Buchstabe We Im Kontext

Weber, Max

"Der Nietzscheaner Max Weber, ist die deutsche Vorzeigeblüte des modernen aufgeklärten Rationalismus. Er garnierte seinen propagandistischen Entwurf des deutschen Griffs nach der Macht im Umbruchsjahr 1895 (die berühmt-berüchtigte Freiburger Antrittsvorlesung) mit einem giftigen Rassismus gegen die slawische Flut und vor allem der rückständigen Polen, der seinesgleichen sucht. Dieser Rassimus, den er nie aufgab, ist nicht etwa ein Flecken auf der sauberen Weste, sondern ein Systemmerkmal eines nietzscheanischen Soziologen und Sozialpolitikers, in dem Elite und Masse sich gegeneinender konstituieren. Er war Mitbegründer des durch und durch rassistischen und imperialistischen Alldeutschen Verbandes, von vielen als Vorläufer der NSDAP betrachtet. Die Logik der Mechanisierung verfolgt er nicht nur in der Arbeitspsychologie, sondern auch in den bürokratischen Rationalisierungsstrategien. Seine Religionssoziologie und Charismaforschung (vor allem des kriegerischen Führers) sind die Felder, in denen er die kreativen Kräfte dessen untersuchte, was Nietzsche im "Übermenschen" konzipiert hatte. Aus seiner einflußreichen Position betrieb er den Krieg als verantwortungsethischen Auftrag der modernsten Nation im Griff nach der Weltmacht." (zit. nach Detlef Hartmann 1999 "Die Philosophie rüstet auf")

 

Wechselkurs

Der Wechselkurs stellt den Preis dar, zu dem die Währung eines Landes mit der Währung eines anderen Landes auf dem Devisenmarkt gehandelt wird. Er drückt den Wert aus, den die Brutto-Inlands-Produkte (BIP) der Länder

zuseinander haben und stellt somit auch die Macht dar, welche sich darin durchsetzt (z.B. die Macht der Maschinen produzierenden Länder gegenüber den Rohstofflieferanten).

s.a.

=> Währung

=> Bretton-Wood

statist2up1a1 BIP BRD
statist2up6a1
BIP weltweit

Weg

Der Weg ist die Grundlage einer Fortbewegung, etwas, das als Strecke überwunden wird, die hierdurch eine Geschichte bekommt. Durch Bewegung wird der Weg begangen und dorthin beschritten, wie es der Fortschritt will (siehe Progression). Die Kraft, die hierbei in einer bestimmten Zeit aufgewandt wird, macht die Arbeit aus, die in der Bewegung vollzogen wird. In der Abstraktion von den Bestimmungen der konkreten Zeit und Kraft wird die Arbeit selbst abstrakt. Daher ist die abstrakt menschliche Arbeit die Begriffssubstanz der Verhältnisse, worin hiervon abgesehen wird: Den Verhältnissen des Werts und die durchschnittliche gesellschaftliche Arbeitszeit macht aus selbem Grund die Wertgröße aus.

s.a.

=> Bewegung

Welt

Eine Welt ist die Gesamtheit eines Gestaltungsprozesses durch das Walten der in ihr versammelten Kräfte. Sofern ihr Zusammenhang nur abstrakt ist, bilden sich in der Welt Systeme von Gewalten, die einander im Widerspruch gegenübertreten als gegensinnige Wirkungen, die keine Wirklichkeit bekommen können (Realabstraktion).

s.a.

=> Scheinwelt

Weltfaschismus

Weltfaschismus ist eine Machtbündelung, die sich durch "Weltordnungskriege" gegen Länder und Staaten auswirkt, die mit den Machtzentren nicht konform gehen, sich den zentralen Interessen des Finanzkapitals widersetzen. Er basiert auf der Notwendigkeit der Krisenüberwindung des globalisierten Kapitalismus (siehe Globalisierung), wenn dessen Wertdeckung durch Bodenschätze eingebracht werden muss. Sie sind die Erträge der Grundrente, die sich als letzte Systemretter erweisen, wenn sie mit Gewalt "erworben" und stabilisiert werden und ihre Preise aus Preisdiktaten bestehen (siehe Petro-Dollar). Schließlich bilden sie die Grundlagen jeglicher Produktion (Energie, Rohstoff).

Der Heilsgedanke als Erlösungsprinzip wird hier nicht mehr national verstanden, sondern bezieht sich auf die Welt, welche aus konfliktunfähigen Kulturen bestehen soll, die sich in ihren geistigen und religiösen Antrieben gegenseitig in die Vernichtung treiben. Der Weltfaschismus entspricht damit einem Kulturalismus, in welchem Weltmachtinteressen durch Diskrimitation von fremden Kulturen durchgesetzt und hierauf bezogen Kriege als für den "Weltfrieden" notwendig begründet werden sollen. Er nutzt eine Tendenz, in welcher sich im weitesten Sinne die geistigen Strömungen im Verstand des Weltbürgertums wiederfinden, wenn dort auf die Bedrohung des Weltfriedens durch kulturelle Niedertracht und Terrorismus verwiesen und dies zunehmend - z.B. von den Neocons - als Begründung von Staatsgewalt, Politik und "Militäreinsatz" hergenommen wird (siehe Hitler-Formel).

Das Prinzip des Übermenschen lebt darin unbeschadet als Weltherrschaft des Guten auf und wird sogar von der Linken teilweise rezipert und mitgetragen. Tatsächlich strebt in der Weltpolitik der Übermensch dazu, sich als übermenschliche Kulturmacht zu etablieren (siehe Huntington).

s.a.

=> Faschismus

quelleup5a9a2 Huntington's "Kampf der Kulturen"
audioup1a Rassismus und Antiislamismus
 

Weltordnungskriege

s.a.

=> Hitler-Formel

=> Kampf der Kulturen

Wolfram Pfreundschuh:
"Die Staatskrise und die Krise des Kapitals"

Weltwirtschaft

 

s.a.

=> Wirtschaft

=> Weltwirtschaftsorganisation

statist2up7d2b1 Deutschlands Welthandel
statist2up1b
BIP BRD
statist2up6b
BIP weltweit
statist2up7e
Einkommensverteilung BRD 2002
statist2up7a1
Einkommensverteilung BRD 1995
statist2up7b1
Entwicklung des Privatvermögen BRD
statist2up7c1
EU und BRD in Wirtschaftsanteilen
statist2up7d2
EU Wirtschaftsgewichte
statist2up7d1a
Exporte BRD
statist2up10a
Fünfteleinkommen weltweit

Weltwirtschaftsorganisation

s.a.

=> Weltwirtschaft

Werbung >> Weiterleitung zu WER

Wert >> Weiterleitung zu WER

Wertform >> Weiterleitung zu WER

Wertgesetz >> Weiterleitung zu WER

Wertkritik >> Weiterleitung zu WERTK

Wertwachstum >> Weiterleitung zu WER

Wesen

"Jedes Wesen oder jede Washeit ... kann gedacht werden, ohne daß man etwas über sein (ihr) Sein weiß: ich kann nämlich wissen, was ein Mensch oder ein Phönix ist, und dennoch nicht wissen, ob er Sein im Reich der Wirklichkeit hat." (Thomas von Aquin: Das Seiende und das Wesen, S. 32.)

Das Wesen ist die Einheit der Bestimmungen eines Seins, Seinsbestimmung dessen, was nicht verwest, auch wenn es in anderer Stofflichkeit erscheint, Grund eines anders Seienden ist. Ein Tier zum Beispiel, das wesentlich Mensch ist, kann nicht zugleich wesentlich Affe sein, auch wenn es vieles mit dem Affen gemein hat. Oft macht es sich zwar selbst zum Affen, aber es würde zu einem Unwesen, wenn es zugleich wirklich Affe wäre.

Auch wenn ein Wesen nicht mehr ist, also bloß gewesen war, verwest ist, besteht es als Wesentliches fort in dem, was vergangen war und sich aufgehoben hat, als Wesensmoment der Geschichte, z.B. als Gebilde, Epoche, Seele, Geist o.a.

Die Frage nach dem Wesentlichen ist dem Zweifel an seiner Erscheinung entsprungen, nicht durch irgendein Bedürfnis, jeder Erscheinung ein Wesen beizumessen oder sie als dort Geborenes, Hervorgebrachtes zu begreifen (siehe Phänomenologie). Im Wesen klärt sich die Erscheinung auf, erklärt sie ihren Grund, von dem sie unterschieden ist, weil darin die Notwendigkeit einer Selbstunterscheidung, der Trieb einer Abstraktion sich entdecken lässt. Es ist dies der Grund, die Basis ihres Begriffs, worin sich seine Entfaltung aus der Substanz seines Seins bestimmt, worin das Einfache seiner vielfältigen Erscheinung steckt, das seine Wirklichkeit nicht für sich erkennbar macht, weil sie selbst nur konkret im Unterschied des Einen und des Anderen Wesens sein kann. Wesen die bestimmte Qualität des Seins, die nicht anders sein kann, die also gesetzt ist.

Auch nach Hegel ist das Wesen "die Beziehung auf sich selbst, nur indem sie Beziehung auf Anderes, das aber unmittelbar nicht als Seiendes, sondern ein Gesetztes und Vermitteltes ist." (Enzyklopädie § 112) Aber nach seiner Logik ist dem das Dasein vorausgesetzt, weil dieses bestimmungsloser ist. Dies jedoch erschwert dessen begreifen ungemein, weil damit etwas schon da ist, ohne bestimmtes Wesen zu haben, und Wesen wird, nur um bestimmt zu scheinen. Wie kann es etwas sein und doch nur "ein Scheinen in sich selbst" (ebd.)? Doch nur dadurch, dass der Schein selbst sowohl Widerschein des Seins, wie auch Schein für sich wäre, also Unsinn. Es macht einen Zirkel der Hegelschen Logik, welcher zeigt, dass Wesentliches bei Hegel nicht sein kann ohne schon da zu sein. Dies liegt am reinen Denken Hegels, dem Fortbestimmen des Logischen als Idee der Welt, nach welcher das Leere die Fülle bestimmt, das Abstrakte das Konkrete. Dies aber stimmt nur für die schon ausgesonderte Abstraktion, für die aus dem Dasein erschlossene Abstraktion. Aber Hegels Denken macht Analyse dann überflüssig, wenn sie einmal zur Logik gekommen ist. So wird zwar ein logisches Denken gepflegt, aber die Logik haut in Wirklichkeit nicht hin, weil sie Wesenslogik sein will, ohne ein wirkliches Wesen haben zu können. Doch "ein unwirkliches Wesen ist ein Unwesen" (Marx). Das Denken in dieser Logik führt zur Fixation des Gedankens als solchen, zur logischen Idealität.

Ein Wesen ohne Wirklichkeit, ein Wesen, das Wirkung hat, ohne wirklich zu sein, ist ein abstraktes Wesen (siehe Realabstraktion). Aber ein abstraktes Wesen kann nur das Wesen einer Abstraktion sein, als Wesen sein, das keinerlei Existenz hat, sondern nur darin existiert , worin es erscheint, wo es als Bestimmung einer Form, also Formbestimmung ist. Es macht die Substanz eines Begriffs aus, der sich in den Erscheinungen einer wesentlichen Abstraktion entfaltet. Das Wesen war als Substrat der Erscheinungen durch Analyse erschlossen, bevor es sich als Begriff der Erscheinungen, als Substanz des Mannigfaltigen beweisen lässt. Erst damit wird etwas als Erscheinung von etwas anderem, als Reflexion gewusst und kann in seinem hintergründigen Zusammenhang mit anderem begriffen werden.

s.a.

=> Erscheinung

=> Phänomenologie

Erlautup2e1a Wesen und Natur
zitatup1k1a2 Wesen