Buchstabe A Im Kontext

Endlichkeit

Unendlichkeit ist Sache der Religion, die sich aus der menschlichen Geschichte in deren Abstraktion herausgehoben hat, und ihren Anfang wie Ende in Gott hat. Unendlichkeit ist die Aufhebung des Menschen. Menschliche Geschichte besteht nur wirklich, wo etwas endlich ist, also Anfang und Ende hat. in der Logik eines Begriffs ist Unendliches gefasst, das im Entschluss zur Tat durch Menschen endlich wird.

s.a.

=> Unendlichkeit

=> Logik

=> Religion

 

Energie

Energie ist aufgehäufte Kraft, die in ihrer Masse Zweck und Richtung aufgehoben hat, Arbeit ohne Sinn. Von daher ist Energie die Abstraktion für alle naturfetischisierende Begrifflichkeit, in welcher Stoff selbst abstrakt genommen wird (siehe z.B. Esoterik, Wertkritik). Energie für sich gibt es nicht. Sie ist nur im Verhältnis zur Masse als Bewegung wirklich, letztlich eine Art Arbeit der Materie, die als Bewegung oder Lageveränderung sich austreibt.

Wenn nach Einstein die Energie sich im Quadrat der Lichtgeschwindigkeit zu einer Masse verhält, so besagt das nichts anderes als dass Masse selbst die Form einer Bewegung ist, die sich alleine als Energie darstellt, als Potenz der Bewegung durch das bereits bewegt sein, inkorporierte Geschichte von Bewegungen.

In der Esoterik wird dies genutzt, um daraus Geheimnisse zu schmieden, etwa das der "magnetischen Felder" (siehe auch Hellinger). Was als "Energie" verspürt wird, ist nichts anderes als die allgemeine Figuration von Beziehungsgeschichten, also Bewegungen im Leben zwischenmenschlicher Beziehungen, die jeder kennt und die sich in dieser allgemeinen und äußerst abstrakten Form durchaus darstellen und zum Teil nachempfinden lassen, so die Beteiligten zu solch abstrakten Empfindungen in der Lage sind. Von daher können auch Figurationen Energien freimachen, nicht, weil sie die enthalten, sondern weil sie die durch ihre Figur in Erinnerung bringen, wach machen. So liegt im esoterischen Energieverständnis eine Verwechslung vor von der Energie, die man wahrnimmt und der, die man aus sich heraus wahrmachen kann. Energie lässt sich gerade deshalb auch in undurchsichtigen Zusammenhängen freisetzen, weil sie wirkliche Geschichte als Bewegung enthält, die jederzeit als Lageunterschied einer Beziehung erkannt werden kann, wenn sich darin wirklich etwas bewegt.

s.a.

=> Kraft

 

Entäußerung

Die Entäußerung ist eine Äußerung, die sich in dem aufhebt, worin sie sich außer sich erhält, also eine Selbständigkeit des Außersichseins. Ein entäußertes Leben ist also nicht Leben, aber auch nicht vollständige Negation, sondern ein Anderssein als Lebensform. Hierin wird es sich dadurch fremd, dass es durch das Außersichsein nicht Schönheit ihres Seins erlangt, sondern einer Lebensform unterworfen ist, in welcher es sich fortbestimmt als etwas anderes, das nicht geäußert, wohl aber außer sich ist, entfremdetes Leben (siehe hierzu z.B. Wert). In der Formbestimmung ist die Lebensäußerung als Form bewahrt und zugleich in einen ihr fremden Grund gestellt, erhält somit eine eigene Substanz (z.B. abstrakt menschliche Arbeit, abstrakt menschlicher Sinn).

In der Entfremdung also ist erst die vollständige Negation der Äußerung existent und lässt sich als Begriff einer fremden Kraft durch ihre dem Eigenen fremde Substanz erkennen (siehe z.B. Wertsubstanz).

In den "Philosophisch-Ökonomischen Manuskripten" verwendet Marx die Begriffe Entäußerung und Entfremdung meist unterschiedslos, weil er den Entfremdungsbegiff dort noch eher philosophisch verwendet.

s.a.

=> Entfremdung

Infoup4b1b1a1b1b1a1a1a2 siehe hierzu auch Falk & Pfreundschuh:
"Entfremdung und Entäußerung in den Ökonomisch-Philosophischen Manuskripten von Marx"

 

Enteignung

Das Eigene kann nur vermittels seiner Entäußerung enteignet werden, also dadurch, dass es sich selbst auch verliert, sei es, weil es dazu gezwungen wird, sei es, weil es sich darin auch wirklich aufhebt (siehe z.B. Entleibung). Die gewöhnliche Form der Enteignung ist die Privatisierung. Sie kann aber auch durch einen wirklichen oder vermeintlichen Allgemeinzweck gegen die Besitzform der Individualität gerichtet sein.

s.a.

=> Eigentum

 

Entfaltung

s.a.

=> Begriff

=> Logik

=> Prinzip

 

Entfremdung

Entfremdung meint im allgemeinen das fremd werden einer Sache oder eines Menschen. Als Begriff für sich meint es die Fixation dieser Fremdheit, den Zustand, worin eine Entzweiung besteht.

Als Begriff aus der Philosophie besagt Entfremdung die Entgegenständlichung einer Beziehung, die Abtrennung der gegenständlichen Welt von den Menschen, die durch die Absehung (Abstraktion) von ihrem Leben als ein ihnen fremdes Wesen erscheint. Hegel hat darin den Schmerz begriffen, den der Mensch in der Entzweiung zu seiner Welt empfindet und der ihn dazu treibt, durch neue Objektivierungen (Selbstvergegenständlichung, Geschichtsbildungen) zurück zu seiner Welt zu kommen. Dies sei eben der "dornenreiche Weg der Selbstverwirklichung" des Menschseins, welches seine Idee im Streben zu einer menschlichen Idealität erfüllt.

Karl Marx hat in der Entfremdung ein Prinzip der Selbstveräußerung erkannt, welche nicht als Idee sondern in der Lebenspraxis der Menschen selbst sich real vollzieht (siehe Realabstraktion). Hiernach begründet sich Entfremdung in der Wirklichkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse selbst als eine durch sich selbst bestimmte Abstraktion, welche die konkreten Zusammenhänge der Menschen ausmacht und daher nur als abstrakten Zusammenhang verwirklicht. Die Substanz dieser Abstraktion macht die Arbeit aus, durch welche sich menschlicher Reichtum bildet. Die Begriffssubstanz der Enfremdung ist daher die abstrakt menschliche Arbeit, welche sich als Wertprinzip gesellschaftlich durchsetzt.

Die Eigentümlichkeit der bürgerlichen Geselschaft bestimmt sich aus dem Warentausch, worin - gesellschaftlich begriffen - allgemein Wert entsteht und durch den Wert der Dinge sich das gesellschaftliche Verhältnis der Menschen bestimmt. Sie produzieren zwar, um ihre Produkte auch zu konsumieren, aber was ihnen als gesellschaftlicher Zusammenhang gegenständlich (objektiv) einzig verbleibt ist der Wert - als Kapitalform, die sich im Allgemeinen den Menschen entzieht und gegen sie mächtig wird. Von daher sieht Marx den Kapitalismus als die Gesellschaftsform menschlicher Entfremdung, welche sie entmenschlicht (bzw. - wie Adorno das genannt hat- verdinglicht). Sie treibt dahin, dass der Mensch selbst zu einem missachteten und achtlosen Wesen wird, das ihn in der Konsequenz zur Barbarei treibt, wenn er seine Lebensverhältnisse nicht erneuert und sich aus der Entfremdung der kapitalistischen Gesellschaft in eine menschliche Gesllschaft emanzipiert (siehe auch Revolution).

Der Grund aller menschlichen Beziehungen ist nach Auffassung des historischen Materialismus die Beziehung der Menschen zueinander als natürliche Wesen, die in ihrer Gesellschaft das Verhältnis zu einander und zu ihrer Natur vollziehen. Ihre Gesellschaft ist daher selbst ihr allgemeines Verhalten, in welcher sie als Naturmacht die Natur selbst zum Objekt ihrer eigenen Gesellschaftlichkeit machen. Wo sie sich hiervon entfremden, gestaltet sich ihr menschliches Verhältnis als widersprüchliches Verhältnis, das ihr Wesen zwar veräußert, aber dessen Veräußerung zugleich außer sich als ein fremdes Wesen entfaltet. Hieraus ergibt sich die Selbstenzweiung menschlicher Tätigkeit, welche einer Logik dieses Widerspruchs folgt (siehe Dialektik). Solange die Arbeitsteilung noch in einer gesellschaftlichen Abstraktion vermittelt ist (siehe Wert), kann sie auch nur abstrakten Reichtum schaffen, in welchem die Menschen sich nicht wirklich gegenständlich gewinnen und bereichern, sondern sich in dem abstrakten Menschsein ihrer Verwertungstechnologie verlieren.

Menschliche Produkte erlangen nur Schönheit für den Menschen, wenn sie ihm auch zu eigen werden, menschliches Eigentum als sein Reichtum, als gesellschaftliches Dasein seiner Lebensvielfalt sind. In der Form des Privaten können sie dies nicht wirklich sein, weil Reichtum nur für den Menschen Reichtum ist, wenn er für alle Menschen Lebensvielfalt bewirkt, wenn er also in der Wechselseitigkeit ihres Lebens vielfältig ist, Individuum und Gesellschaft in einer offenen Beziehung bewahrheitet und Eigentümlichkeit, Schönheit von beidem entwickelt.

In der Form des Privaten erscheint das Fremde zu eigen, ohne wirkliches Eigentum zu sein. Als Besitz betreibt es die Aufhebung von Eigenen und daher auch die Aufhebung von menschlicher Identität. Marx hat bewiesen, dass diese Aufhebung als Prozess nichts anderes, als die Produktionsweise der bürgerlichen Gesellschaft, die Produktion von Waren ausmacht, worin der menschliche Reichtum als eine "ungeheure Warensammlung" erscheint und jeden Menschen erfasst, weil er sein Leben darin nur privat vergegenständlichen kann, wenn er gesellschaftlich tätig ist. Das macht den Widerspruch dieser Gesellschaftsform aus. Aber auch wenn er selbst nicht hierin gegenständlich tätig ist (siehe Entäußerung), so hat er doch auch in seiner Kultur die "Entfremdung des Menschen von seinem Gattungswesen" leibhaftig in allen Momenten seiner Verhältnisse.

Entfremdung ist der Wesensschmerz der Menschen, den sie in ihren Einzelschicksalen als Abstraktion von ihren Lebenszusammenhängen erfahren, als Entsinnlichung ihrer menschlichen Beziehung und Arbeit. Solange menschliche Produkte nicht wirklich auf die Menschen zurückkommen und ihren Reichtum gegenständlich entwickeln, entwickleln sie nur eine Abstraktion von sich als Abstraktion von ihrer menschlichen Herkunft und Geschichte. Entfremdung drückt sich aus in der Abstraktion des Allgemeinen Daseins vom konkreten einzelnen Dasein, im Widerspruch der allgemeinen Form gegen ihre einzelnen Inhalte. Ihr eigenes wirkliches Sein entschwindet den Menschen im fortwährenden Prozess der Realabstraktionen und wird dadurch gegen sie mächtig, dass es im allgemeinen Dasein ihres Lebens ihnen ihre Lebenskräfte als fremde gesellschaftiche Macht (s. fremde Kraft) entgegenstellt (s. Warenfetisch) und sich als Wertverhältnis fortbestimmt (siehe auch Wertgesetz). Das gesamte Lebensverhältnis in dieser Formbestimmung ist der Kapitalismus. Seine immanente Logik ist die Erzeugung des Unmenschlichen, des "Menschen als ein verächtliches Wesen". Sein Prinzip ist die allseitige Verwertung jedweden Produkts zu Kapital und die Entwertung jedweden menschlichen Bedürfnisses zur Sucht. Das Verhältnis von Produktion und Konsumtion wird zum Verhalten von Ohnmacht und Unsinn oder kurz: Zur Barbarei der Menschheit (siehe auch Tittytainment).

s.a.

=> Entäußerung

=> Entwirklichung

Infoup4b1b1a1b1b1a1a1a1a siehe hierzu auch Falk & Pfreundschuh:
"Entfremdung und Entäusserung in den Ökonomisch-Philosophischen Manuskripten von Marx"

Erlautup1a1 Der dem Menschen entfremdete Reichtum
quelleup5a31a1 Entfremdung und Warenfetisch
zitatup5c2a Entfremdete Arbeit
zitatup5i3b Entfremdung vom Gattungswesen
zitatup5i1a1 Entfremdung als Klassenverhältnis
zitatup5i2b1 Entfremdung vom Produkt
zitatup5i2c1 Entfremdung als Privateigentum
zitatup5i2a1a Entfremdung als Prozess
zitatup5i1 Entfremdung bei Hegel
webup Marx-Forum: Marx zu Entfremdung

 

Entleibung

Entleibung ist die Abtrennung des Leiblichen aus einem Körper oder auch die Aufhebung des sinnlichen Körpers selbst. In der zwischenmenschlichen Kultur vollzieht sich dies meist durch Vernutzung von Körperlichkeit für einen ihr äußerlichen Zweck, also für eine Abstraktion, welche in solchen Verhältnissen wirksam ist, oder einer direkten Benutzung, wie sie auch in der Absicht von Menschen sein kann.

Man kennt auch den Ausdruck Selbstentleibung für Selbsttötung, wodurch die Vernichtung eines Körpers aus einem Grund beschrieben sein soll, der nicht in ihm selbst ist, weil er z.B. gesund ist. Entleibung soll sagen, dass ein Verhältnis zur Leiblichkeit im Widerspruch zum wirklichen Leib steht und zur Entäußerung seiner Körperlichkeit gezwungen wird, meist, weil er körperlich für andere Zwecke verwendet wird (z.B. Prostitution, Pornografie). Von daher kann Entleibung selbst auch nur unmittelbar und ausschließlich in entsprechenden Verhältnissen, welche sich körperlich vermitteln, wirklich vollzogen werden (z.B. Familie, Ehe, Erziehung), aber auch in ganz gewöhnlichen Liebesverhältnissen, soweit diese ausschließlich körperlich sind. Grund für Entleibungen können äußere Gründe (z.B. seelische Absichten oder Geld), aber auch wechselseitige Bedürfnisse (z.B. Erleben) oder vereinseitigte Selbstbefriedigung sein.

Für sich genommen ist Entleibung die Aufhebung von sinnlicher Bezogenheit durch die Nichtigsetzung ihrer Inhalte und Gewissheiten in der bloßen Körperlichkeit der Anwesenden. Die Wirkung der Entleiblichung ist abhängig von der Dichte der dabei wirksamen Beziehungen sebst (z.B. die Aufhäufung von körperlicher Vernutzung, Ansammlung von Prostitution). Der Körper wird umso sinnloser für die Menschen, wie er seine Regungen fremden Erregungen unterwerfen muss. Wo Menschen sich nicht mehr wirklich regen können, dient ihre Erregung nurmehr dem Verbrauch der darin eingeschlossenen Bewegung und Energie. Es vollzieht sich in der Entsinnlichung des Körpers diese Beziehung vermittelst des Erlebens als Selbstwahrnehmung, welche ihren Sinn außer sich hat. Dessen Eigenschaften werden zum bloßen Umstand einer räumlichen Bezogenheit. Dieser füllt sie mit Sinn, ohne wirklich sinnlich zu sein. Und damit befördert er im Grunde und allgemein eine Enteignung menschlicher Sinnlichkeit. Sie setzt voraus, dass die Sinne selbst nutzbar gemacht sind, dass sie also in einer Beziehung stehen, die ihre Nützlichkeit als Form bietet, als Mittel und Vermittlung zwischenmenschlicher Verhältnisse.

Entleibung ist das Produkt eines Konsumverhältnisses innerhalb der Kultur, also Resultat von Kulturkonsum. Sie geschieht durch Einverleibung und vollzieht sich in der Bedrängung des Lebens zum Zweck der Selbstwahrnehmung, dem Ausleben und Ableben von Gefühlen und Erregungen, die für sich keinen Sinn haben, weil sie nur durch Umstände bestimmt sind, durch bloße Anwesenheit von Sinn. In der Selbstfindung durch andere wird eine Identität gestiftet, die zwar menschlich erfüllt, weil gefüllt erscheint, die aber nicht wirklich menschlich sein kann, sich also nur vermittelst ihrer körperlichen Form erhält (siehe Körperfetischismus). Entleibung ist die Reduktion des sinnlichen Lebens auf ein leeres Dasein der Sinne (siehe abstrakt menschlicher Sinn), leben im Toten, lebender Tod.

Die bürgerliche Kultur ist ein Ganzes solcher Entleibungen, ein systematischer Zusammenhang der Aufhebung menschlicher Leiblichkeit, Selbstentfremdung, Prothese einer Gesellschaft, die für den Menschen ohne diese Systematik sinnlos ist (siehe Kultur). Sie verschafft abstrakte Identität und zehrt konkrete Sinnlichkeit auf. In ihrer Entfaltung abstrakter Sinnlichkeit (siehe Logik der Kultur) befördert eine solche Gesellschaft eine Körperlichkeit, die sich in einem Volkskörper vereint, der sich gegen das Leben der Menschen selbst richtet (siehe auch Faschismus).

s.a.

=> Leib

=> Entsinnlichung

=> Körperfetischismus

 

Entscheidung

Entscheidung ist die endgültige Scheidung verschiedener Wege innerhalb der Gegebenheiten auf der Basis eines Urteils über sie. Entweder beendet sie einem Zwiespalt oder sie überträgt ihn in eine andere Form. Daran ist zu erkennen, ob sie einer Ideologie oder einem Wissen über die Zusammenhänge und Beziehungen, in denen eine Entscheidung ansteht, entspringt. Letztlich ist eine Entscheidung richtig, wenn sie zu einer Gewissheit gelangt, durch welche ein Mensch oder eine Gruppe oder eine Gesellschaft sich selbst näher kommt, sich des Sinnes gewiss wird, der in dem geäußert ist, was das bestehende Leben ausmacht.

In der Politik enthält eine Entscheidung die Affirmation der Verhältnisse, die sie bewegt, weil sie dem praktischen Bewusstsein über Gesellschaft und ihrer Bedingung folgen muss und deshalb nur eine Willensentscheidung sein kann, die zwischen gegensätzlichen Auffassungen und Meinungen entscheidet. Eine politische Entscheidung kann selbst nicht zweifelsfrei sein, wohl aber ein Wissen, das sie sich über sich selbst aneignen kann und wodurch sie über sich selbst hinauswächst in die konkreten Verhältnisse hinein, die sie selbst nur zu bewegen versuchte.

s.a.

=> Entschluss

=> Politik

 

Entschluss

Im Unterschied zur Entscheidung ist der Entschluss nicht zwischen Gegebenheiten, sondern der Sprung in das Neue, der Vollzug einer Änderung, wesentliches Moment einer Geschichte im Leben von Menschen. Er setzt das Ende aller Entscheidungsmöglichkeiten voraus und ergibt sich aus der Schlussfolgerung über ihre Endlichkeit.

Das Begreifen endet also in dem Entschluss, das Begriffene zu ergreifen und sich anzueignen, was in der abstrakten Form der Vermittlung entfremdet ist (siehe auch Formbestimmung).

s.a.

=> Logik

=> Entscheidung

 

Entsinnlichung

Entsinnlichung ist die Entleibung der Sinne, ihre Aufhebung in der Abstraktion eines Prinzips, durch das sie nicht sein können (siehe z.B. Trieb). Sie bewirkt die Entwicklung von Selbstgefühlen als Entwirklichungsprozess der Wahrnehmung. Sie besteht darin durch fremde Sinne fort, die als Mittel der Gefühle zur Sinnbildung der Selbstwahrnehmung benutzt werden (siehe auch Kulturkonsum).

Die Folgen der Entsinnlichung ist die Bildung und Einbindung von Übersinnlichem als Glaubenspraxis oder Aberglaube oder andere Anwendungen von Mythologie.

s.a.

=> Sinn

=> Sinnlichkeit

=> Entwirklichung

 

Enttäuschung

Die Enttäuschung ist das Ende einer Täuschung. Sie legt die Erkenntnis einer Scheinwelt frei.

s.a.

=> Täuschung

 

Entwirklichung

Entwirklichung ist die subjektive Auflösung von Wirklichkeit, ohne deren Wirkung und ihre Begründung objektiv aufzuheben. Sie vollzieht sich in einer Gegenwirkung, welche in einer beabsichtigten Wirkung (siehe Absicht) eingebracht wird, z.B. als Entsexualisierung der zwischenmenschlichen Beziehungen durch Sex. Eine konkrete und praktische Entwirklichung wird auch mit dem Begriff des Tittytainments umschrieben oder mit dem des Double-Bind. Hierin wird eine Absicht wahrgehabt, Wirklichkeit in ihrer subjektiven Wirkung aufzulösen, indem diese durch eine implizite Gegenwirkung neutralisiert wird.

Im theoretischen Bewusstsein betreibt jede Anwendung von Ideologie eine Entwirklichung - durch Hervorkehrung ihrer subjektiven Position gegen Wirklichkeit und Geschichte (siehe auch positives Denken), z.B. als eine repressive Versöhnung (siehe Versöhnung mit Hitler bei Hellinger) oder die Rede von Martin Walser zum Friedenspreis des Buchhandels quelleup5a31a1a1. Es ist eine Wirkung des reaktionionären Bewusstseins.

s.a.

=> Entfremdung

=> Entsinnlichung

siehe auch Themenabend:
Die Militarisierung der "deutschen Normalität"

quelleup5a31a1a Walserrede Paulskirche 1998
Systemup10a Entwirklichtes Erleben