| Buchstabe Au | ||
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"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. 'Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!' ist also der Wahlspruch der Aufklärung." Aufklärung betreibt ein wissendes Subjekt für jene, die nichts wissen. Sie will nicht unbedingt erklären, was hinter dem steckt, was ist und so nicht sein kann, sondern will die Folgen von dem zeigen, was ist und wo es so nicht sein soll. Aufklärung verfolgt also ein Anpsassungsinteresse an das Gute der Gegebenheiten und Ausgrenzung des Bösen durch Sitte und Moral. Doch Aufklärung macht aus, dass diese Ausgrenzung sich wirklich begründet, nicht metaphysisch, dass sie als Notwendigkeit der Wirklichkeit selbst verstanden wird, der sich die Menschen zu ihrem eigenen Vorteil zu beugen hätten. Dieser Vorteil beruht auf dem Prinzip des ganzen Seins, dem die Aufklärung zum guten Sein, zu einer allgemeinen Ethik, zu einer Seinsmoralität verhelfen will (siehe auch Ontologie). Als solche bestimmte sie auch eine Epoche der Aufklärung. In dieser Epoche hat sich das bürgerliche Bewusstsein als das begründet, was es ist: Selbstbewusstsein des Wissens gegen jegliche Metaphysik und metaphysische Selbstbestimmung aus den Prinzipien der Güte menschlichen Seins: Der Vernunft des Gegebenen, die zugleich als Schranke der Erkenntnis bestimmt ist. In der Abweisung des Glaubens an Gott bekämpf die Aufklärung hauptsächlich jede Form der Dämonie durch Wissensvermittlung, welche ihre Selbstgewissheit dem sinnlichen Dasein entnimmt, durch die Bindung aller Geistesregungen an die Vernunft der Güte des Seienden. In den Kategorien ihrer Ethik begründet sie sich aus der Notwendigkeit der Sittlichkeit des Menschen und bestätigt sich in dem, was sie in der gegebenen Not durch notwendig scheinende Prinzipien zu wenden vermag. Letztlich begründet sich Aufklärung also in dem Zirkelschluß zwischen der Gegebenheit der Not und ihrer Wendung durch die prinzipielle Beherrschung der Gegebenheiten. Notwendig erscheint damit die Herrschaft über diese, die somit nicht mehr als menschliches Produkt zu begreifen, sondern letztlich als Mythos einer aufgehobenen Not bestätigt sind. In dieser Verselbständigung des Notwendigen, in der Abtrennung des Gegebenen vom Nötigen, kann sich nur die Behauptung einer Richtigkeit vollziehen, die sich aus der negativen Abgrenzung ergibt, also als Negation, die keinen wirklichen Grund hat, sich aber in allem als nötig zu begründen sucht, indem es notwendig gilt. Von daher ist Aufklärung die Geistesform unwirklicher Notwendigkeit, das Selbstbewusstsein des Besitzstands. Aufklärung ist das Prinzip der Erkenntnis - und damit des menschlichen Fortschritts -, das auf einer vernünftigen Erklärung beruhen will. Es ist vor allem die Absage an Irrationalismus, Metaphysik, Gottesfurcht u.a.m., welche die Grundlage für ein selbstbewusstes Leben der Menschen sein soll, die Befreiung aus ihrer "selbstverschuldeten Unmündigkeit", ihrer Romanze mit der Unendlichkeit abstrakter Geister. In der Philosophie hat sie sich aus dem Humanismus der Renaissance des 17. Jahrhunderts besonders im 18. Jahrhundert als Kritik der Religion, also in der Abwendung von göttlicher Offenbahrung, metaphysischer Vernunft und göttlich begründeter Herrschaft (Monarchismus) gegründet. Nachdem Descartes mit der Feststellung menschlicher Selbstevidenz ("Ich denke, also bin ich") sich göttlicher Vernunft entzogen hatte, begann die Aufklärung als Anspruch und Vorstellung, dass im rationalen Erfassen der Lebenswelt der Menschen ihre Geschichte frei gelassen werde, sie ihr Leben überhaupt aus sich selbst begreifen und ihre Nöte in die eigene Hand nehmen und überwinden können. Der Aufklärung diente vor allem die Vernunft zur Bildung eines menschlichen Selbstbewusstseins. Es kritisierte den "Heiligenschein göttlicher Weihe" (MEW 19, S. 533) und weihte die eigenen Lebensverhältnisse dem Prinzip der Vernunft. Hierfür war Vernunft allerdiungs neu zu bestimmen, so sie nicht mehr gottgegeben gilt. Kant leitete sie imperativ als notwendigen Gemeinwillen zum Überleben der Menschheit gab, der sich als allgemeinmenschliches Interesse wie auch als natürliches menschliches Interesse in einem begreifen wollte. "Religion, Naturanschauung, Gesellschaft, Staatsordnung, alles wurde der schonungslosesten Kritik unterworfen, alles sollte seine Existenz vor dem Richterstuhl der Vernunft rechtfertigen oder auf die Existenz verzichten" (MEW 20, S. 16). Mit der "Kritik der reinen Vernunft" stellte sich Kant an das Ende der Aufklärung, verblieb aber zugleich als ihre höchste und äußerste Wahrheit. Für ihn war Aufklärung die Grundlage menschlicher Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung in einer ausgewogenen humanen Gesellschaft, "Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" (Kant 1784). Für ihn heißt Aufklärung, den Mut zu haben, sich seines eigenen Verstandes ohne Leistung eines anderen zu bedienen (Kant "Was ist Aufklärung?"). Darin sieht er für sich schon die Vernunft als Allgemeinheit des Verstandes, die sich in einem kategorischen Imperativ zur allgemeinen Verantwortung bringt. Dass das Prinzip der Vernunft seine Herkunft offenlegen muss, war das Anliegen von Hegel, das er - zum einen noch ganz Aufklärer - in einen radikalen Idealismus transzendierte als das Prinzip des Ganzen, das sich aber selbst als Weltgeist begreifen lassen soll, dessen wirkliche Geschichte wiederum sich aus der Vernunft seiner Idee erfahren soll. Solche Vernunft war die Konstruktion eines Werdens, das sich zugleich selbst rechtfertigte als Notwendigkeit des Gewordenseins, das sich sozusagen als logische Notwendigkeit aus seiner Entgensetzung ereigne. Die gedankliche Bewegung Hegels zeichnet den inneren Zusammenhang der natürlichen und geistigen Entwicklung der Geschichte als das nach, als was sie vom Standpunkt der Idee, welche die bürgerliche Gesellschaft von sich hat, auch sein muss, lediglich in der Notwendigkeit ihrer Vervollkommnung, ihrer Verwirklichung zum absoluten Geist. Sein "System" ist sowohl das vollständige System der Aufklärung wie auch ihr Bruch mit sich selbst. Es setzte sich wesentlich in einem Dualismus von Körper und Geist um. In der Selbstbegründung war sie durch Hegel wieder angekommen, wogegen sie sich begründet hatte: In der Vernunft eines Systems des Weltgeistes, das als Begriff des absolut geistigen, noch unverwirklichten Menschen dessen Geschichte erklärt. Der Gottmensch war die Antwort auf den Menschengott, jetzt aber in höchster Affirmation des Lebenssystems der Menschen. Das Hegelsche System stellte sich daher selbst schon mächtig systemerhaltend gegen die Systemstörung. Hegels Geschichtsbild bereitete auf, was war und erklärt, was sein soll als ein objektives Sollen des Geistes. So konnte sein Denken sowohl als fortschrittliches Denken vom Standpunkt notwendiger Selbstverwirklichung des Geistes genommen werden, wie auch als konservatives Rückgebeziehen auf das Ganze des Systems (wie es in seinen politischen Schriften besonders zum Ausdruck kommt). Die Kritik an der Aufklärung war vielfältig und gegensinnig. Während Feuerbach und Marx sich gegen die Vernunft der Verhältnisse wandten und Marx ihre Logik als Vernunft der Entfremdung in gegenständlicher Wirklichkeit aufarbeitete, taten sich Schopenhauer und Nietzsche darin hervor, den Menschen in der Auflehnung gegen die Vernunft zu begreifen. In der Auflehnung spielte Kunst und Ästhetik für Nietzsche eine tragende Rolle, durch welche der Mensch in einen absoluten subjektiven Zwiespalt mit sich selbst gestellt sei: Die Vernunft gleichermaßen als "Gebälk der Begriffe" anerkennen zu müssen, wie die Begierden seiner urtümlichen Leibhaftigkeit, die Triebe und Gewalten seines Machtstrebens und der Lust, welche als Lebensprinzip der nach Herrschaft verlangenden Instinkte ihre Verwirklichung suche. Die Ästhetik war ihm die Wahrheit, worin die notwendige Verstellung des Menschen zu gelingen hat, ansonsten er im Grauen der Welt verzweifele. Die Psychoanalyse setzte diese Position der Erkenntnis als Dualismus um, der sich in der Erklärung des "Psychischen Apparats" bei Freud ausformulierte, der sich als Triebschicksal zwischen dem Lustprinzip und dem Realitsprinzip ereigne. In seiner Theorie zeigt sich besonders anschaulich das Dilemma der Aufklärung, sich selbst erklären zu müssen um Erklärung zu sein, in der Kritik von Ontologie ontologisch argumentieren zu müssen: Die Vernunft habe ihren Gegenstand notwendig als unvernünftigen außer sich und müsse sich daher am Erfolg seiner Beherrschung messen. In der Psychoanalyse erweist sich die Aufklärung von selbst als Herrschaftsinteresse, weil sie sich im Gegensatz zu einem "Chaos der Triebe" versteht, welche das aufgeklärte "Ich" als Vermittler zwischen "Über-Ich" und "Es" zur Ordnung ruft wie ein "Reiter sein Pferd" (Freud). Die heutige Kritik der Aufklärung, wie sie besonders von Adorno in seiner "Dialektik der Aufklärung" unternommen wurde, ist eine etwas verborgene Fortsetzung des Nietzscheanischen und Freudistischen Verhältnisses zur Lebenspraxis: Indem Adorno den Widersinn des Scheinhaften als "falsches Leben" in Gänze abweist, wird er zum Verfechter einer Wahrheit, welche sich gegen die Fetische der bürgerlichen Kultur im Sinne ihrer Negation wendet, den Menschen im Begriff versteht, sich zu emanzipieren, indem er sein Anderssein gegen die Welt kehrt. Hierfür braucht er implizit die selben überhistorischen Konstrukte des Menschen, wie sie aller Aufklärung inne sind: Eine Ontologie, welche durch die Unvernunft der Welt gekränkt ist. Es ist allerdings implizit darin auch das enthalten, was Aufklärung angreifen will: eine - wenn auch subkulturelle - Religion des Menschseins, welche sich als Hoffnung auf Erlösung durch ein Anderssein einbringen muss. Das aber wurde konsequenter, dafür naiver und ehrlicher nur von Horkheimer ausgesprochen. Man sieht: Aufklärung ist ein totales Prinzip, welches innerhalb des theoretischen Verstandes (siehe theoretisches Bewusstsein) nicht auflösbar ist. Es wurde in aller Konsequenz nur von Karl Marx überwunden, der das Ende aller Philosophie, und damit aller Theologie, die für ihn der Inbegriff aller Philosophie war, damit verband, die Interpretion der Welt darin aufzuheben, dass sie in das praktische Interesse der Menschen gestellt ist - nicht um dieses zu bestätigen, sondern um "die Leidenschaft des Kopfes zum Kopf der Leidenschaften" werden zu lassen. Ansonsten bleibt Aufklärung das Prinzip der Schulmeisterei, das als Apell an den "guten Willen" (Marx über Kant, MEW 3, S. 176ff) nur vortragen kann, wonach sich die Menschen zu richten hätten, um endlich wirklich und gut und schön Mensch sein zu können. Heute tritt Aufklärung immer noch als Herschaftsanspruch des Wissens gegen das Unheimliche auf, als "Durchblick" durch die "Geheimnisse" des Lebens, Entsublimierung des Grusels, welche die Grausamkeiten des Lebens mit sich bringen. Die Unerträglichkeit des Schmerzes der Empfindungen, der Identitätsverlust des erkennenden Subjekts der bürgerlichen Kultur, wird durch Technik, Wissen und ästhetischen Kult gebannt. Die Religion wird dabei nicht abgeschafft, sondern auf ihren sachlichsten Kern reduziert: "Zu Staub bist Du und zu Staub sollst Du wieder werden". Also: Fürchte dich nicht - es lohnt nicht. In dieser Masche bringen die neuen Propheten der Aufklärung den Durchblick auch als Plastilin oder Kameraobjektiv ins Geschäft. Ob Dr. Hagen sich bemüht, dem Tod den Schauer zu nehmen, indem er mit viel Plastik an Leichen ein Kunststoffleben installiert, oder ob vor dem Kameraobjektiv (z.B. im Dschungel) lebensgefährliche Situationen konstruiert werden, um vorzuführen, wie sich "der Mensch" darin verhält (wenn er viel Geld dafür bekommt), ist im Prinzip dasselbe: Der Tod soll überwunden sein, indem wir mit ihm spielen können. Das ist wahrlich der lebende Tod, das finale Prinzip des Bürgertums und des kapitalistischen Systems überhaupt. | s.a. siehe auch: Zur Geschichte der Kulurkritik
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Aufmerksamkeit ist die Gegenwärtigkeit des Gedächtnisses für die Wahrnehmung, also das, was sie aufmerken lässt. Sie wird beeindruckt durch die Gefühle, welche von dort in die Empfindungen eingehen. Von da her ist die Aufmerksamkeit relativ, abhängig vom Zustand der Wahrnehmung und kann in selbständigen Wahrnehmungszuständen völlig aufgehoben sein. Sie kann sich auf wesentliche Inhalte ebenso fokussieren und verselbständigen, wie auf die Ästhetik einer Begegebenheit (z.B. übermächtige Geruchsempfindlichkeit). |
s.a. |
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Ausbeutung ist die Auspressung von Nutzen durch Nutzung isolierter Eigenschaften. Es ist ein Verhältnis der Nützlichkeit, worin Menschen zur fremden Bereicherung anderer Menschen oder Lebensstrukturen ausgenutzt werden, indem sie gezwungen sind, ihre Enteignung als Mensch durch die Veräußerung ihrer Eigenschaften zu überstehen, indem sie hierdurch den Besitz ihrer Subsistenzmittel erwerben. Vorausgesetzt ist ihre Absonderung von ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang als Form für sich oder als Klasse. Die allgemeinste Ausbeutung ist die Ausbeutung der Arbeitskraft und der Rohstoffe der Natur. Indem sie als Wertdinge von ihrer eigenen Stofflichkeit abgesondert sind, sind sie von ihrem Dadein in oder für eine Gesellschaft getrennt und unterliegen von daher der Bewertung, welche ihrer Nutzung zukommt. Es zeigt sich im Gewinn, den ein Bewertungsverhältnis (Wertform) von Arbeit mit sich bringt, dass der Gewinner durch die Nutzung fremder Arbeitskraft besser gestellt ist, als der Mensch, der sich im Produkt entäußert. Im Verlauf des Arbeitstages lässt sich dies als Anteile der Arbeitszeiten für Reproduktion und Mehrprodukt, also als Zeitform der produzierten Wertmasse darstellen, da ja Wert nichts anderes als Arbeitszeit ist. Die Logik dieses Verhältnisses ist, dass der Arme immer ärmer, der Reiche immer reicher wird. Ökonomisch stellt sich die Ausbeutung als Mehrwertrate da und führt letztlich zu den Krisen, die der Kapitalismus durch den Fall der Profitrate immer wieder hat. Letztlich fällt er auf alle Menschen zurück, die von Arbeitslosigkeit und Staatsbankrott bedroht sind. Marx hat gezeigt, dass das Ausbeutungsverhältnis in seinen Krisen die Überkommenheit der kapitalistischen Produktionsweise aufzeigt, also für alle Menschen einen geschichtlichen Rückfall mit sich bringt, einen Rückfall in die Barbarei. Von Ausbeutung ist heute seltener die Rede,weil sie nicht mehr in einem direkten Verhältnis zu erkennen ist, wenn sie nur über Geldbesitz verläuft. Eine modernere Form der Ausbeutung ist die Selbstausbeutung, wie sie in sogg. ICH-AGs propagiert wird, in welcher nicht mehr unbezahlte Arbeitszeit vom Kapital beim Einkauf einer Arbeitskraft abverlangt wird, sondern über die Grundkosten der wirtschaftliche Reproduktion (Miete, Leasing, Patente, Lizenzen, Kommunikationsmittel, Boden usw.) Wert, also Arbeitszeit eingetrieben wird, die weit über den Produktionswert der Reproduktionsmittel hinausgehen, meist sogar schon gänzlich ausgeglichen sind, also einen Wert von Null haben (besonders bei Mieten und Lizenzen). Der Wertentzug über die Grundkosten (siehe Grundrente) wird deutlich auch im Vergleich der Arbeitszeiten, wie sie in Tarifverträgen stehen, zu denen, die ein Selbstausbeuter leisten muss, um seine Grundkosten zu bezahlen. | s.a.
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Ausbildung kann nur ausbilden, was schon angelegt ist. Sie setzt also schon den Grund der Ausbiuldung als vollständig entwickelt voraus. Nichts ist auszubilden, was keinen Grund hierzu hat. Bildung als solche gibt es nicht. Ihr ist immer vorausgesetzt, dass sie Sinn hat, dass also der Sinn nach ihr verlangt, aber auch, dass er sie nötig hat, um sich jenseits der gewöhnlichen Erfahrung zu entfalten. Ausbildung setzt also voraus, dass sich Fähigkeiten nicht unmittelbar im Tätigsein und Arbeiten bilden können oder dass keine Zeit hierfür besteht. Sie setzt die Trennung des Erfahrungsraums als gegeben voraus (z.B. weil Kinder in ihrem Eleternhaus nicht alles erfahren, was gesellschaftliche Gewohnheit ist, dass die Momente der Arbeit in ihrem Prozess nicht erkennbar sind usw.). Diese Bestimmungen der Ausbildung enthalten daher die komplexe Widersprüchlichkeiten zwischen den Lebensräumen der Arbeit und Kultur und müssen meist an einem einzigen Ort bewältigt werden: Der Schule und der Lehre. | s.a. | |
Eine Gemeinschaft hat nur durch die Auseinandersetzung der Einzelnen wirklichen Bestand. Gerade weil sie nur auf der Bestätigung des Gemeinen beruht, kann diese nur sein, wo das Bestätigen wie auch das Abweisen lebt, man sich auseinander setzt und zusammenfindet und zusammensetzt und auseinander findet, je nach dem, wie sich Kritik hierin verhält. Kann sie sich nicht verhalten, so wird die Gemeinschaft gleichgültig für den Einzelnen und also abstrakt. Auseinandersetzung entsteht, wo etwas verschmolzen oder etwas auseinander sit, das in der Getrenntheit schmerzt, also falsche Trennung ist. Sie kann nicht als Form oder gar Regelform, geregelte Form (siehe z.B. Diskurs) wahr sein. Die Form kann nur die Möglichkeit der Auseinandersetzung bieten und der Beachtung der Subjektivität darin gerecht sein, also die Achtung der Subjekte darin bewahren. Nur in dieser reinen Subjektivität, also ohne objektive Form und Bestimmung, ist Auseinandersetzung in der Lage, Menschen durch das auseinander setzen in ihrer Subjektivität frei werden zu lassen. Das Produkt der Auseinandersetzung ist die freie Gegenständlichkeit der Subjekte. |
s.a. | |
Der Ausdruck (oder die Expression) unterscheidet sich von dem, was darin ausgedrückt wird, durch die Leidenschaft, die es enthält, also durch die besondere Beziehung auf den Menschen in seinem Leiden, das in seinem Gegenstand nicht aufgehen kann, also durch die nicht gegenständlich verwirklichte Tätigkeit des Menschen, die im Ausdruck jedoch sich als Sinn ohne Gegenstand gestaltet hat, ausdrücklicher Sinn ist. Von daher ist die Beachtung der Ausdrücklichkeit ein Ereignis der Kultur, die darin die Sehnsucht der Kunst nach der Wirklichkeit menschlicher Gegenstände, menschliche Schönheit (Ästhetik) selbst ausdrückt und somit dieser eigenes Sein verleiht und darin ausdrückliche Verhältnisse stiftet, in denen Menschen sich als das geben, für das sie Sinn haben. Sie erzeugen sich als Form ihrer gewollten Sinnlichkeit und begründen darin einen ästhetischen Willen, der außerhalb ihres wirklich gegenständlichen Seins ist: Der Wille der entäußerter Zwischenmenschlichkeit. Dies macht es möglich, dass Ausdruck vielerlei Täuschung dienen kann, wenn er sich an der Äußerlichkeit eines Eindrucks, z.B. eines Reizes, misst (s.a. Design). Der Ausdruck wird zur Substanz eines jeden ästhetischen Verhältnisses, wenn er darin seine Seele hat. Der ästhetische Wille wird so erst zum wirklichen Ausdruck ihrer Absicht und will so ausgedrückt sein, wie er Eindruck machen soll (siehe Logik der Kultur Teil 3). In den Veranstaltungen der bürgerlichen Kultur wird der Ausdruck zur selbständigen Darbietung, der sich als Ereignisproduktion mitteilt, die das wesentliche Moment der Eventkultur ist. | s.a. | |
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Ausländerfeindlichkeit siehe Fremdenfeindlichkeit | ||
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Ein ausgeschlossenes Leben wird zum ausschließlichen Leben, das sich in seiner Negation fortbestimmt (s.a. Depression) |
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Die auperpallamentarische Opposion hatte sich mitte der 60ger Jahre aus der Kritik der Notstandsgesetze, des Vietnamkrieges und der Sozialisation im postfaschistischen Moralkodex der 50ger Jahre als sogenannte Studentenbewegung gebildet. Im strengeren Sinne war die APO nur der Teil der Studentenbewegung, der sich in der Zeit der großen Koalition (CDU/SPD) als Alternative zum bürgerlichen Parlament, gegen seine parlamentarische Unfähigkeit zu einer demokratischen Auseinandersetzung, verstand. Die in der Studentenbewegung formulierte Kulturkritik hat dieser Flügel nicht mitgetragen, war aber hierzu auch nicht entgegengesetzt. Das Ende des SDS und die daraufhin folgende Begründung von Kader- und Parteiarbeit war im Grunde schon das Ende der APO, wenngleich sich die Studentenbewegung bis hin zum "deutschen Herbst", ihrem Ende im Terrorismus, weiter entwickelt hat. | siehe hierzu auch "Probleme des Marxismus" Sehe auch www.sozialismus.info (SAV): | |
Äußerung ist Objektivation, Vergegenständlichung, setzt also subjektive Inhalte der Lebenstätigkeit voraus, die als Äußeres nach ihrer Äußerung Gegenstand für das Leben in seiner Entfaltung sind. Äußerung ist Lebensentfaltung, Erzeugung des Lebens als Reichtums an Leben und Aneignung des Erzeugnisses. Die Wahrnehmung dieser Äußerung hat dann einen eigenständigen Inhalt, wenn sie sich im Äußerungsprozess der Menschen, also zwischen ihnen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen, also während des wechselseitigen nicht und doch schon außen seins, verhält und von daher in zwei Wahrheiten geteilt ist (siehe Empfindung und Gefühl). |
s.a. | |
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Autoerotik ist eine Ästhetik des Selbstgefühls, welche die aufgehobene Leidenschaft der Wahrnehmung am Körper, besonders in den Regungen des eigenen Körpers zurückgewinnt. Der Körperfetischismus ist allgemeiner Ausdruck der Autoerotik, welche die innerste Sucht der Selbstwahrnehmung ausmacht. Gesellschaftlich wird die Autoerotik im Volkskörper, worin sie als Allgemeinwohl verkehrt (s.a. Sport). Besonders anschaulich wird Autoerotik in den Tänzen, worin keinerlei Beziehung auf andere Menschen oder Ereignisse bestehen, sondern Musik zur Abfolge von Selbstbewegungen genutzt und einstudiert ist, der Rhythmus als Dominanz gegen seine melodische Auflösung. Die Selbständigkeit des Rhythmus, die Entgegenständlichung von Musik ist zugleich auch eine Entsinnlichung des Körpers. Es zeigt sich im Repertoire der Tanzmuster, die zu einer abstrakten Gestik werden, in welchem die Körperregungen ihre Genugtuung suchen - eine Unendlichkeit, die dann in einer Wirklichkeit ihr Ende haben muss, in welche sich die Menschen wie Beispiele ihrer Erregungsmuster einfinden und einfügen. Die Selbsterregung hat sich darin auszuregeln. |
s.a. | |
Automation ist die Entwicklung der Produktionsmittel zu selbsttätig arbeitenden Maschinen, zu Robotern, die ihren Arbeitsablauf als Beziehung von Formeln und Allgoritmen in sich haben. Rein funktionaler Kraftaufwand und technisch greifbare Routine werden hierdurch immer mehr in die Produktionsmittel selbst verlagert, der Mensch organisch entlastet. Durch den Stand der Produktivkräfte und der technischen Intelligenz ist es somit möglich, viele Produktionen von einer minimierten Zahl von Arbeitskräften (Ingeniere, Techniker, Transportarbeiter, Reinigungs- und Verwaltungskräften) und mit weit geringerem Raumbedarf in Gang zu setzen und zu halten. Vor allem beschleunigt sie die Arbeitszeit um ein Vielfaches im Vergleich zur Arbeit, bei der Menschen Maschinen bedienen müssen. Und dies vor allem erzeugt eine besonders widersprüchliche Realität im Verwertungsprozess der Arbeit. Erstens wird die Herstellungszeit verkürzt und zweitens ohne oder fast ohne menschlichen Arbeitszeit produziert. Aber nur die erzeugt Wert, der in der gesellschaftlich durchschnittlichen Arbeitszeit der Menschen bemessen ist. Wert kann nur durch die Herstellung von Waren als Lebensmittel und Reichtum der Menschen entstehen, weil er das Maß zwischen Arbeit und Konsum ist, das Verhältnis der Reproduktion und Regeneration der Menschen. Nur noch "so ganz nebenbei" wirft Arbeit ein Mehrprodukt ab, das zur Kapitalverwertung vermittelst des Mehrwerts und der Grundrente genutzt wird. Und dieses Mehrprodukt macht den eigentlichen Reichtum einer Gesellschaft aus, der aber vor allem im Zweck des Kapitals verbleibt und hiernach die gesellschaftliche Entwicklung des Kapitals in privater Hand bestimmt. Der Tendenz nach wird das Kapital hierdurch immer reicher, die Menschen immer ärmer. Maschinenarbeit als solche erzeugt keinen Wert, sie verbraucht lediglich den Wert, der in ihre Herstellung eingeflossen ist aus der Arbeitszeit der Menschen, die sie erfunden und geschaffen haben. Da sie aber nicht als Lebensmittel für Menschen verkauft wird, sondern nur ihre Produkte, verliert sie ihren Wert während der Produktion in dem Maß, wie ihre Arbeit menschliche Arbeit in der Zeit ersetzt. Der Wert ihrer Herstellung ist daher selbst um ein Vielfaches geringer als der Wert, den sie durch ihre Leistung aus der Welt schafft. Menschliche Arbeit und also menschliche Arbeitszeit verringert sich und die Menschen müssen sich andere Arbeit suchen, so noch welche zu finden ist. Das Kapital verwirklicht in der Automation also vor allem seinen eigenen Widerspruch. Es braucht möglichst automatische Maschinen, um bei gegebener Konkurrenzlage die Entstehungkosten der Produkte zu verbilligen, und entzieht hierdurch viel Arbeit den Menschen, zum anderen braucht es Konsumenten, welche die Produkte auch kaufen können und also Lohn als Reproduktionsmittel zu Händen haben müssen und auch diese sind gezwiungen, sich durch ihre Konkurrenz um Arbeitplätze auf unterstes Lohnniveau zu drücken. Das Kapital entwickelt sich daher im Husarenritt: Es bekämpft alles unrentable Kapital (z.B. auch kleiner akkumulierte Einzelkapitale), erobert den Markt durch die Masse der Produkte, aber es muss schließlich auch deren Preise auf ein Level reduzieren, auf welchem sie noch erstanden werden können. Die Produktion selbst wird immer unrentabler, während das in Rente, Grundbesitz, Versicherung, Handelskapital, Immobilien, Kommunikation und Verkehrstechnik gebunkerte Kapital jenseits der Lebensmittelmärkte immer mächtiger wird (siehe Verkehrswert). Die Gesellschaft, welche Automation vorantreibt, ändert sich. Die Repräsentanten der Verwertungsinteressen stehen im Dienst der oben genannten Kapitalmacht als relativ kleine, aber wertmäßig hochdotierte Elite. Aber die Mehrzahl der Menschen bleibt auf dem untersten Reproduktionsniveau, ohne allerdings noch unmittelbar am Produktionsprozess teilzunehmen oder direkt hierfür nötig zu sein. Sie erscheint nicht mehr als Klasse der Arbeit, sondern als Klasse der Reproduzenten überhaupt, als Klasse der Regeneration. Dieser Prozess sortiert also die Verteilung des Sozialprodukts neu. Eine solche Gesellschaft verlangt vor allem die Ausbildung einer Elite, welche die Innereien der Automation kennt und diese selbständig entwickleln kann. Eine hochkonzentrierte Intelligenz steht zunehmend einer weiterhin zur Handreichung bestimmten Arbeiterklasse und einem Heer von regenerationsbedürftigen Menschen gegenüber. Die gesellschaftliche Arbeit ist auf diese Weise aufgespalten in eine Elite, eine Handlangerklasse und einer Klasse von Bediensteten. Erstere wird aus der Bestimmung, als Teil der Maschine, als Moment ihrer Technik fungieren, herausgehoben und zunehmend an der Intelligenz der Produktion, ihrer Erfindung, Steuerung und Unterhaltung beteiligt und kann so in der Entscheidung über ihre Funktionalität oder Disfunktionalität relativ selbständig fungieren (vergl. z.B. die Entscheidungskompetenzen der Teamarbeiter als produktive Gruppe). Die Handlanger werden an der Erhaltung, Bedienung und Handreichung für die Technologie erhalten und mit mittlerem Einkommen belohnt. Und die Menschen, die alleine für die Regenration der Menschen eingesetzt werden, sind rein persönliche Dienstleister. Im Grund sind alle Beteiligten einer solchen Gesellschqaft Dienstleister und das Zusammenwirken dieser Klassen wird in einer solchen Dienstleistungsgesellschaft selbst zu einer geselschaftlichen Aufgabe, und von daher in eine kommunikative Notwendigkeit gehoben, die auch zwischenmenschliche Fähigkeiten abverlangt. Die reinen Handlanger sind aus dieser Kultur ausgegliedert und kommen daher selbst oft aus fremden Kulturen. Diese Form der Fremdarbeit entspricht ganz der Kulturspaltung des Arbeitsprozesses selbst Automation war eigentlich schon mit der Dampfmaschine auf der Welt, deren Intelligenz aus der Kraftverteilung durch selbsttätige Ventile bestand und deren Kraft aus sich selbst fortbestimmenden Druckverteilungen (im Benzinmotor später auch Explosionen) sich entfaltete. Der Fortschritt der Arbeit verlangte unter den Bedingungen des Kapitalverhältnisses auch schon immer die Opfer: Ein Heer von Erwerbslosen, die aus der Konzentration des Erbeitsvermögens vorübergehend ausgeschaltet wurden und als "Reservearmee des Kapitals" die ArbeiterInnen als potentielle Konkurrenten auf dem Markt der Arbeitskräfte bedrängten. Besonders repräsentativ war der brutale ökonomische Sortiermechanismus des Kapitals auf der Basis des Arbeitsfortschritts erstmals bei den Weberaufständen. Durch Automation wurde Arbeit intelligent, heißt: menschliche Intelligenz wurde in die Arbeitsmittel veräußert - wie eh und jeh, doch mit erhöhter Komplexität. Aber auch Automaten sind lediglich Maschinen, die sich in der Zeit amortisieren, die der erparten menschlichen Arbeitszeit entspricht. Sie sind also nach kurzer Zeit wertlos. Dies zunehmend immer schneller, je weniger materieller Aufwand für die Herstellung von Automaten nötig ist. Durch die Entwicklung von Software hat sich dieser in einem gewaltigen Umfang verkürzt, welcher die menschliche Arbeitszeit schlagartig minimalisierte. Das beschleunigte praktisch eine Elitenbildung technischer Intelligenz, die sich durch die Potenzierung ihrer Arbeitsabläufe und -routinen selbst zum eigenen Konzentrat machte, das teilweise in die Selbsterzeugung der Automaten einging (automatischer Entwurf von Ablaufschemata, z.B. Herstellung von Steuereinheiten, Rechner- und Speicherchips). Auf der anderen Seite führte dies zur extremen Herabsetzung des Bedarfs an menschlicher Arbeitskraft. Da deren Ausbeutung aber die Grundlage des Wertwachstums ist, kam es zu einer fundamentalen Krise des Kapitalismus. Es bedeutete de facto das Ende der bürgerlichen Geselschaft. Die Kapitalkonzentration in der Internationalisierung der Kapitalkonzerne versuchte sich hiergegen zu halten, um die sinkende Wertlage für sich zu nutzen. Die Globalisierung wurde seitdem aber nur zu einem chronischen Krisenmanagement, das qualitativ und auf Dauer nichts an den Verwertungsprobelemen des Kapitals änderte. Dieses formiert sich daher zunehmend als kriegerische Aktivität, um Menschen, Sachen und Natur gänzlich unter die Herrschaft der Krisenabwehr zu stellen (siehe Negativverwertung). Praktisch ist das ein Schritt zurück in vorkapitalistische Verhältnisse: Ausbeutung durch außerökonomische Gewalt. Die Automation als solche änderte aber nichts an der ökonomischen Form des Kapitalismus, der auf Warenproduktion und abstrakter Vermittlung von Arbeit, auf abstrakter Arbeitsteilung beruht. Dennoch wird die Arbeitsteilung scheinbar geringer, insofern die Roboter schon organische Zusammenhänge zwischen ursprünglich geteilten Arbeiten herstellen, und so das Quantum der Einzelarbeit verringern und dem Anwender weniger Routine, dafür mehr schöpferische Qualifikation abverlangt (vergl. z.B. die Automation der Druckerzeugnisse, welche aus vielen Einzelarbeiten von Satz, Grafik, Repro, Druckformherstellung, Drucken und Buchbinden einen einzigen Produktionsablauf mit einem um ca. 70% reduziertem Personalaufwand innerhalb von 10 Jahren zusammenschließen konnte). Die Ausbeutungsrate (Mehrwertrate) schoß hierdurch zunächst schlagartig in die Höhe und ließ das Kapital euphorisch werden: Die Produktionskosten waren gering, die Verkaufspreise hoch - solange sie bei gering bleibendem Lohnniveau noch bezahlt wurde. Die technische Intelligenz beteiligte sich zusammen mit anderen Geldbesitzern zunehmen an seiner Spekulation (siehe Aktienmarkt), die dann aber ziemlich schnell zerplatzte, als die Marktsättigung bei hohen Verkaufspreisen erreicht war (im Jahr 2001 allein "erwirtschafteten" die Telekom-Aktien einen volkswirtschaftlichen Schaden von über 600 Milliarden DM!). Was auch immer Automaten an Arbeit reduzieren und an Arbeitsteilung aufheben, die Produkte müssen auch gekauft werden und von der Intelligenz der Produktion kann man nicht dauerhaft leben, da sie in den Arbeitsmitteln voll aufgehoben und im Kapitalzyklus ebenso akkumuliert wie auch abgeschrieben wird. Die Intelligenz der Automation besteht auch darin, sich selbst unnötig zu machen (siehe Technologie). Nach einer Entwicklungsphase, in der sie für die Konkurrenz der Kapitalinvestitionen besonders nötig ist, muss sie zu ihrem eigenen Handlanger werden - so keine andere Neuentwicklungen mehr anstehen (und das ist schnell erreicht): Sie betreut ihre Produkte, nuanciert die Unterschiede für die Konkurrenz etc.. Eines hierbei ist für sie selbst zudem ökonomisch bedrohlich: Intelligente Produkte widersprechen dem Markt schon dadurch, dass sie im Prinzip die Konkurrenz aufheben, zugleich aber Konkurrenz ungeheuerlich vorantreiben, indem sie alle Arbeitszeit- und Zirkulationszeitverhältnisse verschärft. Die Konkurrenz unter den Vertreibern der Techno-Produkten besteht nicht mehr durch bestimmte Mehraufwände oder Ausrichtungen in der Produktion, welche nach Arbeit verlangen oder Einsparungen in Produktionsaufwänden und -kosten. Wertwachstum verlangt hier vor allem Psychologie und Kulturkonsum: Durch Intensivierung des Designs, durch Vernutzung kultureller Ressourcen (Computerspiele, Musik, Kultur-Ereignisse) und durch Kappung des Produkts (Light-Version), also durch Aufwand in der Beschränkung der vorliegenden Leistung, indem mal die eine, mal die andere Anwendung ein und derselben Leistung verkauft wird oder auch die Erfindung vom Markt selbst schon vernutzt wird (vergl. UMTS-Lizensen, feindliche Übernahme von Patentrechten, Vernichtung von Erfinderwissen, Handymarkt, Computerprogramme etc.). Die Wahrnehmung solcher Vorgänge hat den Wertkritiker Robert Kurz dazu gebracht, seine Naivität gegenüber der kapitalistischen Produktion besonders drastisch zu outen: "Die Analyse des Verhältnisses von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen unter den Bedingungen der Mikroelektronik macht auch klar, daß es gerade für die "starke" Transformation keines zentralen, unmittelbar gesamtgesellschaftlichen Hebels mehr bedarf. Dieser Gedanke entstammt noch der alten Vorstellungswelt der modernen prä-mikroelektronischen (!) Produktivkräfte. Der gesamtgesellschaftliche Charakter erscheint jetzt vielmehr als perspektivisch vermittelter, als Bewegungsform und nicht als zentraler Akt der Umwälzung... Das bedeutet aber auch, daß eine Keimform sozialer Reproduktion jenseits des Werts nicht mit der Produktion, sondern mit der Anwendung von Chips beginnen wird. Denn die Herstellung der basalen Bausteine der Mikroelektronik erfordert sogar einen höheren Kapitaleinsatz als die früheren fordistischen Produktivkräfte, wenn auch keine "Armeen der Arbeit" mehr. Die Kosten liegen vielmehr in der Komplexität der Produktionsbedingungen von Chips, die heute selbst Weltmarktkonzerne zu "strategischen Allianzen" für die Entwicklung der jeweils nächsten Generation zwingt. ... Zumindest teilweise hat sich die DDR auch dadurch ruiniert, daß sie unbedingt einen eigenen Chip entwickeln und produzieren wollte, was zu viele Ressourcen verschlang, statt die Chips billig auf dem Weltmarkt zu kaufen." (Robert Kurz: Antiökonomie und Antipolitik). ... Billig auf dem Weltmarkt kaufen! Nur durch solche Naivität ist begreifbar, wie er ein paar Absätze später meinen kann, dass solche gewaltigen Assoziationsleistungen vollkommen dezentralisiert von der "Transzendenz" übernommen werden können. Dies ist die vollkommene Verschleierung des gesellschaftlichen Charakters der Intelligenz, ein Reinfall auf ihre produkthafte Erscheinung: Intelligenzfetischismus. Kein Wunder, wenn Robert Kurz die Revolution auch schon für gelaufen hält und lediglich die Menschen ermuntern will, endlich ihre Früchte abzuschöpfen: "Das Ende der Arbeit" (so ein Kurz-Text). Dies hängt sehr mit seinem Verständnis von Automation zusammen: "Die mikroelektronische Revolution führt demgegenüber nicht nur die lebendige Substanz des Kapitals, die abstrakte "Arbeit", ad absurdum; sie setzt auch die gesellschaftliche Zentralisation durch Staaten und Märkte zu einer archaischen, unangemessenen Organisationsform herab und macht die Gigantomanie der Moderne lächerlich. In demselben Maße, wie der Kapitalismus technologisch durch die von ihm selbst hervorgerufenen Produktivkräfte zu einem Wettlauf der Miniaturisierung getrieben wird, verfällt nicht nur seine Substanz, sondern auch seine äußere Form." (Robert Kurz: Antiökonomie und Antipolitik). Nein, wie schön! Wie praktisch, wie nützlich und wie ... automatisch! Tatsächlich bedarf es einer ungemein hohen Kapitalkonzentration, um innerhalb des kapitalistischen Systems Automation zu entwickeln, zu realisieren und wertmäßig umzusetzen, da in diesem System das Entwicklungsrisisko nur als Kapital darstellbar ist. Dies setzt also eine hohe Verdichtung der Kapitalspekulation voraus, die weit über die real produzierten Warenwerte greift (derzeit im Verhältnis 100 zu 1) - und damit ein umfassendes Machtinteresse des Kapitals, ja, eine geradezu natürwüchsig scheinende Absolutheit. Natürlich wird da jede Fehlspekulation zu einem Desaster, und das wollen weder die Lohnabhängige noch der Staat noch das Kapital. Diese Dreieinigkeit, diese einige Technologieverwertung wird höchstens hie und da mal gestört durch Kritik an der technologischen Entwicklung überhaupt, an der "Technologischen Revolution", welcher die "Schuld an der Krise" gegeben wird. Diese Schuldzuweisung verkennt aber völlig die Formbestimmtheit des Wertgesetzes. Wesentlich ist, dass diese Bestimmung prinzipiell reaktionär zu den Entwicklungsschüben der Arbeitszusammenhänge und -Entwicklungen steht. Zu jeder Zeit gab es solche Technologieschübe (z.B. die Erfindung der Druckmaschine, der Dampfmaschine, der Webstühle, des Automobils, der Elektrizizät und schließlich der Computerchips). Und wahr ist auch, dass diese Schübe durch Erfindungen das Tempo der Entwicklung sowohl des Kapitals als auch den Fall seiner Profitrate beschleunigt haben. Wo auf der einen Seite das konstante Kapital solche Entwickung zur Verbilligung der Arbeitskosten ausdrücklich betreibt und finanziert, wird sie auf der Seite der Wertrealisation zum Problem des Kaptals, indem die Aufmassung der Produktion zu einem Konsumtionsproblem dadurch wird, dass es nicht finanzierbar ist, weil es im variablen Kapital nicht hinreichend gedeckt werden kann, weil sich also im Kapitalismus nicht der Lebensstandard der Menschen in gleicher Weise entwickeln kann wie ihre Technik. Es ist dehalb geradezu rührend, wie sich Leute, die sich auf die kapitalistische Krise zu beziehen meinen, sich um die Technik bemühen und in ihr schon die Überwindung des Kapitalismus, seine "Transzendenz" sehen: "Die Analyse des Verhältnisses von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen unter den Bedingungen der Mikroelektronik macht auch klar, daß es gerade für die "starke" Transformation keines zentralen, unmittelbar gesamtgesellschaftlichen Hebels mehr bedarf. Dieser Gedanke entstammt noch der alten Vorstellungswelt der modernen prä-mikroelektronischen (!) Produktivkräfte. Der gesamtgesellschaftliche Charakter erscheint jetzt vielmehr als perspektivisch vermittelter, als Bewegungsform und nicht als zentraler Akt der Umwälzung. Wie die Pioniere der USA sich dem Kapitalismus zeitweilig entzogen, dabei aber trotzdem kapitalistisch produzierte Werkzeuge (wenn auch nur einfache) mitnahmen, so können sich auf einer viel höheren Stufenleiter der Entwicklung heute Menschen mitten im kapitalistischen Territorium für einen Teil ihrer Reproduktion den kapitalistischen Zumutungen entziehen, indem sie kapitalistisch produzierte Mikroelektronik und Solartechnik für nichtkapitalistische Reproduktionsformen einsetzen." (Robert Kurz: Antiökonomie und Antipolitik). Das immerhin ist neu: Alternative Ökonomie durch Computerchips - durch gekaufte, versteht sich (vielleicht ein Werbegag für Microsoft?). Da basteln jetzt allen Ernstes einige linke "wertkritische" Intellektuelle an der Frage der technologischen Intelligenz im Glauben (oder als Legitimation eskapistischer Interessen), hierdurch die Welt zu verändern, während die Programmierer, die sie in derselben Weise gerade geändert haben, zu Massen auf der Straße stehen und keine Möglichkeit der Reproduktion jenseits der Sozialämter finden! Die Reduktions des Lebensstandards in Relation zur Steigerung der Automation ist ein Problem der ökonomischen Form und es ist daher völlig falsch, die kapitalistische Krise in einer logischen Verbindung mit der Entwicklung der Automation zu sehen und sich entweder zu ihrem Befreiungskämpfer oder zum Maschinenstürmer gegen die technologischen Fortschritte zu machen. Die Automation, die Automaten produzierende Automaten, sind und bleiben konstantes Kapital, sofern ihre Arbeit in die Produktion gesellschaftlicher Gebrauchsgüter eingeht (auch wenn sie in den Hinterhofbüros der leasinggesteuerten Zuliefer-, Werbungs- und Beratungsfirmen geschieht) und sie exponieren die Macht des Kapitals ebenso, wie sein Siechtum. Sie können seine Festigung wie auch seine Aufhebung bringen; entscheidend ist das Verhalten der Menschen zu ihren Arbeitsformen, besonders zum Kampf um die Länge des Arbeitstags. Indem sich Menschen durch Technologie zunehmend als Bedienstete und Bediener der Maschinen immer unabhänger vom einzelnen Produktions- und Verwertungsprozess ansehen können, werden sie um so heftiger in die Verlängerung ihres Arbeitstages verstrickt: Nicht mehr unbedingt an der Stechuhr, sondern vielmehr durch ihre kleine Selbstständigkeit auf dem Markt als "Ich-AG", bei der sie mit überlangen Arbeitstagen die Abzahlung ihrer Maschinen und Mieten und Leasings finanzieren und so die Tribute an diese "Selbständigkeit", an das reine Marktgesetzt und das reine Risiko begleichen - als einzelne zudem völlig überfordert und oft nur durch Familienarbeit aufgefangen. Automation hat lediglich die Probleme des Kapitalismus weiter verdeutlicht und seine seit 150 Jahren bekannten Mechanismen und die Begierden, die er erweckt, auch bei der Einführung der Mikroelektronik erneut gezeigt. Er ist längst überkommen und kann nur überwunden werden, indem die Menschen ihre Gesellschaft, und das heißt vor allem: ihre Lebenserzeugung und ihre Produktion in ihre eigenen Hände nehmen und ihre Entwicklung insgesamt produktiv betreiben (siehe Sozialismus). Ein besonderes Phänomen ist der Anwendung von Intelligenz ist die Automation, welche als Mittel der Krisenbewältigung inzwischen zu einem Großteil ohne in Wertstellung bereits existiert: Die Informationstechnologie. Das Internet, wo es nicht als Verwaltungs- und Kommunikationsmittel Gebrauchswert hat, finanziert sich aus Kosten, die der Betreiber als Werbekosten ansehen muss, die also für den Anwender frei sind. Hier entstehen bereits unmittelbar soziale Einrichtungen, die jedem verfügbar sind, der einen Computer hat und die Netzgebühren bezahlen kann. Der Arbeit der Herstellung von Web-Nützlichkeiten wird alleine aus Wissens- und Imagegründen aufgewendet, die für den Warenverkehr besonders in Dienstleitungsgesellschaften nötig sind und erbringt Erweiterungen von Kontakten, Informationen, Beziehungen und Wissen, die nur negativ zum Wertgesetz stehen, weil sie sich aus der Minimierung der Reproduktionskosten und aus Werbekosten erklären. So erzeugt der Kapitalismus in und durch seine Krise auch Potenzen, die ihm inhaltlich nicht mehr folgen müssen, ihm aber formell nützlich sind. Deshalb von einem Informationskapitalismus zu sprechen, der quasi durch die informelle Potenz sich selbst bedroht, erscheint gegenüber seinen trivialen Grundlagen aus der Kostenminimierung der Reproduktion von Mensch, Arbeit und Warenzirkulation (Werbung) unangemessen. Für die Kulturentwicklung ist die die Automation des Lebensalltags von hoher Bedeutung. Wo die Lebensgewohnheiten, die Alltagsroutinen durch die Allgorithemen von Maschinen übernommen werden (z.B. bei Computerspiele, Internet, Fernsehen, Haushalts- und Hauhaltungssoftware), da wird die Gewohnheit selbst maschinisiert und in ihrem Funktionsablauf fixiert. Der Aufwand der Veränderbarkeit steigt proportional an und lässt den Geist hierfür abstumpfen. Gewohnheit, an sich schon selbst reaktionär, wird zur öffentlich funktionalen Allgemeinheit, vielleicht selbst zum "Großen Bruder". | s.a.
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Autorität ist eine auf sich selbst bezogene Bestimmung, die bestimmend für andere ist. Autorität hat, wer andere durch sich bestimmen kann. Ein Subjekt dagegen kann sich nicht durch sich bestimmen, weil es bestimmend ist, weil es also sich nicht über eine Bestimmung auf sich bezieht, sondern wirklich bestimmt, was das Objekt ausmacht. Autorität ist also eine außer sich bestimmte Bestimmung, entfremdete Subjektivität. Autoritär ist ein Verhalten, das durch Autorität begründet ist oder sich so gibt. Subjektiv dient es der Selbstveredelung, objektiv der Produktion von Selbstgewissheit, die keinen anderen Gruind hat als die Selbstbestimmung durch andere, Fremdbestimmung der Selbstbezogenheit. Autoritäre Beziehungen sind in Einheit mit sozialer Angst die Bedingungen von Rassismus, worin lediglich noch die Merkmale einer absurden Selbstunterscheidung bestimmt werden. | s.a. | |
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Auch ihm geht eine Veräußerung seiner Gefühle voraus, die ihm unidentifizierbar geworden und daher bloße Erregung sind, die in seine Wahrnehmung als Antrieb eingehen. Die Befriedigung seiner Getriebenheit verlangt sozusagen "etwas Fühlbares", um es in den egozentrischen Wahrnehmungskreislauf seiner Selbstgefühle einzuverleiben. Gelingt ihm dies nicht, gerät er in eine krisenhafte Getriebenheit, die ihn seelisch erstarren lässt. Sein Poblem wird dadurch verstärkt und entzieht ihm im Maß seiner Erstarrung auch die Menschen, deren Einverleibung ihm nötig ist. Der autoritäre Charakter ist die erste Personifikation des ästhetischen Willens, welcher zur Gefühlsbestimmung in zwischenmenschlichen Verhältnissen wird, wenn darin sich Erregungen aus der jeweiligen Selbstverwirklichung der einzelnen auftürmen. Die Auflösung der Erstarrung dieser Erregtheit macht den esoterischen Charakter aus. Und schließlich ist der die Vorraussetung für den flexiblen Persönlichkeit, an welcher sich jeder Charakter also sowohl begründet wie auch abstößt.
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