Buchstabe K Im Kontext

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Kitsch

Kitsch ist die Kunst des Erscheinens als schöner Schein, Schönheit als Schein für sich, als Farce ihrer selbst. Im Gebrauch der Gebräuchlichkeiten tut sich Kitsch als besonders scheinende Form des Gewöhnlichen hervor und gewöhnt daran, dass es unabänderlich gilt, als pure Gewohnheit unendlich bleibt und immer gilt als Kameradschaft des ewigen Verbleibens, aber als eine schön scheinende. Kitsch ist die besondere Erscheinung des Immergleichen, der Durchbruch der Sehnsucht nach besonderen Gegebenheiten gegen die Empfindung des Sonderbaren, die Bewahrung des Selbstgefühls vor Zweifel. Darin verliert die Empfindung, was das Gefühl gewinnt: Selbsterleben als Gefühl für sich, als Widerschein der Beziehung auf sich selbst im Glanz der Gefälligkeit.

Kitsch kann dadurch wahr sein, dass dieser Glanz auch sein wirklich betörendes Leben treibt und sich wie ein Lebensmittel ausbreitet, als Scheinwelt eben doch auch wirklich scheinbar ist. Aber in dieser doppelte Reflexion breitet sich eine heimliche Wahrheit doch unheimlich aus, wo sie sich mächtig macht: Sie entwickelt den Trost gegen die Wirklichkeit zu einem Glauben an sie, wo sie sich darin nützlich machen kann.

s.a.

=> Sehnsucht

=> Scheinwelt

=> Heile Welt

quelleup5a27f Kameradschaft als Selbstverleugnung

Klasse

"Eine unterdrückte Klasse ist die Lebensbedingung jeder auf Klassengegensatz begründeten Gesellschaft. Die Befreiung der unter-drückten Klasse schließt also notwendigerweise die Schaffung einer neuen Gesellschaft ein. ... Heißt dies, dass es nach dem Sturz der alten Gesellschaft eine neue Klassenherrschaft geben wird, die in einer neuen politischen Gewalt gipfelt? Nein. Die Bedingung der Befreiung der arbeitenden Klasse ist die Abschaffung jeder Klasse. ...
Die arbeitende Klasse wird im Laufe der Entwicklung an die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft eine Assoziation setzen, welche die Klassen und ihren Gegensatz ausschließt, und es wird keine eigentliche politische Gewalt mehr geben, weil gerade die politische Gewalt der offizielle Ausdruck des Klassengegensatzes innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft ist."
K. Marx, Elend der Philosophie, MEW 4, 181f.

Klasse ist eine formale Kategorie zur Klassifizierung einer Substanz, welche damit je nach Entwicklungsstand, Nutzen und Gebrauch unterschiedlich bestimmt wird (z.B. die Schulklasse als formal bestimmter Entwicklungsstand einer gesellschaftlich bestimmten Wissensbildung). Klasse ist eine Kategorie der Formbestimmung, welche eine Graduation impliziert.

Politisch meint Klasse eine Form gesellschaftlicher Positionierung nach Maßgabe der gesellschaftlichen Verfügungsgewalt, also der politischen Machtaufteilung der Menschen aufgrund der Form des gesellschaftlichen Reichtums und der Mittel zur Naturbeherrschung (siehe Naturmacht). Diese bestimmt sich daraus, was zu der jeweiligen Entwicklungsepoche der Gesellschaft (siehe Geschichte) von Nutzen war, und wie sich dieser Nutzen politisch verhalten hat.

In der bürgerlichen Gesellschaft verteilt sich der gesellschaftliche Nutzen nach Maßgabe des Besitzstands, der Eigentum als Besitz vortäuscht und daher im Tauschverhältnis der Waren den Besitz nach ihrem Wert bezieht. Das unterscheidet die Klassen zunächst mal wesentlich in die der Besitzer von Produktionsmittel und denen von Reproduktionsmittel. Die an und für sich substanziell gesellschaftliche Beziehung von Produktion und Reproduktion der Menschen wird hierduch zu einem Gegensatz bestimmt, der formell sich nur als Besitzstand politisch verhält. Die Reproduktion menschlichen Lebens wird dadurch, dass sie letztlich nur als Besitz an Arbeitsvermögen in gesellschaftliche Beziehung tritt, von der Produktion des gesellschaftlichen Reichtums beherrscht, die sich lediglich privat verhält. Dies hat die Menschen innerhalb dieser Gesellschaftsform in eine politische Bestimmung versetzt, worin die Klasse der Eigentümer von Arbeitsvermögen den Besitzern von Produktionmittel und Lebensbedingungen (Grund und Boden usw.) gegenüber steht, dazu gezwungen, das zu produzieren, was sie beherrscht. Der gesellschaftliche Reichtum wird in dieser Gesellschaftsform in einem Klassengegensatz angeeignet, wonach die Besitzer der Produktionsmittel das Mehrprodukt als Mehrwert akkumulieren und als Kapital verselbständigen und als Kapitalbesitzer über die gesellschaftlichen Lebensbedingungen verfügen, die Besitzer der Arbeitskraft im Wesentlichen aber nur die Mittel ihrer Reproduktion erhalten - als Dienstleistende in einer Dienstleistungsgesellschaft vielleicht auch geringfügige Kapitalanteile erwerben können (z.B. durch Aktienkapital).

Die Klassengegensätze erklären letztlich die Kämpfe in der Geschichte der Menschheit, welche zur Auflösung der Geschichtsepochn geführt hatten.

"Die bisherige Geschichte war eine Geschichte von Klassenkämpfen." (Marx)

Doch diese Kämpfe hatten bisher nur zur Ablösung einer Klassengesellschaft durch eine andere geführt. Nach Karl Marx geht es um die Beendigung des Klassenverhältnisses selbst, um eine klassenlose Gesellschaft, die durch den Entwicklungsstand der Produktivkraft der Arbeit, der Technologie und der Automation möglich geworden ist.

Der Klassenbegriff zeigt einen gegensinigen Nutzen gesellschaftlicher Beziehungen auf, der innerhalb einer Klassengesellschaft subjektiv nicht überwindbar ist. Die Verfügbarkeit der im gesellschaftlichen Prozess entwickelten Mittel wird durch das herrschende Besitzverhältnis immer nur zum Nutzen der herrschenden Klasse verwendet. Die Politik dieser Gesellschaften war daher immer die Politik der herrschenden Klasse. Die Formbestimmtheit der bürgerlichen Gesellschaft zur Warenproduktion, welche politisch sich durch den Besitz von Waren konstituiert, erzeugt einen abstrakten Nutzen, der sich nur in der Wertproduktion verwirklichen kann. Diese Produktionsform entwickelt sich notwendig zu einer Gesellschaft, worin die Geschichte nurmehr zwischen Politik und Ökonomie zirkuliert und sich die Menschen der Politik beugen müssen, um deren Nutzen zu befördern oder hiergegen angehen müssen, um diese Produktionsform zu beenden (siehe hierzu auch Kritik der politischen Ökonomie).

Jeder Nutzen isoliert die natürlichen Eigenschaften der Beziehungen und Sachen auf ihre rein objekthaften Zwecke. Geschichte als Verhältnis des politischen Nutzens kann nur die Geschichte politischer Macht sein, welche auf der Grundlage einer natürlichen Not der Gesellschaft aus der Notwendigkeit ihrer Reproduktion und Produktion ihre Macht schöpft. Diese ist die historische Aneignungsform gesellschatlicher Naturmacht. Das Ende aller Klassenkämpfe ist demnach die Überwindung politischer Macht durch die Aneignung und Verwirklichung einer lebendigen und sich gesellschaftlich verwirklichenden Wirtschaft.

s.a.

=> Klassenkampf

Klassengegensatz

"Sind im Laufe der Entwicklung die Klassenunterschiede verschwunden und ist alle Produktion in den Händen der assoziierten Individuen konzentriert, so verliert die öffentliche Gewalt den politischen Charakter. Die politische Gewalt im eigentlichen Sinn ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur Unterdrückung einer anderen. Wenn das Proletariat im Kampfe gegen die Bourgeoisie sich notwendig zur Klasse vereint, durch eine Revolution sich zur herrschenden Klasse macht und als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse aufhebt, so hebt es mit diesen Produktionsverhältnissen die Existenzbedingung des Klassengegensatzes, der Klassen überhaupt, und damit seine eigene Herrschaft als Klasse auf. An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist."

K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 482.

Das Prinzip des Kapitalismus, besitzlose Menschen zur Mehrwertproduktion für die Geldbesitzer zu nutzen, indem sie sich als Besitzer ihrer Arbeitskraft verdingen müssen, versetzt die Menschen im Unterschied ihres Eigentums in gesellschaftlich unterschiedene Existenzen als Klassen gegensätzlicher Besitzstände, die sich vor allem in ihrer Wirklichkeit, Verwirklichung und Entwicklung unterscheiden: Während die Besitzlosen immer nur das bleiben, was sie nach Maßgabe der Bedürfnisse der Geldverwertung, also des Kapitals schon waren, entwickelt sich der Geldbesitz zu einem gesellschaftlichen Verwertungsmonstrum, das die Menschen unter seine Zwänge stellt. Der Unterschied von arm und reich wird immer größer und macht die Armen abhängig von den Perioden der Profitrate, in denen die Reichen in der Form der darin erscheinenden allgemeinen Notwendigkeiten (Krisen) mit einer systemadäquaten Bewältigungspolitik über das Geschick ihrer Gesellschaft und inzwischen der ganzen Welt bestimmen. Der Geldreichtum wird inzwischen zum großen Teil über Transnationale Konzerne bewegt, welche die Ausbeutung der Armut durch einen besonders im Aktienkapital gallopierenden Kapitalmarkt internationalisiert haben. Von der Ausbeutbarkeit der Armut hängt es ab, inwieweit der Kapitalismus überhaupt noch Bestand hat. Der internationale Klassengegensatz erfordert daher einen internationalen Klassenkampf, um der Geschichte der Ausbeutung und Ausplünderung von Menschen, Ländern, Kulturen und des ganzen Planeten ein Ende zu setzen und eine Gesellschaft der Menschen zu bilden, welche der Privatgesellschaft des Kapitals ein Ende setzt. Auf der Basis unterschiedlicher Kulturen wird die Weltgesellschaft nur eine Gesellschaft verschiedener Kultururen sein können, die sich durch einander bereichern.

Für Deutschland stellt sich dabei besonders die Frage, was dies für eine Dienstleistungsgesellschaft bedeutet.

s.a.

=> Klasse

=> Klassenkampf

=> Arbeit

quelleup5a34a1b1 Profitwachstum und Lohnentwicklung
zitatup5a1a1 Lohnarbeit als entfremdete Arbeit
statist2up1c1a Armutsklassen in Deutschland

Klassenkampf

"Da das Proletariat während der Periode des Kampfs zum Umsturz der alten Gesellschaft noch auf der Basis der alten Gesellschaft agiert und daher auch noch in politischen Formen sich bewegt, die ihr mehr oder minder angehören, hat es seine schließliche Konstitution noch nicht erreicht während dieser Kampfperiode und wendet Mittel zur Befreiung an, die nach der Befreiung wegfallen." (K. Marx, Konspekt zu Bakunin, MEW 18, S. 636)

Der Klassenkampf ist kein Ereignis, das herbeizuführen wäre, etwa als ein persönlicher Kampf feindlich gesinnter Menschen an klaren Frontverläufen ihrer Klassenzugehörigkeit. Kampf selbst würde lediglich zum Untergang eines Gegners, nicht aber zu einer wesntlichen Gesellschaftsveränderung führen. Klassenkampf geschieht täglich durch die Machtverhältnisse in den Arbeitszeit-, Miet-, Lohn- und Preisverhandlungen, beim Einkauf und im Preisvergleich der Lebensmittel, in der Freizeitgestaltung, Kulturkonsum usw. Wiewohl Klassenkampf als ökonomische Auseinandersetzung erscheint, ist er wesentlich politisch. Er ist nicht die Auseinandersetzung um die optimale Verteilung der Lohnauszahlungen und nicht der Kampf der nützlichen Arbeit gegen nutzlose Müßiggänger, wie es die "Internationale" in Anlehnung an die Frühstadien der Sozialdemokratie (siehe Gothaer Programm) formuliert. Es ist der Kampf zwischen der Klasse der Besitzenden und der Klasse der Eigentümer an Arbeitsvermögen, der Privatform des gesellschaftlichen Reichtums und der gesellschaftlichen Grundlage seiner Bildung.

Unter der Besitzmächtigkeit des Kapitals in der bürgerlichen Gesellschaft ist dieser Kampf nötig, aber zugleich unauflösbar. Nötig zur Selbsterhaltung und zur Befreiung aus dem Joch des Kapitals, zur Überwindung der Klassenzugehörigkeit, aber unauflösbar innerhalb der Klassenverhältnisse, worin der Besitz substanziell aufgeteilt ist zwischen Beitzern und Besitzlosen. Es geht also dabei nicht einfach um bessere Verteilungsbedingungen innerhalb der Klassen oder der Klassen gegeneinander, z.B. zugunsten der besseren Reproduktion von Besitzlosigkeit, sondern vor allem um die Entwicklung eines neuen gesellschaftlichen Lebens menschlicher Eigentümlichkeit aus der Negation der Form des bestenden Gesellschaft, aus der Auflösung der Klassengegensätze. Die Verwirklichung ihrer Gegensätzlichkeit kann nur die wirkliche Aufhebung der bestehenden Form gesellschaftlicher Arbeitsteilung sein, durch welche die Konfrontation der lebenden Arbeit gegen die politische Macht der toten Arbeit (Kapital) aufgehoben wird. Es ist dies damit zugleich die Aufhebung von Klassenkampf schlechthin: Die Zusammenführung der gesellschaftlichen Produktionsmittel mit den Produzenten der Gesellschaft.

Die Verselbständigung des Begriffs vom Klassenkampf zum Kampf der Proleten schlechthin gegen das Kapital schlechthin (hauptsächlich durch Lenin) hat zu einer verheerenden Staatstheorie geführt, wonach der Staat selbst eine klassenkämpferische Position bekommen sollte, proletarischer Staat werden sollte. Das ist ein Widersinn in sich, da mit der Aufhebung der Klassengesellschaft notwendig auch der Staat als solcher zu einem menschlichen Gemeinwesen aufgehoben werden muss. Es geht mit der Beendigung der Klassenkämpfe um das Leben der Menschen überhaupt, um die Aufhebung des politischen (staatlichen) und des ökonomischen (kapitalisierten) Subjekts zu einem menschlichen Subjekt, um die Bildung und Aneignung von gesellschaftlichem Reichtum, um einen Lebensstandard, der prinzipiell vom Kapital durch die Mehrwertproduktion beschränkt wird zur Vergrößerung der Kapitalmacht, die sich bis ins reine Finanzkapital hinein verselbständigt und die Klasse der Lizenz-, Rohstoff- und Grundbesitzer entwickelt. Von daher findet Klassenkampf zwischen den drei Klassen statt, welche die bürgerliche Gesellschaft entwickelt (Arbeit, Kapital und Grund) und gelingt nur in der Aufhebung dieser Klassen als politische Formen des gesellschaftlichen Reichtums.

Klassenkampf findet zwar auch im Feilschen um die Löhne statt, also um den Preis der Arbeitskraft, sein Inhalt geht jedoch weit über die Preisform und damit über das Geldverhältnis selbst hinaus. Er zielt auf die Anpassung der Arbeit an die Bedürfnisse der Menschen, auf die Reduktion des Arbeitstags auf das gesellschaftlich notwendige Minimum. Im Preiskampf bleibt er immanente Notwendigkeit einer Verträglichkeit des Wertverhältnisses. Der Besitzer der Arbeitskraft muss bekommen, was er wert ist, was er also zu seiner Reproduktion nötig hat (also grob: Löhne rauf heißt Preise rauf und Reallohn bleibt gleich), und er muss auch noch darum feilschen und kämpfen. Das ist die Grundlage aller Werte und Preise. In der Preisbildung drückt sich dennoch Lebensstand aus, wenn sich der Lohnkampf bei hoher Risikobereitschaft der Lohnabhängigen gegen den Willen des Kapitals politisch verhalten kann und es damit an die Grenze der Ausbeutung treibt (siehe Krise). An dieser Stelle wird Klassenkampf selbst politisch und wird auch politisch - und manchmal auch militärisch - bekämpft werden.

Er findet im politischen Verhältnis statt, also in der gesellschaftlichen Potenz und Verfügungsmacht, die das Kapital gegenüber allen Momenten des Produktions- und Reproduktionsprozesses hat. Hiergegen kann sich nur der Kampf um den Arbeitstag stellen. Er allein macht dem Kapital die Verfügung über die Mehrarbeit streitig und die Befreiung von Arbeit zur Sache der ganzen Gesellschaft. Im Streit um die Länge des Arbeitstags (und der Rentenzeit) geht es um den Maßstab der Produktivkraft (Technik, Maschinen etc.), um die Zurückführung des Mehrwerts in die konkrete Arbeitswelt und Gesellschaft. Es ist der Kampf gegen die private Aneignung des gesellschaftlichen Mehrprodukts..

Klassenkampf ist also nicht das streitig machen des Mehrprodukts zur besseren Umverteilung auf die Privathaushalte in Geldwerten, sondern der Kampf um seine Vergesellschaftung als gleichmäßig mit dem Lebensstandard der Menschen wachsenede Produktivität - qualitativ wie quantitativ, jedoch nicht in Geldwert, sondern im Wachstum des wirklichen gesellschaftlichen Reichtums für jederman. Das umschließt Arbeitnehmer, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Ausländer und Selbständige (siehe auch Ich-AG) in gleichem Maß. Sie alle werden durch ihr Joch der Verarmung nur befreit, wenn sie sich für die gleichmäßige Aufteilung des Arbeitstags einsetzen und durch ihren Zusammenschluss das Finanzkapital bedrängen und per sozialistischer Gesetzgebung vergesellschaften können.

Eine bestimmte Auffassung von Klassenkampf, der zu einer Diktatur des Proletariats führen und in einem machtvoll gegen die Bourgesie installierten Staat enden soll, muss als fatales Selbstmissverständnis des Marxismus-Leninismus abgewiesen werden (siehe Diktatur des Proletariats). Eine sozialistische Gesellschaft kann jederzeit aus einer bürgerlichen Gesellschaft durch die Machtverteilung entstehen, wie sie eine bürgerliche Demokratie ermöglicht, sofern sich die Mehrheit der Menschen hierüber einig ist und hierdurch die bürgerliche Demokratie in eine Demokratie der Gesellschaft von Menschen transformiert wird. Auf der Basis unterschiedlicher Kulturen wird die Weltgesellschaft nur föderal sein können.

s.a.

=> Klassengegensatz

=> Proletariat

siehe auch "Probleme des Marxismus"

quelleup5a34a1b1a Profitwachstum und Lohnentwicklung
quelleup5a34a1b3a
Internationales Kräfteverhältnis
statist2up1c1a1 Armutsklassen in Deutschland

Klischee

Ein Klischee ist ein Druckstock, mit welchem Texte und Bilder vervielfältigt werden. Im übertragenen Sinne wird es für eingefahrene Vorstellungen verwendet, die der Gewohnheit um Umgang entspringen. Diese werden so auch leicht zum Inhalt von Sitten, wenn diese ihre wirklichen Grundlagen verlieren und sind darin Verselbständigungen des Brauchtums, das keinen Brauch und Gebrauch (siehe Nutzen) mehr hat. In dieser Form werden sie in den Bewertungen des reaktionären Verstands (siehe auch reaktionäres Bewusstsein) verwendet und zu einem chronischen Vorurteil, das jeden Fortschritt des Wertezerfalls bezichtigt (siehe auch Seinsvergessenheit). In ähnlicher Weise entsteht Rassismus, wenn der Gebrauch einer Rasse sich umkehrt und als soziale Belastung empfunden wird (siehe auch Selbstverkehrung).

s.a.

=> Vorurteil

Knechtschaft

s.a.

=> Herrschaft

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Kynismus

Kynismus ist eine Zusammmenführung der Kulturverachtung des Zynismus mit einer hedonistischen Überhebung gegen die Mächte der Welt. Diogenes ist mit seiner Aufführung eines Lebensreichtums der Bescheidenheit ursprünglicher Vertreter des Kynismus. Seine Antwort auf Alexander den Großen ("Geh mir aus der Sonne") will die Macht eines inneren Reichtums der Wahrnehmung zeigen, welche eine unmittelbare Beziehung zu Leben und Natur haben soll.

Kynismus ist im Grunde die radikale Ideologie des herausgetretenen und sich selbst gegen jede Gesellschaftsform ermächtigenden Idividuums zum Menschen schlechthin, das jede Lebensbedingung unnötig machen will, indem es aus sich selbst schöpft. Den Reichtum, den es hat und von dem es lebt, sieht es aus sich selbst gewonnen und so ist die darin hervorgekehrt Weltverneinung vor allem ein Zynismus gegend die Armut, welche individualisierten Reichtum nötig hat.

Kynismus ist eine verbreitete Lebenssicht von Intellektuiellen, die sich zwar mit ärmlichen Lebensverhältnissesn bescheiden können, aber in der Selbstbehauptung gegen alles Weltliche zugleich den Reichtum einer Gesellschaft praktizieren, der sich keiner Not wirklich stellen muss, die Armut wesentlich ausmacht.

Heute wird Kynismus hauptsächlich von Peter Sloterdijk vertreten, der aus der kulturkritischen Position der Frankfurter Schule im Verbund mit der Weltsicht des indischen Guru Baghwan eine Verknüpfung von Kulturverneinung und Lebenskunst sucht.

s.a.

=> Zynismus

webup1a1a Zynismus und Kynismus