wie ein Zusammensein voraussetzungsloser Individuen wahrnehmen, die allerdings zwischen dem, was sie wahrhaben und dem, was sie wahrnehmen nicht mehr unterscheiden, und die von daher ihre Empfindungen wie Gefühle haben, die nichts auffassen, wie es ist, sondern dem Gefühl unterworfen sind, wie es im Selbstgefühl beabsichtigt ist, wie es also für die zwischenmenschliche Hervorkehrung der Selbstgefühle sein muss. Ihre Wahrnehmungen bestehen daher aus Selbstwahrnehmungen, die sie durch einander, also jeder durch den anderen nun im wirklichen Erleben so hat, wie dieses zum überleben solcher Verhältnisse sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinne der Menschen stehen daher nicht mehr für sich, sondern im Dienst dieser Verhältnisse, die Selbstgefühle hängen ausdrücklich von ihrem Gelingen ab, also davon, sich in dem Geltung zu verschaffen, was das Selbstgefühl darin erwarten kann und was es von anderem Selbstgefühl für sich hat, was es durch dessen Tätigkeit und Absicht erleben kann. Die einzelnen Persönlichkeiten müssen erkennen, dass ihre Selbstgefühle sich im Kreis bewegen, dass ihr Selbstgefühl äußerst mangelhaft ist, wenn sie sich nicht durch einander darin ergänzen, einzigartig zu sein. Die Einzigartigkeit der Persönlichkeit wird aber hierdurch im Privaten sehr relativ und verliert notwendig den Schein ihrer ausschließlichen Selbstbestimmung, denn sie ist nur vermittelst dessen, was sie zugleich nicht ist und von daher im Selbstwiderspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits gezeigt, sind unter der Bedingung der bürgerlichen Kultur, also der Vereinzelung und Isolation menschlicher Sinnlichkeit, die Organe der Menschen verselbständigt. Natur geht somit nicht als Natur, sondern als Substanz ihrer Formbestimmung in die kulturellen Beziehungen ein. In Ermangelung menschlicher Bezogenheit in der so kultivierten Gesellschaft regen sich die Organe dieser Beziehung selbst als Mangelgefühl an zwischenmenschlicher Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geschlechtsverhältnis, das allgemeinste Verhältnis, worin sich Personen im Mangelgefühl ihrer Einzigartigkeit ergänzen, ist daher wesentlich formbestimmt. Durch dieses besteht das Geschlechtswesen nicht wirklich aus dem Zusammenwirken der Geschlechter, sondern aus ihrer Trennung voneinander, aus dem Zusammenwirken von getrennten Geschlechtlichkeiten. Sieht man davon ab, dass das menschliche Geschlecht nur im Zusammenwirken der Geschlechter bestehen kann, so erscheint jedes Geschlecht in der Abtrennung für sich wie ein Organismus, der in sich total ist. Die Geschlechtseigenschaft eines Menschen wird zu einem menschlichen Substantiv, zur Männlichkeit oder zur Weiblichkeit schlechthin. So setzt sich die Teilung der Verhältnisse in den Körpern fort, die sich wie getrennte Naturwesen geschlechtlich begegenen, die nicht in einem Grund füreinander bestimmt sind, sondern einander nurmehr als Mittel nötig haben. Mann und Frau sind durch ihre körperliche Eigenständigkeit und Verselbständigung selbst nur bloße Mittel ihrer geschlechtlichen Interessen und Organe. Das Geschlecht findet sich daher im Geschlechtsakt nur aus seiner Teilung heraus verwirklicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Geschlechtsinns wird somit selbst zu einer Form der Selbstverwirklichung, nicht weil die Menschen sich darin aus ihrer Isolation heraus verwirklichen, sondern weil sie sich als Objekte ihrer Natur verwirklicht erscheinen, weil sich Kultur nun in ihrer sinnlichen Selbständigkeit als Geschlechtspersönlichkeit, als persönliches Natural darstellt. Dieses besteht zwar nicht aus Natur, sondern vor allem aus den kulturellen Vorstellungen, die damit verbunden sind, aber es herrscht in dem Maße wie eine Naturkraft, wie die Menschen darin kulturelle Identität finden. Sie mögen in ihrer Bildung, in ihrer Geschichte aus gesellschaftlicher Naturerfahrung entstanden sein, in ihrer kultivierten Form zählt aber nicht dies, was selbstverständlich sein könnte, sondern das, was eine Identität des Überlebens stiftet. Die Geschlechter tragen die Bestimmungen der Kultur aus, um als vereinzelte Menschen in der Selbstwahrnehmung der Vereinzelung zu überleben. Damit ist ihr Geschlecht selbst negativ bestimmt, dessen Erlebensform im Widerspruch zum Inhalt seiner Bezogenheit. Als Kultur für sich bekommen Geschlechtseigenschaften die Form kultureller Sinngebung überlebensnotwendiger Fähigkeiten. Mann und Frau werden zu unterschiedlichen Träger hiervon und stellen ein Verhältnis heraus, das wie die innere und äußere Seite natürlich scheinender Lebensnotwendigkeiten erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Selbstbehauptung in einer Kultur, worin nur zählt, wie man sich durchsetzt, erschien der Mann zunächst begabter, um als Geschlechtspersönlichkeit Anerkennung zu finden. Er begründete sich ja auch schon länger aus seinem Durchsetzungsvermögen in den Arbeitswelten und auf den Märkten. Frauen waren schon im Feudalismus eher mit Arbeiten von sensiblerer Natur befasst, und bewahrten eher die Reproduktion und Haushaltung der zwischenmenschlichen Welt, als dies Männern unter gegebenen Bedingungen möglich war. So erschien der Mann als die Persönlichkeit für das Grobe, Persönlichkeit der Kraft und Naturmächtigkeit und Unempfindlichkeit und Unempfindsamkeit, wohingegen die Frau als empfindsame Mutter und Haushälterin und Lebensspenderin galt. Das ganze Verhältnis schien aus der Natur begründet, denn Frauen stehen als Gebärerinnen der Kinder den Naturanforderungen des Lebens innerlich näher als Männer und diese Männer erscheinen im Durschschnitt kräftiger und empfindungsloser als Frauen. Während hiernach Frauen naturwesentlicher und von daher auch schützenswerter gelten, wird Männern überdimensionierte Überlebensgewandheit zugesprochen, wie sie auf den Kampfplätzen der Arbeit, der Kultur und in den Arenen hervorgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.2.1 Das äußerliche Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gewalt einer veräußerlichten Geschlechtlichkeit besteht aus der Verwirklichung, die besonders sich im männlichen Geschlecht äußert. Tatsächlich befinden sich die Männer innerhalb solcher Kultur im Gegensatz zu den Frauen und besorgen ob ihrer Geschlechtlichen Verlegenheiten immer noch meist die dominierende Trägerfunktion des Überlebens, die sie als Nothelfer gütlich sein lässt, bemüht um die Notwendigkeit einer geschlechtskultur, die das Begehren auf das bloße Vernutzen von Geschlechtseigenschaften reduziert. Das Gegenstück zur Weiblichkeit ist der Mann aber eben nicht von Natur, sondern aus der Kultur heraus, in der auch er durch die Rolle bestimmt ist, in welcher seine Natur formiert sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihm ist die äußere Subjektivität nah, weil auch sein Körper eher sich nach außen bezieht, ungeschützter vor allen Einwirkungen und von äußeren Einwirkungen weitgehender bedroht ist, daher auch aufmerksamer auf Wirksamkeit und Wirklichkeit überhaupt. Von daher mag er natürlch bestimmte Präferenzen von Verhaltensweisen haben, die ihm selbst als Natureigenschaft erscheinen, aber nun selbst auch in der gesellschaftlichen Rolle übertragen werden, die er damit bevorzugt hat. Er ist eher in die Welt hinein drängend und weniger von innen verletztlich als von außen. Das mag die Basis der Vorstellungen sein, die Männlichkeit in der Kultur auch bekommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was immer Männer in ihrer Naturbildung hinter sich gebracht haben, sie haben es immer nur zusammen mit Frauen erreicht. Als Ergänzung zu ihnen mögen ihre Naturbedingungen auch nötig gewesen sein, nun erscheinen sie als Naturalkraft des männlichen Indivisuums hiergegen selbstständig, als seine Fähigkeit und sein Bedürfnis, sich durchzusetzen, zu herrschen und zu erobern. Das Gefühl des Erorberns aber wird zu einem Grundgefühl einer Sinnesform der Männlichkeit nur, weil sich diese in einer Kulturpersönlichkeit identifiziert, um überhaupt eine persönliche Identität zu vermitteln - und Männer greifen danach, um sich damit eindeutig verhalten zu können. Die Wahrnehmung von Bedrohlichkeiten und Ohnmacht, wie sie einer männlichen Natur vielleicht irgendwie entsprechen mag, gibt dem Mann auch in der Kultur des Erlebens eher die Rolle des Existenzträgers, des Beiträgers und Zuträgers zum Lebensunterhalt. Es kann ihm schmeicheln oder nicht: Sein Körper erträgt beim Menschen wie beim Affen härtere Momentanbelastungen, sein Gehirn funktioniert einfacher und damit zielgenauer und sein Sinn steht auf Machterhalt und Selbstverteidigung. Aber was ihn erst richtig zum Funktionär der Kultur macht, ist die männliche Persönlichkeit, die er mehr oder weniger als Sinnbild der Selbstbehauptung, als Patriarch der Verhältnisse darstellt. Darin wird er als Kulturträger begehrt und auch mehr oder weniger benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zwar eine abgeleitete Rolle, in welcher sein Sinn vor allem nach außen gerichtet ist, aber gerade das entspricht ja überhaupt dem bürgerlichen Selbsterhalt, also der Selbsterhaltung der Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft. Mann und Frau ergänzen sich nicht nur durch ihre Natur, sondern auch durch den Sinn, den sie in ihrer Kultur entwickeln. Hier wird aber gerade dieser Sinn durch die Not der Selbsterhaltung zu eienr überhobenen Selbstbeziehung, zu einem Kult der veräußerten Sexualität. Die Naturalisierung dieser Entäußerung ist eine Affirmation solcher Selbstbezogenheit, deren Verfremdung damit hinweggetäuscht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber ist unter diesen Verhältnissen der Mann abhängiger von einer sinnlichen Zuwendung, als die Frau. Sein Leben füllt sich dann erst wirlich sinnlich aus, wenn er die Zuneigung einer Frau erfährt. Seine Sinne sind deutlicher auf sie gerichtet, als umgekehrt, weil unter der Bedingung, dass kulturell nur gilt, was unmittelbar naturbedingt auftritt, er seiner Sinne nicht mächtig sein kann. Seine natürlich scheinende Not, die Selbstwahrnehmung der Mangelhaiftigkeit wird durch die in ihm höher konzentrierte Triebhaftigkeit verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
122&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.2.2 Das verinnerlichte Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rückbeziehung eines abstrakt gewordenen Begehrens besteht in der Rücknahme zu einer unwirklichen Geschlechtlichkeit, zu einer Verinnerlichung des Geschlechts in den Individuen, die sich in den Geschlechtsevents auf sich besinnen müssen, um überhaupt sich geschlechtlich verhalten zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her wird der weibliche Sinn zu einer vorherrschenden Beziehung in einer Kultur, in der Geschlecht sich nurmaher nach innen bewahrheiten kann und zu einer verinnerten Subjektivität des Empfindens und Empfangens wird, also zu dem, was man in sich findet und spürt, was im Fühlen und Denken sinnlich vor sich geht. Nicht nur weil das weibliche Gehirn komplexer ist als das männliche und die weiblichen Geschlechtsorgane dem Leben umfänglicher begegnen, sondern vor allem, weil das weibliche Erleben in dieser Kultur weit tragfähiger ist als das männliche, bekommt es eine bestimmende, eine tragende Funktion in diesen Verhältnissen, die unerkannt bleiben muss, um für die Kultur zu funktionieren. Selbstvertändlich ist dabei nicht weibliche Geschlechtlichkeit, sondern die Rolle, die sie in der Kultur einnimmt, also das, womit Weiblichkeit wahrgenommen wird und wodurch sie der Selbstwahrnehmung dient. So werden Frauen schnell zu Funktionärinnen der Fürsorglichkeit, der Nothelferin, der Mutter und Kindererzieherin und Ernährerin. Frauen gelten als die besseren Bewahrerinnen von Sinn und sind von daher dessen besondere Kulturträgerinnen als Persönlichkeiten des Geschlechts schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kehrseite davon ist, dass sie als solche benutzt werden, dass sie Sinn stiften sollen, wo Sinnlosigkeit herrscht, Leib beleben sollen, wo er verletzt oder tot ist. Ihre Entleibung entspricht der Rolle, welche die bürgerliche Kultur auf Grund ihrer Körperlichkeit ihnen zuweist, wie sie erlebt wird: Bewahrerin von Leben zu sein, wo Wesenlosigkeit entsteht und wo Verwesung herrscht. Soweit sie dies erfüllen wollen oder aufgrund ihrer Lebenslage erfüllen müssen, ernähren sie diese Kultur und die Geschlechtlichkeit überhaupt mit Sinn, der aus dem Innern, dem eigenen Leben kommt. Ihr entäußertes Geschlecht ist unmittelbar auch ihre Lebensentäußerung, die im Allgemeinen nichts außer Selbstentfremdung ist. Weil das Leben in der Kulturpersönlichkeit eine selbständige Naturform des Überlebens bekommen hat, muss diese auch dem Leben dienstbar sein, solange sie nicht von den Menschen, und das sind nicht nur die Frauen, überwunden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.2.3 Das versachlichte Geschlecht (Das veräußerte Geschlecht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Überleben der Geschlechter in einer politisierten Kultur erfordert ihre Versachlichung, ihre Reduktion auf das, was aus ihr hervorgehen kann, auch wenn sie dem Menschen vollständig entfremdet ist: Das Kind. Ihre Lebensformen müssen sich früher oder später hierauf fokusieren, weil nur in der sachlichen Versinnlichung die allgemeine Sinnentleerung aufgehen kann. Die Kinder veräußern hierdurch die Geschlechtsrollen der Familie als Keimzelle einer Gemeinschaft, die sich aus einer allgemeinen Natur des Menschen heraus begründen soll. Wir werden sehen, dass dies das erste Moment des Kulturstaats sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch diese Veräußerunge werden Vater und Mutter zu Kultursubjekten, egal ob vollständig oder nicht. Alleine durch die Kinder der Kultursubjekte selbst erscheint die Kultur allgemein als eine zwangsläufige Notgemeinschaft, welche die Familien zur Aufzuchtstätte allgemeiner Notwendigkeiten des isolierten Hegens und Pflegens werden lassen. Sie sind in dieser Allgemeinheit, wiewohl einzeln in bester oder schechtester Verschmelzung mit ihren Eltern, unmittelbares Objekt einer Gesellschaft, bevor sie überhaupt erkennen können, was diese ist. Sie erfahren es völlig geschichtslos, lediglich durch ihre natürliche Abhängigkeit von deren kultureller Ganzheit ohne Bezug auf ihr Gewordensein, auf die ganze Geschichte der gebrochenen Zwischenmenschlichkeit, die nur ihr Überleben sucht. Sie müssen erstmal das werden, was sie für die Erwachsenen sind, weil Gesellschaft ihnen nur durch diese gegenübersteht. Und sie müssen leiden, was diese in der Privatform der Familie gesellschaftlich ausgegrenzt haben. Als Liebe und Fürsorge erscheint, was denen als gesellschaftlich notwendig gilt. [[Erziehung]] bekommt somit selbst eine Objektivität, die sich nun auch durch den Staat vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht leicht für die Kinder, als menschliche Sache und mit versachlichter Kultur groß zu werden, um schließlich selbst nur fortbestimmen zu können, was ihnen bestimmt ist. Es erscheinen ihnen die Mängel der bürgerlichen Kultur als Mangel ihrer werdenden Menschlichkeit, ihrer Subjektivität: Sie erscheinen immer als werdende Menschen, gerade weil sie in ihrer Unterworfenheit unter die kulturbestimmte Allgemeinheit der [[Selbstwerte]] überhaupt noch menschlichen Sinn äußern. Das Kind wird zum Lebensinhalt der Kultur ganz allgemein, zum ausschließlichen Träger menschlicher Sinne, die in ihnen gehegt und gepflegt werden von denen, die darin einen Sinn für sich finden können und hierauf also auch ihr Leben beschränken wollen und können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es nicht nur um das wirkliche Kindsein, sondern um die Verniedlichung des Geschlechtsverhältnis, das letztlich das Verhältnis der Gattung Mensch selbst ist. Das Zusammenwirken von Mann und Frau wird zu einer Frage des Umgangs in der äußerlich bestimmten Selbstbeschränkung einer Individualität, die für sich als ein Ganzes, als totale Individualität der Natur gelten muss. Dies ist ein Unding, das in der Natur selbst nirgendwo vorkommt. Aber unter der Bedingung bürgerlicher Lebensverhältnisse reduziert sich die menschliche Natur nun auf die Natur der individuellen Erscheinungsform der Geschlechter und die Menschen reduzieren ihre Beziehungen auf die Naturfunktionen ihrer hierfür bestimmten Organe, die nurmehr in ihrer rein ästhetischen Gestalt objektive Wirkung auf die Menschen haben, weil sie zugleich Objekte ihres Erlebens sind. Je unterschiedlicher die kulturelle Selbstwahrnehmung von Mann und Frau ist, desto getrennter sind ihre Selbsterfahrungen in diesem Erleben und desto ästhetischer ist ihre Wirkung aufeinander - denn verselbständigte Selbstwahrnehmung ist die ästhetische Wahrnehmung des Selbsterlebens, objektivierte Selbstwahrnehmung, die zur [[Gewohnheit]] werden wird. In der Ästhetik ist es die reine Wahrnehmungsobjektivität des Gedächtnisses, welche sich darin substantiviert, vergangenes Erleben als subjektiver Inhalt einer objektiven Wahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Organe der Geschlechtlichkeit werden als Objekte der erlebnisbestimmten Wahrnehmungsform zu einer politischen Bestimmung des Überlebens in den kultivierten Geschlechtsverhältnissen und von daher selbst sinnlos. Das in dieser Form einzelne Geschlecht erleidet das Martyrium der allgemeinen Vereinzelung und Entfremdung. Die wesentliche zwischenmenschliche Entfremdung, wie wir sie in der Selbstverwirklichung begonnen hatten, vollzieht sich nun im Geschlechtsverhältnis, also im Verhältnis zwischen Mann und Frau, als ästhetisches Verhältnis. Das Geschlecht wird somit selbst zu einer im Grunde unwirklichen Beziehung, unwirklich, weil von aller Wirklichkeit und wirklichen Beziehung herausgelöst, nurmehr im einzelnen Akt tätiges Verhalten, das so objektiv existiert, wie jede andere Eigenschaft der Personen überhaupt, wenn sie für sich, also isoliert aus ihrem wirklichen Zusammenhang objektiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird jedes Bedürfnis von seinem Entstehungsgrund und seiner Geschichte abgetrennt, lediglich zum Inhalt einzelner Anlässe. Es entsteht selbst nur mehr im Mangel wirklicher Bezogenheit, wie das Kind einer Geschlechtlichkeit, die nicht wehr wirklich zur Welt, zur Geschichte und Blüte kommen kann. Es erfährt sich schon in seiner Bildung objektiv, - und es erfährt zugleich in der Absicht der anderen Bedürfnisse seine Schranke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waren sich doch einst die Menschen darin einig gewesenen, dass sie in ihrem Geschlechtsleben ihre bloße Natur befriedigen und in der Naturbefriedigung ihr Leben aufeinander beziehen, so ist dies nun umgekehrt: Das Geschlechtsleben wird zur Bedingung eines Lebens, das im Grunde völlig ungeschlechtlich ist. Die Organe mögen sich regen wie eh und jeh; aber es ist eine zwischenmenschliche Wirklichkeit, die ihre Freiheit beengt, indem das Geschlechtsleben selbst zur zwingenden Tatsache ihrer Beziehungen wird. Alles, was es erzeugt, macht die Menschen, die sich in der schieren Freiheit ihrer Selbstgefühle und Erregungen zusammengefunden und zusammengetan hatten, wird unter der Hand zu einer Lebensbestimmung, in welcher alles danach verläuft, was Leben sein soll. Nicht, wie es wirklich ist, und auch nicht, wie es erlebt wird, sondern nurmehr wie es sein soll, damit es lebend verbleibt, macht die Bestimmung von allem aus, was nun zwischen den Menschen aus ihrem Erleben entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hiervon bestimmte Mensch ist das Kind seiner Geschlechtlichkeit. Er kommt als Erzeugnis einer Geschichte zur Welt, die nicht wirklich stattgefunden hat und er verwirklicht auch kein Geschlecht in seinen Geschlechtsbeziehungen. Er sucht lediglich Geschlechtserlebnisse wie ein Kind seine Wahrnehmung in den Glitzerreizen seiner Erlebniswielt begeistert. Es gilt daher auch als Naturprodukt, das den anderen Naturprodukten vor allem vorraus hat, dass es eigene Subjektivität hat und als solche für entleerte Geschlechtlichkeit auch nötig ist. Hierdurch endlich bekommt sie wieder einen Sinn, und wenn es auch der rein selbständig entäußerte Sinn ist. Das Kind muss in vollem Umfang die Kultur als Mensch ertragen, denn es ist alles, was hieraus nur werden kann: Das Grundeigentum der Kultur. Darin hat sie ihre wesentliche Ressource, zieht sie ihren Anspruch auf das Monopol notwendiger Sinnlichkeit, also sinnlich bestimmter Notwendigkeiten, welche die Aufzucht dieses Kulturguts sicherstellen sollen. Kinder sollen werden, was die Gesellschaft nötig hat, um als deren menschliche Natur zu gelten. Als solche Kulturbegründung stehen sie nun über allen Lebensbestimmungen, die für sich keinen Sinn mehr haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.3 Die misslungene Begattung oder die Ästhetik des Geschlechts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft besteht durch das Zusammenwirken von Menschen, also Männer und Frauen und Kinder, wie sie von Natur aus und zugleich auch in Gesellschaft sind. Aber es ist weder ihre Natur für sich, welche ihre Gesellschaft begründet, noch ihre Kultur. Auf jeden Fall lässt sich kein gesellschaftliches Wesen so einfach durch Natureigenschaften von seinem wirklichen Sein in der Beziehung zu einem Gesellschaftswesen als Kulturwesen abtrennen. Wenn keine gesellschaftliche Macht dazwischen tritt, so besteht menschliche Gesellschaft als natürliches Kulturwesen, worin die Natur im Menschen wirkliche [[Naturmacht]] entwickelt hat und menschlichen Gesellschaft deren geschichtliches Dasein ausmacht - in dem Maß, wie die menschlichen Sinne als Sinne der Natur zum Sinn menschlicher Kultur geworden sind. Jede Geschlechtsbeziehung ist eine gesellschaftliche Beziehung, weil darin das Leben der Geschlechter und Generationen sich sowohl einzeln wie allgemein aufeinander bezieht, also auch die entsprechenden Lebenshintergründe und Lebensgeschichten selbst aufeinander bezogen sind. Sexualität als Begriff für geschlechtliche Äußerung und Befriedigung ist lediglich deren Phänomen und für sich ohne Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bloß sexuellen Erscheinung solchen Lebens zerteilt sich das gesellschaftliche Gattungsverhältnis auf zwei Geschlechter jenseits ihrer Regeneration, also auch ohne Generationen. Darin erscheinen sich diese wie autonome Wesen, wie der Mann an sich, die Frau an sich, die sich vor allem und oft auch nur ausschließlich im Geschlecht begegnen. Solange das Verhältnis dabei bleibt, stehen die Geschlechter zwangsläufig ausschließlich, also auch einander ausschließend gegenüber. Darin wird das Geschlecht selbst eigenartig, zu einem geschlechtlichen Eigensinn von Personen, die durch ihre Natur unmittelbar bestimmt erscheinen und in ihrer Ausschließlichkeit also auch gegen einander stehen und Geschlecht zum Geschlechterkampf wird. Das allerding ist einmalig in der Natur und wäre es natürlich, so wären in den Menschen so ziemlich die dümmste Form der Geschlechtlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch wird das Geschlecht meist wie ein eigener und selbständiger Sinn der Geschlechter begriffen, als bloßer Befriedigungsbedarf vereinzelter Geschlechtsorgane. Der wird von daher schnell zu deren Maßstab als Maß des geschlechtlichen Erlebens: Wer befriedigt wen und wer kommt dabei zu kurz und wer leidet darunter. Es ist eine absurde Quantifizierung, die zwar ausdrücken mag, dass da etwas nicht stimmt, wenn sich ein Geschlecht am anderen bloß befriedigt, aber qualitativ ist dadurch das Verhältnis entstellt. Die kulturellen Erfordernisse werden mit Naturinhalten vertauscht, sodass die Täuschung über das wirkliche Gattungsleben sich auch zwischen den Geschlechtern abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geschlechtsleben ist als Ausdruck des Lebenshintergrunds und der Lebensgeschichten der Geschlechter das Leben eines Begattungsverhältnisses, welches nur durch seine einzelne wie allgemeine Geschichte Betand und Bildung hat. Es ist von daher im Verlauf der Generationsverhältnisse zu begreifen, gleich, in welchem Maß sich die einzelnen Menschen daran beteiligen oder nicht. Es ist die Arbeitsteilung überhaupt, die sich auch im Verhältnis von Mann und Frau darstellt und auch sie betrifft. Mann und Frau können auch ohne Kinder in selber Weise in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung beteiligt sein, insgesamt aber vollbringen sie die Regeneration und Entfaltung der menschlichen Gattung, wie sie unmittelbar, wie sie also jenseits ihrer wirklichen Vermittlung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte gleichgültig sein, welche Eigenschaften das eine oder andere Geschlecht &#039;&#039;von Natur aus&#039;&#039; hat und es könnte auch in Frage stehen, ob wirklich, das, was natürlich zu sein scheint nicht doch auch durch die Hervorkehrungen der Selbstwahrnehmung oder der Kultur so ist, wenn die Geschlechter vor derselben Gegenständlichkeit und Wirklichkeit stünden. Ihr Zusammenwirken wäre darin genauso natürlich, wie wirtschaftlich und wie in kultureller Einigkeit. Sofern sie sich auf Kinder beziehen, hätten sie auch tatsächlich einen Grund, der sie wirklich verbindet. Aber so einfach geht das in einer Kultur, die auf einem Selbstwert der Wahrnehmung gründet, nicht zusammen. Mann und Frau stoßen sich in ihrer Selbstverwirklichung gerade dort ab, wo sie sich anziehen: In ihrer jeweiligen Geschlechtlichkeit. Die Geschlechter haben ein Problem miteinander: Sie können sich nicht zusammen verwirklichen. Sie müssen sich voreinander hüten, auf sich aufpassen, um der zur Ästhetik gewordenen Anziehung nicht zu erliegen. Was sie miteinander zu tun haben, verschwindet schnell im Gegeneinander der geschlechtlichen Kulturpersönlichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur der Selbstverwirklichung hatte das Geschlecht domestiziert, zum Haushaltungsmittel der Beherrschung von kultureller Getriebenheit gemacht, aus welcher die bürgerliche Persönlichkeit hervorgegangen war. In der persönlichen Zwischenmenschlichkeit war diese im Irrsinn ihrer Liebesschuld verstrickt. Jetzt aber gerät sie vollständig außer sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zwischenmenschlichen Kultur werden Männer wie Frauen zu Persönlichkeiten einer Fremdidentität, die sie durch ihre Beteiligung beleben, sich ihr einverleiben, um für sich überleben zu können. Aber darin sind sie für sich selbst, für ihre eigene Geschlechtlichkeit verloren, denn sie begegnen sich nicht mehr als wirklich geschlechtliche Menschen, als Wesen, welche ihren jeweiligen Anteil an ihrer gesellschaftlichen Natur haben. Sie verhalten sich, wie sie füreinander sein müssen. Sie ergänzen sich durch ihre kulturellen Bestimmungen, in welchen ihre Geschlechtseigenschaften im Geschlechtserleben aufgehoben und zu Kultureigenschaften des Menschen als Bestimmung seiner Gattungseigenschaften werden, zu einer naturalisierten Kultur. Deren eigene Reproduktion als Gattungswesen ist somit auch davon abhängig, wie diese zwischenmenschliche Kultur funktioniert und welche Lebensformen sie findet, um ihre Entäußerung gesellschaftlich zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mann zuvorderst den Eigenarten der bürgerlichen Kultur zu entsprechen scheint, so ist er nicht ohne die Frau bürgerlich - und umgekehrt. Man kann seine Rolle Patriarchisch nennen, wenn man hinzunimmt, dass es diese nur im Bezug auf die bürgerliche Frau gibt, die ihn bemuttert und mit Liebe versorgt. Im Grunde sind beide Objekte ihrer Kultur, in welcher sie solche elendigen Rollen der Selbstentleibung nur deshalb bekommen und einnehmen, weil und solange sie ihrer zwischenmenschlichen Lebenswelt nicht entfliehen oder entsagen können. Sie kehren ihre Sinne als das vor, was sie dem anderen Geschlecht zu bieten haben, um mit ihm im Geschlechtserleben vereint zu sein, um darin keine Brüche ihrer Lebenswelt ertragen zu müssen. Allerdings kann sich dies, was nichts ist, ohne diese Rolle, nicht auf Dauer erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirklichkeit einer Gattung besteht aber aus der Geschichte, welche sie hat, aus den Tätigkeiten, Bedürfnissen und dem Reichtum aln Lebensvielfalt, die sie erbringt. Die bürgerliche Kultur erzeugt unter der Bestimmtheit abstrakt menschlicher Sinne eine Einfalt des menschlichen Zusammenlebens, die sich in den Rollen von Mann und Frau getrennt und einseitig verwirklicht. Ihre Begattung bringt die Gattung nicht mehr weiter. Sie befriedigt verselbständigte Geschlechtlichkeiten ohne Verwirklichung eines Gattungszusammenhangs. Was das Gattungsleben weiterbingen kann, ereignet sich zufällig und vereinzelt. Kinder werden geboren, Reproduktion ermöglicht und auch Mehrprodukte darüber hinaus erzeugt. Aber der Zusammenhang von alledem existiert nicht wirklich. Die Privatexistenzen erzeugen einen Lebensreichtum, den sie zugleich unterworfen sind bis hin zur vollständigen Verarmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es auch mit dem Liebesleben der Menschen in dieser Kultur. Nur selten gelingt es in dem Sinn, dass menschliche Reichhaltigkeit hieraus hervorgeht. Meist verliert es sich in der Not der verselbständigten Bedürfnisse, deren vereinzelter Sinn auch nur Vereinzelung erzeugt und befriedigt. Der Selbstwert der Einzelheiten ist hiergegen die Form des Reichtums, worin sich vereinzelte Menschen gut dünken dürfen. Aber er bedeutet menschlich eine Auflösung gesellschaftlicher Zusammenhänge und Wirklichkeiten und stellt eigentlich eine kulturelle Verarmung des Menschen dar. Die Vereinzelung der Wahrnehmung wird zur Privatsache der eigenen Wahrheit, zur Notwendigkeit, sich als Persönlichkeit der Kultur kulturell zu vernutzen. Je geschlechtlicher solches Leben erscheint, desto deutlicher wird, dass hier lediglich Kultur in der Form abstrakt menschlicher Sinnlichkeit sexualisiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kultivierte Geschlechterleben ist durch die Vorstellungen und Rollen, die es in der Kultur einnimmt im Grunde desexualisiert. Mann und Fraus verhalten sich nicht sexuell, sie benutzen ihre Sexualität, um sich dann noch aufeinder zu beziehen, wo keine andere Beziehung mehr möglich scheint. Sie vermitteln und übermitteln kein Leben füreinander, sondern erleben sich gegeneinander als Geschlechtswesen, die einem unendlichen Bedarf nach Befriedigung in einer friedlosen Kultur folgen. Das Geschlecht umfasst das ganze Leben, die Generationen und Regeneration der ganzen Gesellschaft. Wird der Geschlechtssinn auf ein bloß abstraktes Dasein als Sinn geschlechtlicher Regungen und Erregungen verworfen, so geht er darin in dem Maße auf, wie er gesellschaftlich wirklich sinnlos wird. Er entwickelt sich in dieser Formbestimmtheit zum Unvermögen der Regeneration der Gesellschaft, zu einem zwischenmenschlichen Leben, das sich allein auf den Reiz des Geschlechterlebens konzentriert und totalisiert und also degeneriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.3.1 Das sinnlose Geschlecht (Die Geschlechtlichkeit als Ereignis des Erlebens)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Selbstgefühl lebt nun wirklich auf als eigenständiger Selbstwert des Überlebens in zwischenmenschlicher Bezogenheit, in den zwischenmenschlichen Erlebnissen. Darin ist jedes Selbstgefühl dem Allgemeingefühl der Geschlechtlichkeit der Erlebnisse gebeugt. Es hat keine unmittelbare Gegenwärtigkeit, sondern muss sich beständig aus der Vermittlung ermitteln, in der es steht. Es erfährt seine Wahrheit nicht mehr aus der Wahrnehmung, sondern aus deren wirklichem Verhältnis selbst, aus den Geschichten, welche zwischenmenschlichen Beziehungen überleben lassen. Die Entgegenwärtigung jeder wirklichen Zwischenmenschlichkeit in diesen Verhältnissen überwindet immerhin die Angst, welche die Geschlechter zueinander entwickeln müssten. Sie stehen mit Vorsicht voreinander, um ihre individualisierte Natur zu befriedigen. Es ist im Grunde eine Geschichte der Beziehungslosigkeiten, bei denen es gleichgültig ist, was sich darin bezieht. Im Grunde überlebt das Geschlecht nurmehr autoerotisch, in welcher Form auch immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das macht eine Geschichte, die aus konkreten Erlebnissen heraus sich zu ergeben scheint, die aber zugleich nichts anderes entwickelt als den abstrakten Sinn, der sich darin vergegenwärtigt aus der Not heraus, in welcher jedes Verlangen darin ist. Solche Not wendet sich in der Nichterkenntnis, im Ausschluss von dem, was dem Selbstgefühl gefährlich würde. Es eint sich im Erleben zwischenmenschlicher Kulturereignisse das Leben der einzelnen in der Gemeinschaft von Lebensereignisse, die als solche die Menschen ergreifen. Sie macht die Ergriffenheit ihrer Regungen und Erregungen zu Lebensereignissen, in welchen zwar ihr Leben keine Geschichte bekommt, aber jedes Erlebnis zum Moment abstrakter Sinneszusammenhänge homoerotischen Kultur wird. Es entsteht zwischenmenschliche Kultur der autoerotischen Lebensereignisse, der sich auch geschlechtliche Beziehungen unterordnen. Die individuelle Geschichte des eigenen Geschlechts wird bestimmt durch die Grenzen und Abgrenzungen einer allgemeinen Geschlechtlichkeit der Kulur überhaupt, wie sie sich in sich in den einzelnen Ereignissen des Geschlechtserlebens wechselseitig aufhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.3.2 Das wirklich entleibte Leben (Gegebenheiten der Sinnlosigkeiten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Selbstgefühl der Menschen in zwischenmenschlichen Beziehungen verwirklicht sich nicht mehr als ihr Selbstgefühl, als Baisis ihrer Selbstverwirklichung, sondern als Geschlechterleben, welches ihre Unwirklichkeit betreibt, sie als Menschen selbst unwirklich macht. Durch ihre Unterwerfung unter die Erlebnisse in der zwischenmenschlichen Geschlechterwelt können sich die Menschen zwar fühlen, aber zugleich füllen und erfüllen sie sich mit fremder Sinnlichkeit, mit einem Sinn, den sie selbst nicht mehr &#039;&#039;gewachsen sind&#039;&#039;. Das kulturelle Leben selbst wird zu einer Art Ereignis, das sich aus zwischenmenschlicher Nähe und Dichte speist. Es beengt die Menschen in ihren unmittelbaren Lebensäußerungen, verengt ihre Ausdruckskraft und erfordert zugleich zur Überwindung dieser Lebensenge immer größere Ausdehnung und immer höhere Konzentration der Wechseitigkeit individualisierter Natur. Unendliche Ausdehnung und unendliche Dichte zugleich hat solches Erleben nötig: ein Widerspruch in sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verlangt vor allem auch vielerlei Beiträge hierfür, die den Einfällen der Menschen zur Herstellung von Kulturereignissen entspringen, die aber selbst nicht Zufälle sind, sondern einer Absicht folgen, diese Verhältnisse durch Ausdehnung des Lebensraumes von Menschen und zur Vertiefung ihrer Eindrücklichkeit zu erweitern. Das Leben wird zur Bühne dieser strahlenden Ereignisse und das Podium besteht solange, wie das Parkett gefüllt ist und dunkel bleibt. Solange sich die Menschen darin nicht begreifen müssen, verlieren sie mit der Ausdehnung und Vertiefung ihres Kulturraums immerhin die Verengung ihres einzelnen Daseins als individualisierter Naturkörper. Aber in dieser Enge ist das Leben bedrängt. Es ist im Begriff, sich beständig aufzuheben, durch anderes Leben zu füllen ohne ein wirklich anderes Leben zu sein. Solches Leben besteht aus Lebensangst und ist immer wieder im Gefühl, durch vernichtende Lebensgewalten oder &#039;&#039;Lebensschicksale&#039;&#039; vernichtet zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen scheinen durch sich selbst, durch ihren zwischenmenschlichen Verkehr bedroht, haben sich selbst als potenziell vernichtet war, wenn sie dem nicht standhalten. Solange es für sie noch keines gemeines Menschsein wirklich gibt, unterliegen sie immer wieder dem vermeintlichen &#039;&#039;Schicksal&#039;&#039; ihrer Bedürfnisse, besonders ihres Geschlechtslebens. Dieses erscheint gegeben und verlangt daher auch Ergebenheit. Doch immer seltener gelingt es, sich darin einzufügen, das immer mächtiger die Ereinisse des Lebens werden, das Erleben immer zwingender. Die klassische Form der Ergebenheit, der Ehevertrag zum &#039;&#039;wechselseitigen Gebrauch der Geschlechtsorgane&#039;&#039; (Immanuel Kant) funktioniert nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist die erste Form, worin das Bedürfnis nach Gewöhnung und Vermengung wie eine äußere Notwendigkeit entsteht, die Form, worin das Gefühl für eine Menschenmasse keimt, die letztlich die Gewähr für das Potenzial vieler Selbstgefühle ist. Doch innerhalb wirklicher zwischenmenschlicher Verhältnisse kann sie sich noch nicht ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311.3.3 Die Kultur der Reize oder der verheimlichte Mensch (Die durchpflügte Sinnlichkeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Versachlichung der Geschlechtsbeziehungen wurde nicht nur das [[Geschlecht]] zu einer [[Sache]], sondern die Menschen auch geschlechtslos in dem Sinne, dass nicht mehr ihre menschlichen [[Beziehung]]en geschlechtlich [[wahrgemacht]] werden, sondern umgekehrt das [[Geschlecht]] selbst zum Mittel ihres [[Verhältnisse]]s wird, zu einem Anreiz für Beziehungen, in denen Geschlecht benutzt wird, um reizvolle [[Erlebnisse]] zu produzieren. Von daher wurde es zum ausschließlichen Objekt einer Wahrnehmung, die sich alles [[einverleibt]], was ihr leiblich - und also sinnlich - vorausgesetzter Beziehungsinhalt ist, der als das, was davon [[wahrgehabt]] wird, sich der Wahrnehmung und damit auch dem Bewusstsein entzieht. Der sinnliche [[Reiz]] des Geschlechtlichen gerät in eine veräußerte Körperwelt voller Nutzeffekte, die zwar im Erleben imponieren, in ihrer [[Beziehung]] aber sich schnell entleeren, sich sinnlos machen, weil ihr [[Sinn]] nur verbraucht wird. Das macht eben jede [[Nutzung]] aus, die sich von der Entstehung seiner nutzbaren [[Eigenschaften]] abgehoben hat. Deren [[Sinn]] benötigt vielfältige Beziehungen, um sich zu einem menschlichen Sinn zu entwickeln, ist aber schnell außer sich, wenn er nurmehr dem Anreiz für Beziehungen dient, die sich auf [[Ereignisse]] reduzieren, also eine [[Geschichte]] ihrer [[Verhältnisse]] schon von vorn herein aufgegeben haben, indem sie lediglich [[Zustände]] eines [[Verhaltens]] kassieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter dem Reiz der Gegebenheiten wird Lebensangst unwirklich. Sie tritt vielleicht hie und da als Albtraum oder Panik hervor, beruhigt sich aber zunehmend in der Teilhabe an der Erlebenskultur. Diese ist die eigentliche Form der Überwindung jedweder Ängstlichkeit. Nicht muss Angst machen, nichts das Leben verengen, wenn die Weite und Unendlichkeit, also die Beliebigkeit der Reize, sich dem gewöhnlichen Leben überordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesentliche, was es die Menschen in dieser Kultur treibt, ist daher die Gemeinschaft, welche im Erleben auch wirklich entsteht. Der vereinzelte Sinn, das vereinzelte Geschlecht, der vereinzelte Geschmack, die vereinzelte Wahrnehmung überhaupt findet im allgemeinen öffentlichen Erleben einen nun auch allgemein ölffentlichen Zusammenhang. Was im ersten Teil das Erleben als Grundlage der Selbstverwirklichung war, wird nun zum öffentlichen Erlebnis, das als allgemeine Selbstverwirklichung der Kulturpersönlichkeiten erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies verändert die Sinne der Menschen nun wirklich, macht aus dem Geschlecht ebenso ein allgemein menschliches Erlebnis, wie aus dem Geschmack, aus dem Gespühr, aus den Gefühlen und Empfindungen überhaupt. Die Empfindungen verschwinden in einem Matsch von Gefühlen, die durch Anzeize gebündelt und ausgerichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Gefühlsbrei bliebe endlos, würde nicht die entsprechende Dosis Ketchup den Geschmack ausrichten, das Besondere im Brei des Erlebens. MacDonald besteht nicht als bloßes Fast-Food-Geschäft sondern. Dieser Konzern ist vor allem als Kulturmedium des unendlich leer bestimmten Geschmacks vonnöten. Daher soll der Mac-Burger überall auf der Welt auch gleich schmecken und auch im Grundrauschen des Geschmacks überall vertraut sein, denn das verschafft dem entleerten Gefühl wenigstens eine Heimat, und garantiert natürlich zugleich auch volle Kassen.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst hierdurch kommt jede Geschichte nun wirklich an ihr Ende, denn sie kann sich nur in dem aufheben, von dem sie ausgegangen war. Das Erleben wird selbst zur auschließlichen Empfindung, Resultat und Ursprung in sich selbst verkehrt. Das ist die wesentliche Grundlage jeder Selbsttäuschung: Man empfindet, was man erlebt und hat dadurch das Gefühl, gelebt zu haben, gleich wie das Leben auch sein mag. Das überlebende Gefühl wird zur einzigen Selbstgewissheit, dass das Überlebte auch Leben ist. Der Selbstwert begründet sich nur auf dieser Überlebensfähigkeit, worin alle kulturellen Reize aufgehen. Auch wenn sie das menschliche Leben entgegenwärtigen, so vergegenwärtigen sie sinnliche Erregungen, die im Trubel der Gefühle ihre Bewegung und Sättigung haben, die also darin zur Aufhebung gelangen, dass die eine Menge Selbstgefühl produzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemenge aus den Versinnlichungen wird zum Kulturträger schlechthin, zum allgemein angereizten Sinn, dem Reiz des Geschmacks, der Sexualität, der Selbstwahrnehmung usw. Hierdurch verlieren die ursprünglichen Sinnstifter ihre Funktion, treten weder als Zweck, noch als Schranke auf. Der zwischenmenschliche Grund wird selbst zum Phänomen des zwischenmenschlichen Lebens, zum allgemeinen Lebensphänomen, worin das Kapital nun wirklich seine Kultur findet und dies in aller Regel irgendwann auch begreift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die erste Position hierzu ist konservativ: Das Bedürfnis, die Menschen jenseits ihrer konkreten Sinnlichkeit zu kultivierten, ihre Gewohnheiten und Bedürfnisse dem Maßstab eines gesitteten Lebens zu unterwerfen, ist die erste Reaktion auf die Entleerung der Bedürfnisse selbst. Sie erscheinen jetzt sinnlus und müssen aus diesem Grund selbst Sinn erfahren, den sie für sich nicht mehr haben. Das Leben wird nach einer Sinnstiftung durchpflügt, die höher stehen muss als es selbst sein kann. Um diese geht es deshalb jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 312. Die Sitte (die subjektive Vernunft)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Einleitung in die Selbstlosigkeit des gewohnten Menschseins&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der einfachen [[Selbstwahrnehmung]] hatten die Menschen sich zunächst vor allem zu sich als Träger eigener Wirklichkeit im Prozess ihrer [[Selbstverwirklichung]] zueinander verhalten und sich schießlich selbst an ihrer persönlichen Wirkung auf einander beseelt. In der abgeschlossenen Lebenswelt der Persönlichkeiten, in ihren Lebensburgen, wurden sie schließlich selbst pflichtschuldig, so zu sein, wie sie füreinander sein müssen, um miteinander in ihrer und durch ihre Selbstbezogenheit auszukommen. Im Widerspruch ihrer darin notwendigen [[symbiotischen Selbstbehauptung]] mussten sie sich einem [[objektiven Gefühl]] unterwerfen, welches die [[Psyche]] zum [[Wahnsinn]], zum reinen [[Selbstgefühl]] in reiner Empfindungslosigeit getrieben hatte. In dessen Ausgeschlossenheit, im ausschließlichen Sinn für sich, in der Einsamkeit des Wahnsinns, in der absoluten [[Isolation]] der [[Selbstwahrnehmung]], waren die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] gegen die betroffenen Menschen selbst [[verkehrt]] worden und deren ausschließliche Frage zur Wahrheitsfrage [[zwischenmenschlicher]] Selbstwahrnehmung schlechthin geworden. Die [[verrückte]] Wahrnehmung war selbstlos geworden und findet nun ihre Wahrheit nurmehr außer sich: Im äußeren Verhältnis der Sinne. Von daher entrückt sich die Wahrnehmung nun vollständig von ihrem [[Subjekt]] und bestimmt dieses durch sinnliche Objektivität, welche die Menschen nicht mehr durch sich, sondern nur durch [[Selbsttäuschung]] auf sich beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht nun daher darum, diese Wahrheitsfrage der Selbstwahrnehmung durch [[Selbstbehauptung]] aus ihrem Zweifel heraus zu lösen, sie dadurch aufzuheben, dass sie sich in den vielfältigen Prozessen der [[Selbstveredelung]] verflüchtigt. Doch gerade diese befördert das Gegenteil von dem, was sie sein soll: Eine Selbstbeziehung kann nicht wirklich durch [[Selbstbehauptung]] bestehen, weil diese ein nicht vorhandenes Selbst nur behauptet und dies nur kann, solange es in Wirklichkeit auch nicht da ist. Indem die Menschen in solcher [[Selbstbehauptung]] äußerst selbstlos werden müssen gewinnen sie nur dadurch an Wert, dass sie sich aus der Allgemeinheit selbstloser Menschen begründen. Weil sie längst empfindungslos für andere Menschen geworden ist, kann die Selbstwahrnehmung ihren [[Selbstwert]] nicht mehr aus ihren [[Beziehungen]] heraus finden, kann sie nur noch in den äußeren [[Formen]] der [[Selbstbezogenheit]] stattfinden, an dem, was an den Menschen ist, das sich durch Selbstbehauptung herabsetzen lässt. Selbstbehauptung besteht aber nicht nur negativ gegen andere, sondern positiv auch durch ihre Zeitlosigkeit: Sie richtet sich an [[Gewohnheiten]] aus, durch die sie zumindest der [[Form]] nach überleben kann. Darin findet sie ihren [[Selbstwert]] im [[Kult]] ihrer Beziehungsform selbst, in der Gewöhnung an ihre objektive Form, an ihre allgemein gültige Vereinzelung und Einzelheit, die darin zugleich allgemein aufgehoben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstbehauptung als die hohe Form der Selbstlosigkeit beruht auf der Selbsttäuschung eines allgemeinen und gewöhnlichen Selbstwerts, der nur dadurch erhöht ist und überhöht wird, dass er Unwert behauptet und produziert. Sie hat daher immer das Problem ihrer eigenen Substanzlosigkeit, die sich als unendlicher Bedarf nach Substanz jedweder Art darstellt. Für sich steht daher die Selbstwahrnehmung ganz im Mangel ihrer Empfindungen: Man kann nichts mehr finden und empfinden, was man nicht in diese Verhältnisse der Kultur unmittelbar eingibt. Selbstwahrnehmung muss nun unmittelbar produziert werden. Was die Menschen für sich und was sie füreinander waren und daher ausschließlich miteinander zu tun hatten, ist jetzt getrennt von ihrer sinnlichen Wahrheit. Diese ist zum bloßen Mittel der Selbstwahrnehmung geworden, zur Vermittlung scheinhafter Weltbezogenheit durch die Selbstwahrnehmung. Und die besteht nun allein in der Form, worin das Leben der Menschen in der bürgerlichen Kultur tatsächlich sinnlich ist: In ihrer reinen Körpergestalt, in der Sinnhaftigkeit gegebener Einzelheiten, die durch das Prinzip übermenschlicher Notwendigkeiten verbunden ist. Zwischenmenschlich ist Selbstbehauptung daher auch so allgemein, wie die Gewohnheiten der Menschen als gewöhnliches Dasein denunziert und das allgemein Ungewöhnliche geadelt wird. Sie ist jetzt selbst die Grundlage ihrer Verhältnisse als Sinnesgestalt ihres Tuns und Lassens, die sich in einer besonders ungewöhnlichen Allgemeinheit errichtet. Die Menschen haben sich darin also vollständig als die Sinnesgestalt wahr, die sie nicht wirklich sein können und in der sie sich so wahrnehmen, wie sie es zu ihrem persönlichen Überleben als Sinnesmenschen nötig haben, also in dem, was sie durch sich und von anderen Menschen wahr haben ohne wirklich selbst sinnlich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um in sochen Verhältnissen Empfindungen zu haben, müssen sich die Menschen auf einer Ebene finden, auf der ihre Begegnung selbst schon ein Umstand ihres Erlebens ist, der durch das Gewöhnliche ihrer Verhältnisse, also durch Gewöhnung an sie gewonnen wird. Was sie für sich fühlen, ist nurmehr eine Objektivität ihrer Gefühle, ein Kosmos ihrer Gefühle, in dem sie sich einlassen müssen, um Wahrnehmung für sich zu haben. Um nicht an der Selbstaufhebung ihrer Gefühle zugrunde zu gehen, müssen sie sich selbst in ihrer Begegnung äußerlich werden, müssen sie ihre Sinne als körperliche Eigenschaften ihrer Persönlichkeit äußern, als einen Sinn, der wie ein Ding für sich genommen werden kann. Was dann als Leben ihrer Gefühle erscheint, ist nun selbst reine Empfindung, wird als das wahrgenommen, als was man sich wirklich wahr hat. Hierdurch bekommt die Selbstwahrnehmung wieder einen Sinn, der zugleich von allem sinnlichen Zusammenhang ausgeschlossen ist, worin aber die Sinne auf sich zurückkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem die Menschen darin ihre Gefühle empfinden, wird die Wahrnehmung sich selbst zum Gegenstand und erscheint in diesem verkehrt; sie wird dekadent. In dieser dekadenten Wahrnehmungen erkennt sich ein Mensch doppelt: Als gemeine Sache der Eigenschaften seines Körpers und als Subjekt pervertierter Sinne. In der Wahrnehmung ihrer Verkehrung kommen sich die Menschen auch auf verkehrte Weise näher. Ihre Kultur selbst wird in den Zweck einer Perversion gestellt. Sie wird zum Träger einer verkehrten Selbsterkenntnis. In der verkehrten Form erkennen die Menschen zwar nach wie vor ihre Gefühle, aber lediglich in der Form, in der sie sich hierbei fühlen. Indem sie sich zu anderen und über andere zu sich verhalten, verhalten sie sich vor allem in einer fortwährenden Versachlichung ihrer Wahrnehmung. Sie wird hierdurch zu einer beschränkten Wahrnehmung, zu einer Wahrnehmung, in welcher sich die Sinne gegeneinander isolieren und sich in ihrer Trennung entfalten, für sich also unbeschränkt werden. Sie breiten sich in chaotischen Wechselwirkung wie selbständige Wesen aus und bedrohen sich zugleich durch ihr jeweiliges Selbstbehauptungsinteresse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Versachlichung erfährt die Wahrnehmung daher jetzt erst ihre innere Notwendigkeit und Vernunft, ihre notwendige Selbstbeschränkung, um aus sich herauszutreten und zu einem wirklich in sich gekehrten Gefühl zu werden, zu einem Gefühl objektiver Notwendigkeiten, worin sie ihr körperliches Leben wähnen, weil sie sich darin körperlich erleben und wofür sie sich vor allem selbst beherrschen müssen: Eine Sittlichkeit, worin Hören und Sehen vergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber solche Sittlichkeit besteht aus einer geringen Wahrheit, lediglich aus einer Sitte, die der pervertierten Selbstbehauptung, wie sie dem aussgeschlossenen Sinn noch möglich war, nun eine kulturelle Selbstbehauptung entgegen hält, die Behauptung einer kulturellen Sinnlichkeit, die sich schließlich gegen die pervertieren Sonne der Kultur zu einem Sinn entwickelt, der sich selbst vernünftig zu gestalten sucht. Dieser Sinn kann daher übernatürlich ist, ein Sinn ist, der so natürlich erscheint, wie er über die Natur verfügen muss, in welcher sich die Sinne verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was die Hochkultur an Gewohnheiten und Brüchen darstellt, ist der gigantische Versuch einer übersinnlichen Selbstbeherrschung, welche die Gewohnheiten aus den Gegebenheiten der Lebensumstände als voneinandr isolierte Phänomene des zwischenmenschlichen Erlebens zu den tragenden Mächten der Kultur werden lassen. Was Brauchtum und Sitte hierin entwickelt haben, worin also Menschen ihre Sinne in allgemeiner Form bewahren konnten, das wird nun zur Macht des gegebenen Lebens gegen alles, was in der Kultur selbst als sinnlos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht in der Abhandlung der Sittlichkeit darum, wie diese sich aus den Gewohnheiten bildet und zu einer abstrakten Selbstverständlichkeit wird und was sie schließlich zu einer gesellschaftlichen Substanzwerden lässt, aus der sie ihre Macht über Menschen bezieht. Es ist die erste Form einer Allgemeinheit, worin Hochkultur mächtig wird. Und dies wird auch die Grundform von dem sein, worin sich die Menschen ihrer eigenen Kulturform beugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erbrachte noch im ersten Band die Entwicklung des Begriffs der Wahrnehmung eine flexible Persönlichkeit, so wird diese nun gänzlich darin verschwinden, dass sie nur durch eine gesittete Kulturverbindlichkeit unter Menschen sein kann, dass sie also in der Bindung an ihre gesellschaftliche Selbstüberhöhung nur sich behaupten kann. So kommt es, dass gerade diese Felexibilität zu einer Herrschaftsform des Allgemeinen wird. Niemand hatte das bisher besser beschrieben als George Orwell, der darin den &#039;&#039;Großen Bruder&#039;&#039; entwickelt sah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Verhältnisse von Persönlichkeiten der Selbstwahrnehmung leben früher oder später hierin und beginnen, ihre Sinne zu tauschen und zu vermengen. So treten sie zwar aus ihrer Isolation heraus, aber ohne diese aufzugeben. Sie heben diese lediglich in Beziehungen auf, worin es ihnen gelingt, sich in ihrem Erleben herauszuheben, als existente Persönlichkeiten zu überleben. Denn dies allein schützt sie noch vor der allgemeinen Niedertracht, welche in der Herrschaft der Selbstigkeiten aufkommt. Die Menschen beginnen, sich dadurch fortzuentwickeln, dass sie eine überragende Existenz ihrer selbst mit einem Sinn füllen, der vor allem praktisch für das Überleben in solchen Verhältnissen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch vermitteln sie ihr Leben und bezwecken ihre Lebensvermittlung in einer höheren, einer erhabenen Sinnlichkeit. Nicht ihre Lebensäußerungen gestalten ihr Leben, sondern in der Gestalt ihrer Lebensvermittlung erleben sie es wie gottgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch beginnen wir erst mit der einfachen Naturbestimmung der kulturvierten Sinnlichkeit. Diese besteht daraus, dass jede Persönlichkeit in ihren Begierden nun einfach und persönlich getrieben erscheint. Diese Getriebenheit drückt sich in der Abwesenheit von der Wahrnehmungswelt nun in der Naturalform der Sinnlichkeiten aus. Die zwischenmenschlichen Beziehungen der kultivierten Persönlichkeit ist nun also wirklich das, was sie ist: Die Entleibte Natur ihrer Absicht, die ihre Absicht als ihre Natur hat. Es sind keine abwesenden Sinne, es ist die Entleibte Lebenswelt selbst, die nun die Begierden selbst zu zwischenmenschlichen Notwendigkeiten entäußert hat. Sie sind zu einem notwendigen Verlangen geworden, ihre Beziehungen in der Naturalform ihrer Sinne nicht nur zu erhalten, sondern darin ihre Kultur zu naturalisieren. Hierzu werden alle Naturalformen der Sinne durchlebt und deren Inhalte selbst zu einer zwischenmenschlichen Lebensform, z.B. zur Ehe und dergleichen, worin das Gattungsleben nun als rein natürliches Begattungsverhältnis erscheinen kann. Der Sinn aller Sinne ist der Sinn, worin der Mensch auf sich selbst unmittelbar zurückkommt und wodurch er auch sich selbst zugleich erneuert, reproduziert und vermehrt: Der Geschlechtssinn. Hierin vollzieht sich diese naturhafte Rückbeziehung der zwischenmenschlichen Natur vollständig. Er wird daher zum ersten Inhalt der zwischenmenschlichen Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht nun darum, die Formverwandlung einer Kulturbestimmung zur wesentlichen Natur eines Verhältnisses des Überlebens erst mal nachzuvollziehen. Wir werden darin den Prozess der Selbstentleibung nachzuzeichnen haben, wie er im Kampf um die eigene Wirklichkeit sich gestaltet, um schließlich herauszuarbeiten, was hierbei zu einer überragenden Sinnesmacht werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint es noch absurd, dass die Flexibiltät einer Sitte zur Macht kommen kann, kennen wir doch Sitte zunächst nur als kategorisches Prinzip, als gewöhnliche Moral oder praktische Vernunft. Doch in der Kulturverhältnissen selbst ist alles anders, man lehrt dem Mores, der nicht Hören will. Aber wo alle hörig sind, da wird es die Macht einer prominenten Kultur werden, welche die Menschen in ihrem ganzen Lebenszusammenhang zusammenschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 311 Die Selbstlose Wahrnehmung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Einleitung in die Ästhetik der Selbstlosigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] war die [[Kultur]] des Kapitals bisher eine ausschließliche Leidensform, indem sie zunächst (im ersten Band) für das [[Zwischenmenschliche]] sich als nutzbar erwiesen hatte, indem sie die [[Isolation]] der [[Wahrnehmung]] durch [[Selbstgefühle]] bereicherte, die somit auch in diesem Sinne zu [[nutzen]] waren, um dann (im zweiten Band) Beziehungswelten zu bilden, worin sich Menschen in der [[Geborgenheit]] ihrer [[Lebensräume]] [[leiden]] konnten und ihr Leiden zu tragen verstanden, indem sie in ihrer [[Selbstbehauptung]] verschmolzen - schließich aber an ihrer [[symbiotischen Selbstbehauptung]] [[verrückt]] wurden, weil sie darin ihren [[Sinn]] für sich, die Grundlage ihrer [[Selbstachtung]] verlieren mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun müssen sie das Mittel und Maß des Überlebens in einer Welt finden, die für die Menschen keinen wirklichen [[Sinn]] mehr hat und worin sie daher ihren Sinn durch bloßes Verallgemeinern ihres [[Selbsterlebens]] finden, ihn praktisch als ihr [[abstraktes]] Lebensbündnis für sich und andere, für eine abstrakte [[Gemeinschaft]] &#039;&#039;erfinden&#039;&#039; und ihn durch ihre [[Selbstlosgkeit]] zur Kulturmacht ihrer selbst errichten. Hier haben sie ihre [[Kultur]] dann so objektiv, dass ihnen darin ihr im Grunde sinnlos gewordenes [[Sein]] selbst als ihr allgemeines, weil allen gemeines [[Dasein]] [[erscheint]], ihre isolierten Befindlichkeiten ais ausschließlicher Befund erfasst wird und ihre bloße Kommunikation, ihre [[Sprache]] selbst schon zu einem wesentlichen Sinn der [[zwischenmenschlichen Beziehung]]en wird, sodass sich die Menschen als allgemeine [[Persönlichkeiten]] ihrer Kultur gelten, die ihren Sinn durch ihre Person nun auch schon wirklich für sich finden und [[empfinden]] und sich darin auch begründet verstehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht von Ungefähr setzen hierauf alle rechte Philosophien das an, worin sich das Sein selbst schon [[unmittelbar]] als [[Bewusstsein]] formulieren lassen soll, um schließlich hieraus Forderungen an ein anderes [[Bewusstsein]] als eine allgemeine [[Gesinnung]] zu erwachsen, die aus der Veränderung des [[Bewusstseins]] bruchlos eine Veränderung der Welt beziehen wollen. So entsteht Art und Abart als fundamentaler Gegensatz, wie er schon in der [[Fundamentalontologie]] bei Martin Heidegger zwischenden dem [[Seienden]] und seinem Wesen als ewige Existenznotwendigkeit der &#039;&#039;Existenzialien&#039;&#039; zu [[verstehen]] ist, die nur in lichter [[Erkentnis]] aufgehen könne. Der [[Weg]] dahin erscheint daher leicht gängig, auch wenn damit die tiefsten Abgründe überwunden werden, denn in solchen [[Allgemeinheiten]] sind die isolierten Einzelheiten nicht wirrklich aufgehoben. Im Gegenteil: je unergründlicher Ihr Zusammenhang, desto tiefer und grasser und mächtiger werden die [[Selbstbezogenheiten]], die sich nun selbst schon im Einzelnen [[allgemein]] verstehen können. Hier finden sie endlich die [[Dichte]] und [[Masse]], in der sie zu einer [[allgemeinen]] gesellschaftlichen Macht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten schon im ersten Band dieser Kritik der politischen Ästhetik die Selbstbeziehungen der Selbstwertigkeiten als Entstehungsprozess einer persönlichen [[Selbstverwirklichung]] durch [[Selbstverwertung]] untersucht, einer [[Subjektivität]], die zwar aus sich heraus geht, aber nur als in sich gespaltener Charakter ein [[Ganzes]] bildet, als bürgerliche Persönlichkeit in ihrer [[Selbstveredelung]] zu sich kommt, die sich nurmehr in ihrer [[Egozentrik]] bestärken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zweiten Band war deren objektives Fürsichsein, die Selbstgeborgenheit der Liebesbeziehung mit ihren Lebenssräumen und Wahrnehmungszuständen Gegenstand der Untersuchung. Die [[Selbstwahrnehmung]] war in den [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] durch ihre eingeschlossene Ausschließlichkeit als [[objektives Selbstgefühl]] doppelsinnig bestimmend geworden, das sich nicht mehr für sich, sondern nur in den Verhältnissen und [[Lebensräumen]] [[symbiotischer Selbstbehauptung]] bewahrheiten kann, wodurch es im Wahrnehmungsprozess verrückt geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den Selbstverrückungen ihrer Gefühle haben die Menschen dort noch wirklich gelitten. Was sich in der [[Verrücktheit]] noch in seiner [[Wirkung]] und [[Wirklichkeit]] [[verkehrt]] hatte, war ein wirklich verkehrter Sinn geworden, in welchem sich die äußerste [[Isolation]] des Menschen vom Menschen ausgedrückt hat. Diese Isolation verkehrter Sinne stellt daher auch das äußerste Verlangen des Menschen nach dem Menschen dar: die innerste Sehnsucht nach dem Menschsein als das Wahngebilde seiner [[zwischenmenschlichen Beziehung]]. Diese aber hatte alle zwischenmenschliche Wirklichkeit ausgeschlossen und einen Lebensraum des Selbstgefühls gegründet, dem die Selbstwahrnehmung unterworfen war. Eigene Wirklichkeit war darin verschwunden, dass die Objektivität des Selbstgefühls sie ausgeschlossen und ihres Sinnes beraubt hatte. Im beständigen Kampf um ihre [[Wahrheit]] war sie in einen Zirkel geraten, weil sie nur Sinn finden konnte, wo sie wirklich entsinnlicht wurde. Jetzt müssen sich die Menschen in einer [[Selbstlosgkeit]] gewinnen, um noch subjektiv sein zu können. Es muss also die [[Selbstbezogenheit]] als solche objektiv werden, damit sie aus ihrer Selbstwahrnehmung, aus ihrem subjektiven Zirkel heraustreten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstwahrnehmung befreit sich nun in diesem Band hiervon, indem sie wirklich selbstlos wird, eine Wirklichkeit findet, in der sie nicht selbst sein muss, was sie bewirkt, und sich doch in dem verwirklicht findet, was sie [[wahrhat]]. Es treibt sie also jetzt zu einer Selbstverwirklichung außer sich, zur Verwirklichung einer selbstbezogenen [[Allgemeinheit]], in der sich der einzelne Mensch in seinem kulturellen Verlangen an eine kulturelle Allgemeinheit übergibt, in der er ausgeschlossen ist, aber zugleich in diesem Ausschluss sich als ein veräußertes [[Allgemeinwesen]] gewinnt. Darin findet er aber nicht sich, seine [[Selbstachtung]] verwirklicht, sondern den objektiv gewordenen [[Selbstwert]], das Produkt seiner [[Selbstverwirklichung]], seiner [[Selbstverwertung]], das ihm nun verächtlich gegenübertritt. Er findet sich schließlich in einer allgemein [[entäußerten]] [[Wahrheit]] wieder, die sich als [[Sitte]] darstellt, worin er aber sein kann, wenn er zugleich über sich selbst hinweggeht, für sich selbstlos wird und also seine [[Selbsttäuschung]] totalisiert, nur um in dieser Kultur zu verbleiben, nur um von der [[Gesellschaft]], die ihm in Wahrheit fremd geblieben ist, nicht [[enttäuscht]] zu werden. Diese Form der [[Selbstlosigkeit]] ist das Thema des dritten Bandes dieser [[Kritik der politischen Ästhetik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dieser Ausgang erscheint erst mal nur absurd: Ein Mensch kann nicht ohne sich selbst sein. Das ist trivial. Was aber kann dann Selbstlosigkeit meinen, wie kann sie überhaupt kulturell wirksam werden, wo doch die ganze [[bürgerliche Kultur]] auf [[Selbstbezogenheiten]] gründet? Das setzt ein [[Selbst]] voraus, das sich zugleich ausschließen kann. Eigentlich ein Widersinn. Doch der Widersinn hat Methode. Er ist nicht einfach eine der vielen [[Ideologien]], sondern ein Verhältnis, worin die [[Selbstverleugung]] allgemein tätig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstlosigkeit wäre ohne dies eine [[Gedankenabstraktion]], ein bloßes [[Ideal]] der [[Selbstveredelung]] (siehe auch [[Idealismus]]). Ein &#039;&#039;[[Selbst]]&#039;&#039; oder auch &#039;&#039;[[Ich&#039;&#039;]] gibt es zwar als [[Abstraktion]] aus den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Privatpersonen]], als ihr[[abstrakt Allgemeines]], in [[Wahrheit]] aber nicht als ein [[Wesen]] des Menschen überhaupt. Doch mit der [[Tätigkeit]] in einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] wird es ausschließlich durch [[Selbstverleugung]], zu einem für sich tatsächlich [[ausschließliches]] [[Selbst]], das Medium einer [[Selbsttäuschung]]. Sie gründet auf der Ausgeschlossenheit, der [[Abwesenheit]] einer über die [[Wahrnehmung]] erhabenen [[Selbstbeziehung]], die nichts anderes hinterlassen kann als eine Selbstlosigkeit, als eine Wahrnehmungsform, die sich durch Altruismus auszeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht hier um eine gesellschaftliche Form kultivierter [[Wahrheiten]], die den einzelnen Menschen [[enttäuschen]] müssen, wenn er sich ihnen überantwortet, und die ihn schon [[täuschen]], bevor er sie überhaupt für sich geltend machen kann. Es geht ihm ja auch lediglich um eine Form des [[Ganzen]] dieser [[Kultur]], worin er zumindest seine [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] und sich in diesen erhalten kann, ganz gleich, was sie für ihn ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um auf sich zurück zu kommmen, kehrt sich also jetzt die Sinnfrage zu einer Frage des Überlebens in selbstbeschränkten zwischenmenschlichen Verhältnissen um. Die Sinne selbst werden nun allgemein in ihrer Vereinzelung, Sie werden für die Wahrnehmung selbst unmittelbar objektiv und vermitteln die Menschen als sinnliche Objekte, die tatsächlich voneinander abgerückt und nur deshalb nicht mehr selbst verrückt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In solcher Entrückung wird in der Selbstwahrnehmung jetzt eine [[Logik]] entfaltet, die zugleich auch als Frage nach einer notwendigen Vernunft des ganzen Kulturverhältnisses darstellt: Die Verkehrung der sinnlichen Beziehungen zur reinen Beziehung der Sinne muss einen objektiven Sinn machen, der in sich verkehrt ist, der nur durch [[Selbsttäuschung]] sein kann: Aus der Haltung gegen verkehrten Sinn entsteht die Wirklichkeit eines Sinns, der sich durch sich gewinnt und zugleich von einem Leben in einem ganzen Kulturverhältnis zehrt, in welchem er fortwährend aufgehoben und zugleich erneuert wird. Er muss sich als Sinn entfalten, der vom Lebenszusammenhang der Menschen selbst abgetrennt und doch lebensbestimmend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt geht es um eine Subjektivität, die nicht mehr wirklich verrückt ist, die aber durch die Überwindung zwischenmenschlicher Verrücktheiten zu einer objektiven Subjektivität, zu einer wirklich entrückten Selbstwahrnehmung wird. Diese kommt in allem zu sich, was ihrem Erlebensdrang zur Natur geworden ist, zu einer Natur, die sich aus dem natürlichen Schein des Selbsterlebens bildet, in welcher alle persönlichen Eigenschaften nun selbst sich als rein natürliche und übernatürliche Eigenschaften der Menschen verhalten. Darin allerdings wird eine Kultur vollzogen, welche die Inhalte, die sie gesellschaftlich in Beziehung hat, von der Form dieser Beziehung vollständig beherrscht und ausgetauscht wird. Alles, was an den Menschen als natürlich wahrgenommen und empfunden wird, vermittelt sich als Erlebniswelt, in der sich die Menschen in ihren Reizen, die sie füreinander haben, zunehmend austauschen. Es geht hier also um die Erlebenswelt einer gigantischen Selbsttäuschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausschließlichen Sinnesbeziehungen hatten ihre Schranke in ihrer Verrücktheit, welche als verrückende Wirkung ausgeschlossener Sinne in den Menschen hervortitt. Sie waren innerhalb ihrer geborgenen Verhältnisse noch vollständig abhängig voneinander und erfahren jetzt, dass sie darin zu einer Sache füreinander geworden sind. Es waren zwar schon herrschende Wahrnehmungen, herrschende Gefühle und herrschende Empfindungen im Ganzen von zwischenmenschlichen Lebensverhältnissen, die in aller Heimlichkeit und Heimeligkeit entstanden waren. In ihrer Verrücktheit waren sie aber nur dann aus den Menschen heraus wirksam, solange diese sich aus jenen geborgenen Lebensverhältnissen heraus wirklich zu anderen Menschen verhielten, die sie als Teil ihrer Lebenswirklichkeit annahmen und sich von daher entbergen mussten. So war das Verborgene, der ausgeschlossene Sinn, wirklich mächtig geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur des Erlebens, die Veranstaltungskultur wird nun selbst zu einer veranstalteten Kultur, zu einer Kultur, worin alle subjektiven Inhalte sich mit ihrer öffentlichen Gestalt eintauschen und von daher nun wirklich objektiv erscheinen. Das Persönliche überwindet seine verrückt gewordene Selbstverwirklichung darin, dass es sich über seine Not hinwegtäuscht und nun wie eine öffentliche Person funktioniert. Es kehrt sich damit alles von innen nach außen und die Menschen in solchen Verhältnissen erleben ihre Äußerlichkeit notwendig als Bedingung ihrer Subjektivität, als notwendige Kompression, als Verdichtung ihrer persönlichen Belange. Diese Verdichtung wird zur [[Dichte]] einer Oberflächlichkeit, die davon lebt, dass darin alles als Form jede Beziehung der Menschen übersteht. Es ist eine ästhetische Welt der Selbstüberzeugung, worin der Selbstwert selbst zu einem äußerlichen Medium entsinnlichter Sinneswelten wird. Die Einverleibung wird total. Die Gespaltenheiten zwischen Empfindungen und Gefühlen, welche die Selbstwertigkeiten überbrücken sollten, wird nun selbst zu einer Gewalt der Symbiose, welche die Ästhetik ihrer Beziehungen hergibt. In der Ausgrenzung von Sinn wird selbst eine im Grunde unsinnige Gewalt entfaltet, in der alles schlichtweg sinnlich erscheint, nur weil es Sinn im Ausgegrenztsein hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Allgemeinheit dieser persönlichen Sinneswelten wird jede Intimität zur Promiskuität, alles private nun auch unmittelbar gesellschaftlich. Kurzum: Der persönliche Ausdruck wird zu einer öffentlichen Persönlichkeit. Bei aller Privatheit ihres persönlichen Seins bleibt die Persönlichkeit als Mensch eben doch immer noch gesellschaftlich und das Gesellschaftliche erweist sich in dieser Form zugleich als höchst privat, als Raub an der menschlichen Natur. Seine Gesellschaftlichkeit erweist sich in seinen Gefühlen für andere, die er wahr hat, oft auch im Verborgenen als Überfall einer Beziehungssehnsucht oder einer Verliebtheit oder dergleichen mehr. Darin bewahrheitet sich, dass die private Persönlichkeit es trotz ihrer egozentrischen Selbstreflexion immer auch nötig hat, ihre abgetrennte Individualität abzustreifen und ihrer Gesellschaftlichkeit zu folgen. Gefühle können zwar ohne Wirklichkeit sein, nie aber sind sie deshalb schon ohne Gesellschaft. Diese ist Grundlage von allem, was die Menschen als ihr Leben wahrhaben und bleibt der Sinn für ihre individuelle Lebensgestaltung - nicht als objektive, ihnen äußerliche Kultur, sondern als Wesen ihrer Lebenszusammenhänge, auch wenn sich diese ihnen entäußern und von einem ihnen fremdes Wesen bestimmt werden, einen abstrakt menschlichen Sinn erfüllen und seinen Notwendigkeiten folgen müssen. Und weil dies ihre wirklichen Lebenszusammenhänge ausmacht, tun sie das freiwillig. Als Persönlichkeiten, die in dieser Kultur geworden sind wie sie sind, treten sie jetzt selbst zwischenmenschlich auf, beziehen sich wirklich über das Menschliche, was zwischen ihnen ist. Es ist dabei gleichgültig, ob sie übersehen, dass sie sich hierbei nicht mehr unmittelbar menschlich verhalten, sondern sich selbst als menschliches Verhalten vermitteln. In jedem Fall tun sie es. Solches Verhalten wird somit zum Mittel der Kultur, zur Vermittlung des durch die Selbstwahrnehmung der Menschen bestimmten Menschseins zum Zwischenmenschlichen. Der &#039;&#039;Zwischenmensch&#039;&#039; tritt als Kulturpositionen der Gattung Mensch auf, als das kulturell bestimmte Dasein von Mann und Frau und Kind, wie es sich zwischen Menschen vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstgefühle erscheinen auf diese Weise nun als Gefühl des gemeinen Menschseins. als ihre menschliche Natur, als Sinn, den die Menschen haben, nur um sinnlich zu sein. Alles was an ihnen Sinn hat, bestimmt nun den Sinn ihrer Verhältnisse, also die Verhältnisform ihrer Sinnlichkeit. Ihre kulturellen Gepflogenheiten werden zur Verhältnisform ihrer Sinne, also zu dem, worin sie sich in kulturreller Absicht natürlich aufeinander beziehen, ihre Kultur als ihre Natur erfahren. Aus ihrer Kultur entsteht somit eine zweite Natur, welche in der Form ihrer ersten Natur, in ihren organischen Beziehungen selbst erscheint. Aus allem, was die Menschen von Natur aus sind, wird zu einer Natur, worin sich ihre Kultur behauptet, worin sie also jene Natur wieder zu finden meinen, die sie vor aller Kulturbildung aufgehoben hatten. Ich Kulturverhältnis erscheint somit als ein naturnotwendiges Verhältnis ihrer Natur in den Gegebenheiten ihrer Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht es um eine ganze Kultur herausgetretener Selbstwahrnehmung, die nur dadurch nicht mehr wirklich verrückt ist, weil sie sich über ihre eigene Verrücktheit zu täuschen versteht, weil sie sich eben zu einer Bühne der Kultur macht, die dem Überleben schlechthin dient, vor allem aber auch dem Überleben von wirklichen Lebensverhältnissen, die sich den Menschen entzogen haben und von daher nicht mehr verlässlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen müssen sich nun auf eine Kultur verlassen, in welcher sie als verlassene Menschen miteinander auskommen, da diese zur Versinnlichung ihrer verlassenenen Wirklichkeit wird. Das isolierte Sinnesverhältnis der Selbstwahrnehmungen war immerhin noch sinnlich, das verlassene Sinnesverhältnis erscheint hiergegen sinnlos. Von da her erscheint das Leben darin ert mal zerrissen und es muss eine Form gefunden werden, durch die es sich beherrschen lässt und sich durch Selbstbeherrschung überleben kann. Alles, was dem Leben dient, wird daher jetzt zum Mittel des Überlebens von dem Leben, das in sich zerrissen ist. Und so gerät auch jede Lebensäußerung selbst zum Überlebensmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zerrissenheit erzeugt Löcher. Und die Löcher im Selbstbewusstsein erzwingen Handlungen, die sich nicht wirklich erklären lassen, weil sie nur dem dienen, nicht so verrückt zu erscheinen, wie man ist. Hegel hatte das trefflich formuliert als er schrieb: &#039;&#039;Ein geflickter Strumpf mag besser sein, als einer mit Loch. Nicht so das Selbstbewusstsein&#039;&#039;. Aber um das geflickte Selbstbewusstsein geht es hier - zumindest was die Selbstwahrnehmung betrifft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich steht die Selbstwahrnehmung der Menschen nun ganz im Mangel ihrer Empfindungen, im herstellen müssen von Empfindung, um nicht an der Selbstaufhebung ihrer Gefühle zugrunde zu gehen. So verkehrt und mächtig wie die Sinne in ihrer Verrücktheit waren, so sinnlos wird nun ihre verkehrten Form. Sie selbst wird zur Lebensform einer Perversion, in welcher nun auch das ganze zwischemenschliche Lebensverhältnis sich durchsetzt und sich wie eine Bühne des Lebens vom Parkett aufs Podium begibt. Alles, was auf seinem eigenen Boden nicht mehr leben kann, wird auf der Bühne der bürgerlichen Kultur nun zum Herrn über sein Leben, zum Beherrscher seiner Rollen und zum Dramaturg seines Lebens, das wie eine große Vorstellung nun geschehen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die totale Vereinzelung menschlicher Sinnlichkeit, welche in den Lebensburgen des Zwischenmenschen wirklich geworden wahr, strebt nun nach einer Aufhebung, die aber innerhalb der Selbstwahrnehmung nicht konkret werden kann. Sie ensteht in der Masse, welche die Dichte der Einzelnen erhöht. Masse ist ja nichts anderes, als die Dichte der totalen Vereinzelung, also die wirklich und wirksam gewordene Vereinzelung der Lebenszusammenhänge. Diese kann daher zunächst nur als Dekadenz auf die Welt kommen, aus der Unmöglichkeit eines wirklichen Menschseins in einer Kultur, welche keine menschliche Form haben kann, welche also selbst formbestimmt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Haltung gegen die Dekadenz verrückter Sinne entsteht die Sitte, die der pervertierten Selbstbehauptung eine kulturelle Selbstbehauptung entgegen hält und die sich schließlich zu einem übernatürlichen Sinn entwickelt, zu einem Sinn, der so natürlich erscheint, wie er über die Natur verfügen muss, in welcher sich die Sinne verstellen. Alle Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung hat nur noch Sinn, wenn sie auf dem Podium erhabener Kulturzusammenhänge funktioniert, wenn die Rolle beherrscht wird und der Auftritt hinreichende Prominenz erfährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensbühnen werden zu einer eigenen Lebensmacht, die zunächst als eine Art Parallelwelt sich entwickelt. Was in den gewohnten Lebensverhältnisse ohnmächtig geworden war, war als Macht der Gewohnheit blendend und wird nun vor allem dadurch mächtig, dass sich die Menschen in Masse danach ausrichten und zurichten. Der Gegensatz von Masse und Elite entwickelt sich hierbei zu einem Widerspruch der Kultur als Ganzes, als Verhältnis von Massenkultur und Hochlkultur. Dieser verläuft über das Brauchtum bis hin zur Religion, worin sich die Selbstwahrnehmung zu einer abstrakt allgemeinen Herrlichkeit in einer gemeinsamen Göttlichkeit erhebt, die zum Inbegriff allen Lebens wird. Es ist Gott als Übermensch, der die Kultstätten der Selbstüberhöhung stiftet und worin alles zum Kult wird, was in Wirklichkeit nicht leben kann: Zelebration des Übermenschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich gibt es keine wirkliche Übermenschlichkeit, aber es gibt eine Wirkung des Ungelebten, nicht des noch Ungelebten, sondern des schon Ungelebten: Die Sehnsucht des verlassenen Teils nach dem Ganzen, von dem es sich ausgeschlossen fühlt. Die Unwahrheit, die im wirklichen Ausschluß und der ausschließlichen Existenz des Eingeschlossenen erzeugt ist, kann zu keiner Wahrheit gelangen. Seine existenzielle Unwahrheit erscheint deshalb nun als Streben nach einer Täuschung durch ein abstraktes Ganzes, durch eine übermenschliche Lebensqualität, deren Existenz schlicht unterstellt werden muss. Es wirkt das Ungelebte durch Eindrücke der Wahrnehmung, die keinen Ausdruck gefunden hatten und die deshalb selbst nur als übermächtiger Eindruck sich verwirklichen und in der Wirklichkeit sich auch nur als Macht des Eindrucks durchsetzen können. Solche ausdrückliche Eindrücke verlangen nach reinen Formen, nach Ästhetik. Darin wird der Mangel des Gelebten dem Leben selbst entgegengehalten als eine Form, wie es gelten soll, wie Leben in Reinform sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Sollen entwickelt sich der Wille zur Form, der ästhetische Wille, der durch seine Prominenz allgemein wird und sich als Sendung des Allgemeinen darbietet. Darin verdichtet sich die Seele der betroffenen Menschen selbst durch das Zusammenfügen der ästhetischen Form zu einer Seelenmasse, die über sich selbst hinausstrebt und zu einer Volksseele wird. Diese betreibt den Untergang jeder orivatren Seele, indem sie ihr jede Selbstwahrnehmung entzieht, ihr alle eigenen Gefühle und Empfindungen nimmt und in ihrer Allgemeinheit als Anteil einer Volksgesinnung zurückgibt. Im Zusammenleben dieser entsteht ein Untertanengeist, der sich mit Tittytainment leicht erhalten lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 310. Einleitung in die Sittlichkeit als Natur des gewohnten Menschseins]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Der Wahn der bezwungenen Selbstbehauptung (Die entäußerte Selbstwahrnehmung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen können sich an und für sich nicht wie eine sachliche Gewalt verhalten. Sie können aber in ähnlicher Weise sachlich werden, wenn ihnen ihre Versachlichung zum Medium einer Gewalt in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden ist. Nicht als [[Personen]] üben sie Gewalt aus, sondern innerhalb von Verhältnissen, worin sie ihre wahren [[Absichten]] verbergen müssen, weil sie deren eigene Objekte sind, also selbst in einer objektiven Ohnmacht mächtig sind. Dem vorausgesetzt waren schon die [[erzieherischen Beziehungen]], die in den [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] Lebensgewohnheiten anerzogen hatten, die sich unter bestimmten [[Bedingungen]] ganz in sich verschließen, in einem geschlossenen [[Lebensraum]] gefängnisartig werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vom sonstigen Leben abgetrennten Lebensräume entwickeln durch die Selbstverborgenheit der Menschen darin eine Macht in zwischenmenschlichen Erziehungsverhältnissen, in denen sich kein mächtiges Subjekt, sondern ein mächtiges Lebensverhältnis selbst dem Zögling als gewaltige [[Persönlichkeit]] erzieherisch überordnet. Es beruht auf der Ausschaltung eines jeden Selbstgefühls, das damit objektiv nur in seiner Verneinung bestätigt wird als ein Notwendiges, aber dennoch ausgeschlossenes Fühlen seiner Selbst als Objekt einer ihm äußerlichen Macht. Das objektive Gefühl ist nun zu einem Subjekt versteinerter Objektivität geworden, einer Gewalt, die nur psychische Wirkung hat, indem sie die Wahrnehmung vollständig beherrscht, während sie eine Realität bestätigt, die nirgendwo wahr ist, aber überall Wirkung hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist ein Verhältnis, in welchem ein Mensch gezwungen ist, sich außer seine Selbstwahrnehmung zu versetzen, ein Verhältnis, das keine Empfindung und kein Gefühl mehr hat, sondern in seiner Ausschließlichkeit selbst Inhalt aller Gefühle und Träger aller Empfindungen ist, ein [[objektives Gefühl]], das sich aus menschlicher Wahrnehmung selbst herausgesetzt hat und sich als dieses Ausgesetzte in den Menschen fortbestimmt - meist phasenweise oder situationsabhängig, je nachdem, wie die Kraft zur Bewahrung der Wahrnehmung ausreicht. Die Menschen selbst sind dann darin praktisch Ausgesetzte und Aussätzige ihres Lebensverhältnisses, dem sie ja auch in der Tat schon stetig ausgesetzt waren, bevor sie als Mensch auch wirklich ausgeschlossen und durch den Ausschluss bestimmt wurden (z.B. als Objekte des Missbrauchs oder als Zöglinge menschenverachtender Kulturen oder sonstiger Gewalt, die sich als Sanktion aus diesem Verhältnis selbst begründet hatten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zwischenmenschlichen Verhältnissen, worin Menschen wirklich gezwungen sind, durch Selbstverneinung sich zu erhalten, besteht auch das sie beherrschende Gefühl aus einer negierten Selbstverwirklichung, also aus einer praktischen Verleugnung und Verneinung eigener Regungen. Der ausgeschlossene Sinn besteht daraus, dass eigene Regungen nur gegen sich selbst verwirklicht werden können, um Identität zu bekommen. Das [[objektive Selbstgefühl]], das in den Menschen erzeugt wird, schließt die Wahrnehmung der Gewalt von selbst aus und separiert ihre Erfahrung in getrennte Einzelheiten, die für sich wahr und zugleich ohnmächtig sind, aber gerade dierduch eine abstrakte Identität ermöglichen. Das objektive Gefühl solch [[zwischenmenschlicher]] Bezogenheit hat damit der Zusammenhang der Sinne selbst ausgeschlossen, und sich auf das verdichtet, was in seiner [[Reduktion]] auch für sich zu fühlen ist. Dies sich nun auf das, was unbedingt für sich Sinn machen muss: Eine [[Beziehung]] auf das vereinzelte Empfinden und Fühlen, also auf ein Wesen der Wahrnehmung, das sich allein psychisch in ihrem [[Wahn]] vereint und wie eine [[Psyche]] in der Wahrnehmung selbst wirksam wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin sind die Zusammenhänge der Wahrnehmung selbst außer sich geraten und erweisen sich als ihr eigenständiger Sinn in den [[Absichten]], die sich darin formulieren, in den Wähnungen, die sie in Gang setzen. Sie werden aus negierten Selbstgefühlen gespeist und halten die Wahrnehmung als Ganzes &#039;&#039;in Schach&#039;&#039;, verhalten sich also wie eine objektive Identität in der Entgegensetzung zur Wahrnehmung. Subjektiv wird die Wahrnehmung daher bis zur völligen Ausschließlichkeit durch deren objektiv wirkende Bestimmtheit zeitweise in Phasen der Selbstverlorenheit oder Phasen, worin ihre psychischen Bildungen zu ihrer eigentümlichen Wirklichkeit wird, teilweise oder vollständig oder dauerhaft beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprünglichste Eigenheit ist eine erregte Nichtigkeit des eigenen sinnlichen Seins, welches dadurch wirksam wird, dass die [[Psyche]] selbst als Übermacht gegen die sinnliche Wahrnehmung tätig ist, dass Selbstverwirklichung nur als Selbstbezwingung wahr werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es waren hierbei die geborgenen Lebensverhältnisse selbst verbergendes Leben, das die Menschen nur im vergorgenen leben lassen kann: Liebesherrschaft, die Liebesopfer erzwungen hatte. Es muss nicht unbedingt nur sexueller Kindesmissbrauch sein, wenngleich dies auch die signifikanteste Wirklichkeit von notwendiger Selbstveleugnung ist; es ist aber meist die sublim verlangte Selbstaufopferung von Kindern, welche die Liebe der Eltern oder die Lebenspotenziale einer Erziehungsanstalt erheischen müssen, die ihnen eine Grundstimmung ihrer Selbstgefühle vermittelt, die ihr Nichtsein ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bezwungene Identität muss nicht beständig wirksam sein; oft tritt sie in Phasen auf, die aus der Kraft der Wahrnehmung selbst bestimmt sind: Nach einer hiervon bestimmten Zeitdauer lässt der Widerstand der Sinne nach und überlässt sich der psychischen Mächte solange, bis deren Kraft durch ihre Unverwirklichbarkeit aufgebraucht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Selbstverwirklichung vor allem nur Selbstverneinung bedeutet, besteht vor allem kein eigenes Wahrheitsvermögen; es wird die eigene Wahrheit von fremder Wirkung nicht unterscheidbar. Das Eigene wird dann sich selbst fremd, wenn eigene Erkenntnis erforderlich ist. Es kehrt die Wahrnehmung nach innen, in das, was sie aus den Inhalten ihrer Lebensangst nurmenr wähnen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wahn ist - dem [[Traum]] ganz ähnlichn - ein inneres [[Ereignis]], das sich gegen die [[Wahrnehmung]] richtet, um ihr einen [[Sinn]] zu vermitteln gegen das, was sie nicht fassen kann. Er besteht aus den [[Empfindungen]] absolut gewordener [[Selbstgefühle]], die eine Schutzmacht vor der wirklichen Wahrnehmung errichten, um die Panik, die sie verursachen würde, durch einen [[Eigensinn]] der Wahrnehmung, durch eine eigene Sensorik abzuwehren. Wer visuelle oder akustische Halluzinationen hat oder seinem Geruchsinn oder Tastsinn nicht mehr trauen kann, versetzt sich ob der Verwirrung, die ihn hierbei überkommen muss, in eine Eigenwelt, die seine innere Wahrmehmung, also das, was hinter allem [[Selbstgefühl]] für ihn [[wahr]] ist und verschafft sich aus ihrem Standort für seine Wahrnehmung innere [[Ereignisse]], die sich gegen die äußeren richten. Es sind Inhalte die einen [[Eigensinn]] aufklären sollen, der in der Wahrnehmung nurmehr als [[Unsinn]] wahrgehabt werden kann. Zum Beispiel spricht in den Stimmen, die auf diese Weise gehört werden, die Macht einer [[Identität]], die sich gegen eine hörigen Wahrnehmung wendet (siehe [[Hörigkeit]]), sich ein Gehör erzeugt für das, was sie nicht hören kann, was aber ihre [[Beziehung]] [[bestimmt]]. Ähnlich kann es dem Geruchsinn ergehen, wenn ein Mensch in einer bestimmten Situation sich und andere nicht riechen, nicht leiden kann. Und wer dem Augenschein erlegen ist, muss dessen Wahrheit als Halluzination erfahren. Der Wahn ist nichts anderes als die [[Wahrnehmung]] einer innerlichen [[Wahrheit]], die von der äußerlichen abgespalten ist, sich gegen ihre [[Entäußerung]] wendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wahn entsteht aus der [[Kraft]] einer[[entwirklichten]] [[Wahrnehmung]], die suggestiv geworden war und in sie eindringt. [[Suggestion]] erzeugt die [[Macht]] einer entwirklichten Wahrnehmung, einen Sog, der aus einer [[abwesenden]] [[Wahrheit]] entsteht, aus der die Gegenwärtigkeit ihrer ästhetischen [[Verdichtung]] die Wahrnehmung abstrakt bestimmt und ihre [[Reduktion]] im [[Nichtung]]sprozess, also aus einer vernichteten Wahrnehmung heraus das Gewähnte produziert. Es ist die [[Tätigkeit]] eines [[Eindrucks]] im Wahrnehmungsprozess, die entweder mit einer manipulativen [[Absicht]] an sie gerichet wird oder ihrer Bereitschaft hierfür aus vernichteter Wahrheit in ihrer [[Negation]] selbst entspricht und in der [[Wahrnehmung]] deren [[seelische]] [[Bedingung]] veräußert, indem sie diese ihrem [[Gegenstand]] unterstellt. Das Wahrgehabte wird nicht als [[Inhalt]] der Wahrnehmung wahr, sondern aus ihrer [[Form]], aus dem [[Körper]] ihrer Organe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist die Selbstverwirklichung im Verfolgungswahn die erste Wirkung einer Selbstbezwingung. Im Wahnsinn gewinnt ein bezwungenes Selbst in der Abtrennung der Sinne von der Psyche eine eigene Wirklichkeit. Und im Irrsinn wird eine Welt erzwungen, die für andere Menschen nicht wirklich sein kann, die aber der Wahrnehmungswelt der Psyche entsprechen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233.1 Verfolgungswahn (Die Psyche als fremdes Subjekt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Verfolgungswahn]] drückt eine allgemeine Bedrohung der Wahrnehmungsidentität aus, die als Vernichtungsmacht erlebt wird. Das setzt voraus, dass eine solche [[Identität]] selbst schon als eine fremde Identität tätig war. Ihr Grund ist jedoch nicht eine wirklich schon stattgefundenen Verfolgung, sondern eine Verschmelzung, in der die Selbstwahrnehmung zunichte gegangen, depressiv geworden ist und sich als Lebensangst verräumlicht hat. In einer paranoiden Warnehmung erscheint diese Angst daher selbst unheimlich, weil ihr Lebensraum alles betrifft und damit unendlich ist. Sie ist zu einer Angst vor einem mächtigen Nichts geworden, zu einer Angst vor einer drohenden Vernichtung, deren Grund nicht mehr erkennbar ist, weil er in seiner [[Wirklichkeit]] längst vergangen ist. Verblieben ist nurmehr die räumliche Wirkung der dadurch erwirkten Gefühle und ihres [[Gedächtnisses]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Lebensverhältnissen, die durch totale Selbstgefühle bestimmt sind, ist ja das Selbstgefühl auch schon als ein [[objektives Gefühl]] aufgetreten. Jetzt ist es dieses schlechthin, objektives Selbstgefühl für sich. Dies allerdings ist allseitig und hat [[Identitäten]] gestiftet, in denen die Menschen sich dadurch gewinnen konnten, dass sie ihre Gefühle entäußert, zu einem Gemeingefühl vergemeinschaftet haben, Das ist für die Selbstwahrnehmung ein Unding, wird dadurch doch das Selbstgefühl zu einem Gemeingefühl, in welchem jeder zugleich außer sich ist und doch bei sich bleibt. Weil er also sich im Gemeinen verloren hat, kann er nur dort bei sich bleiben. Das macht ihn gemeinhin hörig und seine Wahrnehmung zum Objekt eines objektiven Allgemeingefühls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstgefühle, welche die Hörigkeit nötig hatten, kehren nun in ihrer Negation wieder, als Gefühl einer ausgeschlossenen Identität, deren Wahrheit außer sich geraten ist und den Menschen selbst bedroht, der Angst hat, seine Wahrnehmung zu verlieren und [[verrückt]] zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Entstehung der [[Hörigkeit]], die oft als solche nicht erkannt worden war, geht eine Beziehung voraus, in welcher die Verhältnisse von einer Liebesmacht bestimmt waren, die in einer abstrakten oder religiösen Allgemeinheit begründet war, in welchen sich die Menschen selbst nur als Objekte einer darin verschmolzenen Gemeinschaft einer [[Abstraktion]] erleben konnten. Diese Gemeinschaft ist selbst schon ein Missbrauch der Menschen darin, ob sich hierbei auch tätlicher Missbrauch ereignet oder nicht.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Wahrnehmung sich selbst zum Objekt dessen gemacht hat, was sie wahrhat, wo sie sich also selbst allgemein in ihren Gefühlen [[wahrhat]], wähnt sie sich auch als fremde Kraft, die außer sich Macht gegen sich hat. Von dieser kann sie sich nicht unterscheiden. Die Not der Selbstunterscheidung wird psychisch als Bedrohung des eigenen Lebens aufgefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher wird das objektive Gemeingefühl zu einem Subjekt gegen die eigene Wahrnehmung, zu einem Sinn, den sie nur außer sich wähnen kann. Dieser Sinn bedrängt das Wahrnehmen selbst und wird dort auch als Bedrängung der eigenen Identität gefühlt. Es muss für die Wahrnehmung jetzt also etwas geben, das die Macht hat, die Wahrnehmungsidentität zu vernichten. Dieses raunt als wirklicher Mythos in ihr, als wirklich fremder Sinn, der von allen Inhalten der zwischenmenschlichen Wahrnehmung nun gänzlich absieht, aber darin eine [[unheimliche]] [[Absicht]] zu volllstrecken scheint. Als Subjekt der Wahrnehmung lauert er in allem Wahrnehmbaren auf, lässt Figuren entstehen, die bedrohlich sind, ohne dass die Bedrohung eine wirkliche Gestalt hat. Es ist der nun zu einem Fremdgefühl gewordene Eigensinn, der wirklich gefühlte abstrakte Sinn. Immer wieder tritt diese als bedrohliches Gefühl ohne Grund und Ursprung auf, als Wahn eines Verfolgungsgefühls, als [[Verfolgungswahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233.2 Wahnsinn (Die Psyche als verrücktes Subjekt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bezwungene Selbstverwirklichung lässt die Psyche wähnen, was ihre Sinne vermitteln. Die psychische Gewissheit, dass dies für sie nicht stimmen kann, übertrifft das sinnliche Wahrnehmungsvermögen zumindest zeitweise. Es werden Wahrnehmungen hiergegen erzeugt, die z.B. als innere Stimme oder als Halluzination sich wie eine übermächtige Selbstwahrnehmung einbringen, welche dem betroffenen Menschen eine völlig sinnlose Wahrheitsfrage aufbürden: Was kann überhaupt nur wahr sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt aber keine Wahrheit an sich; es geht hier um eine doppelte Wahrheit weil es um ein gedoppeltes Leben geht. Im [[Wahnsinn]] erscheint die andere Wahrheit der Psyche, die den Sinnen entfremdet ist und die als notwendiges Selbstgefühl nur in ihrer verkehrten Form als Wahn durchbricht. Im Wahnsinn erscheint wirklich, was sonst nur Traum sein könnte. Die Kraft des Gefühls, dem jeder Sinn genommen ist, erscheint als psychischer Sinn, der wahrer ist als jede wirkliche Wahrnehmung noch sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahnsinn kann in Momenten oder auch dauerhaft auftreten, je nachdem, wie total sich darin [[Selbstentfremdung]] vollzieht, wie total also eine [[notwendig]] gewordene [[Selbstaufhebung]] sich verwirklichen muss. Die [[Wahrnehmung]] einer [[Vernichtung]] kann für die [[Selbstwahrnehmung]] selbst vernichtend sein, wenn sie deren [[Sinn]] zerstört, wenn sie so total in ihrer [[traumatischen]] [[Wirkung]] ist, dass ihr [[Schmerz]] unendlich ist, dass er also keinen sinnlichen Boden mehr findet und nichts von sich [[wirklich]] empfinden kann. Im [[Gefühl]] kehrt sich dann die [[Empfindung]] eines in sich total gewordenen [[Selbstgefühls]] gegen sich selbst und vollzieht die [[Nichtung]] der [[Selbstwahrnehmung]] in der Hervorkehrung ihrer [[Verkehrung]] bis hin zu einem Wahngebilde, das sie in sich, also in ihrer [[Ausschließlichkeit]] als Interpretation ihrer Selbstwahrnehmung zusammenschließt. Ihre Empfindungen werden dadurch wieder gegenständlich, dass sie sich ihre [[Gegenstände]] in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] aus den Inhalten ihrer [[psychischen]] [[Erinnerung]] erfühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wahnsinn ist ein in seinem [[Wahn]] zusammengeschlossener, ein in sich [[totalisierter]] [[Sinn]] der Sinne, die nicht wahr sein dürfen, eine [[Empfindung]], die [[wähnt]], was seelisch [[wahrgehabt]] wird, was aber nicht [[Empfindung]] sein kann und als [[Gefühl]] zugleich ausgeschlossen, als Wahrnehmung [[vernichtet]] ist. Ihre [[Wahrheit]] wirkt durch dessen [[Negation]] aus seiner [[Ausschließlichkeit]] heraus in die [[Wahrnehmung]] hinein. Das erzeugt Empfindungen, die [[Gefühle]] repräsentieren, die [[wähnen]], was sie [[wahrhaben]] und sich als psychisch begründet erweisen, ohne sinnlich [[gewiss]] sein zu können, die als total ungewisse Wahrnehmung sich mit [[psychischen]] Inhalten füllen, die als Verkörperung ihrer Sinne aus der Versammlung ihrer [[Selbstgefühle]] aus dem [[Gedächtnis]] der [[Psyche]] sich in der Wahrnehmung vergegenwärtigen. Der Wahnsinn ist die Vergegenwärtigung eines [[Körpers]], der sich im [[Wahn]] seiner [[Selbstwahrnehmung]] verwirklicht, um sein [[unwirkliches]] [[Dasein]], die [[Nichtung]] seiner [[Selbstwahrnehmung]] zu ertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft geschieht dies durch [[Stimmen]], die gehört werden, ohne dass ihr Sprecher erkennbar wäre oder auch durch Halluzinationen, die ein Befinden der [[Psyche]] artikulieren, das ohne wirklichen Befund und ohne [[Gewissheit]] der [[Wahrnehmung]] ist. Er kann auch daraus bestehen, dass Menschen verschiedene Lebensidentitäten annehmen, die ihnen ermöglichen, sich in verschiedenen Welten auch verschieden zu verhalten und einzuordnen. Der Wahnsinn leidet an einer Wahrheit, die nicht sein kann, an fremder Wahrheit, die wahrgehabt und zugleich durch die Wahrnehmung selbst aufgehoben wird. Er kann als ein Selbstrettungsversuch der Psyche angesehen werden, die ihre Wahrnehmung abgestoßen hat und hierdurch selbst außer sich geraten ist und ihre Angst oder Hoffnung oder Glück oder anderes als Negation des Wahrnehmbaren überhaupt lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstwahrnehmung verläuft zwischen den Phase bloßer Wirklichkeitswahrnehmung und bloß seelischer Wahrnehmung, weil beides voeinander getrennt ist. Die Psyche gewinnt ihre Subjektivität nurmehr dadurch, dass sie einen Wahn produziert und erleidet ihre Objektivität, indem sie sich jeder Wirklichkeit beugt. Sie ist dem objektiven Gefühl unterworfen und nutzt zugleich die Möchlichkeit, sich ihm zu entziehen, indem die Wahrnehmung sich in &#039;&#039;Wahrheitsphasen&#039;&#039; aufteilt. Deshalb wurde solche Wahrnehmung &#039;&#039;Schizophrenie&#039;&#039; (Schädelspaltung) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die individuelle Genese des Wahnsinns setzt ein Lebensverhältnis voraus, worin die Unterwerfung der Selbstwahrnehmung selbst Bestandteil eines objektiven Gefühls ist, eben durch Menschen, welche vollständig über die Selbstwahrnehmung eines Menschen verfügen können. Durch Menschen, die dem Wahn interpretativ begegnen können, lässt er sich zurückdrängen oder vielleicht auch gänzlich unnötig machen (siehe hierzu auch &#039;&#039;[[Arbeit am Wahnsinn]]&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233.3 Irrsinn (Die Psyche als selbstverwirklichtes Subjekt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Irrsinn]] ist die Wahrnehmung als [[Ganzes]] der Psyche so unterstellt, wie diese wahrgehabt wird. Was seelisch sich regt, steht dann gegen die Sinne der Wahrnehmung überhaupt und wird innerhalb dieser Regungungen selbst zu einer eigenen Wahrnehmungswelt, also zur Begründung eigener Wahrheit, die sich den Sinnen selbst entgegensetzen muss. Der Wahn wird dadurch unsinnig und das Wähnen unmöglich. Die Wahrnehmung irrt im Gefolge seelischer Eruptionen und wird überhaupt zu einer fremden Identität, welche die seelische Wahrheit ausschließt und von daher von der Psyche selbst ausgeschlossen werden muss. Sie treibt jede Wahrheit zum Irrtum, indem sie die Wahrnehmung als ausschließliche Selbstwahrnehmung und also als ausschließliche Wahrheit erkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hiervon betroffene Mensch wird auch oft als Autist bezeichnet, was aber - wie man vielfältig schon publiziert hat - nicht richtig ist, weil er sich garnicht auf sich selbst ausschließlich bezieht. Er interpretiert seine Wahrheit lediglich aus seiner Selbstwahrnehmung und bezieht sich hierüber auf andere. Es ist die Sinnesform verkehrt, also umgekehrt als die der anderen Menschen. Der Grund hierfür kann auch physisch bedingt sein (z.B. durch Traumata der Wahrnehmung oder des Gehirns). Soweit er kulturell ist, muss er in frühen Phasen der Wahrnehmungsbildung in der Überwältigung subjektiver Wahrheit liegen. Von daher herrscht hier ein objektives Gefühl als psychisches Subjekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch III: 0. Einleitung in die Ästhetik der Selbsttäuschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<title>Uk2032</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Die entäußerte Selbstbehauptung als herausgesetztes Selbstgefühl (Die veräußerte Gegenwart und der Kampf gegen die Selbstauflösung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahrnehmungszustände]] der Entgegenwärtigung, die als Angst, Depression und Sucht auftreten, sind aufgehoben in einem Weltgefühl, das so allgemein ist, dass es sich jeder einzelnen Beziehung entzieht und die Selbstwahrnehmung nur noch im Zweifel gegen ihre [[symbiotisch]] Wirksamkeit wahrmachen kann. Von daher ist der Selbstzweifel die gewöhliche Grundlage in den Verhältnissen von Menschen geworden, die sich gegen sich selbst vereinen und darin ununterscheidbar gegen sich stehen. Gegenwärtig können sie darin nur außer sich sein und sich gegen die damit betriebene Selbstauflösung durch erzwungenes Verhalten zur Wehr setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Selbstverlust]] durch die räumliche [[Gegenwart]] einer sich selbst behauptenden Identität, welche aus einer [[symbiotischen Selbstbehauptung]] hervorgegangen ist, macht die lähmende Angst aus, die durch Zwangshandlungen abgewehrt und aufgehoben werden müssen. Verhaltenszwänge haben ihren Grund in der Gefahr, die ihre selbstverlustigen [[Verhältnisse]] für ihre Wahrnehmung wahrmachen. Jeder Mensch in diesen Verhältnissen einer mächtig vereinten [[Selbstbehauptung]] ist darin eine Lebensgefahr für den anderen. Und seine Nähe, die [[Dichte]] seiner [[Anwesenheiit]], wird zum Monster einer permanenten Selbstbedrohung, die beständige Selbstüberwindung verlangt, um darin bestehen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Abweisung des Selbsterlebens, das die Selbstgefühle einer [[symbiotischen Selbstbehauptung]] jetzt nötig haben, wird ein Weltgefühl ohne Beziehung zur Welt zur Identitätsfrage schlechthin, worin jede Wahrheit im Zweifel steht und sich die Wahrnehmung selbst zum Gegenstand ihrer Verhältnmisse und ihres Handelsns macht. Sie isoliert sich gegen diese und existiert im Ausschluss zu allen subjektiven Wahrnehmungsinhalten, [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]]. Die eigene Wahrnehmung unterliegt der symbiotischen Kraft zerteilter Wahrheiten, die nicht nur in der Einheit gegensinniger Wahrheiten einander vermitteln, wie es für solche [[Selbstgefühle]] tragend war, sondern nun auch selbst eigene Verhältnisse erzeugen, in denen die Herabsetzung solcher noch subjektiv erscheinenden Widersprüche aufgehoben ist. Dies verlangt den Ausschluss jeglicher [[Subjektivität]] dadurch, dass sich die Subjekte selbst als Objekte füreinander totalisieren. Ihre wechsdelseitige Einvernahme wird selbst zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das sich vor jedem [[Gefühl]] schützen muss, um sich in fremder Geborgenheit zu vermitteln. Es ensteht der [[Widerspruch]], dass Menschen sich auf diese Weise vor der Wahrnehmung ihrer Verhältnisse verbergen müssen, um in diesen, weil sie unauflösbar scheinen, geborgen zu fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein Widerspruch zwischen zwei Veräußerungen eines entfremdeten Selbstgefühls, die zum einen dessen [[Inhalt]] wie auch zum anderen dessen [[Form]] entsprechen. Die [[Wahrnehmung]] der Welt ist voller Ahnungen ohne wirkliche Ähnlichkeiten mit den [[Erfahrungen]], sodass jegleiches [[Gedächtnis]] von [[Gefühlen]] ausgeschaltet bleibt. Und die Wahrnehmung selbst muss immer wieder darauf aufmerksam gemacht, versichert werden, dass sie sich dem auch entgegenstellen kann. Solcher Widerspruch unterwirft die ganze Selbstwahrnehmung nicht nur in ihrer [[Gegenwärtigkeit]], sondern auch in ihren [[Umständen]], müssen diese doch in selber Weise &#039;&#039;stimmig&#039;&#039; gemacht werden, wie auch die [[Empfindungen]] von ihr. Es ist eine Sysyphosaufgabe, dem ungeheueren Anspruch eines [[fremd]] bestimmten [[Selbstgefühl]] zu gehorchen, und zugleich auch die Umwelt danach auszurichten, dass sie ihm entspricht. Und weil solche Selbstwahrnehmung unentwegt von ihrer eigenen Wahrheit bedroht ist, droht sie selbst auch beständig zu zerfließen und muss sich hiergegen zu einer [[Selbstvergenwärtigung]] zwingen, die zugleich eigene Vergegenwärtigung entfremdet, zu einem bloßen Sollen veräußert. Das Objekt eines entäußerten [[Selbstgefühls]] muss sich gegen dieses verhalten, um sich subjektiv zu empfinden und durch eine entfremdete Vergewisserung eine [[Gewissheit]] für sich zu erhoffen, die in Wahrheit aber nur [[Selbstentfremdung]] vertiefen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird [[Selbstgefühl]] unmittelbar als Kraft gegen sich vollständig objektiv, weil es sich als reine Gegenwärtigkeit der [[Empfindung]] heraussetzt, die mit aller Welt verschmolzen ist und zugleich dies nicht [[wahrnehmen]] kann, weil es dies ganz ausschließlich und von sich ausgeschlossen nur [[wahrhat]]. In dieser Verschmelzung, wie sie die [[Sucht]] noch als [[Zweck]] hatte, wird nun die [[Identität]] gesucht, die hiergegen [[Mittel]] ist. Doch diese kann ob ihres negativ bestimmten Ursprungs nicht näher bestimmt sein, bleibt also ein negativ bestimmtes äußeres, durch welches der [[Trieb]] der Sucht sich als Zwang zur Identitätsbildung durch äußere [[Gegenwärtigkeit]] die [[Selbstwahrnehmung]] bestimmt. Es ist eine von den Sinnen selbst abgetrennte Identität, die das [[Leiden]] [[unendlich]] bestimmt und sich nur durch Zwangsverhalten entgegnen lässt. Dieses hat den Mangel, dass er nur momenthaft Linderung verschafft, weil es nicht in der Lage ist, die davon betroffenen [[Sinne]] wirklich in die Wahrnehmung zu integrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war das Selbstgefühl der Sucht noch durch die Mittel bestimmt, die sie nötig hatte, um sich gegen objektiv gewordene Gefühle überhaupt zu verhalten. Jetzt geht es um das [[objektiven Selbstgefühl]], das sich nun wie ein zum Zwang gewordener innerer Trieb gegen seine äußere Wirklichkeit stellt. Dieser verhält sich notwendig gegen äußere Vermittlungen, indem er jedes Mittel zerstört. Er zwingt das Leben über seine Verhältnisse zu leben, indem er das Verhalten selbst zwanghaft setzt, im Verhalten selbst die Verhältnisse um ihn herum aufzuheben sucht, - jetzt aber nicht als Absicht, sondern als innere Notwendigkeit. Es ist kein Ausweg aus der Depression mehr, sondern ein Leben dagegen, ein beständiges Konfrontieren und Auszehren aller [[Beziehungen]] zu Menschen und auch Sachen. Doch in den [[Beziehungen]] der Menschen, die nun ununterschieden zu den Beziehungen der Sachen wahrgenommen werden, wird nun alles Subjektive unmittelbar objektiv erfahren, selbst wie eine Sache empfunden, ununterscheidbar zwischen sich und anderem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat dies auch seine Geschichte in dem [[Raum]], worin die Erziehung zur Welt leiten sollte. Doch die Erzieher haben sich selbst als Welt subjektiv verwirklicht, weil der Raum selbst ihre Welt als geschlossenen [[Lebensraum]] vermittelt hat, ausweglos für den Zögling, der als Mensch sich damit identifiziert und als Objekt sich darin zu erheben sucht, dass er sich gegen das erzogene Menschsein permanent zur Wehr setzt, indem er sich durch sein Verhalten [[vergegenwärtigt]], sich als Mensch [[anwesend]] machen muss, wo er sich [[abwesend]] fühlt. Weil er die Ausgeschlossenheit seiner Identität als [[Lebensangst]] verspürt, muss er, um sich der symbiotischen Beziehung seiner Gefühle zu entziehen, gegen seine [[Empfindungen]] arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waren in der [[erzieherischen Beziehung]] noch [[Subjekt]] und [[Objekt]] der Erziehung identifizierbar, ihre [[Wahrheit]] von daher erkennbar, so ist jetzt das Verhältnis in der ausgeschlossenen Sinnlichkeit eines [[objektiven Selbstgefühls]] symbiotisch geworden. Es hat sich zu einer einzigen [[Lebensbedingung]] vereint, indem es in seiner Wirkung gegen Ängste, depressiven [[Entgegenwärtigungen]] und Süchte nun wirklich objektiv tätig wird. Sie erleiden ihre Hörigkeit gegenüber dem [[objektiven Selbstgefühl]] ihrer Wahrnehmung nun wie eine Wirklichkeit für sich, die Wirkung eines Verschmezungstriebs, der ihre Wahrnehmungsidentität permanent aufzuheben strebt. Zwangsverhalten richtet sich gegen die Macht eines vergemeinschafteten Selbstgefühls, ist sozusagen erzwungene Selbstvergegenwärtigung im Kampf um die Entwirklichungstendenzen der [[Psyche]]. Die ist das gerade Gegenteil der Sucht, die noch durch die Herstellung eines abstrakten Selbstgefühls, einer reinen Kraft der Negation sich gegen die Gewalt der isolierten Selbstwahrnehmung wendet. Was dort als [[Entgegenwärtigung]] der Wahrnehmung betrieben wird, um [[Identität]] zu verschaffen, wird hier gefürchtet, weil es Identität zerstört. Der Zwang ist das widerspenstische Kind der Sucht und bestärkt sich auch gegen sie, die quasi das Subjekt seiner Erziehung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die ursprüngliche [[Symbiose]] der Lebenspflichtigkeiten entschwinden daher im Zwang alle Eigenheiten des subjektiv verselbständigten Verlangens in einer objektiven Unwirklichkeit, einer fremden Macht der Entwirklichung, so dass die Wahrnehmungsidentität nur noch heimlich sein kann. Diese [[Heimlichkeit]] wird selbst objektiv bedrohlich, weil diese Macht zu ihrer Lebensbedingung hat und vertieft. Und so wird ihre Grundstimmung bei aller Gefühligkeit [[unheimlich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Erziehungsgemeinschaft in den abgetrennten Lebensräumen der Geborgenheit entwickelte sich also nicht nur ein [[entfremdetes]] [[Selbstgefühl]], welches die Grundlage für Wahrnehmungszustände der [[Angst]] bereitet, sondern auch eine Gefühlswelt, worin Selbstgefühle verschmelzen, um sich der Angst zu entziehen, die sich darin bildet. In der Verschmelzung derart vergemeinschafteter Gefühle von Zögling und Erzieher, in einer vergemeinschafteten Angst, in der [[Symbiose]] der [[Erziehung]], zieht sich ein Gefühlsgemenge aus erzogenen und verneinten Selbstgefühlen in ein Gedächtnis zurück, wodurch die herangezogenen Gefühle ihre Empfindung auch wirklich [[aufheben]] müssen. Indem sich auf diese Weise die [[Gefühle]] in diesem ohnmächtigen Verhältnis eigenmächtig wie eine Mythologie jenseitiger Gefühle vereinen, können sie nicht mehr [[empfinden]], was sie begründet. Sie haben sich ausschließlich unmittelbar und nur noch in einer bestimmten Selbstempfindung wahr, in der sie ihre Ungewissheit zu überwinden suchen. In dieser Bestrebung verliert die Wahrnehmung den Zugang zu ihrer Wahrheit, und wird zugleich in ihrer Selbstempfindung selbst zur Produktionsstätte ihrer [[Ungewissheit]], also zu einem prozessierenden [[Selbstverlust]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen sie müssen Empfindungen produziert werden, die pure Selbstvergegenwärtigung bewirken, dass überhaupt gefühlt zu werden kann. Es muss etwas getan werden, damit sich die Wahrnehmung in ihrer Gefühlsverschmelzung nicht auftürmt und übermächtig wird. Empfindungen werden erzeugt, damit die in der Symbiose doppelt bestätigten Gefühle auch aktiv entzogen bleiben. Das zwischenmenschliche Erziehungsverhältnis wird zu einem Lebensverhältnis, worin sich die Selbstverborgenheit von Empfindsamkeiten fortbestimmt. Sie wird als Ganzes im Selbstgefühl einer potenziellen Selbstauflösung erfahren und bedrängt den Menschen, der seine Selbstwahrnehmung aus diesem Verhältnis gründet. Es ist ein in sich widersprüchiches Selbstgefühl, welches einerseits Selbstverlust zu fürchten hat und zugleich auch Angst vor dem Verlust dieses Lebensverhältnisses haben muss, weil es darin keine Wahrheit hat, nichts sein kann, und ohne dies nichts ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Wahrnehmungen, welche diese Gemeinschaft infrage stellen, sie als Lebensverhältnis bedrohen, weil sie ihren Untergang zur Folge haben müssten, müssen aus der Empfindung ausgeschlossen werden, um darin nicht für sich gewiss zu sein. Die Empfindungen sind dazu bestimmt, selbst nur als Gefühl zu bestehen, also nur im Innern zu wirken, nur als Regung zu sein, die an und für sich keinen wirklichen Sinn hat. Das Selbstgefühl wird selbst zum Träger einer Gefühlswelt, die so nicht sein kann, wie sie ist, sie also nicht empfunden werden kann. Die Gefühle, welche das pflichtschuldige Verhältnis der Erziehung erkennen, werden dazu bestimmt, nur als Regungen im Selbstgefühl der Menschen wirksam zu werden, also selbst als ein [[objektives Selbstgefühl]] die Wahrnehmung zu bestimmen, so dass das, was in Wahrheit ist, sich gegen die Wahrnehmung stellt, die Wahrnehmung also gezwungen wird, eigene Wahrheit hiergegen zu erzeugen. Regungen treten auf, die an und für sich keinen Sinn mehr haben und daher selbst nur als Angst bestehen. Es ist ein Widersinn in sich: Der darin bestimmte Mensch ist durch seine Selbstgefühle sich unmittelbar selbst zum Gegner geworden, fühlt sich schlecht oder unrein oder aufgelöst oder in Angst, wenn er sich nicht zu sich in entsprechender Weise verhält, z.B. durch einen Waschzwang, Hungern, Verletzen u.a..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in solchen erzieherischen Beziehungen durch deren Symbiose ein mächtiges Selbstgefühl entstanden, das sich nur heimlich wie ein Hintersinn, also [[unheimlich]] vermittelt und sich in die Selbstwahrnehmung einschleicht, indem sie ausschließt, was darin wirklich für sich selbst ist. Es sind [[objektive Selbstgefühle]], die in den Menschen selbst erzeugt werden und ihre Gefühle dadurch beherrschen, dass sie diese selbst entleibt, sich ihre Selbstbezogenheit [[einverleibt]], also ihr Selbstgefühl unmittelbar entfremdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entsteht so eine gedoppelte Selbstbeziehung, eine unmögliche Selbstbeziehung, die zugleich darin möglich ist, dass sie sich zugleich negiert, sich von sich selbst bereinigt. Die Empfindungen werden von [[Gefühlen]] beherrscht, die sie von sich selbst trennen müssen, die im Augenblick der Wahrnehmung zugleich diese ungeschehen machen müssen. Das trennt aber auch die Gefühle in sich: Im Bezog auf Empfindungen stellen sie sich mächtig gegen diese, im Bezog auf sich selbst werden sie zu einem nach innen abgetrennten Selbstgefühl, das allerdings nicht für sich sein kann. Hierdurch haben die Gefühle ihren Grund nur noch in einem bodenlosen Verlangen, zu sich zu kommen, und das können sie nur durch die Empfindung anderer. Sie sind in einem fortwährenden Dilemma, das nur dadurch unterbrochen wird, wenn sie eine Nische für sich finden (z.B. Musik machen). Das Selbstgefühl wurde von den Empfindungen abgetrennnt und betreibt nun für sich eine Vorstellungswelt voller Sehnsüchte. Diese kehrt sich früher oder später auch wirklich gegen die Empfindungswelt, der sie entsprang, indem sie nach Mittel verlangt, welche eine hiergegen jenseitige Identität stiften. Durch diese Mittel werden die herrschenden Empfindungen schließlich auch wirklich ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War bisher von der Aufhebung von Empfindungen in der Verkehrung von Gefühlen die Rede, so geht es daher nun um die Aufhebung von Empfindungen, in welcher die [[Entleibung]]sverhältnisse bestimmter Lebensverhältnisse wahrgehabt werden. Es geht daher um die Abschirmung und Verselbständigung einer Gefühlswelt, welche hiergegen abgeschottet ist. Es geht damit um eine Abschottung von Gefühlen, welche ihre wirkliche Identität dadurch verlieren, dass sie vom bloßen Körper und seinen Stoffen vermittelt werden. In solchen Gefühlen reflektiert sich eine Welt, welche die Sinne ihrer tatsächlichen Leiblichkeit enthebt und sie selbst zum Mittel der Heraussetzung von einer gefühlten Identität bestimmt, welche als Selbstgefühl durch eine selbständige, also von ihrem wirklichen Sein abgetrennnten Empfindungswelt besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies geschieht zunächst an den Menschen selbst durch Erzeugung ihrer Selbstentfremdung (Sucht), dann durch das Dazwischentreten einer fremden Kraft gegen sie ([[Zwangshandlung]]) und schließlich durch die Objektivierung einer Gewalt, welche die Menschen selbst einer [[Scheinwelt]] unterjocht (die sogenannte Soziopathie), indem sie jede Selbstwahrnehmung zu ihrem Mittel macht und darin alle Empfindungen und Gefühle in sich aufhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.1 Der Zwang zur Selbstempfindung (Zwangsverhalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Probleme mit der [[Selbstvergegenwärtigung]] entstehen durch eine objektiv wirksame Kraft gegen die Wahrnehmung, welche subjektiv erzeugt ist. Es setzt also voraus, dass das Subjekt selbst diese Objektivität lebt, also sich in ihr befindet, um mit sich auszukommen. Die Lebensverhältnisse, die dem vorausgegangen waren, haben es ihm verunmöglicht, für sich sein zu können, weil sie in der Symbiose erzieherischer Beziehungen immer zugleich auch objektiv waren. Hierdurch ist die Selbstwahrnehmung auf die Wahrnehmungsorgane reduziert und ihre Empfindung darin bestimmt, sich den Gefühlen, worin Zusammenhänge wahrgenommen werden, zu entziehen, sich also körperlich von ihrem geistigen Zusammenhang zu entfernen. Es war eine Entgeisterungen der Selbstwahrnehmung in Lebensverhältnissen, in welchen der sinnliche Gehalt der Wahrnehmung schon vorweggenommen ist, der darin entstehen könnte. Was bleibt ist die Angst vor den Regungen, welche die ausgegrenzten Geister hinterlassen, die [[Unheimlichkeit]], mit welcher sie den Menschen, der diesen Lebensverhältnissen entwachsen ist, bedrängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die abstrakten Erlebenswelten, die sich in dieser Selbständigkeit im [[Gedächtnis]] erhaten haben, sind in sich unendlich bestimmt und heben jede [[Gewissheit]] auf, besonders jede Selbstgewissheit. Hiergegen ist die Selbstwahrnehmung panisch, wenn sie sich nicht in [[Selbstempfindungen]] findet, wenn sie nicht durch eine körperliche Gegenwart sich gegen diese Bedrängung wehrt. Menschen, die in solchen Verhältnissen leben müssen oder mussten, erleiden oft eine Sucht nach Selbstvergegenwärtigung, welche sich in einem [[zwanghaften Verhalten]] vollzieht, deren Zweck alleine die Selbstempfindung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ungemeinen Anspannungen, welche solches Verhalten verursacht und zugleich bestärken, werden oft durch künstlerische oder musische Ausdrucksformen gemildert oder ganz aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.1.1 Stottern, Ticks&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Stottern vollzieht sich eine Entfremdung der Sprache vom Sinn ihrer Bezogenheit auf eine Welt, deren Unsinn eine sprachliche Bedeutung für den Betroffenen hat. Was er sagen will, ist ihm zu einem Müssen geworden, weil ihm Mitteilung selbst zu einer Beziehung gegen sich selbst geworden ist, eine Mitteilung gegen eine hiergegen gefestigte Beziehungswelt, deren Sinn und Bedeutung übermächtig empfunden wird, weil die Beziehung auf sie einen Bedeutungsausschluß enthält. Dies treibt Sprechen an, um auf einmal viel zu sagen, um also hierdurch diese Welt zu errreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuviel ist immer Vorwegnahme und die Notwendigkeit eines Vorgriffs auf das zu Sagende führt zu Sprachschwierigkeiten. Diese folgen dem Zwang, etwas zu sagen, bevor es gesagt, bevor es also selbst zu einer Wortbedeutung werden kann. Der Drang zum Stottern nimmt mit der allgemeinen seelischen Belastung zu und beruhigt sich bei außersprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten (z.B. Musik machen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ticks vergegenwärtigen eine Erregung, die sich nicht einbeziehen kann, weil sie ihrer Bedeutung nach keine Beziehung gefunden hat, weil also ihr Sinn nicht vollständig aufgehen kann und durch den Tick aufgehoben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.1.2 Selbstverletzungen und Essstörungen (Autoaggression)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Selbstgefühl der [[Symbiose]] verschmolzene Beziehung entgegenwärtigt jegliche Wahrnehmung und lässt deren [[Gewohnheiten]] als fremde Macht wirken, die erdrückend wird. Sie lähmt das Selbstgefühl und bedroht damit die hierzu nötige [[Identität]]. Autoaggressionen suchen im Schmerz der Selbstkasteiung nach der [[Selbstgewissheit]] einer Empfindung, welche durch eine zunichte gemachte Selbstwahrnehmung in eine Abwärtsspirale des [[Selbstverlustes]] gekommen ist. Was in einer unmöglich gewordenen Geschichte in einer umöglich gewordenen Beziehungswelt an Gefühlen ertragen wird, schließt die Selbstwahrnehmung aus, die sich durch Selbstverletzung wieder herstellen soll. Der wirkliche Schmerz löst Angstzustände auf und reduziert eine depressive Problematik vorübergehend auf eine körperliche Befindlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ess-Störung ist eine Selbstverletzung über den Ausschluss von Nahrung, in welcher das Selbstgefühl einer symbiotischen Beziehung vernichtet werden soll, um ein weltliches Gefühl hiergegen zu halten. Auch dienen dabei oft weltliche Kulturmaßstäbe als Vermittlung (z.B. Schlankheitskult). Die Flucht in die Welt sucht Beziehungen, die aber nicht wirklich sein können. Die Betroffenen wirken exrovertiert, obwohl sie sich in Wahrheit nur gegen jede Art von [[Einverleibung]], wenden, indem sie ihren Leib gegen die herkömmliche Weltbeziehung des Konsums, vor allem gegen die Nahrungsaufnahme bestimmen. Es geht dabei weder um einen bewussten Protest noch gegen allgemeine Probleme mit Konsumtion. Die Nahrungsreduzierung ist die Tätigkeit einer Empfindung, die sich gegen das wehrt, worin sie ihren Körper verloren fühlt, weil er das Medium ihrer Selbstentfremdung geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verweigerung strebt nach einem Leben, das sich nicht mehr fühlen lässt, dem jedes Gefühl abhanden gekommen ist. Hierdurch unterscheidet sie sich von der Depression. Es ist zugleich Affirmation und Flucht, Wahrnehmung einer ungenießbaren Beziehungswelt als Verweigerung, die Flucht vor einem im Überleben der Lebensburg übersteigerten Lebensbild, das selbst die Überwertigkeit von Leben vermittelt und durch die Sinnesgemeinschaft der darin nur Überlebenden vollzogen wird. Ihr Gemeinsinn besteht im Unvermögen des Lebens durch Aufzucht aller Überlebensmöglichkeiten, welche zum Beispiel Kinder darstellen. Darin wachsen und gedeihen vor allem die Vorstellungen, welche das Bürgertum in sich trägt und welche es auf dem Altar eines funktionell hochwertigen Lebens zelebriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch wird das Überleben so veräußerlicht, dass es nur noch als innere Notwendigkeit wahr werden kann, als vollständige Beherrschung der Schmerzen und in ihrem Erleben. Aber die so entstandene innere Überlebensnotwendigkeit ist so stringent und selbstzerstörerisch wie das Prinzip der Sucht, auch wenn der Vorgang hierzu gegensinnig ist: Die Selbstkasteiung ist wirkliche Selbstvernichtung, welche als Überlebensprinzip erscheint. Und diese Wirklichkeit ist in ihrem finalen Sinn tötlich, wenn nicht hiergegen eine Unwirklichkeit des Lebens, also das unverwirklichte Leben begonnen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.1.3 Zwangshandlungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Tätigkeiten, die sich gegen die [[objektiven Selbstgefühle]] der [[Symbiose]] richten und unmittelbar aus ihrer Fremdbestimmung erfolgen, sind eigentlich Zwangshandlungen. Aber in der Psychologie werden als Zwangshandlungen hauptsächlich nur Handlungen gemeint, die körperlichen Handwerklichkeiten nachgehen, die als solche aufgezwungen empfunden werden (z.B. häufiges Händewaschen aus Befürchtungen heraus, dass man sich beschmutzt haben könnte, ohne es bemerkt zu haben). Meist erscheinen solche Handlungen von jeglicher Wahrnehmung unabhängig und sind oft zu allgemeinen Ritualen geworden. Sie dienen einer Selbstvergewisserung gegen eine unbestimmte Angst verbunden, mit dem Geraune ungeheuerer Mächte aus einem Hinterhalt , das sich als Stimmung einer Ungeheuerllichkeit breit macht. Die Zwangshandlung will dieser entgegenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Konkrete Ursachen sind unwahrnehmbar, und manche Handlungen befördern auch gerade mit höchster Aktualität das Hervortreten dessen, was zur Wahrnehmbarkeit drängt, vergleiche z.B. Freuds Geschichte von einer missglückten Hochzeitsnacht, welche mit Zwangshandlungen in der Verfolgung unendlich gesühnt werden musste - wie er es verstanden wissen wollte. Aber der Psychoanalyse muss dennoch entgegengehalten werden, dass es keine wirklichen Gründe oder geschichtlichen Ursache für solches Verhalten in der Lerngeschichte, etwa eine übertrieben Reinlichkeitserziehung oder ähnliches, gibt. Es geht um eine ganz aktuelle Konfliktlage, welche durch Vermeidung bestimmt ist. Allem Zwangsverhalten gemein ist eine übermächtige Befürchtung, es könne ein Mensch untergehen, also seiner Identität verlustig werden, wenn er dem Handlungszwang nicht Folge leistet.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Sinndeutung von Zwangshandlungen weist lediglich auf die Form hin, durch welche Identitätsverlust bekämpft wird, nicht woher er in Wirklichkeit begründet ist. Das Reinigungsritual will eine Sauberkeit anstreben, die nur abstrakt und also unendlich gegen das stehen kann, was den Strudel der Abgründe in die unheimliche Macht der symbiotischen Selbstverneinung ausmacht. Es ist die verbliebene Form einer [[verzweifelten]] Selbstbejahung, die ihren Gegner nicht mehr fassen kann. Stille Beschäftigungen oder Tätigkeiten (z.B. Klavierspielen) dagegen, in denenen die Angst schwindet und sich deren Verkrampfung löst, können Pausen der Zwangshandlung bewirken, in welchen ein gänzlich veränderter Mensch zum Vorschein kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.2 Die Konversionsstörungen (Hysterien )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bezwungene Wahrnehmung, wo sie keine Erfahrung mehr machen kann, muss sich auf die Selbstgefühle konzentrieren, die sich die Zwänge der Empfindungen selbst errichten: Die Herbeiführung bestimmter Umstände, welche ein mächtiges Selbstgefühl gegen die Empfindungswelt selbst bestärken, das dadurch möglich wird. Es sind daher naturgemäß ausschließliche Selbstgefühle, die nicht mehr hörig sind, sondern sich alle Gefühle selbst unmittelbar unterwerfen. Sie bestimmen die Wahrnehmung nach der Zugehörigkeit zu dem Sinn, in welchem Empfindungen dem ausschließlichen Selbstgefühl dienen und erkennen in anderen eine bloße Gefahr für das Selbstgefühl. Von daher kann man dieses Selbstgefühl in seiner Wirkung als uteral bezeichnen (hystera = Gebärmutter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff hysterisch ist heute verpönt, weil er als Diskriminierung der Frau angesehen wird. Ursprünglich wurden Hysterien tatsächlich nur bei Frauen beschrieben, weil die Geschlechtertrennung es den Männern unmöglich gemacht hatte, ähnliche Störungen an sich selbst wahrzunehmen. Die Ersatzbegriffe, die ob dieser Bedenken eingeführt wurden (Dissoziation oder dissoziative Störung, histrionische Persönlichkeitsstörung) sind allerdings so nichtssagend, dass sie hier nichts taugen. Tatsächlich betrifft es ja auch nur die Beschreibung einer Wahrnehmungsfunktion, die zwar durch ein weibliches Organ gekennzeichnet wird, aber deshalb nicht weiblich sein muss, weil kein Organ eine isolierte Wahrnehmung auslösen kann. Das hatte schon Sigmund Freud erkannt, als er den Begriff der Konversionsneurose einführte. Allerdings verblieb diese als &#039;&#039;Neurose&#039;&#039; natürlich im Schema der Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.2.1 Die Verkehrung der Selbstgefühle&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration auf Selbstgefühle, die sich durch zwanghaft erzeugte Empfindungen errichten, verkehrt diese selbst zu einem inneren Zwang gegen die Umstände der Wahrnehmung. Die Wahrnehmung selbst muss nun bezwungen werden, um Wahrnehmungsidentität zu erzeugen. Das allerdings erzeugt zugleich Selbstgefühle, die nicht nur deren Gebilde in sich aufnehmen, sondern sich selbst auch als Gefühl verbilden. Die Selbstwahrnehmung wird nun nicht mehr äußerlich durch fremde Kraft, sondern von einer inneren Kraft bestimmt, die ihre Gegenstände fokusiert und atomisiert. Ihre Erregung macht aus jeder Regung ein isoliertes Ereignis des Selbstgefühls, das sich nun in einer allgemeinen Bedrohungslage befindet. Diese besteht aus der Gewissheit, dass alles gegen dieses gerichtet ist. Und dadurch wird die allgemeine Bedrohung als inneres Wissen empfunden, das nur durch bestimmte Wahrnehmungen überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es entsteht hierbei keine Wahrnehmungsidentität, sondern ein unendlicher Zirkel sich kreisender Abschirmungen und Beflissenheiten, die je nach Allgemeinzustand sich mehr oder weniger heftig gegen alle weltlichen Einflüsse richtet. Die Wahrnehmungen bleiben auf sich gerichtet und scheinen daher auch &#039;&#039;von innen&#039;&#039; zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.2.2 Die aufgehobene Selbstwahrnehmung (Psychischer Autismus)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Autismus]] ist eine Wahrnehmung, die sich selbständig von ihrem Organ bildet, die also Wahrheit hat, welche die wirklichen Sinne umgeht. Weil ihre Organe aus psychischen (oder auch aus körperlichen, traumatischen oder genetischen) Gründen gelähmt sind, stellt sich die Wahrnehmung auf eine Vermittlung hinter den Organen ein, aus einem Zusammenfügen von Vermittlungswegen, die sich aus dem Gesamterleben erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind die Sinne nicht physisch gelähmt, so besteht ihre seelische Lähmung aus einem Sinn, der ihr Innenleben ausschließt, der also ihre Verbindung mit ihren Sinnen beherrscht und blockiert. Dies kann aus einem Schutzbedürfnis vor einem absoluten Identitätsschmerz her sein, der sonst die Wahrnehmung überkommen würde. Es kann aber auch in der Absicht einer Selbstzerstörung in der Wendung gegen eine vollständige Beherrschung der Sinne geschehen, z.B. aus Rache gegen eine lebensbestimmende Gleichgültigkeit. Autismus ist lediglich die Form eines vollständig ausgeschlossenen Sinns der Wahrnehmung, was immer sie darin auch wahr hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Autismus bildet den ausgeschlossenen Sinn als Seelenbild seiner Aufhebung aus, als Angst, Wut, Liebe, Erregung usw. welche sich nicht organisch vermittelt, sondern sich aus einer eingesperrten Seele heraus organisch in irgendeiner möglichen Art und Weise durch mehr oder weniger heftige Organbewegungen umsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft entwickelt sich im Autismus eine sehr hohe Abstraktionsfähigkeit und Intelligenz, welche die Wahrnehmung mehr oder weniger über intelligible Kräfte &#039;&#039;vervollständigt&#039;&#039;, fehlende Empfindungen durch Ahnen und Fühlen überbrückt. Von daher haben sich auch geniale Gedankenwelten (vergl. Bürger) und Rechengenies dabei entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.2.3 Sinneslähmungen (Schlafsucht, psychische Taubheit und Blindheit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das in sich verkehrte Selbstgefühl schließt sich kurz, sobald es in seiner Wahrnehmung keinen Grund mehr hat und sich selbst zum [[Umstand]] wird, weil es sich in seiner Ausschließlichkeit gegen die Wahrnehmung überhaupt behaupten muss, gegen alles Empfinden und Fühlen selbst tätig wird und sich darin &#039;&#039;abreagiert&#039;&#039;. Der Körper wird zum Austragungsort dieses Verhältnisses. Es kommt dabei zu aktiven körperlich auftretenden Bewusstseinsstörungen wie Gedächtnisverlust, Lähmung, Blindheit, Taubheit u.a..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232.3 Das so genannte Borderline-Syndrom (oder der Beziehungswahn)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch II: 233. Das bezwungene Selbst(Die ungegenwärtige Selbstwahrnehmung)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
231. Die entäußerte Symbiose (Der Wahrnehmungszustand als wirkliche Entgegenwärtigung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war durch das ausgeschlossene Selbstgefühl einer symbiotischen Selbstbeherrschung die Wesensnot der Wahrnehmung zu einer existenziellen [[Lebensangst]] geworden, welche in den [[Ereignissen]] ihrer [[erzieherische Beziehungen]] personifiziert und also subjektiviert worden war. Diese Angst hat die Beziehung auf Menschen überhaupt in der Weise gespalten, wie sie sich in der Beziehung auf diese Ereignisse entwickelt hat. Ihre Selbstwahrnehmung wurde dadurch so an sie gebunden, dass sie sich gegen die eigenen Lebensverhältnisse wendet und einen Sinn herauskehrt, der ihre bloße Negation ist und die Wahrnehmung überhaupt gegen sich kejhrt. Eine in sich [[verkehrte]] Wahrnehmung war die letzte [[wirklich]] persönliche Beziehung der [[Selbstwahrnehmung]] in dieser [[Angst]], durch die sie einen unmittelbar subjektiven Ausweg zu finden suchte. Jetzt wird die [[verkehrte]] [[Selbstwahrnehmung]] zum [[Grund]] für sich selbst, indem sie sich in eine äußere und eine innere Seite im Bezug auf die Ereignisse ihrer Begegnungen so aufspaltet, wie sie sich in dem Lebensraum ihrer Symbiose auch stetig [[ereignet]] hat, in welchem sich das [[Gedächtnis]] der [[Selbstwahrnehmung]] entwickelt und fortgebildet hat. Es hat sich auf diese Weise eine Verarbeitungsweise der Psyche entwickelt, sie sich einerseits von den Ereignissen selbst aus Angst abwendet, um sie sich andererseits im Ungewissen zu lassen und für sich zwanghaft zu werden. Sie wird ihre Wahrnehmungsverhältnisse schließlich dadurch überwinden, dass sie aus sich selbst heraus sich ihre Wahrheit gegen Angst schlechthin verschafft und aus ihrem Körpergedächtnis eine Gewissheit bezieht, die sich gegen die Bedrohlichkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen überhaupt stark macht und sich durch entsprechende Selbstwahrnehmungen in den Ereignissen dieser Beziehungen bestärkt. Doch im Jenseits der Angst ist sie weder aufgelöst noch aufgehoben. Sie ist sich lediglich in dem ungewiss geworden, was ihre Wahrheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was das [[Gedächtnis]] in den [[Ereignissen]] seiner [[Wahrnehmung]] erinnert, hat nun kein Auskommen in den Lebensverhältnissen, die hier auf es einwirken. Es bleibt Erinnerung ohne [[Dasein]], ein inneres [[Sein]], das im Dasein keinen [[Sinn]] findet, ihn also auch nicht [[empfinden]] kann. Ohne diese [[ereignet]] sich daher ein Gefühl, das alle [[Selbstgefühle]] außer sich findet, sich selbst also nur [[fremd]] empfindet. Es entsteht eine sich selbst bedrängende Wahrnehmung, die [[Wahrheit]] einer zur [[Wirklichkeit]] gewordenen [[Selbstentfremdung]]. Die Empfindungen haben keinen Sinn in ihren Gefühlen und die Gefühle keinen Sinn für das, was sie vorfinden. Die Spaltung von [[Empfindung]] und [[Gefühl]] in getrennte Seinsweisen beengt die ganze Wahrnehmung und so wird ihre [[Getrenntheit]] zu einer [[Angst]], die keinen [[Grund]] und Boden finden, sich nicht &#039;&#039;erden&#039;&#039; kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin manifestiert sich schließlich die [[Lebensangst]], die sich nurmehr ohne [[Wahrnehmung]] selbst [[wahrhat]] und also existenziell wird. Wovor die Menschen in ihrer [[Lebensburg]] geborgen, also bewahrt sein wollten, das wird nun selbst zum Verhänglis ihrer Wahrheit, weil diese zunehmend ihrem Lebensverhältnis unterworfen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis der Menschen wird zum Verhalten ihrer Angst, in der sie sich in dem Maß vertiefen, wie sie durch ihre [[Beziehung]] sich hieraus zu entziehen suchen. Ihre [[Lebensangst]] lädt sich darin auf, dass sich ihre Bodenlosigkeit verdoppelt und die [[Sinnbildung]] in solchem Verhältnis immer unbestimmter, ungewisser wird, eine negative Identität erfährt, Vermeidung von sinnlicher [[Wirklickeit]] betreibt, Erzeugung unsinnlicher Wirkungen, die - für sich sinnlos, bzw. eigensinnig - nurmehr die Bewahrung und Aufbewahrung ihres Lebensverhältnisses bezwecken. Ihre wechselseitige [[Erziehung]] betreibt nun selbst die Pervertierung ihrer [[Psyche]], die ihren Lebensverhältnissen dort zu entfliehen sucht, wo sie sich auch psychisch festhalten. Es handelt sich daher jetzt um die vollständige Perversion der Lebensverhältnisse ihrer [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Eigenständigkeit der [[symbiotischen Selbstbehauptung]] schien ursprünglich gerade diese unmitelbare [[Lebensangst]] dadurch aufgehoben, dass sie in den geschlossenen Lebensräumen burgherrlicher [[Lebensburgen]] zum [[Nutzen]] von unmittelbar [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] geborgen wurden. Damit allerdings wird keine Angst bestimmter und keine Bestimmung angstfrei. Im Gegenteil: In diesen Verhältnissen gedeiht eine durch sich selbst schon aufgelöste Angst vor dem, was kommen mag. Kein Weg in die wirkliche Welt tut sich hier auf und keine Bewegung aus der Welt findet sich hier ein. Indem die [[Selbstwahrnehmung]] in den darin gegenwärtigen [[Gefühlen]], also in dem Gefühl ihrer Selbstbeschränktheit nun auch wirklich allgemein in den Mauern dieser Geborgenheit verschwinden, verlieren sie auch ihr Gefühl für sich. Was in den Perversionen noch gegenwärtig war, gibt sich hier als Schutzraum in einer in Alarmbereitsschaft befindlichen Lebensburg vor gerade solcher Gegenwärtigkeit. Damit aber wird die heimliche Geborgenheit nicht heimisch sondern unheimlich, weil sie nurmehr ein Vakuum ihrer Beziehungen verwirklichen können, sich als Wahrnehmung gegen die Selbstwahrnehmung wenden. Sie müssen ihre Bestimmtheit erst finden, die sie schon verloren haben und bewegen sich daher in einem subjektiven Zirkel. Hierdurch werden die Mauern dieses Lebensraumes selbst subjektiviert, denn sie wurden zum Subjekt ihrer Wahrnehmbarkeit bestimmt. Sie selbst bekommen menschliche Eigenschaften, die sich in ihren Selbsterlebnissen verstetigen und [[erinnern]]. Sie bilden ein [[Gedächtnis]], das sich diesem Lebensraum unterworfen hat und sich gegen dem äußerliche Beziehung verschließt. Es begründet eine Verarbeitungsweise, die zum Gefängnis der [[Selbstwahrnehmung]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus erwachsenden psychischen Krisen beruhen allesamt darauf, dass sie aus ihren unbestimmten Wahrnehmungen eine bestimmte machen und an dieser nun völlig abstrakten Selbstbestimmtheit irre gehen. Denn sie müssen darin alle Regungen verdichten, die ihnen darin verlorengehen. Diese [[Dichte]] vergegenwärtigt sich in einer sich selbst begründenden Lebensangst, die nurmehr psychische Substanz hat, z.B. als Angstt vor öffentlichen Plätzen, Insekten, Schlagen usw. oder in zwanghaften Verhalten oder in zwischenmenschlichen Beziehungen, worin der Selbstverlust zum allgemein herrschenden [[Prinzip]] wird und die Beziehung zu anderen Menschen und der Beziehungsarbeit jenseits dieser Lebenswelt bestimmt, oft auch erst, nachdem sie auch wirklich verlassen wurde, bezw. durch veränderte Umstände die Menschen entlassen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was nun fast in geronnerner Form endlos erscheint ist aber dennoch nicht allzuweit weg von der Welt, die ja selbst auch räumlich ist. So war dieser [[Lebensraum]] auch schon vor seiner [[Nutzung]] als [[Lebensburg]] ja auch schon in der [[gesellschaftlichen]] [[Notwendigkeit]] bestimmt, sich jenseits gesellschaftlicher [[Wirklichkeit]] subjektiv überhaupt reproduziern zu können, sich zu erneuern und sich auf eine Welt zu beziehen, von der die privaten [[Verhältnisse]] abgetrennt existieren. Der [[Nutzen]] dieser Verhältnisse reflektiert sich auch in den allgemeineren zwischenmenschlichen Beziehungen, steht dadurch aber negativ zu ihrer Herkunft, zum gesellschaftlichen Ausschluss von Privatwelten. In Partnerschaften, Vereinen, [[Familien]], Fürsoregeinrichtungen usw. sind die Menschen in dieser Weise auf sich selbst verworfen, um die gesellschaftlichen Mängel ihrer [[Reproduktion]] in einer [[Gemeinschaft]] auszugleichen, für die sie an sich keinen [[Sinn]] mehr haben und finden, ihn nicht [[empfinden]] können. Für sich selbst müssen sie sich so haben und nehmen, wie sie gesellschaftlich sein müssen, um [[leben]] zu können, ohne dass [[Gesellschaft]] hierin gegenwärtig ist. Von daher sind sie wesentlich von außen, durch den gesellschaftlichen [[Nutzen]] ausgeschlossener Sinne bestimmt. Ihre subjektiven Verhältnisse können hier im Grunde nur als Objektbeziehung einer [[Gesellschaft]] verwirklicht werden, in der die Menschen selbst sich als Objekte dieser [[Bestimmtheit]] verhalten und ihre [[Gegenwärtigkeit]] aufheben, entgegenwärtigt leben müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstwahrnehmung der Menschen hat sich in solchen Verhältnissen, besondern in [[familiären]] Beziehungen, nun in doppelter Weise veräußerlicht und darin ihren [[Grund]] verkehrt: Die[[symbiotische Selbstbehauptung]], in welcher sie ihre Liebe gegen die Lebensformen einer pervertierten Selbstbezüglichkeit durchzusetzen suchten und dem entsprechend sich selbst veranstalteten, wurde zur [[Selbstbehauptung]] ihrer Symbiose mit den darin eingeschlossenen Menschen und damit zu einem Selbstverlust, der ihre Selbstgefühle den Empfindungen unterwarf, die sie in solchen Verhältnissen vor allem nur noch in ihren [[Schuldgefühlen]] als Mangel ihrer Selbstwahrnehmung wahrhatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Selbstwahrnehmung hat sich zum einen ihrer gesellschaftlichen Grundlage enthoben und ist zu einer Welt [[symbiotischer]] [[Gewohnheiten]] geworden, die das [[Leben]] mit Pflichten bestimmte, welche die [[Reproduktion]] der [[Liebe]]sverhältnisse mit sich bringt. Der darin ausgeschlossene [[Sinn]] wirkt als ausgeschlossenes Grundgefühl dieser [[Verhältnisse]] fort, die zum zweiten jetzt sich selbst aufheben, sich bedrängen durch die veräußerte [[Liebe]] [[erzieherischer Beziehungen]], die sich selbst aus den [[Persönlichkeiten]] des [[Lebensraum]]s begründet, ja nach dem, was ihre Selbstwahrnehmung nötig hat. In dieser doppelten Negation ist jedes [[Selbstgefühl]] fremdbestimmt und als [[objektives Selbstgefühl]] in diesen [[Verhältnissen]] wirksam, je nach dem, wie es in ihrem [[ausgeschlossenen]] Sinn und den Persönlichkeiten, die darin tragend sind, sich vergegenwärtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht immer muss sich siese [[Selbstentfremdung]] auch wirklich wahrmachen, besonders dann nicht, wenn die Persönlichkeiten dieses Verhältnisses selbst auch weltlich auftreten können, diese Lebenswelt als wirklich Welt noch erleben, z.B. als Wohngemeinschaft oder Interessensverhältnis. Wo sie sich damit aber vollständig identifizieren und ihre Rolle selbst subjektiv für sich wenden, sie zu einer objektiven Gewohnheit machen, wird jeder Sinn darin selbst zu einer objektiven Gewalt gegen die Wahrnehmung. Was sich darin gebildet hat, versetzt die Wahrnehmung in einen Wahrnehmungszustand, sobald sie für sich und durch sich da sein soll. Der ausgeschlossene Wahrnehmungshintergrund und die ausschließlichen Personifikationen der Gewohnheit entziehen ihr die Gegenwart. War schon die soziale Lebenslage bedrängt, so ist es nun auch die Wahrnehmungsidentität. Das soziale Lebensproblem in diesen Verhältnissen wird zu einem unmittelbar wirksamen Wahrnehmungsproblem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar kann ein Selbstgefühl niemals objektiv sein, auch wenn es direkt - z.B. als Kunstwertk, Gebäude oder Literatur - geäußert ist. Ein [[objektiven Selbstgefühl]] besteht nur durch seine Vermittlung, durch die [[Wirkung]], die Menschen aufeinander haben, weil sie füreinander darin [[bestimmend]] sind. Diese Wirkung besteht daraus, dass sie als einzelne Menschen für einander nicht erreichbar sind, wohl aber in gemeiner [[Einverleiblichung]] identisch leben und in solcher [[Identität]] verkehren, also sich selbst gemeinsam verkehren, ihre [[Empfindungen]] durch ihre [[Gefühle]] [[tauschen]] und vertauschen. Objektiv sind sie als Subjekte identisch, eine [[symbiotische]] Einheit, während sie sich subjektiv gegenseitig bestimmen, das Sollen des Einen dem Anderen als Lebensinhalt zumuten. Während sie in [[Wahrheit]] gegensinnig bestimmt sind, nehmen sie sich nur in ihrer Einheit wahr. Von daher ist auch ihre [[Wahrnehmung]] zur [[Selbstwahrnehmung]] in ein verkehrtes Verhältnis geraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnisse, die auf [[objektiven Selbstgefühlen]] gründen, haben daher sehr subjektiv auftretende Konsequenzen in der [[Gegenwärtigkeit]] der Wahrnehmung: Sie selbst wird von dem bestimmt, was sie wahrhat, von einem Gefühl, das sie in ihrer Wahrheit ausschließt. Ihre Gegenwärtigkeit hat eine doppelte Seinsweise, die gespalten ist, sich nicht positiv aus einem Selbstgefühl ergibt, das in der Empfindung gegenwärtg ist, sondern aus einem Selbstgefühl, was es ausschließt, wozu sich die Wahrnehmung nicht verhalten kann, weil es als ein [[Sein]] ausgeschlossen ist, das gerade unter der [[Bestimmung]] [[wahrgehabt]] wird, wie es nicht sein kann und also auch nicht sein darf. Es ist aber keine [[verdrängte]] Wahrnehmung, die durch moralische oder persönliche Machtverhältnisse verursacht ist, wie in der Psychoanalyse behauptet, sondern eine eigenständige [[Wirklichkeit]] der Wahrnehmung, die zwar ihren geschichtlichen [[Grund]] in geborgenen Verhältnissen hat und über Persönlichkeiten vermittelt ist, der aber als gegenwärtige Wahrnehmungsidentität, als eigenständige und [[notwendige]] [[Wahrheit]] in der Wahrnehmung nur durch seine [[ausschließliche]] Lebensform wirksam werden konnte. Solche [[Identität]] ist in den [[Räumlichkeiten]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erzieherischer Macht als eigenständige Gefühlsidentität entstanden, soweit diese Verhältnisse von anderen isoliert und gegen sie bestimmt waren. Die Selbstwahrnehmung hat sich in einem Sinn veräußert, der als psychische [[Formation]] die Wahrnehmung entgegenwärtigt und die eigenen Gefühle und Empfindungen gegeneinander bestimmt. Von daher gibt es Selbstgefühle, die sich den Beziehungen zu Menschen in anderer Wirklichkeit überstellen und ihren Sinn durch ihr objektives Selbstgefühl dazu bestimmen, sich in dem einzuschließen (bzw. [[isolieren]]), was außer sich negiert ist, was also nicht sein darf, solange die negierte Wahrnehmungsidentität herrscht. Diese verhält sich daher nun aus ihrer [[Formbestimmung]] unmittelbar zum Ausgeschlossenen, indem es dieses für sich vereinnahmt und die [[Selbstentfremdung]] der Wahrnehmung so betreibt, wie es ihr die eigenen Umstände und Bedingungen aufnötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wahrnehmungszustände, die wie ein Fremdbeherrschung über die Wahrnehmung herfallen treten daher meist in den Übergängen verschiedener Gefühlswelten auf, worin gewohnte Gefühle oft ganz plötzlich von Ängsten oder Befürchtungen überfallen werden, ohne dass ein Grund sichtbar wäre. Die Wahrnehmung enthält den Gegensatz von Isoliertem und Ausschließlichem eben nicht als Wahrnehmung, sondern in dem, was sie wahrhat. Dieses bewirkt eine Störung geschützer und wohlvertrauter Gepflogenheiten, die längst nicht mehr empfunden werden, weil sie durch die Verhältnisse selbst ersetzt und für die Wahrnehmung eigentlich unersetzbar sind. Die Aneignung des Ausgeschlossenen kann daher eine längere Prozedur sein.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das isolierte [[Selbstgefühl]] wirkt nun wie eine objektive [[Gegegenheit]] der [[Psyche]] und bestimmt von daher vor allem die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen in diesen Verhältnissen zu einem Zirkelschluss gegen sich selbst, zu einem [[Zustand]], in welchem ihre Substanz, ihre [[Anwesenheit]] und [[Gegenwart]], sich gegen sich selbst richtet und so zu einer Identitätskrise wird. Die [[Wahrnehmungszustände]] der Menschen, die von der Psychiatrie oder Psychologie als &#039;&#039;Verhaltensstörungen&#039;&#039; oder &#039;&#039;Psychische Krankheit&#039;&#039; oder durch Beschreibungen von &#039;&#039;Unfähigkeiten&#039;&#039; als &#039;&#039;Geistesprobleme&#039;&#039; oder als &#039;&#039;neurophysiologische&#039;&#039; oder &#039;&#039;psychosomatisch Störungen&#039;&#039; behandelt werden, drücken dieses unmöglich Seiende, das [[ausgeschlossene]] Sein der [[Selbstwahrnehmung]] aus. Wie es dahin kommt, dass sie auch ohne die Gegenwart des Ausschlusses fortbestehen können, also sich bei ganz anderer Wahrnehmung durch deren [[Entgegenwärtigung]] [[wahr machen]], soll nun auseinandergesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedlichen Bestimmungen im Ausschluss der Selbstwahrnehmung ergeben sich aus der Art der Symbiose, in welcher das objektive Selbstgefühl vereint war. Sie haben daher auch unterschiedliche Zustände des Wahrhabens zur Folge, die sich als unterschiedlich bestimmte Formen der [[Entgegenwärtigung]] der Wahrnehmung geltend machen: Zustände der Bedrängung (Angst, Depression, Sucht), des Selbstverlustes (Zwang, Austismus, Borderline) und des Irrsinns (Paranoia, Wahnsinn, &#039;&#039;Schizophrenie&#039;&#039;). Im ersten bestimmt ein objektives Selbstgefühl die Selbstwahrnehmung durch Bedrängung, den betroffenen Menschen durch Auflösung seiner Gegenwärtigkeit durch hierdurch subjektiv [[aufgehobene]] [[Selbstgefühle]], welche seine Empfindungen [[bestimmen]]. Im zweiten bestimmt die Verschmelzung mit der Objektform selbst die Auflösung seiner Selbstentfremdung durch objektive Selbstvergewisserungen (negative [[Selbstvergegenwärtigung]]). Und im dritten verschmilzt die Wahrnehmung überhaupt in einer Auflösung, in einer temporär absoluten Entgegenwärtigung der Wahrnehmung, worin sich die Selbstwahrnehmung der Psyche durchsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten bereits erläutert: Allem voraus geht die absolute Bestimmung der Lebensverhältnisse durch einen [[Lebensraum]] der Selbstgefühle, wodurch sie nicht einfach nur sind, sondern vor allem bestimmend sind für die, welche darin leben. In den Beziehungen darin verwirklichen sich zum einen erziehende Pflichten und hierin entstehen die Subjekte dieser Gefühle, welche darin aufgehen und sich verwirklichen, indem sie die Lebenspflicht dieses Verhältnisses verkörpern. Zum anderen sind die Menschen, die als deren Objekte existieren, selbst zu objekten ihrer Gefühle, indm sie in ihrer Beziehung auf diese Subjekte beibringen müssen, was dem Geminsinn [[nützlich]] ist, der darin nötig ist, was also auch zum Erhalt des Lebensraums selbst nötig ist und von daher mehr oder weniger erzwungen wird. Durch die Geschlossenheit des [[Raumes]] ist dies bestimmt, durch die unmittelbar [[zwischenmenschliche Beziehung]] wird es entwickelt. Erst durch die Raumbestimmung wird also die [[erzieherische Beziehung]] absolut. Von daher verwirklicht sich die Selbstwahrnehmung der einen durch eine objektive Wahrnehmung der anderen Menschen, die darin eingebunden sind. Letztre werden zu Trägern objektiver Selbstgefühle und müssen sich in dieser Bestimmung zum Erhalt des ganzen Verhältnisses denen unterwerfen, die hierin subjektiv sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während aber durch die [[Selbstwahrnehmung]] die Menschen in diesem [[Lebensraum]] ihre [[objektivierten Selbstgefühle]] in gegensinniger Bestimmung sich zu eigen gemacht und damit totalisiert haben, kann der objektiv betroffene Mensch seine Empfindungen - ganz oder teilweise - nurmehr wie einen fremden Sinn erleiden. Während also die einen ihre Subjektiität quasi objektiv betreiben, indem sie die Subjekte des Verhältnisses sind, wirkt dieses als das verinnerte Gefühl in den anderen als vorausgesetzte [[Objektivität]] gegen das objektive Selbstgefühl, das es vergegenwärtigt. Im Gemeinen ist es zugleich von seiner Subjektivität abgespalten und hebt sich von daher darin auf, dass seine Selbstwahrnehmung davon beherrscht wird - nicht nur im Augenblick, sondern im ausgeschlossen bleiben selbst: Die Wahrnehmung kennt nur sich als anderes, als Fremdes und nimmt in dieser Kenntsnis sich auch ausschließlich wahr. Es gibt für die Wahrnehmung keine Identität, weil das Ausgeschlossene durch eien entfremdete Kenntnis ersetzt wird. Sie erkennt sich nur in der Selbstentfremdung, also in der Kenntnis seiner als sich selbst Ungewisses, dessen Gewissheit das entfremdet sein ist, als [[fremde Kraft]], die nur durch ihre Vergegenwärtigung in der Wahrnmehmung wahr wird. Als derart [[aufgehobene]] Wahrnehmungsidentität wird die Empfindung durch ihre [[Negation]], durch die [[Kraft]] und [[Wirkung]] ihrer [[Abstraktion]], soweit bestimmt, wie die Totatilät dieses Verhältnisses ausschließlich fortwirken kann, also solange, wie sie sich keine wahre Kenntnis desselben aneignen kann, was in ihr fremd erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Abstraktion erklärt sich nicht aus einer Verdrängung wie bei Sigmund Freud - obwohl es hier auf den ersten Blick so scheinen mag. Sie hat kein traumatisches oder kulturell sanktioniertes [[Ereignis]] als Erfahrung zur Voraussetzung, sondern gründet ganz allgemein auf einem von [[erzieherischen Beziehungen]] bestimmten Lebensverhältnis, das &#039;&#039;höchst normal&#039;&#039; und [[gewöhnlich]] sowohl in Familien oder auch in anders institutionalisierten Lebensräumen (z.B. Schule, Beruf) vorkommt. Gerade indem die [[Psychoanalyse]] dies auf Ereignisse reduziert verkennt sie den gesellschaftlichen Charakter dieser auch heute noch oft als [[Psychische Krankheit]] deklarierten Wahrnehmungszustände und [[ideologisiert]] sie zu einer individuellen Verschuldungsmythologie, bei der die auftretenden Personen nicht im Vollzug ihrer Lebensbedingungen, sondern durch ihre persönlichen [[Absichten]] selbst schon as Verursacher solcher Zustände gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Wahrnehmung ihre [[Gegenstände]] nurmehr unter der Bestimmung dieser sinnlichen Kraft der Negation ihrer [[Wirklichkeit]] auffassen kann, dann verliert sie ihre [[Gegenwärtigkeit]], weil sie durch einen Sinn bedrängt wird, der für sie ausgeschlossen ist und weil sie gegen diesen zugleich eine ausschließliche [[Wirkung]] behaupten muss. Er überfällt sie, sobald sie etwas wahr hat, das der Wahrnehmung entzogen, nicht mehr wirklich [[anwesend]] sein darf und das für das Selbstgefühl nötig war oder ist, um das Anwesende in diesem Raum der Geborgenheit wie [[selbstverständlich]] wahrzunehmen. Auch wenn dieser Raum längst verlassen ist, so wirkt die Erfahrung auch in ihrem Gedächtnis als innerlich abgetrennte Wahrheit fort. die gerade dort Wirklichkeit nur erleiden kann, wo sie am, besten an ihre eigene Ausgeschlossenheit erinnert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher wird Gegenwärtiges als [[fremd]] wahrgenommen, ohne dass darin [[Entfremdung]] erkennbar ist - eben weil die Wahrnehmung durch sich selbst schon [[entgegenwärtigt]] wird. Entfremdung wird nicht mehr geltten, sondern vollzogen. Sie besteht aus der Unmöglichkeit der [[Selbstvergegenwärtigung]], weil ihr der Sinn hierfür entzogen ist, durch die Selbstaufhebung der Gefühle im Widerstreit objektiver Gefühle mit objektiven Selbstgefühlen ausgeschlossen wurde. Sie wirkt nun im Wahrnehmungsprozess selbst, erzeugt einen [[Zustand]] der Wahrnehmung, in welchem sie gegen das Gegenwärtige zu ist - und zwar: solange sie nicht in der Lage ist, ihre Fremdbestimmtheit zu erkennen und anzugreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinne selbst sind daher jetzt wirklich in zweierlei Seinsweisen gespalten zwischen dem, was sie [[wahrhaben]], und dem, was sie wahrnehmen. Was sie wahrhaben, bedrängt ihre Wahrnehmungsidentität und fügt ihr die entzogene Wahrheit wie eine fremde Kraft zu. Oft gerade dann, wenn die Wahrnehmung ihrem sie begründenden ursprünglichen Lebensraum entkommen ist, wird sie unfähig, dieser Attacke zu entkommen. Sie ist jetzt erst vollständig eingeschlossen in die Bestimmungen eines [[Gefühls]], das nur gegen die eigene Wahrnehmungsidentität wahr sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom [[objektiven Selbstgefühl]] ausgeschlossene [[Sinn]] hinterlässt das Ausgeschlossene als Bestimmung der Selbstwahrnehmung, als eine bestimmte Form des Wahrnehmens, als eigenständiges, also subjektiv erzeugtes [[objektives Gefühl]], wodurch die Selbstwahrnehmung im Gegensatz zur gegenständlichen Wahrnehmung bestimmt ist. Die Wahrnehmung sucht durch eine bestimmte Gegenständlichkeit zu sich zu kommen, zu einem Gefühl zu gelangen, in welchem das entgegenständlichte Selbst sich als Stimmung manifestiert. Es ist keine bestimmbare Stimmung, sondern ein Grundgefühl, worin sich wahrmacht, was die Menschen in den entgegenständlichten Verhältnissen ihrer Selbstwahrnehmung in Wirklichkeit wahrhaben. Sie fühlen ihre Wirklichkeit nurmehr in ihren Empfindungen, während sie empfinden, was sie nicht fühlen können. Das Fremde und das Eigene lässt sich nicht mehr unterscheiden, weil sich die Wahrnehmung selbst fremd geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit der Wahrnehmung besteht jedoch als eine Grundstimmung, welche die Wahrnehmung ausschließlich macht, alles von ihr ausschließt, was sie durch ihr Bestimmtheitheit &#039;&#039;nicht fassen kann&#039;&#039;. Darin wirkt der Sinn, der nicht wirklich sein kann, sich nicht beziehen lässt, als eine Empfindung, die sich gegen das Gefühl für das verschließt, was sie nicht wahrhaben kann. Die Form der Wahrnehmung, ihre Gegenwärtigkeit, vollzieht diese Wahrheit ihrer Identitätslosigkeit, indem sie diese als eine Stimmung durchsetzt, die alle Wahrnehmungen durchzieht, in der Wahrnehmung das Gefühl zur Wirkung selbst bringt, in welchem die Empfindungen vereint erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist aber nicht ein &#039;&#039;verdrängtes&#039;&#039; Gefühl, - so, als wäre es ein bestimmtes Gefühl gewesen und würde im Nachhinein unterdrückt. Es ist ein wirklich aufgehobenes Gefühl, eine unbestimmte [[Gewissheit]], ein Widersinn selbst, - die Gewissheit, dass eine unbestimmte Wahrnehmung sehr bestimmte Verhältnisse vermittelt. Der Raum, worin sich diese Verhältnisse vollziehen, wird selbst zu einer Form, zum Raum einer Bestimmung, indem sich darin die Stimmung reflektiert, worin er wahrgehabt wird. In der Entgegenwärtigung der Wahrnehmung durch diese Stimmung vollzieht sich der Kurzschluss ihrer Wahrheit: Sie erscheint gerade dort bestimmt, wo sie völlig von sich entfremdet ist. In ihrem Gedächtnis birgt sie den Sinn eines Lebensraums, den sie nur außer sich haben kann und daher auch nicht empfindet, wenn er sich gegen sie selbst richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Wahrnehmung hat ihre Gewissheit alleine aus einer Unmöglichkeit, die sie wahrhat und die in einer bestimmten Identitätslosigkeit in einem ausschließlich bestimmten Verhältnis entstanden war. Es ist eine Gewissheit, welche die Wahrnehmung selbst ungewiss macht, sich als eine Stimmung in die Wahrnehmung einführt, für die es keinen erkennbaren Grund gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie besteht aus einer völlig grundlos scheinenden, einer bodenlosen Angst - keine Angst um etwas oder vor etwas, sondern Angst als Zustand der Nichtigkeit, als Gefühl der Vernichtung, welches pure und totale Identitätsloskeit ausgelöst hat. Es ist dies die Wahrheit eines Selbstgefühls, welches die persönliche Wahrnehmungsidentität ausgemacht hatte und nun seine vollständige Entleerung erfährt, ohne dass es deren Wirklichkeit erkennen kann, also darin aufgehoben ist, dass es sich selbst auch aufhebt. In ihm selbst wirkt die Entwirklichung durch eine Kraft, die sich lediglich in rudimentärer Ästhetik begreifen lässt - z.B. als panisches Gefühl des Selbstverlustes, als totale Beengung, als unbegreifliche Höhenangst, Erdrückung usw.. Nicht dass eine Lebensituation eines Menschen beengend wirkt, wacht dieses Gefühl aus, sondern dass diese Situatiion nur als totale Beengung der Wahrnehmung erfahren werden kann, weil es zur Erkenntnis der beengenden Inhalte keinen Sinn mehr gibt. So wird das, wodurch in bestimmten Beziehungen Gefühle geborgen wurden, zu einem Gefühl, worin sich das Verborgene in einer Form durchsetzt, worin es unerkennbar geworden ist. Es erscheint nun in der Form eines Lebensraums, worin die Wahrnehmung nur noch um sich selbst kreisen kann, also keinen Gegenstand und keine Gegenwart mehr findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Selbstgefühl ist unter der Entgegenwärtigung durch objektive Gefühlsbildungen in einen Aufhebungsprozess geraten, worin sich nurmehr dieser Prozeß selbst wahrhat, Subjekt wie Objekt eines Sinnes ist, der in diesem Raum nicht mehr anwesend sein kann, weil er darin wirklich ausgeschlossen und selbst ausschließlich wurde. Diese Selbstauflösung der Wahrnehmung hat keinen Sinn; - aber sie ist durch und durch sinnlich, prozessierende Selbstentfremdung in einem Zustand, in welchem sich Wahrnehmung lediglich als Stimmung gegen sich selbst bewahrheitet. Schon Figurationen und Gestalten, ästhetische Sinnbilder der Selbstauflösung, können solche Wahrnehmungszustände hervorrufen. Es genügt, wenn sie eine Grundstimmung darstellen, welche der Wahrnehmung nun vorausgesetzt ist, welche also objektive Gefühlswelten ihr zugrunde gelegt hatten - mal sind es z.B. geschlossene Räume oder öffentliche Plätze oder Insekten oder auch Menschen überhaupt, worin sich die Angst um die eigene Gegenwärtigkeit manifestiert. Aber nicht diese Manifestation macht das Wesen der Angst aus, sondern das, was sie als Negation formuliert, was also dem Gefühl sinnlich entfremdet ist: Weite, Entfaltung, Penetranz, Selbstgewissheit usw.. In der Negation ist der Grund aufgehoben, wodurch sich solche Selbstgefühle entwirklicht haben. Es sind die Wahrnehmungsformen einer verkehrten Wahrnehmung, worin diese lediglich sinnbildhaft erkennbar sind, weil sie deren Stimmung beschreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundstimmung, welche in der Wahnehmung selbst nur wahrgehabt wird, ist als solche nicht wahrnehmbar. Niemand wird einen Raum als solchen wirklich bedrohlich empfinden, wenn er unter einer unerträglichen Klaustrophobie leidet. Aber in der Grundstimmung seiner eigenen inneren Beengung kann ihn die Wahrnehmung räumlicher Beengung &#039;&#039;um den Verstand&#039;&#039; bringen. Was die Wahrnehmung jetzt also bestimmt, ist nicht ihr Inhalt und Gegenstand, sondern die Grundstimmung, welche sie durch ihre eigene Formbestimmtheit wahrhat. Das Verhälnis ausgeschölossener Sinne ist damit selbst zur Bestimmung eines [[Wahrnehmungszustands]] geworden, an welchem Menschen leiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wahrnehmung ist damit vor allem ein bestimmtes Selbstgefühl ausgeschlossen. Dieses Selbstgefühl wird dadurch in einer bestimmten Form negiert, dass sein Inhalt sich zur Wahrnehmungsform selbst wandelt. Alles, was sich in ihm regt, wird von ihm ausgeschlossen und stellt sich als eine Erregung heraus, die für sich keinen Sinn mehr hat, wiewohl das Ausgeschlossene für den Menschen innerhalb eines bestimmten Verhältnisses durchaus Sinn hatte. Die Sinne der Wahrnehmung erweisen selbst einen sich erregenden Sinn, der ihrem Inhalt nach im wahrsten Sinne des Wortes verkehrt ist, weil er die Aufmerksamheit der dadurch bestimmten Menschen zur Sinnverkehrung bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist wohl diese Nervosität, die der Ausgang von Sigmund Freuds Forschung war und ihn den Verkehrungsprozess einer Wahrnehmung erkennen lließ. Aber in seiner phänomenologischen Art des Begreifens musste er sie als [[Verdrängung]] eines Triebgeschehens begreifen, welche die Objektbesetzungen einer bestimmten Beziehung in einer bestimmten Kultur erforderlich machen würde. Er musst diese Sinnverkehrung in einer Verdrängung substantivieren, weil ihm dialektische Erkenntnis substanziell verschlossen war. Dennoch waren seine Beobachtungen zu seiner Zeit hervorragend, gerieten aber gerade dadurch in seiner Theorie zu einem grotesken Widerspruch zwischen Seele und Wahrnehmung, dass er Seele nicht aus einer abstrakten Wahrnehmung abzuleiten wusste, sondern ihr die bestimmte Wahrnehmung, das Errinnerungsbild eines Befriedigungserlebnisses (Traumdeutung, 1900) vorraussetzte.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch in der Wahrnehmung ist der negierte Sinn des Selbstgefühls zunächst erst als selbst als Gefühl wirksam. Bestimmte Gegenstände, Beziehungen oder Raumverhältnisse werden durch diesen Sinn als eine gegen ihn mächtige Lebensform wahrgenommen. Sie wirken auf den Menschen dadurch verändert, dass sie in der Empfindung nicht als das wahr sein dürfen, was sie für die Menschen sind. Seine Wahrnehmung verrückt sich gegen solche Gegenständlichkeiten, fühlt darin das von ihr ausgeschlossene Verhältnis als Nichtigkeit und sich selbst gerade durch die Empfindung im Gefühl nichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bringt Menschen zu Wahrnehmungszuständen, in welchen sich oft ihr ganzes Leben so bestimmt, dass sie zu den ihnen nötigen Entwicklungen sich selbst im Wege zu stehen scheinen. In Wahrheit aber ist, was so bedrohlich bestimmt erscheint, lediglich der verkehrte Inhalt eines verschlossenen Sinns. Dieser kann dann aber durch bestimmte Entwicklungen von den Menschen erschlossen werden - manchmal auch mit fremder Hilfe (Therapie), wenn sie denn keine neue Sinnverkehrungen durch Professionalisierung mit neuen Hörigkeiten erzeugt. Jeder Wahrnehmungszustand ist die verkehrte Form einer bedrängten Wahrheit durch eine mächtig gewordene Beziehungshörigkeit. Angstzustände überfallen den betroffenen Menschen zu Anlässen, die er nicht begreifen kann und Gefühle der Umnachtung (Depressionen) überwältigen ihn aus Gründen, die keinen Sinn mehr zu haben scheinen, und Autismen (z.B. Sprachlosigkeit, Empfindungslosigkeit u.a.) entstehen aus Gründen, die lediglich als organische Disfunktion der Wahrnehmung, als ihre Lähmung spürbar werden. Um sich hiergegen zu bilden, verlangt es von den beteiligten Menschen ein objektives Bedürfnis, sich gegen Täuschung zu verhalten und die Konsequenz eigener Wahrheit in zwischenmenschlichen Beziehungen umzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
231.1 Angstzustände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Formverwandlung, welche die Wahrnehmung erfährt, ist die plötzliche und unmittelbar unbegreifbare Aufhebung des Selbstgefühls, die Empfindung einer Bedrohlichkeit durch etwas, das nicht erkenntbar ist und als allgemeine Beengung gefühlt wird. In Angstzuständen und unbegreiflichen Panikattaken wird dieser Prozess zuerst augenfällig. Oft wie &#039;&#039;aus heiterem Himmel&#039;&#039; werden die Menschen von Gefühlen der Selbstauflösung überfallen, fühlen, wie ihre Gegenwärtigkeit sich aufhebt, in ein endlos scheinendes Loch fällt, das alle Empfindungen eines Menschen mit sich reißt. Es das Gefühl einer Nichtigkeit der eigenen Identität, das als Vernichtungsgefühl empfunden wird und von da her Angst macht und Angst bedeutet. Meist wird dabei festgestellt, dass solcher Zustrand keine erkennbare Ursache hat. Manchmal berichten die Menschen von Irritationen ihrer Selbstgefühle, die sie zuvor bemerkt hätten. Und oft werden der Bedrohung auch ästhetische Figurationen zugewiesen, wodurch die Vernichtungsangst immerhin gegenständlich zu sein scheint. Dann treiben die Wahrnehmung von Insekten, Schlangen, Raumenge, Höhe, Tiefe und anderes zum &#039;&#039;Ausrasten&#039;&#039;. Objekte werden in einem Sinn wahrgenommen, den sie ganz offensichtlich und leicht nachweisbar objektiv nicht haben müssen, oft auch nicht haben können (z.B. Angst vor Mäusen, Bewegung, leeren Räumen). Die Wahrnehmung nimmt Inhalte an, die sich nicht oder nur höchst scheinbar aus ihrem Gegenstand erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Angstzuständen]] wird nicht dieser vergegenwärtigt, sondern das, was er für die Selbstwahrnehmung verkörpert. Deren Stimmung setzt sich im Wahrnehmungsprozess selbst durch, weil ihr Sinn ausgeschlossen ist, weil sie also einen Sinn hat, der nicht sein darf, der als gewohnte Lebensgrundlage wie selbstverständlich hingenommen und von daher der Erfahrung entzogen ist. Wo z.B. Stress und Enge zum Alltag gehören, wird das Leben darauf eingerichtet und so kann Beengung nur auftreten, wenn ein Mensch aus dieser Gewohnheit heraustritt. Er wird &#039;&#039;überfallen&#039;&#039; von einem Gefühl, das er nicht kennt, das also in seinem Lebens dadurch ausgeschlossen ist, dass es zu den Lebensbedingungen gehört, also dem, worauf sich dieses Leben gründet. Der ausgeschlossene Sinn besteht also aus einer Lebensgewohnheit der Wahrnehmung, welche dieser fremd geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich in solchen Angszuständen daher die Formverwandlung der Wahrnehmung noch unmittelbar, wenn auch verkehrt. Ihre Verkehrung besteht darin eben aus dem Inhalt, den sich der ausgeschlossene Sinn in der Wahrnehmung verschafft: Die Sinne sind nicht in der Lage, ohne weiteres das aufzufassen, was sie zu ihrer Lebenserhaltung von sich getrennt hatten. Da werden dann z.B. Insekten zu höchst angstbesetzten Wahrnehmungsgegenständen, weil sie von einer Penetranz künden, die nicht mehr in äußerst penetranten Lebensumständen wahrgenommen werden kann. Oder da ängstigt man sich vor öffentlichen Plätzen, weil dort eine eigene Gegenwärtigkeit zutage tritt, die ansonsten ausgeschlossen wurde. Oder es zeigt die Angst in geschlossenen Räumen eine Beengung der Lebensverhältnisse an, die nicht mehr wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relativ einfach lässt sich die Erregung, welche die Angst auslöst, aus der Umkehrung des Selbstgefühls erkennen. Der Gegenstand der Angst auslösenden Wahrnehmung stellt das Selbstgefühl außer sich und hintergründig als eine Stimmung dar, in der es nicht sein kann, es sich also verliert, verflüchtigt, aufhebt. Oft genügt die Zuwendung auf diese Angstwahrnehmung, also die Unterbrechung der gewohnten Wahrnehmung, um solche Ängste zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwieriger ist es mit frei flottierenden [[Ängsten]] und Panikattacken. Diese entstehen im vollständigen Selbstverlust des Selbstgefühls, dessen Anlass nicht mehr ein Ereignis oder Gegenstand, sondern ein ganzer Lebensraum ist, die Wahrnehmung einer bestimmten Kultur, die nicht mehr sein kann. Das gewohnte Leben selbst wird dann zur Bedrohung in Stimmungen, worin es als völlig fremd gewahr wird. Alles Vertraute erscheint dann als fremd, weil es in den kulturellen Bezügen ausgeschlossen wurde. Was zuvor noch bruchlos zusammenging, z.B. der Ortswechsel von Hier nach Da, wird ungeheuer schwer. Die Wahrnehmung hat sich aus irgendwelchen Günden fixiert, an das Vertraute &#039;&#039;festgefressen&#039;&#039;. Aber diese Gründe sind in keiner Form mehr gegenwärtig, also [[abwesend]]. Es selbst bedroht die Wahrnehmung, weil es diese dem Selbstgefühl entzieht, weil sich also das Fixierte gegen den Wechsel wendet, solange es keine [[Anwesenheit]] von dem verspürt, was seine [[Beziehung]] auf die Selbstwahrnehmung ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In solchen Angstzuständen fühlt sich das Selbstgefühl insgesamt und vollständig unbestimmt aufgehoben und der freie Fall im Selbstverlust löst diese Zustände dann aus. Die Wahrnehmung wird sozusagen &#039;&#039;entmenscht&#039;&#039;, verliert ihre eigene [[Wirklichkeit]] als wesentliches Moment menschlicher [[Verhältnisse]]. Der Betroffene kann sich durch seine Wahrnehmung nicht mehr menschlich verhalten, sich nicht mehr als Mensch unter Menschen erkennen und fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber genau hierdurch wird die Fixation der Wahrnehmung auch wieder umkehrbar. Durch anwesende Menschen, die sich hierzu verhalten können, wird der betroffene Mensch sich seiner selbst wieder gewahr. Indem in der Kultur, deren Wahrnehmung die Angst auslöst, der betroffene Mensch an Menschen gerät, die er auch menschlich wahrnehmen kann, verliert sich diese Angst, weil er sich dann darin gewinnt, wo er sich verloren hatte. Allerdings bleibt er noch weiterhin an die Anwesenheit von Menschen fixiert, wenn er sich nicht aus den Notwendigkeiten und Zwängen seiner Wahrnehmungen emanzipiert. Das aber verlangt die Rückbeziehung seiner Wahrnehmung auf die wirklich gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen, auch wenn deren Wirklichkeit selbst gebrochen, also nicht vollständig wirklich ist (siehe hierzu [[Geld]] und [[Wert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Angst]], [[Angstzustände]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beschreibung siehe auch [[http://de.mimi.hu/krankheit/angstzustand.html]][[http://meine-gesundheit.de/86.0.html]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
231.2 Depression&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Depression]] äußert sich eine Bedrängnis, die nicht mehr unmittelbar einer Fixation der Wahrnehmung entspringt, diese wohl aber als [[Gewohnheit]] einer aufgehobenen [[Lebensangst]] vermittelt. Darin wirkt ein ausgeschlossener Sinn nicht unmittelbar, sondern in einem ganzen ausgeschlossenen Lebensgefühl als [[objektives Gefühl]]. In der Depression fühlt sich ein Mensch vom [[Leben]] selbst bedrängt, wie es seinen Verhältnissen in [[Wahrheit]] entspricht, die er nicht ertragen und zugleich nicht im Unterschied zu sich selbst erkennen kann. Er nimmt darin wahr, was er wahr hat, was er aus seinem Leben heraus zwar [[empfindet]], aber nicht wirklich leben kann. Oft treten Depressionen daher gerade dann auf, wenn er wirklich mit Gefühlen zu tun hat, die seinem Leben entsprechen, die er aber nicht in seiner Wahrnehmung erträgt, weil er sich nur im Ausschluss von diesen empfinden kann, nur in ausschließlichen Empfindungen sein Leben wahrnimmt, in Empfindungen, die durch ihre Wahrnehmung selbst unterbrochen und abgebrochen werden, sich in einer Gefühlswelt isolieren, die nicht mehr wahr werden kann. Der Wahrnehmung sind die Zusammenhänge außer ihr selbst unwahrnehmbar geworden, weil sie hiergegen ohnmächtig ist. Die Gefühle, worin sie [[wahrgehabt]] werden, erscheinen [[entäußert]] und [[unwirklich]] und daher in der ohnmächtigen Wahrnehmung übermächtig. Im Gefühl herrscht die [[Ohnmacht]] der [[Wahrnehmung]] und bestimmt sich gegen die [[Ausschließlichkeit]] der Empfindungen, die ein Mensch hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psychische [[Depression]] ist daher ein Zustand geistiger Lähmung, eine [[seelische]] Erdrückung, die durch ein negativ gestimmtes [[Selbstgefühl]] die [[Wahrnehmung]] beherrscht und durch ihren Kraftentzug den ganzen Menschen bestimmt. Diese Grundstimmung resultiert aus einer [[Selbstempfindung]], die aus einem Lebensverhältnis ergeht, das sich selbst erschöpft hat und von daher gegen alle [[Eindrücke]] auf die [[Wahrnehmung]] einschreitet und ihre [[Gefühle]] ausschaltet, von da her auch ihre [[Gedächtnis]]leistung von ihrem Sinnesvermögen abtrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist eine zum [[psychischen]] [[Wahrnehmungszustand]] gewordene Lähmung der [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]], die [[objektive]] [[Wirkung]] auf sie haben, durch Gefühle also, die sich in der Bedrängung bis zur Ausschaltung von Empfindungen aufbrauchen (siehe [[Selbstverlust]]). Ihrem Grund nach liegt das an einer [[Lebensangst]], die sich nicht mehr wahrnehmen lässt, weil sie symbiotisch geteilt ist (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), die aber als Gefühl für sich wahrgehabt wird, ohne mit einer [[Empfindung]] verbunden zu sein, ohne also einen [[Sinn]] für sich zu haben. Die [[Selbstwahrnehmung]] wird dadurch negativ bestimmt, dass solche objektiv wirkenden Gefühle aus der Negation ihrer [[Empfindungen]] ihre Kraft bedrängen und in ihrem Stress deren Lebendigkeit aufbrauchen, in sich [[aufheben]]. Die [[Erkenntnis]]tätigkeit wird hierbei blockiert und oft auch ihre [[Erinnerungen]] zerstört. Dieser Kreislauf der [[Selbstwahrnehmung]], wenn er aus seiner [[Isolation]] nicht durch [[Empfindungen]] durchbrochen wird, die dem Menschen erkennbar sind und ihn in seiner [[Erkenntnis]]tätigkeit wieder bestärken, kann zu einer vollständigen Erschöpfung der Lebensenergie führen, die eine Todessehnsucht entwickelt und bis zur Selbsttötung drängen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Form erscheint die Trennung von Empfindungen durch negativ gewordene Gefühle absolut und dem Betroffenen selbst nicht mehr fassbar, die Kluft dazwischen unüberwindbar, die eigene Wirklichkeit unmöglich, von fremder Gegenwart bedrängt, entgegenwärtigt. Solche Gefühle können schleichend entstehen oder auch schlagartig auftreten, wo sich Menschen an ihre Lebensumstände gewohnt haben, die sich gegen das eigene Leben selbst richten. Zugleich ist dieses Leben hiervon gefüllt, kann sich also nicht mehr von den Umständen unterscheiden. Es verengt sich selbst und nur in der Wahrnehmung wird dies als Bedrängung erfahren. In der Wahrnehmung aber ist das bestimmend, was sie wahrhat, was also die Umstände der Wahrnehmung ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zustand, worin Menschen gefangen sind, ist die Depression die Erlebensform einer [[Selbstentfremdung]], die ein erdrücktes Leben reflektiert, ein Leben, das nichtig geworden ist, also die Umkehrung einer Lebensbedrängung zur Selbstbedrängung des Lebens wurde. Der Zustand resultiert aus der Selbstaufhebung von Gefühlen, die völlig grundlos erscheint. Er ist Resultat einer unendlich gewordenen Einverleibung von Selbstwahrnehmungen, in denen eigene und fremde ununterschieden geworden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eigene Leben selbst erscheint daher unterschiedslos fremd, als Bedrängnis, weil das darin Wahrgehabte die Gefühle selbst erschlägt, oder - umgekehrt formuliert - die Selbstgefühle einen ausschließlichen Sinn gegen das eigene Leben haben. In diesem Gefühl verbirgt sich eine Abhängigkeit vom Gewöhnlichen. Dies setzt eine verinnerlichte [[Gewohnheit]] an das [[Gegebene]] voraus, welches der Wahrnehmung eine scheinhafte seelische Identität verliehen hat, die nun in der Wahrnehmung auf sich zurückfällt, wenn sie Leben außer sich, also die entäußerte Form des eigenen Lebens wahrhat. Man könnte daher auch sagen, dass in der Depression alles Eigene entäußert ist und wie ein nichtig gewordener Sinn erscheint. Doch dieser Sinn existiert nur in seiner negativen Wirkung, weil er die in den Erlebnissen entleibte Sinnlichkeit hat. Sie wird daher als Verlust eigener Gefühle, als Selbstauflösung erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem sich selbst bedrängenden Leben wird dieses zu einem [[Wahrnehmungszustand]], worin die [[Empfindungen]] mehr oder weniger schlagartig aufgehoben werden, wo Leben als das wahrgenommen wird, was es nicht wirklich ist und eine Wirklichkeit wahrgehabt wird, welche das Leben beherrscht. Oft ist die wirkliche Lebensbedrängnis der Wahrnehmung schon über lange Zeit entzogen, bevor dann bestimmte Wahrnehmungen oder Stimmungen diesen Zustand auslösen. Es können ganze Welten dazwischenliegen, bevor sich dieser Zustand einstellt, wenn sich das Leben über größere Abschnitte hinweg selbst durch fremde Welten bestimmt, die dieses entgegenwärtigen. Depressionen beruhen also auf dem Gefühl einer Entgegenwärtigung des eigenen Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gefühle]] befinden sich in einer alles beherrschenden Lähmung, weil ihnen ihre Angst, ihre wirkliche Beengung abhanden gekommen, bzw. &#039;&#039;überlebt&#039;&#039; ist, aber als [[Erregung]] dennoch die Wahrnehmung bestimmt. Die Unmöglichkeit des Fühlens entspringt einer Selbstentleerung der Gefühle in einem unendlichen Prozess des Scheiterns an ihrer Wirklichkeit, die nicht als fremd empfunden werden kann, weil sie zugleich dem Leben zu eigen ist. In dieser Dopplung wird das Fremde jetzt als Eigenes, als Eigenschaft des Wahrnehmens selbst empfunden. Es gerät in der Wahrnehmung zu einer Selbstbeglückung, durch welche sich die Selbstwahrnehmung aufhebt, sich von sich selbst ausschließt. Hierdurch entsteht eine Wahrnehmungsidentität, die in der Entfremdung die Enteignung bejaht und von daher sich fremde Wahrnehmung zu eigen macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist oft ein langer, verborgener Prozess, in welchem als momentanes Glück erscheint, was die Selbstwahrnehmung im Grunde zerstört. So sind es oft Konsumationen, Befriedigung durch Nähe und Einverleibungen, in welchen Beziehungen schleichend ihren Sinn verlieren, um sich dann plötzlich als aufgehoben zu erfahren. Was diese Aufhebung bewirkt hat kann nicht mehr erkannt werden, weil die Einverleibungen selbst zum Inhalt der Beziehungen geworden sind und das Gefühl darin aufgelöst hat. Nichtig gewordene Gefühle bestimmen die Empfindungen selbst zur Bewahrheitung einer [[Nichtung]], die sie wie eine [[fremde Macht]] überkommt. Diese Beherrschung wird als Empfindungslosigkeit wirksam, als Verfinsterung der Wahrnehmung. Davon betroffende Menschen finden keinen Sinn mehr in ihrer Wahrnehmung, kein Gefühl und keine Gewissheit. Ihr Leben erscheint ihnen von jedem anderen Leben isoliert, auch für sie selbst unbegreiflich versperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aufgehobene Leben verschließt die Wahrnehmung, macht ihre Sinne wirklich zu und enthebt sie ihrer Wirklichkeit. Es ist ein Zustand der Wahrnehmung, in der sich die Selbstwahrnehmung zugrunde gerichtet hat, weil sie sich selbst übermächtig geworden ist, überflutet von einem seelischen Chaos, das darin zu Ende gekommen ist, dass es sich selbst aufgehoben hat und &#039;&#039;in den Brunnen gefallen&#039;&#039; ist. Wie aus einem tiefen Loch erscheint in diesem Zustand die Welt unerreichbar und die Selbsterhaltung scheint davon abzuhängen, wielange die Kraft noch reicht, darin zu schwimmen. Darin sind alle Selbstwahrnehmungen nicht nur bedrückt durch die Sinne, welche die Wahrnehmung hat und welche in der Selbstwahrnehmung sich gegen die Wahrnehmung selbst überhoben haben, sondern zugleich auch gefangen wie von Kerkermauern, die jeden Bewegungsdrang ersticken. Erdrückt wird nun die Selbstwahrnehmung durch den im Allgemeinen ausgeschlossenen Sinn der Wahrnehmung, also im Wahrnehmungsprozess selbst. Was die Sinne darin belebt, das erschlägt sie - und zwar in dem Maße, wie sich das Leben darin regt. Das ist fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es setzt voraus, dass das Leben selbst überlebt wurde, dass alle Beziehungen, Bedürfnisse und Probleme darin selbst schon dem Überleben in rein [[objektiven Gefühlen]] gedient hatten. In dem Augenblick, wo sich das Überleben schließlich selbst als unmöglich erwiesen hatte, bricht die Depression aus - z.B. auch nach Hochphasen der Anstrengung wie nach Examen, nach Abbruch wichtiger Beziehungen die sich als [[prothetisch]] erwiesen haben oder durch den Tod eines Partners verloren wurden, der Bestandteil einer gewohnten Lebenswelt geworden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Selbstverlust, den das Selbstgefühl erleidet, beruht auf der Unmöglichkeit des Überlebens, welches das Selbstgefühl betrieben hatte, auf der Unmöglichkleit einer Lebensform, in der es sich aufheben muss. Dies hatte zur Aufhebung der Selbstwahrnehmung überhaupt geführt und hatte sie ihrer Sinne enthoben. In ihrer Ohnmacht wird sie nun von den Empfindungen beherrscht, die ihr untergegangenes Leben erregen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ausgeschlossene Sinn ist in der Depression ein lebendiger Sinn für wirkliches Leben. Er hat sich zu seinem Schatten in und durch die Selbstwahrnehmung entwickelt, die nur wahrnahm, dass sie von sich nichts mehr wahr hatte. Die Depression ist sozusagen die Selbstzerfleischung der Selbstwahrnehmung, die sich aber nicht dort abspielt, sondern in der Aufhebung der Wahrnehmung sich ereignet. Was darin lebendig empfunden wird, tötet die Wahrnehmung unmittelbar ab. Der depressive Prozess schreitet in dem Maß fort, wie die Wirklichkeit der Wahrnehmung durch die sich verschleißende Selbstwahrnehmung aufgebraucht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Von daher ist es oft nötig, sich aus dem depressiven Verhältnis ganz herauszusetzen und wirkliche Wahrnehmung auf sich zukommen zu lassen, auch wenn sie Angst macht. Ohne die Überwindung dieser Angst, also ohne ihrer Verarbeitung ist die Überwindung der Depression auf Dauer nicht möglich.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
231.3 Die Sucht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gefühlszusammenhang depressiver Beziehungen ist ein Zusammenhang vernichteter Gefühle, der sich in den Empfindungen durchsetzt. Von daher kann das auch als eine gegen die Gefühle bewahrte Empfindungswelt aufgefasst werden, die in der Depression erst wahrgehabt wird. Aber eine Welt unbezweifelter Empfindungen kann nur ein bloßes Erdulden und Fühlen in einer unwirklichen, aber in Wirklichkeit mächtigen Beziehung sein. Die hiergegen ohnmächtige Selbstwahrnehmung kann sich daher nur gegen sich selbst fortbestimmen, muss sich also in einen Prozess der Selbstentleibung einlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sucht]] entsteht aus der Verzweiflung an zwischenmenschlicher Selbstauflösung, die sich als Gewalt solcher Beziehungen jenseits der wirklichen zwischenmenschlichen Verhältnisse auftürmt. Oft entsteht sie noch inmitten der erzieherischen Beziehung, oft aber auch nach dem Scheitern solcher Beziehungen, die depressive Selbstzerstörungsprozesse hinterlassen haben. Von daher ist Sucht die Überwindung von Depression, die den Zirkel ihrer Selbstauflösung mit geistigem und/oder materiellem Stoff (z.B. Computerspiele, Drogen, Sex) befriedet und zunächst eine &#039;&#039;neue Gefühlswelt&#039;&#039; eröffnet, die allerdings den Gefühlszirkel forttreibt und oft auch in einem nicht mehr unmittelbar einsichtigen Gefühlszirkus veranstaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip der [[Sucht]] ist, die eigene Gefühlswelt in ihrer Selbstaushöhlung zu überwinden, sie dadurch auszuheben, dass der Selbstwahrnehmung Empfindungen ermöglicht werden, in welchen einzelne eigene Gefühle als Empfindungen wieder menschlich gebunden erscheinen. Da aber diese Einbindung beruht auf einer stofflichen und geistigen Prothese beruht, welche die Empfindungen aus ihrer lebendigen Wirklichkeit isoliert und vereinseitigt, kristallisieren diese sich zu einem Selbstgefühl, dessen Selbständigkeit eine unnahbare Gefühlsidentität erlangt. Von da her ist Sucht ein seelisches Unterfangen, welches verzweifelte zwischenmenschliche Beziehungen durch isolierte Selbstwahrnehmung abfängt und aufhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch aber bewahrt Sucht vor allem die Verzweiflung in einer pervertierten Form, als eine wiedergefundene Identität im Gefühlsrausch von Bezogenheiten, die wie eine glückliche Wiedererlangung einer verlorenen Bindung erscheinen können. Diese Bindung erfolgt allerdings nur durch einen Stoff, welcher den Gefühlszusammenhang ausblendet, einen Stoff, durch den er negiert wird. Der betroffene Mensch versetzt sich hiermit in einen Zustand, worin ihm zwar einzelne Empfindungen als vereinzelte, isolierte Empfindungen gegenwärtig werden, welche aber zugleich durch sein Gefühl ansonsten beherrscht blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese Mittel überwinden nicht die wirklich negative Beziehungen seiner Gefühle, sondern verstärken sie eher unter der Haut. Sie bleiben den Empfindungen völlig äußerlich und sind also nur quantitative Bestimmung für sie, auch wenn sie unterschiedliche chemische Wirkungen auf die Rezeptoren haben und unterschiedliche Eigenschaften des Empfindens hervorbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein werden hierdurch Selbstgefühle mit Selbstempfindungen ersetzt, die jene dadurch möglich machen, dass sie die Wahrnehmung von ihren Gefühlen trennt, bzw. den Körper auf ein hierfür nötiges Tempo (Speed) bringt. So werden ihre organischen Tätigkeiten (z.B. Schmecken, Hören, Denken, Phantasieren, Riechen, Geschlecht usw.) zu Objekten von Gefühlen, die ihre Aufhebung nötig haben und dadurch betreiben, dass sie in diesen Tätigkeiten ihre Mittel finden für ein Lebensgefühl, das sich in Selbstempfindungen zu gewinnen sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sucht ist die Notwendigkeit eines Sinns, der sich seinem Leben entzogen und verweigert hat, nicht mehr passiv, depressiv, sondern aktiv als Sinn für sich, als Überlebensnotwendigkeit gegen ein vollkommen überhobenes Leben. Aber dadurch, dass das hiergegen gesetzte Lebensgefühl sich nur durch äußere Mittel und also auch nur durch äußere Vermittlung bestimmt, kann es auch nur den Gefühlsgewalten herrschender Lebenszusammenhänge unterworfen bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erliegt der süchtige Mensch nicht nur den sozialen Gewalten, die ihn aufgelöst hatten, sondern zugleich auch seiner Flucht vor ihnen. Das macht die Einsicht in den eigenen Lebenszusammenhang innerhalb des Suchtverhaltens, also bei fortwährender Einverleibung der Suchtmittel, praktisch unmöglich. Solange diese Mittel unvermindert eingenommen werden, bestimmen diese den Ausschluss des Lebens, dessen Sinn objolet geworden ist. Von daher wird der/die Betroffene durch seine Überlebensmittel selbst unendlich nichtig bestimmt, kann also auch nur durch unendliche, also nicht enden wollende Zufuhr dieser Mittel sich erhalten. Sucht ist die sich ins Unendliche steigernde Heraussetzung eines negierten Selbstgefühls im Prozess seiner Negation: Selbstzerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist sie auch die sublimste und höchste Affirmation des Lebens, dem sich der süchtige Mensch zu verweigern sucht. Er wird von dem abhängig, was er hasst und was ihn vernichtet. In der Suche nach einem Überleben in einem Leben, das er nicht haben will, betreibt er objektiv die Vollstreckung seiner Vernichtung durch die Mittel, mit denen er sich ihm entzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auflösung einer Sucht kann daher nur die Auflösung der in ihr zirkulierenden Depression sein, die Herausarbeitung des zwischenmenschlichen Zusammenhangs, der sich selbst zerstört hatte. Das verlangt allerdings einen enormen Einsatz der darauf bezogenen Menschen, vor allem ein hohes soziales Engagement und das Ertragen eines beständig bedrohten Sinns während der Suchtbekämpfung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
231.3.1 Todessehnsucht und Selbstentgrenzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewöhnliche Egozentrik der bürgerlichen Persönlichkeit setzt sich selbst als Grenze gegen Fremdes dadurch, dass Fremdes einverleibt wird und die Selbstwahrnehmung bereichert. Umgekehrt stellt sie damit sich als allseitige Persönlichkeit einer sich selbst fremden Welt her. Innerhalb einer erzieherischen Beziehung begründet sich hierdurch ein objektives Selbstgefühl, das sich selbst unendlich begründet sieht. In seiner inneren Allseitigkeit zerfließt es in ein leeres, aber ganz allgemein wirksames Ego.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grenzen zwischen sich und anderen Menschen verschwimmen, weil die Abhängigkeit von einer gemeinsamen Lebenskultur zu einer Hörigkeit geworden ist, in welcher die Gefühle selbst wie Welten der Erkenntnis füreinander gelten. Damit lässt sich alles machen und alles verschwindet dadurch auch in den Menschen selbst. Sie vielseitig und differenziert sie in ihrer Selbstbezogenhet erscheinen mögen, so einseitig wird nun ihre wirkliche Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine Sehnsucht nach Entleerung der quälenden Vielfalt, deren Wirkung eine Selbstzerstörung ist, das unendliche Pochen der Empfindung gegen ein Gefühl, welches sich darin gaz allgemein verliert. In einer Todessehnsucht tritt ein Verlangen auf, aus dieser Welt zu scheiden, das aber zugleich ein Verlangen ist, sich unendlich über diese Welt als Gefühl für alles zu stellen - als ein Gefühl, das durch seine Allseitigekeit zu einer Allmacht über Leib und Leben gezwungen ist. Es treibt jede Selbstverwirklichung in ihr Gegenteil: In eine Ohnmacht gegen sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
231.3.2 Die progressive Selbstvernichtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trieb der Negation verlangt eine Wahrnehmung, die sich darin gewinnt, dass sie das Wahrgenommene selbst [[nichtet]], dass sie also etwas für wahr nimmt, was das aufhebt, was sie wahrnimmt. Was in der Depression noch Angst war, wird hier zu einem [[Prinzip]], das sich selbst nur durch [[Entgegenwärtigung]] erhält, indem es [[Gegenwärtigkeit]] als Bedrohung abwehrt. Es ist ein sich vertiefender Selbstverlust, der nurmehr durch Erlebnisse durch Ereignisse oder Stoffe sich entwickeln kann. Die Erlebensucht (z.B. Sexsucht, Internet usw.) sind daher die Wahrnehmungsformen, in denen sich schließlic die Sucht selbst ausbildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
231.3.3 Rauschmittel- und Erlebenssucht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was allgemein ausschließlich als Suchtverhalten interpretiert wird, ist die Erlebnissucht (auch die Sucht nach Glücksspielen oder [[Computerspiele]]), also die [[Sucht]] nach Erlebnissen, die als solche nicht wirklich entstehen, sondern durch [[Ereignisse]], Rauschmittel und dergleichen erzeugt werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht dem Süchtigen nicht wirklich um das bloße [[Erleben]] oder um die &#039;&#039;Bewusstseinserweiterung&#039;&#039;, wie das oft vermutet wurde, sondern vor allem um die Entstellung seiner [[Wirklichkeit]]. Er will sich durch Rauschmittel eine Welt herstellen, die sich seinem [[Selbstverlust]] in seiner Wirklichkeit entgegenstellt, seine [[Depression]] auflöst, indem ihr eine andere [[Wirklichkeit]] in dieser Absicht entgegengestellt wird. Deren wesentliche [[Wirkung]] ist der Rausch, der allerdings nur durch die hergestellten Ereignisse und Mittel für eine bestimmte Zeit einen Menschen über seinen Selbstverlust hinweg forttragen kann und in dem sich seine Wahrnehmungen nicht wirklcih auflösen, sondern zu einer inneren Macht einer fremdbestimmten Selbstvergegenwärtigung verschmelzen. Diese übernimmt zunehmend die Herrschaft über die Selbstwahrnehmung und ist im Grunde ohne Schranken und Grenzen, befördert also ihre Entgrenzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Berauschungen werden aber oft auch nicht gut ertragen, wenn sie verflogen sind. Der Moment des Rausches lässt das alles erträglich scheinen, steigert aber seine wirkliche Unerträglichkeit und gerät durch die erträgliche Selbstwahrnehmung im Suhtverhalten zu einer Erlebensspirale ins Unendliche, welche die zugund liegende Depression verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sucht bildet schließlih ein Streben nach einer Eigenwelt des Selbstgefühls aus, das sich gegen die Ungegenwärtigkeiten der depressiven Wahrnehmung wendet, eine eigene Wirklichkeit der Selbstgefühligkeit betreibt, die sich durch Hinzunahme von Mitteln, welche die Wahrnehmung entsprechend verändern, in ihrer [[Isolation]] ertragen lässt, weil sie damit eine Gegenwart gegen die [[Entgegenwärtigung]] erzeugen kann. Ihr Trieb zielt auf ein abstraktes Selbstgefühl, das sich gegen dessen Objektivität überhaupt wendet und aus Körpererlebnissen heraus eine Subjektivität einer durch Suchtmittel entfremdeten Selbstwahrnehmung erstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch II: 232. Das herausgesetzte Selbstgefühl (Die veräußerte Gegenwart und der Kampf gegen die Selbstauflösung)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Einleitung in eine Theorie der Selbstenfremdung als Verrücktheit ausschließlicher und ausgeschlossener Sinnlichkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der [[Selbstbeziehung]] des [[bürgerlichen Subjekts]] notwendig gewordene [[Symbiose]] seiner [[Selbstbehauptung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in seinen hart umkämpften [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] war in diesem zweiten Band der [[Kritik der politischen Kultur]] als ein Lebensverhältnis entwickelt worden, in dem das Leben selbst in die Pflicht genommen wurde. Es musste &#039;&#039;bewältigt&#039;&#039; werden, um in der Welt zu sein und wurde zu einer Pflichtausübung der [[Erziehung]] in Lebensverhältnissen, die letztlich eine Lebensform der [[Lebensangst]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese entzieht den Menschen ihre Welt und macht die Welt zu einer übermächtigen [[Persönlichkeit]], die ihre [[Selbstgefühle]] an sich durch Eingewöhnung und [[Wohnen]] anpasst und durch die sie sich von sich selbst [[entfremden]]. Diese [[Selbstentfremdung]] stellen sich nun als Formen [[entäußerter]] [[Selbstwahrnehmungen]] dar: als Wahrnehmungszustände einer entäußerten [[Symbiose]], als Zwangsverhalten einer entäußerten [[Selbstbehauptung]] und als im [[Wahnsinn]] bezwungene Selbstbehauptung. Die Wahrnehmung hat ihre Selbstgefühle aufgespalten und sich zu einer Lebensangst entwickelt, die sie in eine äußere und innere Seite so aufspaltet, wie sich ihre Spaltung in den Ereignissen der zwischenmenschlichen Selbstvergegenwärtigungen ausgebildet hat. Ihre Beziehung zu ihrer Wirklichkeit, ihre gegenwärtige Selbstbeziehung, wird auf diese Art ihrem Sinn für andere entrückt und in ihrem Eigensinn, in ihrem Sinn für sich verrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einen nennen es &#039;&#039;Pychische Krankheit&#039;&#039;, die anderen &#039;&#039;Abweichendes Verhalten&#039;&#039; und wiederum andere &#039;&#039;Seelische Krise&#039;&#039;, &#039;&#039;psychische Defizite usw. - je nachdem, wie und warum sie das beurteilen, was sie als Störung im Maßstab eines &#039;&#039;normalen Verhaltens&#039;&#039; behandeln wollen (siehe hierzu auch [[&#039;&#039;Was heißt da: Psychisch krank?&#039;&#039;]]). Allen gemein ist, dass sie das Individuum selbst als gestört ansehen, weil es an etwas aus sich heraus leidet, was andere nicht leiden müssen und deshalb oft auch nicht leiden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsache ist immerhin, dass die hiervon Betroffenen oft ohne fremde Hilfe nicht aus ihren Nöten herausfinden, dass es also eigene Institutionen dafür gibt, sie aus einer ihnen fremd gewordenen seelischen Zwangslage herauszufinden. Und das macht dann schließlich auch wirkliche Selbstentfremdung aus. Es ist eine [[Entfremdung]] von den eigenen Sinnern, den Organen der [[Erkenntnis]] schlechthin, die auch unmittelbar wie ein fremdes [[Leiden]] erfahren wird. Doch so fremd ist das garnicht. wenn man in die Stadien seiner Vermittlung Einblick gewinnt. Eines stellt sich dabei irgendwann immer heraus: Der betroffene Mensch mag zwar der Akteur gestörter Wahrnehmungsverhältnisse sein; aber die Störung ist nicht durch ihn begründet. Er vollzieht durch sich, durch seine Wahrnehmung und [[Selbstwahrnehmung]] längst vergangene Verhältnisse, die sich in ihm durch seine [[Erinnerung]] &#039;&#039;eingegraben&#039;&#039; und [[fixiert]] haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage ist an dieser Stelle, wie das möglich ist, wie ein Wahrnehmung, bzw. Selbstwahrnehmung dahin gelangen kann, dass es sich selbst als fremd begründet erleidet und wie durch inen inneren Trieb verursacht Bestimmungen folgen muss, die nicht wirklich sinnig zeu sein scheinen, die von daher auch im öffentlichen Verhältnis nicht wirklich sinnvoll sind. und eine weitere Frage läuft drauf hinaus, was dieses scheinbar &#039;&#039;innere Leiden&#039;&#039; mit der wirklichen Welt und den dort sich verhaltenden [[Leidenschaften]] zu tun haben kann. Es ist ja schließlich auf Dauer nicht zu übersehen, dass es sich nicht unmittelbar aus den wirklichen Lebensverhälnissen erklären lässt, wohl aber doch damit zu tun hat. Man muss es daher zwar nicht als Abweichung von irgendeiner Normalität klassifizieren, wohl aber als ein besonders abgeschlossenes, weil besonders verschlossenes psychisches Leiden anerkennen. Seine [[Ausschließliche]] [[Wirkung]] auf die sinnliche [[Gewissheit]] verrät ja schon vor aller [[Erkenntnis]], dass es durch ausgeschlossene [[Sinne]] bewirkt sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um uns den Prozess dieses Ausschlusses vor Augen zu führen, müssen wir dessen Entstehungsverhältnisse im Zeitverlauf vergegenwärtigen. Die [[Psyche]] ist durch ihre Verinnerlichung im Grunde zeitlos. Aber das Resultat ihrer Erinnerungen, ihr Gedächtnis, lässt sich durchaus auf die Zeit seiner Entstehung erkennen. Im ihrem Verlauf werden die Formbestimmungen ihrer Organe in ihrer Veränderung durchaus unterscheidbar, besonders in ihrem Wachstum, wie es analog im Wachstum der Sinne, in der [[Sinnbildung]] im Laufe jeder Ontogenese besonders im Verhältnis der [[Generationen]] und [[Geschlechter]] zustande kommt. Der neugeborene Mensch ist zunächst ziemlich unbelastet von den gesellschaftlich wirklichen Verhältnissen und zeigt an sich selbst von daher noch objektiv ihre Wirkung auf die Menschen, bevor sie selbst in diese auch subjektiv eintreten. Das ontogene Wachstum der einzelwesen Mensch zeigt in ihrer Differenziertheit die vielfältigen Möglichkeiten der psychischen Formatierung in der bürgerlichen Gesellschaft. Vom Resultat her lässt sich sagen und zeigen, was das erwachsene Leben durch seine Selbstwahrnehmung einfängt und beschränkt. Es lassen sich darin leicht die Folgen bürgherrlicher Selbstbeschränktheit zeigen, die Folgen einer mächtigen Selbstisolation, die Resultate einer [[Kultur]], die sich in [[Lebensburgen]] vor der Welt schützten muss, der sie entsprungen ist. War dies schon der Grund einer Wendung der Selbstwahrnehmung gegen die Wahrnehmung, so wird sie nun zu einer Verkehrung der Selbstwahrnehmung überhaupt. Wir hatten den ersten Schritt hierzu ja bereits in den Perversionen kennengelernt, wo es noch um eine Wendung der Empfindung gegen ihre Existenzform in einer absolut gewordenen zwischenmenschlichen Beziehung, in einer [[erzieherischen Beziehung]] ging. Jetzt geht es um deren Ausschluss und Abschluss, der die psychischen Bezogenheiten in ihrer Lebensmächtigkeit total werden lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Psyche]] hat sich in den [[erzieherischen Beziehungen]], wie sie besonders in der Kindheit und Jugend und durch die [[geborgenen]] Lebensverhältnisse der Generationen z.B. in der [[Familie]] tragend sind, [[Absichten]] angeeignet, die den Ausschluss von bestimmten [[Eindrücken]] und [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] betreiben, um die [[Selbstwahrnehmung]] der eigenen [[Persönlichkeit]] im [[Ganzen]] so zu bewahren, wie sie bisher aus diesen [[Beziehungen]] hervorgegangen war. Doch nun tritt sie in eine Welt, in der diese [[Ausschließlichkeit]] nicht so ohne weiteres gelingen kann. Sie reagiert auf der Grundlage ihrer [[gewohnten]] Lebensverhältnisse in ihrer eigenen Art und Weise so, dass die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse,]] in die sie außerhalb ihrer erzieherischen Bezogenheiten tritt, sie nicht gefährden oder auflösen. Die [[Psyche]] kann eben nur soweit sich bewahren, wie sie ihre Absichten auch verwirklichen kann, und verschafft sich von daher auch [[Selbstwahrnehmungen]], die nur dieser Bewährung, also der ausschließlichen Fähigkeit ihrer ausschließlichen [[Selbstgefühle]] dienen und nützen. Von da her arrangiert sie sich [[Verhältnisse]] der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung, in der sie sich behaupten kann. Was sie dabei aber [[wahrhat]], ist ihr insoweit fremd, wie dem ihre Absichten fremd sind. Soweit erscheint dies ihr nun gänzlich entzogen, entspringt einer [[Wahrheit]], die außer ihr verblieben ist, weil sie deren [[Sinn]] nicht aufnehmen kann. Aber dies wird nun in den Verhältnissen der Selbstveräußerungen als Entäußerung ihrer sinnlichen [[Gegenwärtigkeit]] wirksam. Der ausgeschlossene Sinn mischt sich von daher in die [[Wahrnehmung]] diese [[nichtend]] ein, indem sie ihr den Sinn für ihre Wahrheit entzieht und sie [[verrückt]] macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geborgene Leben war ja bereits dadurch entstanden, dass es sich gegen das [[wirkliche]] [[Leben]] der [[egozentrischen]] Persönlichkeit stellen musste. Die [[Geborgenheit]] der [[zwischenmenschlichen]] Lebensverhältnisse war hierfür [[notwendig]]. Sie hat aber in der darin [[bestimmten]] [[Symbiose]] Lebensformen hervorgebracht, in denen sich menschliche [[Beziehungen]] zwar [[persönlich]] gestalten ließen, in denen aber auch eine [[subjektive]] [[Identität]] in einem [[wirklich]] menschliche Zusichkommen ausgeschlossen ist, weil es schon in einem [[objektiven Selbstgefühl]] in der [[Getrenntheit]] von ihrer [[Wirklichkeit]] [[vorbestimmt]] war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Geborgenheit konnte sich das [[Leben]] durch die [[Ergänzung]] gegensinniger [[Identität]] immerhin auch [[wirklich]] beziehen - allerdings in [[Verhältnissen]], in denen [[subjektive]] Bezogenheit einer [[objektiven]] Wirkung der Gefühle unterworfen bleibt. Das[[objektive Selbstgefühl]] hatte daher Beziehungen von Menschen bestimmt, die sich in Wahrheit ausschließen und nur durch[[Erziehung]] vereint sein konnten. Aber die Fremdidentität, welche hierdurch entstanden war, hatte die Selbstwahrnehmung zu einem Lebensraum pervertiert, in welchem ihre [[Gefühle]] und [[Empfindungen]] gegeneinander [[verkehrt]] wurden. Das [[Selbstgefühl]] wurde selbst zum [[Raum]], zur räumlich identischen Form seiner Objektivität und hat sich als darin herrschendes [[objektives Selbstgefühl]] die Selbstwahrnehmung zur Veräußerung gezwungen, zu einem [[Dasein]], das die eigenen Gefühle ausschließt (Angstprobleme und [[Depressionen]]), die eigenen Empfindungen zum Gebot einer fremden [[Notwendigkeit]] werden lässt (Zwangsprobleme) oder das Selbstgefühl als mehr oder weniger totale psychische Macht gegen sich wendet ([[Wahnsinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstwahrnehmungen kreisen nun als Identitätsstrukturen zur [[Ergänzung]] der jeweils ausgeschlossenen Sinne ineinander, die der [[Symbiose]] ihrer Entstehung entsprechen. Aber diese Ergänzung findet nicht mehr in den Menschen, sondern in ihrer Wahrnehmung jenseits ihres Erkenntnisvermögens statt, die als [[Gedächtnis]] ihrer [[Psyche]] noch dem Gemäuer ihres Selbstgefühls folgt und dieses [[Heim]] unheimlicher Verbindungen selbst zu einem [[Umstand]] der Gefühle werden lässt, die durch Empfindungen nichtig werden können (z.B. [[Depressionen]]), weil sie in ihren Gefühlen keinen Sinn mehr finden, empfinden und haben. Und sie können auch die Empfindungen zu einer eigenen Gefühlswelt bis ins Unendliche fortspinnen, weil und wordurch jedes Selbstgefühl ausgeschlossen wird und Gefühle sich zu Zwangsproblemen (z.B. Angst vor Verunreinigung) verselbständigen können und sie können zu einer Macht ihrer [[Unheimlichkeit]] werden, indem sie die Verhältnisse der Wahrnehmung selbst totalisiert (z.B. [[Wahnsinn]]). Was die Menschen in solchen Beziehungen vor sich selbst bergen und verbergen müssen, um damit leben zu können, ist der Mangel ihrer eigenen Identität, die keine Gegenwart finden kann. Ihre [[Gemeinschaft]] in objektiv gewordenen Gefühlen ist ihnen hierfür notwendig. Doch solche Gefühle haben Wirkungen, die nicht einfach sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die doppelte Wirklichkeit des [[objektiven Selbstgefühls]] hatte ja schon zwischen den Eigensinnigkeiten und Gemeinsinnigkeiten eine Hörigkeit bewahrheitet, worin die Menschen leiblich füreinander letztlich objektiv notwendig und in eine ausschließlich sinnliche Beziehung geraten waren. Sie hatten durch die hierin gegründete objektive Wahrnehmungsidentität, durch die objektiv gewordene Selbstwahrnehmung, sinnlich von sich ausgeschlossen, was sie in ihrer Ausschließlichkeit wahrhatten. Ihre Wahrnehmung wurde von dem getrennt, was die [[Wahrheit]] dieses Verhältnisses als [[Ganzes]] ausmachte. Es war der ausgeschlossene Sinn, der nun ihrem Erkenntnisvermögen unzugänglich geworden ist. Von ihm haben sich ihre Gefühle entrückt. Also nicht, weil sie miteinander zu tun haben oder ihre Erkenntnisse teilen, sondern weil sie ohne einander von ihren Gefühlen verrückt wären, wenn sie in ihren Wahrnehmungen isoliert sind. Es können aber solche Verhältnisse nicht unendlich gelitten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald Menschen aus diesen Verhältnissen heraustreten und aus sich und ihren Wahrnehmungen heraus Beziehungen gründen, kehrt sich das objektive Gefühl, welches diese Verrückung begründet hatte, in eine Subjektivität um, in welcher das Entrückte tätig wird, indem es die körperliche [[Gegenwärtigkeit]] bedrängt und die Wahrnehmung hierdurch Identitätsverlust erleidet. Die Wahrnehmungsidentität selbst ist bedrängt durch Wahrnehmung, weil sie eine ungegenwärtige Identität, eine ungegenwärtige Körperlichkeit aus dem Entrückten erfahren muss. Das Einverleibte kehrt sich um und [[entleibt]] die Wahrnehmung selbst. Eine entrückte Wahrnehmungsidentät hat sich zu einer Kraft gegen die Wahrnehmung selbst totalisiert und zwingt sie zum Zwiespalt gegen ihre gegenwärtige Wahrheit. Die eigenen Gefühle werden von ihren Empfindungen bedrängt und geraten durch ihre [[Ausschließlichkeit]] in eine Negativität, die ihre Gegenwärtigkeit bestimmt. Der ausgeschlossene Sinn wird somit in seiner unwirklichen [[Wirkung]] wahr, indem er wirkliche Gegenwart für die Wahrnehmung unwirklich macht, sie [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Verrücktheit]] ist das Resultat einer systematisierten [[Selbstentfremdung]], einer sinnlichen Verrückung durch [[objektive Gefühle]], worin Menschen im [[Lebensraum]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] bestimmt waren und ihre Beziehungen in diesem Sinn selbst bestimmen, - eben in dem Sinn beabsichtigen, den sie für sich leiden können. In ihren Gefühlen wurde [[Eigenes]] und [[Fremdes]] dadurch vertauscht, dass der Lebensraum als ausschließliche [[Lebensbedingung]] bestimmt war und die Menschen darin selbst zu Lebensträgern einer ihnen äußerlichen [[Lebenspflicht]] geworden waren. In der [[Fixierung]] aneinander hat sich ihre [[subjektive]] Beziehung zu einer [[objektiven]] Wahrnehmungswelt verkehrt, welche eigene [[Wahrnehmungen]] ausgeschlossen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist auch die Beziehung subjektiver [[Identität]] durch objektive [[Einverleibung]] verkehrt und wird zu einer zirkulären [[Selbstbeziehung]] verkehrter [[Empfindungen]], also zu einer [[negierten]] Empfindung, die sich in der Entgegenwärtigung der Wahrnehmung in der Weise durchsetzt, wie diese in der Symbiose der objektiven Selbstgefühle entleibt worden waren. Es entsteht der entsprechende Bedarf nach Einverleibung, welcher die [[Selbstempfindung]] - und damit die Aufmerkamkeit der Wahrnehmung - bestimmt. Die von dieser Negation betroffenen Menschen müssen um die [[Gegenwärtigkeit]] ihrer Wahrnehmung kämpfen, sich auf Beziehungen einlassen, durch die sie sowohl erfüllt wie beherrscht sind. Sie erreichen ihre besondere Selbstvergegenwärtigung zuerst durch ein bestimmmtes Verhalten zu sich selbst, in welchem sie Wirkung auf ihr unwirklich gewordenes Verlangen erfahren (siehe [[Perversion]]). Als wirkliche Subjekte erleiden sie die Entfremdung ihrer Wahrnehmung schließlich als Selbstentfremdung, zunächst als eine Wahrnehmungsidentität, die sich ihnen entzieht und den Drang zu diesem Selbstenztug wahrmacht (siehe [[Angst]], [[Depression]]) oder dann durch die Negation ihrer Selbstvergegenwärtigung, die sich selbst gegen sie wie eine [[fremde Kraft]] durchsetzt und behauptet (siehe [[Zwang]]) oder am Ende der möglichen Selbstverstellung als völlig [[aufgehobene]] [[Gegenwärtigkeit]] der Wahrnehmung, deren [[Wahrheit]] nurmehr gewähnt wird (siehe [[Wahnsinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Verrücktheit wird die Versetzung und Pervertierung der Sinne in den [[Lebensburgen]] gelitten, welche die Menschen sich gegen die Lebensangst der bürgerlichen Kultur geschaffen haben. Sie setzt sich heraus aus der Konkurrenz der Selbstbezogenheiten als deren ausgeschlossene Wahrheit, die Menschen in den verstellten Wahrnehmungen darin wahrhaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen stehen in solchen Beziehungen zueinander einerseits in ihrem objektiven Gefühl eng verschmolzen, symbiotisch und voller Innigkeit, zugleich aber auch völlig gegensinnig als wechselseitige Bedrohung eigener Wahrnehmungsidentität. Sie vergegenwärtigen ihre Innigkeit, indem sie ihre Wahrnehmung durcheinander entgegenwärtigen. Dabei wird ihre Wahrnehmungsidentität selbst nur scheinbar und lässt ihnen jede Gegenwart zu, in der sich der Inhalt ihrer Beziehung formalisieren lässt. Und das kann nur eine Gegenwart sein, in der sie im wahrsten und vielfältigen Sinn des Wortes aufgehoben sind, gut aufgehoben und schlecht aufgehoben zugleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Leben besteht in einem Widerspruch, in welchem die Menschen sich in ihrer Lebenswahrheit von sich selbst trennen: Ihre Wahrnehmungen haben eine doppelte Wahrheit, nämlich die des ausschließlichen und die des ausgeschlossenen Sinnes. Durch diesen haben die Menschen ihre doppelten Verhältnissen überlebt, sind aber mit diesem Überleben zugleich in der äußerst schmerzhaften Erkenntnis verblieben, dass sie nun selbst doppelsinnig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstgefühle sind überlebensnotwendig, um eigenen Sinn wahr zu haben. Aber sie haben ausgeschlosssen, was sie für sich nötig haben: Die Wirklichkeit einer zwischenmenschlichen Beziehung. Diese ist in der Objektivität der Gefühle zergangen, welche die Menschen in ihrer Gemeinsinnigkeit [[entleibt]] hatte. Sie sind von daher im wahrsten Sinne des Wortes selbstlos geworden und von ihrer Wahrnehmung selbst abhängig. Selbstgefühle schließen sich darin von selbst aus. Die Wahrnehmung wirkt nun selbst wie eine Lebensverpflichung, wie das Naturprinzip einer Beziehung, in welcher jede Erkenntnis sich zwischen Wahrheit und Wahrnehmung bewegt. Deren Wahrheit kann nicht unmittelbar aus der Wahrnehmung hervorgehen, sondern besteht in dem Widerspruch der Empfindungen, welche sich auf die Gegenstände der Wahrnehmung beziehen einerseits und den Gefühlen andererseits, in welchen Menschen sich selbst sinnlich wahrhaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind damit die Grenzen der wirklichen Selbstwahrnehmung zergangen und was die Selbstwahrnehmung den Menschen an Sicherheit gegeben hatte, hat sich nun gegenüber anderen Menschen entgrenzt, sobald diese nicht mehr erkennbar sind, sobald also sich der Sinn für sie von sich selbst abstößt und ausschließt. Es ist die &#039;&#039;Nachgeburt&#039;&#039; des ausgeschlossenen Sinnes, dass jeder andere Mensch zur Aiutorität über die eigene Wahrnehmung geworden ist, sobals er sinnlich nicht mehr erschließbar ist. Es ist aber auch nur die Nachgeburt eines Verhältnisses in den Lebensburgen der Sinne, der eingeschlossenen Sinnlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Menschen nicht mehr wissen, was sie wirklich füreinander sind, wie sie aufeinander durch ihre Selbstbezogenheit wirken, da verselbständigt sich die Seele in einem unendlich bestimmten Sinn, der aus dem Jenseits dieser Wirklichkeit unendliche Wirkung hat. Gerade dadurch, dass sich die wirkliche Selbstwahrnehmung aufgelöst, also nichtig gesetzt hat, hat sie ihren Sinn für das Wirkliche ihrer selbst ausgeschlossen. Hierdurch verbleibt die Wahrnehmung überhaupt als einzig bestimmmtes Verhältnis des Erkenntnisprozesses, in welchem dieser ausgeschlossene Sinn nun wirksam wird, als aus der Nichtigkeit und Vernichtung der Selbstwahrnehmung hervorgegangener Sinn die Wahrnehmung nach dem bestimmt, was sie nicht ist und nicht sein darf. Die Sinne der Wahrnehmung werden hierdurch zu etwas anderem, sie werden verückt. Sie stellen die Negation eines Gemeinsinns im Wahrnehmungsprozess eines Individuums dar, also nicht als Negation von Wahrnehmiungsinhalten (wie es etwa Freuds Unbewusstes behauptet), sondern aals Umkehrung ihrer Form und Absicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Wahrnehmung ist es ihr aufgelöster Widerspruch, die Erscheinung einer Kraft, die stärker ist als ihr Vermögen, Wirklichkeit und Sein, Empfindung und Gefühl zu unterscheiden. Ein ausgeschlossener Sinn ist eine fremde Kraft, die ihre Eigentümlichkeit verloren hat, aber nicht ohne sie sein kann. Sie macht sich deshalb in dem Leben, zu dem sie gehört, geltend als Kraft der Bedrängung. Sie überbrückt ein Loch ihres Lebens durch den Sinn, der es auszufüllen hatte, der sich gebildet hatte, nur um im Nichts zu sein, etwas zu sein, was ohne ihn nichts wäre. Er ist im Gedächtnis der Sinne bewahrt, der nicht bedacht ist, aber Sinn stiftet, und wenn der auch nur darin besteht, die Sinne zusammen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine Lebensveränderung, mit welcher die Lebensburg verlassen wird, beginnt er seine eigene Wirklichkeit zu entwickeln. Jetzt wirkt er als ein Sinn, der diese Nichtigkeit ausgehalten und ausgefüllt hatte, der nicht mehr nötig ist und in seiner Unnötigkeit als Kraft wirklich wird, ohne sich auf Wirklichkeit zu beziehen. Notwendigkeit hatte er für das Erkenntnisvermögen der Menschen, die ihre Entleibung in den Verhältnissen ihres Familiensinns überleben mussten. Er wendete dies, indem er sie befähigte, in einem Widersinn zu leben. Jetzt kehrt sich die Nichtigkeit des Widersinns als Kraft heraus, die sich gegen die Sinne der Wahrnehmung selbst wendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur solange er die wirkliche Wahrnehmung beherrscht, ist er in dem bestätigt, was ihn ausmacht, und was er macht und treibt, das macht ihn unerträglich. Er ist die Selbstbestätigung eines fremden Sinns in der Beherrschung des eigenen Erkenntnisvermögens, worin er seine Eigenheit aus seiner Entwicklung, seiner isolierten Geschichte hat. Die Wahrnehmungsidentität ist darin jenseits der Wahrheit, die sie für ihren Gegenstand hat. Was sie von ihm wahrhat, das nimmt sie in einer Form wahr, worin sie verschlossen ist, in einem Zustand, worin diese Wahrheit ihre selbständige Form hat, die allerdings so sich auch ihres wirklichen Sinns enthebt, ihn lediglich in seiner Verkehrung lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles Unheimliche, was sich in der Lebensburg der bürgerlichen Kultur entwickelt hatte, führte dazu, dass sich in vergemeinschafteter Isolation zwischenmenschlicher Abhängigkeit und Geborgenheit die Menschen von ihrem Sinn füreinander entrückt haben. Die scheinhafte Identität der Verhältnisse ihrer vertrauten Gewohnheiten und Wohnlichkeiten hat sie sich selbst entfremdet, sich in ihnen aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Sinn kann nicht einfach verschwinden. Er kann nur seine Gegenwart verlieren und sich in einen anderen Sinn wandeln, hintersinnig, verrückt und irrsinnig werden. In Lebensräumen, worin Gewohnheiten den Zusammenhang der Menschen ausmachen, hatten sich Eigensinnigkeiten entwickelt, die in keiner wirklichen Beziehung mehr zu einander stehen. Solcher Raum ist ein Heim, das den wirklichen Zusammenhang der Menschen darin verheimlicht. Jeder Mensch ist unter dieser Bedingung ein verheimlichter Mensch, dessen Gegenwärtigkeit keinen wirklichen Sinn mehr hat außer dem, was er für andere sein muss. Hierbei entsteht die Nichtigkeit als Sinn für sich, als Erleben dessen, was nicht ist. Das unkenntliche Leiden erzeugt eine eigene Wirklichkeit, welche die Selbstwahrnehmung überfällt, sie in einen Zustand treibt, worin sie unweigerlich hineingerät, solange sie sich selbst als Erleben vergegenwärtigt, sie sich selbst in dem wahrhat, was sie wahrnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass das, was ihre Sinne belebt, zu ihrer Bedrängnis wird. Die bedrängte und in sich aufgehobene Wahrnehmungsidentität stellt sich daher zunächst als Angstzustand heraus, als ein Zustand, worin die Selbstaufhebung wahrgehabt wird und in der Wendung gegen sich zu einer Depression werden kann, die letztlich im Autismus aufgeht. Die flüchtige Wahrnehmungsidentität bestimmt sich aus der Wahrnehmung eines Jenseiten der wahrgehabten Wahrnehmung, als süchtiges Verlangen, das sich auch selbst gegen die Wahrnehmung stellen kann und sie dann zu bezwingen hat. Als Selbstgefühl, das sich darin entwickeln kann, erkennt sich die Wahrnehmung als verfolgt von einer fremden Identität, die sie bestimmt. Dies hat sie als Wahnsinn wahr und kann sich darin in den Irrsinn treiben, wenn der Wahnsinn der Lebensverfolgung zur Lebensgrundlage geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch II: 231 Der Wahrnehmungszustand]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
	</entry>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Uk2023&amp;diff=11319</id>
		<title>Uk2023</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Das anerzogene und das ausgeschlossene Selbstgefühl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss [[zwischenmenschlichen Beziehungen]], die daraus bestehen dass Menschen andere Menschen nach sich ziehen oder vor sich herschieben, erzieherisch nennen, weil sie einem Zweck dienen, der außerhalb ihrer Beziehung liegt und weil darin der Inhalt, der über eine Person einer anderen anerzogen und angezogen wird, sich nur persönlich darstellt, wiewohl er seinen Sinn nicht innerhalb dieser [[Beziehung]] haben kann. Diese hat sich von ihrem [[Grund]] entfrent und spielt daher keine wirkliche Rolle mehr, bleibt also als Grund ungerührt jenseits aller Erfahrung, besteht nur [[abstrakt]] aus gesellschaftlicher [[Notwendigkeit]] heraus, als [[Gegebenheit]] ihrer Nöte, als unbefangene [[Bedingung]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in solchen Bezogenheiten, wie sie in öffentlichen [[Institutionen]] genauso vorkommen, wie in privaten [[Beziehungen]], Familien, Arbeitsstätten und dergleichen mehr. Verfänglich sind sie daher gerade durch ihre persönliche Gebotenheiten mit abwesenden Inhalten, persönlicher Anwesenheit fremder Gebote. Was die soziale Substanz hierbei ausmacht ist alleine die [[Dichte]] der [[Beziehung]], wie sie durch den sozialen [[Raum]] und seiner Funktion bestimmt wird und sich von ihrem sinnlichen Zusammenhang, zur eigenen [[Generation]], zur Lebenserfahrung und [[Subjektivität]] in eignem Leben entfernt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle [[erzieherischen Beziehungen,]]ob sie zwischen [[Generation]]en oder Paaren oder in oder zwischen Familien oder Institutionen stattfanden, heben sich darin auf, dass die Selbstgefühle darin mit ihrer [[Gewohnheit]], mit der [[Einverleibung]] aller [[Empfindungen]] in die [[Selbstgefühl]]e nicht mehr kontrolliert sind, weil sie selbst gewöhnlich wurden. Mit den [[Gewohnheiten]] der Selbstkontrolle war eine [[Aufmerksamkeit]] entstanden, die sich zu den eigenen [[Gefühlen]] unmittelbar selbst wie ein [[Gewissen]] ohne wirkliche [[Gewisssheit]] verhält und hierbei eine [[Macht]] repräsentiert, die weder weltlich, noch persönlich erkennbar ist, durch ihre Gewöhnung keinen Gedanken mehr nötig hat und als &#039;&#039;verloren gegangenes Gedächtnis&#039;&#039; sowohl ihre Selbstkontrollle wie auch ihre Pflichtschuldigkeit aus dem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] der[[erzieherischen Beziehung]] in sich selbst als Gewohnheit von eigener Sinnhaftigkeit bewahrt und bewährt. Ihr [[Lebensraum]] und die darin bestimmte [[Dichte]] der [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] haben den sinnlichen Gehalt ihrer Gefühle nun also selbst zur [[Gewohnheit]] gemacht und von daher ihre [[Empfindungen]] so bestimmt, wie sie sich darin fühlen müssen, um überhaupt noch gefunden zu werden. Aus ihrem [[Selbstgefühl]] ist eine schlichte [[Gewohnheit]] geworden, die den [[Lebensraum]] und die Beziehungen darin im Grunde verneint, während sie sich ihm zugleich [[entäußern]], sich über ihn durch das errichten, wohin sie in diesen Verhältnissen gezogen wurden, sich diese durch [[Einverleibung]] selbst anerzogen haben. Ihre [[Subjektivität]] ist hierdurch nun selbst [[objektiv]] bestimmt und fühlt sich darin sowohl fremd wie auch durch eigne [[Eigenschaften]] erfüllt, die ihr Innenleben nicht mehr als das äußern können, wodurch es entstanden war, weil es durch ihre eigene [[Gegenwärtigkeit]] schon verneint ist - schließlich untersscheidet sie sich nicht wirklich mehr von den [[Beziehungen]] in diesem [[Raum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Subjektivität]] fungiert jetzt als ein [[Selbstgefühl]], das aus den hierauf gegründenten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] zu einem [[objektives Selbstgefühl]] im wahrnehmenden Subjekt geworden ist und selbst dessen [[Empfindungen]] in dieser Lebenswelt bestimmt weiß. So hat dieser [[Lebensraum]] vermittelst der darin [[ausschließlich]] ins [[Verhältnis]] gesetzten [[Persönlichkeiten]] ein [[Objekt]] geschaffen, das sich selbst[[ausschließlich]] [[subjektiv]] verhält, um objektiv anerkannt zu sein. Diese subjektive Objektivität verselbständigt sich in einem Menschen im Maß seiner Distanz zu anderen [[Lebensräumen]], also mit dem Grad seiner Isolationn und der darin bestimmten persönlichen [[Dichte]] seiner Lebenswelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gebotenheiten]] eines isolierten [[Lebens]], die in der [[erzieherischen Beziehung]] als [[Notwendigkeiten]] des Lebens überhaupt vermittelt wurden, bestimmen sich daher jetzt im Objekt dieser Beziehung fort als subjektive Notwendigkeit, als eine nun subjektiv wirksame [[Lebenspflicht]], ein Sein-Sollen von [[privater]] [[Identität]], wie sie sich nur persönlich vermitteln kann. Eine [[Persönlichkeit]] erscheint von daher nun als Integrität dieser Pflichterfüllung. So wurden diese Gebotenheiten in der Form einer [[abstrakten]] Integrierung, der Integration einer [[Entfremdung]], zu einer [[Bedingung]] des [[Selbstgefühls]], das den [[Lebensraum]] dieser nun notwendig scheinenden [[Beziehung]], die sich als körperliche und geistige [[Identität]] fortträgt - nicht einfach als vermittelter Inhalt, sondern als ein durch diesen [[Raum]] und seine Lebenssubstanzen zu eigen gewordenes [[Gefühl]]. An diesem machen sich die Identitfikationen der Wahrnehmung fest, indem ein derartiges [[Selbstgefühl]] zu einem [[Objekt]] aller [[Selbstgefühle]] verdichtet wird, welches mit der [[Dichte]] dieses Raums schließlich die [[Identät]] der [[Wahrnehmung]] bestimmt und von daher zu einem [[Subjekt]] der Wahrnehmung geworden ist. Es handelt sich hierbei nicht um ein [[wirkliches]] [[Selbstgefühl]], wie es in der [[Selbstwahrnehmung]] ensteht, sondern um ein [[Gefühl]], an welchem sich die Selbstgefühle so objektivieren, wie sie in diesem [[Raum]] Halt suchen und finden, solange es darin also körperliche oder auch gegenständliche Wahrnehmungsformen hierfür gibt, die ihre Aufmerksamkeit in dem Maß begründen, wie sie das [[Gedächtnis]] ihrer Gefühle, die [[Psyche]], scheinbar überflüssig machen. Erst hierin, wo das Selbstgefühl sich durch seinen [[Lebensraum]] auch [[wirklich]] behaupten kann, wird die [[symbiotische Selbstbehauptung]] vollständig und in sich geschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der äußerlichen Identität, welche in der Lebensbergung überhaupt möglich ist, ist somit eine Heimat der Gefühle entstanden, in der sie durch die [[Umstände]] ihrer [[Gewohnheit]] zu sich kommen - nicht als Gefühl, sondern als Geborgenheit der Gefühle, was immer auch ihr Inhat sein mag. Das Wiedererkennen einer Kenntnis ersetzt die Notwendigkeit der [[Erkenntnis]] in solchen Welten; die Geborgenheit des Gemeinsinns wird zum Maßstab der Verhältnisse darin - auch wenn sie ihre Unsicherheit entbergen und über nichts anders streiten, als über das, was ihnen fehlt: [[Selbstgewissheit]]. Und deren Mangel ist nun systematisch geworden, weil ihr das [[Wissen]] über sich abgegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hörigkeit, welche in der Erziehung noch maßgebliche Sucht nach Identität war, hebt sich daher nun auf in einer Wahrnehmungsgewissheit, die an ihren Lebesraum gebunden, hiervon vollständig abhängig ist. Allerdings wird sie von daher nun in umgekehrter Weise wirklich gegenständlich, Gefühl von wirklich wahrnehmbarer Gewohnheit, Gefühlsgewohnheit der Selbstwahrnehmung unter denLebensbedingungen eines anerzogenen Lebensraums. Solange sie auf diese Weise gegenständlich sein kann, solange also der entsprechende [[Lebensraum]] existiert oder entsprechende Gegenstände, werden diese zum äußeren Subjekt der Wahrnehmung, die sich nur noch hierüber ihrer selbst gewiss wird, ihr [[Gedächtnis]] also in dieser Gestalt objektiv hat. Damit allerdings heben sie ihr eigenes Gedächtnis nun vollständig auf. Was sie durch sich selbst wissen könnten, wird beherrscht von der [[Notwendigkeit]], sich durch das gewohnte Selbstgefühl seiner selbst zu vergewissern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebote und Notwendigkeiten der erzieherischen Verhältnisse heben sich somit zu einer äußerlichen [[Gewissheit]] auf, an der sich die damit erzeugte Ungewissheit fixiert. Die Beziehungen zu Menschen sind von daher nicht mehr nötig, um Identität zu haben; im Gegenteil: Sie werden dieser objektiven Identität des Selbstgefühls unterworfen, um Gewissheit zu verschaffen. Es ist eine erzwungene Selbstgewissheit, welche als eine unendlich gewordene Identitäsangst die Auseinandersetzungen der Menschen bestimmt. Sie werden füreinander zum Beispiel ihrer Not und verlangen von einander, dieser zu gehorchen, sie als ihre seelische Moral anzuerkennen und als [[Gewissen]] für sich zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Resultat höriger Sinne war somit die Erzeugung einer [[Gewissheit]] aus einem [[Gewissen]], welches sich der Selbstkontrolle entwöhnt, also sich in der Bindung an diese objektive Gewissheit quasi von seiner Erziehung &#039;&#039;befreit&#039;&#039;. Die [[Gewohnheit]] der [[Selbstwahrnehmung]] in einem erzieherisch bestimmten Lebensraum, welche das Zugehörige gegen das Hörige errichtet hat, wird auf seine Weise subkjektiv, wenngleich dies nur objektiv möglich ist. Man kann daher auch sagen: Die Hörigkeit der Selbstwahrnehmung emanzipiert sich gegen die erzieherische Beziehung und entzieht damit objektiv ihre Selbstverlorenheit, welche ihre Selbstaufhebung mit sich gebracht hatte. Indem sie auf ihr Gewissen hört, das ihr eine &#039;&#039;höhere Identität&#039;&#039; verschafft, wendet sie sich gegen ihre Herkunft und wird durch das [[objektive Selbstgefühl]] zu einer objektiven Gegenmaccht. In diesem ist schließlich alles bewahrt, was aus der [[Geschichte]] der Menschen unter [[gegebenen]] [[Bedingungen]], also den Bedingungen der [[Lebensburg]], als eigene [[Wahrheit]] bewahrt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gewissen ist keine Instanz, welche den Menschen quasi kulturfähig hält, wie es etwa Sigmund Freud annahm, der es als Resultat eines inzestuösen Triebkonflikts wissen wollte. Es ist das Mittel einer Identitätsbildung und Sicherung, die sich aus der Hörigkeit in erzieherischen Verhältnissen heraussetzt. Es ist eine Form entäußerter Selbstgewissheit, in der sich ein Individuum aus der gesellschaftlichen Macht der Lebenspflicht, wie sie in der Lebensbergung besteht, entzieht. Es wird der Träger eigener Geborgenheit inmitten einer Welt, worin die Selbstaufhebung gefordert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist daher auch mitnichten kollektiv und auch nicht metaphysische Allgemeinheit im Individuum, archetypisch, wie es etwa von C.G.Jung dargestellt wurde. Es rekrutiert sich auch nicht aus sittlichen oder allgemein kulturellen Erfahrungen oder moralischen Werten; es wäre lediglich moralisches Bewusstsein. Es mag vielerlei Allgemeinheiten enthalten, aber eben nur in der Form, wie sich Erfahrungen als Gewohnheiten in jedem einzelnen Menschen unter den Bedingungen erzieherischer Verhältnisse verallgemeinert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Bedingungen der Lebensbergung waren Gewissheiten entstanden, die sich aus unterworfenen Beziehungen ergeben hatten. Gewiss war vor allem, dass Selbstbeziehung nicht ohne Selbstkontrolle, nicht ohne Erziehung möglich ist, dass in solchen Verhältnissen [[Selbstwert]] nur entsteht und bewahrt bleibt, wenn die Beziehung auf andere sich durch diesen Lebensraum auch bestimmt und Selbstwert durch ihn bestimmt ist. Und dies geht nun in die Gefühle über, die hier Gewissheit erlangen, soweit sie dem Gewissen dieser Verhältnisse auch entsprechen und von daher selbst wie objektive Tatsachen fungieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektive Gefühle wären eigentlich alle Gefühle, die gegenständlichen Ausdruck haben (z.B. in Grafik, Kunst, Architektur usw.), wenn sie ihre subjektive Herkunft verloren, ihre Welt verlassen hätten. Das reicht aber nicht zur Erklärung, warum sie eigene Wirkung haben. Objektiv können Gefühle nicht durch bestimmte Wahrnehmung von bestimmten Lebensäußerungen werden, sondern durch unbestimmte: Durch eine Gewohnheit, in welcher das Subjekt der Beziehung gegenständlich aufgehoben ist, also durch den Ersatz eines Subjekts durch die Gewohnheit eines erzieherischen Verhältnisses. Objektive Gefühle selbst haben keinen anderen Sinn als den, den sie ersetzen, an dessen Stelle sich ihre Gewohnheiten setzen. Eigentlich sind sie also die [[Negation]] einer ganz bestimmten Gefühlswelt, welche durch diese Gewohnheiten ausgeschlossen ist. Aber als solche können sie nicht wirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektiv sind solche Gefühle dadurch, dass sie von einem subjektiven Objekt bestimmt sind, das objektiv notwendig ist, um subjektiv zu sein. Und sie treten auf, wenn nur zu fühlen ist, was objektiv gegeben ist, was menschliche Notwendigkeit dadurch hat, dass es unwahrnehmbar ist. Solche Gefühle setzen also voraus, dass durch deren verinnerte Objektivität eine subjektive Not aufgehoben ist, dass also eine objektive Notwendung zugleich die Aufhebung einer subjektiven Not betreibt und darin Subjekt und Objekt wirklich ununterschieden und also ohne Bewusstsein auch ununterscheidbar sind. Objektiv sind Gefühle dann total, wenn menschliche Wirklichkeit nichts anderes zulässt, als eine Beziehung von Subjekten durch Gefühle, welche nur außer ihnen objekte Gestalt haben oder bekommen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es gibt für solche Objektivität nicht unbedingt einen Schuldigen. Oft können die Menschen gar nichts dafür, dass sie unter bestimmten Umständen ihrer Sinnbildung so aneinander geraten waren, dass ihre Beziehung objektiv zu einer Erziehung wurde. Es ist meist auch der Mangel der wirklichen Umstände selbst, der dazu führt, dass die Menschen durcheinander zu Sinnbildungen kommen, die jenseits von ihnen ausgeschlossen und daher ausschließlich sind. Besonders deutlich wird dies an den Beziehungen, welche in der Erziehung von Kindern auftreten: Je weniger eigene Welt Kindern wie Eltern bleibt, desto objektiver und zugleich inniger wird ihre Beziehung bestimmt sein. Solche innige Objektivität vereinigt alle subjektiven und Objektiven Inhalte der Gefühle.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Entwicklung eines einzelnen Menschen macht immer einen Werdegang von objektiven zu subjektiven Gefühlen aus. Eltern sind der Form nach zu allererst Subjekte, welche ein Kind hervorbringen, das objektiv von ihnen abhängig ist. Von daher erfährt es sie auch als objektives Subjekt seiner Beziehung auf die Welt überhaupt. In dieser Beziehungen erscheint objektives Fühlen noch naturnotwendig, wiewohl hierbei zweifellos ein Mensch fühlt, weil er schon vor seiner Geburt Sinn hat für das, was seine Eltern ihm zu vermitteln haben, und sei es auch nur ein Sinn für die Brust der Mutter oder ähnlich anderes. Aber sosehr dies auch als Naturempfindung erscheint, so schnell wird darin auch eine menschliche Beziehung wach. Schon im Mutterleib bezieht sich das Kind auf Menschen, auf seine Muttter und alles, was es vom menschliche Leben sonst auch mitbekommt (Geräusche, Licht, Berührungen, Musik, Sprache usw.). Es hat Eindrücke, die ohne andere Menschen nicht vorhanden wären. In einem künstlichen Uterus würde es schon vor seiner Geburt verkümmern.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soweit Menschen in ihrer Entwicklung frei von subjektiven Mächten sind, entwickeln sich ihre Gefühle sowohl objektiv wie auch subjektiv, ermöglichen ihnen also die Bildung einer Identität als Subjekt, soweit wie dieses gesellschaftlich schon möglich ist, wie es also die Sinnbildung der bisherigen menschlichen Geschichte schon erreicht hat. In dem Maße, wie objektiv begründete Gefühle einer solchen Macht aber unterworfen werden, verselbständigen sich Gefühle, sondern sich ab und wirken unmittelbar objektiv als wirklich objektive Gefühle, als Gefühlsmacht. Dies, aber nur dies, macht die Wahrheit des psychoanalytischen Verdrängungsbegriffs aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein ist dies nur möglich, wo Lebensräume selbst zum objektiven Träger der Selbstgefühle geworden sind, worin also menschliche Subjektivität nicht möglich ist, noch nicht geworden ist oder sich verliert, weil eine solche Lebensburg sich gegen das Selbsterleben errichtet hat. Indem Menschen sich in der Selbstenfremdung geborgen fühlen, Haben sie keine lebendige Identität für sich. Sie erleben die Gefühle selbst ausschließlich objektiv und als Macht, welche gegen ihre Selbstwahrnehmung gerichtet ist. Die Wirklichkeit ihrer Selbstgefühle haben sie noch nicht oder nur durch fremde Kräfte, durch Kräfte der [[Entfremdung]], in denen sie selbst auch wirklich aufgehoben werd, um irgendeine Gefühle ihrer Gefühle zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo einem Menschen diese [[Gewissheit]] unmöglich, zerfallen oder zerflossen ist, wird ihm die Objektivität solcher Gefühle unmittelbar notwendig, wird ihm die objektive Vermittlung zu einer Selbstbestimmung, zur [[Bestimmung]] seiner als seine Notwendigkeit. Die subjektive Not kann aber nicht objektiv aufgehoben werden, da sie ihren Schmerz nur durch sich hat. Es kann sich nur das objektiv Notwendige als subjektive Notwendigkeit andienen, kann sich in dieser Bestimmung ihm angleichen, indem es zu seiner Gewohnheit wird. Wo Erkenntnis nicht mehr nottut, wird Leidenschaft zur Zierde, wo die Liebe keinen Sinn mehr hat, kann sie als angenehmer Umstand fortbestehen - bis er zur Hölle wird. In objektiven Gefühlen zirkuliert die bürgerliche Kultur. Aber die Erkenntnis duldet keine Umstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich existieren solche Gefühle erst, wenn sie eigene Wirkung und damit Wirklichkeit bekommen: In den [[Lebensräumen]], die sich darauf gründen (siehe [[Lebensburg]]). Dort werden sie zu Gefühlen, welche eine objektive Notwendigkeit subjektiv wahrmachen, also fremden Sinn als einen Übersinn wie eine eigene Wahrheit dadurch wahrmachen, dass sie die Wahrnehmung des Einzelnen für sich aufheben (s.a. [[Gemeinsinn]], [[Familiensinn]]). Die Macht dieses Sinns setzt eine Beziehung in einem notwendigen Lebensraum voraus und setzt sich gewöhnlich durch ein [[Schuldgefühl]] um, in welchem die Unterworfenheit eigener Wahrheit anerkannt ist. Es ist die Grundlage für seelische Bedrängung (siehe [[Verrücktheit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Gefühle mögen scheinbar oder vorgetäuscht sein. Es gibt dennoch keine richtigen oder falschen Gefühle, auch nicht in der [[Täuschung]], ist darin doch gerade nur das vertauscht, was man fühlt und eben nur dadurch zur Täuschung fähig. Eine Täuschung hat ihren [[Grund]] letztlich im [[Subjekt]]. Gefühle mögen zwar zwiespältig sein und die Frage aufwerfen, was nun in der Beziehung zu den Empfindungen wahr und was Täuschung sei, aber sie können nicht selbst unwahr sein.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Und darum ist schwer einzusehen, warum Gefühle objektiv sein sollen. Vorgetäuschte Gefühle sind mit Empfindungen vertauscht und als solche durch ihre Vermittlung selbst erzeugte Gefühle. Sie sind ebenso wie alle anderen Gefühle - auch wie enttäuschte Gefühle - substanzielle Grundlage der Erkenntnis, auch wenn ihre Vermittlung erst noch begriffen werden muss.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Auch in der bloßen [[Objektform]], wie sie z.B. in der Architektur oder Kunst vergegenständlicht sind, können Gefühle nicht von den Menschen unabhängig sein. Sie können zwar mächtig Eindruck machen, nicht aber den Menschen objektiv bestimmt gegenübertreten, wirklich objektiv für sich und also mächtig sein.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrem Sinn können Gefühle eigentlich nicht objektiv sein und es schiene widersinnig, von [[objektiven Gefühlen]] zu reden, wäre dieser Schein nicht [[Wirklichkeit]]. Gefühle werden objektiv, wenn sie als eigenständige Notwendigkeit erscheinen, von einem Objekt bestimmt sind, das eine Lebensnotwendigkeit darstellt und zugleich ausschließlicher [[Gegenstand]] der Wahrnehmung ist. Objektiv werden Gefühle also erst dann, wenn über ihren Gegenstand nur zu fühlen ist, was objektive Notwendigkeit hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das setzt voraus, dass objektive Notwendigkeit eine subjektive Not aufhebt, also eine objektive Notwendung zugleich die Aufhebung einer subjektiven Not betreibt und darin Subjekt und Objekt wirklich ununterschieden und also ohne Bewusstsein auch ununterscheidbar sind. Objektiv sind Gefühle dann total, wenn menschliche Wirklichkeit ausschließlich nur zu fühlen ist, sie in einem Lebensraum eingeschlossen ist, der nichts anderes zulässt, als eine Beziehung von Subjekten als Objekte ihrer Gefühle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Entwicklung eines einzelnen Menschen macht in der bürgerlichen Gesellschaft immer schon einen Werdegang von objektiven zu subjektiven Gefühlen aus. Eltern sind der Form nach zu allererst Subjekte, welche ein Kind hervorbringen, das objektiv von ihnen abhängig ist, weil und solange es keine andere Gesellschaft als die der Kleinfamilie hat. Von daher erfährt es sie auch als objektives Subjekt seiner Beziehung auf die Welt überhaupt. In dieser Beziehung erscheint objektives Fühlen noch naturnotwendig, wiewohl hierbei zweifellos ein Mensch fühlt, weil er schon vor seiner Geburt Sinn hat für das, was seine Eltern ihm zu vermitteln haben, und sei es auch nur ein Sinn für die Brust der Mutter oder ähnlich anderes. Aber sosehr dies auch als Naturempfindung erscheint, so schnell wird darin auch eine menschliche Beziehung wach, in welcher der Mensch Gegenstand für den Menschen ist. Schon im Mutterleib bezieht sich das Kind auf Menschen, auf seine Muttter und alles, was es vom menschliche Leben sonst auch mitbekommt (Geräusche, Licht, Berührungen, Musik, Sprache usw.). Es hat Eindrücke, die ohne andere Menschen nicht vorhanden wären. Aber in dieser natürlichen Unterschiedslosgkeit des leiblichen Gefühls bestehen doch alle Gefühle zugleich subjektiv, keimt darin eine werdende Subjektivität aus der Symbiose der Naturbeziehung zu einem eigenständig werdenen Menschen.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die subjektive Wendung objektiver Lebensbedingungen gibt es in der Wahrnehmung Gefühle, die wie ein fremdes Subjekt die Wahrnehmung bestimmen, die eine Macht in sich haben, die objektiv wirksam ist. Sie werden es dadurch, dass sie in Beziehungen nötig sind, die erzieherisch bestimmt sind und die durch diese erzieherischen Beziehungen ein eigenes Sein geschaffen haben, welche diese Beziehung ausgestaltet hat. Es geht hierbei nicht nur um Beziehungen zwischen Generationen, also meist Eltern und Kinder, sondern um Liebesbeziehungen überhaupt, in denen auf eine Objektivität hingezogen und also auch einseitig oder beidseitig erzogen wird, die nicht unbedingt so sachlich ist, wie sie vorgestellt wird. So müssen z.B. Kinder ihren Eltern glauben, was sie vermitteln, gleich wie das Vermittelte in Wirklichkeit ist. Die Vermittlung der Objelktivität geschieht innerhalb der erzieherschen Verhältnisse nun mal vor allem subjektiv. Und so wandert oft genug auch eine subjektive Absicht in diese Beziehung ein, die objektiv vorgestellt wird, um das erzieherischen Verhältnis zu bestimmen oder zu verewigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und innerhalb der persönlichen Beziehungen ist zwangsläufig jede solche &#039;&#039;Erziehung&#039;&#039; die Vermittlung einer [[Selbstermächtigung]], einer subjektiven Objektivität, die einen Menschen, der da nichts entgegenstellen kann, verrückt macht. Der durch sie erwirkte Einfluss auf die [[erzieherische Beziehungen]] erzeugt für diese eine Objektivierung ihrer Gefühle, [[objektive Selbstgefühle]], welche ihren [[Sinn]] bestimmt und die substanziellen Gefühle darin verrückt und entrückt. Die Wahrnehmung wird hierdurch [[entgegenwärtigt]] und durch eine fremde Selbstwahrnehmung auch ohne [[Anwesenheit]] ihrer Beziehung bestimmt. In den [[Verrücktheiten]] erweisen sich diese als eigenständige Wahrnehmungskreisläufe, als zirkuläre Selbstwahrnehmungen, als [[Wahrnehmungszustände]], die wie aus sich selbst heraus begründet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rückstand der erzieherischen Selbstermächtigung ist eben nur das Gefühl, welches diese Beziehung verobjektiviert und wie eine Objektivität dieser Beziehung diese beherrscht. Es erscheint - wiewohl nur objektiv notwendiges Gefühl - subjektiv, und erfordert von daher, das zu sein und zu glauben, was in dieser Beziehung gefühlsnotwendig ist, was also die Beziehung dadurch zusammenhält, dass die Menschen sich in ihren Selbstgefühlen überhaupt nur objektiv wahrhaben, aneinander ein [[objektives Selbstgefühl]] gewinnen und dieses hegen und pfegen, also füreinander kulturvieren. Jeder Mensch in diesem Verhältnis objektiviert den anderen zu seiner Persönlichkeit, dass dieser so werden muss, wie es jenem nötig ist - vice versa. Die bornierte bürgerliche Persönlichkeit entfalten nun selbst einen [[Lebensraum]] ihrer selbst, in welchem ihre [[Egozentrik]] auch wirklich aufgehoben ist, wenn auch unter dem Schmerz einer Notwendigkeit, die nicht ganz geheuer, fast [[unheimlich]] ist. Es ist ein Grundgefühl einer selbstbezogenen Verbundenheit, die für jeden die Pflicht darstellt, zu fühlen wie der andere, zu sein, wie der andere und zu lieben, wie der andere, die Liebe selbst wird zu einem Subjekt aller Zugehörigkeiten, das aber nurmehr als Gewohnheit wirkt und ein unheimliches Schuldgefühl hervorruft. Es verlangt nun objektiv, dass jede Persönlichkeit in diesem Verhältnis Lebensstoff für jeden anderen ist. Seine [[Einverleibung]] ist hier nicht nur selbstverständlich, sondern notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kind kann solches Verhältnis noch als Glück erfahren werden, muss es doch nur erkennen, was es lieb sein lässt, was also hier anerkannt und Lebensstoff ist. Es nimmt sehr wohl wahr, welche Bestimmung es in solchem Lebensraum hat. Es eignet sich auch selbst die eigene Wahrnehmung aus Selbstwahrnehmungen an, die es darin wahrhat. Erst wenn es sich auch die Welt jenseits solcher Verbundenheit verhält, kann es einen Konflikt mit sich selbst bekommen, den es nicht erkennen kann, weil es ja lediglich eine Objektivität seiner Gefühle verloren hat, die ihm notwendig war, um seine Welt ungebrochen erleben zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein objektives Gefühl ist von daher ein Gefühl, welches zwar die Einheit einer erzieherischen Beziehung darstellt, dieses aber als Grundgefühl einer Selbstbeziehung nun auch nötig hat. Und das ist ein Gefühl, das niemand für sich hat und das auch nicht wirklich auf einen anderen Menschen bezogen ist, sondern das nur unter den objektiven Bedingungen der Umstände und Lebensräume solcher Beziehungen überhaupt auftreten kann. Allerdings bestehen die Umstände hier nicht aus reinen Sachen, sondern aus Menschen, die dennoch als Lebensbedingung sachlich bestimmt wurden. Objektive Gefühle sind also das Resultat einer erzieherischen Beziehung, in welcher Hörigkeit entstanden war, so dass sich die Menschen, welche sich körperlich und augenscheinlich freilich als Menschen [[wahrgehabt]] haben, sich als Menschen nur sachlich vergegenwärtigen können. Das spaltet ihr Menschsein selbst und damit die Wahrheit ihres Lebens in ihren Gefühlen. Sie ist doppelt: Einmal die Wahrnehmung objektiver Bestimmtheit, also eines objektiven Sollens, das Grundlage ihrer Selbstgefühle ist, und zugleich notwendige Bezogenheit einer sich selbst fremd gewordenen Liebesbeziehung, negierte [[Liebe]], die zugleich Bedingung der Verbundenheit selbst ist. Die Menschen erleben sich selbst nur in dieser doppelten Ausschließlichkeit, durch welche ihre Erkenntnis selbst gegen sie bestimmt wird, ihre Selbsterkenntnis praktisch ausgeschlossen ist. Ihr Fühlen selbst wird objektiv, wiewohl dessen Grund außer ihnen nur unheimlich heimlich wahr sein kann. Die Basis ihrer Beziehung ist notwendig [[unbewusst]]. Als objektives Fühlen veräußert sich die Wahrnehmung zu dem, was sie in sochem Lebenraum sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektive Gefühle erweisen sich schließlich als Gefühle, deren subjektive Herkunft verschwunden ist, die also selbständig und völlig unabhängig zu bestehen scheinen und doch ebenso vollständige Wirkung auf die Menschen haben, weil sie als Macht einer Naturempfindung wirken - so, als wären sie eine &#039;&#039;Klimaanlage des Gefühls&#039;&#039;. Ausgerechnet die Parapsychologen haben den ersten empirischen Nachweis gebracht, dass es Gefühle gibt, die sich jenseits aller wirklichen Beziehungen und Verhältnisse zu begründen scheinen. Zur Untersuchung von Geisterwahrnehmungen, die systematisch bei den Besuchern im Tower von Edinburg auftraten, wenn sie alleine in dessen gespenstischen Kellerräumen waren, rekonstruierten sie diese Räume virtuell als Computersimulation, die, wenn sie mit einer 3D-Brille und Kopfhörer in Abhängigkeit von eigener Bewegung wahrgenommen wurden, diesselben Geisterwahrnehmungen hervorriefen: Das Gefühl, dass da jemand um den Besucher schleicht, ein seltsamer Windhauch umgeht, die Haut an den Armen zu brennen beginnt und ein sich bis zu einer raunenden Sprache steigernden Stimme aus entfernten Fluren hallt (Richard Wiseman, 2001). Es scheint visuelle Formen und Strukturen zu geben (hier sind es weit verwinkelte leere Kellerfluren mit fremden Raumklang und Nachhall), die das Selbsterleben in ganz bestimmte Wahrnehmungen zwingt. Einzig, was sie unter der Bedinguing absoluter Isolation in Gang setzen, unheimliche Gefühle von Gespenstern oder ähnlichem, ist als eine besondere Art von Lebensangst nachvollziehbar. Propagandisten, Psychologen und andere Gurus kennen dieses Phänomen zur Genüge und setzen es für ihre Zwecke nach Belieben ein (vergleiche z.B. die Isolation bei der sogenannten Urschrei-Therapie nach Janov, die Hyperventilationsübungen vor &#039;&#039;Transzendezerfahrungen&#039;&#039; asiatisch ausgerichteter Selbsterfahrungsgruppen, spezifisch instrumentalisierte sexuelle Stimulationen als Mittel esoterischer &#039;&#039;Bewusstseinserweiterung&#039;&#039;, oder auch die Empfindungen in Menschenmassen, die gesetzmäßige objektive Abläufe haben (s.a. Populismus), - und nicht zuletzt der gesamte Drogenkonsum, der den Körper objektiv so stimuliert, dass er für bestimmte Wahrnehmungen oder einfach auch nur Enthemmungen der Seele bereit ist (s.a. Sucht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber völlig grundlos können auch solche Gefühle nicht existieren. Auch wenn sie unmittelbar jede Empathie aufheben, so haben sie dennoch einen tiefen Grund. Doch ihr Tiefsinn erscheint nurmehr in ihrem Anlass und ihrer Absicht. Was aus gänzlich anderen Anlässen auch wohlbegründet sein mag und - wenn auch vielleicht weiter vermittelt - voller Sinn, erscheint nun subjektiv fremd und zufällig, außer Reichweite jedweder Geschichte. Wo wir z.B. Unheimliches noch einfach wahrgenommen hatten, ließ sich durchaus erschließen, welche Heimlichkeiten wir dabei wahrhatten, z.B. die eng begrenzten Grenzenlosigkeiten unserer Liebe und Kultur, den Konsum von Nutzen, dessen gegenständlicher Zusammenhang (s.a. Ware) uns vielleicht auch gänzlich fremd ist (s.a. [[Warenfetischismus]]). Jetzt scheint [[Gegenwart]] und [[Wahrheit]] vollständig getrennt. Zwar gibt auch jedes objektive Gefühl, selbst als &#039;&#039;psychisches Symptom&#039;&#039; (z.B. Depression, Platzangst, Panikattacken, Wahnsinn) nach hinreichend gründlichem empathischen Verstehen Auskunft über die Grundbefindlichkeiten eines Lebens, wie wir es - für die unmittelbare Wahrnehmung manchmal unerkennbar - wahrhaben. Aber in Wahrheit ist es nicht dieses, welches objektiv wirksam geworden ist, sondern das Gegenteil: Eine Lebensbestimmung, die gegen den lebenden Menschen selbst sich verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223.1 Die entäußerte Aufmerksamkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit ist die Gegenwärtigkeit des [[Gedächtnisses]] für die [[Wahrnehmung]], also das, was sie aufmerken lässt. Sie wird beeindruckt durch die [[Gefühle]], welche von dort in die [[Empfindungen]] eingehen. Von da her ist die Aufmerksamkeit abhängig von den [[Umständen]] und [[Inhalten]] der [[Wahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kann aber auch durch Überreizung (siehe [[Reiz]]) mehr ocer weniger vollständig zu selbständigen [[Wahrnehmungszuständen]] aufgehoben werden, weil sie sich auf wesentliche [[Inhalte]] ebenso fokussieren und verselbständigen kann, wie auf die [[Ästhetik]] einer Begegebenheit (z.B. übermächtige Geruchsempfindlichkeit). Damit einher geht dann eine Abwehr gegen bestimmte Wahrnehmungsinhalte, ohne dass diese [[verdrängt]] würden und ohne dass darin bestimmte [[Ursachen]] wirksam wären, diese unbestimmbar aber als leere Erregung in einem Menschen fortwirken. Es sind dies dann Surrogate von Inhalten, die übermäßig bestimmt sind (siehe auch [[Formbestimmung]]) und von daher ihren [[Lebensraum]] überdehnen würden und sich in ihrer [[Wirkung]] komprimieren (siehe [[Dichte]]), von daher sich ganz unbestimmt gegen dessen bestimmte [[Inhalte]] in der [[Wahrnehmung]] und sich schließlich gegen deren Aufmerksamkeit selbst richten (siehe das sogenannte &#039;&#039;Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Absehung von einem wirklichen Sinn entstehen [[Absichten]], die keinen sinnlichen Gegenstand mehr haben. Nicht die persönliche Beziehung auf andere noch zu sich selbst wird hierbei sinnlich bejaht. Im Grunde besteht die Substanz der Selbstwahrnehmung in solchen erzieherischen Beziehungsverhältnissen aus der Verneinung der eigenen sinnlichen Erkenntnis. Wo dem keine andere Welt mehr zugeordnet ist, ist jedes Erkennen innerhalb dieser Verhältnisse ein Verkennen der eigenen Wahrnehmungsinhalte und also eine Aufhebung der [[Selbstgewissheit]]. Die herrschenden [[Gewohnheiten]] mögen zwar noch als Zankapfel dienen, als Träger objektivierter Auseiandersetzungen, aber aus ihnen ist kein wirklicher Sinn mehr erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verhältnisse entleeren die Beziehung der Menschen in dem Maße, wie sie sich als gewöhnliches Leben etablieren. In Wahrheit erleben sich die Menschen darin ihrer Sinnlichkeit entrückt und täuschen sich hierüber vermittelst ihrer Gewohnheiten dadurch hinweg, dass sie sich verrückt zueinander verhalten. Der gewöhnliche Mensch, der das Leben nur noch als völlig veräußertes Erleben zu sich nimmt, erfährt sich selbst jetzt auch allgemein als Mensch voller Erlebnisse, die sich über die Gewohnheiten des Lebens erheben und ihn nun als Mensch schlechthin auszumachen scheinen. Wie ein Tourist die Kulturlandschaften der Einheimischen je nach Angebotslage und Preis deren ihm fremde Geschichte durchpflügt, so durchpflügt er die Seelenlandschaften der Menschen nach ihrem Erlebenswert. Er schafft sich so selbst die Grundlage seiner Beziehungen, die nötig machen, dass er seine Unheimlichkeiten abstreift und sich entheimlicht, sich veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese Veröffentlichung ist nur die Eröffnung seiner Selbstentfremdung und verallgemeinert sich in einer Kumpanei objektiv gewordener Gefühlswelten, in denen zwischenmenschliche Beziehungen, wie sie als Erziehung noch bestimmt waren, hiervon emanzipiert erscheinen können. Jeder Mensch kann so zu einem objektiven Subjekt in seiner Selbstentfremdung werden und seine Persönlichkeit dahin &#039;&#039;kanalisieren&#039;&#039;, indem er seine Regungen beherrscht, sich selbst hiervon enteignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem aber ein Mensch in solcher Objektivität sich eigene Regungen wirklich austreibt, seine Gefühle selbst negieren muss, um frei zu sein für die Wahrnehmung der Selbstenfremdung als eigentümliche Erlebenswelt, treibt er auch seine eigene Erregung aus. Er vermittelt sich selbst in einer Welt, wo er seine Zwecke verwirklicht sieht, macht sein Leben zum Selbstzweck dieser Welt. Alle Formen seiner Persönlichkeit beugen sich dieser Vermittlung, die durch die Erziehung erzwungen wurde und jetzt schlichte Notwendigkeit für &#039;&#039;intakte Beziehung&#039;&#039; ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und gerade diese kann nicht wahr sein, weil sie den Verhältnissen eines bestimmten Lebensraums entspricht, also objektiv bestimmt ist. Jede Beziehung, die etwas sein muss, was sie nicht sein kann, erzeugt eine Unruhe aus der nichtigen Bewegung, die sie in ihrem Verlauf betreibt. Wie durch einen Trieb zur Bewegung erscheint jede Gegenwärtigkeit bestimmt zu sein, wesenlos und unwirklich, weil die wesentliche Wirkung die Entfremdung von den eigenen Lebensbedürfnissen ist, die Bedrängung des Lebens, das sich selbst in die Flucht getrieben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223.2 Die strukturelle Lebensangst (Institutionen der Angst)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Leben, das für sich selbst flüchtig geworden ist, leidet daran, dass Leben sich nicht verflüchtigtigen kann. Es besteht darin, dass es sich selbst unentwegt bedrängt, wo es sich bewegt. Es kann auf vielfache Weise bedroht sein, aber durch sich selbst wird es zu einer inneren Lebensbedrohung, die keinen Bezug zu ihrer Welt mehr haben kann. Von Lebensangst spricht man, wenn es durch sich selbst beengt ist, wenn es durch seine [[Körperf]]orm, seinen [[Lebensraum]] sich selbst bedrängt, durch die [[anwesenden]] [[Körper]] seine [[Gegenwärtigeit]] verliert, [[abwesend]] wird, ohne dass erkannt werden kann, was durch diese bewirkt ist, was [[wirklich]] mit dem Leben geschieht, was überhaupt die [[Ursache]] der Angst sein könnte. Es ist die Unwirklichkeit der Köperformen selbst, die diese [[Angst]] ausmacht und erfüllt, die eigene Körperlichkeit, auf welche die [[Wahrnehmung]] zurückfällt, weil sie sich selbst bedrängt, weil sie voller [[Inhalte]] ist, die sich [[widersprechen]] und ihre [[Substanz]] aufzehren müssen, solange sie ohne Welt bleibt. Es ist die Angst der Weltenlosigkeit, der [[absoluten]][[Egozentrik]], die letztlich genau das [[nichtet]], was sie nötig hat: [[Wirklichkeit]], das [[Leben]], wie es [[wirklich]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] entsteht als [[Gefühl]] einer Bedrohung des eigenen [[Lebens]] durch eine Gefahr, die unkenntlich ist, einer Bodenlosigkeit, in der jeder Halt verloren geht, einer Ohnmacht der [[Wahrnehmung]], die sich verloren fühlt, weil sie sich selbst [[fremd]]w geworden ist (siehe [[Selbstentfremdung]]). Sie ist das Gefühl eines [[Selbstverlustes]] gerade dort, wo das Selbstvertrauen zu Hause sein müsste, der Verfall der Wahrnehmungsidentität durch ganz [[gewöhnliche]] Wahrnehmungsinhalte. Sie ist die [[Selbstwahrnehmung]] einer [[Nichtung]] der [[Selbstachtung]], die einem bestmmten [[Lebensraum]] entspringt, der die eigenen Kräfte beengt ([[Angst]] kommt von Angustia=Enge), der die [[Entwicklung]] eigener [[Selbstverwirklichung]] ins Leere geführt hat und darin - oft schlagartig - einen Lebensabriss, einen Abgrund, eine Auflösung der Gegenwärtigkeit der eigenen Sinnlichkeit, der [[Erinnerung]], die [[Entgegenwärtigung]] von eigener [[Geschichtlichkeit]] verspürt, z.B. als [[Panikattacke]] oder als [[Depression]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensangst ist eine Angst um das [[Leben]] im Leben selbst, lebendige Angst, nicht [[Angst]] vor dem [[Tod]]. Es ist die Angst um die Wahrnehmung, um eigene Wahrheit, um eigene Identität, die Erkennbarkeit von [[Widersinnigem]], die Furcht davor, dass alles Leben mit einem Mal ein ungeheuerliches [[Nichts]] sein könnte, ein tiefes Loch, ein unendlicher Abgrund. Es ist die Form einer ausgeschlossenen, einer [[negierten]] [[Selbstwahrnehmung]], die sich selbst bedrängt, weil sie außer sich nichts mehr finden, also auch nichts [[empfinden]] kann. Dies entspringt einer [[Selbstwahrnehmung]], in der Leben im [[Grunde]] [[abwesend]] ist. Bei all den vielen [[Anwesenheiten]] lebendiger Menschen, Tiere usw., die [[wahrgenommen]] werden, wird darin nur eins verspürt, nur eins [[wahrgehabt]]: Nichts von alledem ist als Leben erkennbar. In einer erzieherischen Beziehung soll die Selbstwahrnehmung als Kontrolle über die Selbstwahrnehmung zur [[Gewohnheit]] werden, sich also gerade dann von sich ausschließen, wo sich ihre [[Wahrheit]] regt. Das macht Angst. Sie ist das fatale Resultat einer anerzogenen [[Selbstveredelung]], die irgendwann erkennen muss, dass nichts von dem [[wirklich]] für sie da ist, was sie für sich an Beziehungsinhalten [[wahr gemacht]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223.2.1 Die ausgeschlossene Angst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensangst ist eine Angst um die eigene Erkenntnistätigkeit. Es ist die innerste Angst der [[Selbstwahrnehmung]], ohne Boden, grundlos, also ohne [[Erkenntnis]] zu sein, weil alles getragen ist von leerer [[Anwesenheit]] lebendiger Körper und Sinne, also von [[Körpern]], die für alles [[nutzbar]] sind, aber außer dieser [[Nützlichkeit]] nichts verkörpern. Lebensangst ist die sinnliche Wahrnehmung der Sinne, die nur [[abstrakten Sinn]] [[wahr haben]] und darin immer [[dichter]] auf sich selbst verworfen werden. Lebensangst ist somit also nicht einfach die Beziehung eines Menschen auf sich, sondern auf das, was im Selbstbezug zugleich Beziehung auf andere ist, was andere durch ihre Selbstbezogenheit hierfür auch [[wirklich]] sind. Lebensangst ist also eine doppelte [[Negation]]: Die Negation seiner [[Selbstbezogenheit]] als negative [[Beziehung]] auf die Selbstbezogenheiten anderer, als [[Nichtung]] jeglicher [[Selbstgewissheit]]. Sie hebt sich auf in der Bejahung des Selbstbezugs als Bezug auf andere, als Wiedererkennen der eigenen Wahrnehmungsform in anderen, als [[Formbestimmung]] des Lebens. Diese [[Erkenntnis]] muss zur Basis der [[Selbsterkenntnis]] werden, um lben zu können. Sie ist die Rückkunft des Menschen auf sich als Lebewesen, was sowohl Grund wie auch [[Tätigkeit]] jeder Erkenntnis ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensangst kann vielleicht als eine Angst vor dem [[Leben]] erscheinen, soweit sie sich in einer [[Depression]] verschlossen hat. Die Depression ist gelähmte Lebensangst, Leben ohne die [[Angst]], die es enhält, unerkannte Lebensangst, von der Wahrnehmung ausgeschlossene Angst. Diese selbst ist zwar beengend, aber wahr in ihrem Widerspruch: Beengung weiß auch von Beengendem, und kennt das Weite. Und weil Lebensangst widersinnig ist, ist solche [[Angst]] doch äußerst lebendig, damit äußerste Lebensbejahung, wenn auch im [[Zweifel]]. Jedenfalls ist sie keine Angst um den Tod oder vor dem [[Tod]], eher eine Angst, dass man dem Leben entschwindet, dass man darin [[abwesend]] wird. Dies ist höchst abstrakt und die Angst geht auch um diese [[Abstraktion]], ist ein konkreter Widerstand hiergegen. Denn es ist tatsächlich absurd, dass lebende Menschen sich darum ängstigen, dass kein Leben mehr in ihnen sein könnte, dass ihnen die Beziehungen zum Leben, zu Menschen und Kultur entschwinden könnten. Aber in solcher Absurdität werden Abstraktionen erfahren, und es ist die höchste Abstraktion der [[bürgerlichen Kultur]], dass darin Leben letztlich überhaupt nur durch die [[Anwesenheit]] von Menschen [[gegeben]] erscheint, Leben so etwas wie ein Anwesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223.2.2 Die eingeschlossene Angst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst ist im Grunde eine wirkliche Wahrnehmung, also auch eine Wahrnhemung von Wirklichkeit. Doch wo diese aus den Wirkungen einer erzieherischen Beziehung besteht, ist Angst nur durch diese wirklich wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensangst ist der lebende [[Widerspruch]] einer Angst, die nicht erkennbar ist, weil sie den Kern der Lebenswirklichkeit einer [[zwischenmenschlichen]] [[Kultur]] betrifft, worauf das [[Leben]] befestigt werden oder sein soll, zur [[Lebensburg]] gemacht wird, in welcher und durch diese Menschen an die Grenzen ihrer Befestigungen verwiesen werden - nicht in ihnen, sondern im Streit mit anderen um diese. Dieser Streit kann [[vernichtend]] sein, wenn die Angst darin ausgeschlossen wird. So widersinnig dies auch ist, sow erfährt die Angst darin den ausschließlichen Inhalt, dass es bei alle dem um das Leben selbst gehen muss. In der [[Lebensbergung]] wird an sich zwar Vernichtungsmacht aufgehoben und [[Lebensräume]] geschaffen, die ihre Grenzen nach Maßgabe des Geborgenen [[bestimmen]] und verteidigen (siehe hierzu [[Logik]] der Kultur Teil2). Aber als Raum erzieherischer Beziehungen kehrt sich dies gegen die Menschen, die darin zur Gewohnheit ihrer Selbstkontrolle gezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Lebensangst äußert sich also auch begründete Angst, sich deshalb nicht verteidigen und daher nicht mehr ohne diesen Schutzraum leben zu können. Da Menschen nicht durch Grenzen leben, sondern bestenfalls mit ihnen, also begrenzt, ist ihre menschliche [[Identität]] dadurch auch bedroht. Was hinter den Grenzen lebt, bedroht, was vor ihnen lebt. Im Grunde ist Lebensangst eine [[Identitätsangst]]. Die Angst entspringt einem Lebensgrund, [[Lebensbedingungen]], die sich gegeneinander bestimmen und in den Seelen der Menschen Lebens[[absichten]] erzeugen, die nicht unbedingt selbst lebendig werden können, wenn sie nicht [[wahrmachen]] können, was ihre [[Absicht]] ist. Das macht ihre [[Seele]] bodenlos. Sie ist erfüllt mit [[Wahrnehmungen]], mit [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]], die sie nicht in sich vereinen kann, wiewohl doch ihr [[Selbstgefühl]] nur hieraus sich bildet. In der Seele ist der Widerspruch der Wahrnehmungen aufgehoben und lebt in der Aufhebung fort, indem die wirklichen Wahrnehmungen von den seelischen getrennt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223.2.3 Die ausschließliche Lebensangst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[seelischen Entwicklung]] eines Menschen macht sich die Abtrennung seelischer [[Wahrnehmung]] von wirklicher darin geltend, dass er Wirklichkeit als [[Gegebenheit]] zur Kenntnis nimmt, an der er sich nur seelisch bilden kann. Er erscheint sich als Wunderwerk seiner Seele, die nicht wirklich leben muss, sondern in der [[Entwirklichung]] des Lebens ihre [[Kraft]] sammelt (Freud nannte dies die Libido und machte sie flugs zu einer [[ontologischen]] Kategorie). In der Äußerlichkeit von wirklicher Wahrnehmung ist die dem Leben äußerliche [[Bedingung]] nicht erkennbar und stellt sich daher gegen die Identitätsbestrebung der [[Erkenntnis]]. Es ist das [[Wahrhaben]] entäußerter Erkenntnis; [[Selbstentfremdung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensangst ist die Grundlage aller Verselbständigungen der [[Wahrnehmung]] zu [[Wahrnehmungszuständen]], also [[Angstzustände]], [[Zwangsverhalten]], [[Depressionen]] und [[Sucht]]. Erst im [[Wahnsinn]] ist sie wirklich aufgehoben, indem dort die [[Wirklichkeit]] seelisch aufgehoben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Bedingung kann Leben niemals sein, weil kein [[Ding]] lebt, auch wenn viele Dinge zum Leben gehören. Die Unterscheidung der Dingwelt vom eigenen Leben ist Grundlage jeglicher [[Erkenntnis]] und also [[notwendig]], um die Lebensnöte zu erkennen. Werden Lebensbedingungen unmittelbar gelebt, so müssen sie unendlich viel Angst machen, weil sie zugleich den Tod bedeuten. Leben kann nur in der [[Gewissheit]] um seine Bedingungen frei sein, frei, dass es diese von seinem Tod unterscheiden kann. Wo tote Bedingungen herrschen (siehe [[tote Arbeit]]), ist die Erkenntnis dieser Herrschaft unmittelbare Lebenstätigkeit. Sie schließt ein, den Tod als dem Leben immanentes Moment anzuerkennen. Was sonst kann im [[Leben]] Angst machen, wenn es von seinem [[Tod]] weiß? Leben hat den Tod als sein verschwindendes Moment. Es kann hiervon nur gekränkt werden, wenn es sich als Überleben in [[Isolation]] vom Leben, als vom gesellschaftlichen Leben getrenntes Leben erkennen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensangst als Lebens[[zustand]] (siehe [[Angstzustand]]) rührt aus dem Sinn, den ein Leben unter der Bestimmung eines übersinnlichen Lebens erfährt, meist aus dem [[Familiensinn]], der auf dem [[Ausschluss]] vom gesellschaftlichen Leben gründet und Selbstunterwerfung verlangt (siehe [[Lebensangst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser [[Selbstunterwerfung]] wird jede [[Erkenntnis]] durch negierte [[Selbsterkenntnis]] bedrängt. Die [[Angst]] als Gefühl dieser [[Bedrängung]] wird hierdurch zu einer [[Selbstverständlichkeit]] der [[Wahrnehmung]], welche entweder [[verrückt]]macht (siehe auch [[Wahrnehmungszustand]]) oder durch kultivierte [[Ästhetik]] aufgehoben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223.3 Der wirklich ausgeschlossene Sinn (Die Wirklichkeit des fremdbestimmten Sinns)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Wahrnehmung identifizieren kann, was für sie wahr ist, das kann sich nur in den Ereignissen bewähren, in denen Gefühle ihre Empfindungen finden. Aber durch die erzieherischen Beziehungen entwickeln sich Gefühle nicht mehr aus ihren Empfindungen, sondern bestärken sich durch die Empfindungen, die sich darin erfühlen lassen. Was sinnlich für die Gefühle war, wird nun zu einem gefundenen Sinn, die die Ereignisse für den haben, der sie in diesen Beziehungen empfindet. Was die Ereignisse verbindet ist daher das, was sie sinnlich von sich ausschließen, was sie nicht wirklich für sich und durch sich finden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[objektive Selbstgefühl]], welches in ihrem zwischenmenschlichen Verhältnis grundlegend war, hat sich hierdurch selbst zu einer subjektiven Kraft einer gefühlten Entfremdung in den Menschen entwickelt, die ihre Selbstentfremdung betreibt, weil sie nur in dieser Fremde bei sich sein können. Sie müssen den Sinn von sich ausschließen, der alleine sie sinnlich sein ließe. So ist die Sinnsuche in ein unglückliches Verhältnis geraten, in die heimliche Identität einer unheimlichen Form: Die durch objektives Gefühl abgetrennten Sinne erscheinen in sich ebenso sinnlos geworden zu sein, wie der Sinn, in welchem sie sich befriedigen. Der Sinn hat sich selbst nurmehr in der Form wahr, also nur darin, dass sein Leiden durch Versinnlichung seiner Entfremdung wahrgemacht wird und die Wahrnehmung hiervon identitätsnotwendig ist, weil sie formelle Identität verschafft: Beruhigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist diese Ausgeschlossenheit der Selbstwahrnehmung, welche die Perversionen angetrieben hatte, Selbstentfremdung als wirkliches Leiden erfahren zu müssen, um die Wahrnehmung mit sich zusammenzuführen, Selbstwahrnehmung durch erzwungene Fremdwahrnehmung zu ermöglichen. Darin brachte sich schon ein Sinn zur Wirkung, der in der Wahrnehmung selbst ausgeschlossen ist, der also nur unter der Veräußerung einer Selbstwahrnehmung wahrnehmbar wird. Jetzt ist dieser Sinn zu einem wirklich unheimlichen Sinn geworden, der sich gegen seine eigene Gegenwärtigkeit verhält, der Macht über die Wahrnehmung dadurch hat, dass er ihren Sinn so bestimmt, damit sie überhaupt wahr nehmen kann, damit sie überhaupt existieren kann. Dieser Sinn produziert nun Wahrnehmung für eine Wahrheit, die es in Wirklichkeit nur dadurch gibt, dass diese selbst zum Objekt dieses Sinnes wird. Das objektive Gefühl hat sich darin aufgehoben, dass der Mensch seine Wahrheit durch einen Sinn erfäkrt, der seine Wahrheit in der Wahrnehmung selbst produziert, also die zwischenmenschlichen Verhältnisse durch die Inhalte seiner [[Liebe]] bewirkt, die ihn in seiner Ausgeschlossenheit auch ausschließlich bestätigen und bestärken. Es ist eine Liebe, die gegen sich selbst gerichtet ist und in der Gegnerschaft zu sich Beziehung zu anderen Menschen sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Sinn ist aber selbst auch von der sinnlichen Existenz eines Menschen bestimmt und ist in seiner Kraft auch hierin beschränkt, wirkt nicht unentwegt. Was ein Mensch sinnlich gegen sich hat, das tritt nur als Vorwegnahme auf, als eine Kraft, die diese Gegnerschaft in ihm selbst auflöst, die seine Selbstenfremdung versinnlicht und sich doch zugleich als Sinn erhält. Sie scheint daher auch oft nur in Intervallen zwischen Entfremdung und Versinnlichung zu existieren. Die Sinne, welche die Wahrnehmung ausmachen, sind in zwei gegensinnige Seinsweisen zerfallen. Wirkliche Sinnlichkeit ist durch sie selbst ausgeschlossen. Wirklichen Sinn kann es nur zwischen den [[Zuständen]] der Wahrnehmung geben, als völlig gegensinnige sinnliche Wirklichkeiten, die einen Sinn verwirklichen, der von der Selbstwahrnehmung nicht nur getrennt ist, sondern sie selbst als dieser abgetrennte und [[abstrakte Sinn]] bestimmt, für sich also sinnlos, wiewohl Subjekt aller sinnlichen Beziehungen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein vom Menschen vollständig abgetrennter Sinn kann aber nicht wirklich sinnlos sein, eben weil er Sinn hat. Er treibt eigenartige Wirkungen hervorvor, welche die Wahrnehmung in ihrer Form bestimmen und welche der Form nach durchaus eine [[Absicht]] einlösen, die einen Frieden verschafft, der letztlich eine sinnliche Objektivität befriedigt, eine Art Heimat in einem an und für sich sinnlosen Lebensraum dadurch hat, dass er sich gegenständlich macht, sich in anderem formiert, sich durch [[Entgegenwärtigung]] dieses Anderen vergegenwärtigt. Wie eine seelische Absicht, die keinen Sinn mehr hat, wirkt in der Wahrnehmung selbst eine sinnliche Kraft, die sie in dieser eigenartigen Sinngebung zu solcher Indentitätsfindung antreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die Form, worin objektive Gefühle subjektiv ertragen werden. Was in den Perversionen sich noch in gespaltenen Wirklichkeiten - wenn auch nur der Form nach - gewinnen konnte, wird nun zu einem inneren Kampf, in welchem die Wahrnehmung ihre eigene [[Gegenwärtigkeit]] aufheben muss und in welchem sie als eine wirklich zwiespältige Wahrnehmung absolut wird. Was die Perversionen noch vergegenwärtigt hatten, wird nun unter der Bedingung, dass sich Menschen als Mittel ihrer verobjektivierten Sinne auch wirklich wahrhaben, zu einer zwiespätigen Gegenwart ihrer Wahrnehmung selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwiespalt kann nicht gelebt werden. Er besteht als prozessierende Selbstzersetzung in einem unendlichen Gezeter um die Wirklichkeit eigener Gegenwärtigkeit, also um das Auf- und Untergehen von wirklicher Wahrnehmungsidentität. Dieser Kampf findet still statt und bewegt sich nicht mehr in der Wahrnehmungswelt selbst, sondern außerhalb von ihr als Verhältnis der [[Selbstvergegenwärtigung]] in der Wahrnehmung. Es ist im Grunde ein Kampf um die eigene Wahrheit, um eine Identität, die durch die beständige Entgegenwärtigung des Wahrnehmungsvermögens zugrunde geht und sich bis zu ihrer vollständigen Ungegenwärtigkeit in den Irrsinn treiben lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb des objektiven Selbstgefühls hat sich das Selbstgefühl praktisch von allen Seiten her aufgehoben und ist von daher auch wirklich unwirklich geworden. Die Perversionen waren nur die erste, noch verzweifelte Form, worin sich ausgeschlossene Sinne noch ganz einseitig geltend gemacht hatten. Der Verwirklichungsprozess der entfremdeten Selbstwahrnehmung hat insgesamt eine sinnliche Objektivität zum Resultat, in welcher das, was in den Verhältnissen geborgener Sinne eigentlich als reine Subjektivität erworben werden sollte, nun objektiv erscheinen kann: Die Unerreichbarkeit einer heilen und unberührbare Selbstwahrnehmung, einer unendlichen Selbstgefühligkeit, die alle Sinne antreibt und sie zugleich in ihrer Wahrnehmungsform entgegenwärtigt, also unheimliche Wirkung hat..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geborgende Leben erfordert einen hohen Tribut, welcher in der Selbstauflösung betrieben wird, wenn die Lebensburg nicht überwunden werden kann, also endlos bliebe als &#039;&#039;Innenleben&#039;&#039; eines durch seine Selbstwahrnehmung geborgenen Menschen. Er betreibt seine zwischenmenschliche Beziehung als ein Verhältnis gegen sich und doch in der Verwirklichung aparter Regungen, die als solche keinen Sinn zu haben scheinen, aber durch ihre Wirkung in der Lage sind, sich die Anwesenheit anderer Menschen für sich einzuverleiben. Es entstehen Bindungen, die an und für sich endlos sind, weil ihr Subjekt nicht wirklich existiert, die aber zugleich sich permanent selbst überwinden, weil die darin eben ihren ausgeschlossenen Sinn auch ausschließlich verwirklichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist aber auch die Überwindung der darin gezeugten objektiven Gefühlswelt äußerst komplex und also auch so kompliziert, wie sich die Verhältnisse darin objektiviert haben. Der unendliche Selbstverlust droht dem, der sich darin zu bewahren sucht und seine Wahrheit nurmehr als Verwahrung in diesem Lebensraum bestätigt haben kann, dass ihn dies zur Verzweiflung treibt. Der Selbstzweifel bestätigt die Zweifelhaftigkeit seiner Wahrnehmung, den Zwiespalt seines Lebens überhaupt Es handelt sich daher bei diesem Selbstverlust nicht um eine [[Verdrängung]], um ein unglückliches Begehren, wie das von seiten der [[Psychoanalyse]] behauptet wird, sondern um einen Sinn, der nur Sinn hat, wenn er sich gegen die sinnliche Gewissheit seiner objektiven [[Verzweiflung]] durchsetzen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist treten die wirklichen Probleme, also die Probleme, worin die [[Entgegenwärtigung]] der Wahrnehmung durch ausgeschlossen Sinnlichkeit wirklich wahr wird, die so genannten psychischen Symptome, in den Ablösungsphasen auf, welche gerade den Sinn besonders lebhaft machen, der von den eingeschlossenen Sinnen bis dahin bedrängt war. Die Wahrnehmung solcher Verhältnisse kann nicht einfach und selbsttätig wirklich subjektiv sein, gerade wo sie ihre Objektivierung als Lebensraum verlässt. Sie ist für sich selbst unmöglich geworden, weil der in diesen Verhältnissen ausgeschlossene Sinn zugleich für sich selbst ausschließlich sinnlich werden muss. Sie wird doppelsinnig und lässt hierdurch ihre Selbstentfremdung erst überhaupt wirklich werden. Die Entrückung der Menschen von sich selbst hat sie im Grunde verrückt gemacht. Doch es ist alleine die Verrücktheit ihrer Lebensräume, die Formationen ihrer Kultur, die sie in ihrer Verrücktheit auch leiden kann - eben so lange, bis ihre Verzweiflung durch zwischenmenschliche Verhältnisse überwunden wird, in welcher sich Selbsterkenntnis verwirklichen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch II: 223. Verrücktheiten, Wahnsinn und Irrsinn]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Erziehung oder die Gewohnheiten der Selbstkontrolle&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine aufgehobene, eine von ihrem Sinn abgetrennte Beziehung kann sich nicht aus sich heraus entwickeln. Sie verlangt ein Subjekt, das sie begründet, wiewohl es selbst nicht in ihr befangen ist: Ein äußers Subjekt, das für sich keinerlei Gesicht hat, ein objektives Sollen, das sich über allerlei Moral und Ideologie legitimiert, aber nur durch persönliche Inhalte getragen ist, die nicht wirklich tragend sein und deshalb nur kontrolliert existiern können. Um in der Lage zu sein, Menschen dahin zu ziehen, muss eine existenzielle Macht diese Beziehung beherrschen, die zugleich eine Substanz einbringt, die selbst auf ungegenwärtige Inhalte zu bestimmen vermag. Es können tatsächliche Inhalte der Welterfahrung sein (z.B. als Belehrung) oder auch persönliche, die sich als bestimmte Fähigkeit der Selbstermächtigung (z.B. [[autoritärer Charakter]]) in dieser nun erzieherisch gewordenen Beziehung durchsetzen lassen oder auch reine Liebesmacht, welche Selbstkontrolle beibringt..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erzieherisch ist eine [[Beziehung]], welche davon [[bestimmt]] ist, einen Menschen zu einem Sein hin zu &#039;&#039;ziehen&#039;&#039;, das er für sich selbst nicht nötig hat, und daher Bestimmungen in eine Beziehung kommen, welche ihn dahin treiben und binden, welche ihm also durch die Erziehung eine Beziehung nötig machen, die er nicht durch sich bestimmen kann, die er aber zugleich auch nicht als [[fremd]] bestimmt wahrnimmt, weil sie sich erzieherisch ereignet, also in der Erfüllung eines notwendigen Sein-Sollens verläuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwischenmenschlichen Beziehungen, die daraus bestehen, dass Menschen andere Menschen nach sich ziehen, sind deshalb erzieherisch zu nennen, weil darin der Inhalt, der über eine Person der anderen angeraten wird, sich persönlich darstellt, wiewohl er außer der Beziehug selbst seinen Grund hatEs geht bei dieser erziehenden Beziehung wesentlich um die Herstellung eines verinnerlichten Gebots, welches der inneren Nichtigkeit der wirklichen Bezogenheit entgegentritt und die darin auftretenden [[Ungewissheiten]] beherrscht, indem es der [[Selbstvergegenwärtigung]] in diesem [[Verhältnis]] dienlich ist. Es geht also um ein [[Gewissen]] des &#039;&#039;Bezogenseins&#039;&#039;, das nur [[moral]]isch wirksam sein kann, weil es seine Grundlagen aus einem [[Macht]]verhältnis in dieser Beziehung erfährt. In deren Bestimmung geht es schlicht um die Mittel und Möglichkeiten einer Einpassung von abhängigen Menschen in ein Lebensverhältnis, das zunächst vielfältige Formen haben kann, z.B. als Ausbildungsstätte, Arbeitsplatz, [[Familie]], [[Schule]], Waisenhaus, Gefängnis oder Bundeswehr und alle anderen Beziehungsformen [[autoritärer Charaktere]] oder Institutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fähigkeiten und [[Wege]] der Menschen ergeben sich immer aus ihren wirklichen Möglichkeiten, auch aus dem Beistand von anderen Menschen, Betreuern und Eltern und Geschwister usw. Nur aus [[Liebe]] tun die Abhängigen, was ihnen hier geheißen wird, aus Liebe folgen Kinder ihren Eltern und oft auch Schüler ihren Lehrern usw. - obwohl sie zugleich dies müssen, weil ihre Existenz darin gegeben ist. Die Einpassung in solche Existenz vollzieht sich daher als Unterordnung des einzelnen Menschen unter die [[Vernunft]] einer Gesellschaft, wie sich in diesem [[Lebensraum]] bietet. Und diese Vernunft ist von vielerlei Tücken geplagt: Deren hauptsächliche ist die Liebesschuld, unter welcher Erziehung funktioniert, wenn sie zugleich [[lebensverpflichtung]] ist. Solche Vernunft ist also immer doppelbödig, weil das Nötige zugleich als das Geliebte geboten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erzieherische Beziehung betreibt das Hineinziehen von Menschen in eine Lebenswelt, in welcher sie sich nicht frei entfalten, also weder ihre [[Freiheiten]] noch ihre [[Notwendigkeiten]] sich entsprechend gestalten können. Hierdurch entwickeln sie keinen wirklichen [[Sinn]] füreinander, sondern einen Sinn, in welchem sie seelisch gebeugt sind, um ihrer Beziehung [[Seele]] zu verleihen. Darin entwickeln sich Gefühle, die als Gemeingefühligkeit nötig ist, um in der [[Lebenspflicht]] auch mit voller [[Seele]] füreinander da zu sein. Es ist das wirkliche Verhältnis einer Lebensschuld, die als Liebesschuld einer symbiotischen Bestimmung gegeben und zur Selbstvergewisserung nötig ist. Nur hierdurch kann Liebe als Lebensnotwendigkeit erscheinen, denn eine Beziehung durch Erziehung vermittelt Lebensnotwendigkeiten als Liebesbeweis. Sie setzt damit außer [[Zweifel]], dass es solche Lebensnotwendigkeiten gibt und macht sie hierdurch unhinterfragbar. Es zeigt sich darin das doppelte Verhältnis, was Erziehung auch wirklich ausmacht: Ziehen als Moment einer [[Fremdbestimmung]] und mitziehen als Moment der Wegbegleitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erziehung unterscheidet sich von den Lern- und Entwicklungsgeschichten der Menschen darin, dass sie die [[Gebotenheiten]] eines isolierten [[Lebens]] als Notwendigkeiten des Lebens überhaupt mitteilt und darin zugleich vermittelt. Es geht also wesentlich nicht um das, was hierfür gerne vorgegeben wird: wirkliche Bildung, Moral- und Wissensvermittlung. Es geht schlicht um die Mittel und Möglichkeiten einer Einpassung von abhängigen Menschen in ein Lebensverhältnis, das für die beteiligten Menschen nicht unmittelbar sinnvoll sein kann, weil es nur durch eine Vermittlung Sinn macht. Es ist ein Verhältnis, worin sich die Menschen zu einer Wirklichkeitsform ihrer Beziehung erziehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden durch die Erziehung zwar Inhalte vermittelt, aber was diese bestimmt, ist die Lebensform, worin und wofür sie Mittel sind. Erziehung ist durch den [[Lebensraum]] bestimmt, in welchem sie stattfindet, und ist zugleich für ein Leben, das darin nicht stattfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erziehung wäre lediglich Machtinstrument von Autoritäten eines Lebensraums, also nicht das, was sie sein will, wenn sie ihre Vermittelheit nicht begreift. Sie ist kein Mittel, um Probleme des Lebensraums selbst zu bewältigen oder einzuregeln. Auseinandersetzungen innerhalb der Familie würden per Erziehung nur durch Macht aufgelöst, wenn sie nicht in Hinblick auf das ihr äußere Leben in Beziehung gebracht werden. Erziehung zur Auseinandersetzung reflekt also immer schon ein Leben jenseits dieses Lebensraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn z.B. Kinder zum &#039;&#039;richtigen Fernsehen&#039;&#039; erzogen werden, so geschieht dies in Hinsicht auf ihre Fähigkeiten, eine Beziehung zu den Inhalten des Angebots zu bekommen und damit umgehen zu können. Für den häuslichen Lebensraum selbst ist Fernsehen entweder nur Unterhaltung oder Form einer Information oder dergleichen. Hierfür kann nicht erzogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erziehung ist immer doppelt, bedingt durch einen Lebensraum und dessen Identität, die [[wahrgehabt]] wird, Basis der Selbstgefühle darin ist; zum anderen bestimmt durch die Inhalte, welche als äußere Lebensnotwendigkeit vermittelt werden und welche doch eigentlich nachempfunden werden sollten. Das ist ein Unding, wo doch nichts empfunden werden kann, was nicht wirklich ist, also alles nur gefühlt wird, was sein soll. Empfindung tritt in der Erziehung nur als gedoppeltes Gefühl auf, als Entzweiung von [[Beziehung]] und Sein im Selbstgefühl, als geliebte Notwendigkeit eines Lebensraums. Die Menschen sind in diesem Verhältnis füreinander, was sie in ihrer Bezogenheit sein sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erziehung geschieht in jedem Lebensalter, - eben immer dann, wenn die Beziehung der Menschen aufeinander keine wirkliche, keine in ihrer Wirklichkeit bestätigte Inhalte einer Lebensform findet. Auch wenn die zunächst am meisten als Familie oder auch als Schule oder Ausbildungsstätte besteht, so ist das Wesentliche dieser Institutionen nicht ihre gesellschaftliche Funktionalität, sondern der Lebensraum erzogener Beziehungen, den sie darstellen und der auch in allen anderen möglichen Institutionalisierungen auftreten kann (z.B. in Vereinen, Kirchen, Sekten, politischen Gruppierungen usw.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein Lebensraum, in welchem die Menschen sich durch ein gemeinschaftliches Sollen vergegenwärtigen, durch eine in Freiwilligkeit anerkannte Notwendigkeit, in welcher sie nur sein können, wenn sie deren gemeine Not auch anerkennen. Hier ist das gemeinhin Gewöhnliche nicht mehr wohnlich und hat keinen konkret wirklichen Sinn. Es herrscht als notwendiger Sinn für etwas, das nicht [[anwesend]] ist, also für eine abwesende Sinnlichkeit. Es geht hier also um ein Verhältnis, worin die Menschen objektiv bestimmt sind durch einen Sinn und Zweck, der nur durch seine [[Abwesenheit]] nötig ist (z.B. der Sinn für Wissen, Fähigkeiten, Sorgen, Probleme usw.). Von daher muss es in solchen Lebenszusammenhängen immer Vermittler geben, welche die Beziehungen in abwesender Sinnlichkeit gestalten: Erzieher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Grunde sind die Menschen, welche einen abwesenden Sinn erwerben wollen, immer Schüler, die etwas lernen müssen. Sie suchen in solchen Zusammenhängen einen Meister, der sie darin lehrt und befähigt. Der Zweck des Lernens läge aber in den Menschen selbst und nichts treibt z.B. Kinder mehr an, als ihre Neugierde. Aber wo Lernen nicht aus sich heraus begründet sein kann, weil es etwas gibt, was gelernt werden muss, da setzt Erziehung dann auch wirklich ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verhältnis von Subjekten und Objekten der Erziehung, also besonders im Verhältnis von Eltern und Kindern oder LehrerInnen und SchülerInnen, gestaltet sich die eigenartige Innigkeit einer objektiv begründeten Notwendigkeit. Nur aus Liebe tun die Abhängigen, was ihnen hier geheißen wird, aus Liebe folgen Kinder ihren Eltern und oft auch Schüler ihren Lehrern usw. - obwohl sie zugleich dies müssen, weil ihre Existenz darin gegeben ist. Die Einpassung in solche Existenz vollzieht sich daher als Unterordnung des einzelnen Menschen unter die Vernunft einer Gesellschaft, wie sich in diesem Lebensraum bietet. Und diese Vernunft ist von vielerlei Tücken geplagt: Deren hauptsächiche ist die Liebesschuld, unter welcher nur Erziehung funktionieren kann. Solche Vernunft ist also immer doppelbödig, weil dat Nötige zugleich als das Geliebte geboten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieweit die Erziehung der wirklichen Lebensgestaltung der Zöglinge wirklich widerspricht hängt davon ab, wie weit sie sich in dem gebotenen Lebensraum selbst verwirklichen können oder nicht. Wesentlich ähnlich sind zumindest die Lebensbedingungen von Eltern und Kiondern, soweit sie sich in demdselben Haushalt befinden. Hier könnte Erziehung daher am ehesten funktionieren, wenngleich sie dabei vor allem ihren doppelten Grund entwickelt. In der Schule ist der Ort der Erziehung schon wesentlich komplizierter, weil hier mehr auf die Zukunft der einzelnen Persönlichkeit verwiesen werden muss, denn auf eine liebevolle Gemeinschaftsexistenz. Aber auch hier besteht noch beides. In der Berufsausbildung stehen demgegenüber die Fähigkeiten und Wissensinhalte im Vordergrund, wodurch die eigentliche Erziehung eher zurücktritt. Wir kümmern uns hier aber nur um diese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erziehung betreibt das Hineinziehen von Menschen in eine Lebenswelt, in welcher sie sich nicht frei entfalten, also weder ihre Freiheiten noch ihre Notwendigkeiten sich entsprechend gestalten können. Hierdurch entwickeln sie keinen wirklichen Sinn füreinander, sondern einen Sinn, in welchem sie seelisch gebeugt sind, um ihrer Beziehung Seele zu verleihen. Erziehung entwickelt Gefühle, die als Gemeingefühligkeit nötig ist, um in der Lebenspflicht auch mit voller Seele füreinander da zu sein. Es ist das wirkliche Verhältnis einer Lebensschuld, die als Liebesschuld gegeben und nötig ist. Nur hierdurch kann Liebe als Lebensnotwendigkeit erscheinen, denn Erziehung vermittelt Lebensnotwendigkeiten als Liebesbeweis. Sie setzt damit außer Zweifel, dass es solche Lebensnotwendigkeiten gibt und macht sie hierdurch unhinterfragbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222.1 Der gewöhnliche Gemeinsinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Erziehung begründete Entzweiung des Selbstgefühls als Selbstgefühl eines Sein-Sollens und eines Selbstgefühls in einem Lebensraumes für sich, welche jedes Selbstgefühl in sich aufheben muss, kann nur in einer gemeinen Äußerlichkeit des Empfindens und Fühlens existieren, in einem Sin, welcher beidem gemein ist, ohne je eines von beidem wirklich zu sein. Es ist der gemeine Sinn eines Lebensraum, der keine Wirklichkeit außer sich hat, in welchem aber dennoch alle Notwendigkeiten und Freiheiten in einer wirklichen Bestimmung aufgehoben sind: Gemeinsinn. Darin begründet sich der Sinn einer Gemeinschaft, die keinen Sinn außer sich hat und die zugleich Wirklichkeit für sich sein muss, um gemeinhin sinnvoll zu sein. Ausführlich besteht solcher Sinn vor allem in dem innersten Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, der Familie, jedoch auch in dieser ähnlichen Abhängigkeitsformen (z.B. Religionsgemeinschaften, Sekten, Bildungsgemienschaften usw,). Wesentlich darin ist, dass die lebendige Zuwendung der Menschen zugliech notwendig ist, um ihr Leben überhaupt &#039;&#039;zu meistern&#039;&#039;, um also eine Lebensform in einem an und für sich unsinnig gewordenen Lebenszusammenhang zu erhalten, Pflicht und Schuld gegenüber dem Leben im gemeinen Selbstgefühl, im Gemeinsinn aufzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gemeinsinn (z.B. in einer [[Familie]]) hebt sich die Lebenspflicht darin auf, dass sie Lebensschuld überwindet, dass sie also ein Leben durch den Familiensinn gründet, an welchem prinzipiell jedes Familienmitglied teilnehmen kann, was immer es für sich ist und will und tut. So, wie man es darin [[gewohnt]] ist, wird befunden und empfunden. Es ist ein für jeden einzelnen Sinn wirklich gleichgültiger Sinn, in welcher alleine die Liebe der Lebenspflicht reflektiert ist, ihre Lebensfürsorglichkeit, die zum Gemeinsinn geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser versetzt zwar jeden in die Lage, an einer menschlichen Gesellschaft Teil zu nehmen und Teil zu haben, er verstellt aber zugleich auch die Möglichkeit einer wirklichen Selbstreflexion. So, wie er oder sie im Familiensinn reflektiert ist, so wird er oder sie auch wirklich wahrgenommen. Dessen Lebenswerte führen sich so hinterrücks als Liebeswerte der Beziehung ein und bestimmen das Selbstgefühl darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran ist alle andere Wirklichkeit sowohl unbenommen, wie auch ausgeschlossen. Es ist alleine der Sinn der ausgeschlossenen Wirklichkeit, der den Lebenszusammenhang seelisch ausfüllt. Dies macht allerdings auch, dass sich die wirklichen Sinne der Wahrnehmung durch ihn verstellen und entrücken können, soweit er in sich wirklich abgeschlossen ist. Es ist eigentlich die Wirklichkeit des isolierten Sinnes, der hier als Gemeinsinn wirkt. Dieser ist jetzt objektiv, ein objektives Gefühl, das zugleich höchst subjektiv wirkt, also gedoppelte Wirklichkeit in einem Menschen bewirkt. Und entsprechend sind auch die Folgen dieser doppelten Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222.2 Der gewöhnliche Eigensinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Erziehung]] gilt der Eigensinn als Erfolg der Besonderheit gegen das Gemeine der Welt schlechthin, als die besondere Gemeinschaft des Erziehungsverhältnisses, wie sie sich im Einzelnen als dessen persönliche Besonderung, als besondere Fähigkeit, Originalität usw. zuträgt. Solcher Eigensinn ist allerdings das Gegenteil von einem wirklichen [[Sinn]]; er ist der Sinn einer eigenen [[Negativität]], also eine Selbstbegründung, die aus der Selbstbezogenheit einer Gemeinschaft entsteht, in welcher das wirklich ausgeschlossen ist, was Wirklichkeit ausmacht: Die Wirkung, welche sinnliche Beziehungen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das auf diese Weise gebildete [[Eigene]] ist äußerlich bestimmte Eigenheit, hat nichts anderes im Sinn als das, was Eigen sein soll, was als das Eigene dieses Lebensverhältnisses in den Menschen bestimmt sein soll. Als Erzieher können die Menschen das Eigene daher ganz im dem Sinn befördern, der ihrer Persönlichkeit auch entspricht. Sie sind als solche nicht jenseits ihrer Wirkung auf den Erzogenen erkennbar, weil sie dessen Lebensbedingung darstellen, seine Lebensbegründung sind. Sie teilen sich in absoluter Freiheit mit, indem sie die absouten Notwendigkeiten setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Erzogenen erscheint deren Eigensinn negativ als Pflichtschuldigkeit einer Beziehung, als Liebe, die nur das Leben der Erziehung kennt. Von daher stellt sich darin auch Negativ der erzieherischen Persönlichkeit dar, und nicht nur als Persönlichkeit, sondern zugleich als Bestimmung des Lebensraums selbst, worin sie erziehend ist - eben als dies beides in einem. Das [[Eigene]] ist also an und für sich bedingt, ein Widersinn in sich. In der Erziehungsgemeinschaft ist es durch die Extreme der Erziehung, durch Erzieher und Erzogenem, an sich selbst relativiert. Aber es ist der Kern, das Wesen einer [[Selbstentfremdung]], was hier zugeeignet wird. Sie ist darin angelegt, ohne schon Wirkung zu haben. Solange Erzieher und Zögling den Lebensraum teilen, kann die Gemeinschaft jede [[Entfremdung]] relativieren. Letztlich sind die Zöglinge darin eben doch auch wirklich das, was sie für das Lebensverhältnis der Erzieher sein sollen und sind sie das, so geht es ihnen innerhalb dieses Verhältnisses auch gut, nicht aber unbedingt, wenn sie es verlassen. Die dieser Welt äußere Welt erscheint hiergegen als völlig getrennt hiervon bestimmt, obwohl Erziehung doch gerade auch dorthin führen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das macht die Absurdität einer Weltentrennung aus, die sich gegenseitig bedingt und die doch nur gelingen kann, wenn diese Bedingtheit in Wahrheit geleugnet wird. Die Erzieher werden ungern die Erkenntnis zulassen, dass ihre Gründe für das Erziehen eigennützig sind, dass sie die Zöglinge für sich auch nötig haben; und die äußer Welt gilt als Bedrohungslage des Eigenen um so mehr, wie diese Gründe geleugnet werden müssen. Die Welt dieser abstrakten Eigenheit ist vopller Lügen, die Geltung haben müssen, damit das Unvermögen der Liebe in solchen Verhältnissen nicht in der Gewalt auch wirkliche hervortritt, mit der sie in den Menschen wirksam ist. Der Eigensinn muss sich um alles in der Welt durchsetzten;- - die Kinder müssen so sein, wie sich die Eltern auf sie beziehen, müssen die Lüge teilen, mit der sich die Älteren ihre Existenz begründet haben. Erziehung ist das wesentliche Mittel hierfür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222.3 Der Sinn der Gewohnheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem alle Sinne in ihrer vollständigen Eigensinnigkeit dem Gemeinsinn zugehörig werden, werden sie gerade in ihrer Eigenheit gleich und in ihrer Absehung von ihrer Wirklichkeit vollständig [[gleichgültig]], zum gemeinhin Eigenen, - und damit zur vollständigen Eigentumslosigkeit. Als im Gemeinsinn betstätigte Eigensinnlichkeit werden die Menschen in ihrem Erkenntnisvermögen selbst unmittelbar enteignet, ihrer konkreten Gegenwart enthoben, [[entgegenwärtigt]]. Was immer sie äußern und tun unterliegt dem Verhältnis des Gemeinsinns der sagen könnte: Was immer du tust, ich kenne es schon, ich kenne dich besser als du dich selbst je erkennen kannst. Die Wirklichkeit eigener Sinnbildung und Äußerung wird von daher bestimmt durch die Wirklichkeit einer Beziehung, die diese vorwegnimmt, sie dadurch unmöglich macht, dass sie diese zu einem Moment ihres Zusammenhangs bestimmt und dadurch beherrscht, dass solche Wirklichkeit innerhalb dieses Verhältnisses nur unsinnig sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Entwirklichung]] durch das Gemeine fallen alle Sinne zusammen in eine sinnliche Macht des Allgemeinen schlechthin, in ein Gefühl, dem die Menschen folgen, weil darin immerhin ihre Selbstwahrnehmung bewahrt ist, durch das sie aber zugleich gebeugt sind, weil es ihnen kein eigenes, sondern ein notwendiges Gefühl ist. So sehr sie sich auch wehren und mit der Produktion von Eigensinnigkeiten dieses aufzuhalten versuchen und sich ihm widersetzen, sie verfallen ihm um so mehr, wie sie ihre Selbstwahrnehmung als das gemeinhin Eigene darin bestärken. Sie werden dem Allgemeingefühl ihrer Beziehungsverhältnisse, wie sie durch Erziehung entstanden waren, hörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im allgemeinen Gefühl der Zugehörigkeit verfallen sie einander auch als Menschen, die keine andere Gegenwart mehr haben, als die in ihnen vergegenwärtigte Allgemeinheit.. Die Menschen verfallen sich in der Unauflöslichkeit ihrer Selbstwahrnehmung, die aufgehoben ist in einer Gemeinwahrnehmung, die keinen Sinn für sie hat, in der aber ihre Sinne verfallen sind, unerkennbar und für sich verloren, solange sie keinen dem entgegengesetzen Sinn verwirklichen können, nicht selbst kritisch aus dem Gemeinen hervortritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bloßen Gewöhnung, also ohne gegenwärtige Gewissheit, ohne Gegenwart, gibt es keinen wirklichen Sinn. Die Gemeinschaft im gemeinen Sinnlichsein ist ein permanenter Prozess der Selbstauflösung, die meist durch vielerlei verrückt erscheinenden Äußerungen umgangen wird. Menschen kommen dazu, sich überhaupt nur einzubringen, wenn sie eine außergewöhnlich bestimmte Lebensgestalt einnehmen, und sei es auch nur eine besonderer Hut oder eine Uniform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser entwirklichten Form der Entgegensetzung ist alles möglich, wenn es sich denn nur dem Lebensraum der Gewohnheiten entgegentreten kann. Denn alles Verhalten muss sich vor allem als kulturell ungewöhnlich auszeichnen. Der entgegenwärtigte Sinn tritt in einer verkehrten Gestalt wieder auf - aber nicht als Sinn, sondern als bloße Sinnesgestalt. Es ist also in solchen Lebenszusammenhängen kein Bewusstsein, keine Sprache oder modische Begabung, welche die Menschen &#039;&#039;schräg&#039;&#039; erscheinen lässt, sondern die absolute Notwendigkeit einer entgegenwärtigten Sinnlichkeit. Nur darin entkommen die zur Beziehung erzogenen Menschen der [[Hörigkeit]] ihrer Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Resultat bei diesem Ausschluss der ihrer Gewohnheit hörigen Beziehungen ist eine Selbstkontrolle, die zur reinen [[Gewohnheit]] wird, zu einem [[Gewissen]], das als [[Selbstgefühl]] fungiert und das in den hierauf gründenden zwischenmenschlichen Beziehungen zugleich ein [[objektives Selbstgefühl]] im wahrnehmenden Subjekt bildet, dessen wesentlicher Sinn nicht nur darin besteht, das Gedächtnis überflüssig zu machen, sondern es von jedem anderen Sinn zu trennen, es durch die Macht der [[Gewohnheit]] praktisch von seiner Bildung abzulösen und sich der Wahrnehmung des Augenblicks, den Umständen des [[Erlebens]] zu überantworten. Erst mit dieser Ablösung des Gedächtnisses hat die [[Erziehung]] ihren Zweck ereicht und wird zur Grundlage einer [[verkehrten]] Wahrnehmung, welche sich in den [[Perversionen]] des Selbstgefühls fortbilden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch II: 223. Das Objekt der Selbstgefühle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Uk2021&amp;diff=11317</id>
		<title>Uk2021</title>
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		<updated>2025-11-04T18:57:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Python: Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Text ist eine Beschreibung der Argumentation in dem gleichnamigen Buch. (==&amp;gt; Verlagsinformationen hierzu &amp;lt;==)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Die Lebenspflicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwischenmenschlichen Beziehungsformen haben sich zu Liebesformen entwickelt, die unumstößlich gelten weil und soweit die gesellschaftliche Liebe, die Menschliebe im Allgemeinen hiervon ausgeschlossen wurde. Was das Leben an Aufwand mit sich bringt, besonders die Sorge um seinen Erhalt, seine Fortpflanzung und seine Sinnbildung, erscheint nun nicht mehr als das Zutun von Menschen für Menschen um ihre allgemeinen Bedürfnisse und ihre Kultur, sondern als Aufgabe einer Generation, die für sich und ihre Nachkommen zu erbringen hat, was gesellschaftlich nicht möglich ist. Daher erscheint es jetzt natürlich und sinnfällig, dass sie zu einem aus ihrem Wohnen, aus ihrer Gewöhnung bestimmten Verhältnis dazu beitragen müssen, dass sich die Persönlichkeiten ihrer Verhältnisse ohne Schaden fortbilden können. Es ist eine Selbstverständlichkeit ihrer Liebesbeziehungen, dass sie sich füreinander einsetzen und einander auch hegen und pflegen, wo es nötig ist. Und Not tut alles, was im Allgemeinen wie im Einzelnen in der Form der burgherrlichen Existenz lebensnotwendig ist. Und in gewisser Weise existieren in diesem Verhältnis ja auch wirklich die Eigenschaften ihrer Natur und also auch wie eine Natur dieses Verhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pflicht entsteht in einem [[Vertrag]], worin ein zu erbringender Aufwand mit der Gewährung oder Nutzung eines Vorteils verbunden wurde. Von daher ist es absurd, von einer Lebenspflicht zu sprechen. Doch die wirkt überall, wo [[Schuldgefühle]] herrschen, wo man also durch das [[Gefühl]] selbst sich schon schuldig wahrnimmt, in der [[Empfindung]] sich schon in einer Pflicht [[wahrhat]], die über das [[Leben]] und die Lebendigkeit selbst vermittelt ist. Wie aber kann man dem Leben gegenüber pflichtschuldig werden? Was kann da unter &#039;&#039;Vertrag&#039;&#039; stehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[zwischenmenschliche Verhältnisse]]n, worin Leben in seiner [[Form]] verbindlich geworden ist, indem es darin geborgen sein soll, also in den Räumlichkeiten einer [[Lebensburg]], verlangt die Geborgenheit selbst eine Sicherheit, die nicht nur existenziell bzw. der Existenz entsprechend verlangt ist, sondern einer inhaltlichen Genugtuung, die den [[Eigenschaften]] einer [[Anwesenheit]] in diesen Verhältnissen entspricht. Verpflichtend ist darin daher nicht die Form des Existierens, wie es in den gewöhnlichen Verhältnissen der [[bürgerlichen Kultur]] nötig ist, sondern der inhaltliche Mangel, den diese Lebensform aufwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der Mangel, der aus der [[Isolation]] dieser Verhältnisse ergeht und der sich durch die [[Verdichtung]] ihrer [[Inhalte]] als deren Ungenügsamkeit gegen ihre Lebensform herausstellt. In der Verdichtung verlangt diese [[Form]] weit mehr, als in ihrer Realisation unter diesen Bedingungen möglich ist. Was sich darin nur vermitteln kann ist eine [[Formbestimmung]], die formelle [[Aufhebung]] von [[Isolation]], die formelle Anerkennung ihrer [[substanz]]iellen Einzigartigleit, die Unvollständigkeit der [[Fähigkeiten]], die nötigen Beziehungen auch wirklich zu bergen, die [[Lebensbergung]] überhaupt sicher zu stellen. Im Grunde wird das Leben in dieser Form dahin getrieben, sich selbst zu verbergen. Die darin formulierte Lebenspflicht beruht auf der unentwegten Bearbeitung der in ihrer Trennung sich aufhebenden Lebensbezüge, aus der die [[Notwendigkeit]] zur Herstellung einer [[Symbiose]] ergeht, in der sich vereint, was sich als Leben behaupten lässt und behaupten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebenspflicht entsteht daher in den gewöhnlichen Verhältnissen der [[Einverleibung]] in [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] (siehe auch [[Wohnen]]), wo Menschen für einander da sein müssen, weil sie nur durch einander ihr [[Leben]] bestimmen und also in einer [[Selbstlosigkeit]] mit anderen nur ihr [[Leben]] verantworten können. Sie sind hierdurch verpfichtet, dem Leben des anderen Menschen, seiner bloßen [[Existenz]] als Mensch darin dienstbar zu sein, dass für ihn die notwendigen Lebenseigenschaften auch gebildet werden, auch wenn sie hierfür keinen wirklichen Stoff außer dem finden, der durch die Menschen selbst geboten ist. [[Zwischenmenschliche Verhältnisse]] werden auf diese Weise zu [[absoluten]] Lebensverhältnissen, in denen die existenzielle Not der dem Inhalt nach voneinander [[isolierten]] Menschen zum Maß ihrer [[Beziehung]], zum Maßstab des [[zwischenmenschlichen]] Lebens wird und für das Leben selbst maßgeblich geworden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebenspflicht entsteht daher in den gewöhnlichen Verhältnissen der [[Einverleibung]] in [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] (siehe auch [[Wohnen]]), wo Menschen für einander da sein müssen, weil sie nur durch einander ihr [[Leben]] bestimmen und also in einer [[Selbstlosigkeit]] mit anderen nur ihr [[Leben]] verantworten können. Sie sind hierdurch verpfichtet, dem Leben des anderen Menschen, seiner bloßen [[Existenz]] als Mensch darin dienstbar zu sein, dass für ihn die notwendigen Lebenseigenschaften auch gebildet werden, auch wenn sie hierfür keinen wirklichen Stoff außer dem finden, der durch die Menschen selbst geboten ist. [[Zwischenmenschliche Verhältnisse]] werden auf diese Weise zu [[absoluten]] Lebensverhältnissen, in denen die existenzielle Not der dem Inhalt nach voneinander [[isolierten]] Menschen zum Maß ihrer [[Beziehung]], zum Maßstab des [[zwischenmenschlichen]] Lebens wird und für das Leben selbst maßgeblich geworden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die natürlichen Abhängigkeiten, die mit dem [[Leben]] schon gegeben sind (z.B. die von Eltern und Kinder) werden zu formellen Abhängigkeiten, wo Leben[[isoliert]] von seiner [[Gesellschaft]] existieren muss. So werden alle Lebenskräfte der damit erzwungenen [[Not]] gewidmet, in der die gesellschaftliche [[Natur]] dieser Not selbst als Lebensnotwendigkeit einer [[Isolatio]]n, einer Lebensbeherrschung in Lebensverhältnissen erscheint, die sie aus sich herausgesetzt haben (siehe z.B. die bürgerliche [[Familie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Lebenspflicht ergibt sich aus einer [[Macht]], die das [[Leben]] entwickelt, wo es sich selbst [[fremd]] geworden, in seinem [[Sinn]] [[entfremdet]] und also vom [[Tod]] beherrscht ist (siehe hierzu auch [[Medizin]]). Das [[Leben]] ist sich selbst etwas schuldig, von dem es in seiner Lebens[[wirklichkeit]] abgesehen, es von sich [[ausgeschlossen]] hatte (siehe [[Abstraktion]]), und das es sich also schuldig geblieben ist. Es handelt sich also bei der Lebenspflicht um eine Verschuldung, welche das [[Leben]] selbst betrifft, welche also aus einem objektiv bestimmten Lebensmangel entstanden war. Dies setzt voraus, dass dem Leben selbst etwas genommen, [[abwesend]] gemacht ist, das lebendige Menschen kraft seiner [[abstrakt Allgemeinen]] [[Substanz]] in die Pflicht versetzt, es wieder herzustellen, vornehmlich in [[Lebensräumen]], worin das Leben geborgen erscheinen soll, also [[Lebensbergung]] selbst Existenz[[bedingung]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebenspflicht ergeht aus den gewöhnlichen Verhältnissen der [[Einverleibung]] in [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] (siehe auch [[Wohnen]]), wo Menschen für einander da sein müssen, weil sie nur durch einander ihr [[Leben]] bestimmen und also in einer [[Selbstlosigkeit]] mit anderen nur ihr [[Leben]] verantworten können. Sie sind hierdurch verpfichtet, dem Leben des anderen Menschen, seiner bloßen [[Existenz]] als Mensch darin dienstbar zu sein, dass für ihn die notwendigen Lebenseigenschaften auch gebildet werden, auch wenn sie hierfür keinen wirklichen Stoff außer dem finden, der durch die Menschen selbst geboten ist. [[Zwischenmenschliche Verhältnisse]] werden auf diese Weise zu [[absoluten]] Lebensverhältnissen, in denen die existenzielle Not der dem Inhalt nach voneinander [[isolierten]] Menschen zum Maß ihrer [[Beziehung]], zum Maßstab des [[zwischenmenschlichen]] Lebens wird und für das Leben selbst maßgeblich geworden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensburg ist die Verwirklichung der Abgrenzung, der Selbstunterscheidung und der Selbstbehauptung, die zum einen Geborgenheit im Verborgenen gegen die Öffentlichkeit gab, zugleich aber auch eine allgemeine Pflicht setzt, sich darin selbst zu erfüllen, eigene Welt nicht nur zu erleben, sondern sie auch zu erzeugen und zu erhalten. Die sachlichen Notwendigkeiten der bürgerlichen Selbsterhaltung sind als Waren- und Geldbesitz dem vorausgesetzt. Nun aber erscheinen sie vollständig ersetzt durch die zur persönlichen Natur gewordenen Lebensnotwendigkeiten der [[Psyche]]. Ihre Herkunft aus ihren stofflichen Lebensbedingungen und den sinnlichen [[Abstraktionen]] der [[Wahrnehmung]] hat sich in der [[Lebensburg]] vollständig in Liebe aufgehoben und verkehrt sich daher nun in eine Liebesmacht der Fürsorge, zu einer Macht der Aufgehobenheit in einer Welt symbiotischer Eigenmächtigkeiten, die als Naturprinzip sich angesichts der Lebensnotwendigkeiten abstrakter Weltwahrnehmungen nun auch als Sachbestimmung des [[Lebensraums]] durchgesetzt haben. In der seelischen Sebsterhaltung hat die [[Egozentrik]] der bürgerlichen Persönlichkeit ihre Innerlichkeit erworben, ihre innere Natur, die für sich beseelt erscheint. Darin erscheinen sich die Menschen nun selbst als eine Natur höherer Ordnung, der sie sich unterwerfen, um ihrer [[Gewohnheit]] zu folgen. Diese macht ja ihre objektive Lebensgrundlage aus und durch sie erscheinen sie sich selbst so objektiv wie Sachen, wohl aber zugleich als einander liebende Menschen, die ihre Beziehung durch objektiv gewordene Selbstbeschränkungen unter Beweis stellen müssen, um sich auch in diesem objektiv gewordenen Gefühlsverhältnis verwirklichen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[objektive Selbstgefühl]], das ihre Lebensgrundlage in diesem Verhältnis ist, begründet daher nun ein Regelwerk für das, was sein soll und was nicht sein darf, eine unmittelbare Sittlichkeit des Zwischenmenschlichen. Diese regelt nicht nur das Verhalten in ihren Verhältnissen, sondern vor allem das, was sie bezwecken und was aus ihnen werden soll. Nicht die Kontrolle als solche, nicht die Befolgung einer schlichten Regel macht es aus, sondern der Zweck einer Lebensgemeinschaft, in der die Menschen sich subsumieren, während sie diese zu verwirklichen suchen, während sie also einen Zweck befolgen, der nur realisierbar ist, wenn sie sich hierfür kontrollieren. Von daher sind sich die Menschen ihr Leben schuldig geworden und stehen in einem Verhältnis, das nicht frei sein kann, weil es nur dadurch möglich ist, dass etwas werden soll, was nicht ist. Sie müssen sich nicht einfach beschränken oder zurechtweisen, sondern sich produktiv beschränken, sich also in einem &#039;&#039;höheren Zweck&#039;&#039; aufeinander beschränkend beziehen. Um die Schranken dieses Verhältnisses durchzusetzen, müssen sie sich also kontrollieren, damit das wird, wofür sie ihr Verhalten bezwecken- nicht weil sie in der Verwirklichung dieses Zwecks kontrolliert handeln müssen, sondern weil der Zeck selbst abstrakt, bloße Vorstellung bleibt. Das Verhältnis entwickelt sich zu einer sozialen Kontrolle, in welchem jeder für den anderen zur Schranke seiner Selbstentfaltung wird. Die Menschen verpflichten einander zum Sein füreinander und erfahren sich unter dieser Pflicht. Sie müssen sich nun zur Erfüllung ihrer Lebenspflichten in ein Verhältnis der Liebespflicht aufeinander beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ihr Leben unter dieser Zweckbestimmung zu bergen, um Geborgenheit in einer abstrakten Lebensbestimmung zu erfahren, muss ihre Liebe dem dienen, was ihren Lebensraum ausfüllt, ohne daran zu zerbrechen. Und das ist für die Erkenntnis verhängnisvoll. Es erscheint nun lebensnotwendig, die Selbstbergung zu sichern und daher im Prinzip zu totalisieren. Die Welt der persönlichen Liebe ist klein geworden und ist doch ein [[Ganzes]], weil abgeschlossen gegen andere Welt. Es ist eine kleine Gesellschaft von höchster Naturbestimmtheit, die hier ihr Leben nun im Ausschluss von anederem Leben führt, sich aber darin zugleich überfordert, weil dies nicht sein kann, lebensunmöglich ist. Von daher ist dieser Lebensraum höchst unvollständig, der doch so gänzliches Lebensglück begründen soll. Er enthält etwas Unheiles, hat für sich ein Heil nötig und bildet sich nur in solch [[heiler Welt]] fort und muss sich darin auch zusammenhalten und zusammenfassen. Der in dieser Burg eingeschlossene Sinn verlangt seinen Tribut, indem er das ausgeschlossene [[Leben]] nun privatwüchsig ersetzen, die Lebensburg also zum Leben schlechthin vervollständigen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Menschen für einander da sein müssen, weil sie durch einander nur ihr Leben verantworten können, sind sie verpfichtet, dem Leben des anderen Menschen, seiner bloßen [[Existenz]] dienstbar zu sein. [[Zwischenmenschliche Verhältnisse]] werden dabei zu [[absoluten]] Lebensverhältnissen, in denen die existenzielle Not maßgeblich ist. Die natürliche Abhängigkeiten, die mit dem [[Leben]] schon gegeben sind (z.B. die von Eltern und Kinder) werden zu formellen Abhängigkeiten, wo Leben[[isoliert]] von seiner Gesellschaft existieren muss (siehe [[Lebensburg]]). So werden alle Lebenskräfte der damit erzwungenen [[Not]] gewidmet, in der die gesellschaftliche [[Natur]] dieser Not selbst als Lebensnotwendigkeit einer [[Isolatio]]n, einer Lebensbeherrschung in Lebensverhältnissen erscheint, die sie aus sich herausgesetzt haben (siehe z.B. die bürgerliche [[Familie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Lebenspflicht ergibt sich aus einer [[Macht]], die das [[Leben]] entwickelt, wo es sich selbst [[fremd]] geworden, in seinem [[Sinn]] [[entfremdet]] und also vom [[Tod]] beherrscht ist (siehe hierzu auch [[Medizin]]). Das [[Leben]] ist sich selbst etwas schuldig, von dem es in seiner Lebens[[wirklichkeit]] abgesehen, es von sich [[ausgeschlossen]] hatte (siehe [[Abstraktion]]), und das es sich also schuldig geblieben ist. Es handelt sich also bei der Lebenspflicht um eine Verschuldung, welche das [[Leben]] selbst betrifft, welche also aus einem objektiv bestimmten Lebensmangel entstanden war. Dies setzt voraus, dass dem Leben selbst etwas genommen, [[abwesend]] gemacht ist, das lebendige Menschen kraft seiner [[abstrakt Allgemeinen]] [[Substanz]] in die Pflicht versetzt, es wieder herzustellen, vornehmlich in [[Lebensräumen]], worin das Leben geborgen erscheinen soll, also [[Lebensbergung]] selbst Existenz[[bedingung]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstbehauptung des privaten Glücks kann nicht selbst liebend sein. Sie erfährt dies als Notwendigkeit der Liebe als Lebenspflicht der Liebenden, die so selbstlos scheinen, wie sie darin ihre Liebe erneuern und gewinnen können. Diese ist nun wirklich bedingungslos - einfach weil sie nur noch unbedingt sein kann. Dies erzeugt beständige Liebesnot, denn was sachlich nötig, soll nun Liebe selbst unter Beweis stellen. Darin erscheint die Selbstlosigkeit der Existenzsicherung als Liebesgewinn und die Pflichterfüllung wird so zum sublimen Selbstgewinn durch andere, durch die letztendliche Erfüllung der Lebensbergung in der Lebensschuldigkeit. Dieses Prinzip verlangt nicht nur Liebe, sondern ist zugleich deren Selbstaufopferung. Es ist ein höchst kompliziertes Verhältnis, welches in der Abtrennung vom öffentlichen Leben entstanden ist: Liebe ist nötig, um ihre Selbstaufopferung in der Erfüllung der Lebenspflichten zu gewährleisten. Innerhalb der Gemäuer der Lebenburg wird Liebe selbst zu einem Moment der Pflichterfüllung des Lebens nötig: Notwendige Liebe, die sich opfert, um zu sein. Das stellt alles auf den Kopf, was bisher Liebe als Ausdruck eines in bestimmter Weise bezogenen Selbstgefühls und Gefühls gewesen war - und was sie als Lebensverhältnis sein könnte, wird nun zur Ohnmacht des Lebens gegen ihre Not gewendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade dort, wo sie besonders innig wird, wird sie zu einer sehr formellen Lebensbestimmung, die zudem sehr naturwüchsig erscheint. Was zum Leben nötig ist, ist nicht mehr nur existenznotwendig, sondern vor allem zur Erhaltung der Liebenden und Geliebten vonnöten. Es geht also nicht um die Sachen der Existenz, sondern um die Bewahrung und Entwicklung des Seelenlebens, um die Fortbestimmung dessen, was geliebt wird. Da ist viel zu tun, wird doch gerade das beständig von der öffentlichen Welt angegriffen, herabgewürdigt oder abgewertet. Die heile Welt wird zum Hort einer allgemeinen Lebensverpflichtung, die sich durch die Lebensburg ergeben hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erzwingt darin die Lebenspflicht die Tätigkeit einer Liebe, die nicht wirklich sein kann, aber als Trägerin des Lebensraums liebend wirkt. Ihr wesentlicher Grund ist die Lebensbedrohung, in welcher sich der eingeschlossene Sinn fühlt und seine Bemühung in eine Lebensfürsorge wendet. Das verlangt allerdings Hingabe im weitesten Sinn des Wortes: Selbstlosigkeit für das Gemeine, welches als Liebesgemeinschaft erlebt wird. Selbstlosigkeit bewirkt keine Entfaltung, sondern Reduktion, Konzentration des abstrakten Sinnlichkicht durch Selbstkontrolle, Selbstbehauptung und Sebstverleugnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wesentliche Pflicht in solchem Verhältnis ist die wechselseitige Erziehung der Partner und der gemeinsamen Kinder, Nachfolger und Anvertrauten: Sie müssen in diese Pflicht hineingezogen werden, um darin aufzugehen. Darin scheint der isolierte Sinn aufgehoben und wird zu einem Gemeinsinn, zu einem Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221.1 Die Lebensfürsorge (Die Selbstentwirklichung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Menschen in ihrer Entwicklung in der bürgerlichen Kultur bestimmt hatte, war das Prinzip der [[Selbstverwirklichung]]. Dies kehrt sich in der Ausschließlichkeit der Lebensgeborgenheit nun um. Die Liebesverhältnisse sind darin bemessen, was sie aus dem Leben bergen, das doch nun auch sehr beschränkt dadurch ist, dass das Geborgene nur unvollständiges Leben sein kann, Leben, dem beständig Substanz entzogen wird. Es muss daher aus der Kultur Leben &#039;&#039;beigeschafft werden&#039;&#039;, das Sinn macht, den man, wenn auch als äußeres Mittel, als Belebung erfährt. Aber belebt wird zugleich die Lebensnot der Liebe, also eine Notwendigkeit, sich permanent um sie zu kümmern, um das, was als Liebe wahrgenommen wird, was als äußerer Sinn [[wahrgehabt]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kann sich nicht durch sich selbst erhalten, weil das, was darin an Leben entsteht, immer beschränkter wird und von daher Probleme aufwirft, die Fürsorge verlangen. Innerhalb dieses Verhältnisses wird die Lebensfürsorge zu einem tragenden Prinzip. Liebe selbst wird vor allem daran bemessen, was sie zur Bewältigung dieser Probleme taugt. Hieraus entstehen Rollen, die so naturwüchsig erscheinen, wie es das ganze Verhältnis durch die Natur der Lebensbergung geworden ist. Meist sind es daher auch natürliche Eigenschaften der Personen in einer solchen Burg, z.B. in einer Familie: Mann, Frau und Kind. Darin wird permanent die Not der privaten Beziehungswelt so bewältigt, als sei die ganze Welt darin eingeschlossen, Existenz, Geschlecht, Aufwachsen, Zeugen, Arbeiten, Befriedigen, Haushalten usw. - kurz: Gattungsleben als permanenter Begattungsakt [[privater]] Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein dermaßen selbstloses Liebesverhältnis bestimmt sich aus der Zuneigung in der Abhängigkeit, der permanenten Möglichkeit von liebevoller Beziehung durch die Einordnung der Selbstwahrnehmung unter das Verhältnis. Nicht die Liebe selbst wird dadurch mächtig, sondern die Wirklichkeit dieser ausschließlichen Bezogenheit. Im Prinzip muss die Lebensburg die Welt ersetzen, scheitert aber gerade immer wieder daran, dass sie die Welt fernhalten muss. Es wird zu einem Liebesproblem: Aus Liebe wird diese Eigenwelt gegen sich selbst zum Maßstab der Selbstverwirklichung darin. Die Zuneigung in der Geborgenheit ist das Maß ihrer Ausschließlichkeit und was sie ausschließt, dem neigt sie sich in Wahrheit zu. Die Menschen entwirklichen das, was ihr Leben und sie selbst ausmacht, indem sie sich ausschließlich um sich kümmern und betreuen. Selbstverwirklichung war durch sinnliche Einverleibung möglich. Nun besteht das Verhältnis aus einer wechselseitigen Entleibung der Beziehung. Unerfüllbare Sehnsüchte unterliegen der gebotenen Zuneigung und werden durch diese zugleich erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221.2 Die Selbstverleugnung der Lebensfürsorge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne Beziehungen lassen zwar auch &#039;&#039;Seitensprünge&#039;&#039; zu, doch beschädigen sie zugleich damit das [[Gedächtnis]] ihrer Lebenssubstanz. Es wird der private Lebensraum in der Gebrochenheit der Bedingung bewahrt und bricht daher auch mit der Lebenspflicht, die darin nötig ist. Sie wird zu einer permanenten Lebensfürsorge, die schon durch die strukturelle Eifersucht dieses Verhälnisses abverlangt wird. Die Menschen begegnen sich in dessen Mangel nun selbst als mangelhafte Personen. Sie bemühen sich wesentlich um die Aufhebung ihrer Mängel darin und beweisen ihre Liebe als diese Fürsorge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Fürsorglichkeit, die als Liebe gilt, kann nicht wirklich auch fürsorglich sein. Dies würde eine Begründung durch einen offenkundlichen Mangel verlangen. Doch der Mangel existiert ja auch nicht wirklich, er besteht aus dem Mangel an dem, was ausgeschlossen ist. Dieser muss nun von Menschen quasi im Vorgriff auf die Wirklichkeit dieses Verhältnisses getragen werden. Von daher besteht Fürsorge aus der besonderen Form der Zuneigung, des Tragens und Ertragens der nun persönlich scheinenden Mängel dieses Verhältnisses. Und dies schließt eben auch die Wirklichkeit dieser Mängel aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen werden immer mehr besonders füreinander und ausschließlich in ihrer Eigensinnigkeit: Sie prägen einander in dem, was für ihre Beziehung nötig ist, um das fern zu halten, was sie stört. Darin verfestigt sich, was nicht mehr nötig ist, was also durch die [[Gewohnheit]] der Fürsorge unnötig und daher als solche auch geleugnet wird. In der Verleugnung der Fürsorglichkeit entsteht die Ignoranz der wirklichen Beziehung und dies macht ihre Selbstlosigkeit wirklich aus: Die wechselseitige Selbstverleugnung, die dazu dient, ein Leben füreinander und miteinander zugleich zu führen: Geführtes Leben zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221.3 Die Selbstaufhebung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip der Selbstverleugnung hat sein Resultat in einem Verhältnis, worin die Beteiligten ihre Selbstgefühle teilen, also einander ergänzen, indem sie sich aneinander gewöhnen. Es wird das Verhältnis einer wirklich aufgehobenen Selbstbezogenheit, die sich nur in der Wechselseitgkeit der an und für sich symbiotischen Beziehung verwirklicht, die also als solche nicht mehr für sich erkennbar ist. Das Paradoxe: Der Bürger erscheint sich gerade hierdurch jetzt als vollständig entwickelter Mensch, weil er durch das Verhältnis zu anderen Menschen für sich intakt ist, weil er also sich selbst als Mensch verwirklicht sieht, wiewohl er darin als wirkliches Individuum in Wahrheit aufgehoben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Widerspruch, der in der fürsorglichen Selbstverleugnmung bestimmend war, ist nun wirklich aufgehoben, wenn auch nur in der Veräußerlichung des individuellen Menschenseins, das dem allgemeinen geradezu grotesk und total widerspricht. Die Menschen im Allgemeinen dienen vor allem nur noch der Absonderung von ihrer Allgemeinheit, ohne hierbei wirkliches Individuum zu sein. Die Egozentrik der Privatpersönlichkeit ist darin zwar aufgehoben, weil die Selbstbeziehung aufgehoben erscheint; aber sie ist in Wahrheit nur ideell aufgehoben, weil sie reell sich durch eine Selbstvermittlung in die beteiligten Menschen hinein erhält und bewahrt. Die Selbstaufhebung gelingt also nur dadurch, dass sie in allen anderen Menschen ihre Wirkung und Wirklichkeit hat. Sofern sie sich hiergegen verhalten, wird ihnen daher die Selbstsucht unterstellt, die in sie exportiert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstwahrnehmung, die in der Selbstverwirklichung aufgegangen war, wird nun zu einer Wahrheit, die alles ausschließt, was selbstsüchtig erscheint. Solches Verhältnis zu sich kann also nur in der eingeschlossenen Zuneigung sich fortbestimmen, die keine andere Wahrheit erträgt, als die der aufgehobene Selbstbezogenheit. Die Selbstwahrnehmung gerät in eine gestörte Selbstbezogenheit, einer Selbstbezogenheit, die zwar alles innerhalb der Lebensbergung bestimmt, die aber nicht wirklich sein darf. Sie muss Selbstgefühl spendieren, während sie sich nur in anderen findet und empfindet. Es ist dies dann allerdings ein Selbstgefühl, das nur dazu bestimmt ist, die Menschen zu kontrollieren, das ihnen zur Gewohnheit werden soll, wodurch sie sich ganz gewöhnlich, also wie von selbst an ein Leben gewöhnen, das sie nur noch auszuführen haben. Darin wird ihre Beziehung zu einer Erziehung, zu einer erzieherischen Beziehung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weiter mit Buch II: 222. Die Erziehung oder die Gewohnheitern der Selbstkontrolle]]&lt;/div&gt;</summary>
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