| Buchstabe Tr | ||
Tranquilizer (wie z.B. Valium, Librium, Tavor, Rohypnol) haben eine dämpfende Wirkung. Sie können als legale psychotrope Substanzen ebenso abhängig machen wie die verbotenen. Schon nach kürzerem Gebrauch können Entzugssymptome auftreten wie z.B. Zittern, Unruhe, Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen, Kopfschmerz, Schweissausbrüche, Schwindel, Angstzustände, Schlafstörungen, Depressionen, Delirien, epileptische Anfälle. Der Schweizer Arzt Marc Rufer warnt: Wenn diese Psychodrogen eingesetzt werden, um Angst, Probleme, psychosomatische und Schlaf-Störungen durch Sich-in-Watte-packen-lassen zu behandeln, ist die Abhängigkeitsgefahr besonders stark. Carbamazepin (bekannt unter Markennamen wie Finlepsin, Tegretal, Timonil) ist ein Antiepileptikum, für deren Einsatz sich Psychiater aufgrund dessen die Psyche dämpfenden Wirkung dann entscheiden, wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt. |
s.a. | |
Transformation ist ein neuerer Begriff für eine Systemveränderung, der im Unterschied zu Revolution die Formveränderung eines Systems betont. Was Revolution als Erneuerung begreift, das auf sich Zurückkommen des Wesentlichen in der Aufhebung seiner anachronistischen Form, gilt in der Transformation als Findung einer den bestehenden Potenzen adäquaten Form. Revolution begreift die bestehenden Bedingungen als die Voraussetzung zur Bildung einer neuen Gesellschaftsform, in welcher erst das auf sich zurückkommt, was in der alten Form unterdrückt war. Transformation sieht das Neue in der bestehenden Gesellschaft vorhanden, wenn auch nur in unangemessener Form. Der Gegensatz dieser Änderungsvorstellungen ist alt und reicht von den Frühsozialisten bis zur Alternativbewegung und in die Diskussion der "Keimformen" hinein (siehe auch Wertkritik). Es kann sein, dass der Unterschied von Revolution und Transformation zunächst nur rein theoretisch oder eher psychologisch ist. Ob sich das Unterdrückte befreit oder als das schon Neue angesehen wird, das eine bessere Form finden muss, kann dann gleichgültig sein, wenn man von der Gewaltfrage absieht. Diese wird sich nur praktisch stellen, wenn und wo sich Änderungsprozesse in der Wirklichkeit herausstellen. Aber das Hauptproblem bei der Transformations-Diskussion ist die symptomatische Ausklammerung des Problems "Gemeinwesen". Der Glaube, dass es sich aus den Aktionsformen selbst heraus entwickle, ist schlicht naiv. Die Resultate der Alternativbewegungen und Netzwerke der 70ger und 80ger Jahre hatten gezeigt, dass der Knackpunkt bei der Projektaufgabe und die "Rückkehr ins System" immer das Problem des Eigennutzes (Gerechtigkeit und Regelung der Entwicklungschancen), der Arbeitsorganisation (Ausbildung, Eingliederung und Arbeitsverteilung) und dem Versagen der Gemeinwirtschaftlichkeit (Arbeitsrentabilität, Rückhalt und Sicherheit) waren. Jedes einzelne dieser Probleme ist ein Hinweis darauf, dass gemeinwirtschaftliches Arbeiten ziemlich früh Strukturen benötigt, die bisher vom bürgerlichen Staat zur Verfügung gestellt wurden und die in einer ähnlichen Form eben auch - z.B. als Antistaat - gesichert sein müssen; - z.B. Schutz des Einzelnen wie des Kollektivs, Nothilfe bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit/-Unmöglichkeit, Gemeinwesenarbeit, Aufbau und Entwicklung einer Infrakstruktur und auch eine Art von Kreditwesen zur Förderung neuer Entwicklungen. Das Thema Staat kann nicht einfach verdrängt werden. Es muss eine Gemeinwesendiskussion entstehen, die auch einen "alternativen Staat" mit einbezieht. An diesem Punkt wird sich überhaupt erst der Erfolg von Transformation entscheiden. | s.a. siehe hierzu auch "Probleme des Marxismus" | |
"Transnationale Unternehmen sind in vielfältiger Weise in Kriege und bewaffnete Konflikte verwickelt. Die Durchsetzung ökonomischer Interessen der global players und der Zugang zu Ressourcen wie Erdöl werden immer häufiger militärisch abgesichert. Die Aktivitäten transnationaler Investoren schüren in Ländern wie Kolumbien innerstaatliche Konflikte. Transnationale Unternehmen sind aber auch Profiteure von Kriegen und Konflikten. Der Wiederaufbau des zerstörten Irak und die dortige Privatisierung ganzer Wirtschaftszweige ist für ausländische Firmen ein Milliardengeschäft. Der militärischen Invasion folgt dort die ökonomische. Transnationale Unternehmen haben darüber hinaus erheblichen Einfluss auf die Steuerpolitik und die Einnahmesituation der Staaten. Steuerflucht und Steuervermeidung entziehen den öffentlichen Haushalten jährlich Mittel in Milliardenhöhe. Der gegenwärtige Diskurs über die soziale Verantwortung der Wirtschaft (corporate social responsibility) befasst sich bisher kaum mit diesen Schattenseiten transnationaler Wirtschaftsaktivitäten. Die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Wirtschaft klammern diese Bereiche ”harter” Finanz-, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik aus." Social Watch Report Deutschland 2004, 16.08.2004: Bedrohungen menschlicher Sicherheit, Dokumentation, hrsg. von DGB-Bildungswerk, terre des hommes und WEED (www.weed-online.org/publikationen/bestellung/index.html) | s.a.
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s.a. | ||
Trauer ist die Verarbeitung eines Verlustes, einer endgültigen Abwesenheit einer Beziehung, welche nicht zu Ende gegangen ist, in ihrer Geschichte also abgebrochen ist. Trauer setzt also eine Beziehung zur eigenen Geschichte vorraus und ist der Schmerz ihres Untergangs. Wo dieser Gewohnheit ist, kann Trauer nicht entstehen. Alexander Mitscherlich hält es für eine Eigenschaft des modernen Menschen, zur Trauer unfähig zu sein. Doch dies ist nicht menschliche Eigenschaft, sondern die Bestimmung von Verhältnissen der bürgerlichen Kultur, in denen Beziehungen unentwegt entrissen werden, so dass sich die Menschen daran gewöhnen müssen, sofern sie den Notwendigkeiten dieser Verhältnisse Folge leisten. Die Enthebung vonTrauer über Geschichtsverlust ist grundlegend für die Verarbeitung von Trennung und Teilung, für die Erkenntnis von Isolation, welche abstrakte Lebensbedingungen bewirken (siehe Realabstraktion), Grund einer subjektiven Empfindungslosigkeit gegen objektive Bedingung und von da her eine der Ursachen für reaktionäres Bewusstsein. Allerdings glänzen flexible Menschen in der Fähigkeit, sich ihrer Gefühle zu entgegenwärtigen. Ihnen ist die "Unfähigkeit zu trauern" existenznotwendig, da sie sich dem Erfolg verschrieben haben. |
s.a. | |
Der Traum ist ein Nachtgedanke, auch wenn er am Tag sich träumt, die Erahnung des Lebens, wie es jenseits der gewissen Wahrnehmung als eine Wahrheit hinter den Sinnen wahrgehabt wird. Darin erscheint deren Geist frei von seiner Unmittelbarkeit in dem Sinn, den er hat, als Sinn, den er verfolgt, weil dieser seine Absicht ist. Der Traum ist so eine innere Erlebensform der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung, wenn sie von ihrer Wachheit befreit ist, wenn also weder Gegebenheiten noch Gewohnheiten das Leben bestimmen. Er ist ein dichterisches Denken, das für sich ohne Gewissheit ist und nach einem Sinn sucht, der sich selbst belebt, der also Wünsche erfüllt, Hoffnungen beflügelt, Beziehungen erkennt, Ahnungen vollendet, Schlussfolgerungen vorantreibt und anderes mehr. Im Traum verwirklicht sich Denken im Status nascendi, im Akt seiner Begründung und zeigt dort am besten, was es ist: Selbstschöpfung aus der Fülle der Empfindungen, wie sie wirklich waren. Hierbei treten die Bedeutungen, welche das Gedächtnis gewonnen hat, in Traumbildern hervor, die ihren Sinn verdichten und zu einem von der Empfindung befreiten Gefühl machen. Aus der Deutung von Träumen lassen sich mit Hilfe der oder des Träumenden seelische Absichten, Regungen und Beweggründe erschließen, die oft dem wachen Bewusstsein verschlossen sind und somit auf einen hiervon ausgeschlossenen Sinn hinweisen (siehe auch Verdrängung). Der Traum besitzt nämlich eine Fähigkeit, die in der Wirklichkeit vernichtend wäre: Die Verkehrung von Sinn in Unsinn, also die Herstellung einer Wahrheit, die so eindeutig ist, wie sie nicht sein kann. Der Traum zeigt also Zweifel, die ein Mensch hat, in ihrer Verkehrung und schließt somit ein Weiterdenken an dem aus, was undenkbar und also sinnlos scheint. Er ist dann auch eine Verkürzung des Denkens und vermeidet Schlussfolgerungen, welche die Wirklichkeit zerteilen oder spreitzen oder zerstören würden. So kann der Traum zugleich auch reaktionäres Denken befördern, wenn er diese Verkürzungen zur Eigenwelt in sich fortspinnt und diese zu einer inneren Scheinwelt treibt. Das Wort Traum wird auch oft im Sinne einer Glücksvorstellung verwendet, deren Irrealität hierdurch betont ist (z.B. von Marx auch als Traum von einer Sache |
s.a. | |
Eine länger anhaltende Bedrohung des Lebens oder die beständige Erwartung massiver Schmerzen (Folter) hat eine wesentliche Veränderung der körperlichen und geistigen Identität zur Folge, die sich in der Verrückung seelischer Aktivität und körperlicher Nerventätigkeit (chronische Stresssyndrome) ausbreiten kann. Nach Rückkehr in den normalen Alltag sind sie auf Grund ihrer Geschichte und ihres darin befangenen Gedächtnisses nicht in der Lage, die Brücke hierzu ohne Hilfe zu finden. Auch in der Geschichte von sogg. "multiplen Persönlichkeiten" hat sich oft (wahrscheinlich immer) eine permanente Lebensbedrohung in früher Kindheit als Grund dafür erwiesen, warum derart betroffene Menschen mehrere Identitäten entwickeln müssen, um mit einem Leben zwischen voneinander isolierten Lebensräumen "fertig zu werden". Der Grund ist nicht die Bedrohlichkeit selbst, diese könnte auch zu Agonie, Delirium führen. Es ist die Notwendigkeit, mit vollkommen gespaltenen Erfahrungswelten auszukommen, ein Leben zu leben, das zwei absolut verschiedene und vollständig gegensinnige Lebenswelten hat, dem Wesen nach absoluter Schmerz ist. In der Verwirklichung gegensinniger Wahrheiten lebt der Wahnsinn jedweder Natur. Dies haben einige PsychologInnen, besonders die PsychoanalytikerInnen und die Familienaufsteller (siehe Hellinger) dafür hergenommen, den Schmerz der Seele, ihre Selbstaufhebung, mit einem Trauma gleichzusetzen und in jedem seelischen Problem ein verletzendes seelisches Ereignis als Begründung anzunehmen. Seele muss so nicht zur Erkenntnis ihres Lebens gelangen, sondern zur Schmerzerfahrung, wenn sie Gegenstand einer Therapie, einer psychologisch angetriebenen Heilung, zu einer Heilserfahrung wird. Hierfür wird die Individualgeschichte eines Menschen (bei C.G. Jung oder Hellinger auch der seiner Ahnen) darauf befragt, was in seinem Leben traumatisch war, und somit die Besonderheit seines seelischen Leidens quasi objektiv erklären könnte. Diese Theorie hatte zu einem wahrhaften Missbrauchboom geführt, der besonders in den USA einschlägige TherapeutInnen dazu brachte, Gedächtnis zu manipulieren, bis der "Missbrauch" endlich erinnert wird, sodass die Befreiung hiervon durch das transzendente Mitgefühl der TherapeutInnen die Genesung beginnen könne. Das eigentliche Trauma findet hierbei durch die Therapie statt. Wenn es "Heilungserfolge" damit gegeben haben sollte, so die, das mit der Therapie auch das Trauma ein Ende haben müsse. Kann sein, dass damit auch ältere Schwierigkeiten belanglos geworden sind oder isolierte Lebensräume erträglicher wurden. Das Ergebnis jedoch ist ein notwendig reaktionäres Bewusstsein, das sich in anderen Bereichen der Gesellschaft als Trauma für andere Menschen einbringen wird. Es bestätigt sich vor allem in der Mythologie, im Glauben an eine ungeahnte Ahnenreihe der privaten Lebensgrundlagen (siehe auch Lebensbedingungen). | s.a. | |
Was einen Menschen aus sich heraus bewegt, kann nur Leben sein, das sich äußert, bricht, zerstreut, konzentriert usw., Leben, das Sinn hat. So Menschen sich getrieben fühlen oder einem Trieb gehorchen, handelt es sich um eine objektive Bestimmung, um eine fremde Kraft, die nicht unmittelbar ihrem Leben entspringt, die sie aber bewegt, ihre Bewegung bestimmt. Der Trieb ist die Fortbestimmung eines Logik, die sich aus der Äußerlichkeit, aus der Entäußerung (siehe Entfremdung) als Realabstraktion eines Lebens ergibt, das die abstrakte Kraft eines äußeren Wesens begründet, eine veräußerte Naturempfindung, die unerfüllt ist und daher zu seiner abstrakten Identität nur streben kann und ihre Abstraktion als naturbestimmt scheinende Eiverleibungssuche betreibt. Die Triebkraft ist daher die Notwendigkeit der Abstraktion, die wie eine Gewalt der Natur auf das Leben wirkt und es dazu zwingt, ihre Einheit herzustellen. Der Trieb verwirklicht kein Leben, sondern die Not eines dem Menschen äußerlichen Daseins. Er nährt sich aus der Bestimmung dessen, was ihm in der Nutzung der Stofflichkeiten des Lebens erreichbar ist. So ist z.B. der Trieb des Kapitals das Verwertungsprinzip, also alles zu verwerten, was Mehrwert schafft (siehe Wertwachstum). Die Profitmaximierung wird in ihrer Triebhaftigkeit hierfür als Analog zu einer natürlichen Eigenschaft des Menschen, die ihr entsprechen soll, zu einem unbegrenzten Konsumbedürfnis mystifiziert. So auch der sogenannte Sexualtrieb, den die Psychologie meist mit einem gesellschaftslosen, quasi tierischen Geschlechtsverlangen (Geschlecht) gleichsetzt. Auch er ensteht als eigene Kraft nicht aus einer selbständig (Verselbständigung) wirksamen Naturbestimmung, sondern aus dem Prinzip des Selbstgefühls, sich eine Identität durch bestimmte Lebensumstände zu verschaffen, durch welche wahrgemacht werden kann, was ihr nötig ist. Erregungen, die sich im Prinzip des Selbstgefühls entwickeln, folgen ihrem Trieb nach Befriedigung. In diesem Prinzip ist dies immer Selbstbefriedigung, auch wenn er sich auf andere Menschen bezieht. In den zwischenmenschlichen Beziehungen der Seele verwirklicht sich ein Trieb aus ihrer Selbstbezogenheit heraus zu einer abstrakten Identität der Vermittlung zwischen den Menschen als Absicht der Seele (siehe Selbst). Er äußert sich in der Getriebenheit der Menschen und Geschlechter zueinander, die ihnen wie eine innere, von ihrer Gesellschaft abgetrennte Natur vorkommt, weil sie ihre Selbstbezogenheit als Naturempfindung wahrmacht und also als Naturbestimmung erscheint. Die Triebhaftigkeit der zwischenmenschlichen Verhältnisse macht somit die wesentliche Erlebensqualität von Individualtät in der bürgerlichen Kultur aus, die darin wiederum den Schein einer gesellschaftlichen Natürlichkeit erhält (siehe hierzu auch Körperfetischismus). | s.a. | |
"Die Eigentümer von bloßer Arbeitskraft, die Eigentümer von Kapital und die Grundeigentümer, deren jeweilige Einkommensquellen Arbeitslohn, Profit und Grundrente sind, also Lohnarbeiter, Kapitalisten und Grundeigentümer, bilden die drei großen Klassen der modernen, auf der kapitalistischen Produktionsweise beruhenden Gesellschaft."( K. Marx, Kapital III, MEW 25, 892.) | s.a. |
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