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	<title>Selbstgerechtigkeit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in kulturkritik</subtitle>
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		<updated>2025-05-07T21:43:31Z</updated>

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&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;„Die schrecklichsten Leiden sind […] aus dem Gerechtigkeitstrieb ohne Urteilskraft über die Menschen gekommen.“ (Friedrich Nietzsche: &amp;quot;Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit setzt sich durch Übergriffigkeit und Anmaßung durch. Sie betreibt die [[Selbstbehauptung]] einer verdoppelten [[Selbstwertigkeit]], will ihr gerecht werden, wo sie ihr [[Selbstverständnis]] im [[Verhalten]] zu ihren [[Beziehungen]] zu verstehen gibt (siehe auch [[Verstand]]). Sie folgt der [[Abstraktionskraft]] eines unmöglich gewordenen [[Verhältnisses]] (siehe hierzu auch [[Verdrängung]]). Wo sie herrscht, ist eine [[Wahrnehmungsidentität]] verhindert und wird dadurch auch behindert, das Hindernis verdoppelt, die [[Kraft]] der [[Wahrheit]] einer [[Beurteilung]] zersetzt. Es ist allein die [[Wahrheit]] eines &amp;quot;[[Hermeneutischer Zirkel]]&amp;quot; (siehe auch [[Hermeneutischer Zirkel]]), wodurch das Erste immer zugleich das Letzte ist, die ganze logische &amp;quot;Ableitung&amp;quot; nur aus der [[Tautologie]] eine [[begriffslosen]] [[wesentlichen]] [[Wahrheit]] sein soll (siehe [[Genealogie]]). Sie beginnt mit einem urzeitlichen Anfang (siehe z.B. das [[Ur-Ich]] nach Husserl) und endet im [[Begriff]] einer sinnlosen [[Selbstbezogenheit]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer hat den ersten Menschen und die Natur überhaupt gezeugt? Ich kann dir nur antworten: Deine Frage ist selbst ein Produkt der Abstraktion. Frage dich, wie du auf jene Frage kömmst; frage dich, ob deine Frage nicht von einem Gesichtspunkt aus geschieht, den ich nicht beantworten kann, weil er ein verkehrter ist? Frage dich, ob jener Progreß als solcher für ein vernünftiges Denken existiert? Wenn du nach der Schöpfung der Natur und des Menschen fragst, so abstrahierst du also vom Menschen und der Natur. Du setzest sie als nichtseiend und willst doch, daß ich sie als seiend dir beweise. Ich sage dir nun: Gib deine Abstraktion auf, so gibst du auch deine Frage auf, oder willst du an deiner Abstraktion festhalten, so sei konsequent, und wenn du den Menschen und die Natur als nichtseiend denkend, denkst,so denke dich selbst als nichtseiend, der du doch auch Natur und Mensch bist. Denke nicht, frage mich nicht, denn sobald du denkst und fragst, hat deine Abstraktion von dem Sein der Natur und des Menschen keinen Sinn. Oder bist du ein solcher Egoist, daß du alles als Nichts setzt und selbst sein willst?&amp;quot; [[(MEW 40, 545f)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit ist die [[wesentliche]] Ausdrucksform eines ausgeprägten [[Narzissmus]], der sich als [[moralisierende]] [[Selbstbehauptung]] gegen andere durchzusetzen bestrebt. Er unterwirft sich hierbei aber lediglich ein anderes [[Sein]] seiner [[Selbstbehauptung]], die sich ihrer [[Wahrheit]] zu entziehen sucht, sich als ein besseres [[Urteil]] über eine an und für sich [[ungewisse]] und also gewissenlose [[Selbstbeziehung]] (siehe [[Gewissen]]) ermächtigt und [[verselbständigt]] und ihren Sinn [[entgegenwärtigt]], indem sie beliebig wird (siehe hierzu [[Spießbürger]]). Sie betreibt ein Urteilsvermögen, das ein [[Vorurteil]] über sich selbst als [[absolutes]] [[Urteil]] zu bewähren sucht. Dies unterstellt Menschen, die über ein höheres [[Recht]] verfügen können, wodurch im [[Einzelnen]] als richtig gilt was hierdurch sein [[Recht]] aus dem [[Dasein]] einer [[abstrakten Allgemeinheit]] beziehen kann, so dass es Frieden diktiert, soweit es im [[Allgemeinen]] anerkannt wird. In [[Wahrheit]] ist solches Recht allerdings nur eine Dafürhaltung, die [[Interpretation]] einer [[Meinung]] über sich selbst, durch die alles schon ausgeschlossen wird, was sie außer sich enthält und reflektiert. So stelt Selbstgerechtigkeit die [[abstrakte]] [[Gewalt]] einer [[Befriedungsmacht]] dar, indem sie diese zugleich als [[Ideologie]] einer gerechten Selbstverteidigung nutzt (siehe auch [[Verteilungsgerechtigkeit]]). Sie formuliert also einen [[Bedarf]] nach Versöhnung, tritt aber nur als Versöhnungsmacht einer [[politischen Kultur]] auf, die in der [[Geschichte]] des &amp;quot;Abendlandes&amp;quot; deren Weltmächtigkeit bestimmt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Geschichte]] dieses [[Rechts]] ging und geht es allerdings äußerst blutig zu und darin zeigt sich zugleich, was durch Blut und Schuld, zwischen Geldmacht und Glaubensschuldigkeit verbunden werden kann. Besonders die Bündnisse des christlichen [[Glaubens]] im Ablasshandel mit der weltlichen [[Macht]] des [[Geldes]]. Selbstgerecht kann heute jeder [[Geldbesitzer]] durch die Verfügungsmacht eines bloßen [[Kaufmittels]] sein, der durch seine Ausgaben in den [[Verhältnissen]] der [[wirtschaftlichen]] Verelendung die [[Wertrealisation]] befriedet und also in den [[Krisen]] der [[politischen Ökonomie]] zumindest durch das Vermögen seiner [[Kapitalakkumulation]] eine stützende Funktion zum [[Selbstserhalt]] (siehe hierzu [[Reproduktion]]) des [[Kapitalismus]] bereithalten kann {siehe hierzu auch [[fiktives Kapital]]}. Man kann sich leicht vorstellen, was solches Vermögen in den [[Interpretationen]] zur [[Entscheidung]] zwischen Krieg und Frieden bewirken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der [[Verhältnisse]] von [[Kulturkonsumenten]] (siehe auch [[Tittytainment]]) ist die Selbstunterscheidung das [[notwendige]] [[Mittel]] einer [[Selbstveredelung]] gegen einen dort angelegten [[Selbstverlust]]. Von daher wird das [[Geltungsstreben]] der [[Selbstwahrnehmungen]] von der [[Ausschließlichkeit]] ihrer Selbstgerechtigkeit getragen und befördert. Es liegt ja schon in der Natur der [[Selbstbeziehung]], dass sie sich durch den [[Konsum]] [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] füllen muss (siehe [[Selbstgewinn]]) und mit der [[Masse]] ihrer [[Einverleibungen]] sich selbst [[verdichtet]] und zugleich sich von deren Einfluss auf sich abgrenzen muss. Von daher erstrebt solche [[Beziehung]] durch die Beurteilung ihrer [[Wirkungen]] sich aus ihnen herauszunehmen, ohne sie [[wirklich]] für sich [[aufzuheben]]. So verändert sich das [[Geltungsstreben]] durch die [[Selbstgerechtigkeit]] seiner [[Gesinnung]] in der [[Beziehung]] auf Andere: Es muss ihre [[Wirkung]] auf sich herabsetzen und leugnen, um sich selbst [[moralisch]] zu bestärken, um sich selbst gerecht zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit bezieht ein [[allgemmeines]] [[Recht]] aus sich [[selbst]], ist also [[beliebig]] und [[gleichgültig]] gegen Andere, gegen [[wirkliche]] [[Verhältnisse]] und [[Beziehungen]] überhaupt und [[objektiviert]] sich über die eigene [[Selbstwahrnehmung]], folgt dem [[Trieb]] der [[Selbstverwertung]], um sich aus seiner [[isolierten]] [[Existenz]] seiner vereinzelten [[Einzeheit]] zu [[verallgemeinern]], sich [[gemein]] zu machen und sich hierdurch [[allgemeine]] [[Geltung]] zu verschaffen. Selbstgerechtigkeit verfolgt also das Ziel des [[Geltungsstrebens]], um einer [[edelmütigen]] [[Selbstwahrnehmung]] gerecht zu werden, um die ihr nötige [[Selbstveredelung]] zu vollstrecken und zu erneuern, - um der [[Notwendigkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] [[Macht]] zu verleihen. Deren [[Not]] entsteht eben immer wieder durch den Mangel an den [[Empfindungen]], die der Behauptung ihrer [[Selbstgefühle]] unterliegen und ihre Unterlegenheit durch eine [[verallgemeinerte]] [[Selbstwahrnehmung]] in ihrem [[Narzissmus]] einzubeziehen und darin [[aufzuheben]]. Hierbei [[totalisieren]] sich ihre [[Gefühle]] zu einem sich selbst [[fremden]] [[Wesen]] der [[Abstraktion]] ihrer hierdurch [[entäußerten]] [[Selbstgefühle]], die zum [[Inhalt]] einer [[totalen]] [[Selbstwahrnehmung]] werden müssen. Darin können sie sich nurmehr in einem [[objektien Selbstgefühl]] einigen, sich in einem [[Gefühl]] [[fremder]] [[ästhetischer]] [[Indealisierungen]] zu einer [[Selbstentfremdung]] genötigt sind. die nach einer [[fiktiven]] [[Gemeinschaftlichkeit]] (siehe auch [[heile Welt]]) verlangt, der sie schließlich auch gerecht werden müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] stehen daher die [[Zwischenmenschen]] zueinander durch die [[ausschließliche]] Position ihrer[[Person]], die sich unentwegt durch [[Selbstbehauptung]] bewähren muss. Selbstgerechtigkeit ist daher die Form einer [[narzisstischen]] Beziehung, wodurch sich das [[Dilemma]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] gegen andere [[Selbstverwertungen]] über eine [[zwischenmenschliche]] [[Moral]] zu behaupten und durchzusetzen sucht. Dadurch wird das allgememein beanspruchte [[Recht]] der [[Selbstwahrnehmung]] dazu getrieben andere Menschen und Verhältnisse aus dem [[Meinen]] und Fühlen seiner selbst zu beurteilen. Deren [[Moralismus]] wird aus einem [[Selbstgefühl]] bezogen (siehe auch [[ästhetisches Urteil]]) und durch seine [[Abstraktionskraft]] [[ausschließlich]]. Das nützt einer Selbstfindung durch die Angleichung fremder Eindrücke an die [[Selbstempfindung]]. die dadurch zum Generator des Kraftwerks einer [[Moral]] wird, die sich durch sich selbst verstärkt und [[verallgemeinert]], ihre Selbstwahrnehmung [[verselbständigt]] und mit zunehmender [[Selbsterfahrung]] abgehoben hat, sowohl durch ihren [[Selbstverlust]], als auch durch ihren [[Selbstgewinn]]. Es ist die Fürsprache eines [[ohnmächtigen]] [[Daseins]] zur Ausbildung des [[Edelmuts]] einer [[Selbstveredelung]], die hierüber erhaben scheinen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem sich die Menschen durch ihre [[Selbstbehauptungen]] verwirklicht haben (siehe [[Selbstverwirklichung]]), haben sie sich gegen einander entwickelt und ihre [[wirklichen]] [[Wahrnehmungen]] für sich behalten, ihre [[Selbstgefühle]] totalisiert und als wechselseitige Totalitäten von eigenständigen Gefühlswelten gegen einander [[isoliert]]. Von daher zerfallen ihre [[Selbstwahrnehmungen]] in verschiedene Fragmente ihrer Entwicklung, sind durch die Geschichten ihres [[Selbsterlebens]] in einzelne [[Strukturen]] der [[Wahrnehmung]] aufgeteilt. Sie können durch sich nicht mehr richtig sein und einander nicht gerecht werden, benötigen daher eine ihnen äußerlich bestimmte [[Selbstbehauptung, eineSelbstbestätigungdurch andere. Sie haben sichpersönlichvon der Wechselseitigkeit ihrerGefühleabgesetzt und eine Person geschaffen, die sich wie die Ausgeburt ihrer individuellenEntwicklung, wie einzwischenmenschlichesNaturwesen ganz seinerselbst gerechtverstehtundverhält. Allerdings kann sie durch die Zerteilung ihrerSelbstwahrnehmungensich nicht mehr in derGeschichteihrerSelbstverwirklichungerkennen, denn sie hat sich darin über sich selbst erhoben und muss sich doch im ständig wechselndenVerhältnisderPersonenverhalten, sich alsPersönlichkeitihrerzwischenmenschlichen Verhältnissedarstellen und äußern. Dies setzt ihreSelbstwahrnehmungallerdings den unentwegten Gefahren derAbstraktionskraftfremderSelbstbehauptungenaus, die sich zu einerfremden Kraftihrerzwischenmenschlichen Beziehungenveräußertundverallgemeinertund ihrGeltungsstrebenzumAntriebeines absolutenNarzissmuswerden lässt und totalisiert.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstgerechtigkeit]] von [[narzisstischen]] [[Moralisten]] begründet sich gerne durch [[Ressentiments]]. Ein [[Ressentiment]] ist ein gefühltes [[Vorurteil]], das sich am Aussehen und der [[Haptik]] von nominierten [[Eigenschaften]] von Menschen (z.B. Typ, Hautfarbe, [[Charakterzüge]]) festmacht (siehe [[Nominalismus]]). Oder es sind kulturelle Verhaltensweisen (z.B. [[Mode]], Geschlechtsverhalten, Sitten und Gebräuche), die dadurch eine formbestiemmte [[verwesentlicht]] entwickeln, dass sie durch phänomenal assoziierten Zusammenhänge [[verallgemenert]], aus ihrer bloßen Anschauung zu etwas abstraktes [[Ganzes]] verfremdet werden, das in seiner [[Abstraktion]] [[totalisiert]] wird, weil durch die [[Gleichgültigkeit]] der [[Selbstgerechtigkeit]] gegen jeden [[wesentlichen]] [[Inhalt]] der [[Wahrnehmung]] keine besonderen [[Teile]] oder Momente unterschieden und in dieser [[Form]] nicht [[Bewahrheitet]] werden skönnen, sodass sie als abstraktes [[Ganzes]] fortentwickelt, mitgeteilt und verbreitet oder auh nur gemobbt werden können. Sie werden damit in einer nach [[Belieben]] errichteten [[Verallgemeinerung]] von den [[Absichten]] eines [[ästhetischen Urteils]] bestimmt und dem entsprechend entwertet (siehe z.B. [[Rassismus]]), [[minderwertig]] gemacht, ohne [[Sinn]] für einen ihnen [[fremden]] Zweck gekränkt (siehe auch [[tote Wahrnehmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein bloßes [[Ressentiment]] ist Selbstgerechtigkeit das Mittel eines [[Geltungsstrebens]] der [[Selbstbehauptung]] eines [[Selbstwertgefühls]], das seine [[Gewissheit]] als &amp;quot;Erfahrungsschatz&amp;quot; seiner [[Selbstgefühle]] aus einer [[verallgemeinerten]] [[Selbstbezogenheit]] schöpft (siehe hierzu auch [[Über-Ich]]). Sie ist damit eine [[psychische]] [[Notwendigkeit]] der [[Selbstbezogenheit]] seiner [[Erinnerungen]], die über jeden [[Zweifel]] erhaben gemacht wird, weil sie für sich - und nur für sich - richtig sein muss keine [[Falschheit]] dulden kann. Sie setzt die Akkumulation von [[Selbstwahrnehmung]]en voraus und spricht der darin verschlossenen [[Allgemeinheit]] eine abgeschlossene Richtigkeit zu, die sie durch sich nicht haben kann, die also die [[Allgemeinheit]] ihrer [[Wahrnehmungen]] durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] objektiviert und ihre [[Gegenwärtigkeit]] dadurch verdoppelt und für sich [[selbstverständlich]] macht. Damit wird eine [[Selbstbeziehung]] absolut gemacht, die ihre einzelne Beschränktheit durch sich selbst [[verallgemeinern]], bzw. durch die Art und Weise ihrer Gegenwart und [[Macht]] überwinden will, indem sie diese als &amp;quot;Macht der [[Gewohnheit]]&amp;quot; zu ihrer sich selbst bestärkenden [[Selbstbehauptung]] fixiert, um darin sich schließlich zu einem [[Charakter]] ihrer [[Persönlichkeit]] auszuprägen und zu verfestigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit entsteht in der [[zwischenmenschlichen]] [[Konkurrenz]] der [[Selbstgefühle]] um ihre [[persönliche]] Integration und Akkumalion zu einer [[Persönlichkeit]] der [[Psyche]]. Sie formuliert eigenes [[Recht]] zur [[Selbstbehauptung]] gegen andere, gibt sich selbst also als [[Subjekt]] zugleich ein [[objektives]] [[Recht]] in der [[Bewertung]] eines [[Verhältnisses]] durch die eigene [[Wirklichkeit]], die sich aus der [[Selbstbezogenheit]] (siehe [[Egozentrik]]) seiner [[Entwicklung]], aus seiner [[Selbstverwirklichung]] wie [[selbstverständlich]] auch [[allgemein]] gültig durchsetzen soll. Die [[Selbstverwirklichung]] als [[objektives]] [[Subjekt]] befördert hierfür das [[Geltungsstreben]] ihres [[Selbstwerts]] durch einen [[Edelmut]], der sich zwangsläufig gegen andere Menschen wendet, denn nur dadurch verwirklicht sich ihr Grund: Die [[Befriedung]] ihrer [[Selbstveredelung]]. Selbstgerechtigkeit sucht den [[Selbstwert]] der eigenen [[Persönlichkeit]] durch ein [[Recht]] zu bestärken, das als [[allgemein abstrakt]]richtig wahrzunehmen ist und sich hierdurch über etwas Geltung zu verschaffen (siehe [[Geltungsbedürfnis]]) das in der Lage ist, die [[Selbstachtung]] von Menschen zu beherrschen und das Verhältnis zu ihnen zu bestimmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch was ist in solcher Allgemeinheit [[richtig]], was kann daran [[wahr]] sein? Letztlich kann das nur etwas allgemein Anerkanntes sein, etwas, das man anerkennen muss ohne es [[erkennen]] zu können, - in der Regel eine [[Moral]], die nicht mehr hinterfragt werden soll. Und das ist der Kern der Selbstgerechtigkeit: Die Herstellung einer allgemeinnen Fraglosigkeit, um den in der [[Selbstveredelung]] gewonnen [[Edelmut]] abzuschotten, die [[isolierte]] [[Selbstwahrnehmung]] mit [[zwischenmenschlicher]] Macht auszustatten (siehe hierzu [[Polical Profiling]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschliche Verhältnisse]] erzeugen in ihrem Kampf um die [[Selbstgerechtigkeit]], um das [[Recht]] von [[Zwischenmenschen]] auf den [[Wert]] ihrer [[Selbstgefühle]], um einen eigenständigen und doch allgemein gültigen [[Selbstwert]], einen unauflösbaren Konflikt zwischen sich und anderen. In ihren hierbei immer allgemeiner werdenden [[Geltungsbedürfnissen]] entstehen bizzare Formen der [[Selbstbehauptung]], in denen sich zwangsläufig ein Lebensverhältnis zwischen Missachtung und [[Selbstachtung]] verfestigt und formatiert, das eine Selbstsicherheit gewährt, die nicht von dieser Welt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ein Mensch sich in seinen Produkten zweilsfrei erkennt, wo er also über den [[Zweifel]] erhaben ist, ob die von ihm geschaffenen [[Gegenstände]] die seinen sind, kann er auch beurteilen, wie ihm diese gelungen, wie richtig oder falsch sie geraten sind. So [[weiß]] er auch sich selbst, bezieht in dieser [[Gewissheit]] sein [[Gewissen]] aus der [[Erkenntnis]] seiner [[Fähigkeiten]] und [[Eigenschaften]], - eben so gut oder schlecht, so [[widersprüchlich]] oder kritikwürdig, wie er sich vergegenständlicht hat. Im [[Eigenen]] erkennt das Individuum die [[Güte]] und die Mängel seiner Äußerungen und Erzeugnisse [[unmittelbar]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[isolierte]] Individuum, der [[Bürger]] oder die Bürgerin, der Privatmensch, der sich nur über seinen [[Besitz]] auf andere Menschen bezieht, erfährt darin nichts wirklich Eigenes, sondern nur das, was er besetzt hält, wodurch er andere auschließt und was ihn von anderen [[trennt]]. Darin hat er die [[ausschließliche]] Grundlage seiner [[Erkenntnisse]], - die Einzigartigkeit der von allen anderen abgeschiedenen [[Selbstwahrnehmungen]], die wesentliche [[Substanz]] seiner [[ausschließlichen]], also einzigartigen [[Eigentlichkeit]]. Eigentlich kann sich Nichts über die [[Beziehung]] zu seinen Sachen bestimmen. Aber der [[Besitz]] ist das in seiner [[Form bestimmte]] und [[bestimmende]] [[Eigene]]. Darin gilt alles in seiner [[Selbstbestimmung]], denn vor jeder anderen Entschließung entscheidet die [[Eigentum]]sform über die [[zwischenmenschliche]] [[Ausschließlichkeit]] seiner Lebensverhältnisse, die [[Güte]] seiner [[Selbstbezogenheit]], die Eitelkeit seines [[Edelmuts]], dem Produkt seiner [[Selbstveredelung]]. Schließlich versammeln sich darin die [[Gewohnheiten]] seiner Selbstgestaltung, der Wohnraum seiner [[Selbstgefühl]]e. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die werden gut [[empfunden]], wo sie für sich sein und bleiben, wo sie sich gegen die Fremdwahrnehmungen behaupten können. Das macht die einzigartige [[Selbstgewissheit]] der [[Egozentrik]] aus und sucht sich daher auch immer durch die Herabsetzung des [[Fremden]] zu ermächtigen. Indem eigene [[Gefühle]] auf diese Weise für sich selbst gegenständlich, also objektiv werden, können sie bei sich bleiben und verbinden und verschließen sich so in sich selbst wie zu einer inneren &amp;quot;Wahrheit&amp;quot;. Sie kann in ihrer Ausschließlichkeit in allem anderen nur Unwahrheit erkennen, eben die Lügen und Monster der Ungewissheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit [[emanzipiert]] sich unaufhörlich durch die Behauptung, dass sie als [[Lebensburg]] gegen das so genannte [[Böse]] zu bestehen hat, als Hort eines gütigen [[Avantgardismus]], in dem sich die Avantgardisten der [[Güte]] zusammenfinden. Selbstgerechtigkeit sucht ihre Verbindlichkeit durch die Selbstdarstellung der Güte der Selbstgefühle zu verfestigen, also ein allgemeines Selbstgefühl außer sich zu einer [[notwendigen]] [[Allgemeinheit]] zu bringen, sich in seinem objektiv gemachten Selbstgefühl zu ermächtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit ist der Ausdruck eines [[Selbstgefühl]]s, das sich vollständig objektiviert hat und die [[Gefühle]] anderer Menschen hiergegen unterordnet, sich durch sie für sich einrichtet. Ein derart [[objektives Selbstgefühl]] sucht seine Stütze und seinen Bestand in jedweder [[Objektivität]] und betreibt von daher eine Abschätzung und Abschätzigkeit gegen andere. Die Basis hiervon sind [[zwischenmenschliche Verhältnisse]], in denen die [[Einverleibung]] von [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] [[Gewohnheit]] ist. Von daher ist Selbstgerechtigkeit als Ausübung eines [[Rechts]] zu verstehen, das sich ausschließlich auf den Ausübenden als [[Subjekt]] einer allseitig [[einverleibten]] [[Objektivität]], als [[Subjekt]] einer objektiven [[Selbstbezüglichkeit]], als allgemein veräußertes Subjekt von [[Sitte]] und [[Moral]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch dieses [[Selbstgefühl]], das seine Inhalte nicht mehr fühlen kann, weil sie ihm selbstverständlich sind, ist eine Rechtsprechung beansprucht, eine [[Theorie]], die zu einem Recht wird (siehe [[Ideologie]]), das die [[Gewohnheit]] seiner [[Egozentrik]] als ihren [[Selbstwert]] darstellt, d.h. für sich veräußert. So ist dies natürlich eigentlich gar kein [[Recht]], weil es kein Unrecht kennt außer dem, was nicht für sich selbst spricht. Es ist das &amp;quot;Recht&amp;quot; der [[Selbstbehauptung]], das [[Recht]] seiner[[Ausschließlichkeit]], das einen [[Selbstwert]] bedient, der sich nur in der Person bestärken kann, die sich durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] zu veredeln versteht (siehe auch [[Selbstveredelung]]). Weil dieser [[Wert]] einerseits [[total]] auf sich selbst gründet, also auf dem, was der oder die Ausübende für sein bzw. ihr [[Recht]] hält und sich in der [[Beziehung]] auf andere zugleich als [[allgemein]] gültig behauptet, ist es das Recht einer [[Selbstbehauptung]], die allgemein [[selbstverständlich]] sein soll - ein Widersinn in sich. Es ist im Grunde der Widersinn eines Selbstverlustes, der eintritt, wo [[Selbstwert]] seinen [[Grund]] verliert, wo er also kein [[Selbstgefühl]] hat, weil es keinen [[Sinn]] außer sich findet, also keinen Sinn [[empfinden]] kann. Von daher ist das Streben nach Selbstgerechtigkeit der [[Notwendigkeit]] einer [[Selbstveredelung]] geschuldet, die in Auflösung [[begriffen]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, dass dies eine Krisenrektion in Bezug auf Sinnlosigkeitsgefühle ist, die dadurch aber nicht mehr refflektiert und also inhaltlich unkritisierbar gemacht werden. Selbstgerechtigkeit ist von daher die wesentliche [[Reaktion]] eines Bewusstseins, des [[reaktionären Bewusstseins]], das seine eigen Kritikunfähigkeit perpetuiert, indem es sich über jede sinnliche [[Gewissheit]] dadurch erhebt, dass es sie gegen sich selbst [[aufhebt]], doppelt negiert: dadurch bestärkt, dass es sich selbst (z.B. als eine &amp;quot;höhere Gewissheit&amp;quot;) schon als ihr Überwinder veräußert und damit [[Kritik]] schon [[allgemein]] beantwortet, bevor sie überhaupt auftreten könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zunächst werden die meisten Kritikpunkt und damit verbundene Konflikte erst mal in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] mit Selbstgerechtigkeit beantwortet, was eine [[schlechte Unendlichkeit]] in Gang setzt, solange sie von allen Beteiligten durchgesetzt wird, denn darin zirkuliert das Verständnis von einer [[Gerechtigkeit]], die aus der [[Verallgemeinerung]] der [[Selbstwahrnehmung]] zu einem allgemeinen [[Recht]] der [[ausschließlichen]] [[Selbstbezogenheit]] gewonnen wird, um diese zu veredeln. Es ist der Kampf um die [[Selbstveredelung]], die sich letztlich in der [[Autorität]] einer schlechthin gültigen [[Güte]] in einem besonderen [[Edelmut]] aufheben muss, an dem jegliches Anderssein gemessen wird (siehe auch [[autoritärer Charakter]]), meist indem das [[Ausgeschlossene]] als [[Böses]] schlechthin zu einem Monster [[mythologisiert]] wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit unterstellt also ein unhinterfragbares (also auch un[[kritisier]]bares) [[allgemeines]] [[Recht]], das durch sich selbst oder durch die es vertretende Person oder die Lebensverhältnisse selbst schon gegeben ist, sich wie ein hoch veredelter [[kategorische Imperativ]] von selbst versteht und worüber daher nur aufgeklärt werden müsse, um es zu befolgen (siehe [[Aufklärung]]). Sie ist das unmittelbar praktische und sich seines [[Seins]] unendlich bestätigende [[Bewusstsein]] der [[Selbstbezogenheit]], das diese meist aus einem verallgemeinerten Altruismus heraus affirmiert und sich aus dem [[Befinden]] errichtet. Es ist das Selbstbewusstsein des [[Selbstgefühls]], das sich als Gefühl für andere im Einsatz gegen das Schlechte und [[Böse]] verwirklicht sehen will, um sich selbst als anderes hiervon bestätigt zu wissen. Die Entdeckung des [[Bösen]] ist sein Hauptanliegen, aus dem es seine Kraft schöpft und deshalb oft selbst alles das zum Monster des Unmenschen macht, was sich seinem [[Bedürfnis]] nach [[Selbstbestätigung]] entzieht. In der Selbstgerechtigkeit ist die Allgemeinheit gedoppelt als eine, die für sich allgemeine Ansprüche und für andere sich selbst allgemein stellt, also eine gegensätzliche Allgemeinheit hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Selbstgerechtigkeit setzt sich ein Mensch für die Richtigkeit seiner [[Selbstwahrnehmung]] dadurch ein, dass er sie dem allgemeinen Menschsein gleichsetzt, sein Bedürfnis auf [[Selbstbestätigung]] als Menschenrecht schlechthin behauptet (siehe [[Selbstbehauptung]]). Jede Selbstgerechtigkeit hat ihren [[ideologischen]] Kern in einer [[Theorie]] von einer richtigen, von einer wahren [[Zwischenmenschlichkeit]], meist in der [[Psychologie]], wo sie als Love-Story des [[Bürger]]tums firmiert.&lt;/div&gt;</summary>
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