| Buchstabe Fa | ||
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Ein Fakt ist ein zur Tatsache geronnenes Ereignis, das für sich als wahr gelten soll, als in sich selbst beweisfähige Tatsache, die auch als unwandelbare Naturtatsache angesehen werden kann. Der Zweifel am Faktischen ist die Voraussetzung dafür, eine Tatsache zu begreifen. Jede begriffliche Wahrheit kann sich nur im Zusammenhang der Ereignisse als deren notwendiges Verhältnis wahr erweisen (s.a. Beweis). |
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Der Faktenglaube ist die Beziehung auf ein Fakt, das durch sich selbst erwiesen sein soll: Durch die Tatsache, dass es ist, soll es für den Menschen sein, Gültigkeit und Wahrheit haben. Hierdurch gilt seine Beziehung auf sich als gültige Beziehung auf den Menschen, als Position des Menschseins. Das Positive bezieht sich nur auf Position, die alleine dadurch Negation wird, dass sie anders und sonst nichts ist (Positivismus). Die Beziehung ist ausschließlich formal: Sie besteht aus dem, was ist, wenn nichts anderes ist. Für die eine oder andere Sein gibt es keinen Grund, wohl aber Ursache und Wirkung durch die Welt der Fakten selbst: Stoße ich A an, habe ich eine Wirkung bei B oder auch nicht oder zugleich auch nicht oder zufällig usw. Diese Beziehung ist eine Sequen von Ereignissen, die nur statistisch erfasst wird. Der Mensch ist hierin nichts, nicht mal als Anstoß wird er gültig; er ist subjektive Störung einer objektiven Form. Der Glaube beruht darauf, dass das Fakt von allem Zweifel befreit wird. Ob Ding oder Unding ist einerlei, weil es kein Unding gibt. Das Urteil über das Ding ist das Ding selbst, das Ding an sich. Im Fakt beweist sich so eine Beziehung, worin es selbst alleine die Beziehung für sich sein soll. Es ist somit auch eine Beziehung, die sich im Faktischen beschränkt. Von daher beschränkt das Faktische den Menschen auf das Fakt. Er bezieht sich selbst nur Faktisch und wird somit in allem dem gebeugt, was das Fakt notwendig haben muss: Existenz. Existenz ist nicht faktisch, sie wäre sonst schon Fakt als bestimmtes Dasein; und das Fakt existiert nicht: es wäre sonst objektiv, also durch ein Subjekt geworden, also durch menschliche Beziehung entstanden. Das ist sein Widerspruch: Es ist Existenz und muss sie haben. So ist es nichts, oder doch eben alles, was nichts ist (Logik), also Unding. Fakt kann also keine Beziehung sein; es ist das außer sich sein jeder Bezogenheit und es kann kann nicht unbezogen sein, es hätte keine Position. Somit verweist der Faktenglaube auf eine Täuschung: Auf eine Beziehung, die nicht stattfindet, weil sie von ihrer Bezogenheit absehen muss. Seine Absicht ist unverkennbar: Er verbrämt eine Beziehung der Macht, indem er dem Fakt eigene Notwendigkeit für sich verleiht, die eine Beziehung erfüllen soll. Der Faktenglaube dient so einem Besitzverhältnis, das jede Eigentümlichkeit leugnet, weil sie es nur nutzen will ohne nützlich zu sein. Im Faktenglauben erscheint somit ein "Wille" der Sache, im Faktischen nicht unterzugehen, nicht im Gebrauch zu verschwinden, sondern darüber hinaus fortzubestehen. Und die ist der Ungeist, den ein Wertverhältniss inne hat. So enthält der Faktenglaube unmittelbar das Prinzip des Wertbegriffs. |
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„Es ist dies in jeder Beziehung das wichtigste Gesetz der modernen politischen Ökonomie und das wesentlichste, um die schwierigsten Verhältnisse zu verstehn. Es ist vom historischen Standpunkt aus das wichtigste Gesetz. Es ist ein Gesetz, das trotz seiner Einfachheit bisher nie begriffen und noch weniger bewußt ausgesprochen worden ist.“ Karl Marx: MEW 42, Grundrisse, S. 641
Die Profitrate ist das Verhältnis des Mehrwerts zum gesamten sich in Anwendung befindlichen Kapitals (pr=m/(c+v)). Diese entwickelt sich anders als die Mehrwertrate, welche das Verhältnis des Mehrwerts zum variablen Kapital formuliert (mr=m/v). Der Fall der Profitrate ergibt sich aus der Wertmasse der Produkte, die auf Dauer nicht der Wertmasse des variablen Kapitals entsprechen kann und von daher nicht vollständig absetzbar ist (die Löhne reichen hierfür nicht hin). Das Verhältnis von Mehrwertrate und Profitrate bewegt sich daher immer zwischen Wachstumsphasen, worin beide synchron verlaufen und Krisen, worin die Wertrealisation durch Absatz der Waren nicht mehr vollständig gelingt. Der Tendenz nach aber fällt die Profitrate in ihrem Durchschnitt und verursacht finale Krisen des Kapitalismus, die sich durch Inflation und Arbeitslosigkeit äußern. Marx spricht daher in diesem Zusammenhang vom tendenziellen Fall der Profitrate. |
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"Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen." (Friedrich Engels - "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats" MEW 21, S. 36) Familie ist keine Naturtatsache und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine bestimmte Lebensform der Geschlechter als Generationenverhältnis in einer bestimmten Gesellschaft durch die Bestimmungen dieser Gesellschaft. In unserer Kultur ist sie ein Wohnraum des organisierten Geschlechtsverhältnisses, die gewöhnliche Anwesenheit der Geschlechter und Generationen in einem gemeinschaftlichen Lebensraum, der die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationsverhältnis ausmacht, als Existenzform der individualisierten Reproduktion eines Gattungswesens, als dessen Haushaltungsform. Historisch ist die Familie meist das Produkt einer Ehe, einer Liebe, die zu einem Lebensversprechen geworden ist, die Existenz des Lebens gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von Liebe und zugleich die Lebensform der Reproduktion, die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und Raum und Körper hat und mit alledem wohnt. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohraum aufgehoben haben, weil sie um ihr Leben besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im Ganzen ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem Empfinden und Fühlen gegeben ist. Ihre Selbstwahrnehmungen sind somit die ausschließlichen Wahrnehmungen ihres Lebens. In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur Gegebenheit. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist. Hierdurch ist alles zugleich objektiv bestimmt, wie subjektiv es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzel wie ein Ganzes ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als Ganzes bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle Beziehungen unausweichlich, alle Tätigkeiten notwendig, alle Lebensplanungen und Verständigungen absolut - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen Produktion und der Menschenliebe zur Isolation ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes Fürsorgessystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die Subjektivität einer heilen Welt, die nur durch Bindung an ihr Heil, an das Ganze, ihre innersten Widersprüche und Zweifel überstehen kann. Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von Empfindung und Gefühle befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene "kalte Welt" der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre Liebe verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzwänge als persönliches Schuld- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als prothetische Beziehungen einer mächtigen Scheinwelt und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das Selbstgefühl wird für sich zu einer moralischen Integrität, die mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich ein Machtgefühl des integren Famimiliar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem Leben und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis reaktionärer Prozesse in der Kultur, die Familie zur "Keimzelle des Staates" machen (siehe Kulturstaat). In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem Ausbeutungsverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution. Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als Lebensraum für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von "Nachkommen" angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders schöne und gute Form der Zwischenmenschlichkeit) oder hygienisch ("geregeltes Geschlechtsverhältnis") vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer Konsumkultur eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige Achtung, wenngleich dies nicht unbedingt wirkliche Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des Familiensinns unterworfen ist. Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch Wirklichkeit hat. Zu einem ausschließlich seelischen Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als zwischenmenschliche Beziehung nicht mehr möglich ist. Je kleiner der Privatraum dieser Beziehung, desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit. Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an Geld oder Geldbesitz besteht (siehe hierzu besonders die Dienstleistungsgesellschaft), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für Selbstgefühl, welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als Familiensinn zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und Kultur hat. Für das bürgerliche Individuum, das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in Konkurrenz befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit enthält allerdings auch Weltfremdheit, also Entfremdung der Lebensgefühle von der Welt, eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen Beziehungen und den wirklichen Dingen und vor allem den Bedingungen des Lebens. Diese gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm vorausgesetzt und werden dort meist von den Eltern bersorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und eigentümliche Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur Gewohnheit und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin Liebe fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche Identität haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen. Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein Leiden, dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der Sinn für Tätigkeit, sondern beseelter Schmerz des Welterlebens. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter Anwesenheiten gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen Macht als Glück oder zumindest als seelische Notwendigkeit empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als Schuldgefühl in das Selbstgefühl wie ein objektives Gefühl eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare Wahrheit des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid. In der kulturellen Abtrennung von ihrer Gesellschaft (bürgerliche Kultur) wird die Familie zu einer Scheinwelt, zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das Leben der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner isolierten Form bewährt, Identität der Scheinwelt überhaupt. So kann Familie in der bürgerlichen Gesellschaft als Selbstrettung funktionieren, als Lebensburg und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als Lebensbedingung wahrhaben, als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres Lebens, als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen Wirkungen und also auch ihre zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwickliung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein Familiensinn, der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige Selbstentfremdung der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Bechränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als Sache wie Mensch, als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer Liebe mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre Identität keinen unmittelbaren Sinn und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig (Schuldgefühl). Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Betsandteil des Gedächtnisses, mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der objektiven Gefühle. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene Gefühle durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne verrückt zu werden. Die Familie ist als sich fortbestimmende Lebensburg die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der Selbstverleugnung. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre Geschichte nicht selbst begründen. In der Erziehung ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das Bürgerlum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem Unheimlichen, was es in seinem Heim entwicklet: Angst vor dem Leben. In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die "Keimzelle der Gesellschaft", der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und "Sexualhygiene". Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das variable Kapital) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die ensprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe Geldbesitz). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als zwischenmenschliche Beziehungen. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes Geldvermögen gesellschaftlich existiert (als konstantes Kapital in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt (variables Kapital) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten Profitrate, die äußerst krisenanfällig ist. |
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s.a. siehe hierzu auch | ||
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Der Familiensinn macht den Zusammenhalt einer bürgerlichen Familie als ihr Übersinn aus, auch wenn diese nur aus zwei Menschen bestehen sollte (also als existentielle Liebesbeziehung). Er bestimmt sich durch die Bedeutungen, die Menschen ihrer Familie in der Abgrenzung von anderen Lebensverhältnissen geben, ergibt sich also zunächst negativ aus dem Nichtsein des Menschlichen in anderen Verhältnissen. Positiv nährt er sich aus dem Gelingen eines seelischen Lebenszusammenhanges, welcher außerhalb der Familie nicht ist. Meist macht der Familiensinn die Absicht der Eltern zur Lebensaufgabe der Kinder. Menschen, die diese Absicht weder umsetzen, noch ihr etwas entgegenstellen können, weil sie für sie unerkennbar ist, also er ihrer Erkenntnis äußerlich bleibt, können verrückt werden, so sie keinen Lebenszusammenhang finden, der ihrer Selbsterkenntnis entspricht. In jedem Fall ist der Familiensinn der Grund für eine Angst vor dem Leben jenseits der Familie, eine allgemeine Lebensangst. |
s.a. | |
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Fanatismus ist die ausschließliche Leidenschaft für ein ausgeschlossenes Leben. Er setzt die Zerstörung eines Zusammenhangs voraus, der sich in der Isolation des Leidens mächtig macht und das ausgeschlossene Leben in seiner Idealisierung liebt. Die Abtrennung des Leidens reflektiert somit selbst die Formbestimmung, welche in dem ist, was nicht mehr gelitten werden kann. Dies kann äußere Gründe haben (z.B. Bedrohung durch Gewalt, durch Macht oder andere fremde Zerstörungsinteressen) oder innere (z.B. weil man sich in seiner eigenen Äußerung nicht mehr leiden kann). Erstres kann sich in blindwütigen Gewalttaten entladen, die kein bestimmtes Ziel haben (z.B. Amok), letztres ist z.B. auch ein Motiv des Fan-Kults. Eine besondere Form des Fanatismus ist die Sektiererei. |
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Der Fankult beruht auf einem zur Masse vergemeinschafteten Gefühl, das als aufgehobene Isolation der Selbstwahrnehmung besonders in der Eventkultur erlebt wird, als unmittelbar kollektiviertes Fühlen anwesender Menschen, die sich durch die Ausdruckskraft einer Persönlichkeit zusammenfindet. Deren Idolisierung beruht auf der Sinnentleerung einer Lebenswelt, in der sich Menschen als ausgeschlossene Masse begreifen, die den Massenmenschen ihrer Ausgeschlossenheit in einem Idol kultiviert finden und darin eine Aufhäufung von sich selbst erfahren und erleben. Die Kulturindustrie nutzt dies hauptsächlich für ihre Ereignisproduktionen. Im Idol macht sich der übermächtige Eindruck einer vergemeinschafteten Selbstentäußerung selbst zur Veranstaltung und veräußert sich als Körper eines Lebens, das für sich keine Wirklichkeit hat, in diesem Idol aber sein Surrogat findet und nach ihm verlangt - es wie das Mittel einer Sucht, wie eine Droge benötigt und sich von ihm abhängig macht. |
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Faschismus ist ein Begriff aus dem Italienischen, der die Rute (fascies) als legitimes Züchtigungs- und Herrschaftsmittel, als Prinzip zur Ertüchtigung, Ausrichtung und Gleichschaltung von Menschen umschreibt (dies meint Faschismus auch im Doppelsinn von Bündelung durch Gewalt). Fascies waren die Ruten, mit denen die Steuereintreiber im 18. Jahrhundert die säumigen Steuerzahler in Italien bestraft hatten. Faschismus setzt einen Staat voraus, der sich gegen seine Bürger per Gewalt durchsetzen kann. Von da her ist der Begriff mit unmittelbarer Staatsgewalt und dem Zwang zum Staatsgehorsam verbunden. Der Bonapartismus war mit den "Ideés de Bonaparte" eine sehr ursprüngliche Ausformulierung ideologischer Konzepte und Politik des Faschismus Der Begriff Faschismus steht heute für eine Staatsgewalt, die sich nicht aus dem Volk, sondern aus der Macht des Staates selbst begründet: Selbständige Staatsgewalt, die sich aus den Institutionen des Staates selbst ergibt. In dieser Selbständigkeit handelt ein radikaler und praktischer Nationalismus, der die Politik eines Staats und derer Mittel als Lösungsmittel seiner Krisen nutzt und sich mit züchtigender Gewalt gegen seine Bürger wendet, wenn sie nicht seinen Zielen folgen. Ökonomische Grundlage hierfür ist die Notwendigkeit einer erzwungenen Verwertung von Arbeitskräften, einer Negativverwertung nach anhaltenden kapitalistischen Krisen, die sich im Staatsbankrott nach unbewältigbarer Staatsverschuldung realisiert hatten. Die Staatsschuld kann nur durch Reduktion der Sozalleistung des Staates und gleichzeitigem Druck auf die nationale Verwertungsträger, auf die arbeitende Bevölkerung erreicht werden. Es entsteht ein allgemeines Verhältnis der Bedrängung, das von der Notwendigkeit des Staas bestimmt ist, der Geldentwertung, welche die Erscheinung einer Negativverwertung ist, durch Einträge von "frischem Geld" entgegenzutreten. Hierfür wird eine Elite befördert, welche sich als Agent der Bedrängung anbietet, besonders durch Wissenschaftlern und Beamten mit disziplinärem Interesse. Ökonomisch breitet sich im Zusammenwirken aller Momente der Negativverwerung eine nationale Zwangsgesellschaft auf, die vom Diktat der Staatsschuld, das wesentlich von den Banken (Kreditwesen), und den Devisen- und Aktienmärkten getragen wird. Das Finanzierungsgebot der Staatsgläuber erscheint daher auch von selbst auf den Geldmärkten als Gebot der Geldbesicherung. Hierdurch erheischen die kapitalistischen Glücksritter eine Staatspolitik, die zugunsten der Geldbesicherung gegen die nationale wirtschaftliche Grundsicherheiten geht. Der politische Sysyphos in solcher Lage vollzieht sich in der Notwendigkeit, die wirtschaftliche Lage als ganze so einzuregeln, dass die Negativverwertung aufgehoben wird. Es ist eine Illussion, die dem Geld anhaftet (siehe Kapitalfetischismus), dass durch Geldproduktion und Auspressung mehr Geld zu gewinnen ist. Aber Geld an sich erbringt Sicherheit und Ausgleich nur, wo es sinnvoll ausgegeben werden kann, solange also Konsumbedarf herrscht. Hier reduziert es lediglich die Negativverwertung, stopft also die Löcher der Geldbewertung, indem es als Geldbesicherung und Schuldentilgung ausgegeben, also dem "fiktiven Kapital" wieder dienstbar gemacht wird, das sich damit zum Teil und im Maß der Ausbeute ihre ungedeckten Geldsummen decken lässt, während es weiterhin die Lebensgrundlagen der Menschen bedrängt. So werden zu diesem Zweck alle Formen der Staatsgewalt eingesetzt, um das Lebenselexier des Kapitals wieder zu seinem Wert zu bringen, besonders durch Krieg und Ausbeutung der Bevölkerung und mittels sozialer Bedrohung. Faschismus ist die Ideologie solcher Negativverwertung, die aus der Empfindung der gesellschaftlichen Zerstörung entspringt und die Notwendigkeit des Zwangs gegen die Bevölkerung artikuliert. In der Bevölkerung ensteht besonders unter den davon Betroffenen, die sich kein Bewusstsein über ihre Lage machen oder gemacht haben, also den Reaktionären, der Neid auf jeden Besser gestellten, der sie an der Teilhabe des Besseren, Höheren und Heilen hindert. Es entsteht eine unbewusste Teilnahme an der Gewalt gegen sich, indem sie als Gewalt gegen andere interniert wird. Sie begründet sich als bewusstloses Negativ aus dem Heil des Ganzen gegen die Partikularität einzelner Interessen und Bedürfnisse, aus der Macht totaler Staatlichkeit. Wesentlich für den Faschismus ist die totale Macht des Ganzen als Vollstrecker einer heilsnotwendigen Erlösung, der sich alles Einzelne zu unterordnen hat, um nicht als Teil eines Unheils fungieren zu können. Unheil ist dem Faschismus in doppeltem Sinn vorausgesetzt: Er gründet auf wirklichen Mängeln und Krisen innerhalb eines bestimmten Lebensraums (siehe Staatsbankrott) und ist vom ideellen her die Projektion einer zerstörten Welt und ihre Wendung zur Außenwelt. Er ist praktisch die Gewaltform einer anerkannten Notwendigkeit und zugleich die Gewaltausübung eines Glaubens an das nationale Heil, Tätigkeit einer nationalistischen Sekte gegen die wirklichen ökonomischen Gründe eines kapitalistischen Selbstzerstörungsprozesses, der im Wertwachstum des Kapitals angelegt ist. Diese Sektiererei wird allgemein, wo die allgemeine Lebenspraxis einer Nation zunächst ökonomisch und schließlich kulturell zerstört ist. Faschismus wird dann zu einem staatspolischen Verhältnis, das von den Bürgern allgemein gewollt wird, um das Zerstörte als das Böse aus einem Land zu bannen. Der moderne Faschismus ensteht innerhalb der bürgerlichen Demokratie auf der Grundlage freier Meinungsbildung als populistische Reaktion auf ökonomische und kulturelle Mängel und Krisen, die sich nicht mehr innerhalb der bürgerlichen Ökonomie und Kultur aufheben lassen (siehe Staatsbankrott). Er ist die Staatsform von bürgerlicher Kultur, die sich als allgemeine Restaurationsgewalt des bürgerlichen Staates mit Kulturmacht gegen die Krisenmechanismen der kapitalistischen Ökonomie in der bürgerlichen Gesellschaft stellt. Faschismus ist von daher nicht einfach eine Ideologie oder Anwendung eines "falschen Bewusstseins", sondern knallharte Konsequenz aus den ökonomischen Zwängen (Staatsverschuldung) und den kulturellen Zerwürfnissen, die sich in den Krisen der bürgerlichen Gesellschaft herausstellen. Subjektiv verarbeitet Faschismus diese Notwendigkeit mit der Ursprungssehnsucht der Menschen, wie sie den Krisenerscheinungen als Behauptung einer allgemeinen menschlichen Wesenhaftigkeit entgegengehalten wird (vergl. hierzu Archetypus), die eine kulturelle Identität eines Volkes verspricht (siehe Volksseele). Darauf gründet Nationalismus und Rassismus, der die Basis eines Heilsversprechens ist, welches als Erlösungsglaube an die menschliche Natur religiösen Charakter bekommt. Es ist dies eigentlich ein Glaube an die Abslosolutheit des Zwischenmenschen, der als Erscheinung persönlicher Allgemeinheit Vertrauen erfährt und als Scheinwelt von Persönlichkeit und Handlungsfähigkeit in die Allgemeinheit des Staatswesens eingebracht wird und dessen Mechanismen beflügelt. Diese bestehen aus der Durchsetzung allgemeiner Notwendigkeiten gegenüber der Partikularität und Partialisierung der Einzelinteressen und ihres privaten Nutzens. In diesem Sinn bindet sich auch das gewöhnliche Bewusstsein von gesellschaftlicher Ganzheit subjektiv an die objektiven Funktionen des bürgerlichen Staates. Daher entwickelt sich Faschismus nicht nur als administrative Politik, sondern zugleich auch als Wählermeinung in der bürgerlichen Demokratie und gewinnt die Akzeptanz der Bürger aus den reaktionären Kräften der bürgerlichen Kultur, aus der Gewalt des Gemeinen, des Gemeinwesens, das sich selbst auf die Beine stellen will, um als Gesellschaft zu überleben. Kultur enthält das Gedächtnis aus der Vergangenheit der Gesellschaft, die so zum Zuchtmeister für die Zukunft gerät. Es selbst wird zum Maßstab der Reaktion auf gesellschaftliche Krisen, welche ihren Ursprung zur Gewalt von Sittlichkeit verkehrt haben. Diese wird als ethische Kraft des Ganzen gegen die in der Einzelheit begriffenen Zerstörung gewendet. Ethik wird so zu einer staatsnotwendigen völkischen Gesinnung. Im Gemeinwesen von gleicher Gesinnung wird diese Gewalt nur durch die Bildung von Masse erzielt, gezüchtet, bestärkt und gesichert. Auch die theoretischen Organe bürgerlichen Verstandes (siehe auch bürgerliche Wissenschaft) und besonders ihre Vernunft beugen sich der Macht des Faktischen in objektiv begründeter Subjektivität. Das macht die Faszination einer neugewonnenen Selbstverwirklichung aus, die "Kraft durch Freude", die auch im Sophismus intellektueller Interpretationen des Zeitgeistes aufgeht. Die Irritationen des gewohnten Wissens und Bewusstseins streben darin zu einer Identifizierung einer allgemeingültigen Wahrheit, zu einer Ontologie der Wahrheit, die den Bemühungen reaktionärer GeisteswissenschafterInnen ebenso nahe kommt wie auch esoterische Heilspropheten (vergl. z.B. Hellinger). Dort fügt sich die Heilserwartung in eine archetypische Weltanschauung, aus welcher sich allgemeingültige Lebensbestimmungen (Ordnungen der Natur, Ordnungen der Liebe) zu willkürlicher Anwendung ableiten lassen (s.a. Naturbestimmung). Die elementare Aussage besteht aus der Diskrimination von Wirklichkeit (vergl. z.B. Spenglers "Untergang des Abendlandes" oder Heideggers Kritik an der Seinsvergessenheit). Im Faschismus ist Wille und Macht abstrakte Allgemeinheit, Substanzen einer abstrakt menschlichen Gesellschaft geworden, die sich gegen ihre Voraussetung im einzelnen Bedürfen und Tun kehrt. Darin sind die Menschen mit ihren Bedürfnissen und Einfällen, in ihrem sinnlich sein und tätig sein, also in ihrem Leiden absolut aufgehoben. Faschismus ist die objektive Subjektivität des bürgerlichen Staates, wenn und wie sie aus den Krisen der Ökonomie und Kultur herrausbricht und sich ihnen entgegenhält. Funktional ist Faschismus eine Krisenreaktion, die aber substanziell nur durch die Kräfte der Kultur sich bestimmt. Er ist sozusagen die Staatsform von Kulturgewalt, Macht, die durch die Gewalten der Kultur ausgeübt wird, die sich aus dem nährt, was bürgerliche Kultur selbst an Machtmittel bereitstellt (z.B. Wille, Sitte, Gesinnung, Ästhetik, Familie, Gemeinsinn, Brauchtum, Massenwahn, Rassismus usw.). Faschismus entsteht mitten in einer bürgerlichen Demokratie, in welcher einerseits von den politischen Parteien keine Lösung der zur sozialen Frage eskalierten Krise zu erwarten sind (z.B. mangels Konzepte oder Möglichkeiten) und zugleich andererseits die daraufhin folgenden kulturellen Auflösungserscheinungen (Dekandenzen) grassieren. Vom Standpunkt eines Geweimwesens, das sich aus einem heilen Menschsein begründet sieht, werden disziplinarische Interessen der Bürger geweckt und verabsolutiert. Die disziplinarischen Interessen stehen in der bürgerlichen Kultur immer schon lantent bereit und werden unter dem Eindruck eines sozialen Masssenproblems zu einem Phänomen der seelischen Aufheizung von Massenmenschen, die in faschistischen Idealen ihre so gewonnen Anschauungen als Weltanschauung wiederfinden. Diese drücken sich daher auch in der Wahlentscheidung der Bürger in den bürgerlichen demokratischen Wahlen aus. Geschichtlich ist der Faschismus also eine Reaktion auf den Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft im Verlauf einer finalen kapitalistischen Krise, welche die Grundfunktionen und Substanzen der Ökonomie und der Kultur aufzehrt und die wirtschaflichen, sozialen und politischen Kompensationsfähigkeiten des bürgerlichen Staates aufbraucht (Staatsbankrott). In solchen Epochen wird die ökonomische Existenz subjektiv als Negation des bestehenden Lebens empfunden, so sich die Menschen kein Bewusstsein über dessen politische und ökonomische Grundlagen bilden, gebildet haben oder bilden können. Es machen sich auf dieser Basis Untergangstheorien breit und es ensteht eine tiefgreifende und allgemeine Ursprungssehnsucht. Solche Sehnsüchte aktivieren die Fragestellungen der subjektiven Philosophie, die sich alltagspraktisch als Antworten auf eine zerstörerischen Faktizität interpretieren lassen, besonders als selbstreflektierende Werte (vergl. Nietzsche Subjektiv speisen sie sich aus der Ethik einer Not, die ohne lebendigen Bezug und in der zunehmenden Undurchsichtigkeit der gesellschaftlichen Beziehungen allgemein und abstrakt sich nicht mehr sachlich wenden kann. Aufgehobene Notwendigkeiten verbleiben als Grauen vor der Zukunft, welche als einzigen Hoffnungsträger die Gewalt gegen das Unheil hat. Kultur wird hierfür dadurch zum Mittel der Machbarkeit des Heils, dass sie als Maßstab des Gesunden, des Artigen und von da her zur Definition des Kranken und Abartigen hergenommen wird. Die traditionellen Werte, welche Sitte und Ideologie des Bürgertums oder auch verbürgerlichte Begriffe der Wissenschaft tragen, werden ihrer gesellschaftlichen Grundlage, ihrer tradierten Lebenspraxis enthoben und gegen die Grausamkeiten der Krisen im sozialen Lebensalltag (Arbeitslosigkeit, Geldwertzerstörung, wirtschaftliche, soziale und psychische Verwahrlosung) gewendet, indem sie als Brauchtum gegen die Unsitte gehalten werden. Ihre Interpretationsmacht gewinnen sie so aus den Abstraktion der zwischenmenschlichen Beziehungen (siehe auch Seele), die wie objektive Funktionalitäten angewandt werden. Bloße begriffliche Reflektionen von Subjektivität (Wille, Geist, Körper, Natur, Familie usw.) werden somit zu absoluten Werten einer abverlangten Selbstreflexion, die sich in der Lebenspraxis objektiv allgemein und politisch in Beurteilungen geltend machen sollen, die nicht nur Lebensbewertungen, sondern vor allem seelische Absichten ansprechen. Hierdurch alleine greift faschistische Propaganda in die Kultur und wird zum psychologischen Massenphänomen. Dies geht schleichend vor sich und misst sich an der realen Notwendigkeit einer "Wende", die als Kulturwende zum Ziel einer "Gesundung" propagandistisch verkehrt wird: Zu einer Heilsrealisierung und einem Erlösungsglauben. Hierfür werden alle realen Mittel der Kommunikation der Mernschen untereinander politisch umbestimmt zu sublimen Kontrollwerkzeugen, die sich am Selbsterleben und in der Selbstwahrnehmung der Menschen festmachen und darin auch als Selbststeuerung und Selbstkontrolle funktionieren. Außer den technischen Medien wird auch die Semantik der Sprache selbst ihrer kommunikativen Potenzen enthoben und mit Begriffen der Selbsterbauung vereinseitigt. In der Sprache steckt die wichtigste, weil allgemeinste und tiefste Kulturpräsenz des Faschismus (Kienzle-Werbung "Eine deutsche Uhr in deutschem Geist"). Sie wird ihrer Geschichte und ihres geistigen Zusammenhangs beraubt, um Faschismus in einen alltäglichen Erlebenswert umzusetzen. Ihre Kunstform, die Literatur wird selbst zum Werkzeug eines faschistischen Faktenglaubens. "Umwertung der Werte" war der Kampfruf Göbbels, mit dem er die Bücherverbrennung begründete. Er zielte dabei besonders auf die Literatur, welche Lebenshintergründe in ihren Zusammenhängen aufhellte und auf ihren Sinn für das Leben befragte Theoretisch geschieht dies durch eine Umkehrung der Begriffsbildung. Ursprüngliche Klassifikationen und Verallgemeinerungen (wie z.B. Volk, Rasse, Familie, Menschheit) bekommen dadurch subjektive Substanz, dass sie als Ausdruck verallgemeinerter Einzelheiten ihren Zusammenhang zerstören, indem sie ihren Einzelphänomen allgemeinen Sinn stiften (z.B. Wille, Männlichkeit, Weiblichkeit, Geist, Körper usw.). Faschistischer Verstand ist prinzipiell nominalistisch, also antidialektisch (siehe Dialektik) und setzt verallgemeinerte Subjektivität als objektiven Begriff (vergl. z.B. die Archetypen von C.G.Jung, Schopenhauers Wille und Vorstellung und Nietzsches Übermensch, Herrenrasse und Meute), der als Grundlage einer vom praktischen Leben abgelösten, aber hierauf gezielt wirkenden Symbolordnung dient. Symbole, Metaphysik, Religion und Archetypen (auch unwirkliche Urzeichen wie Runen, Stammesbegriffe usw.) dienen der Verklärung von unmittelbaren Machtinteressen zu objektiven Naturnotwendigkeiten. Die praktische Grundlage eines faschistischen Massenbewusstseins ist die Identitätslosigkeit von Menschen, die sich einer Lebensverbindlichkeit überlassen, in der ihnen die Notwendigkeit des menschlichen Zusammenstehens durch Werte Halt und Verhalten stiftet. Solche Werte erscheinen konkret, weil sie sich persönlich in Lebensverhältnissen vermitteln, in denen sich die Menschen auch nur noch als Personen gelten, die Kraft ihrer Gesinnung zueinander stehen. Durch diese bestimmen sie sich als gemeinschaftliche Position gegen alle negativen Phänomene ihrer Alltagswelt und bilden eine Gemeinschaftsseele (siehe Volksseele), die für sich keinen Sinn mehr haben kann. Vereine, Lebensbünde, Kameradschaften, Kirchen und Sekten, lassen sich in diesem Sinne leicht ausrichten und sammeln. Die Logik ihrer Verbindung folgt der Identitätsstiftung durch Ansammlung und Masse und erzeugt ein Gemeinwesen der Menschenmasse , die sich von einer Gruppe bis zum Staatswesen fortsetzt und darin die entsprechenden politischen Werte des Volkskörpers entfaltet. Darin wirken die Massenmechanismen von Kulturveranstaltungen und bestimmen Kultur zum Kult (s.a. Fan-Kult). Allgemeine Lebensinhalte (Liebe, Menschlichkeit, Vertrauen, Freundschaft usw.) werden so zu übermenschlichen Lebenswerten mystifiziert und bilden die Grundlage faschistischer Lebenswerte, die als Fetisch des Gemeinschaftskultes angewandt werden. Damit erhalten die Rituale des Faschismus eine Macht zur Ausrichtung des Handelns, das besonders auch denen eingängig wird, denen ihre ursächliche gesellschaftliche Lebenszusammenhänge unzugänglich oder nicht bewusst waren (vergleichbar der Rekrutierung zu Sekten, aber in einer allgemein scheinenden Notwendigkeit). Ganze Gruppierungen entwurzelter Menschen finden daher in solcher Kultur ihre seelische Heimat. So werden fantastische Zusammenhänge, wie sie bisher nur in Religionen und Sekten verwendet wurden, unter Berufung auf ihre "allgemeingültige Wahrheit" der Politik zu einem Heil der Menscheit erklärt und das Unheil gegen einen fiktiven Sündenbock gekehrt: das Böse, das für den Untergang oder die Zersetzung Schuldige. Die absolute Verschuldungstheorie, die sich meist gängiger Schuldgefühle bedient, wird zum Antrieb einer "Gerechtigkeitslehre", eine Theorie vom guten Menschen, die sich unter der Bevölkerung verbreiten lässt und die auch freiwillig im Prinzip einer Hoffnung auf die Wahrmachung einer Heilsbotschaft, von der sie implizit kündet, verbreitet wird. Hieraus bezieht die Werte- und Sprachkontrolle die Legitimation von Gewalteinsatz. Zu einer gesellschaftlichen Macht wird sie in der Masse einer Bewegung, in der sich Menschen gegen die einfache Negation der Bedrohung, gegen das Böse versammeln. So entsteht die Allgemeinheit als die rechte Gesinnung vor allem und zuerst subjektiv als Bedarf der Angleichung, wie sie dann ebenso subjektiv auch von der Seite des Staates gegen seine Bürger als Gleichschaltung durchgesetzt wird. Hierfür müssen dessen theoretische Legitimation und Machtmittel z.B. als Staatstheorie des richtigen Lebens - meist unterstützt durch rechte Philosophie - publik sein. Es entstehen dabei oft absurde Begriffe, die zugleich Begriffe der gesellschaftlichen Absurdität eines zum Seelenwesen gewordenen Verhältnisses unter den Menschen sind: Volkskörper, Volksseele, Gesundheit des Geistes. Sie bezwecken eine wesentliche Gleichsetzung der Menschen als Maßstab ihrer instrumentalisierten Verbundenheit, objektive Gleichheit des subjektiven Menschen, also angeglichene Subjektivität. Die Gerechtigkeitslehre muss für ihren Zweck finale Gründe setzen, aus der sie ihre Kraft beziehen kann. Sie wird von da her meist zu einer Art Rassenlehre, die sich als Naturnotwendigkeit vorstellt, als natürliche Wesensbehautung für wesentliche Eingriffe in das menschliche Leben, als Naturgewalt (z.B. Sozialdarwinismus), deren Überwindung menschliche Gesellschaft doch eigentlich auszumachen hätte. So wird eine fiktive Gesellschaft unter der Zielsetzung des guten Allgemeinen gegen die Besonderheiten der bösen Existenz gesetzt, die sich notwendig als Erlösungsgedanke vorstellt und auch wissenschaftlich unterlegt, betrieben und fortbetrieben wird (vergleiche hierzu die derzeitigen Betätigungen von Horst Mahler im Internet). In solcher Naturgestalt wird ein manifest gewordenes gesellschaftliches Manko in der Verkenntnis seiner Begründung, also bodenlos subjektiviert zu einer Welt des Grauens, mit welchem die Krisenhaftigkeit der bürgerlichen Wirklichkeit einem monströsen Naturwesen menschlicher Ineffizienz gleichgestellt wird (z.B. Nietzsche, Sloterdijk), dem sich nur übermenschliche Kräfte, Übermenschen, Herrenmenschen und Führer entgegenstellen können. Sie legitimieren sich aus der Konfrontation des Bösen und müssen es daher abwenden, indem sie zur Ausrottung des gesellschaftlich Schädlichen übergehen, die sie als eine fremde Ganzheit des Schädlings, als die in ihm fokussierte Unmenschlichkeit festmachen. Dieser wird durch irgendwelche Eigenschaften, die seiner Natur zugesprochen werden, zum Inbegriff des Menschenfeindes oder (gleichbedeutend) Volksfeindes und als unwertes Leben abgehandelt und behandelt. Subjektiv ist Faschismus eine Religion, die sich als weltlicher Verstand gibt, der auch philosophische Adäquanz haben muss, um anerkannt zu sein. Seine Gründe reichen daher auch tief in die Subjektivität des Menschen und geben sich letztlich als philosophische Psychologie, die sich gegen menschliche Dekadenz wehren will, indem sie ursprüngliche Wesenheiten zum Begriff notwendigen Handelns macht. Die Wissenschaftstheorie, die hier greift, ist von einem nominalistischen Idealismus. Sie führt Begriffe ein, um zu ordnen, aufzuklären und sich darin als Not wendend zu verstehen, dass sie ihre Begriffe nach einer Idee bestimmt, deren Entfaltung sie durch Bewertung ihres Gegenstands zu erreichen sucht. Diese Tautologie von Idee und Wert ist absolute Moral. Sie bringt jeden Begriff zur Selbstzerstörung, kehrt das hervor, was er zugleich abwertet: Den Menschen, den Körper, den Geist, das Volk, die Rasse, das Gute und das Schöne und alles, was zum Archetypus taugt (vergl. z.B. C.G.Jung). So hat solche Wissenschaft in der Bekämpfung der Dekandenz zwangsläufig übersehen, dass der Faschismus, dem sie sich andiente, gerade selbst die Macht der Dekandenz über die Menschen war. Der Faschismus ist nur in seiner Rechtfertigung eine Weltanschauung. Praktisch ist er das politische Konzept einer "neuen Ordnung" (z.B. des Marktes oder als neue Weltordnung), mit der die Krisen einer "bestehenden Ordnung" mitsamt dieser abgeräumt werden sollen. Hierin steckt die Notwendigkeit der Überwindung des Kapitalismus gleichermaßen, wie seine Restauration als Absolutismus des Kapitals, das Ende der bürgerlichen Demokratie. Dieses wird von den Bürgern wählbar, weil es als Jungbrunnen der bürgerlichen Gesellschaft erscheint und zugleich als Gegenbewegung zu den kapitalistischen Krisenerscheinungen auftritt. Hierdurch ist Faschismus eine Ideologie des Selbstschutzes eines radikalen Nationalismus, der sich mit der Kraft der Gesinnung in der Macht des Willens als faschistischer Staat umsetzt. Eine deutsche Besonderheit des Faschismus ist der Nationalsozialismus, welcher vor allem aus der Ideologie einer nationalkulturellen Identität zu einer kulturellen Totalität (Volksseele, Gesinnung und Volkskörper in einer Volksgemeinschaft) bestand. Hierfür war die massenhafte Entwicklung reaktionärer Seelen vorausgesetzt. Ästhetik ist im Faschismus von hoher Bedeutung, weil sie in der Hochkultur ihren Willen und ihre Agitationsbasis hat. Diese besteht vorwiegend in der suggestiven Kraft verselbständigter Wahrnehmung in der Ästhetik (s.a. ästhetischer Wille) gegen die kulturellen Bestrebungen der Menschen (z.B. in der Kunst). Diese Bestrebungen werden von solcher Ästhetik als Subkultur ausgegrenzt und als Abart gegen die ästhetisch definierte Volksart ausgeschlossen (siehe auch Rassismus). Durch die Globalisierung wird sich entweder ein nationaler Faschismus als geschichtliche Rückbeziehung auf nationale Gemeinswesen ausbilden oder als ein internationaler Faschismus auf der Basis einer Weltethik oder einer Weltreligion. letzterer unterscheidet sich besonders darin, dass er seinen Körper nicht mehr in der Nation als Volkskörper sucht, sondern prinzipiell gewalttätig gegen Nationen auftritt, die sich in der Weltwitschaft und Weltkultur disfunktional zeigen. Die Knechtung dieser Nationen ist nicht mehr unbedingt oder ausschließlich ökonomisch begründet, sondern als Kultureinsatz zur Disziplinierung (Kulturkampf), Abschreckung und Abstumpfung der betroffenen Völker und somit Abstumpfung gegenüber der Wirklichkeit eigener Kultur im Sinne einer Autarkie des Stoffwechsels. Das Ziel eines Kulturkampfes kann nur eine Überkultur oder Kunstkultur sein, die nicht unbedingt explitzit gegen Menschen auftritt, aber implizit jede Möglichkeit der sozialen Selbstbestimmung und Autarkie zersetzt ("großer Bruder" als internationales Kulturverständnis). Praktisch entsteht Faschismus in einer Situation, wo Politiker als Heilsversprecher auftreten können, weil sie ein politisches Programm haben, das den Staatsbankrott zum Anlass ihrer Politik macht. Diese besteht daraus, Kredite aufzunehmen, die nur noch durch militärisch erzwingbare Marktpolitik (erzwungene Preisbildung, Inbesitznahme von Bodenschätzen) gedeckt sind. Das kann dann allerdings nur Kriegspolitik sein. |
s.a. siehe auch Pfreundschuh: siehe auch Pfreundschuh: siehe auch Pfreundschuh: "... eigentlich war ich nichts anderes gewohnt!"
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