| Buchstabe Ve | ||
Veranstaltung ist die Veräußerung einer anstehenden Gestalt, eine dargebotene Anstalt, die meist aus der Zweiteilung von Publikum und Bühne besteht. Darauf werden Ereignisse produziert, die vom Publikum konsumiert werden, Wahrnehmungen, Erlebnisse, Eindrücke usw. die für den Lebensalltag eine Bereicherung darstellen - und sei es auch nur durch dessen Negation (siehe Eventkultur). Darin ist die Trennung derer, die etwas ausdrücken von denen vollzogen, die sich beeindrucken lassen. Die Bühne als Ausdrucksmöglichkeit funktioniert in der Hervorhebung des Ausdrucks, in dessen Darbietung als solche, nicht unbedingt durch das, was darauf ausgedrückt wird. Sie ist daher das Design des Ausdrucks, das auch der einfältigsten Darbietung ein Licht bietet, es Beleuchtet, damit es sich auch reflektierend darstellen kann. Im Schein der Bühne entstehen Lebenswelten, die für sich nirgendwo bestehen können und deren Bestand nur auf ihrer reflektierten Hervorkehrung gründet. |
s.a. | |
In aller Regel bedeutet Verantwortung, dass ein Mensch für das "gerade stehen" soll, was er getan hat. So sinnfällig dies ist, so grundsätzlich ist auch das Problem, das damit einhergeht: Die Tätigkeit eines Menschen wird nur als persönliche Tat wahrgenommen, also als vereinzelte Äußerung, wie sie in der Abtrennung von ihrem Zusammenhang vor sich geht. In der Tat bilden sich solche Äußerungen nicht aus einem persönlichen Wesen heraus (z.B. als seelische Äußerung); sondern meist im Zusammenhang und Verhängnis mehrer Menschen in einer Gesellschaft, worin das Allgemeine selbst nur abstrakt besteht. So sehr das bürgerliche Recht auf der persönlichen Verantwortung beharrt, weil es eben nur die Rechtsperson kennt, so schwierig ist es auch, die einzelne Schuld eines Menschen wirklich zu erkennen. Im Grunde ist das, worum es dabei geht, ein Hin und Her, dessen Beurteilung bei den Betroffenen bliebe. Verantwortung hat also nur allgemein mit Wirklichkeit zu tun. Aber auch vom Begriff der Verantwortung her wird ein konkreter Zusammenhang von menschlicher Ursache und menschlicher Wirkung vorausgesetzt. Das war wohl auch der Grund, weshalb dem Verweis auf gesellschaftliche Ursachen mit diesem Verantwortungsbegriff entgegegnet wurde und wird. Dass jeder selbst verantwortlich ist, für das, was er tut, ist soweit eben auch wahr, wie er eigene Gründe oder Fahrlässigkeiten gegen diese Zusammenhang geltend macht. Das "Rausreden" mit den gesellschaftlichen Ursachen führte wohl die Kritik hieran zum Konstruktivismus, wonach wieder jeder als seines Glückes Schmied verstanden wird. Doch nicht Glück oder Unglück kann Verantwortiung bestimmen. Aber was der einzelne Mensch im Zusammenhang der Vereinzelten tut oder unterlässt, hat er insoweit zu verantworten, wie er sich gegen diesen Zusammenhang geltend macht, wenn er also etwas tut, das der Zerstörung desselben zur Ausdehnung des eigenen Nutzens betreibt (z.B. Täuschung, Betrug, Fahrlässigkeit, Tötung, Gewissenlosigkeit, Gedankenlosigkeit usw.). Allgemein verstanden ist Verantwortung das Gebot einer entäußerten Antwort: das Sein Sollen von Antwort gegenüber dem Einzelnen gemäß einer allgemeinen Notwendigkeit. Sie enthält zugleich die Behauptung, dass ein Mensch für einen anderen oder für etwas verantwortlich ist, das ihm nicht wirklich gegenüber steht, dass der Gegenstand der Verantwortung zu keiner Antwort in der Lage ist, sei es durch Abwesenheit, Unreife oder Unwissen. So genommen setzt Verantwortung Fragen voraus, die aufgrund unterschiedener Seinsweisen nicht von jedem beantwortet werden können. Verantwortung wird als bürgerliches Prinzip der Aufklärung auch ohne Frage, also fraglos Menschen angetragen oder durch sie beansprucht, welche sich des Sinnes einer Handlung oder Geschichte bemächtigen. Als Legitimation hierfür will Verantwortung aus einer allgemeinen Vernunft bestimmt sein als notwendiges Maß für das einzelne Handeln (siehe kategorischer Imperativ). Verantwortlich handelt, wer sich im Sinne einer allgemeinen Idee oder Vorstellung von dem, was zu sein hat, verhält. Diese Vernünftigkeit ist das Prinzip der Aufklärung und bezieht ihr Recht alleine aus dem Allgemeinsein von Vorstellungen. Ein Mensch kann aber völlig unverantwortlich handeln, wenn er inneren Gründen folgt, die keine Vernuft erkennen lassen (z.B. Liebe), und gerade hierin Antwort geben, die weit über jeder Verantwortlichkeit steht. Wo die Verantwortung geboten wird, da steht die Antwort in der Lüge der Hinterlist einer Pflicht. Oft wird Verantwortung mit Konsequenz gleichgesetzt: Jemand muss eine Verantwortung (aus)tragen als Konsequenz für sein Tun. Dies allerdings setzt eine Pflicht der Tätigkeit vorraus, also auch eine äußere Bestimmung des Sollens, das nicht alleine Konsequenz hat, sondern auch noch in dieser bestimmt sein muss (Konsequenz hat ja eigentlich jede Tat, weil sie immer Grund für etwas ist). Verantwortung ist die Antwort des Soseins als Sorge im Wissen einer Pflicht um das Anderssein, also im Wissen von dem, was zu sein hat. Sie unterstellt also ein doppeltes Wissen: Das Wissen seiner Selbst, wie es ist, und das Wissen des gänzlich anderen, wie es im Anderen sein muss. So greift Verantwortung immer in den Zusammenhang der Beziehungen, in die Wirklichkeit ihrer Verhältnisse und bewahrheitet sich in der Vernunft eines Wissens, das ungewiss ist, wiewohl es notwendig erscheint, solange es allgemeine Idee von Verhalten ist (siehe Ideologie). Verantwortung wird aber auch als Begriff von Fürsorge verwendet, durch welchen die aufklärerischen Postionen mit einer sozialen Beziehung vermengt werden. Dies ist eine Begrifflichkeit des staatspolitisch orientierten Bürgertums, das seine Beziehungen jenseits von unmittelbar wirklicher Erkenntnis begründet wissen will. Von der Sprache her ist solche Begriffsverwendung unsinnig, da eine fürsorgliche Beziehung keine Antwort auf das Leben eines Menschen sein kann, wohl aber einen Sinn hierfür haben muss, also gerade das Gegenteil von Vernunft ist, auch wenn sie vernünftig sein kann. | ||
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Mit dem Begriff Verblendungszusammenhang wollte Adorno die Wirkungen einer Kulturindustrie auf die Menschen beschreiben und zugleich eine theoretische Aktualisierung des Begriffs vom Warenfetischismus von Karl Marx erreichen. Durch Mächte der Verblendung würden die Menschen nicht erkennen, dass sie selbst nur "verdinglicht" existieren und sich von daher damit zufrieden geben. Indem der Verblendungszusammenhang, den die Kulturmächte erzeugten, bekämpft werde, würde auch die Verdinglichung des Bewusstsein bekämpft. Dabei sei vor allem die Unterwerfung des Bewusstseins unter diese Verhältnisse durch Anpassung der eigenen Bedürfnisse an sie (siehe Fetischisierung) Gegenstand der Kritik, also die Unterwerfung des Menschen unter die Tauschverhältnisse, dem Verfall an deren Falschheit (Täuschung) - einer Kritik, die ganz davon absieht, dass sie diese Verhältnisse zur wirklichen Lebensgrundlage haben. Der Begriff Verblendungszusammenhang ist aber auch schon in sich absurd, behauptet er doch, dass Verblendung einen Zusammenhang haben könne - hier wohl als Kapital gemeint. Doch gerade hiergegen wandte sich die Marxsche Theorie, gegen die Auffassung von höheren Mächten des Bewusstseins, welche den Menschen quasi von außen Fehler zumuteten. Dies war längst als Ausfluss einer theologischen Implikation begriffen, dem esoterischen Subjekt schlechthin, welches nicht als Ausdruck gesellschaftlicher Mystifikationen begriffen, sondern selbst als agierender Mythos verstanden wird. Das Kapital hat keine eigenständige Bewusstseinsmacht nötig, die auch noch durch es versammelt und zusammengebrascht würde. Ihm genügt die politische Macht des Kapitals, um die Menschen zu verdingen und die Unfähigkeit des bürgerlichen Verstandes, seine im Warenfetisch fixierten Widersprüchlichkeiten zu durchbrechen. Doch diese Unfähigkeit bedarf keines psychologisch zu verstehenden Vorwurfs, sondern eines Wissens, das aus einer Analyse der Verhältnisse hervorgeht und zu erarbeiten gerade Sache der Intelligenz wäre, die sich durch den Verblendungsvorwurf aus diesen Verhältnissen herausnimmt (siehe hierzu auch die sogenannte Wertkritik). |
s.a. |
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s.a. | ||
Verdichtung ist zunächst ein räumliches Konzentrat von Sinn, ein zur Dichte gebrachter Inhalt, der Vieles in Wenig zusammenbringt, aus vielen Wahrnehmungen einen Sinn entnimmt, aus vielen Reden eine Aussage macht. Verdichtung entspricht von da her einem Bildungs-, Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozess, in welchem mehrere Sinne und Bedeutungen auf einen Sinn konzentriert werden, der hierdurch zu einem Bild von hoher Dichte wird, ein Begriff mit vielfältigem Sinn wird. So faszinierend solche Konzentration auf einen Sinn ist, so gewaltig aber ist auch ihre Abstraktion. Indem aus der Viefalt des Konkreten Sinn herausgeschält wird, wird sie auch als reine Beschwernis empfunden und abgekehrt. Diese Abstraktion hat eigene Wirkung in der Vedichtung von Gegenwärtigkeit in Anwesenheit, Gedächtnis oder auch Suggestion. Verdichtungsprozesse finden gewollt in der Kunst (siehe z.B. Dichtung) oder der Fantasie und ungewollt im Traum oder im Wahnsinn statt. Die Einfachheit der Verdichtung ist als Kunst vor allem die Hervorkehrung eines Sinns. Dies ist auch ihr Bedürfnis und Grund. Es zeigt sich darin sogleich auch, dass dieses Bedürfnis reine Reflexion von dem Konkreten und Vielfältigen ist, dass es nämlich für sich nicht einfach ist und nicht so sein kann. Darin erweist sich die Selbständigkeit des Hervorgekehrten als Wirklichkeit einer Abstraktion (siehe auch Gedankenabstraktion), als etwas, das in dieser Form nicht wirklich leben kann. Verdichtete Wahrnehmung ist die konzentrierte Versinnlichung eines abstrakten, eines abgetrennten Sinns, der konkret keine wirkliche Lebendigkeit hat. In selber Weise ist auch verdichtete Arbeit eine konzentrierte Aufhäufung toter Arbeit. Der Wert von verdichteter Arbeit umfasst deshalb im Wesentlichen nicht deren Sinn sondern ihre abstrakte Form als Zweck ihrer Formbestimmung: die Arbeitszeit, die bei ihrer Bildung verbraucht wird und in ihren Produkten so konzentriert wird, wie es ihrem Wert nach nötig ist. | s.a. | |
Verdinglichung meint Verobjektivierung von Subjektivität, so etwas wie das Dingsein von Menschen, auch Versachlichung, sowohl als Vorgang, als Werden, als auch kritisch gegen das sich selbst oder andere zum Ding machen, verbunden mit Selbstunterwerfung an die Sachgewalt der Gegebenheiten, auch Huldigung ihrer Macht (siehe Warenfetisch). Der Begriff selbst ist eine etwas undeutliche und unglückliche Bildung von Theodor W. Adorno, mit der er verschieden Phänomene der Entfremdung und Selbstentfremdung oder auch der unentfremdeten Arbeit wie der kulturellen Selbstwahrnehmung zusammenfassen wollte (z.B. Veräußerung, Entäußertes, Versachlichtes, Sachlichkeit, Versachlichung). Verdinglichung ist bei ihm auch bürgerliche Identität, die einem Verblendungszusammenhang des Kapitals sich unterworfen habe: die Identifizierung mit dem, worin sich die bürgerlichen Lebens- und Prduktionsverhältnisse entstehen und bewähren - nach seiner Auffassung als Produktion von Tauschwerten, die dadurch Blendwerk seien, dass sie als Schein von Gebrauchswerthaftigkeit bestünden. Mit dieser grotesken Umkehrung des Marxschen Begriffs vom Warenfetischismus überholt Adorno dessen Erkenntnis durch Rückgriff auf den interpretativen Verstand einer kritischen Theorie, die sich vordringlich als eine Art philosophische Psychologie kritisch gibt und als solche auch vielfach übernommen wurde. Die Menschen sind darin nicht als Marktsubjekte, als Warenbesitzer, begriffen, die sich selbst im Widerspruch befinden, sondern als Marktobjekte, die von einer eigens hierfür aktiven Macht, der Kulturindustrie, verdinglicht würden, also ein Selbstbewusstsein erlangen, das sie als Ding bestätigt und Ding sein lässt. Für die Linke der Nachkriegszeit machte besonders dies den kritischen Charakter eines theoretischen Antikapitalismus aus. Sie konnte sich darin wieder als Aufklärer verstehen, die das Übel der Bewusstseinsmächte zu bekämpfen habe. Von daher wurde das an diese Verhältnisse aus eigener Verstandesnot fixierte Bewusstsein nicht durch deren Analyse aufgehoben werden, sondern durch eine Psychologie, welche die Internalisierung eines "falschen Bewusstseins" zu bekämpfen habe, welches Interesse an einem "falschen Leben" verfolge. Indem der Verblendungszusammenhang, den die Kulturmächte erzeugten, bekämpft werde, würde auch die Verdinglichung des Bewusstsein bekämpft. Dabei sei vor allem die Unterwerfung des Bewusstseins unter diese Verhältnisse durch Anpassung der eigenen Bedürfnisse an sie (siehe Fetischisierung) Gegenstand der Kritik, also die Unterwerfung des Menschen unter die Tauschverhältnisse, dem Verfall an deren Falschheit (Täuschung), die ganz davon absieht, dass sie diese Verhältnisse zur wirklichen Lebensgrundlage haben. Die kritische Theorie hatte sich vorwiegend hierauf mit der Negativen Dialektik) bezogen (siehe zur Mehrfachverwendung des Begriffs auch Friedmann Grenz: "Adornos Philosophie in Grundbegriffen", Suhrkamp-Verlag 1975, S.43ff). Im Unterschied zu Marx wird hierbei jedoch im Warenfetischismus nur eine Seite reflektiert, die Verdinglichung des Menschen zur Sache, nicht aber die Vermenschlichung der Sache selbst, die Macht, die sie wirklich über das Leben der Menschen hat. Hierdurch wurde die kritische Theorie auch eher zu einer kritischen Kulturtheorie, als dass sie eine Kritik der politischen Kultur hätte werden können. Meinen wollte diese Theorie die Verkehrung von Mensch und Ding, die Adorno in dem ihm eigenen Marxverständnis als objektive wie subjektive Gegebenheit der bürgerlichen Gesellschaft ansah. Adorno hat mit seinem Begriff der Verdinglichung der Begrifflichkeit von Marx ein Gesellschaftsverständis untergeschoben, das Marx kritisiert hatte, indem er die doppelte Begründetheit des Gebrauchswerts in den Warentausch hinein vermittelt: Die Sache als Produkt von Arbeit, die in den Gebrauchswert als konkret nützliche Arbeit eingeht, verhält sich auf dem Markt nur zu einem anderen als wirkliche Sache unter der Bedingung des Tauschwerts, in welchem sich ausschließlich abstrakt menschliche Arbeit mitteilt. Ein anderer Aspekt der Verdinglichung, der bei Adorno weitaus am meisten gebräuchlich war, war die psychologische Bedeutung in den Werturteilen des Bürgertums. Die zwischenmenschliche Wertschätzung, die sich darin ausrückte, war ihm zugleich Ausdruck der Selbstunterworfenheit der Menschen unter eine Realität, der sie sich überantwortet haben. Damit hat seine Anschauung zwar viele Wahrnehmungen gut getroffen, aber in der Wendung hiergegen blieb er konservativer Realist: Gegen den realen Ungeist kann nur der reine Geist wahr sein. Und den wiederum kann es nicht innerhalb dieser Welt geben: "Wahr ist nur, was nicht von dieser Welt ist." Wahr ist allerdings auch, dass die Gebrauchsgüter in ihrem Nutzen selbst nur beschränkt menschliche Güter sind. Als Dinge von Menschen sind sie auch von ihrem Gebrauchswert alleine her nicht menschliche Sache. Im Nutzen reflektieren sich alle möglichen Notwendigkeiten des bürgerlichen Lebens, wie sie im Tagesablauf und den Gewohnheiten entstehen. Originär menschlich ist vielleicht ein Stuhl; aber muss es ein Auto sein oder ein Psychopharmakon? Die Diskussion hierzu ist sicher nicht mehr mit dem Begriff der Verdinglichung zu führen. Es ist die Diskussion von bürgerlicher Kultur selbst. | s.a. | |
Verdrängung ist ein Ausdruck der Psychoanalyse, der den Vorgang der Entstehung von Unbewusstem beschreiben will. Weil das Unbewusste in deren Verstand als Trieb zur Realisierung eines unmöglichen Wunsches verstanden wird, letztlich als Triebkonflikt, sei seine Abdrängung von den "Ich-Leistungen" nötig. Die Verdrängung ist hiernach ein Begriff konflikthaften Begehrens, welcher aufgelöst werden müsse durch Bewusstsein und Selbstdisziplin (Funktionen des sogenannten Über-Ichs). Darin verbirgt sich der Zynismus der Psychoanalyse gegen den Schmerz der Erkenntnis (s.a. Verzweiflung), wie er ihr in der ganzen Fassung des Verhältnisses von Bedürfnis (Begehren) und Wirklichkeit (Realität) zugegen und wie er als Zwangsverhältnis von Geist und Sinn der ganzen Aufklärung zu eigen ist. Der Vorgang dessen, was mit Verdrängung gemeint ist, ist duch das Wesen objektiver Gefühle zu begreifen. Das sind objektiv verselbständigte Gefühle, welche ihre Subjektivität im Zweck von Lebenserhaltungsinteressen als notwendiges Mittel bestimmt und sich diesen unterworfen und schließlich darin aufgehoben haben. Ein Mensch, der somit Teile seiner Subjektivität verdrängt hat, lebt im permanenten Konflikt zwischen Vergegenwärtigung und Selbstvergegenwärtigung. Sobald die Vergegenwärtigung durch Widerspruch der Selbstvergegenwärtigung bedrängt ist, können sich innere Wesentlichkeiten der Seele entwickeln, die keine Anwesenheit haben dürfen. Das macht dann die von Freud und anderen Autoren der Psychoanalyse als "Verdrängungsmechanismen" beschriebenen Ansonderlichekeiten des seelisch begründeten Verhaltens aus. Hier handelt es sich nicht um einen "Triebkonflikt", welcher den Menschen eine Unangemessenheit ihrer Seele an die Welt zuweist, sondern um einen Identitätskonflikt als Widerstreit zweier Wahrheiten, die nicht gleichzeitig anwesend sein können. Der Grund hierfür liegt in ihrem Widerspruch, in der notwendigen Bezogenheit und Ausschließlichkeit ihres Leidens. Tatsächlich kann solche Wahrnehmung nur sein, wenn etwas, das sie wahrhat, ausgeschlossen sein muss und nur in der Negation vergegenwärtigt werden kann. So wid dem Gedächtnis das Verkehrte seiner Erinnerung nur als Verkehrung der Wahrnehmung erträglich, die in ihrer Wirklichkeit nicht wahr sein darf. Die Seele macht sich darin geltend, dass sie Absichten verfolgt, welche bestimmte Wirkungen ausschließen und macht damit für sich wahr (siehe Wahrmachen), was nicht wahr sein kann. Von daher vollzieht sie selbst eine Verrückung, die ihr den Lebensraum zurechtrückt, in welchem sie ihre seelische Identität findet, allerdings mit dem Tribut, dass sie vor ihrer eigenen Wirklichkeitsform selbst Angst haben muss, weil sie davon bestimmt wird (siehe auch Scheinwelt). |
s.a. | |
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Marx sprach von einem "Verein freier Menschen", die dadurch frei sind, dass sie über das verfügen können, was sie erzeugt haben, was also ihre Eigenschaften und Fähigkeiten als Produkte darstellt und als Gegenstand menschlicher Bedürfnisse auf sie zurückkommt. Dies ist letztlich das "Zusichkommen" des Menschen durch den Genuss seiner Arbeit in den Gegenständen seines Lebens, welches dem Menschen subjektiv wie objektiv eigentümlich ist als individuelles wie gesellschaftliches Eigentum. Die Rede von einem "Verein freier Menschen" ist immer nur in einer Vorstellung gemeint, die keine fixe Bedeutung haben kann. Es ist die Vorstellung von einem gesellschaftlichen Wesen, welches sich nicht im Widerspruch zum einzelnen Menschen verhält, wie es z.B. immer Sache des Staats ist. Um einen Staat ging es bei Marx nicht. Der war für ihn zwangsläufig ein Produkt der bürgerlichen Gesellschaft, die selbständige politische Form des Kapitals, der mit ihrem Zerfall "unnötig" wird. Darin hatte ihn Lenin allerdings in seiner Schrift "Staat und Revolution" völlig missverstnden. Die Regelung der Eigentumsverhältnisse bleibt demnach eine Vertragsregelung des "Vereins freier Menschen", worin vor allem das Verhältnis von Notwendigkeit der Arbeit und Freiheit der Entfaltung der Bedürfnisse in Beziehung gesetzt werden muss. Eine freie Verragswirtschaft der Kommunen wäre demnach die adäquate Gesellschaftform, welche auch das Verhältnis der Kommunen zueinander und durch einander zu regeln hätte. Das war die Grundlage des Begriffs Kommunismus. In Abwendung des leninistischen Wortgebrauchs ist es daher nötig, dies genauer zu formulieren und besser zu reden von einem Kommunalismus. Am deutlichsten hat Marx die Vorstellung eines "Vereins freier Menschen" im Kapital formuliert - hier allerdings in der Entgegensetzung zu den seinerzeit bekannten "Robinsonaden": "Stellen wir uns endlich, zur Abwechslung, einen Verein freier Menschen vor, die mit gemeinschaftlichen Produktionsmitteln arbeiten und ihre Arbeitskraft verausgaben. Alle Bestimmungen von Robinsons Arbeit wiederholen sich hier, nur gesellschaftlich statt individuell. Alle Produkte Robinsons waren sein ausschließlich persönliches Produkt und daher unmittelbar Gebrauchsgegenstände für ihn. Das Gesamtprodukt des Vereins ist ein gesellschaftliches Produkt. Ein Teil dieses Produkts dient wieder als Produktionsmittel. Er bleibt gesellschaftlich. Aber ein anderer Teil wird als Lebensmittel von den Vereinsgliedern verzehrt. Er muß daher unter sie verteilt werden. Die Art dieser Verteilung wird wechseln mit der besondren Art des gesellschaftlichen Produktionsorganismus selbst und der entsprechenden geschichtlichen Entwicklungshöhe der Produzenten. Nur zur Parallele mit der Warenproduktion setzten wir voraus, der Anteil jedes Produzenten an den Lebensmitteln sei bestimmt durch seine Arbeitszeit. Die Arbeitszeit würde also eine doppelte Rolle spielen. Ihre gesellschaftlich planmäßige Verteilung regelt die richtige Proportion der verschiednen Arbeitsfunktionen zu den verschiednen Bedürfnissen. Andrerseits dient die Arbeitszeit zugleich als Maß des individuellen Anteils des Produzenten an der Gemeinarbeit und daher auch an dem individuell verzehrbaren Teil des Gemeinprodukts. Die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen zu ihren Arbeiten und ihren Arbeitsprodukten bleiben hier durchsichtig einfach in der Produktion sowohl als in der Distribution." (MEW 23, S.92) |
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Verfolgungsangst ist das Gefühl einer ungewissen Macht, die einem Menschen nachstellt und ihn ungewiss - und ohne dass eine Empfindung hierzu entstehen kann - bedroht. Die Bedrohung selbst ist bloße Bedrohlichkeit, abstrakte Bedrängung bis hin zu einem Vernichtungsinteresse, meist in Form einer Eindringung oder Okkupation. Die Vernichtungsangst, die diese Verfolgungsangst enthält, gründet auf einem bestimmten Unvermögen, Vernichtung zu erkennen, meist weil ihr die Einverleibung der Interessen einer fremden Absicht solche Erkenntnis verstellt. Verfolgungsangst setzt also eine durch Identifikation verstellte Erkenntnis voraus, die sich gegen die Macht der Absicht einer fremden Seele richten müsste, gegen welche noch kein Sinn wachsen konnte, weil er innerhalb des Lebensraums reiner Schmerz wäre. Wenn diese Angst die ganze Wahrnehmung aufzuheben versteht, so entsteht ein Zustand des reinen Wahrhabens der Verfolgung im Menschen selbst als Gefühl ohne Sinn, das sich rein geistig systematisiert und so einen Verfolgungswahn hervorbringt. | ||
Wer sich in einem Verfolgungswahn befindet, sieht sich wahnhaft verfolgt, kennt seinen Verfolger nicht als bestimmten Menschen, sondern wähnt ihn als Macht schlechthin, die sich gegen ihn verschworen hat. Der Verfolgungswahn drückt eine allgemeine Bedrohung der Wahrnehmungsidentität aus, die als Vernichtungsmacht erlebt wird. Sie setzt voraus, dass die Wahrnehmung sich in einem Widerspruch von Selbstgefühlen und Empfindungen befindet, dass sie bestimmte Empfindungen von ihrem Selbstgefühl ausschließen muss. Das hat seinen Ursprung in Liebesbeziehungen, die als fremde Macht erlebt wurden, einer Liebe, der man hörig war. Ihr Niedergang führte zu einer Abwesenheit des geliebten Subjekts, die somit objektiv wird. Die Selbstgefühle, wellche die Hörigkeit nötig hatten, kehren nun in ihrer Negation wieder, als Gefühl einer ausgeschlossenen Identität, deren Wahrheit außer sich geraten ist und den Menschen selbst bedroht, der Angst hat, seine Wahrnehmung zu verlieren und verrückt zu sein. Der Entstehung der Hörigkeit, die oft als solche nicht erkannt worden war, geht eine Beziehung voraus, in welcher die Verhältnisse von einer Liebesmacht bestimmt waren, die in einer abstrakten oder religiösen Allgemeinheit begründet war, in welchen sich die Menschen selbst nur als Objekte einer darin verschmolzenen Gemeinschaft einer Abstraktion erleben konnten. Diese Gemeinschaft ist selbst schon ein Missbrauch der Menschen darin, ob sich hierbei auch tätlicher Missbrauch ereignet oder nicht. Die Überwindung der Verfolgungsangst kann nur über die Kritik abstrakt begründeter Leibesbeziehungen und Erfahrung konkreter Liebe verlaufen, die sich mit abstrakter Vermittlung auseinandersetzen lernt. Oft ist damit auch das Verlassen der überkommnenen Liebeswelt nötig, nicht aaber der Lebenswelt, bzw. die Entwicklung einer Auseinandersetzung und Unterscheidung von Liebes- und Lebenswelt. Verfolgungswahn ist im Grunde eine entfremdete Enttäuschung, also die Unfähigkeit, Enttäuschung zu ertragen, weil sie eine bodenlose Bindung zu bewahren sucht. Darin ist Liebe und Gegenliebe in einer Verkehrung befangen, in welcher Verbundenheit als Lebensbedingung mächtig ist, die Verbindung also selbst fremdbestimmt ist, fremden Sinn formuliert (z.B. weil ein Kind für den Sinn von Eltern existiert, die keinen Sinn für ihr Kind haben). Darin verliert sich jede Wahrheit, weil sie sich in dem verbunden gibt, worin sie bedingt, also entbunden ist. Im Verfolgungswahn verfolgt sie den, der sich damit verbunden hat. In ihr ist die eigene Verbundenheit negiert und tritt daher maskiert auf, als Ungeheurlichkeit des Fremdseins mit allem, in einer allgemeinen Selbstentfremdung, in welcher jede Näherung als Bedrohung erlebt wird. Ein hierin gefangener Mensch hat eine allgemeine Verfolgungsangst, die von der Wahrnehmung beherrscht und ausgeschlossen werden muss. Von daher formt sich der Ausschluss als Fremdidentität der Seele in einem bestimmten Lebensraum aus, worin eigene Seele nicht sein kann. Der Wahn gründet auf Gefühlen, die systematisch ihres Sinns enthoben sind und die sich wie eine Geisterlogik als Gestaltung einer systematischen Macht fremder Kräfte erklärt. Die Bestimmungen, die dieses System wirklich hat, sind wesentlich die Formbestimmungen eines Willens, der völlig unbestimmt erscheint und der sich daher im Quantum einer unbestimmten Sinnhaftigkeit, in einer reinen Masse mächtiger Sinne, die sich wie ein Massengeist formuliert. Dieser kann auch sprechen oder Erscheinen, sodass manchmal Stimmen gehört oder Geisteserscheinungen wie leibhaftige Bilder wahrgenommen werden (siehe Halluzination). | s.a. | |
Vergegenwärtigung ist das zur Anwesenheit bringen eines abwesenden Sinns, der im Gedächtnis weilt. Dies kann der Absicht der Seele widersprechen, weil sie eine Selbstvergegenwärtigung nötig hat, die sich der Vergegenwärtigung des Gedächtnisses widersetzt. Die Psychologie spricht dann von Verdrängung. |
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Die Verhaltenstheorie wendet sich gegen die introspektiven Theorien der Psychologie, z.B. der Psychoanalyse. Sie hat ihre Identität in der Behauptung, dass die Menschen sich wesentlich durch ihr Verhalten entwickeln und darin Subjekt wie Objekt füreinander sind. Gesellschaft sei eine Allgemeinheit solcher Verhältnisse, worin sich Menschen verhalten. In diesem Sinn sei die Verhaltstheorie eine emanzipatorische Theorie, weil sie den einzelnen Menschen nicht in eine vermeintliche Innerlichkeit treibt, sondern aus seinen Verwirrungen (Verhaltensstörungen, unangepasstes Verhalten, abweichendes Verhalten) zu einer Gesellschaftlichkeit verhilft, welche seine bestehende Gesellschaft als seine Lebensbedingung anerkennt. Indem er darin selbst sich objektiv (z.B. als Stimulanz für andere) oder subjektiv (z.B. als erfahrend und lernend) versteht, wird er seine Bedingtheit auch anerkennen. Das Maß der Dinge sind damit insgesamt alle den Menschen äußeren Verhältnisse, welche als Gesellschaft aufgefasst sind, an der sie sich einzeln wie allgemein zu orientieren haben. | s.a. | |
Ein Verhältnis setzt mindestens zwei selbständige Wesen voraus, die als ganze Subjekte aufeinander bezogen sind, indem sie sich zu einander mit eigener Bestimmung beidseitig als Ganzes verhalten und in diesem Verhältnis beidseitig gegenständlich, Objekte füreinander, also insgesamt objektiv sind. Menschen verhalten sich zueinander, wo sie aufeinander bezogen sind und indem sie sich beziehen ist ihr Verhalten darin identisch, wo es für sie Sinn hat. Das Einssein von Beziehen und Verhalten kann nur unmittelbar, also ohne Mittel sein, ist letztlich der Begriff von dessen Unmittelbarkeit. Überall, wo Verhalten unmittelbar gegenständlich sein kann, ist auch dessen Beziehung im Verhalten gegenständlich: subjektiv wie objektiv in einem. Ob der Gegenstand Mensch oder Sache ist, ist hierbei gleich, sofern ein Mensch, wo er Objekt eines Menschen ist, zugleich Subjekt bleibt, also Beachtung in Achtung hat. Auch die Sache verhält sich nicht nur sachlich sondern auch menschlich, wenn sie vom Menschen wirklich und unmittelbar versachlicht ist (jeder Stuhl muss Menschliches haben, um für den Menschen ein wirklicher und guter Stuhl zu sein). Nur im Gegenstand, wo er unmittelbar ist, ist der Sinn der Beziehung auf ihn im Verhältnis als Ganzes seiner Eigenschaften gegenwärtig, also ganz eigen und ohne Fremdheit (s.a. Entfremdung) Menschen beziehen sich auch über ihre Mittel zueinander und verhalten sich daher durch sie. Als Eigentümer ihrer Mittel sind sie darin auch eigen und verhalten sich sachlich in eigener Bestimmtheit, haben sich auch außer sich wahr, weil sie ihre Sache selbst durchdrungen haben und von ihrer Sache durchdrungen sind. Im unmittelbaren Verhältnis objektiver Mittel vermittelt sich menschliches Sein in der Erzeugung und im Genuß ihrer Sache, als Tätigkeit und Leiden in einem, als Leidenschaft von Mensch und Sache, die aus der Sache hervorgeht, wie sie in diese hineingegeben wurde. Was sie bestimmt haben, ist auch als Grund ihres Verhältnisses da. Aber wo ihre Beziehung in der Sache nicht die Sache ihrer Beziehung ist, wo die Sachen äußeres Mittel des Bezogenseins sind, also darin äußere Gründe haben, da sind die Verhältnisse im Widerspruch zu ihren Beziehungen (siehe Realabstraktion). Hier besetzen die Menschen Sachen, die ihnen nicht eigentümlich sind, die aber Nutzen für sie haben. Als Besitzer von nützlichen Dingen haben sie ihre Vermittlung auch nur im Nutzen und sind füreinander Objekte ihres wechselseitigen Nutzens, ihrer reinen und zum Verbrauch bestimmten Mittel. So ist ihre Vermittlung auch nützlich und es haben die Mittel hierin eine eigene Bestimmung, die von der Beziehung, in der sie sich verhalten, unterschieden ist. Die Dinge sind in ihrer Beziehung entäußert, bestehen hierin alleine durch äußere Eigenschaften, welche im Zweck bestimmt sind, nützlich zu sein und nur in dieser formellen Beziehung da zu sein. Hierdurch erhält auch ihr Verhältnis eine äußere Bestimmung (siehe Formbestimmung) und wird zu einem Verhalten in dieser Vermittlung eines der Beziehung äußeren Zwecks (siehe z.B. das Verhältnis der Warenbesitzer, die eine gesellschaftliche Beziehung eingehen, die sie bestimmt, wenn sie ihre bestimmten Waren als Gebrauchswerte im Tausch aufeinander beziehen). Ihre Beziehung wird in diesem Verhältnis gleichgültig: Bestimmt, und gleichgültig gegen ihre Bestimmtheit. Hier ist das Verhältnis selbstäniger Wesen verkehrt zu einem wesenlosen Verhalten in der Bestimmung der Vermittlung, die dieses Verhältnis hat und in der ihr Sinn daher übersinnlich erscheint (s. hierzu z.B. auch Warenfetischismus). |
s.a. | |
Verkehrswert ist meines Erachtens ein Begriff, welcher zum erweitertem Verständnis der Grundrente erforderlich ist, um diese Kapitalform auf Kommunikationstechnologie und ihre stofflichen Träger (Luft, Weltraum) auszudehnen. Der Verkehrswert ist der Wert, welcher in den Besitz von Raum durch Nutzungs-Lizenzen eingebracht wird, um daraus Machtmonopol über die Kommunikation zu gewinnen, letztlich, um die letzten unkapitalisierten Lebensräume zu kapitalisieren. Auch wenn es sich dabei um die Anwendung und Ausbeutung fast nur geistiger Potenzen (z.B. Automationstechnologien) handelt, realisieren sich diese im Raum (dessen materielle Substanz verschwindend ist (vergl. z.B. Computerfestplatte). Beim Verkehrswert handelt es sich also um den Wert geistiger Potenzen, die sich nur in der Kommunikation und Kultur, also in der Zwischenmenschlichkeit so vermitteln, wie sie dem produktiven Kapital Mehrwert zu entziehen vermögen. Das macht auch, warum Kommunikationstechnologie für die Menschen selbst relativ billig ist: Sie kann und darf den Wert des variablen Kapitals nicht verteuern. Sie wird dem Verwertungsprozess des in Anwendung befindlichen konstanten Kapitals entnommen und macht dessen Übertragung auf die Masse des menschlichen Verkehrs aus. Da sich Kapital aber nur als Verfügung über das Mehrprodukt realisiert, wird sich bei der Verfügung über die Kommunikation die abstrakteste Form des Kapitals im Verkehrswert darstellen, denn diese ist am weitesten vom Mehrprodukt entfernt und macht auch den Springpunkt der Ausbeutung im Menschen selbst aus, allerdings auch in der Krise, welches das Kapital immer dadurch erfährt, dass sich die Masse des realen Produktivvermögens immer abstrakter darstell und sich immer weniger realisieren lässt. Von daher ist der Verkehrswert doppelbödig. Es ist der Wert, der weit in den Menschen hineingreift (s.a. Tittytainment) und zugleich weit außen vor ist, weil er den produktiven Wert aufzehrt, Kapital verdampfen lässt. Er kann sich daher überhaupt nur unter beständigem Druck auf die Masse realisieren, so lange diese noch nicht physisch und wirtschaftlich erschöpft ist (siehe auch Wirtschaftskrise). |
s.a. | |
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Eine Verkehrung setzt ein Verhältnis voraus, das verkehrt erscheinen kann, das also genau als das erscheint, was es nicht ist, es also ein Unding ist. Sein Sinn erscheint unmittelbar mythologisch, weil darin alle Gegenständlichkeit in der Erscheingsform ihres Gegenteils sich auf einander bezieht (vergl. z.B. die Wertform). Aber dies kann nur sein, wenn solches Verhältnis über ein Mittel bezogen ist, in welchem die Vermittlung eine eigene Bestimmung hat (siehe Formbestimmung), die sich gegen diese selbst wendet, eine Abstraktion, die sich gegen ihre Herkunft wendet. In dieser werden die Subjekte der Beziehung zu Objekten ihres Verhältnisses und als diese selbst objektiv. Was sie sind, wird zu einem Dasein, in welchem ihr Verhältnis nicht mehr wirklich sein kann und also in seiner Wirklichkeit auch wirklich verkehrt ist. Ist etwas Ganzes in sich verkehrt, so ist es verrückt und leidet an der Unvermittelbarkeit seiner Teile, die ihm hierdurch zum Unheil werden. Aus diesem entwickeln sich Heilserwartungen und Perversionen. | s.a. siehe hierzu auch den Themenabend | |
Wenn etwas vermittelt ist oder wird, so bewegt es sich im Mittel eines Zwecks, den es nicht selbst verfolgt. Es besteht im Material einer Ganzheit, in der es keinen Grund für sich hat, also in einem abstrakt Ganzen. Der Sinn des Vermittelten mag auf irgendeine Weise hierbei übertragen werden, ist darin aber nicht erkennbar. Dies kann nur dort sein, wo er unmittelbar wird. Die Vermittlung enthält daher eine Formbestimmung. |
s.a. | |
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Vernichtung << Weiterleitung nach Vern | ||
Vernichtungsmaschinerie << Weiterleitung nach Vern | ||
Vernunft << Weiterleitung nach Vern | ||
Verrücktheit ist das Resultat von sinnlicher Verrückung in prothetischen Beziehungen, in welchen Eigenes und Fremdes ununterschieden verkehrt und daher auch die Beziehung subjektiver Identität durch objektive Einverleibung verkehrt wird. In der Verrücktheit wird die Versetzung und Pervertierung der Sinne in den Lebensburgen gelitten, welche die Menschen sich gegen die Lebensangst der bürgerlichen Kultur geschaffen haben. Sie setzt sich heraus aus der Konkurrenz der Selbstbezogenheiten als deren ausgeschlossene Wahrheit, die Menschen in den verstellten Wahrnehmungen darin wahrhaben. Menschen haben in der Beziehung auf sich selbst immer verschiedene Wahrheiten, die sich im Ganzen einer Gesellschaft nur in der Aufhebung von Selbstwahrnehmung beziehen können und hierdurch allgemein Lebensangst erzeugen. Wo Menschen, die auf sich selbst bestehen, ohne hierfür sich selbst behaupten zu können (siehe Selbstbehauptung), wird allgemein ihre gesellschaftliche Identität bestritten. Sie verrücken in Gesellschaft ihre Wahrnehmung, bewahrheiten sich also als Verrückte, wenn sie in Gesellsschaft sind. Vorraussetzung und Grund hierfür sind gesellschaftliche Lebensräume (Raum), in welchem Wahrnehmungsverhältnisse seelische Identitäten (Seele) hervorbringen, die sich gegenseitig bedingen und sich also auch in ihrer Selbstwahrnehmung bestreiten müssen. Meist ist es die Familie, in der Selbstwahrnehmung bedrängt wird. Wahrheit wird in der Wahrnehmung bedrängt durch seelische Absichten. Dies kann Menschen ihre Wahrheit (Identität) nehmen oder stören. Oft ist die Bewahrung der persönlichen Integrität innerhalb kultivierter Lebensräume der Grund, warum die von solchen Personen abhängigen Menschen verrückt werden. Verrücktheit ist zugleich die Entstellung einer Ganzheit, die Entziehung und Verrückung ihrer Teile. Der Mensch der verrückt wird, leidet an diesen Verrückungen seiner Verhältnisse. Hiervon zu unterscheiden ist der Irrsinn, welcher sich übersinnlich bestimmt als bloße Gewalt der Verhältnisse schlechthin, wovon Menschen abhängig sind. Der Irre leidet daran, dass irrsinnige Verhältnisse ihn übersinnlich bestimmen. Darin besteht sein Unheil, das auch zerstören kann - und dies sogar muss, wenn es gänzlich ausgeschlossen wird von den Bedingungen, worin es seine Beziehungen und damit die Beziehung seiner Teile zu sich als Ganzes, also eine vollständig fremde Identität hat. | s.a. siehe hierzu auch den Themenabend | |
Eine Verschwörung ist ein Zusammenhang im Glauben, dessen Bezug unmittelbar wirklich gilt. Sie besteht aus dem Eingeschworensein auf die Bedeutung einer Sache, an welche geglaubt wird und deren Verwirklichung ohne Rücksicht auf sonstige Wirklichkeit durchgesetzt werden muss. Das Müssen ergibt sich aus der Negativität des Ganzen, was den Glauben der Verschwörer ausmacht: Sie wollen das ganz Andere erreichen und müssen das ganz Andere tun. Sie arbeiten nicht in und mit Wirklichkeit, sondern gegen sie. Das verlangt Beherrschung von Sache und Mensch, Selbstbeherrschung als Fremdherrschaft durch sich selbst (s.a. Faschismus). Die Organisationsform einer Verschwörung entspricht daher meist der einer Sekte. Das Ausgegrenzte und Eingegrentzte verhalten sich wie Tod und Leben. Das amcht auch, warum das Verschworene über Leben und Tod entscheiden kann. Verschwörungen entstehen fast notwendig durch Verschwörungstheorien, also Theorien über Verschwörungen anderer Glaubensverhältnisse. Im Glauben der Verschwörung ist ein Glaubensgegensatz notwendig enthalten. So erklären sich die Projektionen der Verschwörung gegen die Juden, welche sich daran festmachen, dass der Religion der Juden eine Verschwörung zugrunde läge (siehe Antisemitismus). Verschwörung wirkt als ein Glaubensverhältnis auch nach außen und hat sein intimes Verhältnis im Glaubensgegensatz, der aus als Kampf der Kulturen geführt wird. | ||
Die Verselbständigung von Bestimmungen setzt eine Formbestimmung voraus, die einen eigenen Trieb entwickelt. Dieser Vorgang wird gerne von der bürgerlichen Wissenschaft ideologisiert, weil sie meist an den Formbestimmungen festhalten will (Ideologischer Begriff). |
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Der Verstand kann nur verstehen, nicht begreifen und nicht erkennen. Aber er bewahrt zugleich das Verstandene im Gedächtnis, das in der Wahrnehmung im Zusammenhang Aufgenommene und mit dem Wahrnehmen identische, das Verstehbare. Verstand gilt für Kant als "das Vermögen, Erscheinungen vermittels von Regeln spontan zu verbinden". Er setzt Erscheinung dem Verstand vorraus. Notwendig für das Verstehen allerding ist nur das vorurteilsfreie Aufnehmen von Gegebenem, wie es der Erfahrung entspricht, also dem Erfahrenen nicht widerspricht. Wenn wir etwas verstehen, müssen wir es nicht denken. Mit Vernunft hat Verstand nur soweit zu tun, als Verstehen die Vorraussetzung rationaler Urteile ist. Diese ergeben sich aber nicht aus der Erfahrung, sondern aus dem Denken. Verstand ist letztlich Wahrnehmung im umfassenden Sinne, also das, wie ich die Welt verstehe, ihre Tatsachen (Empirie) und Evidenzen als Wahrheit für mich geltend mache. In diesem Sinne kann Verstand auch in Unterschied zu dem treten, was ich wahr habe und des Schicksal der Wahrnehmung als entäußerte Form von Erkenntnis teilen - so er im Zwischenmenschlichen urteilt. Und also kann man seinen Verstand verlieren, wenn er von einer Wahrheit bedrängt ist, die er nicht verstehen kann (siehe Verrücktheit). | s.a. | |
Verwahrlosung ist der Verlust von Wahrheit, ein Zustand, in welchem sich die Gewissheit, die Gewähr der Erkenntnis und Selbsterkenntnis, aufhebt. Ohne diese gibt es keine unmittelbare Wahrheit, so dass sich darin kein Mensch mehr gewahr wird, keine Gewähr für sich hat und sich selbst nicht bewahren kann: absolute Identitätslosigkeit. Verwahrlosung ist ein objektiver Prozess der Selbstauflösung, so lebendig er auch erscheinen mag. Es ist der lebende Untergang menschlichen Seins, der Tod mitten im Leben ohne zu sterben, lebender Tod. Aus der Verwahrlosung heraus ist Bewusstsein nicht mehr möglich, weil dieses immer ein bestimmtes Sein voraussetzt. Man kann nichts wissen, wo keine Gewissheit möglich ist, und sei es auch nur die Allgemeinste. Aus der Verwahrlosung heraus gibt es die Möglichkeit passiver Wahrnehmung, die fremde Wahrheit hat und die zu eigener Wahrheit werden kann, indem sie sich als Fürsorge in objektiver Verantwortung mittelt. Durch die hierbei vergegenwärtigte Gesellschaftlichkeit wird der Verwahrlosung begegnet, Sinn von Menschen und Gesellschaft übermittelt und die Chance eigener Gewissheit wahr. |
s.a. | |
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Als politische Form wird die Verwaltung in eine politische Funktion gestellt, welche die inhaltlichen Zwecke selbst politisiert (siehe z.B. Staat). Durch Kulturalisation wird solche Form personifiziert (z.B. zu einem Kulturstaat). |
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Verwertung ist die Vernutzung (siehe Nutzen) eines Menschen, einer Sache oder der Natur, um hieraus einen wertmäßigen Zugewinn zu ziehen. Verwertung ist also die Werttbildung, die sich aus der Nutzung ergibt; im Gewinn stellt sich dar, was über den Verschleiß des Nutzobjekts hinaus für den Nutzer entstanden ist. Es versetzt ihn in die Lage, nicht nur einen Wert zu haben, sondern auch über die Wertbildung zu bestimmen, also sich selbst in der Verwertung fortzubestimmen. |
s.a. | |
Die Verzweiflung ist die Vorwegnahme eines Zweifels, also Auflösung der Selbstkontrolle, welche ihm entgegenstand. Es ist damit auch das Ende einer Selbstwahrnehmung, die in der Verzweiflung sich selbst vollständig unterworfen ist, durch sich selbst beherrscht ist, ohne sich beherrschen zu können. Wird solche Verzweiflung nicht zur Selbsterkenntnis, so sucht sie Erlösung. Sie ist dann die Ausweglosigkeit, in der sich die Zweifel verloren haben, das heißt: In sich selbst nur forttreiben als Zustand der Wahrnehmung. Darin entwickelt sich ihr Schmerz zu einem eigenen Sein, das sich wie ein Hintersinn in die Wahrnehmung eingewöhnt und sich in seelischen Absichten gestaltet, die nichts von sich wissen, unbewusst sind. |
s.a. |
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