| Buchstabe Bu | ||
Als Ausdruck des Allmachtsanspruchs der "nationalsozialistischen Intelligenz" verbrannten Studenten und Professoren zusammen mit ihren politischen Agitatoren am 10. Mai 1933 Bücher namhafter Schriftsteller und Wissenschafter emanzipativer Geisteshaltungen. Die symbolische Vernichtung des freien Geistes war der öffentlich markante Wendepunkt zur faschistischen Kultur. Sie war eine Kulturveranstaltung der deutschen Universitäten, die sich aus der akademischen Schicht heraus selbständig und ohne Geheiß des Propagandaministers entwickelte. Sie ist ein Beleg dafür, dass es einen geistigen Gleichklang von Hochkultur und nationalsozialistischer Politik gegeben hatte. Die Nazis verstanden die Entwicklung der geistigen Elite zu nutzen und Goebbels hielt auch die entsprechende Ansprache. Aber Propaganda alleine hätte keinen Faschismus entwickeln können, das musste schon durch die "anerkannten Geister" jener Zeit und angesichts der sozialen und ökonomischen Krisen betrieben werden. In leerer Äußerlichkeit wirkt Staatspropaganda immer abstoßend und ist von sich schon kulturwidrig. Aber als Anspruch auf Befreiung vom Bösen, als Reinigungsappell, kann das große Bereinigungsprogramm mit entsprechend wissenschaftlicher Autorisierung wirklich mächtig werden. Die Rolle der Wissenschaft in der Politik und ihrer Legitimation wird gerne unterschätzt. | s.a.
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Der Bürger und die Bürgerin waren ursprünglich die BewohnerInnen befestigter Marktflecken, also dem Ort des Handels, der gegen das Eindringen fremder Aneignunsgewalt geschützt, als dessen Verfügungsreich gesichert war (Bürger kommt also von Burg und bedeutet im Wortsinn: Burgherr, der sich für die Sicherheit eines Lebensraums verbürgt). Der Schutz von Eigentum war die Voraussetzung des Handels mit Gütern, die ihre Verfügbarkeit im Unterschied zum persönlichkeitsabhängigen Feudalrecht aus ihrem freien Dasein als Arbeitsprodukte begründen sollte. Waffengewalt sicherte die Marktverhältnisse als Besitzverhältnisse, worin der Besitz von Eigentümern ausgetauscht und damit besessen werden konnte. So kam der militärische Begriff von Besetzen in die Ökonomie als politischer Begriff ihrer Verfügbarkeit und wurde dort zu einem Begriff für Besitz: bemächtigte Sache, Privateigentum. Das Bürgertum gründet auf dem Privateigentum und den Besitzverhältnissen, in denen es Güter durch Tausch aufeinander bezieht und als Ware bewegt und gesellschaftlich allgemein entfaltet. Es ist die Versachlichung im Inbegriff: Die Verwirklichung des Menschseins in seiner besetzten Gegenständlichkeit, gleichgültig, ob dies nun Sache oder Eigenschaft oder Fähigkeit von Menschen (z.B. Arbeitskraft) ist. Im Bürgertum gelten sich die Menschen daher allesamt objektiv als Subjekte ihres Schicksals. In Wirklichkeit aber sind die Bürger nur die Hüter ihrer Waren und treten durch diese politisch in Verhältnisse des freien Willens, also in eine Freiheit, die nur durch den Umfang ihres Besitzes beschränkt ist. Darin sind sie sich gleich und erscheinen sich als Mensch in gleicher Weise voraussetzungslos. Freiheit, Gleichheit und Solidarität sind die Ideale ihrer Gesellschaft wie auch die Ideologie ihres Selbstverständnisses darin. Derweil obliegt deren Notwendigkeit der Produktion, worin die Güter für den Warentausch entstehen. Diese sind doppelbestimmt als Arbeitsprodukte und als Mittel des Austauschs, des gesellschaftlichen Bezugs, wie er in der bürgerlichen Gesellschaft als gegeben erscheint. Darin vermitteln sich alle Waren durch Geld, welches die allgemeine gesellschaftliche Form des Arbeitsprodukts ist, gesellschaftliche Allgemeinheit des Besitzes, als allgemeines Faustpfand die einzig wirkliche gesellschaftliche Beziehung und Vermittlung. Der Geldbesitz gilt daher als höchster Besitz. Darin dünkt sich das Bürgertum frei von aller Notwendigkeit, denn im Geldbesitz steckt die Macht des gesellschaftlichen Zusammenhangs, wie die der Allseitigkeit, die Verfügbarkeit aller Güter zugleich. Und so versteht es das Bürgertum, durch Handel mit Geld machtvolle und universelle Beziehungen einzugehen und sich darin selbstbestimmt zu entwickeln. Doch diese Selbstbestimmung gründet auf der Fremdbestimmung der Arbeit, welche die Lebensmittel der BürgerInnen erzeugt. Die Notwendigkeit fremder Arbeit bestimmt sich ihnen nicht aus Not wendender Tätigkeit, sondern aus der Inbesitznahme ihrer Produkte, also als Willensverhältnis ihrer Aneignung. Darin bestehen sie alleine in der Zeit, in der Verweildauer ihrer Existenz zwischen ihrem Erscheinen als Gebrauchsgut und ihrem Untergang im Gebrauch, der Vergänglichkeit von Produkten zwischen Entstehung und Verbrauch. Nur solange sie in dieser Bestimmung existieren und als Güter zirkulieren, sind sie auch die Existenzbestimmung des Bürgertums. In seinem Geldbesitz reflektiert sich die optimale Nutzung der Zirkulationszeit. So erfährt sich das Bürgertum als Schmied eigenen Glücks, das mit seinem Geldbesitz wächst und sich dadurch gewinnt, dass es zur rechten Zeit am rechten Ort handelt, Geld geschickt anlegt und einsetzt, um optimalen Nutzen für seine Existenz hieraus zu realisieren. Seine Sache ist dem Bürgertum nicht wirkliches Ding, sondern grundsätzlich nur als Geldwert vertraut, für sich fremd. Im Bürgertum bewegt sich somit auch die Trennung von Geld und Sache, diese als Sachgewalt und Sachzwang, jenes als Mittel der Freiheit und Beliebigkeit (s.a. Gleichgültigkeit), der Willkür. Subjektiv erscheint dies dem Bürgers als Trennung von jener Welt, über die er sich als Besitzer erhaben weiß, von deren Entstehung und deren Vergehen aber sein Glück vollständig abhängig ist. Als Burgherr ist er zugleich abhängig von der Welt, gegen die er sich schützt. In solcher Wesenslosigkeit kann ihm sein eigenes Wesen fremd, sein Heim unheimlich werden. Erlebt im fortwährenden Zwiespalt zwischen sich als Herr seines Hauses und dem, was diesen Haushalt am Leben hält. Er lebt zwischen Seele und Realität, zwischen Familie und Staat, zwischen Individuum und Gesellschaft, ohne hierin jemals eins mit sich zu sein. Seine prinzipielle Identitätslosigkeit ist die Grundlage seiner Kultur, der bürgerlichen Kultur. Darin kommt er zu sich, indem er sein Dazwischensein als seine Zwischenmenschlichkeit erfährt. Hier findet er seine Gewohnheiten, mit denen sich leben läst, auch wenn zwischen seinen Empfindungen und Gefühlen oft Abgründe lauern, Ritzen, auf die er nicht treten darf. Durch Imperialismus und Globalisierung entwickelte sich das Bürgertum zum Weltbügertum, ohne hierbei seine wesentliche Bestimmung (des Geldbesitzes) zu verlieren. Allerdings hat es in den Ländern, welche zum überwiegenden Teil auf Kapitalbesitz gründen, eine unmittelbare Einheit gewonnen, in dem Maße, wie die Notwendigkeit der Produktion veräußert ist. Das stellt die Zwischenmenschlichkeit in eine kulturelle Selbständigkeit, macht eine Nation also selbst schon zu einem Kulturzusammenhang. Ihr Reichtum wurde zu einer Selbstverständlichkeit, wohingegen die Armut immer weniger mitmenschliche Präsenz hatte und zunehmend verborgen bzw. in entsprechenden Anstalten verwahrt blieb, ohne dass sich qualitativ am Verhältnis von Armut und Reichtum etwas geändert hätte. Lediglich die Geldmittel reichten besser hin, die Schatten des Reichtums, seine finsteren Quellen, zu verräumen. Die Armut im Finstern allerdings erweckt diffuse Ängste in der Welt der Reichen; die Unerkennbarkeit der Armut, das nicht wissen, woher sie kommt und wohin sie wächst, mobilisiert ihre Lebensangst als Angst vor "der Meute", Angst vor Terror und Erpressbarkeit. Der Bürger selbst ist als Aktionär oder Dienstleistungsunternehmer zum Teilhaber des nationalen Reichtums geworden, Seine Freiheit und sein Sachzwang bewegen sich nicht mehr nur um sich selbst sondern auch um den Geldbesitz in Kapitalform: Kursstabilität, Devisenmärkte, Rendite als Rente und der für Exportgeschäfte so wichtige "Standort Deutschland". In solcher Zuwendung zur Welt wird das nationale Problem zum Problem eines Unternehmens: Nur durch Drosselung der Reproduktionskosten kann sich hier Wertwachstum ergeben. Die Ballance des Sozialstaats liegt nun zwischen Zumutbarkeit der Sozialkürzungen und der Konsumierbarkeit der sozialen Leistungen. Das Konsumproblem wird in einem Land zum absoluten Problem, in welchem die Werte selbst vor allem als Wert der Grundrente (Miete, Verkehr) wachsen. Von daher verliert auch der Durchschnittbürger seine Geldsicherheit. Geld verschwindet zunehmend als reale Rechengröße. Die Entwicklung des Geldverhältnisses geht selbst gegen die Bevölkerung, gegen ihre Einkünfte und Ersparnisse. In seinen Krisenzeiten muss das Kapital auch wirklich vernichtet werden, was nicht in den Stoffkreislauf zurückkommt. Die Bürger werden hierfür jetzt selbst zu lebenden Puffern. Als Träger des Allgemeinmenschen der bürgerlichen Gesellschaft muss ihnen das gelingen, ansonsten sie selbst zu einem lebenden Zwiespalt dieser Gesellschaftsform werden. Dieser Notwendigkeit dient vor allem die bürgerliche Kultur, in welcher die entsinnlichten Geldverhältnisse besinnlicht werden. In ihren Lebensräumen findet jede Identitätslosigkeit ihre Scheinwelt in der Selbstbehauptung als Seelenwesen, das nicht anders könne, als sich und andere zu beseelen. Es ist eine Entrücktheit, welche für viele Menschen zur Verrücktheit wird, die diese Lebensräume wirklich und ausschließlich menschlich erleiden müssen. | siehe auch: siehe auch: Günter Jakob | |
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Die bürgerliche Demokratie besteht vorwiegend aus repräsentativen Entscheidungen, seltener auch aus dirketen, wie z.B. der Volksentscheid. Die direkte Demokratie als Urform der Demokratie entstand ursprünglich nicht in Flächenstaaten sondern in kleineren Gemeinwesen, der antiken griechischen polis (Stadtstaaten wie Athen). Hier wurden Entscheidungen in Versammlungen aller Stimmberechtigten, in der Regel die männlichen Vollbürger, eine Minderheit in der Gesamtbevölkerung, getroffen. Die repräsentative Demokratie ist die wesentliche politische Entscheidungsform der bürgerlichen Gesellschaft, die sich aus dem Willen der BürgerInnen ergibt. Ihre Politik ist von den Lebensbedingungen zwar bestimmt, bezieht aber ihre Entscheidungsfähigkeit nicht aus dem wirklichen Leben der Menschen in ihren wirklichen Lebenszusammenhängen, sondern aus Meinungen, die Positionen bezüglich der Gegebenheiten ihrer Besitzstände sind und den politischen Willen im Verhältnis der politischen Parteien hierzu bilden. Hierdurch sind die Entscheidungen über die Geschichte einer solchen Gesellschaft nicht an Bedürfnisse und ihre Realisationsmöglichkeiten, sondern an einen Änderungswillen gebunden, wie er sich aus den hiervon getrennten Entwickungsvorstellungen der Parteien zeigt. Der politische Wille zeichnet sich aus durch seine Abhängigkeit von den existentiellen Machtgrundlagen der Besitzverhältnisse. Die Meinungsbildung fällt somit in die politische Bildung eines Willens, der den Allgemeinwillen aus der Zusammenrechnung (siehe Zahl) der einzelnen Willensbekundungen bilden soll, jedeN BürgerIn zu einem kleinen Staatsmenschen macht, der sich so verstehen soll, wie er für sich als großer Staatsmensch vorstellbar ist. Seine (kleine) Meinung erscheint ihm daher als Teil einer großen Meinung, als Anteil der Meinungsvielfalt an der Weltgeschichte. Die mythologisiert die Vorgegebenheit der gesellschaftlichen Form zum Gegenstand eines politischen Willens, der sich voraussetzungslos gibt und worin sich jeder bürgerliche Mensch als Welterzeuger ansieht. Er ist nicht in der Kritik ihrer Formbestimmtheit tätig und verhält sich daher auch nicht als Bedürfnis nach einer bestimmten Entwicklung, die einen unmittelbar gesellschaftlichen Sinn hat. Politischer Wille muss seine Macht aus anderem Willen gewinnen und sich im Widerpart von Willensäußerungen als Opposition und Regierung subjektiv bewähren, während er objektiv die Machtgrundlagen des bürgerlichen Staats betreibt. Die Grundlage fremder Willensbestimmung, also die Akzeptanz fremden Willens als Selbstbegründung, sind die Meinungen, die es zur Beurteilung der geschichtlichen Lage gibt. Von da her besteht die bürgerliche Demokratie aus Urteilen, die sich zwangsläufig im Gegensatz von herrschender und alternativer Meinung (Opposition) bewegen. Meinungen richten sich nach den geschichtlichen Aktualitäten und Ereignissen, welche die Lebensgrundlagen hervorbringen. Diese werden durch diese Entgegensetzung unendlich bestärkt, da sie in ihrer Position immer schon auch ihre Opposition reflektieren. Die Gesamtheit ihrer Entscheidungen stellt daher immer auch den Willen der Gesamtheit der Lebensbedinguinge eines Volkes, also des Kapitals dar, auch wenn dies seinem Bedürfnis und Lebensinteresse widerspricht. Mit der Globalisierung hat sich die bürgerliche Demokratie entscheidend geändert. Das Willensverhältnis wurde umgekehrt zu einem Verhältnis des Sachzwangs, also zur Entscheidung darüber, was das kleinste Übel für die eigene Nation im Verhältnis zum Weltkapital darstellt. | s.a. | |
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Die Bürgerliche Gesellschaft ist die Gesellschaft der Bürgerinnen und Bürger, die sich aus der Befestigung (Burgen) der Marktfecken zu Städten entwickelt hat, und von dort schließlich alle gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmte. Sie hatte die feudalistische Gesellschaft dadurch abgelöst, dass der Mittelstand den freien Warentausch als allgemeine gesellschaftliche Grundlage durchsetzen konnte und das Lehnswesen zunehmend bedeutungslos werden ließ. Der Adel, der seine Verfügungsrechte noch aus der Geburt von Gottes Gnaden ableitete, geriet somit in Bedrängnis und wurde mit dem erwachenden bürgerlichen Selbstbewusstsein schließlich als Oberklasse in der bürgerlichen Revolution abgelöst und an den Rand gedrängt und die Bürgerrechte "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" ausgerufen. Diese haben sich als Ideale des Besitzerwerbs durch Warentausch ergeben: Um sich darin gesellschaftlich zu verhalten, musste die Freiheit der Person (im Unterschied zum Sklaven oder Leibeigenen) allgemein gesichert sein, die sich im Vergleich ihrer Besitzstände als gleiche Menschen (Gleichheit) rechtlich gegen alle Entstehungsverhältnisse gleichgültig verhalten, also gleiche Marktchancen wie jeder haben und im Zusammenwirken ein politisches Gemeinwesen bilden (Solidarität). Die Bürgerliche Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die den Besitz von Waren und den Warentausch zu ihrer Existenzgrundlage hat. Damit sind deren Bürger und Bürgerinnen als Besitzer gleichgestellt, freie Personen ohne persönliche Bestimmung, ohne persönliche Macht oder Gewalt. Auf diese Weise hat diese Gesellschaftsform erstmals von persönlicher Macht befreite Verhältnisse geschaffen, den Feudalismus, das Verhältnis der Lehnsknechtschaft, überwunden, das Gottesgnadentum abgestreift und alle Menschen in gleicher Weise vor die gesellschaftliche Notwendigkeit der Produktion und Reproduktion des eigenen Lebens gestellt, wenn auch in gegensätzlichen ökonomischen Klassen. Das Verhältnis dieser Gesellschaft ist die Reproduktions- und Produktionsform eines Lebens, das einerseits schon gesellschaftlich existiert, zugleich aber noch in der Trennung von gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung, von Individuum und Gesellschaft verläuft. Es ist eine Gesellschaft in welcher die sie gestaltenden Potenzen einer Existenzbestimmung folgen müssen, die wie eine Sachlogik sich als verdinglichte Notwendigkeit durchsetzt. Es ist die Logik des Wertwachstums, dem alle gesellschaftlichen Potenzen unterworfen werden und aus dem alle gesellschaftlichen Lebenswelten bestimmt sind. Die bürgerliche Gesellschaft insgesamt besteht als Verhältnis von Wirtschaft, Kultur und Staat, dessen Zusammenhang ihre Ganzheit ausmacht. Die Wirtschaft als System von Sachzwängen, welche sich im Wertwachstum aufheben müssen, die bürgerliche Kultur als zwischenmenschliche Beziehungsform, die den Sinn menschlicher Produkte ausmacht und der bürgerliche Staat als politische Formation eines abstrakten Willens, als politischer Wille, müssen ihre Notwendigkeiten im Ganzen des gesellschaftlichen Verhältnisses lösen. Darin stellt sich der Staat als Verhalten (Regierung) und Parteienverhältnis, als Position und Opposition zur polistche Entscheidung im Verhältnis von ökonomischer und kultureller Entrwicklung, indem er deren Notwendigkeiten auf einander vermittelt und durch einander aufhebt. Der Staat gründet auf der Reduktion von Meinungen zu einer Entscheidung für das Wählbare aus der Gesamtheit der politischen Positionen (siehe Wählermeinung) zu Ökonomie und Kultur (siehe bürgerliche Demokratie). Seine Politik stellt also keinen unmittelbar menschlichen Zusammenhang und auch kein unmittelbar menschliches Verhältnis dar; sie bildet eine äußere Ganzheit gesellschaftlicher Macht, in welcher alle Verhältnisse der Menschen vermittelt sein sollen, worin Ökonomie zugleich Kultur als ihr hat und Kultur zugleich die Grundlagen der Wirtschaft bildet. Die bürgerliche Gesellschaft wird im bürgerlichen Staat zu einem ökonomischen Kulturverhältnis, was ihn insgesamt zur höchsten Gesellschaftsform der Wartenproduktion antreibt und worin Gesellschaft als ideelle Vermittlung begriffen ist und sich darin auch als ideelle Beziehung verwirklicht - bis hin zu ihrem Höhepunkt, dem Kulturstaat. In dieser Gänze können sich die Menschen von ihrer ökonomischen Existenz her als freie Bürger mit gleichem Recht ansehen, die durch ihre Gemeinschaft und Solidarität ihre Gesellschaft als Ganzes im gleichen Maße wie sich selbst befördern. In der Kultivation ihrer Zwischenmenschlichkeit bündeln sie ihre Geister zu einer Gemeinschaftsseele, worin sie sich im Übermenschlichen herausgehoben wissen, im Gemeinwohl und Gemeinsinn ihrer Lebenskräfte, das als Gesinnung einer Einheit von Körper und Geist sich zu einer Heilsvorstellung idolisiert. Soweit das Ganze der bürgerlichen Gesellschaft sich wirklich vermitteln und entwickeln lässt, schlummert das Gemeinwohl in den Geldverhältnissen; in ihrer Krise werden die Ideale der bürgerlichen Gesellschaft zum Idol eines Kulturstaats, zum Faschismus. Dessen Verwirklichung kehrt die Tendenz der Krise, ihre gesellschaftliche Zerstörung zu einer Endlösung der bürgerlichen Gesellschaft. An deren Ideale glauben die Menschen, weil ihre Lebenswelt im einzelnen ihnen allgemein erscheint. Aber weil diese Ideale in sich widersprüchlich und außerdem nicht verwirklicht sind, sondern nur den Anspruch eines wirklich existierenden Gesellschaftssystems ausmachen, muss immer wieder nachgewiesen werden, dass die bürgerliche Gesellschaft genau das Gegenteil von dem betreibt, was sie ihrem eigenen Anspruch nach als ihren Zweck vorgibt: Indem sie ihre Waren in persönlicher Freiheit tauschen, bedrängen sie gegenseitig ihre Existenz durch die Konkurrenz um deren Wert, den sie darin vermitteln; und indem sie ihren Solidarität aus der Gleichheit und Vergleichbarkeit, aus der Gleichgültigkeit ihrer Güter in ihrem Besitzstand bestimmen, beuten sie sich gegenseitig in ihren Eigentümlichkeiten und Eigenschaften aus, die sie hierfür entfremden. Und indem sie den Gemeinsinn ihrer kultivierten Sinnlichkeit zum Übermenschlichen Idolisieren, zerstören sie die Grundlagen der menschlichen gesellschaft. Die gesellschaftliche Grundlage, das allgemeine Tauschverhältnis von Waren und Geld und die kulturelle Bestimmung der Gesellschaft durch Geldverhältnisse ist in sich widersprüchlich zwischen dem konkret einzelnen Dasein und dem abstrakt allgemeinen Dasein von Gesellschaft im Geld. Von daher kann die bürgerliche Gesellschaft keine einfache Wirklichkeit menschlicher Lebensverhältnisse sein, denn in ihr ist kein konkreter Zusammenhang vom Leben der Individuen und ihrer Gesellschaft vermittelt. So muss das Ideal einen Mangel ausgleichen, einen geistigen gesellschaftlichen Zusammenhang für das bieten, was als gesellschaftliche Allgemeinheit idealisiert ist (Ideologie). Das Ideal steht somit auch gegen eine ganz bestimmte Wirklichkeit, die es unkenntlich machen soll: Freiheit der Person reflektiert zugleich die Unterwerfung der Menschen unter ihre Arbeits- und Sachverhältnisse, Gleichheit will die Klassengegensätze der Menschen als Recht gegen ihre Wirklichkeit kehren und Solidarität fordert gerade dort Gesellschaftlichkeit ein, wo sie wirklich und konkret nicht besteht, weil sich die Menschen in unendlicher Konkurrenz als Warenbesitzer um den optimalen Gelderwerb streiten. Das positive Ideal bildet seine Allgemeinheit aus der Abstraktion von der Wirklichkeit und kehrt in der Vorstellung (Idee) die Verhältnisse auf den Kopf, wodurch sie dort aufgehoben erscheinen, Wirklichkeit nur als Mangelerscheinung dessen gilt, was sie (eigentlich) sein soll: In Freiheit vereinigte Menschen, deren Identität (Gleichheit) sie zur Solidarität befähigt, zu einem gemeinsamen Willen. Diese Verkehrung aber gibt es auch in der Wirklichkeit der bürgerlichen Gesellschaft selbst: Positiv beziehen sich die Menschen über die Nützlichkeit, welche die Waren als ihre Lebensmittel und als Mehrprodukte, als Ausdruck ihres Reichtums, für sie haben. In der Vernutzung ihrer Produkte steckt ihr einzig wirklicher Produktionszweck, der letztlich auch ein vernichtendes Verhältnis zu ihrer Lebenswelt impliziert. Der Utilitarismus ist die allgemeinste und bedeutsamte Ideologie des Bürgertums, der sich im Zeitalter der Globalisierung zum Neoliberalismus entwickelt hat: Gut ist, was nützt und der allgemeinste Nutzen liegt im Geld. Philosophisch formuliert stellt die bürgerliche Gesellschaft eine Entwicklungsstufe der bisherigen Menschheitsgeschichte dar, in welcher sich die Menschen einerseits ihres wirklichen Menschseins bewusst werden als Lebenszusammenhang der menschlichen Sinne im Reichtum ihrer Produkte, andererseits ihnen dieser aber zugleich noch als Mystifikation ihres Lebens durch einen ihnen entfremdeten Zusammenhang ihrer Sachen entgegentritt (siehe Warenfetischismus). Sie ist der geschichtliche Zustand des in seinem objektiven und subjektiven Seins getrennten Menschen, des Menschen, der also auch in sich und außer sich zwiespältig, im Zweifel seiner Wirklichkeit lebt und existiert. Im Verhältnis der warenproduzierenden Gesellschaft verläuft dieser Zweifel als Widerspruch des Tauschverhältnisses, der sich in der Werthaftigkeit der Produkte begründet und aufhebt und forttreibt zur Wertproduktion, zum Mehrwert eines den Menschen enteigneten Mehrprodukts und schließlich zur allgemeinen Privatmacht des Kapitals über den gesellschaftlichen Zusammenhang der Menschen, den es durch durch allgemeine Wertsetzung bestimmt. Obwohl die Globalisierung die Auflösung der bürgerlichen Gesellschaft insofern betreibt, wie sie deren Wirtschaftskreisläufe zerstört, ist diese erst wirklich überwunden (siehe Transformation), wenn die Warenform der Produkte aufgehoben ist und an ihre Stelle unmittelbar menschliche Lebenszusammenhänge getreten sind. In der bürgerliche Gesellschaft war geschichtlich durch die Entwicklung der Produktionsmittel die Potenz des sich selbst erzeugenden Menschen geschaffen worden, der aber zu seiner Verwirklichung einer anderen Gesellschaftsform bedarf. Sie ist eine anachronistisch gewordene Gesellschaft von Menschen, die einerseits den unmittelbaren Gewalten der Natur entwachsen sind, aber andererseits durch die Gewalten, die sie mit ihrer bürgerlichen Produktionsform geschaffen haben, eine verkehrte Gesellschaft sind, eine Gesellschaft voller Verkehrungen: Die Gesellschaft der Sachen beherrscht die Gesellschaftlichkeit der Menschen (siehe Warenfetischismus). Die Unterwerfung des Menschen unter die Sache, der Tätigkeit unter den Konsum, des Gestaltens unter die Vernutzung, der Vielfältigkeit unter die Einfältigkeit, der Armut unter den Reichtum, der Freiheit unter die Notwendigkeit - all das ist Ausdruck und Regel der bürgerlichen Gesellschaft. In ihr wird das Lebende vom Toten, die lebende Arbeit von der toten Arbeit (siehe Kapital), das Wesentliche von einem Unwesen (siehe Wert), von einer abstrakten Form (siehe Realabstraktion) beherrscht und entfaltet (siehe Formbestimmung). Um diese Verhältnisse umzukehren, muss das Unterworfene, dieses sich und seine Welt erzeugende Wesen zum Subjekt der Revolution dieser Verhältnisse werden, auch als Transformation der Verhältnissse, die für die Menschen unnötig sind. Insgesamt ist die Bürgerliche Gesellschaft die Gesellschaft der Warenbesitzer, die sich mit ihrer Kultur in einem bürgerlichen Staat versammeln. Die Entfaltung der Arbeit und des Reichtums, den sie erbringt, ist ihre subjektive wie objektive Bedingung des Menschseins, aus der sie sich gebildet hat. In ihr existiert Arbeit und Reichtum aber nur in der Form der Abtrennung der Individuen von ihrer Gesellschaftlichkeit. Die Arbeit verharrt im objektiven Schmerz der Arbeitsteilung als Privateigentum und ist daher in Besitz aufgelöst und in Klassen aufgeteilt, wenn auch längst nicht mehr innerhalb von Nationen, sondern über alle Nationalitäten und Länder hinweg. Durch den Besitz fremden Eigentums, dem Raub an menschlicher Produktivkraft, hat der Besitzer der Produktionsmittel, die private Verfügung über die gesellschaftliche Entwicklung. Darin und dadurch enfaltet sich das Gewächs des Werts und seiner Verwertung: Das Kapital. Es entzieht den Menschen das, was sie aus ihrem Leben ihm geben. Und es existiert und herrscht als tote Arbeit über die lebende mit Macht gegen das gesellschaflich Werden des Menschen: Es ist die leere gesellschaftliche Verfügungsmacht der Privatheit über die Gesellschaftlichkeit des menschlichen Lebens. Die Bürgerliche Gesellschaft besteht im wesentlichen aus drei unterschiedlichen objektiven Vermittlungsformen, die für sich bestimmt sind und sich in dieser Bestimmtheit aufeinander beziehen: Ökonomie, Kultur und Staat. Die Aufhebung der bürgerlichen Gesellschaft muss daher diese Momente in der Verwirklichung ihres internationalen Zusammenhangs umfassen, um Aneignung eigener Lebensverfügung in Gesellschaft, lebende Verfügung und Verantwortung gesellschftlicher Menschen zu werden. | s.a. siehe auch: siehe auch: siehe auch "Probleme des Marxismus"
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Die Bürgerliche Kultur ist ein eigenständiges Moment der bürgerlichen Gesellschaft und hat ihre Eigenständigkeit unter der Bedingung von Geldbesitz. Hierdurch wird der Lebenszusammenhang der Menschen zu einem eigenen Lebensraum in zwischenmenschlicher Verhältnisse, in welchen die gesellschaftliche Kultur Gegenstand der Wahrnehmung ist (siehe Kulturkonsum). Solche Verhältnisse beruhen darauf, was Menschen voneinander wechselseitig wahrhaben und worin sie die Lebenserfahrung ihrer Empfindungen und Gefühle austauschen. Selbständig von ihrer gesellschaftlichen Existenz verabsolutiert diese Kultur die Wahrnehmung auf der Grundlage dessen, was die Menschen von sich wahrmachen gegen die Erkenntnis des gegenständlichen Lebens, also gegen menschliche Äußerung und Außenwelt, Gegenständlichkeit schlechthin. Von daher wird die bürgerliche Kultur Form menschlicher Erkenntnis, die bestimmt ist durch das zwischenmenschliche Verhalten, in welchem sich Menschen zur Tatsache als Lebensform werden. Die bürgerliche Kultur wird so zum Dasein formbestimmten Erkenntnis. Bürgerliche Kultur ist somit entäußerte menschliche Kultur (siehe Entfremdung), die Form eines kulturellen Widerspruchs, Existenzform widersprüchlicher menschlicher Identität, die sich als äußere Notwendigkeit einer Identitätsfindung zusammenfügt - eine Art Identifizierungssystem für die Menschen, die darin leben(siehe Logik der Kultur). Sie entfaltet sich als Sinn, den Menschen füreinander haben und den sie nötig haben, um sich als Mensch zu fühlen. Was Menschen für sich erkennen, die Wahrheit ihres Verhältnisses, existiert im Gegensatz von dem, was sie Wahrnehmen und dem, was sie wahrhaben. Der Sinn, den Menschen darin füreinander haben, ist abstrakt vermittelt und breitet sich in diesem Begriff aus als abstrakt menschlicher Sinn aus. Er begründet Wahrnehmungsverhältnisse, die aus dem Verhältnis von Empfindung und Gefühl bestehen, sich zu Selbstgefühlen zusammenschließen und Seelen gründen, die als innere Wesen der Individuen erscheinen. Ihre Gesellschaftlichkeit begreifen sie daher auch erst im Nachhinein aus ihrem seelischen Zusammenwirken als beseelte Individuen. Allgemein treibt sich das, was die Allgemeinheit des Geldverhältnisses als Gefühl für sich gegen den Sinn der Wahrnehmung (Empfindung) bestimmt ist, zu einem Selbstgefühl, das gegen die Empfindung selbst gleichgültig ist. Darauf gründen die Beziehungen der bürgerlichen Familie und schließlich die Entwicklung einer Volksgemeinschaft, die sich wie eine bevölkerte Seelengemeinschaft (Volksseele) versteht. Das Ganze der bürgerlichen Kultur ist daher die Volksgemeinschaft, in der sich der Volkskörper beseelt verhält. In Krisenzeiten des Kapitalismus werden die substantiellen gesellschaftlichen Beziehungen durch den Niedergang ihrer Geldform (Deflation) zerstört. Der Staat geht bankrott (Staatsbankrott) und kann seine sozialen Sicherheiten und Gewährleistungen nicht einhalten. Von daher verbleibt ihm wie auch der niedergegangen Wirtschaft nur eine Schuldenwirtschaft, für die er die Bevölkerung unter Druck setzten muss. Er fördert die Kultur der Volksgemeinschaft, die er zur Selbstrettung nutz und als seine Kraft einsetzt. Wählbar wird er innerhalb der bürgerlichen Demokratie als Heilsversprechen und Heilgründer aus der Ursprungssehnsucht, die sich in der Bevölkerung ausbreitet und als Wählermeinung etabliert (Faschismus). | s.a. siehe auch "Probleme des Marxismus"
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Der Bürgerliche Staat ist die äußere und allgemeinste Form aller öffentlichen Beziehungen einer Gesellschaft, die auf Privateigentum, auf Besitz gründet. Er formuliert und verallgemeinert das besetzte Sachverhältnis der Menschen als das politische Verhältnis der Sachzwänge und ihrer kulturellen Befriedung und ist damit die entäußerte Gewalt der bürgerlichen Gesellschaft. Er reflektiert sich allgemein und subjektiv aus dem Dasein von Bedürfnissen, welche in der bürgerlichen Ökonomie aufgehoben sind und dem Sinn, welche die bürgerliche Kultur aufgehoben hat. In ihm bewegen sich diese Entäußerungen als Verhältnis von Macht und Wille als politischer Wille. Macht erfährt der bürgerliche Staat aus der Notwendigkeit des ökonomischen Ganzen, das ihn mit allgemeinen Aufgaben der Gesellschaft einer abstrakten Arbeitswelt mit ihrem Allgemeinbedürfnis betraut, die es selbst nicht erfüllen kann (z.B. Entwicklung und Erhalt der Infrastruktur - Verkehrswesen, Kommunikation, Deichbau; Reproduktionsbedarf der Arbeit und der Menschen - Bildung, Gesundheitswesen, Arbeitssicherheit, Soziales überhaupt). Ihm ist Macht gegeben zur Notwendung allgemeiner Mängel, welche die bürgerliche Ökonomie durch die Ausschließlichkeit der Privatinteressen, auf der sie gründet, mit sich bringt. Wille erfährt der bürgerliche Staat aus der Notwendigkeit des kulturellen Ganzen, das seinen abstrakten Sinn in ihm allgemein verkörpert haben will. Was sich aus Sitte und Brauch im kulturellen Verhältnis nicht kultivieren lässt, weil es sich in den Beziehungen der Sinnlichkeit zerreibt, wird dem Staat als Meinung über das Leben übergeben, das er Kraft seiner Macht zur Wirkung bringt. In dem Maße, wie der bürgerliche Staat seine Voraussetzungen verliert, weil sie sich selbst in Krisen auflösen, wird er absolut zu einem ermächtigten Willen, als ein abstrakter Allgemeinwillen der allgemein mächtig ist: Faschismus. Im Faschismus ist Wille und Macht die Allgemeinheit einer abstarkten Gesellschaft, die sich gegen ihre Voraussetungen kehrt und nur für sich Sinn macht, allgemeinen Sinn erzeugt, wo kein einzelner Sinn ist, Kultur bestimmt, wo Ökonomie es verlangt (siehe Kulturstaat). Darin sind die Menschen mit ihren Bedürfnissen und Sinnen absolut aufgehoben. Faschismus ist die objektive Subjektivität des bürgerlichen Staates, wie er aus den Krisen der Ökonomie und Kultur hervorgeht und als Verhältnis von ökonomischer Notwendigkeit und kulturellem Zwang sich bewegt und erhält. Der Faschismus ist eine aus der bürgerlichen Demokratie sich herausbildende Staatsform, die absolute Staatsform der bürgerlichen Gesellschaft, der absolut gewordene bürgerliche Staat. | s.a. siehe auch "Probleme des Marxismus" siehe auch Themenabend | |
Das bürgerliche Bewusstsein ist das Wissen der Bürger und Büprgerinnen um ihr Sein, um das Dasein ihres Besitzstands. Das allerdings ist ein zwiespältiges Wissen: Einmal als Gewissheit des Gegebenen, das notwendig zum Leben ist, und einmal als Notwendigkeit des Werdens, das nicht gegeben wird. "Der Bürger ist ein Einerseits und Andrerseits" (Marx) und bewegt sich nur mit Hilfe seiner Abstraktionen zwischen den Polen seines Daseins. Entsprechend auch sein Wissen von sich. Für sich erscheint er als Güte in Person, als Prinzip des Guten, welches das Böse bekämpft und seine Ethik ausmacht, außer sich ist die Welt voller Not und Notwendigkeiten, denen zu folgen ist, weil sich daraus seine Existenz begründet. Die Grundlage seines Selbstverständnisses, die Vermittlung seines Zwiespalts, ist die Aufklärung, das Bewusstsein, in welchem sich die bürgerliche Güte notwendig weiß (siehe kategorischer Imperativ). | s.a. siehe auch "Probleme des Marxismus" | |
Bürgerliche Wissenschaft will hauptsächlich die Probleme der bürgerlichen Lebensverhältnisse lösen, steht aber fast völlig hilflos vor ihrem eigenen: Was überhaupt ist Erkenntnis? Ist das ein quasi neuronaler Prozess, eine Naturkraft, die unser Leben bestimmt oder ein Verstand, der unser Leben zu unserem Wohl oder Ideal befördert? Gibt es eine Vernunft der Welt oder ist sie alleine von der Vernunft der Menschen abhängig? Ist Wissen die Aufsammlung von Information über das, was Leben ausmacht und bedingt, was machen Gedanken hierzu? Ist Bewusstsein nichts anderes als Wissen des Seienden oder enthält es auch ein Nachdenken über die inneren Zusammenhänge, welche das Sein ausmachen? Was ist Wahrheit und wie wird sie bewiesen? Und sobald Gewissheit notwendig wird, da scheitert sie vollkommen, denn für ein Gewissen zu menschlichem Handeln taugt sie ganz und gar nicht. Bürgerliche Wissenschaft ist eine Wissenschaft, die sich dem politischen Interesse des Bürgertums nach Maßgabe des Nutzens seiner Sachwelt beugt, dessen Funktionalität fördert und dessen Probleme mildert. Sie nimmt die Welt, wie sie ihr gegeben erscheint (siehe Schein). Das darin begründete Verständnis von Objektivität nimmt seinen Gegenstand von vorne herein selbständig und ohne Bezug auf den Menschen als eine von ihm getrennte Lebensbedingung, die ihre eigene Vernunft hat. Daher ist das Seinsverständnis der bürgerlichen Wissenschaft auch ununterschieden von ihrem Verstand für das Dasein. Sie entwickelt Kategorien, die Imperativ für das Gelingen eines störungsfreien Verhältnisses ihres Gegenstands eintreten. Von da her befolgt diese Wissenschaft mehr oder weniger ausdrücklich immer den kategorischen Imperativ und hat bis heute die Aufklärung nicht überwunden. Dem entspricht ein Menschenbild, das im Gelingen der bürgerlichen Gesellschaft selbst schon menschliche Gesellschaft begreift und also einer Ethik der Sittlichkeit folgt, die sich aus der Vernünftigkeit der Sache, aus sachlicher Vernunft ergibt: Soweit der Mensch sachlich ist, ist er auch vernünftig. Sie ist in ihrem Denken daher wesentlich rational. Das heißt: Sie ergründet nicht eine Logik ihres Gegenstands, sondern beurteilt ihn mit ihrer Logik und unterwirft so die Lösung menschlicher Probleme der Logik ihrer Urteilskraft. Da diese sich nur aus Positionen bezüglich des menschlichen Lebens ergibt, war solche Wissenschaft in ihrem Erkenntnisinteresse immer schon gespalten zwischen Dasein und Wesenhaftiglkeit, zwischen Empirismus (siehe Positivismus) und Idealismus. Der darin angelegte Zweifel um die Wahrheit ihrer Aussagen wurde im Pragmatismus aufgelöst, der heute besonders im Neoliberalismus total geworden ist. Bürgerliche Forschung geht von der Anschauung zur Befragung des Geschauten und ist zwischen Befragung und Dasein unvermittelt, bar jeder Dialektik von Wesen und Erscheinung. Da sie hierdurch alles Sein als Selbstverständlichkeit hinnimmt, bezieht sie auch ihr Selbstverständnis aus den Gegebenheiten selbst. Sie nimmt Vorstellungen, die sich aus bürgerlichem Leben heraus ergeben (siehe auch Warenfetischismus) als Lebensidee (Ideologie), die in den Zweck des Besitzverhältnisses gestellt und vor allem darin nutzbar gemacht werden. Von daher sind sie - wiewohl dem Anspruch nach theoretisches Bewusstsein - vor allem Formationen des praktischen Bewusstseins. Bürgerliche Wissenschaft ist somit immer auch politische Wissenschaft, bereitet also Wissen auf, das sich dem politischen Verhalten zu ihrem Gegenstand verpflichtet und daher ihre Erkenntnisse hierüber mit einem politischen Anwendungsinteresse mischt. Hiergegen kann Wissenschaft nur in der Kritik des politischen Verhältnisses wahr sein (siehe z.B. Kritik der politischen Ökonomie), weil nur sie ihren Gegenstand für sich begreifen und dessen ganze Entfaltung bewahrheiten muss (siehe auch Begriff). | s.a. siehe auch "Probleme des Marxismus"
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