<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ich</id>
	<title>Ich - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ich"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;action=history"/>
	<updated>2026-04-04T11:27:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in kulturkritik</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.44.2</generator>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;diff=10436&amp;oldid=prev</id>
		<title>Python: Automatischer Import aus TXT</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;diff=10436&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-04T18:49:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;a href=&quot;https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;amp;diff=10436&amp;amp;oldid=9033&quot;&gt;Änderungen zeigen&lt;/a&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;diff=9033&amp;oldid=prev</id>
		<title>Python: Automatischer Import aus TXT</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;diff=9033&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-02T16:29:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
&lt;a href=&quot;https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;amp;diff=9033&amp;amp;oldid=556&quot;&gt;Änderungen zeigen&lt;/a&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;diff=556&amp;oldid=prev</id>
		<title>Python: Automatischer Import</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Ich&amp;diff=556&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-05-07T21:39:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Automatischer Import&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;quot;Im Kriege ward einmal ein Mann erschossen um und um. Das Knie allein blieb unverletzt - als wärs ein Heiligtum. Seitdem gehts einsam durch die Welt. Es ist ein Knie, sonst nichts. Es ist kein Baum, es ist kein Zelt. Es ist ein Knie, sonst nichts.&amp;quot; Christian Morgenstern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Ich&amp;quot; wäre eigentlich nur ein persönliches Fürwort, das absurderweise zu einem Substantiv gemacht wäre. Aber es war Fichte, der seine [[Logik]] auf der Formel &amp;quot;Ich=Ich&amp;quot; gegründet hatte, die er als [[Begriff]] der [[Subjektivität]] wie [[Objektivität]] in einem begriffen [[wissen]] wollte. Es bestünde schon durch diese leere Formel &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;der Erklärungsgrund aller Thatsachen des empirischen Bewusstseyns, dass vor allem Setzen im Ich vorher das Ich selbst gesetzt sey&amp;quot;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 95)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtig mag sein, dass ich mich nicht als &amp;quot;Nicht-Ich&amp;quot; denken kann, aber die Umkehrung, dass ich dudurch mir schon gleichbleiben würde, dass ich mir auch immer durch ein Fürwort [[persönlich]] gleich blieb, nur weil ich der [[Form]] nach oder nominell ich für mich sein sollte und auch nur als diese bleiben könnte, ist der Ausgangspunkt einer [[schlechten Unendlichkeit]]. Die große Unbekannte der vermeintlichen [[Selbstgewissheit]] bliebe eine [[Abstraktion]], das große &amp;quot;X&amp;quot; bei Fichte. Ich könnte dann nämlich nur [[subjektiv]] sein, indem ich von mir absehe, um als Ich zu verbleiben, weil dies zugleich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;etwas sey, das sich stets gleich, stets ein und dasselbe sey; und das schlechthin gesetzte X lässt sich auch so ausdrücken: Ich=Ich; Ich bin Ich&amp;quot;. (Fichtes Werke. Band 1, Seite 94)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das so genannte &amp;quot;Ich&amp;quot; steht hier also für eine [[persönliche]] [[Identität]], die zugleich überhaupt [[allgemein]] menschlich, [[menschliche Identität]] schlechthin sein soll. Es ist die [[Abstraktion]] einer [[Idee]] von sich selbst, die reine [[Selbstwahrnehmung]] als [[Behauptung]] des [[subjektiven]] [[Idealismus]], dass jedes [[Individuum]] schon vor aller [[Erfahrung]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] als [[Subjekt]] schlechthin zu verstehen sei - eben der unbezweifelbare Erklärungsgrund alles ihm zufolge Seiendem wäre. Denn dieses [[Subjekt]] sei in der Lage, sich sowohl in seiner Individualität, die hier als [[Subjektivität]] begriffen sein soll, als auch in seiner [[Allgemeinheit]] selbst als seiend zu &amp;quot;setzen&amp;quot;, weil der Mensch eben nur in dieser Reinheit für sich frei sein, nur darin seine Idealität erfüllen könne. Hiervon leitet sich auch die &amp;quot;[[Freiheit]] der [[Persönlichkeit]]&amp;quot; im Grundgesetz Deutschlands (siehe auch [[Recht]]) ab als eine [[Freiheit]] die nur [[persönlich]] - und also nicht [[sachlich]] - zu verstehen sei. Doch die [[Sache]] in dieser [[selbstverständlichen]] [[Abgetrenntheit]] vom [[Subjekt]] bleibt implizit der [[Erkenntnis]] vorausgesetzt (siehe [[Schmerz]]). Man muss sie [[besitzen]], um als dieses &amp;quot;Ich&amp;quot; [[wirklich]] frei zu sein (siehe auch [[Geldbesitz]]). Hierüber schweigt sich allerdings ein [[Idealismus]] jedweder Art aus und ist von daher [[politisch]] immer höchst willkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Dasjenige, dessen Seyn (Wesen) bloss darin besteht, dass es sich selbst als seyend setzt, ist das Ich als absolutes Subject. So wie es sich setzt, ist es; und so wie es ist, setzt es sich; und das Ich ist demnach für das Ich schlechthin nothwendig. Was für sich selbst nicht ist, ist kein Ich.&amp;quot; (Fichtes Werke. Band 1, Seite 97)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo der [[isolierte]] Mensch – der von seiner [[Gesellschaft]] [[abgetrennte]] Mensch – durch die [[allgemeine]] [[Vereinzelung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] (siehe [[Kapitalismus]]), durch sein [[existenzielles]] Privatvermögen (sehe [[Geldbesitz]]) – einen [[Selbstwert]] für sich erkennen kann, kann er die dadurch produzierten [[gewöhnlichen]] [[Minderwertigkeitsgefühle]] aus sich heraus setzen, sich selbst durch seine [[Erlebnisse]] in einer [[Kultur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] verwerten. Er wird seine [[Isolation]] nicht mehr [[wahrnehmen]], wohl aber die [[Kulte]] der [[Selbstverwertung]] mit und durch Seinesgleichen im [[Allgemeinen]] [[wahrhaben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da jede [[Verwertung]] die [[Einzelnen]] von einander [[ausschließt]] stehen sie auch Kulturell in einem [[Konkurrenzverhältnis]] zu einander, können also auch nicht füreinander einstehen. Ihre [[Selbstbehauptungen]] erzeugen wie von selbst außer ihnen selbst eine [[mächtige]] [[Subjektivität]] der [[Vereinzelung]], ein [[&amp;gt;bürgerliches Subjekt]], das nichts außer sich sinnvoll findet und [[empfindet]], weil es keine Identität jenseits seiner [[Nützlichkeit]] für Andere geben kann. Aber gerade das macht es brauchbar für das [[Bedürfnis]] auf [[Einverleibung]] seiner gesellschaftlichen [[Substanz]] als [[Privatperson]] zwischen den Menschen (siehe [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher bekommt es ein [[kulturelles]] [[Wesen]] zugesprochen, das dem [[Wesen]] seiner [[wirtschaftlicchen]] Verhältnisse im [[Warentausch]] – dem [[Austausch]] von [[Gebrauchtwerten]] – der [[Form]] nach in der [[Selbstverwertung]] weitgehend entspricht (siehe [[Formbestimmung]]). Wie ein Händler mit [[Gebrauchswerten]] seinen [[Besitz]] im [[Warentausch]] vergesellschaftet, vergesellschaftet er sich selbst als besonderer Mensch (siehe auch [[Selbstveredelung]]), der seine [[Selbstbezogenheit]] [[veräußert]] (siehe [[Tausch]]). Zu seiner [[Selbsttäuschung]] steht ihm ein &amp;quot;[[Ich]]&amp;quot; zu, das die [[gesellschaftlichen]] [[Institutionen]] hegen, um die [[bürgerliche Kultur]] als Maß und Ziel ihrer [[Verhältnisse]] zu pflegen – je verwahrloster sie sind (siehe auch [[Dekadenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der angewandten Psychologie wird das &amp;quot;Ich&amp;quot; als etwas [[Ganzes]] einer [[Persönlichkeit]] verstanden. Aber auch dies ist selbst nur Ausdruck eines absurden [[Verhältnisses]], ähnlich dem Knie, das &amp;quot;einsam durch die Welt&amp;quot; geht. Ein Substantiv, das aus einem persönlichen Fürwort gebildet ist, ist schon sprachlich ein [[Widersiinn]], behauptet es doch als Substantiv eine [[Substanz]], die nicht wahr sein kann. Es ist die Täuschung darüber, dass das &amp;quot;Ich&amp;quot; eine bloße [[Selbstbehauptung]] ist und dafür steht, das ein Mensch Subjekt seiner [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] sein soll, wo er wesentlich deren Objekt ist. Nur weil ein Mensch schon als Kind &amp;quot;ich&amp;quot; sagen kann, muss er noch lange kein &amp;quot;Ich&amp;quot; haben, ebenso wenig wie wenn er &amp;quot;sie&amp;quot; sagt. Der [[Begriff]] stellt also lediglich eine [[Ideologie]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] dar. Nur weil man ihn allgemein für eine Vorstellung gebrauchen kann wie das &amp;quot;Du&amp;quot;, das &amp;quot;Ihr&amp;quot;, das &amp;quot;Sie&amp;quot;, das &amp;quot;Es&amp;quot; usw. ist es als Substantiv eine ideellle Verzerrung und ohne jeden Inhalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies entspricht allerdings auch genau dem [[Schein]], dass ein Individuum selst schon als ein in sich gekehrtes [[Subjekt]] existieren könne, dass es als [[Subjekt]] handeln würde, das gut auch ohne [[Objekt]] sich verstehen können will. Es ist die [[Selbstverständlichkeit]] des [[Kleinbürgers]], dessen einzig wirkliche Lebensgrundlage sein [[Geldbesitz]] ist, der ihm die Illussion verschafft, dass er selbst als [[Person]] so allseitig [[gesellschaftlich]] bezogen sei, wie das [[Geld]], das er in der Tasche hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Das sogenannte &amp;quot;ICH&amp;quot; ist ein Konstrukt der Identitätsphilosophie sund der [[Psychoanalyse]] und soll substantivieren, was eine [[Selbstbehauptung]] ausmacht, was ihr [[Interesse]] subjektiv darstellbar machen soll. Es ist aber ein absurdes Konstrukt, das aus einem eindeutig einzelnen hinweis auf sich selbst eine kategoriale [[Verallgemeinerung]] macht. Diese soll darüber hinwegtäuschen, dass ein einzelner Mensch auch als Individuum nicht wissenschaftlich begreifen lässt, dass also eine [[Substanz]] aus substantivierten &amp;quot;Fürwörtern&amp;quot; nicht beweisbar sein kann. Um &amp;quot;Ich&amp;quot; zu sagen, bedarf es keiner Kategorie, weil ich schon der Beweis von mir bin. Ich bin schon im Reden, Schreiben, Machen usw. evident, meiner selbst mächtig. Weil es das so vermeinte &amp;quot;Ich&amp;quot; nur als [[Selbstbeziehung]] gibt und sich daher nur aus den [[Verhältnissen]] begreifen lässt, kann es nur eine [[Selbstbehauptung]] meinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ICH ist ein Konstrukt, welches in der [[Philosophie]] und Psychologie zur Kennzeichnung der [[Ganzheit]] einer [[Persönlichkeit]] in ihrer individuellen Ausprägung und [[Identität]] sein soll, und wird bei den Idealisten des [[identitären Denkens]] auch als Synonym für [[menschliche Identität]]verwendet. Die Gleichung dieser Konstruktion meint, dass sie durch sich selbst, ICH=ICH ist, als &amp;quot;eigenes [[Wesen]]&amp;quot;, als eine Identität, die der Einzelne als vereinzelt vorgestellter Mensch für sich ursprünglch hat oder sich durch [[Selbstbeherrschung]] zulegt . Es ist von daher die Konstruktion eines abstrakten Denkens, eine quasi religiöse Fiktion der [[Selbstbezogenheit]], die als diese nicht benannt sein soll, nicht als profane Eitelkeit des Privatbesitzes auftreten darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Feuerbach löst das religiöse Wesen in das menschliche Wesen auf. Aber das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum inwohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.&amp;quot; [[(MEW 3, Seite 6)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer &amp;quot;Ich&amp;quot; sagt, muss nicht unbedingt ein &amp;quot;ICH&amp;quot; haben. Ich ist kein Substantiv und hat keine [[Substanz]]. Es ist ein persönliches Fürwort, steht also für etwas, das eine [[Beziehung]] von [[Personen]] (siehe [[zwischenmenschliche Beziehung]]) formuliert, - so wie auch &amp;quot;du&amp;quot;, &amp;quot;er&amp;quot;, &amp;quot;sie&amp;quot;, &amp;quot;es&amp;quot;, &amp;quot;wir&amp;quot;, &amp;quot;ihr&amp;quot;, &amp;quot;sie&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Ich als ICH gibt es nicht. Als dieses wäre es durch sich schon [[allgemein]], ein allen gemein sich vermitteltes ICH (siehe auch [[menschliche Identität]]), das sich nicht erst durch seine [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] arrangiert und aus diesem Arragement entwickelt haben müsste. Es mag einem Menschen so vorkommen, als ob er alles aus sich heraus mache und entstehen ließe, wie es ja auch die [[Ideologie]] der [[freien]] [[Persönlichkeit]] vorgibt. Doch auch wenn es sich in einer Welt unendlich vieler unabhängiger [[Gegenstände]]frei und gleich mit allem [[erscheinen]] mag, so stellt sich darin nur das Ausmaß seiner Verfügungen und Verfügbarkeiten, das Maß seiner [[Gleichgültigkeit]] gegen die [[gegenständliche]] [[Wirklichkeit]] und also auch die Klassenlage seiner [[Person]] dar - eben darin, ob es vorwiegend [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] [[besitzt]] und gebraucht (siehe auch [[Geldbesitz]]) oder vorwiegend [[Geld]] als [[Kaufmittel]] benötigt. Doch mit einem &amp;quot;ICH&amp;quot; ausgestattet erscheint dies alles [[gleich]] und in einer [[Selbstverständlichkeit]], einer [[Ideologie]] der [[Selbstbeziehung]], die es auch in seiner [[isolierten]] Selbstständigkeit erhalten soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrer [[ausschließlichen]] [[Verselbständigung]] könnte eine solche [[Person]] nur über eine ihr äußerliche Welt verfügen, müsste es also auch eine Welt voller äußerlicher Sachen geben, und also auch eine [[Gesellschaft]], die jedem Menschen einfach und bedingungslos zur Verfügung stünde. Mit dem ICH war eben nur der Hort einer abgelösten [[Subjektivität]] gemeint, die letztlich als Verfügungsmacht eines absoluten Subjekts verfasst sein sollte, das als allgemeine [[Persönlichkeit]] über sich selbst verfügen könnte. Das wurde von Michel Foucault folgendermaßen kritisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Man kann sagen, die ganze abendländische Zivilisation war auf dem Subjekt aufgebaut, und die Philosophen haben das nur konstatiert, als sie alles Denken und jegliche Wahrheit auf das Bewusstsein, das Ich, das Subjekt bezogen. In dem Erdbeben, das uns heute erschüttert, müssen wir vielleicht die Geburt einer Welt erblicken, in der man wissen muss, dass das Subjekt nicht eins ist, sondern zerrissen; nicht souverän, sondern abhängig; nicht absoluter Ursprung, sondern stets wandelbare Funktion.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Michel Foucault: Die Geburt einer Welt; 1969)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Nun ist die Diskussion über Subjekt-Objekt-Beziehungen zwar schon sehr alt, aber richtig ist, dass die Gleichsetzung des [[Individuums]] mit dem [[bürgerlichen Subjekt]] neu in Frage gestellt wurde. Es wurde in seiner Ausschließlichkeit stark bedrängt, muss in dieser Welt immer flexibler sein, sich ständig verändern können, und sich auch in seiner Zerissenheit begreifen. Mit dieser [[Erkenntnis]] wurde von Foucault zwar das ICH relativiert, nicht aber der [[Grund]] erfasst, der es in seiner &amp;quot;wandelbaren Funktion&amp;quot; auch sein lässt oder eben auch nicht (siehe auch [[Identität]]). Das [[phänomenologische]] [[Verstehen]] sucht keinen [[Grund]] dafür, dass es seine Individualität nurmehr bedingt vollziehen kann, weil es sich in seinen Wandlungen und Anwandlungen nur bedingt verhalten kann, aber unbedingt sein will, in [[zwischenmenschlicher Beziehung]] sich als Subjekt fühlt (siehe [[Selbstgefühl]]), ohne wirklich subjektiv sein zu können. Ganz im Gegenteil: Gerade mit seiner Subjektivität muss es in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] [[nützlich]] sein, kann darin also nur Objekt-Objekt-Beziehungen verwirklichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese unbedingte Beziehungslosigkeit ist eine [[Verselbständigung]] seiner gesellschaftlichen Beziehung, einer ihm [[fremden]] [[Vermittlung]], die ihm alles als sein äußeres Mittel erscheinen lässt - er sich als totales [[Subjekt]] gelten mag, alles andere als eine totale, ihm in der [[Getrenntheit]] von sich fremde Objektivität. Es ist eine Beziehung, wie sie ihm nur durch seinen [[Besitz]] gegeben erscheinen kann. Im [[Allgemeinen]] ist er daher in seiner [[Selbstbezogenheit]] eher defensiv, als dass er durch ein ICH seine Welt bestimmen und erzeugen könnte. Er behauptet sich eben einfach nur selbst als Ursprung seiner [[Selbst]], um sich nicht als Grund seiner Verhältnisse zu begreifen, sich nicht selbst in der gesellschaftlichen Vermittlung verstehen zu müssen. Sie ist ihm fremd, weil er sich zugleich durch seine eigenen Beziehungen auf andere bedrängt fühlt, weil er selbst eben nicht sein kann, was er in einer Welt voller [[Selbstbezogenheiten]] als Mensch zwischen Menschen sein muss, weil er eben nur durch seine Abschottung, durch seine [[Selbstbehauptung]] in solcher [[zwischenmenschlichen Beziehung]] sein kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Konstruktion selbst ist aber schon ein logischer Unsinn und kann es überhaupt nur [[ideell]] als [[Notwendigkeit]] der Identifikation in der Selbstunterscheidung der Individuen zur [[Ganzheit]] ihrer Individualität geben, also in einer [[Vorstellung]] über sich selbst, die auch als Ganzes vorgestellt werden muss. Dies zeigt auf, dass &amp;quot;das Ich&amp;quot; nur Ausdruck einer unmöglichen Identität sein kann, eine Identitätsbehauptung, die wegen der Unmöglichkeit einer [[wirklich]] individuellen Identität sein muss, also keine wirklich gewisse und durch sich entschiedene Identität sein kann. Damit wurde diese Unentschiedenheit des Individuums mit dem Konstrukt selbst zu einem [[Begriff]], der sie aller Reflexion aus ihrem [[Sein]] enthebt. Das ICH als Reflexion ist schon dem Wort nach ein [[Unding]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nicht ICH sein; das wäre genauso, als könnte ich Knie sein, oder Fuß oder ... Selbst wenn ich ein Arsch bin, weiß ich, dass es so ganz auch nicht wahr sein kann. Ich mag beseelt sein oder eine Seele haben, das ist aber immer schon Reflexion von etwas an mir - das ist nicht ICH als Ganzes. Und selbst wenn ich Scheiße baue, bin ich nicht Scheiße muss es nicht leugnen, um zu sein, ich muss mich nur fragen, WAS ich gemacht habe, nicht ob ICH was gemacht habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der unsinnigen [[Selbstbeziehung]] verbirgt sich allerdings ihr Zweck: Die permanente Selbsterneuerung, die nötig ist, weil sich solche Beziehung permanent entleert. Im Grunde geht es bei dieser [[Beziehung]] um eine unausweichliche [[Selbstverwertung]], die das isolierte Individuum in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nötig hat. Es erscheint ihm nicht nur als nötiger Drang, &amp;quot;unter die Menschen zu kommen&amp;quot;, sondern auch als Trieb, sich in ihrer [[Anwesenheit]] zu [[vergegenwärtigen]], denn es kann nur im Austausch mit ihnen für sich [[Substanz]], also [[Sinn]] finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die als ICH reflektierte Beziehung hat auch eine [[Wahrheit]], weil sie in ihrer Einzelheit zugleich eine allgemeine Unterstellung enthält: die Notwendigkeit einer [[Selbstachtung]] durch [[Selbstgewissheit]]. Nichts ist für den Menschen - ganz gleich ob als Individuum oder als Gattung - fundamentaler als die [[Gewissheit]] eines [[eigenen]] In-der-Welt-seins, wie sie Descartes formuliert hat: &amp;quot;Ich denke (fühle, rede, schreibe usw.), also bin ich&amp;quot;. Die [[Aufklärung]] hat bei aller Trennung von [[Geist]] und [[Körper]], die sie dem Denken zugemutet hat, immerhin die [[Selbstevidenz]] des Menschen als Anspruch gegen [[Gott]] gegründet. Selbstevidenz ist die Grundlage meiner [[Selbstgewissheit]] und auch meines [[Selbstzweifels]]. Wenn ich bezweifle, was ich gemacht habe oder ob ich es war, der das gemacht hat, muss ich den [[Zweifel]] verfolgen, um mit mir identisch zu werden. Nicht mein ICH steht im Zweifel, sondern ich bezweifle etwas, weil ich es nicht [[erkennen]] kann. Es hat für mich (noch) keinen [[Sinn]] und steht daher für mich im [[Zwiespalt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ich gilt bei [[Hegel]] als Subjekt des [[Bewusstseins]], das im [[Gegenstand]] seines [[Denkens]] sein [[Objekt]] erkennt, der sich schon vor ihm unterschieden hat (Enzyklopädie III, S. 202). Als solches ist es, weil es sich darin von seinem [[Geist]] unterscheidet, weil es sich in seinem Gegenstand anschaut. Der objektive Geist hat sein Subjekt erst nötig, um zu werden und ist daher für Hegel objektiv durch das Subjekt bestimmt. Vielleicht auch als Theoretiker des Ichs? Ohne im &amp;quot;Subjekt&amp;quot; zugleich anderes zu sein, wäre es eine reine Tautologie: Ohne mich kann ich nicht sein. Ich müsste mich selbst als [[Gegenstand]] haben, also mich selbst als [[nichts]] ansehen, um Ich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Begriff der [[Psychologie]] gilt das Ich für das Moment individueller [[Identität]], als Ort des [[Willens]]; - in der [[Psychoanalyse]] für das Selbsterhaltungsinteresse des Individuums (siehe [[Selbst]]) im Bezug der [[Psyche]] zur Realität. Die Ich-Psychologie fasst darin die Leistungen zur Selbstinterpretation zusammen, um die [[Selbstbehauptung]] in einer ihr entgegengesetzten [[Welt]] als Reinform der [[Selbstbeziehung]] zu stützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ist eine Beziehung, die nicht als die Beziehung eines wirklichen Subjekts existieren kann, wie es ein &amp;quot;Selbst&amp;quot; dem Begriff nach zu sein hätte. Ein solches Konstrukt hat für sich keine wirkliche [[Macht]], weil es nur als [[abstraktes]] Medium zwischenmenschlicher Bezogenheiten existiert. Es bezieht diese Macht daher aus deren Wahrnehmungsverhältnissen, in denen sich die Psyche [[fremden]] [[Sinn]] einverleibt. Und darin begründet sich eine Umkehrung der ganzen zwischenmenschlichen Beziehungen zu einem Wahrnehmungsverhältnis von Personen, die sich nötig haben und im Grunde zugleich völlig [[gleichgültig]] zueinander sind. Mit dem unsäglichen Begriff &amp;quot;Ich&amp;quot; wird eine Beziehungsform gemeint und zum Subjekt verklärt, die in Wahrheit lediglichlich eine Objektform des &amp;quot;Haben-Müssens&amp;quot; ist, die [[Notwendigkeit]] zwischenmenschlicher Selbstermächtigung, die deren Beziehungen durch die Fähigkeit bestimmt, sie als subjektive Objektbeziehungen zu haben. Die &amp;quot;Ich-Funktionen&amp;quot; betreiben eine Selbstbeziehung, in welcher die [[Anwesenheit]] fremder Menschen zur Selbstbeziehung verdichtet wird, ohne diese hierbei abzustoßen zu müssen. Die Selbstbeziehung wird durch diese Funktionalität zur psychischen Aktionsform des reinen [[Habens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Freud]] versteht das Ich als wesentliche Struktur der [[Persönlichkeit]], welche die &amp;quot;inneren Strebungen&amp;quot; der [[Seele]] mit den realen [[Gegebenheiten]] in Einklang bringen muss. Später spricht er auch von Ich-Trieben, die sich nicht mehr aus der Vernunft des realitätsgerechten Verhaltens, sondern aus der Ablösung von den Sexualtrieben (siehe [[Geschlechtstrieb]]) selbst als Libidoübertragung unmittelbar narzisstisch begründen (GW VIII, S.234)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in diesem Verständnis vom Menschen, in dem hierin vollzogenen Erkenntnisinteresse, aufscheinende Trennung von subjektivem Streben und objektiven Bedingungen macht ein Erkenntnisproblem der [[Aufklärung]] in ihrem Verständnis von menschlicher [[Natur]] aus, die sich selbst als Vermittlung verstehen will: Ich bin durch die [[Vernunft]], die mich nicht sein lassen kann, wie ich bin, weil etwas in mir ist, das außer sich ist. Die Vernunft als [[Selbstbeschränkung]] allein lässt mich demnach Ich sein: Ein Widersinn in sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ich ist eine [[nominalistische]] Gedankenkonstruktion, die an alles hingesagt werden kann, was mich sein lässt, ausmacht, objektiv hat. Es ist das vom Menschen veräußerlichte seiner [[Selbst]] - als Individuum für sich gedacht: Der [[entfremdete]] Mensch in seiner Einzelheit als Kategorie; die Monade als theoretischer Mensch.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
	</entry>
</feed>