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Teil III: Die Ästhetik der Selbsttäuschung
Abschnitt 2: Die Heilskultur

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2. Der ästhetische Wille
(Der objektive Geist der Kulturmächtigkeit)

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2.1 Die Meinung und der politische Wille (Der politische Geist als Kulturmacht)

Die Kultur als das Meine. Das politische Subjekt des Selbstwerts. Das besondere Selbstgefühl allgemeiner Menschlichkeit als vorausgesetztes Allgemeingefühl des Meinens. Die gute Meinung und das Seine. Der Meinungsstreit und die Objektive Form der Meinung, das allgemeine Seine, die dritte Person der Kultur.

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2.2 Das Monster der Kultur und der politische Glaube des kultivierten Selbstgefühls
(Das Monster der Allgemeinheit und die gereinigte Seele der Kulturpersönlichkeit)

Das kultivierte Selbstgefühl tritt zunächst als Persönlichkeitsmerkmal eines "kultivierten Menschen" auf.

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2.2.1 Die politische Ästhetik des Willens
(Die Artigkeit des objektiven Geistes)

2.2.2 Das gemeinhin Geistige und die geistigen Allgemeinheiten

2.2.3 Die kulturelle Elite (Die Bildungsbürger)

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2.3 Die gehütete Kultur (Gemeinde und Nation)

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2.3.1 Das Gemeingefühl der Masse (Der ästhetische Glaube der Politik)

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2.3.2 Das Objekt der Masse als Gefühlsmasse

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2.3.3 Das entäußerte Selbstgefühll als Persönlichkeit der Masse

Das Selbstgefühl ist als Objekt der Masse aus einem doppelten Grund unendlich nichtig geworden: Zum einen ist es als deren Teilmenge unendlich gefordert, zum anderen ist es objektiv zugleich unendlich nichtig. Die Menschen befinden sich kulturell allgemein wie einzeln in einer absoluten Krise ihrer Selbstwertigkeiten. Für sich gelten sie nur durch andere etwas, richten sich an einer allgemeinen Massenästhetik aus; für andere müssen sie zugleich Träger dieser Ästhetik sein, ohne wirklich ästhetisch sein zu können: Sie sind häßlich und leben von ihrem Hass auf andere.

Niemand kann sich selbst genügen, weil alle ihrer persönlichen Entäußerung gehorchen müssen. Sie sind im Grude nicht nur einsam, sondern verworfen, Randfiguren einer Gefühlsmassse, die zugleich nur durch sie getragen wwerden muss, Pathos der Selbstlosigkeit.

Ihre Zugehörigkeit hierin ist ihre Selbstentfremdung, die sich nur durch ihre Nähe zur gefühlten Masse, zu einer raunenden Bewegung in ihr substanzialisieren kann. Unendlich verworfen und unendlich hassend können sie im Pathos ihrer Selbstlosigkeit als Persönlichkeit dieser Masse zumindest ästhetisch fungieren, als kleine Selbstvergegenwärtiung in einer Führerschaft einer Massenbewegung, die selbst nichts anderes ist als eine Anmutung des bewegten Seins schlechthin.

Doch als Masse hat es Körper. Das Pathos erscheint dadurch ungemein sinnlich und wird auch dadurch zu einem Sinn persönlicher Erregung, dass es sich darin selbst als Masse, sich als massenhaft erlebt.

Die Selbstverlorenheit der Selbstlosen gerät zu einem Selbstgenuss allgemeiner Bewegtheit und Erregtheit, die ihren Sinn durch eine absurde Verallgemeinerung findet: als Persönlichkeit der Masse und ihrer Bewegung. Die macht die Grundlage eines bewegten Willens aus, wie er in der Ästhitik solcher Kultur angelegt ist. Der Einzelne hebt sich darin vollständig auf und wird im Grunde völlig gleichgültig. Er ist Teil einer Führerüpersönlichkeit, die durch die Massenbewegung jedem zukommt. Damit übersteht er alles.

Und im Grunde ist es auch gleichgültig, wer dann wirklicher Führer wird. Es sind hierfür keinerlei persönliche Besonderheit oder wirkliche Fähigkeiten nötig, außer der vollständigen Selbstaufgabe des persönlichen Willens und dessen Aufhebung und Erektion als allen gemeiner Wille, die vollständige Einverleibung eines Bewegungungsvermögens der Masse durch einen ästhetischen Willen, der sich darin bewegt.

Er nährt sich von einer Willenssymbiöse, die kosmische Ausmaße bekommt. Gerade durch die Bodenlosigkeit des ästhetischen Willens wird er nun zum Träger übersinnlichen Erscheinungen, zur Gewalt des Mythos, der aus allen Zufällen des Magischen gewonnen wird. Der Zauber der Masse, der für sich schon aus ihrem magischen Sinn kommt, wird in der Persönlichkeit der Masse zu einem Sinn des Magischen, zu einem Tiefsinn der Oberflächkeiten, die nichts anderes mehr sind, als was sie massenhaft scheinen, und dadurch tief sind, dass sie in die Breite gehen. Die Pfützen der Gefühlsduseligkeiten werden zum Ozean der Machwillkürlichkeiten.

Weiter mit Teil III.2.3 Die Masse als Persönlichkeit